Ausgabe 
5.7.1938
 
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Dienstag,5. Juli |938

188. Jahrgang

Nr. 154 Erstes vlatt

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrSHIsche UniverfitStrdruckerei «.Lange In Stehen. Schristleitung und SeschSstsftelle: Schnlstrah« 1

mit diel-n gigantischen Projekten verbunden ist. Di- w " 7'^^^^Esisch-agYPtischen biU Vielmehr bestehe die Absicht, neue weitere landwirtschaftliche Erschließung mcht nur Durch den s g ^ben '^ellu q im Sudan festigungswerke zu errichten namentück Aegyptens, sondern auch der oberen Nlllander Gegensatz wwbdie, englftch^vl u g ber Grenze von Liechtenstein,

^ängt ausschließlich ab von der Fortentwicklung des 1 endgültig ungiarw gq

weiter Ferne. , ..

Durch das Nilwasser-Agreement von 1929 hat die ägyptische Regierung entscheidenden Einfluß auf die Nilregulierung und alle damit zusammenhängen­den Pläne und Bauten bekommen, nicht nur im Sudan, sondern in allen Ländern, die morgen in das Nilbewässerungsschema einbezogen werden kön­nen, also in Abessinien, Uganda und im Belgische Kongo. Rom hat dieses Agreement, zu dem em der Negus seine Unterschrift gab, anerkannt. Damit aber ist eine Einflußnahme gegeben, die weit ms Gebiet wirtschaftlicher Beziehungen spürbar wird. Denn mit den Nilregulierungsarbeiten und Damm­bauten sind meist umfangreiche Meliorationsarbei­ten, Straßenbauten und manche anderen wirtschaft­lich belebenden Faktoren verbunden. Auch wenn diese neue Dammbauten im ostafrikanischen Seen­gebiet noch nicht in der gegenwärtigen Planperwoe des ägyptischen Ministeriums für öffentliche Arbei­ten liegen, so kann doch kein Zweifel bestehen, daß die wirtschaftliche Entwicklung Aegyptens und der Länder am Oberen Nil auf Gedeih und Derderb

ßenzügen unübersehbare Menschenmen­gen angesammell, um Zeuge dieses Riesenfeuers zu sein, dein ihr hab und Gut zum Opfer fiel. Bis 1 Uhr war es den Wehren noch nicht einmal ge­lungen, den Brand völlig einzukreisen und eine wei­tere Ausdehnung des Feuers zu verhindern. Die Bevölkerung wurde von einer wahren Panik er­griffen. Selbst aus Häusern, die sich in einer be­trächtlichen Entfernung vom Brandherd befanden, versuchten die Bewohner, ihren Besitz und verschie­dene Möbelstücke auf die Straße und von da in die entlegeren Stadtteile zu bringen.

Erst nach 2 Uhr waren die Löscharbeiten der Feuerwehr soweit gediehen, daß einer weiteren Ausbreitung vorgebeugt werden konnte. Menschen­leben sind den Flammen nicht zum Opfer gefallen: doch mußten zahlreiche Personen mit zum Teil sehr schweren Rauchvergiftungen in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert werden. Der Sachschaden ist sehr beträchtlich, lieber die Lnt- stehungsursache des Riesenbrandes ist noch nichts

Paris, 5. Juli. (DRV. Funkspruch.) Kurz vor Mitternacht brach in der in Boulogne bei Paris ge­legenen französischen Fabrik von Theaterkulissen ein Feuer aus, das sich mit riesiger Geschwindigkeit ansbreitete. Schon nach kaum 20 Minuten standen die mehrere hundert Quadratmeter großen Arbeits­räume der Fabrik in Hellen Flammen. Da unmittelbare Gefahr bestand, daß die Flammen auf die angrenzenden Häuserblocks mit Hun­derten von Arbeiterwohnungen Übergriffen, wurde sogleich höchster Alarm gegeben. Sämtliche Löfchzüge aus Paris sowie aus den westlichen und südwestlichen Vorstädten erschienen an Ort und Stelle. Obwohl die Feuerwehr mit 30 Rohren die Flammen bekämpfte, dehnte sich das Feuer doch noch weiter aus. Gegen ein Uhr standen zahl­reiche Häuser und fünf große Gebäude mit Arbeiterwonungen in Flammen. Der ganze Stadtteil mußte polizeilich geräumt werden. Hunderte von Arbeiterfamilien konnten nur

Bewässerungssystems durch die Dammbauten, bei deren Auftragserteilung Aegypten das entscheidende Wort zu reden hat.

Dieser durch das Bewässerungssystem gegebenen Einheit der Nillande wird eine Hypothek auferlegt durch die politischen Gegebenheiten. Bis zur Jahrhurchertwende etwa existierte auch im Politi- chen ein dominierend einheitlicher Wille. Das aethio- üsche Kaiserreich fügte sich dem politischen Macht- pruch Aegyptens in Fragen der Nilquellen weit­gehend, und der Sudan unterstand der ägyptischen Herrschaft. Durch den Aufstand des Mahdi wurde 1884 die politische Zersplitterung eingeleitet. Der in diesem Aufstand verloren gegangene Sudan konnte nur mit englischer Hilfe 1899 wiedererrungen werden, und durch diese Hilfeleistung legitimierte England feinen Sudananspruch. Es legte Hand aus das Land südlich von Wadi-Halfa, das wertvolle Bindeglied der englischen Kap-Kairo-Lime. Im Jahre 1924, nach der Ermordung des Sirdar, schien es, als ob England Aegypten vollends aus dem Sudan ausschalten wollte. Die ägyptische Armee wurde vertrieben, die ägyptische Verwaltung des Landes verwiesen.

hawais. -

Wie ein Roman klingt die Geschichte dieses kühnen Mannes, der in einem kleinen Dörfchen in Hannover geboren war und 1846 nach Amerika auswanderte. 1856 kam er nach San Franzisko. Zuerst erwarb er ein kleines Kolomalwarenlädchen, 1865 wurde er Teilhaber an einer Zuckerraffinerie. 1878 kam er' nach hawai, das sich in einem Zu­stand schneller wirtschaftlicher Entwicklung befand und Tausende von Chinesen und Japanern aus Asien importierte. Eine gewaltige Zuckerindustrie war hier im Entstehen. Spreckels versuchte, von der hawaischen Regierung Wasserrechte für geplante Zuckerplantagen auf der Insel Maui zu bekommen, aber vergebens. Da suchte Claus Spreckels den König Kalakaua selber auf und so er­zählt die Geschichte verweilte im Königspalast bis spät nach Mitternacht. Um 2 Uhr nachts ver­ließen eingeborene Läufer das Herrscherhaus, die das Kabinett des Königs zum Rücktritt auffor­derten. Eine neue Regierung wurde gebildet. Die dem deutschen Pionier die Wasserrechte auf Maui für 30 Jahre .gewährte. Bald entstand Spreckels- Dille auf der Insel Maui.

Alles, was Spreckels anfing, verwandelte sich in Gold. Bald hatte er seine eigene Schisfahrtslinie, die Oceanic Steamship Line, seine eigene Bank und Agenturen auf dem Festland. Innerhalb von 15 Jahren kontrollierte Claus Spreckels fast die gesamte Zuckerausfuhr Honolulus. Dann baute er feine berühmte Villa an der King Street in Hono­lulu. Seine eigenen Schiffe brachten Zedern und Mahagoniholz aus dem Orient, seltene Kunst- gegenstände, Teppiche, Vasen und Möbel aus Europa,Spreckels Castle" war die Bewunderung und der Neid aller Hawaianer, der Mittelpunkt des gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens Honolulus. Mächtiger und mächtiger wurde Claus Spreckels. Seinen Freunden war er em treuer Kamerad, aber gegen seine Feinde war er unerbittlich und. rücksichtslos.

Es gab eine Zeit, wo der Einfluß dieses un- gekrönten Königs den des Königs Kalakaua über­schattete. Aber fein Erfolg und seine Macht waren den angelsächsischen Kreisen Honolulus ein Dom im Auge. Es war ihnen un-

Kein Fortschritt in Prag.

Noch immer nicht das Nationalitätenstatut vollständig bekannt.

oft und anderorts, in der Rolle des Vermittlers. Sowohl der ägyptische Imperialismus, wie der sudanesische Nationalismus (wenn man von chm schon sprechen darf), bedürfen der Bestätigung durch England, wollen sie Boden gegeneinander gewinnen, und suchen Anlehnung an England, um die eigenen Wünsche durchzufetzen. Da einerseits trotz der ägyp­tischen Rechte, die durch das Nilwasseragreement garantiert sind, technische Experten Englands bei den Damm- und Regulierungsbauten das entschei­dende Wort sprechen, anderseits aber England un Sudan die politische Schlüsselstellung besitzt, wird es offenbar, wie stark die Stellung Londons an dieser Nordstrecke der KapKairo-Linie ist, und wie sehr dieEinheit der Nillande" garantiert wird durch die politische Planung Englands.

Die VesestiglWen der Schweiz.

Iber Nilländer aufs neue proklamiert.

Wie steht es in Wirklichkeit um dieseEinheit ' der Nilländer"? Die Einheit der Nilländer offen- bart sich eindringlich in dem gewaltigen Wasser- , regulierungssystem, dem dieser bedeutendste 1 Strom des Schwarzen Erdteils von den Quellen bis zum Meer unterworfen ist. Wer heute im wei­ßen Expreßzug von Alexandrien durch das Ni^ delta nach Kairo fährt, oder weiter gen Süden nach Luxor und Affuan, oder gar nach Ueberrombung der großen Sandbarriere bis Khartum, der vergißt gar zu leicht, daß er durch eine einzige, große B e - wäfferüngsoafe fährt. Und daß hier fein grünes Hälmchen wachsen würde, wenn nicht ein bis ins kleinste organisiertes Bewässerungssystem das nötige Naß spendete. Dieses Bewässerungs­system aber feit nunmehr fast einem Jahrhun­dert auf- und ausgebaut ist eine Einheit in Projektion und Durchführung von der Quelle des Nils bis zur Mündung. Und es schlingt ein unlös­bares Band um alle Nilländer vom Strande des Mittelmeeres bis zum Viktoria- und Tanafee. .

Dieses Bewässerungssystem, das noch lange nicht vollendet ist, soll feiner Projektion entsprechend tm Sudan und in Aegypten während der Flutzeit des Nils insgesamt 15 Milliarden Kubikmeter Wasser speichern, mit denen dann während der wasser­armen Zeit das Land bewässert werden kann. Von den 15 Milliarden aufzuspeichemden Wassers ent­fallen heute nach zweimaliger Staudammerhohung (55 Meter hoch), 5,5 Milliarden Kubikmeter Wasser auf den Staudamm bei Affuan. Aus den Stau­damm bei Sennar am Blauen Nil eine Milliarde Kubikmeter, und auf den soeben vollendeten Stau­damm von Gebe! Aulia am Weißen Nil insgesamt 2 Milliarden Kubikmeter. Mit diesen drei Dämmen sind also alljährlich 8,5 Milliarden Kubikmeter ge­speicherten Wassers zur Verfügung. Das Projekt der Nilregulierung und Wasserspeicherung sieht weitere Staudämme am Albertsee und am Tanasee vor, also im Quellgebiet des Nils, hinter denen nach Vollendung weitere vier Milliarden Kubikmeter Wasser gespeichert werden können, während der fehlende Rest von 2,5 Milliarden später aus dem Viktoriasee und aus dem linken Nebenfluß des Weißen Nils, dem Bahr el Gazal, gespeichert wer­den sollen. Diese Projekte liegen allerdings noch in

Riesenbrand in Paris.

Die größte französische Theaterkuliffenfabrik in Flammen.- Einsatz der gesamten pariser Feuerwehr. Ein ganzer Stadtteil von der Polizei geräumt.

Genf, 4. Juli. (Europapreß.) Einern Vertreter derTribüne de Gensve" hat der schweizerische Ge­neralstubschef, Oberst L a b h a r t, interessante Mit­teilungen über die schweizerischen Befestigungen ge­macht. Das Gerippe dieser Befestigungen, so erklärte der Oberst, bestehe in kleinenSperrforts-^- fo z B. im Gebiet Sainte-CroixVallorbe, aN der französischen Grenze zwischen Neuenburger und Genfer See, sowie zwischen Basel und dem Boden­see mit ausreichender Panzerung gegen schwere Feldartillerie und Fliegerbomben, die zur Beherr­schung derEinfallwege" einzeln oder in die Breite und Tiefe gestaffelt errichtet und durch noch kleinere Werke in den Zwischenräumen bzw. durch Tank- barrif oben (z. B. mehrere Meter tief in die Landstraßen versenkte Eisenbahnschienen) ergänzt werden sollen. Als Besatzung seien bisher zehn ständige Grenz schutzkompamen gebildet worden, die mit Hilfe eines Alarmnetzes durch Mi­litär aus der nächsten Umgegend verstärkt werden könnten, und die aus sich jeweils ablösenden Frei­willigen mit zwölfmonatiger Dienstzeit bestehen. Die Ausführung der Befestigungsarbeiten, einschließlich der Panzerung und des Gasschutzes, erfolge durch Privatfirmen. Anderseits hätten die großen Befestt- gungswerke bei St. Maurice an der Rhone, südöst­lich des Genfer Sees, und am Gotthardpaß ihre wehrpolitische Bedeutüng noch keineswegs etnge- büßt. Vielmehr bestehe die Absicht, neue große Be­festigungswerke zu errichten, namentlich bei Sar-

Einheit der Aittänder.

Don unserem <3. K.-Korrespondenien.

Kairo, im Juist 1938.

Im Anschluß an das fiingst in Rom zwischen Graf Ciano und Lord Perch unterzeichnete eng­lisch-italienische Agreement waren italienisch-ägyptische und anglo-ägyptischütalienische Dechandlungen in Aussicht gestellt über Grenzfragen im Sudan und Nilwasserfragen. Diese Vechand- hmgen sind einstweilen vertagt worden. Sie sollen erst nach Abschluß der französisch-italienischen Gespräche ausgenommen werden. Im Zusammen­hang mit den geplanten Besprechungen und Ver­handlungen ist in ägyptischen Zeitungen und auch in einer Interpellation in der ägyptischen Kammer zu wiederholten Malen die These von derEin­heit der N i 11 ä n d e r " herausgestellt und als ägyptischer Standpunkt deklariert worden. Dabei hat man Aussprüche Lord Kitcheners zitiert, die dieser während des Feldzuges gegen den Mahdi 1899 dem deutsch-amerikanischen Journalisten Ruppert R e ck i n g gegenüber machte und die dieser in seinen Erinnerungen ausgezeichnet hat. Kitchener sagte da­mals:Niemals hat Aegypten feine Ansprüche auf den oberen Nil aufgegeben, auch nicht zu jener Zeit, als es nach dem Falle von Khartum feftftanb, daß der Khedive ohne britische Hilfe den Sudan nicht mehr zurückerobern konnte. Ägypten kann keinen Tropfen Nilwasser entbehren. Und das Quell- aebiet des Nils, oder doch die Kontrolle der Nil- tnaffer, gehört in die Hände Aegyptens..." Auch als Aegypten nach der Ermordung des Sirdar, des britischen Oberbeschlshabers im Sudan, durch die Engländer aus dem Sudan verwiesen wurde, hat es feinen Anspruch nicht aufgegeben, es hat ihn in den Dechandlungen zum englisch-ägyptischen Vertrag vom Jahre 1936 zu wiederholten Malen herausgestellt und erklärt, daß auch dieser Vertrag, der Aegypten die Freiheit gab, die Sudanfrage in keiner Weise befriedigend gelöst habe, und daß der Anspruch Aegyptens immer und unabänderlich be­stehe. Und in Bestätigung dieser Haltung wird nun in diesen Tagen, da man darangeht, Mit Rom die Rechte im Quellgebiet des Blauen Nils abzustecken, wieder die immer nertretene These von der Einheit

Charaktereigenschaften verbunden mit Fleiß, Mut und Klugheit. Nur durch die Güte und Großzügig­keit August Dreiers wurde dieses Verbindungshaus der ehemaligen Studenten des St. Louis College er­möglicht. Das St. Louis College in Honolulu wurde 1883 gegründet und hat heute 47 Dozenten und 1500 Studenten. Obwohl Dreier schon 30 Jahre tot ist, ermöglichte seine Stiftung den Erwerb und die Eröffnung des herrlichen Klubhauses in einer der schönsten Villengegenden Honolulus.

August Dreier wurde 1841 in Gronau (West­falen) geboren. Er lernte in der Heimat das Schmiedehandwerk und kam 1875 über Amerika nach hawai. Es war ihm nicht schwer, Anstellung zu finden, bald arbeitete er auf der Lihue Zucker- plantage als Mechaniker. Da er tüchtig und fleißig war, kam er schnell vorwärts, konnte sich üM Geld sparen, und es dauerte nicht lange, da war er Besitzer der Eleele Zuckerplantage auf der Insel Kauai, die er nach wenigen Jahren Aufbauarbeit für 350 000 Dollar verkaufte, um in die ha- roaiian Electric Company, Honolulu, einzutreten. Damit begann feine industrielle Laufbahn in Hono­lulu, und bald war Dreier einer der angesehensten und einflußreichsten Männer der Inselgruppe.

Obwohl er kaum englisch lesen konnte, kaufte er sich täglich die Zeitungen und ließ sich von seinem Kutscher die Tagesnachrichten vorlesen, so daß er abends in seinem Klub mit den Ameri­kanern diskutieren konnte. Er starb als 67jähriger auf einer Deutschlandreise am 19. Mai 1908 in Bremerhaven und wurde in Honolulu beerdigt. Sein Name wird durch das Dreier Manor mit der Geschichte Honolulus verbunden bleiben.

In derselben Sonderausgabe des Honolulu Star Bulletin wird auch eines anderen deutschen Pio­niers gedacht, eines Mannes, dessen Namen nicht nur in hawai, sondern auch an der pazifischen Küste des amerikanischen Festlandes wohlbekannt ist: Claus Spreckels, des Zuckerkönigs von hawai, dessen ehemaliger Wohnsitz es war, der mit Hilfe der Dreier-Stiftung von der Universität gekauft und in das Dreier Manor umgewandelt wurde. Claus Spreckels war ebenso wie Dreier ein armer deutscher Auswanderer und wurde um , die Jahrhundertwende einer der mächtigsten Män­ner hawais, die treibende Kraft hinter dem Thron der hawaischen Könige. Honolulu Star Bulletin spricht von ihm als dem ungekrönten Herrscher

Deutsche Pioniere im ßfiilen Ozean.

Von unserem H. W.-Ämchterstatter.

Nachdruck verboten!

Los Angeles, im Juni 1938.

Dor einigen Tagen erschien auf den hawaiischen Inseln im Stillen Ozean die führende Tageszeitung Honolulus dasHonolulu Star Bulletin" mit einer Sonderausgabe, die auf der ersten Seite ein großes Bild des in Honolulu verstorbenen deutschen Pioniers August Dreier brachte und in dicker Ueberschrift:Das Dreier-Haus, ein Stolz der Ge­meinde!" Aus Anlaß des 55jährigen Bestehens des St. Louis College auf hawai, einer Privathoch- chule, wprde mit einem von August Dreier gestif- eten Fonds das VerbindungshausDreier Manor" ü r Die ehemaligen Studenten der Universität eröffnet. Neben dem Bild Dreiers hieß es in fettgedruckten Buchstaben: August Dreier war einer der großen Pioniere ha­wais. Sein Leben war die Verkörperung edelster

gerade ihr nacktes Leben retten.

Trotz der umfassenden polizeilichen Absperrungs- bekannt, maßnahmen hatten sich auf den umliegenden Stra-

Der Vorstoß Italiens im aethiopischen Kcns^reich und die hissung der italienischen Fahne im Bezirk des Tana-Sees hat dann im Blauen Mgebiet eine politische Einflußnahme Aegyptens endgültig aus- aeschaltet. Im Sudan selbst wurde Aegypten durch den anglo-ägyptischen Unabhängigkeitsverttag wie­der zugelassen, obschon England seinen hohetts- anspruch aufrecht erhielt. Aber hier hatte sich in­zwischen viel verändert. Denn dem Losungswort:

Der Sudan den Sudanesen" folgend, hat Eng­land am Oberen Nil, dort wo es früher eine ägyp­tische Verwaltung gab, eine sudanesi s ch e Verwaltung aufgebaut, die nur unmerklich und kaum spürbar von wenigen Engländern kon­trolliert und dirigiert wird und ein wirksames Boll­werk gegen eine übermäßige politische Enfluhnahme Aegyptens im Sudan darstellt. Denn die -sudane- sen, die unter englischer Führung einen gewissen Einfluß auf Die Verwaltung ihres eigenen Landes gewonnen haben, find keineswegs geneigt nun, nach Wiederanerkennung der ägyptischen Sudanrechte durch London, diese im vergangenen Jahrzehnt ge­wonnene Position wieder aufzugeben.

daß er erst nach der offiziellen Stel­lungnahme der Regierung zu den Vor­schlägen der SDP. und nach Vorlage des vollständigen Rationatitätenstatuts hierzu Stellung nehmen könne.

Auch Slowaken und Ruthenen bei Hodza.

Prag, 4.Juli. (DNB.) Ministerpräsident hodza empfing eine Abordnung der Slowakischen Volkspartei. Gegenstand der Aussprache war Die Ausweitung der Kompetenz der slowakischen Landesvertretung und die Frage eines Landesschulrates für die Slowakei, sowie die Anwendung der Novelle zum Sprachengesetz auf Die Sprachenoerhältnisse in der Slowakei. Vorher hatte der Ministerpräsident den Gouverneur der Karpatho-Ukraine Konstantin h r a b a r und den Dizegouoerneur und Landpräsi- denten der Karpatho-Ukraine Dr. M e z n i k zu einer Aussprache über die Frage der Durchführung der weiteren Etappen der karpatho-ukrainischen Auto­nomie empfangen. Wie diePrager Presse" berich­tet, gedenkt der Ministerpräsident, die Verhandlun­gen über Die Nationalitätenfrage am Dienstag fort­zusetzen.

Prag, 4. Juli. (DRV.) Das Presseamt der Su­detendeutschen Partei teilt mit: Am 4. Juli erstattete in Lger die Abordnung der SDP. Konrad Henlein eingehenden Bericht über den Stand der Gespräche mit der Regierung. In diesem Bericht wurde Kon­rad Henlein vorgetragen, daß die Regierung nach wiederholtem Drängen nur einen Teil des Rationalitäten st atuts übergeben habe, und daß die Hebergabe des Hauptteiles nach der Zusage des Ministerpräsidenten Dr. ho­dza erst in dieser Woche erfolgen werde. Weiter teilte die Delegation mit, daß die vom, 2Hi- nisterpräsidenten Dr. hodza bereits am 15. Iuni b. I. zugesagte Stellungnahme der Regie­rung zu den Vorschlägen der SDP. noch nicht erfolgt ist.

Schließlich wurde auf die Worte des INinisterpra- sidenten Dr. hodza hingewiesen, es werde in der formalen Behandlung der Rationalitätenfrage, also insbesondere in der parlamentarischen Behand­lung nichts ohne Einvernehmen mit der SDP. erfolgen.

Konrad Henlein erteilte der Delegation wei­tere Richtlinien und stellte abschließend fest,