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Iungmädelgruppe 3/116 sende! heitere Funkfolge.

Die Turnhalle am Oswaldsgarten wird am mor­gigen Sonntag zu einer Rundfunksendestation aus­gestattet sein. Jungmädel veranstalten einen bunten und heiteren Abend, zu dem alle Eltern eingeladen sind. Die Jungmädel werden aus ihrer Arbeit er­zählen, werden Spiele aufführen, singen und musi­zieren und damit sicherlich gut zu unterhalten wissen.

Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Am kommenden Donnerstag, 10. Februar, ver­anstaltet die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde ihren nächsten Vortragsabend in der Aula des Gymnasiums. Professor Dr. Wegner (Frankfurt am Main) spricht über das Thema:Durch Jnner- bolivien uns Hochperu".

WHW., Ortsgruppe Gießen-Nord.

Beir.: Kohlenabrechnung.

' Die Kohlenhändler werden aufgefordert, die in Zahlung genommenen Kohlengutscheine (Serie D) bis spätestens SaMstag, 5. Februar, abends 8.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle, Walltorstraße 38, ein-' zureichen. Später eingehende Gutscheine können nicht mehr angenommen werden.

Hitler-Jugend Bann 116 Gießen.

Belt.: Führertagung des Vannes am 6. Februar.

Es wivd hiermit nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die gesamte Führerschaft des Van­nes 116 am kommenden Sonntag, 6. Februar, um 7.30 Uhr, an der Dienststelle des Bannes 116 an­zutreten hat. Die Fragen für die Aussprache sind schriftlich einzureichen.

GA.-Platzmusik für das WHW.

Am heutigen Samstag von 16 bis 17 Uhr gibt der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers, Sturmführer Herrmann, ein Platzkonzert am Selterstor. Das Konzert, bei dem der Musikzug wiederum mit seinen bekannten hervorragenden Leistungen eine gute Unterhaltung 'bieten wird, soll allen Volksgenossem eine weitere Anregung sein, bei der heutigen Sammlung der SA., hh, des NSKK. und des NSFK. für das Winterhilfswerk nach besten Kräften in die Sammel­büchsen zu spenden. Man darf hoffen und wünschen, daß die Sammlung bei allen Volksgenossen stärkste Unterstützung findet.

Führertagung des Bannes 116.

Am morgigen Sonntag, 6. Februar, findet als Auftakt zur Sommerarbeit eine Führertagung des Bannes 116 in der Aula des Gymnasiums statt.

Die Führertagung beginnt um 8 Uhr. Es spre­chen zur Führerschaft des Bannes 116 der Kreis­leiter Backhaus, sowie der Führer der SA.- Brigade 147, Brigadeführer Schwarz. Im An­schluß an diese Führertagung finden Sondertagun­gen der Gefolgschafts- und Fähnleingeldverwalter und Gefolgschaftssozialwarte statt.

KameradschastSabend des Lustgaukommandos.

Das Luftgaukommando XII in Gießen veranstal­tete am gestrigen Freitagabend im Standort- Offizier-Heim seinen zweiten Kameradfchaftsabend dieses Winters. Der Kommandeur im Luftgau XII, Generalmajor Willich, konnte eine große An­zahl von Gästen aus allen Teilen des Luftgaus willkommen heißen, darunter auch als Vertreter der Hessischen Landesregierung Staatssekretär Reiner (Darmstadt) und den Präsidenten der Wirtschaftskammer Rhein-Main, Professor Dr. L u e r (Frankfurt a. M.).

Der Redner des Abends, Ministerialrat' Dr. L ö f k e n vom Reichsluftfahrtministerium, gab dann in ungemein fesselnden Ausführungen einen Ueberblick über den ganzen Fragenkomplex, der mit der Sicherung von Industrie und Wirtschaft im Rahmen des allgemeinen Luftschutzes zusam­menhängt. Das nationale Interesse erfordert es, daß Industrieanlagen richtig in den Raum einge­paßt werden und dabei auch Gesichtspunkte der Wehrwirtschaft gebührende Berücksichtigung finden. Die Wahl des richtigen Standorts hat aber auch eine ungemein wichtige sozial-hygienische Bedeu­tung. Es bedarf kaum besonderer Betonung, daß die immer wieder anzustrebende Auflockerung der Betriebe in hohem Maße dazu dienen kann, die Arbeitskraft der Gefolgschaft zu schalten und die Arbeitsfreudigkeit zu erhöhen, denn was könnte besser unter das MottoSchönheit der Arbeit" gestellt werden, als die Unterbrechung der Werk­stätten durch Grünflächen, die dem Auge Ruhe und Ausspannung bieten, und aufgelockerte Wohn­siedelungen, die den Betriebsangehörigen in den Arbeitspausen wirkliche Erholung gewähren. Der Vortragende hob die Notwendigkeit hervor, bei diesen Raumplanungen auf eine enge und vertrau­ensvolle Zusammenarbeit von Behörden, Gemeinde­verwaltungen und Wirtschaftsführern immer wieder hinzuwirken, um auch in diesem wichtigen Sektor dem Willen des Führers entsprechen zu können, alles einzusetzen zur Sicherung des Friedens für die Arbeit unseres deutschen Volkes. Der interessante Vortrag wurde wirkungsvoll unterstützt durch in­struktive Lichtbilder und Filme.

General Will ich sprach in herzlichen Worten dem Vortragenden den Dank der Versammelten für seine Aufschlußreichen Ausführungen aus, an die der General in seinem Schlußwort noch einige bedeutsame Anregungen anknüpfte.

Zwanglose Geselligkeit hielt dann die Teilneh­mer des Kameradschaftsabends noch lange in an­geregtem Gedankenaustausch beisammen.

Die Arbeitsdienstführer

der Gruppe 223 Gäste der Stadt.

Am gestrigen Aeitagoormittag nahm die A r - beitstagung der Gruppe 223 d e s R e i ch s a r b e i t s d i e n st e s, über deren Auftakt wir gestern bereits berichteten, im Studentenhaus ihren Anfang. Referate aus der Verwaltung und aus der Praxis des Arbeitsdienstes wurden ge­halten und verschiedene Themen mit einer Aus­sprache behandelt.

In der Mittagspause erfreute der Musikzug der Gruppe die Tagungsteilnehmer und die Studen­ten des Studentenhauses mit einem Konzert.

Am frühen Nachmittag unternahmen die Ar- beitspienftfuhrer in den Omnibussen der Stadt eine Rundfahrt durch Gießen und lernten dabei das Kliniksoiertel, Universität, Kasernen und die Se­henswürdigkeiten von Gießen kennen. Nach der Rundfahrt ging es zum Schiffenberg, wo die Ta- gungsteilnehmer bei Kaffee und Kuchen Gäste der Stadt waren, Auch hier spielte der Musikzug zur Unterhaltung. Im Auftrage des Oberbürgermeisters überbrachte Beigeordneter Nicolaus die Grüße

Postamt Gießen-Ost.

Am vorigen Samstag haben wir in unserem AufsatzBaulücken in Gießen" u. a. die Errichtung eines Postamts Gießen-Ost kurz empfohlen. Dieser Hinweis hat bei den Volksgenossen im Ost- oiertel starken Widerhall gefunden, tin vielen Äuße­rungen konnten wir volld Zustimmung und die An­erkennung der Notwendigkeit dieser Erweiterung unseres Postdienstes feststellen. Wer sich den jetzigen Sachverhalt richtig vergegenwärtigt, kann sich eben nur zustimmend zu diesem Vorschläge verhalten. Betrachten wir einmal kurz die gegenwärtigen Ver­hältnisse.

In den letzten Jahren ist der Zug der Neubau­tätigkeit besonders stark nach dem Ostviertel ge- aanaen, in jener Gegend, beiderseits der großen Ausfallstraßen ^siach Osten zu, ist ein völlig neuer Stadtteil entstanden. Zu den zahlreichen neuen Wohnhausstraßen kommen noch die Kasernenbauten hinzu. Andauernd wächst dieser Stadtteil weiter in die Landschaft hinaus. Man denke nur an den fort­gesetzten Ausbau im Ostrnarkenoiertel und im Eich­gärtengebiet. Weitere Bauprojekte werden dort in naher Zeit zur Durchführung kommen. Aber ganz abgesehen von diesen künftigen Möglichkeiten steht nach einwandfreien Ermittlungen heute schon fest, daß im östlichen Stadtteil rund 8000 Volks­genossen als Interessenten eines Postamts Gießen-Ost in Betracht fonimen. Das ist eine Zahl, die gleichbedeutend ist mit einer sehr ansehnlichen Kleinstadt. Und da muß man schon sagen: was unseren kleinen Nachbarstädten mit erheblich geringerer Einwohnerzahl recht ist, muß man diesem großen Ostbettrk unserer Stadt Gießen als billig zuerkennen. Besonders eindringlich wird dieser Gedanke denen sein, die bei den jetzigen Gie­ßener Postverhältnissen etwa zur Auflieferung eines Paketes den weiten Weg vom Ostmarkenviertel bis 0ur Stadtpost oder gar bis zum Hauptpostgebäude in der Nachbarschaft des Bahnhofes zurücklegen müssen. Der Einwand, daß die Zustellautos des Paketdienstes ja auch Paket-Annahmestellen sind,

kann nicht in allen Fällen als stichhaltig angesehen werden. Häufig dürften wohl Pakete nicht gerade ift dem Augenblick fertig gepackt sein, in dem das Postauto vor der Tür erscheint, ganz abgesehen davon, daß ja der Zeitpunkt der Ankunft eines Paketautos nicht an allen Tagen gleich ist und wohl auch niemand die Zeit verfügbar hat, lauernd und aufpassend lange am Fenster dem Paketauto entgegenzusehen. Neben der Paketbeförderung gibt es aber auch noch mancherlei andere Angelegen­heiten des Publikumsverkehrs mit der Post, die den Besuch an den Postschaltern zur Notwendigkeit machen. Und immer wieder müssen jetzt in derarti­gen Fällen die Volksgenossen auch aus dem Ost- viertel entweder bis zur Stadtpost oder sogar, nach 18 Uhr, bis zum Hauptpostamt wandern. Dieser weite Weg ist schon manchem jungen Menschen keine besondere Freude, für alte Leute aber ist er geradezu eine Strapaze. Wer all diese Dinge und Unzweckmäßigkeiten durchdenkt, wird sicherlich mit uns der Meinung sein, daß eine Aenderung dieses Zustandes geboten ist.

Die Aussichten für die Errichtung eines Postamts Gießen-Ost und damit für die Beseitigung der bis- heriaen Mängel auf postalischem Gebiet erscheinen günstig. Wir sind überzeugt, daß der Oberbürger­meister als Vertreter der Stadt alle Möglichkeiten nutzen wird, um den Weg zur Schaffung dieser öffentlichen Dienststelle zu ebnen. Wir glauben auch annehmen zu dürfen, daß die Reichspostverwaltung die dringende Notwendigkeit für diese Erweiterung ihrer Gießener Dienststellen anerkennen wird und dementsprechend zu handeln bereit sein dürfte. Viel­leicht wäre es noch im Laufe des kommenden Spät­sommers oder Herbstes möglich, dem neuen Post­amt Gießen-Ost das ganze Stadtgebiet etwa östlich vom Ludwigsplatz zur Betreuung zuzuweisen und damit einen guten Dienst im Interesse der Volks­gemeinschaft, aber auch zur Erleichterung des Post- vetriebs zu leisten. B.

Aus den Gießener Gerichtssälen.

Kleine Girafkammer Gießen.

Der H. O. aus Gießen hatte vom Amtsgericht wegen falscher Anschuldigung eine Gefängnis- strafe von 2 Monaten erhalten. Hiergegen legte er Berufung ein, hie gestern vor der Kleinen Strafkammer verhandelt wurde. Der Angeklagte hatte vor einiger Zeit in einem anonymen Schrei­ben behauptet, daß ein Bekannter bei der Waffen­meisterei der Wehrmacht Werkzeuge gestohlen bzw. seine alten gegen neue umgetauscht habe. In der gestrigen Hauptverhandlung brachte der Angeklagte zu seiner Entlastung vor, er habe diese Behauptung von einer ihm bekannten Frau gehört, die ihm auch versichert habe, sie könne dies vor Gericht beschwö- ren. Abgesehen davon, daß die Beweisaufnahme die Schutzbehauptung des Angeklagten in keiner Weife stützen konnte, hätte der Angeklagte die Pflicht ge­habt, sich selbst erst von der Richtigkeit seiner An­schuldigung zu überzeugen. Daß der Angeklagte selbst nicht recht an seine Beschuldigungen glaubte, geht schon daraus hervor, daß er nicht den Mut hatte, seinen Namen unter die Anzeige zu setzen. Im übrigen konnte einwandfrei festgest'ellt werden, daß die Anschuldigungen des Angeklagten jeder Grundlage entbehrten. Die Kammer kam demnach zur Zurückweisung der Berufung.

Sodann wurde gegen den W. D. aus Birklar we­gen fahrlässiger Körperverletzung und Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung verhandelt. We­gen dieses Deliktes war der Angeklagte durch Urteil des Amtsgerichts zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Auf seine Berufung hatte sich nunmehr die Kleine Strafkammer mit der Angelegenheit zu befassen. Der Angeklagte hatte im Juli v. I. mit seinem Motorrad und seinem Freund als Soziusfahrer eine Spazierfahrt von Lich nach Großen-Bufeck unternommen. Um dorthin zu ge­langen, mußte er von der Kreisstraße nach links einbiegen. Als sich der Angeklagte gerade in der Kurve befand, fuhr ein hinter ihnen herfahrender Personenkraftwagen, der mit 4 Personen besetzt war, ihnen in die Flanke. Der Wagen riß einen Chausseestein ab, überschlug sich zweimal und fiel dann die Böschung herunter. Infolge des Unfalls wurden die Wageninsassen sämtlich, teilweise recht erheblich verletzt. Dem Angeklagten wurde zum Vorwurf gemacht, die Veränderung seiner Fahrt­richtung nicht angezeigt zu haben, so daß der nach­folgende Kraftwagen, der sich gerade zum Ueber- holen anschickte, die Straße für frei halten mußte. In der gestrigen Hauptverhandlung behauptete der Angeklagte, ebenso wie in der ersten Instanz, er habe den linken Arm vorschriftsmäßig heraus­gestreckt. Sein Beifahrer konnte darüber nichts aus­sagen, da er sich im fraglichen Zeitpunkt nach dem Personenwagen umgesehen hatte. Er bekundete le­diglich, daß er, als er wieder in die Fahrtrichtung blickte, noch gesehen habe, daß der Angeklagte sei­nen linken Arm wieder an die Lenkstange zurück­brachte. Im Gegensatz hierzu haben die Insassen des Wagens einen Richtungsanzeiger nicht wahr­genommen. Auf Grund der Beweisaufnahme kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Ange­klagte die Veränderung seiner Fahrtrichtung wahr­scheinlich überhaupt nicht, auf alle Fälle jedoch nicht

genügend erkenntlich zum Ausdruck gebracht hat. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und verurteilte ihn zu einem Mo­nat Gefängnis.

*

Der A. Sch. und der R. B. waren durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg wegen Jagdvergehens in eine Gefängnisstrafe von j e 1 Monat genommen worden. Gegen dieses Urteil legten beide Berufung ein, die gestern vor der Kleinen Straf­kammer verhandelt wurde. Die Angeklagten sind gemeinsame Jagdpächter eines Distrikts im Kreise Friedberg. Gelegentlich der Ausübung der Jagd schossen sie dicht an der Grenze chres Bezirks einen Hasen an, der aber über die Grenze wechselte. Trotz­dem verfolgten ihn die Angeklagten über ihren Be­zirk hinaus und stocherten sogar mit einer Stange nach dem Tier, als es in das Kanalrohr der nahe­gelegenen Straße flüchtete. Eine Woche später wie­derholte sich der gleiche Vorfall, nur mit dem Un­terschied, daß diesmal der Hase ausgerechnet in das Maisfeld des Jagdaufsehers des benachbarten Be­zirks flüchtete. Dabei richteten die beiden es so ein, daß der Hase wieder in ihr Revier zurückkommen mußte. Obwohl die Angeklagten dies bestritten, be­kundete ein Zeuge, daß sie bei dem Betreten des benachbarten Bezirks ihre Flinten mit sich führten. Auch die andere Einlassung der Angeklagten, daß durch ihren Vorgänger, und zwar auch mit Wir­kung für sie, Wildfolge mit den benachbarten Jaad- grundstücken vereinbart worden sei, wurde durch die Beweisaufnahme widerlegt. Die Kammer kam daher ebenfalls zur Bejahung der Schulüfrage, hielt jedoch im Gegensatz zu ^dem Gericht erster Instanz mit Rücksicht auf das unweidmännische Verhalten der Angeklagten eine höhere Strafe für angebracht und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von je 3 Monaten.

Amtsgericht Gießen.

Der O. I. aus Königsberg (Kr. Wetzlar) hatte wegen Übertretung der Reichsstraßenverkehrsord­nung einen Strafbefehl über 30 Mark erhalten. Auf seinen Einspruch kam die Sache gestern zur Haupt- verhandlung. Der Angeklagte fuhr im September vorigen Jahres auf dem Hitterwall mit einem Last­kraftwagen. Dabei überholte er einen parkenden Personenkraftwagen in dem Augenblick, als von der Gegenseite ebenfalls ein Lastkraftwagen, der noch dazu einen anderen abschleppte, herannahte, Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, mußte die­ser abstoppen. Dadurch kam der angehängte Wagen, der mit dem vorderen* nur durch ein Seil verbun­den war, ins Schlingern und prallte gegen eine Mauer. In der gestrigen Hauptverhandlung behaup­tete der Angeklagte zur Begründung seines Ein­spruchs, der entgegenkommende Wagen sei noch so weit weg gewesen, daß er noch bequem dazwischen durch habe fahren können. Die umfangreiche Be­weisaufnahme und ein Augenschein ergaben jedoch einwandfrei das Gegenteil. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte auch noch falsche Angqben über den Standpunkt des Personenwagens machte, er­höhte das Gericht die Strafe von 30 auf 40 Mark.

der Stadt und gab feiner Freude darüber Aus­druck, daß er den Gästen den Schiffenberg zeigen könne. Er erzählte aus der Geschichte und der Ver­gangenheit des alten Klosters und machte die Gäste mit der Umgebung des Schiffenbergs vertraut. Ar­beitsführer Zirnpel dankte der Stadt für die Einladung und für die schöne Rundfahrt: seinen Männern gefalle es in Gießen ausgezeichnet.

Nach dem Abendessen wohnten die Arbeitsdienst­führer der Gruppe 223 .im Stadtcheater der Oper Enoch Arden" bei.

Material für die Gaugeschichte gesucht!

NSG. Der letzte Aufruf hat in allen Kreisen der Bevölkerung lebhaften Widerhall gefunden. Manch wertvolles Andenken aus der Kampfzeit ist zur Verfügung gestellt worden, trotzdem fehlt aber im­mer noch manches Dokument. Es ergeht daher er­neut an alle Besitzer von Büchern, Broschüren, Photos, Flugblättern, Zeitungen, Wahlplakaten, Karikaturen usw. aus der Kampfzeit die Bitte, diese zwecks Festlegung der Gaugeschichte zur Der- lugung zu stellen. Bei wichtigen persönlichen Ge­denkstücken wird um leihweise Überlassung gebeten. Persönliche Abgabe oder Einsendung geschieht an das Gaupresseamt Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Gutleutstraße 8/14, Sachbearbeiter Paul Bierwirth.

MaryWigmanimStadttheaterGießen.

Die Intendanz des Stadttheaters hat die be­rühmte Tänzerin Mary W i g m a n für ein ein­maliges Gastspiel am Donnerstag, 17. Februars ver­pflichtet. Dieses interessante Tanzgastspiel findet äußer Miete statt.

Gießener Dochenmarktpreile

* Gießen, 5. Fbr. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, deutsche vollfr. Eier A 12%, D 10%, ausländ. Kühlhauseier 12, Tauben 50 bis 60 Pf., Suppenhühner, % kg 1 bis 1,25 Mark, Gänse .90 bis 1. Mark, Wirsing 10 bis 15 Pf., Weiß­kraut 9 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, Gelberüben und Karotten 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 18. Unterkohlrabi 6 bis 8, Grüükohl 15, Rosenkohl 25 bis 28, Feldsalat,/io 9 bis 10, To- maten, % kg 25 bis 40, Zwiebeln 9 bis 10, Meer- rettid) 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 40, Kar­toffeln 5, 5 kg 42 Pf., 50 kg 3,25 bis 3,75 Mark, Aepfel, % kg 12 bis 25 Pf., Blumenkohl, das Stück 45 bis 55, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellexie 10 bis 35.

Auf den Spuren unbekannter Völker in Sinfermbien'.

Der Goethebund und der Kaufmännische Verein veranstalteten in Verbindung mit der Volksbildungs­stätte der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" gestern in der Neuen Aula der Unversität wiederum einen überaus interessanten Vortragsabend. Der Forscher Dr. Hugo Adolf Bernatzik berichtete über die Ergebnisse' einer Reise nach Hinterindien, über die Forschungen nach unbekannten Völkern in Urwald, Dschungel und Archipel. Der Redner be­richtete zunächst von einem Volke, das in kleinen Gemeinschaften, schwer auffindbar, versteckt, in dem Siam westlich vorgelagerten Archipel seine Heimat hat, in kleinen zweckmäßigen Hausbooten wohnt und sich zum größten Teil vom Fischfang ernährt. Das Volk der Mokem, um das es sich hier handelt, befinde sich, so erzählte der Redner auf außerordent­lich niedriger Kulturstufe und habe mancherlei selt­same Gewohnheit. Interessant war es zu hören, daß an einem Tage die Männer, am anderen die Frauen auf Nahrungssuche ausgehen und dann die Männer die Kinder beaufsichtigen müssen. Ferner war es interessant zu hören, daß die Männer dieses Volkes die Fische mit der unter Wasser geschleuder­ten harpunartigen Lanze erlegen. In weiteren Dar-

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legungen ging der Redner der rassischen Herkunft dieses Volkes nach und kennzeichnete die primittven Formen religiösen Bewußtseins.

Der Redner wandte sich dann jenem eigentüm­lichen, im Aussterben begriffenen Volke zu, das in den Urwäldern Siams lebt, nie auf die Bergkämme geht, aber auch nie an die Bachläufe, und bisher kaum von einem,Europäer gesehen worden ist. Der Redner charakterisierte den Kulturzustand dieses Volkes, indem er darauf hinwies, daß ein deutsches 6jähriges Kind dem erwachsenen Menschen dieses Volkes in geistiger Hinsicht haushoch überlegen fei. Er schilderte, ferner die Lebensgewohnheiten dieses stets von Tigern bedrohten, von Nachbarstämmen zähe verfolgten Volkes, das als ein Volk von No­maden nie länger denn vier Tage unter einem primitiv gezimmerten Laubdach lebt und weiter- wandert, wenn dieses Laubdach dürre geworden ist. Der Vortragende ging auch hier der rassischen Her­kunft nach, zeigte in vielen Bildern ihre rührend primitive Lebenshaltung und zeichnete so das Schick­sal eines Volkes, das sich in letzten Resten erhalten hat, aus Bereichen kommt, die sich ewig dem Wissen der Menschen entziehen werden, und das spurlos vergehen wird, denn keinerlei Kulturgüter existieren^ von diesem Volke und ihr kärgliches Handwerkszeug fällt spurlos wieder dem Urwald anheim.

Schließlich wandte sich der Redner noch zwei hackfruchtbauenden Völkern, den Mekao und den Aka, zu und ließ in vielen Einzelheiten erkennen, wie diese halbnomadisierenden Völker sich auf einer erheblich höheren Kulturstufe befinden, wie die Mo- kems und die Pitons. Der Redner führte in Wort und Bild in die Dörfer dieser beiden Völker, gab eingehende Schilderungen über ihre religiösen Vor­stellungen, über ihre Arbeit in den Reisfeldern*Und ihren harten Kampf gegen die übermächtige Natur des Urwaldes.

Zahlreiche Lichtbilder gestatteten neben dem ge­sprochenen Worte einen Einblick in eine Welt, in der das Leben ferne jeglicher Zivilisation hart erkämpft wird. Dem Vortragenden wurde anhaltender Bei­fall zuteil.

Was essen wir

am nächsten Eintopfsonntag?

NSG. Für das Gaststättengewerbe sind für den Eintopfsonntag am 13. Februar folgende Ge­richte vereinbart worden: 1. Graupensuppe mit Rindfleisch: 2. Grünkohl mit Wurst oder gefüllter Weißkohl: 3. Fischgericht; 4. Kohlrüben oder Wir­sing mit Hammelfleisch.

,** Stadttheater - Personalien. Das Büro des Stadttheaters teilt uns mit: Folgende Mitglieder des Stadttheaters Gießen wurden von anderen Bühnen des Reiches verpflichtet: Elfriede Grell als I. Operettensängerin an das Stadttheater Bremerhaven, Hildegard Jachnow als I. dramatische Altistin an die Städtischen Bühnen Elberfeld-Bar­men, Helga Retschy als jugendliche Salondame und Sentimentale an das Stadttheater Bremerhaven, Karl-Ludwig Lindt als 1. Bonvivant an das Stadt­theater Koblenz, Rudolf Himberg als II. Baß an die Volksoper Berlin.

** Reifeprüfungen an d e r Lange­rn a r ck - S ch u 1 e (Realgymnasium). Am 2., 3. und 4. Februar unterzogen sich die drei Primen der Anstalt der Reifeprüfung, die von 51 Schülern bestanden wurde. Den Vorsitz führte am zweiten Tage Oberschulrat Dr. Leip von der Landesregie­rung in Darmstadt, am 1. und 3. Tage der Letter der Schule, Oberstudiendirektor Angel b'e r g e r.

** D i e Beschaffung von Straßen­bahner-Uniformen will die Direktton der städtischen Straßenbahn vergeben. Zu den Liefe­rungen sind nur Uniformschneider und selbständige Schneidermeister zugelassen.

** Zur Schädlingsbekämpfung im 0 b ft b a u veröffentlicht bie Stadtverwaltung heute eine Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, die der sorgsamsten Beachtung aller Interessenten empfohlen fei.

** Brennholzverkäufe läßt die Stadt­verwaltung am Mittwoch und Freitag nächster Woche in verschiedenen Revieren des Stadtwaldes vornehmen.

** Unfall bei der Arbeit. Der bei einer hiesigen Holzfirma beschäftigte Lagerarbeiter I. H. Burk aus Garbenteich erlitt dieser Tage einen schweren Unfall. Ein einachsiger Autoanhänger kippte um, und^die ganze Last stürzte auf Burk nieder. Der bedauernswerte Mann brach beide Unterschenkel, außerdem zog er sich an Brust und Becken schwere Quetschungen zu. Er mußte durch die Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

NSG. Urlaubsansprüche nicht ver­fallen lassen. Mit dem 1.April endet für viele Arbeitskameraden das Urlaubsjahr. Es gilt daher, daran zu denken, die Urlaubsansprüche nicht ver­fallen zu lassen, die für die Erhaltung der Arbeits­kraft im Interesse des Einzelnen und des Betrie­bes von Wichtigkeit sind. Erholungsmöglichkeiten gibt es auch im Winter. Die Urlaubsfahrten der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" führen in die Röhn, zum Larner Winkel, nach Allgäu-Pfron­ten, nach Oberammergau, nach Reit im Win-kel und ins Walfertal. Laßt euch die Winterfreuden nicht entgehen!