Nr.30 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
5./6.$ebruar|938
allem daraus an,
F. G.
so kann Aufgabe findet.
man darauf hoffen, daß diese neue große der NSV. eine befriedigende Lösung
Dienstag, 8. Februar, Anfang 20, Ende 22.30 Uhr, Uraufführung in Anwesenheit der Verfasserin „Verzicht", Schauspiel in drei Akten von Ilse Zander. Spielleitung Walter Schmidt a. G. Dienstag- Miete, 19. Vorstellung.
Mittwoch, 9. Februar, Anfang 19.30, Ende 22 Uhr, „Verzicht", Schauspiel von Ilse Zander, Mittwoch-Miete, 19. Vorstellung.
Freitag, 11. Februar, Anfang 20, Ende 22.45 Uhr, Erstaufführung „Clivia", Operette in 3 Akten von Nico Dostal. Musikalische Leitung Heinz Mark
wardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freitag- Miete, 19. Vorstellung.
Samstag, 12. Februar, Anfang 20, Ende 22.15 Uhr, KdF.-Miete, Gruppe II (9. Vorstellung) zum letzten Mal „Die Geisha", Operette von Jones. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen.
Sonntag, 13. Februar, Anfang 19 Uhr, Ende 21.45 Uhr, zum letzten Mal „Martha", romantisch- komische Oper von Friedrich von Flotow. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Wolfgang Kühne. Außer Miete.
WHW. und 7!EV. bei der Aufbauarbeit
Anerkennenswerte Opferfreudigkeit. - Wichtige Aufgaben der Sommerarbeit.
Spenden allein nicht getan, sondern es kommt vor jeder Volksgenosse
Maria Neuß (Berlin) spielt im Violinkonzert des Gießener Konzert-Vereins. — (Aufnahme: Archiv.)
Gemeinden als solche in besonderer Weise dadurch mit beitragen müssen, daß sie bei der jetzt im Gange besindlichen Aufstellung der Gemeindehaushalte entsprechende B e i h i l - f e n entweder als einmalige oder als laufende Zuwendungen der Gemeinden an die NSV. vorsehen. Wenn die Gemeinden auf diese Weise an der Erfüllung der nächsten dringenden Aufgabe der NSV. zur Schaffung von NSV.-KindergärMy und NSV.- Schwesternstationen in tatkräftiger Weise mitarbeiten, wozu der bevorstehende Beginn des neuen Haushaltsjahres den guten Ausgangspunkt bildet.
bauen. Maschinengewehr an Maschinengewehr lauerte schon auf der Böschung. Ihr Feuer begann zu rasseln. Aber die Husaren hielt es nicht auf. Da sahen sie auch noch im Scheine aufsteigender Leuchtkugeln ihren jungen Oberst fallen. Ein Schrei der Wut ging durch die ungarischen Schwadronen. In entfesselter Urkraft warfen sie sich in das Feuer der immer zorniger aufbellenden Maschinengewehre. Im ersten Anlauf, nur mit Kolben und Fäusten, nahmen die Neuner-Husaren die vom Preobra- schenskischen Leibgarderegiment besetzte Moratka- Höhe. Was nicht gewichen war oder sich ergeben hatte, lag, von den Husarenkarabinern erschlagen, im blutroten Schnee.
Eine Stunde noch wogte das erbitterte Handgemenge. Als die Sonne düster und rot über Limonowa aufstieg, war die Moratka zurückerobert. Sie blieb es auch, obgleich wieder Sturmwelle auf Sturmwelle gegen die Höhe brandete. Sie blieb es so lange, bis die Karpathenarmee heran war und dem russischen Heer m Flanke und Rücken siel. Durch diesen Husarensturm war die zwölftägige Schlacht glorreich für die Oesterreicher entschieden, diese Schlacht, die zusammen mit Hindenburgs siegreichem Vorstoß über Lodz die russische Dampfwalze endgültig zum Stehen brachte.
Kleines Reiseabenteuer eines Dichters.
Auf die Frage nach einem bezeichnenden Erlebnis aus der letzten Zeit berichtete der Dichter Karl Heinrich Waggerl, dessen Roman „Das Jahr des Herrn" vor einiger Zeit in den FamilienFlät- tern erschien, von einem hübschen Reiseabenteuer. Er fuhr zu einer Veranstaltung irgendwo im Reich, und in seinem Abteil saß' ihm ein BDM.-Mädel gegenüber, in einen Roman von Waggerl vertieft. Es ergab sich die Möglichkeit, ein Gespräch anzuknüpfen, und bald war man in einer heißen Diskussion über Waggerls Roman, auf den der Dichter — einmal sein eigenes Kind verleugnend — weidlich schimpfte. Aber alle Beredsamkeit half ihm nichts und so viel Gründe er gegen sein eigenes Werk anführte, sie fielen bei seiner Leserin, die ihn natürlich nicht persönlich kannte, auf unfruchtbaren Boden. Fast gab es einen kleinen Streit, und der Dichter hatte Mühe, das Mädel §u versöhnen, weil er vielleicht allzu hart und ablehnend gegen sich selbst und sein Werk gewesen war. Als Waggerl dann eine Zeitlang allein im Abteil saß, benutzte er die Abwesenheit seiner Verteidigerin, um seinen Namen in das Buch zu schreiben. Eine Zeitlang „ging es gut", aber dann schlug die Reisegefährtin doch wie von ungefähr das Buch aus und erkannte
Aus der Stadt Gießen.
Der Ausscheller.
Eine Erinnerung aus einem Dorfe Oberheffens.
Der Polizeidiener Christian war krank geworden. Zu. seinem Dienstobliegenheiten gehörte auch das Ausschellen der behördlichen Bekanntmachungen.
Leider konnte er — man schrieb damals das Jahr 1845 — weder lesen, noch schreiben und, so es etwas zu verkünden galt, las ihm deshalb die in beiden Wissenschaften besser bewanderte Sofie, sein eheliches Weib, den Text eines obrigkeitlichen Erlasses so lange im häuslichen Kämmerlein vor — oft ein Dutzendmal —, bis ihn der polizergewaltige Christian endlich auswendig wußte
Die KranklM hatte ihm böse zugesetzt-, vielleicht hatte sogar sein Kopf gelitten. Kaum hatte er nun, so gut es eben ging, seinen Dienst wieder angetreten, so schickte der Revterförster den Auftrag, die nächste Holzversteigerung bekanntzugeben: Für Buchenknüppel, Fichtenstammholz und was sonst der Wchld diesmal in der Holzernte geliefert hatte. Sofie las vor. Christian sprach nach. Aber es wollte nicht recht gehen Wie gesagt: Die „Köppigkeit" hatte in den Tagen der Krankheit gelitten. Immer wieder wurde die Bekanntmachung oorgesagt und nachgesagt
Es ist aber auch notwendig, daß neben den Gemeinden jeder einzelne Volksgenosse seine Kraft für die Aufgaben der NSV. Nach bestem Können mit einsetzt. Dazu gehört vor allem, daß jeder Volksgenosse die Mitgliedschaft der NSV. erwirbt. Zwar ist im Kreise Wetterau die Zahl der Mitglieder der NSV. im Verlaufe der bisherigen Wintermonate von rund 20 000 auf rund 25 000 gestiegen. Wenn man sich aber vor Augen hält, daß der Kreis Wetterau ohne Vilbel, das zum Frankfurter Bezirk zählt, rund 193 000 Einwohner und rund 49 300 Haushaltungen hat, so wird wohl jedermann klar sein, daß noch viele Volksgenossen — ungefähr 50 v. H. — noch nicht in den Reihen der NSV. als Mitglieder stehen, obwohl sie ja zwar als Spender sich für diese Aufgaben mit einsetzen werden. Jedoch ist es mit dem
Die roten Teufel.
Von Alfons v Czibulka
Das schöne Ungarland mit seinen geborenen Reitern ist die Urheimat des Husaren. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts nämlich wurde Ungarns Reiterei in der Weise ausgestellt, daß je zwanzig Gutsherren einen Reiter samt Roß 'und Ausrüstung für den königlichen Heerbann zu stellen hatten. Dieser Reiter wurde nach dem ungarischen Wort „husz für „zwanzig" — Husar genannt So sind die Ungarreiter in ihrem verschnürten Attila Urbild und Muster für die Husaren aller Heere geworden. Das sind sie auch im Weltkriege geblieben, m dem Ungarns Husaren, „die roten Teufel", wie die Russen sie wegen ihrer roten Hosen nannten, sogar eine große Schlacht entschieden haben. So unglaublich das (Aid) klingt. Das war in dem gewaltigen Ringen um Limanowa, bei dem sich im Dezember 1914 zwischen der Festung Krakau und den Karpathen durch fast vierzehn Tage die 4. österreichisch-ungarische Armee in gewaltigem Kampfe gegenuber-
Nach wenigen Tagen hatten die Oesterreicher, deren Divisionen kaum noch 2000 bis 3000 Mann zählten, alle ihre Reserven aufgebraucht. Die Russen aber rückten mit aller Macht gegen Limanowa, um ihnen in Flanke und Rücken zu kommen. Es war die letzte deutsche ^er österreichische Armee, die noch vor Schlesien und Breslau stand. Wehr- los wäre deutsches Land offen vor den russischen ^Das letzte^Bollwerk, das nun zum Schlüsselpunkt der großen Schlacht geworden war, war die tief- verschneite Moratka-Höhe. U"6arische Husaren erhielten den Befehl, diese Hohe zu besetzen, v5wei schwache Landsturm-Bataillone sollten ihnenhelfen. Gegen die Höhe aber, die gleichsam die Straße nach Deutschland verriegelte, marschierte und siurmte bald ein ganzes russisches Armeekorps, darunter das berühmte' Preobraschenskische ßeibflarbereflimerit. Dennoch erhielten die Husaren den gemeinen Befehl -u halten, bis auf den letzten Mann. Es kam darauf an, die Russen so lange °bZUwehren eine aus den Karpathen anruckende österreichische Armee im Rücken des Feindes stand.
Der russische Angriff begann: ein ganzes ^rrnee korps gegen 600 abgesessene Reiter unk mcht 1000 Mann überalterter Landsturmmfanteristem In Aehn zwölf Sturmwellen hintereinander kamen die Russen^ heran. Heldenhaft wehrten sich die Dreimal wurden die Russen abgeschlagen, och der folgenden Nacht, nachdem kaum einer der 5)u
2)er heutige Samstag und der morgige Sonntag stehen wiederum im Zeichen der Opfer- spende unserer Volksgemeinschaft für das Winterhilfswerk. Nach den bisherigen Erfahrungen dürfen wir in der Stadt Gie- ßen und im Kreise Wetterau die Gewißheit haben, daß auch diese Sammlung wieder zu einem vollen Erfolg werden wird Die 60 000 Soldatenaozeichen, die von den Männern der SA., der jj, des NSKK. unb des NSFK allen Volksgenossen zum Kause angeboten werden dürften sehr schnell ihre Abnehmer finden.
Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß nicht nur die Spenden aus den Straßensammlungen in der Stadt Gießen und im Kreise Wetterau bisher ein sehr erfreuliches Ausmaß gezeigt Haven, sondern auch die Opferspenden von Lohn und Gehalt eine sehr günstige Entwicklung auf- weisen und in den letzten Monaten einen bedeutend höheren Ertrag als im Jahre vorher brachten. In dieser Steigerung kommt die erfreuliche Tatsache zum Ausdruck, daß immer mehr Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot gekommen sind und nun ebenfalls die Möglichkeit besitzen, ihre Beihilfe zum WHW. zu leisten. Nicht ganz in der gleichen Weise haben sich bisher die freien Spenden der Wirtschaft für das WHW. entwickelt. Zwar'ist zu einem Teile auch hier das Spenden-Aufkommen sehr ansehnlich, zu einem anderen Teil aber entspricht es noch nicht ganz dem Ausmaß, das man im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung erwarten durfte. Wenn man sich erinnert, daß an dem wirtschaftlichen Aufschwung alle Teile in weitem Ausmaß beteiligt sind, von der Industrie b.is zu den Kreisen des selbständigen Handwerks, und der Landwirtschaft, so darf man auch der Hoffnung Ausdruck geben, daß aus allen diesen selbständigen Wirtschaftskreisen die Spendenhilfe für das WHW. künftighin sich in so ansehnlichem Maße entwickeln wird, wie es den Leistungsmöglichkeiten und den Erfordernissen entspricht. Die Taten des WHW. sind ja so groß und so umfassend, daß sie den Einsatz aller Hilfsmöglichkeiten erforderlich machen und auch durch ihr Werk in sich rechtfertigen.
Zwar ist infolge der überall günstigen Wirtschaftsentwicklung der Kreis der Hilfsbedürftigen an sich erfreulicherweise kleiner geworden. Dafür find aber auf der anderen Seite neue große und vordringliche Aufgaben der NS. - Volkswohlfahrt entstanden, die für den gesunden Aufbau unserer Volkskraft so wichtig sind, daß sie ebenfalls die Mobilisierung aller Hilfskräfte erfordern. Hier stehen für den Kreis W etter a u in den kommenden Sommermonaten vor allem die Einrichtung von NSV. - Kindergär- t e n und NSD.-Schwesternstationen möglichst in allen Landorten unseres Kreisgebietes als dringendste Ausgabe im Vordergrund. Bis jetzt sind hier erst 11 NSV.-Kindergärten und 5 NSV.- Schwesternstationen vorhanden. Diese beiden Zahlen allein zeigen schon, welch großes Stück Arbeit nach dieser Richtung hin im Laufe des kommenden Sommers von der NSV.-Kreisamtsleitung Wetterau zu leisten ist. Zu der gedeihlichen Lösung dieser vordringlichen Aufgaben werden vor allem die
Die Schreckensfahrt mit dem Iaauor.
Vier Tage in der Hölle könnten nicht schlimmer sein als ihr Erlebnis auf der Fahrt, versicherte die Mannschaft des englischen Frachtdampfers „Lobos", der von Buenos Aires in Liverpool eintraf. Man hatte unter allerhand Waren fiir England auch einen prächtigen Jaguar geladen, der in Peru gefangen worden war, und der, obwohl er sich sehr ungebärdig benahm und drohend brüllte, bald der Liebling der Matrosen wurde. Als das Schiff nach ruhiger Ueberfahrt noch fünf Tage von Liverpool entfernt war, ging am Morgen ein Offizier mit einem mächtigen Stück Fleisch zum Käfig und — stieß einen Schreckensruf aus: der Jaguar hatte die Gitterstäbe durchbrochen und war verschwunden. Auf einer Nußschale inmitten des unendlichen Ozeans mit einem Jaguar zusammen eingesperrt • zu sein, ist eine aufregende Lage. Die Mannschaft des „Lobos" fand keine Ruhe mehr, niemand schlief mehr in der Nacht, und unter größten Vorsichtsmaßnahmen suchte man nach dem geheimnisvoll verschwundenen Tier, aber es war nirgends zu finden. Man dachte schon daran, daß es über Bord gesprungen sei. Mitten in der Nacht wachte ein Heizer plötzlich auf und sah im Dunkeln die grünen Augen leuchten: der Jaguar stand vor ihm. Er sprang auf und schrie so laut vor Schrecken, während er davon stürzte, daß auch der Jaguar von der Panik befallen zu sein schien und in entgegengesetzter Richtung davonlies. Von da ab war die Mannschaft ständig auf der Flucht vor dem bösartigen Tier, das überall auf dem Schiff herumstrich und Jagd auf die Menschen machte, die er erblickte. Alle Luken mußten geschlossen werden, und auf Deck zu gehen, schien denen, die dort zu tun hatten, eine Art Todesurteil zu sein. Schließlich gelang es der Mannschaft aber doch, den Jaguar im Vorschiff einzukreisen. Man brachte den wiedergestellten Käfig heran, nachdem man ein großes Stück Fleisch als Lockspeise hineingehängt hatte. Eine Zeitlang schien es, als ob der Jaguar das frische Fleisch der Männer vorziehen wollte, gegen die er sich immer wieder fauchend wandte, aber dann trieb ihn der Hunger doch dazu, das bereitliegende Stück zu nehmen, und als er den Käfig wieder betrat, rasselte das Verschlußgitter herunter, und er war wieder eingefangen.
Bornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr, „Die Geisha". — Gloria - Palast (Seltersweg): „La Habanera". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ritter ohne Furcht und Tadel". — Reichstreubund: Standortabend um 20.15 Uhr. — Kneipp-'Bewegung Gießen: 16 Uhr, im Katholischen Vereinshaus, Eröffnungsfeier des neuen Kneipp-Kurbades Gießen. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: Frankfurter Künstler der Gegenwart, 17 bis 18 Uhr. — GRG.: 20.30 Uhr, im Hotel Prinz Carl.
Tageskalender fiir Sonntag:
StaDttheater: 19 bis 21.15 Uhr, „Die Geisha". — Gloria - Palast (Seltersweg): „La Habanera", 11 Uhr, „Schmeling — Ben Foord". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ritter ohne Furcht und Tadel". — Gießener Konzertoerein: 17 Uhr, in der Universitäts-Aula, Solistenkonzert Maria Neuß. — Lokomotivführer - Gesangverein: 16 Uhr, Generalversammlung, um 18 Uhr, kameradschaftlicher Abend im Bayerischen Hos. — Elternabend der JM.- Gruppe 3/116. um 20 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: Frankfurter Künstler der Gegenwart, 11 bis 13 Uhr. — L.-B. Volkstum und Heimat: 11 Uhr, im Geologischen Institut (Braugasse 7), Führung durch die erdgeschichtliche Heimat- schau und Vortrag von Herrn Dr. Jessen.
Stadttheaier Gießen.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend findet eine Wiederholung der Operette „Die Geisha" von S. Jones statt. Musikalische
Zur festbestimmten Stunde begab sich Christian auf die Ortsstraße, schwang die Schelle und begann mit den Worten: „Es wird hiermit bekanntgemacht, daß ..." Das Blatt Papier, auf dem der von ihm nicht entzifferbare Text stand, hielt er dicht vor die Nase, als ob er so die klein geschriebenen Buchstaben besser lesen könne. So kamen zwei auswendig gelernte Zeilen zur Kenntnis der Zuhörer, die teils auf der Ortsstraße standen, «teils aus den kleinen Haussenstern lugten.
Da begann Christian zu stottern. Verzweiflungsvoll schwang er die Ortsschelle und begann von neuem — der arme Kopf —: „Es wird hiermit bekanntgemacht" und dann ries er noch: „Häi stitt e wink Krauseliches, ich glaab — es fein Reiser", um sodann fluchtartig nach Hause zu eilen
Sofie hieß ihn ein über das andermal einen Olwel, steckte ihn von neuem ins Bett, ergriff die Ortsglocke und spielte von diesem Tage an selbst den Ausscheller bis an ihr seliges Ende. ~
die Einzelmitgliedschaft der NSV. erwirbt, um dadurch das Fundament dieser gemeinnützigen Organisation noch breiter und noch tiefer als bisher gestalten zu helfen. Innerhalb unseres Gaues steht unser Kreis Wetterau der NSV. hinsichtlich der Haushaltungszahl an 5. und hinsichtlich der Mitgliederzahl an 6 Stelle. Diese Reihenfolge kann und muß eine erhebliche Verbesserung erfahren allein dadurch, daß alle. Volksgenossen in Stadt und Land Mitglied der NSV. werden. Die Mitglkederwerbung der NSV. ist gegenwärtig noch im Gange, und man kann nur wünschen, daß sie bei allen Volksgenossen die erfreuliche Tat auslöst, nämlich Mitglied der NSV. zu werden.
Als weitere nächste dringende Aufgabe hat unsere Kreisamtsleitung der NSV. die Kinderland- verschickung und die Schaffung von Hitler- Freiplatz-Spenden für die Hitler-Urlauber während der kommenden Sommermonate zu organisieren. Es ist selbstverständlich, daß auch für diese Aufgabe nicht nur der volle Einsatz aller helfenden Arbeitskräfte erforderlich ist, sondern außerdem ansehnliche Geldmittel aufzuwenden sind. In letzterer Hinsicht kann namentlich wieder durch die Erwerbung der Mitgliedschaft geholfen werden. So darf man denn dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck geben, daß auch im Hinblick auf diese Teilgebiete der großen Gesamtaufgaben der NSV. alle Volksgenossen Mitglied werden und damit zugleich aktive Kämpfer und Wegbereiter für das Hilfs- und Aufbauwerk der NSV. B.
Leitung.Heinz Markwardt, Spielleitung Karl Ludwig Lindt. Einstudierung der Chöre Heinz Markwardt, Tänze Irmgard Zenner. Bühnenbilder Karl Löffler. Die Vorstellung findet gleichzeitig für die KdF.-Miete, Gruppe I (9. Vorstellung), statt. Anfang 20, Ende 22.30 Uhr.
Sonntag, 6. Februar, 19 Uhr, Wiederholung der großen Erfolgsoperette „Die Geisha" von Jones. Musikalische Leitung Heinz Markwardt, Spielleitung Karl-Ludwig Lindt, Tänze Irmgard Zenner. Die' Vorstellung findet außer Miete statt. Ende 21.15 Uhr.
saren noch lebte, brachen sie ein. Die Moratka war in russischer Hand. . e
Da kam die Rettung auf husansche Art. w Eben, als der letzte Russensturm auf die Hohe begonnen hatte, trabte gegen drei Uhr morgens unter dem Schutze der Nacht das 9. Husaren- reqiment nach Limanowa hinein. Nack) einem berühmten ungarischen Reitergeneral im Siebenjährigen Kriege führte es den Namen Nadasdy- Husaren. Sein Kommandant, der junge Oberst Othmar Muhr, war erst zwei Tage zuvor mit Einsatzmannschaften aus dem Hinterlande gekommen Erst seit 48 Stunden führte er das Regiment. Er hatte den Befehl, die Husarenschwadronen auf den Höhen vor Limanowa abzulösen.
Kaum trabte das Regiment aus Limanowa heraus, hatte es schon Verlust durch Weitschüsse. Deutlich hörte man das Toben des Handgemenges von der bedrängten Höhe. Oberst Muhr schickte Patroull- len aus. Nach kurzer Zeit kam em Melderei er zurück: „Die Moratka ist von den Russen besetzt! Das Lärmen des Handgemenges war verstummt
Oberst Muhr wußte, was die Hohe bedeutete. Er ließ das Regiment entwickeln, galoppierte an. Verwundert sahen die Offiziere ausi Wollte der Oberst in stockdunkler Nacht die von Dutzenden von Maschinengewehren besetzte Hohe attackieren? Im tiefen Schnee, lautlos galoppierte das Regiment Nur die Pallasche klirrten leise, und da und dort war dßs Schnauben von Pferden .Horen. Dorne sah man jetzt durch Schneetreiben Nebel und Nacht das Aufblitzen einzelner Schüsse, das fahlgrune Licht der Leuchtkugeln Da ließ Oberst Muhr absitzen und Karabiner ergreifen Von Mund zu Mund ging leise der Befehl: „Schwarmlinie! - Vorrücken auf die Höhe vor uns.
Von Nacht und Schneeflocken verschleiert, stapften die Neuner-Husaren, die wohl nur vom Hörensagen wußten, was ein Infanteriesturm ist, gegen den Höhenzug. Noch waren sie nicht bemerkt worden Nur einzelne verlorene Schüsse Zischten ihnen um'die Ohren. Da war man heran. Auf hundert Schritt wuchs die steile Hohe iAaitenhaft aus Buschwerk und Schneefeld^ Oberst Muhr hob den Reiterpallasch. Weithin schallte sein Ruf: „Vorwärts, Nadasdy-Husaren!" Die Trompeten gellen. Der Sturmruf klingt auf Seiner mittleren^.Schwadron weit voraus, stürzt dxr ,unge Ob^st die Hohe hinauf. Seine Husaren ihm nach. Hlftaren haben keine Bajonette. Doch die Neuner fod)t ba5 nicht an. Die Kolben schwingend, Ärzten sich die sechs Srhmabronen — 900 Mann — auf die Russen. ^E^n stählerner Hagel, empfing si^ Eben hatten die Russen begonnen, die eroberte Stellung umzu-
PROSPEKT 61 DURCH BALATUM-WERKE • NEUSS
Landschaflsbund Volkslum und Heimat.
Arn morgigen ©onntagoormittag unternimmt der LDH., Ortsring Gießen, eine Führung durch die erdgeschichtliche Heimatschau, die Professor Dr. Hummel im Geologischen Institut aufgebaut hat. Dr. Jessen hält einen einführenden Dortrag. Die Ausstellung gibt einen eingehenden und dabei allgemein verständlichen Einblick in den Aufbau des Bodens unserer engeren Heimat.
VrahmsFeier.
Das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität veranstaltet am kommenden Dienstagabend im großen Hörsaal eine Brahms-Feier, zu der jedermann freien Eintritt hat.
Maskenball der Spielvereinigung 1900.
Am heutigen Samstagabend veranstaltet, die Spielvereinigung 1900 in den karnevalistisch geschmückten Räumen des Cafe Leib ihren Maskenball. Zwei Tanzkapellen konzertieren. Der Masken- . ball soll wieder einmal alle Freunde des Sportes und der Spieloereinigung zu einigen Stunden heiteren Frohsinns vereinigen. U. a. soll auch die Bezirksmeisterschaft zwischen 1900, Sinn und Wetzlar herausgewürfelt werden.
so, mit wem sie zusammen reiste. Da rief sie: „Ach, wie entsetzlich falsch Sie sind!" Nein, beteuerte sie, das hätte man wirklich nicht annehmen können, daß der Dichter so „falsch" sei. Aber es gab doch noch eine herzliche Versöhnung.
Sehen Sie «ich Ihre Fußböden einmal ganz kritisch an! Wenn Sie teststeilen, daß die Böden nicht mehr gut aussehen und
9 WljaMmn den preiswerten^ und dauerhaften 'Bodenbelag unserer
außerdem viel Arbeit machen, dann verlegen.


