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Geschichten aus aller Welt
Max und Moritzwinken über die Straße.
(Allanttc-M.)
ihre Ansprüche. Für ein Volk von der Ausdehnung des deutschen war sein schöner unb reicher Kolonialbesitz, den es vor dem Kriege sein eigen nennen konnte, immer noch bescheiden. Auch diesen der Dolkszahl noch längst nicht entsprechenden Besitz hat man dem Reich nicht -gönnen wollen. Einen offenen Raub scheuten die sogenannten Sieger von Versailles, sie wandten die Form des verschleierten Diebstahls durch die Erfindung der Mandate an. Wenn das deutsche Volk heute mit verstärktem Nachdruck seinen Anspruch auf Rückgabe der ihm widerrechtlich vorenthaltenen Kolonien anmeldet, so findet es in der Unterstützung dutch Italien einen starken moralischen Halt. Italien, bei der Verteilung nach dem Weltkriege von seinen Verbündeten offensichtlich betrogen, hat sich, ohne viel zu fragen, seinen Anteil an der Welt s e l b st geholt und durch den Gewinn von Abessinien ein neues römisches Imperium geschaffen. Seine Stimme ist die einer erprobten Kolonialmacht. Deutschland weiß, daß das Recht auf seiner Seite ist, und es darf in der Hilfe Italiens eine bedeutsame Verstärkung seiner
Einfluß von seiner Seite groß werden ließ, die man heute als die endgültige ansehen der letzten Stunde vor der Verteilung der die man heute als die endgültige ansehen meldeten Deutschland und Italien
leichtes wäre, ganz allein ein halbes Lamm zu verzehren. Merkwürdig ist dabei, daß Kollias trotz seiner Dicke sehr beweglich und ein glänzender
London, Januar 1938.
Während Herr Eden in Genf einen neuen Versuch machte, von der Liga der Nationen, in der nur noch zwei der großen Mächte vertreten sind, für eine bessere Zukunft zu retten, was noch zu retten ist, während in London geheime Verhandlungen zwischen England und Amerika geführt werden mit dem Ziel einer Aufhebung der 35 OOO-Tonnen-Klausel des Londoner Flottenvertrages, während die Beratungen mit Irland sich in den Sand technischer Kommissions- befprerfumgen verlaufen, kurzum: während die große Politik auf hohen Touren weiterläuft, der womöglich der Bericht des ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland einen neuen Antrieb verleihen kann, hat der Durchschnittsengländer Muße und Zeit genug, sich darüber klar zu werden, wie er sich eigentlich das weitere Schicksal seines Landes denkt. Das Nachdenken freilich nimmt ihm, ob er will oder nicht, zum größten Teil die Presse ab. Nicht, daß er ihr Wort für Wort Glauben schenkte, dennoch kann er es nicht hindern, daß ihn Zeitungen und Rundfunk am Gängelbande führen, um so' mehr, als es das Bestreben der großen Massenblätter ist, auf den Ton des Mannes auf der Straße einzugehen und dem gerecht zu werden, was er sich wünscht und was der Inhalt sei-
das ist noch nicht das gewünschte Kolonisationsgebiet, das Streben Japans ist weiter südlich gerichtet. Und wenn heute die japanischen Truppen ihren Vormarsch in ^China erfolgreich fortsetzen, so ist auch der dort zu erwartende Machtzuwachs kein Ausgleich für den Landhunger des volkreichen Mutterlandes. In China schiebt sich die japanische Politik zweckbewußt zwischen den politischen Ausdehnungsdrang der Moskauer Internationale unb die Geschäftsspe^ulation der englischen und ame-s rikanischen Firmen. Japan konnte in Wahrung feiner dringendsten Interessen nicht länger Zusehen, wie China ein Spielball zur Aufteilung in Ausbeutungszonen fremder Mächte wurde. Es wollte aber auch nicht teilnahmslos eine Entwicklung zu- lasien, die China vielleicht unter starker Hand ohne jeden Welt, In
Welt, will.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Gipfel der Sauberkeit.
(H. T.) Mukden.
Wer einmal Gelegenheit haben sollte, in der manbschurischen Großstadt Mukden — bekannt aus dem russisch-japanischen Kriege — spazieren zu gehen, der wird dort die überraschende Beobachtung machen können, daß man den Mukdener Kutsch- und anderen Pferden „hintendran" einen kleinen Ledereimer gebunden hat. Infolgedessen fällt in diese Eier all das hinein, was die Pferdchen sonst gewohnheitsgemäß auf die Straße fallen lassen. Laien, die zum erstenmal nach Mukden kommen, sind entzückt über diese sinnreiche Einrichtung, die nicht nur den Straßenkehrer überflüssig macht, sondern die Dunggewinnung rationell gestaltet, und sie preisen diese neue Erfindung als „Gipfelpunkt der Sauberkeit" und meinen, daß man eigentlich auch in anderen Ländern ... Gemach! Auch hier trügt der Schein, wie so oft im Leben ... ursprünglich waren das nämlich gar keine „Aepfel"-Eimer, sondern Wassereimer, und zwar aus Leder, die die Stadtverwaltung für die Feuerwehr bestellt hatte. Dä diese Eimer aber aus irgendwelchen Gründen nicht den vereinbarten Lieferungsbedingungen entsprachen — auch in Fernost wird oft und gern geschoben — wurden die Eimer nicht abgenommen und von Rechts wegen hätte nun die Firma selbst auf diesen Eimerchen sitzen bleiben müssen. Dazu hatte sie natürlich keine Lust und sie setzte sich daher kurzerhand mit einer anderen Abteilung der Stadtverwaltung — voraussichtlich der für „Hygiene" — in Verbindung, hielt dem zuständigen Dezernenten einen langen Vortrag über die Vorzüge ber Sauberkeit im allgemeinen und die ber Straßen im besonderen, und siehe da: die schlechten Wassereimer fanden als gute Pferdeäpfel-Eimer doch noch ihren Abnehmer, und die Mukdener Pferdchen dürfen sich nunmehr rühmen, an der Spitze der Hygiene zu marschieren. Obwohl ihnen der Zweck dieser Hebung wahrscheinlich kaum einleuchten wird.
Ein leuchtendes Edison-Denkmal.
(th) Neuyork.
Am 11. Februar, am Geburtstag des großen Erfinders Thomas Cdifon, soll im Menlo-Park im Staate Neuyork ein Denkmal eingeweiht werden, von dem man behauptet, es werde ebenso dauerhaft sein wie die Pyramiden Aegyptens. Es handelt sich um eine gewaltige Glühbirne, die gewissermaßen eine Erinnerung an das erste elektrische Licht dar-
DasWilhelm-Busch-MuseuminHanno- v e r hat ein schmiedeeisernes Aushangschild erhalten, das Max und Moritz auf dem Dache von Witwe Boltes Haus zeigt. Das Schild wurde von Schmiede- meister Wilhelm Schumann geschaffen und stellt em Stück hannoverschen Kunsthandwerks bar.
OerOrang in dieWeiie.
Von Or. Wolsganq Kraus.
Während die Gedanken ber Menschen leicht im Fluge den Raum zu überwinden vermögen, stoßen ich hart die in Wirkung umgesetzten Taten. Der Erdball ist verteilt. War schon, seit es eine Ge- chichte gibt, die kriegerische Auseinandersetzung die ursprünglichste Form des Streites um Macht oder Land, so erhebt sich heute ihre Drohung verstärkt über jede Frage einer Gebietsausdehnung.
Vielfach sind die Gründe, von dentzn Völker in die Weite getrieben wurden Selten war es reiner Eroberungsdrang und Beutesucht, meistens gab die Sehnsucht nach Boden zur Siedlung den entscheidenden Anstoß. Voran schritt oft der Forschergeist als Triebkraft und Dorbereiter kommender Entwicklungen. Noch heute spricht man mit Bewunderung vom Geist der W i k i n g e r. Wenn auch der kühne Schwung ihres heldischen Sinnes in Kampf und Sieg den Stoff zur Verherrlichung durch das Lieb erkennen ließ, so war es doch nicht der Urgrund ihrer weiten Fahrten über alle Meere. Denn karg war der Felsboden ihrer nordischen Heimat, wenig bot er an Nahrung, und rauh und unw'rt- I'ch war das Klima. Die Eroberer, die aus dem Norden kamen, waren nicht Zerstörer, sie vernichteten nicht die Werte, die sie unter milderer Sonne vorfanden, sondern sie kamen als Kulturträger und Bereiter neuer Saat.
Dom Wikingergeist ist ein Samenkorn auch in die Seele des englischen Volkes gefallen. Als Kolonialpionier ist der Engländer über den
stellen soll, mit dem Edison nach verschiedenen Verbesserungen die Welt beschenkte. Diese Glühbirne soll als eine Art „ewiges Licht" brennen. Eine solche ewige Lampe wurde übrigens schon auf dem Landsitz (Ebifons im Jahre 1929 bei seinem goldenen Erfinder-Jubiläum entzündet. Diese Lampe brannte in ber Hitze des Sommers, in den Stürmen des Herbstes und in den kalten Monaten des Winters ohne jede Unterbrechung. Das neue Denkmal im Menlo-Park wirb aus Stahl unb Zement 40 Meter hoch aufgeführt. Die Glühbirne soll eine Höhe von 4 Metern haben. 1200 Fässer Zement werden für bas Denkmal verbraucht. Im Innern der Glühbirne brennen übrigens 12 verschiedene Lampen, die ein einheitliches Licht geben. Die eigentliche Einweihung erfolgt von Neuyork aus, wo eine noch nicht bestimmte Persönlichkeit auf einen Knopf drücken soll, um bas Licht im Menlo- Park zu entzünden.
Eine tapfere Telephonistin.
(thj Neuyork.
Im städtischen Hospital von Jersey City starb in diesen Tagen die 26 Jahre alte Telephonistin Helen Sullivan, die bis vor kurzem im Plaza-Hotel tätig war. Eines Tages brach in dem Hotel ein Brand aus. Helen Sullivan blieb auf ihrem Poften und telephonierte^ein Zimmer nach dem anderen durch und konnte so vielen Menschen das Leben retten. Immerhin kamen noch zwei Gäste ums Leben. Ein Dutzend anderer erlitt schwere Brandverlehungen. Als Miß Sullivan schließlich von der Feuerwehr geborgen wurde, hatte sie schon so schwere Brandwunden davongetragen, daß sie im Krankenhaus trotz mehrerer Bluttransfusionen an den Folgen der Verbrennung starb.
Ein verrückter Rechtsstreit.
। (—) London.
Vor einigen Wochen erschien bei einer Londoner Versicherungsgesellschaft ein seltsamer Mann, der eine Kiste mit Zigarren unter dem Arm trug. Er versicherte diese Kiste mit Zigarren auf eine Summe von 10 Pfund Sterling. Dann ging er nach Hause, fetae sich hin und rauchte eine Zigarre nach der anderen auf. Die Asche sammelte er, um sie bann der Versicherungsgesellschaft vorzulegen. Er verlangte die Auszahlung von 10 Pfund Sterling wegen Feuerschadens. Er bezog sich auf den Wortlaut seines Versicherungsvertrages. Danach wäre er formell im Recht gewesen. Aber er hatte eines nicht dabei bedacht: die Versicherungsgesellschaft lehnte die Zahlung ab unb erstattete gegen ihn Anzeige wegen Brandstiftung, da er doch die Zigarren in Brand gesetzt habe. Der Prozeß ist zu un- gunften des Brandstifters ausgegangen. Ader er wurde in der ganzen Versicherungsbranche mit großem Interesse verfolgt. Schließlich handelte es sich um den ersten Prozeß dieser Art, den man m London erlebte.
Blut für die kranke Mutter.
(ptk) Kopenhagen.
Ein Aufruf von besonderer Art im Nachrichtenbienst des dänischen Staatsrundfunks hat am letzten Wochenende wohl alle Hörer dieser Sendung in Middelfart auf Fünen tief bewegt. Der Fischer Christian Lillelund aus Baaring-Wiek ließ durch Rundspruch seinen Sohn Strandberg, der auf Fang in den Kleinen Belt ausgefahren war, bitten, so schnell wie möglich nach Middelfart zuruckzukoM- men, wo seine Mutter im Hospital bedenklich krank liege. Ein Blutsturz, den sie erlitten hatte schien eine Blutübertragung dringend notwendig zu machen; ein erster Versuch mit einer Tochter, die sich für diese Transfusion sofort zur Verfügung gestellt hatte, mißglückte. So hatte sich der Mann in seiner Not an den Nachrichtendienst des Staatsrundfunks um Hilfe gewandt, damit auf dem Wege feiner Sendungen der Sohn, der vor der Insel Aarö fischte, vielleicht erreicht werden konnte. Cr wußte wohl, daß an Bord feines Bootes kein Rundfunkgerät war, aber er hoffte auf die Mog lichkeit, daß andere Fischer, die in der Nahe waren, die Mitteilung hören und weitergeben wurden. Der Ruf hatte auch den gewünschten Erfolg: schon eine Stunde nach der Sendung kam die Nachricht nach Middelfart, daß Fischer Strandberg Lillelund sich auf die Heimfahrt gemacht habe Als er im Ho spital erschien, konnten ihm die Aerzte die erfreuliche Mitteilung machen, daß eine unmittelbare Le-
Wie lebt John Dull zu Hause?
Von unserem tbg.-Äerichierstaiter.
ganzen Erdball gewandert und hat in allen seinen Teilen großen Gebieten den Stempel seines Wesens aufgedrückt. So hat sich in feiner Politik die Kühnheit des Eroberers mit der nüchternen Berechnung des Geschäftsmannes gepaart. Unb auch die Sehnsucht nach Boden sprach in dem Volke. mit, das feinen von Gebirgen ohnehin eingeengten Lebensraum noch durch den immer mehr um sich greifenden Großgrundbesitz mit westen Parks unb Wiesen verkürzt sah. Das einzige Koloniälgebiet, in welchem England einen großen Rückschlag erlitt, bas der Vereinigten Staaten von Nordamerika, bietet trotzdem ein Beispiel zielbewußter und erfolgreicher Siedlungsarbeit: denn auch die frühere Arttunft der Holländer und der starke Zustrom der Deutschen konnten es nicht verhindern, daß Nord» amerita englisch wurde.
Anders gerichtet ist der Ausbreitungsdrang ber Vereinigten Staaten als Erben englischen Sinnes. Bei ihnen herrscht die kühle kaufmännische Kalkulation vor. Spielraum aller Lebenskräfte ist auf ihrem eigenen Boden zur Genüge vorhanden, an Rohstoffen herrscht fein Mangel, so bleibt als Ansporn allein ein Wirtschaftsimperialismus, der von den Finanzgewaltigen b* Börse gelenkt wirb. Das alte Spanien hat in ähnlicher Weise ferne Hand über die See gestreckt. Nur war es in Madrid, und ähnlich in Lissabon, die Könixjsmacht, die ihrem Kronschatz neues Gold aus eroberten Ländern zuführen wollte. Kolonisation und Siedlung traten diesen Motiven gegenüber ganz in den Hintergrund.
So seltsam es klingen mag, auch bas russische Volk, das seinen Weg ber Ausbehmmg ostwärts nahm, war trotz der riesigen Landstriche, über die es verfügte, ein Volk ohne Raum. Die Versklavung der leibeigenen Bauern und ihre gewaltsame Einpressung in die starre Form der aufgeblähten Latifundienwirtschaft mit ihren Riesengütern beraubte die große Masse des Volkes jeder Bewegungsfreiheit und Ausdehnungsmöglichkeit. So zogen große Scharen von russischen Bauern, als die Fessel der Leibeigenschaft gefallen war, weiter in den Osten und schufen damit durch die Urbarmachung Sibiriens den Grund zu dem gewaltigen Weltreich, das bis an den Stillen Ozean griff.
Wenn der Grundsatz der Raumnot auf ein Volk anzuwenden ist, dann ist es im besonderen Maße das japanische. Japan hat in der verhältnismäßig kurzen Frist von rund 70 Jahren, die seinen Aufstieg vom mittelalterlichen Feudalstaat zur modernen Großmacht umfassen, kein Ventil für seine Volksvermehrung finden können. Eine planmäßige Auswanderung wurde ihm dadurch unmöglich gemacht. Erst in der jüngsten Zeit haben die Japaner auf das asiatische Festland übergegr.ffen und sich in Korea und dann in Mandschukuo Land vor den Toren ihrer Inselwelt gesichert. Aber auch
bensgefahr für feine Mutter nicht mehr bestehe, und oaß eine Übertragung seines Blutes auch wohl nicht mehr notwendig fein würde.
Der Film, der im Meerwaffer lag.
nr BD. Paris.
^m 16. September 1936 scheiterte das Expeditions- schlff des verdienstvollen französischen Forschers Dr. Charcot in der Nähe von Island. 39 Expeditions- mitglieber fanden den Tod. Vor einigen Monaten wurden im Sand des Ufers, der regelmäßig bei tflut überspült wurde, einige Filme der Expedition gefunden. Ein französischer Kriegsverletzter, der in ber Filmindustrie tätig ist und als besonders gewissenhafter Arbeiter gilt, wurde mit der Entwicklung der Filme beauftragt. Er wässerte die Filme einige Stunden lang mit fließendem Wasser, um Öen feinen Sand und auch die Salzkristalle aus der Bromsilberschicht zu entfernen. Und tatsächlich stellte sich heraus, daß das rote Schutzpapier und die Filmrollen auch gegen Sand und Meerwasser stand- gehalten hatte. Die Filme sind jetzt in einfem Pariser Kino gelaufen. Es waren natürlich keine Paradefilme. Insbesondere die Ränder waren angegriffen, aber es gab doch klare Bilder von der Küste und auch von dem Leben und Treiben einiger der umgekommenen Besatzungsmitglieder.
Othello int Schuhgeschäft.
K. Mailand.
„Ich bin der Vampir!" Mit diesen Worten trat der Kunde in den Schuhladen einer eleganten Geschäftsstraße in Mailand. Es war ein gutgekleideter, würdig aussehender Herr reiferen Alters. Der Inhaber des Schuhladens näherte sich ihm erstaunt: „Womit kann ich Ihnen dienen, mein Herr?^ Aber der Herr, der in höchstem Zustand des Zornes zu fein schien, schrie wieder: „Ja, ich bin der Vampir. Sie sollen mich kennen lernen!" Und damit fing er an, mit feinem Spazierstock wild um sich zu schlagen. Die große Scheibe des Schaufensters brach klirrend in Stücke, die schönen Damestschuhe flogen umher, die Verkäuferinnen flüchteten panikartig. Wütend drang der Labenbesitzer auf den Fremden ein, um sein Eigentum zu verteidigen. Schreie. Straßenauf- lauf. Polizei. Die beiden Streitenden wurden ge
meinsam auf die Wache gebracht. Hier wurde fest- seiner Dick gestellt, daß der „Vampir" ein reicher und ange- Tänzer ist. sehener Kaufmann in Mailand war. |
Frau für die Zeit des Kinobesuches niemanden hat, um auf das Kind aufzupassen. Einmal hat sie das Kind mitgenommen; es hat aber dort so gemeint, daß sie es niemals wieder tun wird. Das Wochenende wird meist zu Hause verbracht. Gegen 19 Uhr geht unser Durchschnittsengländer am Sonntag in jein Stammlokal und trinkt dort ein Glas Bier, aber nie mehr. Auch sein Rauchbedarf ist gering; zehn Zigaretten für sechs Pence müssen ausreichen. Und der Sport? Die großen Fußballwettspiele werden natürlich besucht; aber außer Radeln und Schwimmen selbst kein Sport getrieben.
Wie ist es nun um die Freizeit bestellt? Aus Umfragen ließ sich ersehen, daß die Gestaltung der Freizeit stark abhängig ist von der 'wöchentlichen Arbeitszeit. Arbeiter und Angestellte mit der 45- Stunden-Woche finden zur Erholung und zur Weiterbildung viel mehr Zeit als die. Die 50 Stunden und länger arbeiten müssen. Am längsten arbeiten die Hausfrauen, und zwar im Durchschnitt 72 Stunden die Woche; manche sogar über 100 Stunden. Rundfunk und Lesen nehmen den Hauptbestandteil der Freizeit ein, hauptsächlich für diejenigen, die länger als 45 Stunden in der Woche arbeiten. Außerordentlich gering ist die Zahl derjenigen, die selbst Sport treiben. Der Hauptbestandteil fällt für die Freizeit außerhalb des Hauses auf Gartenarbeit und Spazierengehen. Man hat auch einen großen Unterschied festgestellt zwischen dem Büroangestellten und dem Ladenangestellten. Der Ladenangestellte ist ein größerer Spaziergänger, während der Büro- angestellte sehr oft bemüht ist, sich in Abendschulen weiterzubilden. Die fleißigsten Leute finden sich bei der Marine. Von 30 Freistunden benutzen sie 8 Stunden zum Lesen. Anders sieht es bei der Armee aus. Die Soldaten begnügen sich mit drei Stunden und benutzen die restlichen 5 Stunden zum Tanzen. Ein Leser schließlich — und damit wollen wir unseren Besuch bei dem „Durchschnittsengländer" beenden — hat der Redaktion seines Blattes mitgeteilt, daß er 2 Stunden seiner Freizeit dazu zu benutzen pflegt, „um ernsthaft nach einer Frau zu suchen".
nes Lebens ist.
Eines dieser Massenblätter hat nun in Öen vergangenen Wochen seine Reporter öurch London geschickt mit dem Auftrag, den„Durchschmtts- e n q l ä n d e r" zu entdecken, und ein anderes Blatt hat durch Umfrage bei der Leserschaft festzustellen versucht, was der Engländer mit seiner Freizeit anfängt. Beide Umfragen sind auch für die große Politik, wenn man so sagen darf, nicht ohne Interesse. Denn sie bestätigen noch einmal, daß selbst das politische Gespräch im Leben des Durchschnittsengländers eine verhältnismäßig geringe Rolle spielt und daß der, der Öen Engländer so nehmen will wie er ist, ihn bei anderen Seiten seines Wesens packen muß.
Wie ist nun der Durchschnittsenglander beschaffen? Um mit der Politik anzufangen so hat das große Massenblatt Großbritanniens festgestellt, daß er sowohl bei den Wahlen zum Parlament wie bei örtlichen Wahlen konservativ w a ) l1. Seine Lebensauffassung geht dahin, weder über den allgemeinen Durchschnitt herauszuragen, noch unter ihn zu fallen. Auf diefe Durchschnittlich k eit ist er fogar ganz besonders stolz. W.e nun gestaltet sich das tägliche Leben unseres Durch- sckinittsenaländers sagen wir eines A n g e st eil - t^n bei einer Funkstation des Luftfahrtministeriums. Gegen 7 Uhr Pfte9t er aufzus e , das Feuer entweder im wirklichen ober am Gas- Kamin anzumachen, Tee aufzusetzen und davon seiner^ Frau eine Tasse ans Bett zu bringen. Er felbft brät sich ein paar Eier oder Speck Kurz vor 8 Uhr lebt er sich auf sein Fahrrad und radelt zu seinem Büro Von 8 bis 11.30 Uhr wird durch- gearbeitet. Dann folgt ein 1-ichtes ß^Wuck wieder mit einer Tasse Tee und einigen Käsebroten. Don 14 bis 17 Uhr läuft dann die Arbeit im Büro weiter.
18 Uhr findet sich unser Freund wieder ® Hause zun?Abendbrot ein. Pünktlich gegen 22.30 Uh- ww in- Bett S°m- Fr°u steht
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non 311 9 13 Pfund 11 Schilling. 9 Pence) -- Zirka 4s"- RM..nZ!7u machen. Ein Anzug zum Preise 57 =‘.SÄSÄ- j
eibft aibt er das notige Geld zur Führung des h nnt sie ihm das und m diesem J^aUe gibt er iyr ° IhJ1hrtxii Das Haus, in dem unser Durch- schnittsengiander lebt, hat, Ambach-
di° ^uE^besuchen. Mehr -I- « ^a- präcf,tiflc5
U Be ist aber aü-tdaru7 schwierig, weil die'
„Dieser Mann betrügt mich mit meiner Frau", schrie er erregt ber Polizei entgegen. „Hier habe ich ben Beweis." Unb er schwenkte einen Brief in ben Hänben. „Hier, lesen Sie selbst, was ich vor- gefunben habe, als ich zwei Tage vor bem erwarteten Zeitpunkt nach Hause zurückkehrte: ,Da in biesem Augenblick kein Vampir ba ist, kommen Sie bitte zu mir, unb wir wollen sehen, was sich machen läßtt." Kaum hatte ber Schuhlabenbesitzer biese Worte gehört, als er in schallenbes Gelächter ausbrach. Er lachte so sehr, baß er lange Zeit nicht sprechen konnte. Enblich erklärte er: „Vampir nennen wir in ber Schuhbranche ein Fell, bas augenblicklich große Mode ist. Die Gattin dieses Herrn, die er so ungerecht beschuldigt, hat zu mir keine anderen Beziehungen als die der Kundin zum Lieferanten. Kürzlich hat sie bei mir ein Paar Schuhe ,au5 Vampir^ bestellt. Da mir Vampir gerade ausgegangen war, da habe ich sie schriftlich gebeten, zu mir zu kommen unb sich ein anberes Muster auszusuchen." Der beruhigte Ehemann mußte ben Schaden zahlen. Zwei Stunden später aber speisten er, feine Frau unb ber Besitzer bes Ladens friedlich zusammen in einem großen Restaurant.
Ter dicke Mann in Sparta.
C.K. Athen.
In Sparta traf dieser Tage ein Mann ein, ber ben Rus hat, ber bieffte Mann Griechenlanbs zu sein. Herr Kollias wiegt nicht weniger als 160 Kilogramm; man kann sich vorstellen, welches Aufsehen er in ber Stabt erregte, bie im Altertum stolz bar- auf war, eine sehr einfache Lebenshaltung zu haben, unb beffen Einwohner noch heute bie Erinnerung an Lykurg, ben Erfinber ber schwarzen Suppe, bewahren. Ganz besonberes Vergnügen aber machte es ben heutigen Spartanern, als bieser Gewichts- reforbmann ihnen eine Probe von ber unglaublichen Fassungskraft seines Magens ablegte. Er aß an einem Tage 2,5 Kilogramm Fleisch, 1,5 Kilogramm Fisch, 2,5 Kilogramm Brot unb 2 Kilogramm Früchte; bazu trank er vier Flaschen Wein. Als man ihn befragte, wieviel er benn täglich an Speisen zu sich nähme, antwortete er, er pflege zu essen, ohne vorher bie Speiseschüsseln abzuwiegen, aber bas könne er schon sagen, baß es ihm ein


