Obergauführerin Clementine zu Castell.
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England sichert seine Kronkolonie Hongkong
t u n g. I. Dichtung und Volk.
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Pleyer : I m böhmischen Wind. Aus dem Roman „Der Puchner". — Will Vesper: R e f, der Seefahrer. Aus dem Roman „Das harte Geschlecht". — Emil Strauß. Von Fremde und Heimat. Auswahl aus den Werken des Dichters. — Erwin Wittstock : D i e Bergschüler von Kockelburg. Aus: „Die Freundschaft von Kockelburg". — Heinrich ZillichZ Siebenbürgische Jugend im Weltkrieg. Aus dem Roman „Zwischen Grenzen und Zeiten . — Der Preis der Bändchen schwankt zwischen 60 und 80 Pf.
— Erich Valentin: Richard Wagner. Sinndeutung von Zeit und Werk. Mit einem Bild. Gehestet 2,70, Ballonleinen 4 Mark. Verlag Gustav Bosse, Regensburg. — (487) — Aus der Geisteshaltung unserer Zeit heraus zeigt Valentin, wie Wagners Persönlichkeit an den Nöten und Erschütterungen ihres Jahrhunderts vom glühenden Revolutionär zum großen deutschen Reformator wurde, der uns die Wege zur deutschen Wiedergeburt mit bereitet hat. Heute lösen wir die Probleme, um die einst dieser Einzelne, Weitschauende rang. Darum spricht erst heute sein künstlerisches Werk ganz zu seinem Volk. Daß sich ihm die volle Bedeutung dieses als Mensch, als Künstler, als Politiker gleich großen Deutschen erschließe, dazu ist diese kleine Schrift der beste Führer.
— W i r wandern und singen! Liederbuch der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Herausgeber: Die Deutsche Arbeitsfront Zentraloerlag der NSDAP., Franz Eher Nachf., München. Ausnahme-Preis 30 Pfennig. — (428) — „Wandern und Singen sind zu allen Zeiten wertvolle Güter des deutschen Volkes gewesen und bestens geeignet, dem schaffenden Menschen Freude und Erholung zu vermitteln..." So heißt es im Vorwort von Dr. Ley, und ein Blick in Anordnung und Inhaltsverzeichnis läßt erkennen, daß das Büchlein seinen Zweck vortrefflich erfüllen und dem schaffenden Volksgenossen bei allen Gelegenheiten ein guter iinb zuverlässiger Begleiter sein wird, ein rechter Führer zu Freude, Erholung und Erhebung.
Nach der Eroberung Nankings durch die Japaner haben die Engländer ihre Kronkolonie Hongkong in Verteidigungszustand versetzt. Man sieht hier eine schwere englische Küsten- Batterie in der Nähe des Hafens von Hongkong bei Schießübungen. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Die Lenkung des Arbeitseinsatzes.
Cin Gespräch mit dem Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung Or. Syrup.
Büchertisch.
— Im Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, erscheint seit einigen Jahren eine Schriftenreihe unter dem Titel „Die deutsche Folge": Dichtung der Gegenwart in Schulausgaben. (Eine Auswahl aus dem reichsdeutschen und auslandsdeutschen Schrifttum unserer Zeit. — 443). Uns liegen bisher vor: „Lob der Sprache". Beiträge von Paul Alverdes, R. G. Binding, P. Dörfler, P. Ernst, H. Johst, E. G. Kolbenheyer, W. Schäfer, W. v. Scholz, I. Seidel, I. Weinheber. — Hans Grimm: Von der deutschen Not. Aus dem Roman „Volk ohne Raum". — E. G. Kolbenheyer: Grundfragen der Dich-
fürdieErntehilfe die Beurlaubten aus der Wehrmacht und Industrie, aus der Studentenschaft, aus der Partei, ihren Gliederungen und Verbänden. Wieder wird die NSV. durch Einrichtung und Unterhaltung von Erntekindergärten für das Freiwerden bäuerlicher weiblicher Arbeitskräfte sorgen. Daß auch in diesem Jahre der männliche Arbeitsdienst wie im Vorjahre eingesetzt werden wird, steht fest. So wenden wir viele Mittel an, um einer Not zu steuern, die durchaus nicht allein saisonmäßig bedingt ist; denn nicht nur für die Erntehilfe brauchen wir Vermehrung der arbeitenden Kräfte, sondern vor allem für die landwirtschaftliche Bestell- und Pflegearbeit während des ganzen ländlichen Arbeitsjahres. Eine geplante Maßnahme tritt dabei immer mehr in den Vordergrund: ein Pflichtjahr für die weiblichen Arbeitskräfte bis zum 25. Lebensjahre. Es könnte in der Form verwirk- lickt werden, daß kein Mädel bis zum 25. Lebensjahre eine Arbeit in irgend einem Zweige der Wirtschaft annehmen darf, bevor es nicht nachweisen kann, daß es mindestens ein Jahr lang in einem landwirtschaftlichen, hauswirtschastlichen oder pflegerischen Beruf tätig gewesen ist.
Die Menschenverknappung hat auch auf die w i s- senschaftlichen Berufe übergegriffen. Während noch vor einer Reihe von Jahren in den akademischen und wissenschaftlichen Berufen immer wieder der Schrei nach dem „numerus clausus" laut wurde, liegen heute die Verhältnisse umgekehrt. Allenthalben eröffnet sich die Notwendigkeit, in d»m einzelnen Berufskreisen fachlich durchgeb'l- beten Nachwuchs heranzuziehen. Je intensiver die Technik an die Erzeugung und Verarbeitung der neuen heimischen Rohstoffe yerangeht, um so deutlicher macht sich der Mangel an technisch- wissenschaftlichen Arbeitskräften bemerkbar.
N ü r n b e r g, 4. Febr. (DNB.) Die zur B e a u f tragten für das B D M. -Werk „Glaube und Schönheit" ernannte Obergauführerin Clementine z u Castell stammt aus dem Steigerwald. Sie begann ihre politische Tätigkeit' als BDM.-Führerin in Remlingen bei Würzburg. Später wurde sie Führerin eines Bezirks und übernahm im Oktober 1933 den damaligen Gau Unterfranken. Nach der Neuorganisation wurde ihr die Führung des Obergaues Franken übertragen. In ihrer politischen Arbeit als Obergauführerin maß Clementine zu Castell der praktischen Betätigung der Mädel besondere Bedeutung bei, weshalb sie vom Reichsjugendführer mit der wichtigen Aufgabe der Ausgestaltung des BDM.-Werkes „Glaube und Schorn heit" beauftragt wurde.
ich besonders Hinweisen, weil sie z. T. bei der Wirtschaft liegen, die den älteren Arbeitskräften leider fast immer etwas mißtrauisch gegenübersteht. Es gehört ein gutentwickeltes soziales Taktgefühl dazu, dem, der lange beschäftigungslos gewesen ist, d i e Eingewöhnung in die wiedergefundene Arbeit zu erleichtern und mit sozialem Wohlwollen über Minder- und Fehlleistungen der ersten Arbeitswochen hinwegzusehen, zumal man an dem guten Willen der Neueingestellten in der Regel nicht zu zweifeln braucht. Anderseits ergeben sich Schwierigkeiten von feiten der Unterzubringenden. Zum Teil können sie die ihnen gebotene Chance eines bescheidenen Arbeitsplatzes nicht überblicken, hegen Erwartungen und stellen Forderungen, die nicht erfüllt werden können. Manche haben durch Krieg und Inflation ihre geregelte Berufsausbildung nicht zu Ende führen können. In allen solchen Fällen haben unsere Dienststellen die Aufgabe, vermittelnd und ausgleichend einzugreifen.
Für die Beurteilung der ganzen Frage ist aber eines besonders wichtig^ Wir haben nicht nur in einzelnen und bestimmten Gruppen der Wirtschaft augenblicklich eine Verknappung an Menschen, sondern ganz allgemein, hier mehr, dort weniger, macht sich diese Verknappung spürbar. Nun haben wir in den nächsten 10 Jahren infolge der Geburtenausfälle der Krisenzeit einen Ausfall von etwa 1% Millionen j u - gendlicher Arbeitskräfte zu erwarten, ein „Menschenengpaß" in der Wirtschaft, der schwieriger zu überwinden ist als der Devisen- und Rohstoffengpaß Allein aus dieser Tatsache ergibt sich, daß eine kluge Betriebspolitik einen -vernünftigen und rechtzeitigen Einsatz der älteren Arbeitskräfte verlangt. Durch die Verhältnisse wird also in absehbarer Zeit die Wirtschaft zu den Maßnahmen gezwungen werden, deren rechtzeitige Anwendung ganz im Sinne unserer Bestrebungen liegt."
Eine der größten Schwierigkeiten und darum eine der vordringlichsten Ausgaben in der Durchführung des Vierjahresplanes ist die Menschenbeschaffung für die Landwirtschaft. Das ist augenblicklich unsere größte Aufgabe. Der verstärkte Einsatz der ausländischen Arbeitskräfte — im Jahre 1938 hoffen wir auf etwa 100 000 zusätzlicher Arbeitskräfte aus dem Ausland zu kommen — ist nur eine in einer ganzen Reihe von Vorkehrungen, mit denen wir dieser größten aller Schwierigkeiten Herr zu werden hoffen. Für das Jahr 1938 werden wir durch die E i n z e l - L a n d h i l f e, die verfügbare jugendliche Arbeitskräfte unter 25 Jahren der Landwirtschaft zur Verfügung stellt, wieder etwa 40 000 Landhelfer mobil machen. Die Gruppen-Landhilfe der HI. wird ihr Kontingent von 12 000 voraussichtlich auf 20 000 erhöhen. Aus dem weiblichen Arbeits- dienst erwarten wir etwa 25 000; etwa 12 500 werden von den inländischen landwirtschastlichen Wanderarbeitern gestellt. Dazu kommen
erläßliche Voraussetzung für einen tüchtigen Techniker: Gutes fachliches Können, schöpferische Begabung und ein hohes Maß von Berufsidealismus. Durch die Hilfe von Meistern der Technik verschaffe sich die deutsche Wirtschaft die Rohstoffe der Wirtschaft, zu deren Gewinnung zu anderen Zeiten und von anderen Völkern blutige Kriege unternommen worden seien. Deutschland brauche geniale Forscher, kühne ErobererundzäheKämpfer, diezu ihrem Beruf ein reiches Maß schöpferischer Kraft zu ergänzen hätten durch gründliches und fleißiges Studium.
„Wer Mut zum Leben hat, Willen zum Schaffen und die Energie, sich durch fleißiges Lernen höchstes Können zu verschaffen", so schloß Dr. Todt, „den ruft die Technik. Die Technik verspricht Aufgaben in einem Umfang, wie sie seit Jahrhunderten nicht gestellt worden sind, und verspricht jedem, der diese Ausgaben löst, den verdienten Lohn seiner Arbeit. Unsere Generation hat die Aufgabe, die Adolf Hitler der deutschen Technik gestellt hat, angefangen. An der nachfolgenden Generation liegt es, das Begonnene zu vollenden und die weiteren noch größeren Aufgaben, die der Führer noch stellen wird, in Angriff zu nehmen und durchzuführen."
Vorher hatte in einem Zwiegespräch mit dem Reichsschulungswalter des NS.-Bundes Deutscher Technik, Emil Maier, Direktor Professor Messerschmitt von den Bayerischen Flugzeugwerken hen jugendlichen Hörern ein Bild seines We-
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deren höheren Schulen auch). Das wird und muß ein Grund für die übrigen fein, falls nicht eine ganz ausgesprochene Neigung sie zum Offiziersberuf drängt, einen der anderen für den nationalen Aufbau ebenso wichtigen Berufe zu erwählen. Es läge nicht im Interesse der Nation, wenn etwa der Offiziersberus überfüllt würde und dann lange quälende Wartezeiten in der Beförderung entstehen würden, aber dafür die Männer fehlen, die über der Volksgesundheit oder dem wirtschaftlich-technischen Aufbau zu wachen haben Ein einiges starkes Deutschland — das ist das Ziel.
Jugenh, die Technik ruft dich/
Berlin, 4. Febr. (DNB.) Führende Per- önlichkeiten der deutschen Technik prachen am Freitagvormittag über alle deutschen Sender zu den deutschen Jungen, die vor der Wahl ihres Berufes stehen. Die Sendung, die in allen Schulen des Reiches im Ge- meinfchaftsempfang gehört wurde, stand unter dem Leitwort „Jugend, die Technik ruft dich!" Der Leiter des Hauptamtes für Technik, Generalinspektor ür das deutsche Straßenwesen Dr. Todt, mahnte die deutsche Jugend, nicht zu vergessen, daß der ungeheure Aufschwung seit der Machtübernahme durch Adolf Hitler nur einen ersten Anfang darstelle. Bei dem gigantischen Aufbauwerk werde die Technik weiterhin größte Aufgaben zu meistern haben. Ob ihre Bewältigung gelinge, werde davon abhängen, daß ein Technikernachwuchs vorhanden sei, der den Aufgaben gewachsen sei. „Der Technik gehört die Zukunft", erklärte Dr. Todt, „und Ihr, die G e -
zählest ja ihre Mitglieder unabhängig von ihrer akademischen Bildung. Mit Recht; denn zugegeben, daß der Dirigent oder der Maler, der aus der Universität oder der Akademie seine fachlich^ und allgemeine Bildung in ernstem Studium vertieft hat, eine für unsere Kultur sehr wünschenswerte Er- sckeinung ist, für die geniale Leistung ist dieses Studium häufig keine Vorbedingung. Und auf die geniale Leistung kommt es ja in erster Linie an Vor ihr verschwindet die Frage, ob einer den Doktor in Musik- oder Kunstgeschichte gemacht hat. Gerade darum aber läßt sich mit statistischen Zahlen nichts vorausberechnen. Kein Mensch kann heute voraussagen, ob in fünf ober zehn Jahren eher ein lieber« fluß an Dirigenten oder Baumeistern sein wird. Wer sich zu einem solchen Beruf gedrängt fühlt, wem er innerste Herzenssache ist, der muß es eben „wage n". Das Leben als Ganzes ist ja ein Wagnis. Und nirgendwo tritt das so oftentsichtlich zutage, als da, wo sich jemand dazu entschließt, einen freien Beruf zu ergreifen.
Gewiß — in vielem ist es heute leichter als früher. Der nationalsozialistische Staat fühlt grundsätzlich die Verantwortung, auch die Menschen in den freien Berufen zu tragen und zu fördern, ia vielleicht sogar ihnen eine gewisse Lebenssicherheit zu gewähren — wenn sie etwas leisten und nicht als Ballast der Volksgemeinschaft mitgeschleppt werden müssen. Aber das ist es ja eben: wer weiß das im Augenblick der Entscheidung genau? So darf man also im letzten Grunde nur raten: wo sich jemand wirklich zu einem freien,Beruf gedrängt fühlt, da mag er ihn ergreifen. Erkennt er, daß er doch nicht fähig dazu ist, so mag er so bald wie möglich einen der Berufe ergreifen, deren Weg in festere Formen gespannt ist und wo auch der durchschnittlich Begabte am rechten Ort und in der rechten Begrenzung seiner Aufgabe etwas Förderliches für das Dolks- ganze zu leisten vermag.
Das find also die Berufe des Juristen (oder wie man jetzt inhaltsvoller sagt, des Rechtswahrers), des Dolkswirtschaftlers, des Lehrers, des Arztes, des Technikers, des Forschers, des Pfarrers. Es gibt eine Anzahl junger Menschen, die nach bestandenem Abitur zwischen zweien oder mehreren dieser Berufe wählen müssen. Das braucht durchaus kein Zeichen innerer Unscklüssigkelt oder gar Haltlosigkeit zu sein. Wie mancher wollte erst Pfarrer werden und wurde dann ein tüchtiger Naturwissenschaftler. Wie mancher wollte Arzt werden, erkannte dann aber doch, daß er sich mehr zur Technik hingezogen fühlte, und er wurde em tüchtiger Baumeister. Wie aber soll man die Entscheidung treffen? Im ganzen ist es doch nicht wünschenswert, daß man einige Jahre des Studiums auf eine Sackgasse verwendet, die nicht zum Ziele eines Lebensberufes führt. Und heute, wo durch Arbeitsdienst und Militärdienst wertvolle Jahre als Opfer, wenn auch freudiges Opfer der Nation gebracht werden, da heißt es vor allem, solche „Fehlinvestitionen" an Kraft, Zeit und Geld möglichst zu vermeiden. Es gibt also zahllose Fälle, wo die Entscheidung im Familienkreise j e nach den Aussichten getroffen wird, die die einzelnen Berufe bieten. Wie steht es mit diesen Aussichten?
Es gibt für manche der genannten Berufe Stati- tiken. Sie besagen, daß in einem ober zwei ober ünf ober zehn Jahren in bem betreffenden Beruf o und so viele Stellen frei sein werden. Es spielt dabei nicht nur der natürliche Abgang durch Pensionierung oder durch Tod eine Rolle, sondern auch kulturpolitische Gesichtspunkte sind zu beachten. Die Bauten des Führers werden ohne Zweifel eine Anzahl Stellen schaffen, ebenso wie es der Vierjahresplan schon getan hat und noch tun wird. In der Technik werden dauernd „Zweige" ab geb aut und neue ins Leben gerufen. Auch die Arierfrage spielt mit hinein Wenn einmal die Generation der nichtarischen Kriegsteilnehmer nicht mehr sein wird, müssen, da es da keinen Nachwuchs gibt, Stellen frei werden Und das fällt da, wo der Prozentsatz der nichtarischen Berufstätigen noch erheblich ist wie bei Rechtsanwälten und Aerzten, ohne Zweifel stark ins Gewicht. Dadurch steigen, rein rechnerisch gesehen, bei diesen Berufen die Aussichten, und mancher wird sich dadurch gerade zu einem dieser Berufe entschließen.
Nun aber hat es mit der statistischen Vorausbe-
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rechnung in den genannten Berufen, die wir einmal gegenüber den „freien" als die „festen" bezeichnen wollen, eine eigentümliche Bewandtnis. Diejenigen, die sich fachlich seit Jahren in diese Frage eingearbeitet haben, haben so häufig erlebt, daß die Wirklichkeit anders sprach als die beste Statistik, daß sie den Bann der reinen Zahl gebrochen hat. Sie kommen in einigen Fällen, z. B. beim Rechtswahrerberuf ober auch beim Lehramt, zu der Auffassung: zwar „muß" es in wenigen Jahren eine starke „Ueberfüllung" geben, wenn man die Zahlen allein sprechen läßt; aber wir glauben nicht daran und raten sogar dazu, gerade solche Berufe zu ergreifen, wenn die innere Neigung dazu besteht.
Das scheint zunächst ein recht merkwürdiger Zu- ständ zu sein. Und doch ist er gar nicht so merkwürdig. Man muß, um ihn zu verstehen, freilich einen Blick für den tieferen Gehalt und die wesentlichen Gesetze unseres Zeitgeschehens haben. Unsere Zeit fügt sich nicht mehr so wie früher den üblichen Gesetzen und einfachen Vorausberechnungen. Es „geschieht" in ihr zu viel. Alles ist in Bewegung und Wandlung. Plötzlich springen hier ober dort neue Kräfte, neue Möglichkeiten, neue Forderungen nach Einsatz auf. Das Leben ist also auch auf dem Gebiete der festen Berufe, nicht nur auf dem der freien, mehr als früher Wag - n i s geworden. Der satte bürgerliche Sicherheitsstandpunkt (den wir doch schon früher so gerne als „französisch" ablehnten, aber selbst häufig genug einnahmen!) ist ins Wanken geraten.
Was ist nun das praktische Ergebnis dieser Untersuchungen der berufenen Stellen? Ganz einfach dies, daß unsere jungen Abiturienten sich nicht mehr der Diktatur der statistischen Zahlen beugen sollen. Und das scheint uns auch, vom Gesamtleben des Volkes aus betrachtet, eine sehr wichtige Wandlung. Habt Selbstvertrauen, so möchten wir ihnen zurufen! Fragt euch in stillen Stunden, besinnt euch, beratet euch mit Eltern und Geschwistern, Freunden, was ihr werden sollt. Vertraut eurer inneren Stimme mehr als der Zahl! Handelt dabei freilich nicht ins Blinde und Blaue hinein. Wenn sich euch ein praktischer Weg eröffnet, dann geht der Spur nach
Dabei wollen wir immer den Blick aufs große Ganze festhalten und an unserem Teile dafür wirken. daß die Volksgemeinschaft ein wahrer Organismus bleibt und nicht eine Massen-„Flucht" in gewisse Berufe einsetzt. Ein Beispiel: am Tegeler See bei Berlin gibt es die bekannte Sch ul farm Scharfenberg, die sich durch eine sehr förderliche Verbindung von Landverbundenheit, wissenschaftlicher Betätigung und bewußtem Bekenntnis
/ Bei der Durchführung des Vierjahresplanes ist eine Reihe neuer Probleme aufgetaucht, die sich aus dem immer fühlbarer werdenden Industrie-Facharbeitermangel und der zunehmenden Verknappung an landwirtschaftlichen A r - beitsfräften ergeben. Im engsten Zusammenhang damit' steht die Frage des Arbeitseinsatzes der über vierzig Ja h re alten Angestellten. Dr. Syrup, der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung, gewährte unserem Big.-Mitarbeiter eine Aussprache, in der er über die vordringlichen Aufgaben der Reichsanstalt bedeutsame Mitteilungen machte.
Schon im Jahre 1934, nachdem eine Verordnung vom 10.8.34 der Reichsanstalt das alleinige Recht über die Verteilung der Arbeitskräfte in 7)er deutschen Wirtschaft gegeben hatte, habe ich in der 93er« teilungsanordnung vom 20.8.34 aus sozialpolitischen Erwägungen heraus eine Reihe von Bestimmungen erlassen, die den Arbeitseinsatz der über Vierzigjährigen fördern sollten. Diesem Zwecke diente die Anordnung über den A r - beitsplatzaustausch durch die von jugendlichen Arbeitern und Angestellten besetzte Arbeitsplätze für die Aelteren freigemacht wurden/ ebenso wie die Bestimmung, daß Jugendliche unter 25 Jahren ohne Genehmigung der Arbeitsämter nicht eingestellt werden dürften. Eine dritte Bestimmung, die einen an die Betriebe zu zahlenden Leistungsausgleich von monatlich 50 RM. für die Einstellung älterer Angestellter vorsah, ist bezeichnenderweise praktisch nicht in die Erscheinung getreten: die deutsche Wirtschaft hat sich nicht dazu entschließen können, für die Erfüllung einer selbstverständlichen sozialen Pflicht einen Gegenwert entgegenzunehmen. Die 5. Anordnung des Ministerpräsidenten Göring hat uns weitgehende Vollmachten gegeben, mit denen wir unter Umständen die Einstellung der über 40 Jahre alten Angestellten erzwingen könnten. Wir haben aber nur in verhältnismäßig wenigen Fällen Zwangsauflagen machen müssen; meist sind wir durch persönliche Fühlungnahme mit den Betriebsleitern auf güt- l ich em Wege zum Ziele gekommen. Allerdings muß ich zugeben, daß ich von der Wirtschaft in diesem Punkte auf eine größere Bereitwilligkeit gerechnet hatte, auch die Behörden haben sie teilweise vermissen lassen. Wenn trotzdem von unserer Seite eine Ausdehnung möglicher Zwangsmaßnahmen vermieden wurde, so geschah es einmal, weil wir nach der Unterbringung von etwa 45 000 älteren Angestellten seit dem Jnkraftttreten der 5. Anordnung die Schwierigkeiten, die sich der Einreihung der restlichen 21OÖO entgegenstellen, klar erkannt haben, zweitens, weil meiner Ueberzeugung nach in ibfehbarer Zeit die Entwicklung der deutschen Wirt-
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Eigenschaften bezeichnete Dr. Todt als uni- Voraussetzung für einen tüchtigen Tech»
.......... ... —............. - .> f haft dieses Problem von selbst lösen wird
Offiziersiaufbahn ein (wie übrigens an an» 1 Auf einige der erwähnten Schwierigkeiten möchte


