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Deutsches Schulschiff in Südafrika.

Das deutsche SchulschiffS ch l e s w i g - H o l st e i n" traf auf seiner Auslandsreise i n K a p st a d t ein, wo der Besatzung ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Auf unserem Bilde sieht man das Schulschiff, im Hintergrund den Tafelberg. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

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Oie neueKap-Echule"

üon unsrem £. K.-Korrespondenten.

. Nachdruck verboten!

K a p st a d t, Januar 1938.

Italiens Kriegsflotte und namentlich seine Luft­flotte machen manche Kreise m England nervös Das M ittel me er, das der Italiener aern Mare Nostro" (Unser Meer") nennt, ist für die britische Marine kein ganz gemütlicher Aufenthalt mehr. Einsichtige Männer in London reden be­reits davon, das englische Mittelmeergeschwader überhaupt aus dem lateinischen Meer zurückzuzie- hen, etwa nach Gibraltar im Westen und nach Port Said, Haifa oder gar bis nach Aden und Mombasa. Man tröstet sich dann wohl mit der Betrachtung, daß dank der Beschleunigung des mo­dernen Verkehrs der Atlantische Ozean in dem Smne wie zur Zeit des Römischen Weltreiches das Mittelländische, ein Binnenmeer geworden sei

Der Engländer ist Realpolitiker. Er bleibt'nicht bei der theoretischen Erwägung stehen, sondern zieht sogleich die Nutzanwendung. Schon während des Weltkrieges als die Unterseebootwaffe gerade im Mittelmeer der englischen Schiffahrt schweren Scha­den zusugte, wurden Stimmen laut, die der U m ­leit u ng des gesamten Schiffsverkehrs nach In­dien und Australien um dasKap derGuten Hoffnung herum das Wort redeten. Man nannte die Anhänger dieser Theorie dieNeue K a p s ch u l e Man glaubte sie schon vergessen als die Gründung des italienischen Imperiums ihr neue Nahrung gab. Die Tatsache, daß damit 60 Jahre Entwicklung des Weltverkehrs die Zeit feit der Eröffnung des Suezkanals einfach aus- geloscht würden, schreckt den Engländer, der als echter Imperialist in riesigen Raumen zu denken gewohnt, weniger als man bei uns vermuten sollte.

Schon einmal stand man in Westeuropa vor einem ähnlichen Problem: das war vor einem halben Jahrtausend, als die Türken mit der Eroberung des byzantinischen Reiches den Land­weg nach dem Orient versperrten. Damgls suchten und fanden die Portugiesen den Seeweg nach Indien um die Südspitze Afrikas her­um. Sie waren kühne Pfadfinder, aber unfähig' zur Gründung eines dauerhaften Kolonialreiches. Erst die Holländer begriffen um die Mitte des 17. Jahrhunderts die Notwendigkeit, das Kap- land zu einem festen Flottenstützpunkt zu machen. Vergeblich bemühten sich die Engländer, ihnen diesen wichtigen Punkt zu entreißen. Erst die See­schlacht von Trafalgar entriß den Fran­zosen, die inzwischen dieBatavische Republik" auf­gesogen hatten, die Kapkolonie: mit Ceylon ging im Jahre 1814 Kapstadt endgültig an die Krone Englands über. Von hier aus konnten die Briten ihren afrikanischen Kolonialbesitz mehr und mehr abrunden, mit dem sie schon 1713 den Anfang gemacht hatten. Wenn sie dann von 1871 ab ihre Aufmerksamkeit auf den Suezkanal richteten, in Massen in dessen Verwaltung eindrangen und sich die Herrschaft in Aegypten sicherten.' so hat sich dieser Eifer aus leicht begreiflichen Gründen neuerdings abgekühlt und der Besinnung auf den alten Seeweg nach Indien Platz gemacht.

Auf den ersten Blick scheinen der Umweg und die dadurch bedingten Mehrkosten gewaltig. Für A u st r a l i e n ist der Unterschied nicht gar so be­trächtlich: von Freemantle nach London braucht man um das Kap anstatt der 11 000 Seemeilen des Weges durch den Suezkanal 11 900, wohl aber von Colombo auf Ceylon nahezu das Doppelte: an­statt 6700 nicht weniger als 10 500. Die Verstär­kung der Tonnage im Indischen Ozean würde nur auf Kosten der übrigen Schiffahrtslinien ermöglicht werden können. Ohnehin ist die englische Handels­flotte stark zurückgegangen: sie betrug zu Anfang des Jahrhunderts, von Segelschiffen abgesehen, mehr als die Hälfte der Welttonnage. 1914 waren es nur noch 41,6, 1936 gar nur noch 26,8 v. H. der Welttonnage. Da heißt es natürlich haushalten.

Aber der Handelsverkehr durch den Suezkanal ist ja gar nicht so wichtig, wie allgemein angenom­men wird er beträgt noch nicht 10 v. H. des britischen Gesamtverkehrs. Liese knappen 10 v. H. ließen sich auch um das Kap herum­leiten, meinen die Anhänger derNeuen Kap- schule".

Indessen geht es hier noch um etwas ganz an­deres als um wirtschaftliche Dinge. Wenn der jüngere Pitt die Kapkolonie sozusagen mit Nägeln und Klauen gegen den Zugriff Napoleons ver­teidigte, geschah dies aus der Erkenntnis ihrer ungeheuren militärischen Bedeutung hera-is. Niemand hat dies besser begriffen als der süd­afrikanische Verteidigungsminister P i r o w , der zu Beginn des Jahres 1936 eine Reihe bedeutsamer Artikel in der Johannesburger Presse inspirierte. Darin war der Plan einer weißen südafrikanischen Zivilisation entwickelt, die den ganzen afrikanischen Erdteil südlich vom Aequator umfassen sollte, mit der Südafrikanischen Union als Mittelpunkt. Er dachte sich eine Art Bundesstaat, der sich auf em neues Verteidigungssystem stützen sollte. Vor allem richtete er sein Augenmerk auf die militärische Er­tüchtigung der Jugend, die bisher in dieser Be­ziehung sehr viel Wünsche unerfüllt gelassen hatte.

Die Union ist in militärischer Beziehung günstig dran. Dom Innern Afrikas können nicht mehr als 400 bis 500 Panzerwagen gegen sie in Stellung gebracht werden, die mit der entsprechenden Be­gleitmannschaft höchstens 100 000 Mann betragen dürften. Noch leichter würde sich die Verteidigung der Küste gestalten. Vor allem würde es sich um Luftangriffe a u f Kapstadt handeln, de­nen man dadurch begegnen könnte, daß man die Robbeninsel stark befestigte und mit 380-Millimeter- Kanonen versähe, ebenso die Befestigungen von Duiker-Point. Ferner wäre der Haupthandelshafen der Union, Durban, zu schützen, und zwar durch zwei Jagdgeschwader und die neuesten Flak- Geschütze von 233 und 152 Millimeter. Für den Küstenschutz sind vorgesehen bewegliche Batterien, Minenwerfer, Wasserflugzeuqpatrouillen, U-Boot- Netze und Scheinwerfer. Eine besonders beweg­liche Truppe von 50 000 Mann und eine zweite

zur Abwehr von Panzerwagen soll neu aufgestellt werden.

Die Fliegertruppe, die als unbedingt not­wendig angesehen wird, darf nicht weniger als 300 Flugzeuge umfassen. Von 1943 ab würde sich das Heer der Südafrikanischen Union auf 94 000 Mann des ersten Aufgebots und 800 Flugzeuge und 100 000 Mann des zweiten Aufgebots belaufen. Bereits sind 100 Flugzeuge des Typs Hawker Hartebeest von der englischen Regierung erworben worden. 1000 Piloten und 3000 bis 5000 Flug­zeugmechaniker fordert derFünfjahresplan" an. Damit hängt die Entwicklung der einheimischen Rüstungsindustrie zusammen. Schon jetzt produziert dieSouth African Iran and Steel Industrial Corporation" jährlich 250 000 Tonnen Rohstahl. Hinzu kommt einWar Supplies Board", der für die möglichst rasche Jndustralisierung des Landes zu sorgen hat. Die Häfen Bathurst, Free­town, Lagos, Baira, Mombasa und Port Louis sind in besseren Stand gesetzt worden: neue Luft­fahrtlinien sollen den Verkehr mit den übrigen Punkten des Empire verdoppeln. Bis nach In­dien, Arabien und Ceylon sollen diese Verbindungen durchgeführt werden.

Man sieht, die Union weiß, was die Uhr ge­schlagen hat. Die Verwirklichung des südafrikani­schen Fünfjahresplanes bildet ein ungemein wich­tiges Glied im Rüstungsplan des britischen Welt­reiches. Allerdings unter der Voraussetzung, daß die Union sich im Ernstfälle bedingungslos dem Mutterlande zur Verfügung stellt. Auf der Reichs­pressekonferenz in Kapstadt am 5. Februar 1935 hat derselbe Pirow, der die Seele des großartigen Verteidigungsplanes ist, erklärt:Die Regierung der Union ist nicht gewillt, an einem großen Per- teidigungsplane des Imperiums teilzunehmen", und weiter noch und deutlicher:Die Aufgabe der bri­tischen Flotte ist es nicht, uns zu beschützen, sondern die britischen Schiffe und den britischen Handel zu verteidigen." Das,sagte der Minister des Landes, in dem zum ersten Male die Idee derDomi­nions", das heißt der unabhängigenSchutz- gebicte des Empire, aufgetaucht ist.

Nie Aussichten der akademischen Berufe.

Von Dr. Hans Hartmann.

Taufende von Abiturienten verlassen in den nächsten Wochen ihre Schule. Bei vielen wird es noch einige bange Augenblicke geben. Die erste grö­ßere Prüfung in ihrem Leben zwingt sie, ihre Spannkraft aufs höchste zu steigern, und mit stil­lem Neide blicken sie auf diejenigen, die diese Prü­fung als etwas Selbstverständliches, nicht weiter Anregendes erledigen.

Aber es ist vielleicht ganz gut, wenn es unseren Abiturienten nicht allzuleicht fällt. Ist doch diese erste Prüfung ein Prüf st ein für später, denn die meisten werden noch manchesmal Stunden erleben, wo derartige Höchstleistungen von ihnen gefordert werden. Nur wenige sind es, die als Kauf­leute in das Geschäft des Vaters oder Onkels ein­treten, denen der Lebensweg auf diese oder andere Weise schon bereitet ist. Die große Mehrzahl derer, die nun zunächst einmal befreit aufatmen (wenn sie auch bald mit Wehmut an dieschöne" Schulzeit zurückdenken werden), weiß, daß nun er st der harte Kampf des Lebens beginnt. Der

Leistungsfähig sein, vorankommen, mehr verdienen dazu braucht man gutes Sehen! Oder die tadellos angepaßte Brille von '(ÄPR7D Optiker

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Vater kann wohl noch einige Jahre zum Studium beitragen, manche besonders Tüchtige wagen den Kampf ums akademische Studium auf eigene Faust aber wohin soll der Weg gehen?

Es ist die große Stunde der Wahl, die jetzt über viele Tausende junger Menschen kommt. Auch hier wieder scheiden sich die Geister, und die Charak­terunterschiede beginnen wirksam zu werden. Mancher weiß schon seit Jahren, wohin ihn die Neigung treibt. Ja, Neigung wäre bei vielen ein zu schwacher Ausdruck. Man darf da von Lei­denschaft reden, mit der mancher Mensch sagt: Nur di e ser Beruf kommt in Frage: der er­füllt mein ganzes Leben und Denken. Da weiß ich, daß ich glücklich werden kann." Dabei werden wir ebenso häufig die Beobachtung machen, daß es sich um den gleichen Beruf handelt, wie ihn der Vater hatte, oder einen völlig davon verschiedenen. Nicht jedem aber ist die Entscheidung so leicht ge­macht. Diele, vielleicht die meisten, ringen mit sich selbst und mit ihren Angehörigen, die ihnen natür­lich in wohlmeinender Absicht zu- oder abraten

Da sind zunächst hiefreien Berufe" die auf viele Menschen einen eigentümlichen Reiz aus­üben. Maler, Komponisten, Schriftsteller, Schauspie­ler werden das könnte schon locken. Und es ist doch sicher gut, wenn in diesen Berufen Menschen tätig sind, die eine gründliche geistige Ausbildung, eine systematische Schulung des Urteils genossen haben, wie sie die höhere Schule ohne Zweifel mit sich bringt. Aber wie sind die Aussichten? Sind diese Berufe nicht überfüllt gerade weil sich so viele, Berufene und Unberufene dazu drängen? Ganz gewiß sind auch solche dabei, die nicht ihr ganzes Leben lang morgens mit dem Wecker auf­stehen wollen, sondern sich ihren Tag nach eigenem Gutdünken einzuteilen wünschen. Dabei wirkt viel falsche romantische Vorstellung mit. Bei einem Film­schauspieler oder einem Presseberichterstatter z. B. dürfte es ungemein schwer sein, sich den Tag ein­zuteilen wie man will. Da kann ein Zuspätkommen von ein paar Minuten das einzelne Engagement und im Wiederholungsfälle die Stellung kosten

Die Frage, wie die Aussichten in den freien Berufen stehen, ist sehr schwer zu beantworten Es aibt nämlich darüber keine Statistik Die großen Verbände der Reichskulturkammer, also die der Presse, der bildenden Kunst, des Films, der Musik,

Tänzerinnen einst und jetzt.

Von La Argentina

Der Bühnentanz Ballett und Solotanz ist heute nicht mehr eine Angelegenheit ,der Welt, in der man sich nicht langweilt". Die Bemühungen der verantwortlichen Stel­len, den Bühnentanz mehr und mehr m das Gebiet der reinen Kunst hinaufzuheben, schuf eine grundlegend neue und ernste Einstellung auch bei den Zuschauern. Wie eine weltbe­kannte Tänzerin selbst über ihren Beruf urteilte, lesen wir in dem Beitrag der vor zwei Jahren verstorbenen, mit einem hohen spanischen Orden ausgezeichneten Tänzerin La Argentina.

Tänzerin das war früher der Inbegriff einer leichtsinnigen Frau, die ein sündiges Leben in Freu­den genoß und mit Männern spielte. Heute ist der Beruf einer Tänzerin ein ganz anderer geworden. Das Motto der Tanzkünstlerin von heute ist: Arbeit, Arbeit und Arbeit.

Was mein eigenes Leben betrifft, so verdanke auch ich meine Ausbildung einer harten und auf­opfernden Arbeit. Ich tanze feit dem Alter von fünf Jahren. 2(ls ich drei Jahre alte war, schenkte mir mein Vater, der zusammen mit meiner Mutter in der Hofoper von Madrid tanzte, ein paar kleine Elfenbeinkastagnetten Von diesem Augenblick an kann ich mir mein Leben ohne Kastagnetten über­haupt nicht mehr vorstellen. Ich bin mit diesem Instrument verwachsen Es ist ein Teil meines Ichs geworden. Als ich kaum fünf Jahre alt war, ließ mein Vater mich bei einer Feftoorstellung in der Oper in Vertretung einer kindlichen Tänzerin einen chilenischen Tanz vorführen. Ich erntete einen stür­mischen Erfolg den ersten in meinem Leben, und ich erinnere mich noch heute an das Winken mit Taschentüchern. Das spanische Publikum psiegt nämlich seinen Beifall auf diese Art kund zu tun Dann kam ich in das königliche Ballett von Madrid und war mit neun Jahren das, was man dort eine Tänzerin nennt. Ich arbeitete und konnte bald die schwierige Technik vollständig beherrschen.

Das klassische Ballett gab mir aber keine Besrie- hiqunq. Ich fühlte mich von der spanischen Tanz­kunst, wie sie sich im Volke dokumentiert, stark an qezoqen. Ich hatte mir die schwierige Aufgaoe ge­stellt, den spanischen Volkstanz, der bis dahin nur als Unterhaltungskunst auf Varietebühnen betrau­tet wurde auf das Niveau der anderen großen Künlle zu bringen und es galt vor allem, eine voll­kommene Beherrschung des Körpers zu erreichen.

Ich fing an, spanische Volkstänze zu studieren, sie technisch und stilistisch zu verbessern und $u ver­feinern, eine Riefenaufgabe, von der sich der Außenstehende keinen Begriff machen kann. Ich hatte schwere Kämpfe zu bestehen. Denn weder das Publikum meiner Heimat noch die Kritik, noch auch mein Vater hatten Verständnis für das Ziel, das ich mir gesteckt hatte. Diese scheinbar unüberwind­lichen Hindernisse ließen aber meine Energie keines­wegs erschlaffen. Mit 18 Jahren verließ ich mein Vaterland zum erstenmal und trat eine internatio­nale Tournee an. Ich hoffe, daß mein Tanz mit Kastagnettenbegleitung dem Publikum den echtesten Eindruck der spanischen Seele vermittelte. Ich habe die Tänze aller Länder, die seit jeher unter spani­schem Einfluß stehen, Mexiko, Cuba, Philippinen, eingehend studiert. In diesen Tänzen ist jedes kleine Schrittchen von tiefster Bedeutung. Jede Bewegung bat ihre Berechtigung. Aber nicht genua damit. Auch der Volkstanz muß vor allem den Menschen offenbaren, und deshalb versuche ich, in allen mei­nen Tänzen die verschiedensten Seiten der mensch­lichen Seele zu ergründen.

Man kann in der Tanzkunst nur dann einen hohen Grad von Vollkommenheit erreichen, wenn man ihr sein ganzes Leben widmet Ich habe die Pawlowa vergöttert und schätze sie als eine ber größten Persönlichkeiten in meinem Fach. Der Tod dieser großen Sängerin war für mich eine echte Trauer Tagelang habe ich über den Äer ust d n bei dem Heimgang der Pawlowa die Kunst erlitten hat, bitterlich geweint. . ,,__.

Die moderne Tänzerin muß eine allgemeine Kulturbitdung haben. Ich persönlich 'nter-fßere mich für Bilder Architektur und überhaupt alle bildenden Künste. Dao Leben der Tänzerin ist en b-brung^ reich und mein Leben ist höchst bürgerlich. Ich kenne das sogenannte Nachtleben nicht, gehe früh zu Bett, halte mich streng an mein Tagesprogramm^ Meine Mahlzeiten sind rationiert Ich esse sehr wenig Fleisch und ernähre mich fast ausschließlich von Obst und Gemüse. Wenn ich ausspannen will, ^Wl-'aanz^andXwar das Leben non T-inzerin- ne^ di^ früher in der Geschichte «neu Weltruf hatten Liebschaften mit Königen. nächtliche Ent- fübrungen Duelle. Selbstmorde unzählige Liebes­abenteuer. ein Leben zuerst in Manz und dann m tiefstem Elend wie romantisch das alles klingt und wie das heute fremd anmutet! Jungen Tänzerinnen di/ etwas werden wollen, kann ich nur einen Rat aeben- Arbeiten, trainieren, sich ein hohes, kunstle- Äel ieken fick auf Entbehrungen getagt X3"» und nor keinen Ent- täufdjungen zurückschrecken.

Bildnis eines englischen Flibustiers. 3n Worten gemalt von Anton Schnack. Unter dem flammenden, farbigen Stich, in den sich an den Ecken stecknadelgroße Stockflecke gefetzt haben, steht:

Johan Morgan gebooren in be Prooincie van Walles in Engelandt Generaal van de Roooers op Jamaica.

Nehmt öen' Hut oder die Mütze ab, wenn ihr das Bild seht: denn es ist über alles Maß wild und unbarmherzig. Morgan hat schwarzes Haar, das in der Mitte gescheitelt ist und in einem üppi­gen dichten Bogen bis auf die Schulter fällt. Sein Gesicht ist grausam, erbittert und drohend. Er hat eine kräftige Nase, der der Porträtist einen rötlichen Schein auf der Spitze gegeben hat. Der General liebte den Rum aus Jamaica und den Palmwein aus Guadeloupe. Unter der zusammengekniffenen Stirn drohen zwei schräge schielende Augen, wie sie der gefangene Tiger hinter den Gitterstäben eines herumziehenden, billigen Zirkusses macht. Morgans Lippen find dünn und ganz zugeschloffen. Ein paar kleine schwarze Ziegenhaare hängen am Kinn, und ein schmaler, gezwirbelter Schurrbart ringelt sich um Oberlippe und Nasenspitze. Der General ist bleich wie ein gemarterter Heiliger. Er sieht heim­tückisch und leberleidend aus. Er hat einen entblöß­ten Säbel in der rechten Hand, die Spitze der Waffe ragt fingerlang über seinen schwarzgefetteten Kopf. Morgan' hat ein blutrotes Wams an, das am Halse mit einer Schleife gebunden ist. Ueber der Brust ist es offen: ein weißes Hemd quillt heraus und sieht aus wie junger Vogelflaum. Er fyat es aus einer Kaufmannstruhe genommen, die in dem spani­schen Städtchen La Villa de los Cayos in einem Zimmer voll Tabaksduft stand. Sein rechter Arm, der den metallblanken eäbel zur Abwehr schwingt, ist dick und fest und gleicht einer Baumwurzel, die sich drohend aus dem Erdboden streckt.

Hinter ihm wälzt sich eine riesige schwarze und braune Rauchwolke in den Himmel. Der feucht- blaue, westindische Himmel ist von dieser Wolken­walze überzogen. Die Seeräuberflotte jagt mit hohen Masten und schießenden Breitseiten in die kakaobraune Hafenbucht. Sie hat die spanischen Wachtschiffe und die ausladenden Kaufmannsqaleo- nen beim Morgenanbruch überfallen, mit Enter­haken gerammt und in den Grund gebohrt. Das schreiendblaue Meer ist voller Schiffstrümmer: Bal­

ken schwimmen umher, an denen ertrinksnde Spa­nier hängen, umgekippte Boote treiben gleich har­punierten Walfischbäuchen auf dem Wellenscheitel. Mastspitzen starren aus der aufgewühlten Flut, Kisten und Warenballen liegen herausgeschleudert auf dem Strand

Der grüne Jnselstrand ist von einer fleischfarbe­nen Feuersbrunst versengt, die Kokosnüsse in den hohen Palmenwipfeln knallen vor Hitze ausein­ander und vertröpseln dampfend ihre weiße, süße Milch. Aus jedem Stroh- und Holzdach der spani­schen Faktorei schlagen rote, sengende Flammen. Der Turm der Kirche, worin der heilige Sebastian mit pfeildurchspicktem Leib steht und die lächelnde Madonna als Schutzpatronin der Insel thront, ist eine lodernde Feuerfackel, deren Zunge durch das schwarze, schwere Rauchgewölk bis in den Himmel Gottes sticht.

Zwischen den brennenden Hütten und Lagerhäu­sern ist das Ende der Welt angebrochen. Der mit­kämpfende Maler läßt Blutbäche zum blumen­blauen Meere herniederrinnen. Mit großen Helle­barden stechen die Seeräuber in Ziehende Menschen­haufen ein. Johan Morgan aber freut sich, daß in den Edelsteinen, die er als Knöpfe am Wams trägt, sich das Feuer mit sprühendem Glitzern spiegelt.

3etffd>riffen.

Im Februarheft der MonatsschriftD e r Naturforscher (Hugo Bermühler Verlag, Ber­lin-Lichterfelde) berichtet Professor Dr. Ernst Leh­mann über den Schwarzrost und die Berberitzen­frage. Weitere wichtige Aufsätze heißenDeutsches Leinöl deutsches Linnen" von Dr. H. Wolter, Warum Vollkornbrot?" von Dr. med. A. Stimpfl, Der Bau und die Bildung der Perlen" mit zahl­reichen mikroskopischen Aufnahmen von Dr. E. Kessel, Gießen,Die Brutbiologie der deut­schen Greifckogel" mit ausgezeichneten Bildern von Dr. Brüll, ,Meues zur Biologie der weiblichen Keimdrüsenhormone" mit mikroskopischen Aufnah­men von Dr. med. Erich Fels.Vorn seltenen Kiang" in den Steppen Hochtibets veröffentlicht der Zoologe Dr. E. Schäfer, der in Kürze zu einer neuen Asienexpedition aufbrechen wird, eine span­nende Darstellung und ausgezeichnete Bilder über seine Begegnungen mit diesem Tier. Kleine Bei­träge aus allen Gebieten der Naturwissenschaften, Forschungsberichte, Anregungen zur Naturbeob­achtung (über biologische Beobachtungen am Schar­bockskraut), die Bücherschau, die Liste der Neuer­scheinungen und die immer sehr beliebte Preisfrage beschließen das wertvolle und anregende Heft.