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188. Jahrgang
Mittwoch, 5. Zanuar 1938
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Blick ins neue Lahr.
Die politische Feiertagsruhe ist zu Ende, und schon verlangt der Alltag mit der Mannigfaltigkeit seiner Probleme wieder sein Recht. An der Jahreswende sind.mancherlei Bilanzen gezogen worden, wurden überall die machtpolitischen Entwicklungen und Auseinandersetzungen geprüft und gedeutet, wurde manche Losung gegeben und manche Hoffnung ausgesprochen. Zuversicht und Selbstvertrauen war auch außenpolitisch das Motto, unter dem das Reich die Schwelle des neuen Jahres überschritt. In der Neujahrs- botschaft des Führers und Reichs- kanzlers sind knapp und klar die tieferen Gründe dieser ruhigen Selbstsicherheit und eines guten außenpolitischen Gewissens dargelegt worden: Deutschland hat bei seiner Wiederausrichtung niemandem etwas genommen, noch jemandem Schaden zugefügt, und ebenso wie die Erstarkung Deutschlands auf friedlichem Wege und mit friedlichen Mitteln vor sich ging, so fällt auch das ganze Machtgewicht des neuen Reiches in die Waagschale einer friedlichen, und gesicherten Entwicklung des Völkerlebens.
Nun sind wir freilich nicht allein auf der Welt. Ueberall prallen wir auf eine Mauer frem- d'er Wünsche und fremden Willens, und wenn deshalb die Frage auftaucht, was das neue Jahr außenpolitisch bringen wird, so wissen wir zunächst nur, daß die Entwicklung nicht von uns allein abhängt und daß die Entscheidungen in erster Linie bei der Gesamtheit jener großen Mächte liegt, die in der Lage und berufen sind, geschichtsbildend zu wirken. Die deutsche Außenpolitik ist gradlinig und klar in ihren Grundsätzen und Zielsetzungen. Noch kürzlich erst hat Herr Chamberlain das gewichtige Wort gesprochen, man besitze nunmehr einen ziemlich klaren Ueberblick über die Probleme, deren Lösung Deutschland für notwendig erachte. ^Kann man das Zeugnis gleicher Klarheit und positiver Zielsetzung auch den beiden großen Gegenspielern, der Politik Frankreichs und Englands ausstkstlen?
Genau besehen, leiden beide zunächst und vor allem an dem gleichen liebel: sie bejahen beide nicht die Entwicklungen, die das Weltbild und die machtpolitischen Gruppierungen in den letzten Jahren so entscheidend und von Grund ‘auf gewandelt haben. Sie stehen davor mit der Miene und der Grundhaltung des verdrossenen Mitspielers, dem die Dinge entgegen dem eigenen Wollen vielfach ganz anders gelaufen find, und der, eben aus dieser Verdrießlichkeit über manche verlorene Partie, sich auch nur schwer zu einem gerechten Urteil und nützlichen europäischen Programm aufraffen kann Psychologisch ungewöhnlich aufschlußreich war eine außenpolitische Jahresbilanz des e m p s". In einer seltsamen Mischung von Verzichtstimmung und Ueberhebltchkeit ließ das führende französische Blatt die Ereignisse des abgelaufenen Jahres noch einmal vorüberziehen, und sowohl in der Deutung und Bewertung des Vergangenen, bereits Geschichte Gewordenen,' wie in Den Schlußfolgerungen für die Zukunft wurde die ganze Befangenheit deutlich, die einer befreienden Wendung der französischen Politik auch heute noch entgegensteht. So ist es zwar verständlich, wenn sich in französischen Augen^ der Zusammenbruch des liebgewordenen Genfer Systems der „kollektiven Sicherheit" mit einem Unterton des Bedauerns darstellt. Und wenn der „Temps" dies nicht zuletzt auf die Mitwirkung Moskaus in Genf zurückführt, so ist das sogar' ein beachtliches Zeichen nüchterner Erkenntnis. Aber was soll man sagen, wenn heute noch auf der Minusseite der französischen Bilanz auch Vorgänge und Ereignisse wie die Wiederherstellung d-er deutschen Souveränität im Rheinland oder die Wendung Belgiens, Polens, Jugoslawiens usw. zu einer Politik der Unabhängigkeit und guten Nachbarschaft verzeichnet werden? Hier hat der „Temps" in der Tat die letzten und eigentlichen Schwierigkeiten einer deutsch-französischen Verständigung berührt und offenbar werden lassen.
Wir wissen es ja: auf die Frage, ob Frankreich an jenem 7. März 1936, da deutsche Truppen über die Rheinbrücken marschierten und deutsches Land „besetzten", irgendein Leid zugefügt oder Unrecht geschehen sei, gibt es drüben bis heute noch die gleiche Antwort, die auch der „Temps" noch für- zeitgemäß hält: die französische „Handlungsfreiheit", das Funktionieren der französischen Ostbündnisse habe seit jenem Tag einen empfindlichen Schlag erhalten, sei ngn ein „schwieriges strategisches Problem" geworden. Zugegeben, daß dem so ist. Aber mit welchem Recht — es sei denn jener Versailler Siegerwahnsinn, auf den man sich heute auch in Frankreich nicht mehr gern beruft — fonhte man die Wehrlosigkeit deutschen Landes als Voraussetzung der französischen „Sicherheit" verlangen oder etwa für alle Zeit beanspruchen? Wenn der 7 März 1936, an dem man heute noch psychologisch in Frankreich krankt, gewissen Interventionsmöglichkeiten einen Riegel vorgeschoben hat, so ist er deshalb noch lange nicht ein Minuspunkt der europäischen Entwicklung. Ein Minuspunkt ist vielmehr jene Einstellung, die immer noch die U n - ficherheit eines anderen zur Voraussetzung der eigenen „Sicherheit" machen möchte.
Es ist nicht nur das deutsch-französische Verhältnis, das dadurch belastet wird Auch zum tieferen Verständnis der Politik von Ländern wie Belgien, Polen und Jugoslawien versperrt Frankreich sich auf diese Weise den Weg. Nach dem „Temps" sieht es so aus, als ob die Wendung dieser Staaten zu einer Politik der Unabhängigkeit und nachbarlicher Verträglichkeit gegen ihren Willen lediglich durch die Tatsache erzwungen sei, daß auf den französischen Bündnismechanismus wegen des „eisernen Dorhan-
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Der neue Kurs in Rumänien.
Llmfaffende Raffenschutzmaßnahmen des Kabinetts Goga. — Gegen den jüdischen Einfluß in der rumänischen Landwirtschaft.
Bukarest, 4. Jan.. (DNB.) Das Regierungsblatt „Tzara Noastra" veröffentlicht eine Verfügung des Arbeitsministeriums, durch die jedem Juden untersagt wird, eine christliche Bedienstete unter 40 Iah.ren in Dienst zu halten. Die Arbeitsämter sind angewiesen, jede Anstellung dieser Art zu verweigern. 'Die Verfügung wird mit den zahlreichen Fällen begründet, in denen Juden rumänische Jugendliche als Dienstmädchen ange= worben haben, um Mädchenhandel zu treiben. Das rumänische Innenministerium hat auch eine Reihe von Provinzzeitungen verboten, die ganz oder fast ausschließlich von Juden redigiert wurden. Darunter befinden sich sämtliche in deutscher Sprache erscheinenden Judenblätter von Czernowitz. Weitere Verbote von Blättern, die gegen die Belange des Rumänentums verstoßen haben, stehen bevor.
Die von der rumänischen Regierung gegen die jüdische Überfremdung angekündigten Maßnahmen mittels besonderer Gesetze haben die Juden zu Versuchen veranlaßt, das rumänische Volksvermögen zu schädigen, indem sie in großem Maße Valuten verschieben. In den nationalen Kreisen Rumäniens hat diese Haltung der Juden große Erbitterung ausgelöst. Umsomehr, als bisher nicht die geringste judenfeindliche Ausschreitung vorgekommen ist, da die nationalchristliche Bewegung ihre Anhänger in größter Zucht und Ordnung hält. Das jüdische Vorgehen ist öffenbar darauf berechnet, Verwirrung im Lande zu schaffen und die rumänische Wirtschaft zu benachteiligen. Man erwartet, daß die Regierung gegen diese Machenschaften einschreiten wird.
Die Maßnahmen der rumänischen Regierung Goga gegen die Judenschaft finden ihre ganz simple Erklärung darin, daß die rumänische Juoen- schaft fast ein Zehntel der Bevölkerung des Landes ausmacht, wirtschaftlich aber geradezu eine Monopolstellung hatte. Nächst Polen ist Rumänien der am stärksten durch Juden überfremdete europäische Staat. Die nationalrumänischen Zeitungen geben die Gesamtziffer der unter ihnen lebenden Juden mit rund 2 Millionen an. Nach der offiziellen Zählung sind es zwar nur rund IV2 Millionen, aber gerade in den letzten Jahren, als die antisemitische Bewegung in Rumänien immer stärker wurde, sind zahlreiche Juden, oft ganze Familien, zur rumänisch-orthodoxen Kirche übergetreten, vielleicht, weil sie den Wetterumschwung witterten, und diese wurden natürlich als Rumänen gezählt.
Das jüdische Vvlkselement hat sich in Rumänien in zunehmendem Maße eiijgeniftet, als das Land im vorigen Jahrhundert sich von der türkischen Oberherrschaft befreite und sich entwickelte. Rumänien durchlief sehr schnell das Zeitalter des Frühkapitalismus, das in westlichen Staaten Jahrhunderte währte. Im Jahre 1828 gab es in ganz Rumänien nur 25 000 Juden. Mit der Entwicklung der rumänischen Wirtschaft strömten immer mehr Juden hinzu, obgleich bis zum Weltkrieg der Jude nicht rumänischer Vollbürger werden und keinen
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Unser Bild zeigt das neue rumänische Kabinett:,!. Ministerpräsident M. Octavian Goga; 2. Staatsminister ohne Geschäftsbereich M. A. C. C u 3 a ; 3. Außenminister M. Jstrate M i c e 5 c 0 ; 4. Innenminister M. Armand Calinesco; 5. Nationale Verteidigung: General M. A n 10 n e s c 0 ; 6. Arbeitsminister M. GH. C u 3 a ; 7. Landwirtschafts- und interimistischer Verkehrsminister M. Virgil P 0 t a r c a ; 8. Volkserziehung M. I. Petro- v i c i; 9. Kultusminister M. I. Lupas; 10. Justizminister M. Radulesco-Mehedinti.
(Associated-Preß-M.)
Grundbesitz in Stadt oder Land erwerben konnte. Auch war es ihm verboten, Güter, Gaststätten, Mühlen usw. 3U pachten. Das ist nach dem Kriege anders geworden. Die rumänischen Juden nützten die Unerfahrenheit der rumänischen Bauern aus und traten als Inhaber der ihnen verliehenen Schankkonzessionen 3ugleich ass Kreditgeber für die Bauern auf, wodurch sie die Bauerngüter 3ur Versteigerung und in ihre Hand brachten.'. Weiter waren sie Viehhändler und Getreideaufkäufer und beherrschten auch dadurch das bäuerliche Wirtschaftsleben. So wurde der rumänische Bauer aus- gebeutet. Hin3u kam, daß die Juden immer mehr rumänischen Boden in ihren Besitz brachten, seitdem der Weltkrieg ihnen die Befreiung von den ausschließenden Vorschriften gebracht hatte. Allein in Bessarabien, das direkt an Sowjetrußland greift brachten innerhalb von acht Jahren die Juden 110 000 Hektar des rund 2 Millionen Hektar betragenden Ackerbodens in ihre Gewalt.
< Wie überall so versuchten die Juden auch in Rumänien, sich der intellektuellen Berufe 3U bemächtigen. In der Anwaltschaft hatten" sie das Uebergewicht, die Aerzteschaft war überwiegend mit Juden versehen, die Presse war sehr stark in jüdischen Händen. Schon 1935 wurde in einer Stati
stik nachgewiesen, daß von 2854 Büchern, die feit 1920 in rumänischer Sprache erschienen, 1708 von jüdischen Autoren verfaßt waren. Von 14 000 Broschüren erschienen allein 11215 in einem einzigen jüdischen Verlagshause. Von 6520 Journalisten roar^n 5105 Juden. Die Juden beherrschten das rumänische Versicherungswesen zu 81, das Transportwesen zu 74, die Handelsgesellschaften zu 78, die chemische Industrie zu 68, die elektrotechnische zu 64 0. H. und im Lebensmittelhandel waren sie mit über 56 v. H. vertreten^. Alles ging durch Ju» denhände, überall saßen sie, wo es Geld zu verdienen gab; die rumänische Volkswirtschaft war ihnen hörig.
Die Gegenbewegung konnte anfänglich in ihrem anscheinend hoffnungslosen Kampfe nicht vorwärts- kommen, da die Liberalen unter den Großkapitalisten der Bratianu-Familie eng mit den Juden verbunden waren und die antisemitische Bewegung des Professors Cuza, der jetzt als Einundachtzigjähriger in das Kabinett Goga aufgenommen worden ist, nicht aufkommen ließe-n. Jetzt ist diese Bewegung zum Ziele gelangt, Rumänien wird gesäubert, und die Judenschaft klopft vergeblich um Einlaß an die Psorten der Nachbarländer. D. S.
ges am Rhein" kein unbedingter Versaß sei! Es wird also ein Vorgang negativ gedeutet, der zu den e r f r e u l i ch st e n' Erscheinungen der Gegenwart gehört, und gleichzeitig wird mit seltsam berührender Anmaßung jenen Staaten nachgesägt, daß sie sich im Grunde in der Rolle des Unverträglichen und im Zustand der Spannungen w 0 h l e r g e - fühlt hätten! Gegen solche 23erfennung der Fried- williakeit Dritter Stellung zu nehmen, ist nicht unsere Aufgabe. Wenn hier darauf eingegangen wird, so um das in vielem Unzeitgemäße des französischen politischen Denkens zu charakterisieren. Denn im Gründe liefert der „Temps", unfreiwillig, selbst das stärkste Argument gegen die „kollektive Sicherheit" und die Bündnispolitik alten Stils: indem er dartut, daß diese Art von „Sicherheit" das Vorhandensein von zwischenstaatlichen Spannungen und Gegenständen geradezu als Voraussetzung ihrer selbst braucht und infolgedessen auf eine Ermunterung zur Unverträglichkeit hinaus- läuft.
Diese Konsequenz der Kollektiv-Politik und nicht jener 7. März 1936 ist auch der Grund, weshalb die französische Europa-Politik sich überlebt und soviel Boden verloren hat. Will sie das ändern, bann wird sie dort tatkräftig ansetzen müssen, wo scharf- denkende französische Politiker heute zum Teil schon angelangt sind: bei der Erkenntnis, daß Frankreich von einem Lande der „Unbegrenzten" Interessen zu einer Macht werden muß, die sich auf ihre wirklich legitimen Interessen beschränkt. Je mehr man sich in Frankreich darüber klar wird, je mehr man — wie kürzlich auch Flandin — das Fragwürdige und Gefährliche der Rolle des „Polizisten" in Europa einsieht, desto eher ist auch der Ausgleich mit Deutschland möglich. Denn niemand in Deutschland wird berechtigten französischen Lebensinteressen in den Weg treten wollen
Im Grunde steht auch die englische Politik vor ganz ähnlichen Problemen, und ähnlich wie Frankreich schwankt auch England zwischen neu au dämmernden wirklichkeitsnahen Erkenntnissen
und alten Illusionen. Die Kette der englischen Sorgen reicht heute von Spanien, über dös Mittelmeer und die gärende arabische Welt bis zu den Auseinandersetzungen in Fernost. Und Herr Eden versichert .mit ganz bestimmter Betonung immer wieder, daß England sich auch an dem Wohlergehen Mittel- und Südosteuropas „nicht desinteressieren könne". Ein so nüchterner Publizist wie Garoin weist im „Obseroer" seit Jahr und Tag darauf hin, daß es Rangunterschiede in dieser schweren Last englischer Verpflichtungen gebe, und daß diese Last leichter zu tragen, der Weg der britischen Politik erfolgreicher sein würde, wenn sie auf die Wahrung der Empire-Belange beschränkt wäre und all. das abstoßen könnte, was sie aus den Bezirken des „unteilbaren Friedens" sich noch dazu aufgebürdet hat. Dies ist in der Tat das Kernproblem der gegenwärtigen englischen Politik- und zugleich eine Frage, über die bisher in London alles andere als Klarheit besteht.
Wenn wir richtig sehen, liegen drei verschiedene Tendenzen miteinander in Widerstreit. Die eine stammt noch aus der alten Versailler Welt und mündet in die Vorstellung von ber allgegenwärtigen Polizistenrolle im Dienste der Machtlage von 1919. Sie heute gleichzeitig auf allen Fronten durchzuhalten, geht — das wissen auch ihre Anhänger — selbst über Englands Möglichkeiten. So entstand in jenen Kreisen um die Jahreswende der phantastische Plan einer französisch-englischen Arbeitsteilung: England sollte in Fernost aktiv werden, Frankreich sollte unterdessen in Europa „für Ruhe sorgen". Diese allzu primitive und die tatsächlichen machtpolitischen Verhältnisse nerkennende „Konzeption" hat in Regierungskreisen keinen Anklang gefunden. Es ist wieder still um sie geworden. Der publizistische Vertreter des entgegengesetzten Programms ist ein Mann wie Garoin. Dieses Programm läßt sich dahin zusammenfassen: Beschränkung auf die echten Empire- Belange, auf die britischen Lebens- intereffen; d. h. dann aber auch, Frieden machen in Europa, Anerkennung der deut
schen Notwendigkeiten (Kolonien), der natürlichen Schwerkraft des Deutschen Reiches in Mitteleuropa wie der Realität des italienischen Imperiums im 'Mittelmeerrc^im.
Ein Blick auf die Beziehungen Englands zu Deutschland und zu Italien zeigt, daß man sich in London aych zu diesem Programm weiser Selbstbeschränkung noch nicht verstehen kann. Es bleibt die- dritte Möglichkeit, und sie scheint den verantwortlichen englischen Staatsmännern noch am nächsten zu liegen: z u rügten, Zeit zu gewinnen und im übrigen auf eine Besserung der machtpolitischen Konstellation zu hoffen — man erwartet in erster Linie zunehmende Schwierigkeiten Japans — um so am Ende weder hinsichtlich der Einflußnahme in Europa noch hinsichtlich der Empire-Belange von der Bühne abtreten zu müssen. Man sagt, daß D e I b 0 5 auf seiner letzten Rundreise derartige Mitteilungen über die strategische Linie der britischen Politik gemacht hat, und es bildet eine interessante Ergänzung dazu, wenn Benesch kürzliche dem neuen Jahr die Prognose stellte, „ein Jahr der Verhandlungen, des Diskutierens und des Abschlusses vorläufiger Vereinbarungen" zu werden. Die Entwicklung wird bald zeigen, ob das Jahr 1938 für England lediglich die Funktiön der „Zwischenzeit" hat und ob es „vorläufig" mit taktischem Lavieren und Fortsetzung der Rüstungen ausqefüllt werden soll. ' Dr. Hans von Malottki.
Der (Haulejier bonff
TIS(5. Zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel sind mir von zahlreichen Parteigenossen und Volksgenossen Grüße und Glückwünsche übermittelt worden, für die ich auf diesem Wege herzlichst danke.
heil Hitler!
gez. Sprenger.


