Ausgabe 
4.10.1938
 
Einzelbild herunterladen

Aus den Gießener Gerichtssä'len.

Gondergericht in Gießen.

Das Sondergericht verhandette zunächst gegen den Karl Weigand aus Großen-Linden. Der Ange­klagte, der in sozialdemokratischen Gedankengängen ausgewachsen war, hatte als Gefolgschaftsmitglied emer Gießener Firma zersetzende Hetzreden geführt. Cr hatte sich daher wegen Vergehens gegen § 2 des Heimtückegesetzes vom 20. Dezember 1934 zu verantworten. Der Angeklagte bestritt im wesent­lichen die ihm zur Last gelegten hetzerischen Aeuße- rungen. Er wurde aber durch die Zeugenaussagen im Sinne der Anklage überführt.

Der Staatsanwalt beantragte gegen den Ange­klagten eine Gefängnisstrafe von vier Monaten un­ter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Vertei­diger beantragte Freisprechung seines Mandaten.

Das Sondergericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von zehn Wochen, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt.

*

In der Nachmittagssitzung hatte sich der Ludwig K i r n b e r g e r, zuletzt wohnhaft in Friedberg, gleichfalls wegen Vergehens gegen § 2 des Heim­tückegesetzes zu verantworten. Der Angeklagte, der aus Wien stammt und ehemaliges Mitglied der österreichischen Sozialdemokratischen Partei und der Vaterländischen Front ist, hatte nach jahrelanger Erwerbslosigkeit in unserer Gegend bei der Reichs­

bahn Arbeit und Brot gefunden. 3m Gegensatz zu feinen anderen ostmärkischen Kameraden erwies er sich als großer Drückeberger. Als ein anderer Wie­ner vorschlug, gemeinsam für den Unterkunftswagen des Bautrupps ein Führer-Bild zu kaufen, machte der Angeklagte eine ganz unerhörte Bemerkung.

In der Hauptverhandlung will der Angeklagte sich an nichts mehr erinnern können. Aber auch er wurde durch Zeugenaussagen überführt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von Zehn Wochen. Die Untersuchungshaft wurde dem Angeklagten mit zwei Monaten angerechnet.

Amtsgericht Gießen.

Die Ehefrau E. K. aus Gießen war bei einer Gießener Familie beschäftigt. Ihrer Arbeitgeberin fehlten am 1. August .12 Mark und am 2. August 5 Mark. Der Verdacht fiel auf die'Angeklagte. Man fand in ihrer Geldbörse Geld und getrennt hiervon in ihrer Handtasche wettere fünf Mark. Diesen letz­teren Betrag vermißte aber gerade ihre Arbeit­geberin. Die Angeklagte bestritt energisch, sich ftraf- bar gemacht zu haben. Sie blieb bei ihrer Dar­legung, obwohl ihr nachgewiesen wurde, daß sie in der fraglichen Zeit mehr Geld ausgegeben hatte, als sie verdiente und an Unterstützung bezog. Da die Hauptbelastungszeugin ausgeblieben war, mußte der Termin abgefetzt werden.

Aus der engeren Heimat.

Wie schütze ich mich vor Lleberlragung der Kinderlähmung?

Der Amtsarzt des Staatlichen Gesundheitsamtes Schotten, Dr. Jockel, veröffentlicht imSchottener Kreisblatt" folgende Mitteilung:

Das Wiederauftreten der Kinderlähmung in Schotten gibt Veranlassung, alle Volksgenossen auf folgendes hinzuweisen: An der Kinderlähmung er­kranken meist die weniger widerstandsfähigen Klein­kinder. Erwachsene beherbergen insbesondere aus der Hingebung Erkrankter sehr oft die Erreger in ihrem Nasenrachenraum, ohne dabei krank zu fern. Wahrscheinlich wird die Krankheit durch solche Keim­träger häufiger übertragen als durch Erkrankte selbst. Da aber solche an sich gesunde Keimträger nicht zu erkennen sind, so müssen Angehörige unD Wohnungsgenossen, sowie alle die mit dem Kran­ken in Berührung gekommen sind, damtt rechnen, daß sie möglicherweise die Krankheit wetter verbrei­ten und daher folgende Vorsichtsmaßregeln genaue­stens beachten:

Sie sollen sich davon hüten, andere Personen an­zuhusten, beim Husten oder Räuspern ein Taschen­tuch vorhallen, unnötige Berührungen, insbesondere Küssen unterlassen, eigene Handtücher und Taschen­tücher benutzen und häufig ihre Hände, waschen. Unbedingt aber sollen sie jedoch unnötige nahe Be­rührung mit Kindern vermeiden, die um so emp­fänglicher für die Ansteckung sind, je kleiner sie, sind. Es ist ferner empfehlenswert, ein Munüdesinfizienz (Panflavin, Formamint u. dgl.) täglich mehrmals zu nehmen. Auch Gurgeln und mehrmalige tägliche Mundreinigung können gute Dienste tun.'

Unbeleuchteter Kartoffelwagen als Unfallursache.

* Lang-Göns, 4. Oft. Am gestrigen Montag gegen 19 Uhr ereignete sich auf der Landstraße Lang-GönsKirch-Göns dadurch ein U n f a 11, daß ein Kartoffelfuhrwerk unbel suchtet auf der Land ft raße stand, auf das ein Per­sonenauto auf fuhr. Bei dem Anprall des Kraftwagens wurden zwei Personen verletzt, das Auto schwer beschädigt. Die behördlichen Ermitt­lungen wurden alsbald eingeleitet.

Landkreis Gießen.

Großen-Linden, 3. Oft. Die Herbst- sammlung für bas Deutschtum im Aus­land ergab den ansehnlichen Betrag von 123 Mark. Daß das Ergebnis wett über dem vorigen liegt, ist wohl auch auf den Einfluß der Ereignisse im sude- tendeutschen Gebiet zurückzuführen. Als Ergebnis des A e h r e n l e s e n s unserer Schiller konnten der NSV. zwei Zentner ausgedroschener Frucht zur Verfügung gestellt werden. Die Schüler der zwei obersten Jahrgänge suchten vor der Kartoffelernte mehrmals die Felder nach dem Kartoffelkäfer ab, glücklicherweise wurde aber der Schädling nir­gends gefunden. ~ m

< Leihgestern, 4. Okt. Ihren 80. (Be­hüt t s t a g kann am heutigen Dienstag, 4. Okto der, Frau Sophie Gibb Wwe., geb. Textor,, in guter Gesundheit begehen. Unseren herzlichen Gluckwunsch. Am 1. Oktober oerftarb in Bad-Nauheun, wo er bei seinem Sohn in letzter Zeit wohnte, der hiesige langjährige Lehrer und spätere Rektor Hein­rich Jung tm 82. Lebensjahre. Ähre s 11 b e r n e Hochzeit können am Mittwoch, 5. Oktober, der Eisenbahn-Rangiermeister Karl Ulm und Ehefrau Marie, ged. Heß, Schillerstraße 9 dahier wohnhaft, begehen. , ...

8. Lang-Göns, 3. Okt. Für die Arbeit des VDA. (Volksbund der Deutschen im Ausland) wurden von den hiesigen Schulkindern 36 Mark ge­sammelt. v ,

# Mainzlar, 3. Okt. Die hier von der Schul­jugend durchgeführte VDA. - Sammlung er­brachte einen Betrag von 30,40 Mark.

> Allend orf a. d. Lumda, 3. Okt. Am Samstagabend fand hier eine Versammlung des Reichsluftschutzbundes statt, die von Un- tergruppenführer Döll gefettet wurde. Schulungs­leiter Dr. M i 11 e rm e i e r hielt einen lehrreichen Dorttag über richtige Verhaltungsmaßregeln bei Luftangriffen.

Kreis Friedberg.

5) Münzenberg, 3. Okt. Nachdem vor weni­gen Wochen Bürgermeister W e tz in den Ruhestand trat, wurde jetzt Ortsgruppenleiter Ludwig Metz­ger als neuer Bürgermeister in fein neues Amt eingeführt. Kreisdirektor Dr. Braun nahm in einer Sitzung der Gemeindevertretung die^Ver­eidigung des neuen Bürgermeisters vor. Dieser übernahm sofort die Amtsgeschäfte der Gemeinde. Die Dorfbewohner brachten am Samstagabend dem neuen Bürgermeister ihre Glückwünsche dar. Nach­dem in traditioneller Art ein Tannenbaum vor Dem Hause des Bürgermeisters gepflanzt worden war, gratulierte Pg. Weiß dem Bürgermeister mit herzlichen Worten. Hierauf wurden von dem Dat­schen Frauenwerk und von dem BDM. kle'ns Ge­schenke überreicht. Bürgermeister Metzger dankte für die Glückwünsche und gab der Hoffnung auf

gute Zusammenarbeit Ausdruck. Er lud darauf alle Anwesenden zu einem Glas Bier ein, wobei man noch einige gemütliche Stunden verbrachte.

Kreis Schotten.

>( Ruppertsburg, 3.Okt. Während im Sep­tember 1934 in unserer Gemarkung 6173 Obstbäume gezählt wurden, konnten jetzt bei der Obstbaum - zählung 6350 Bäume festgestellt werden. Es sind also nahezu 200 Bäume mehr, obgleich in den letzten Jahren sehr viele abgängige Bäume, namentlich Zwetschenbäume, beseitigt werden mußten.

Kreis Alsfeld.

£ Bernsfeld, 3. Okt. Heute gegen 13 Uhr kam hier ein seltener Gast an. Ein Schwan hatte sich hierher verflogen und konnte, da er vollkommen erschöpft war, von hiesigen Einwohnern eingefangen werden. Das Tier hat eine beträchtliche Größe und wurde hier in Pflege genommen.

GrauenhafleTateines Geistesgestörten

Lpd. Frank f urt a. M., 3. Okt. In dem Haus Speyrerstraße 19 ereignete sich in der Nacht zum Montag ein grauenhafter Vorfall. Im 1. Stock lebte Das in den 70er Jahren stehende Geschwisterpaar G. Beide Leute waren bereits wegen ihres Geistes­zustandes längere Zeit in . einer Heilanstalt, von dort aber als gehellt wieder entlassen worden. Gegen Mitternacht erschoß nun der 68jährige Emil G- seine 71jährige Schwester Anna, dann richtete er die Waffe gegen s i ch und brachte sich einen so­fort tödlich wirkenden Schuß in den Kopf bei. Vor­her hatten die beiden Leute Abschiedsbriefe recht verworrenen Inhalts geschrieben; einige Briefe flatterten auch auf der Straße umher. Außerdem hatte G. in den beiden Zimmern Feuer angelegt, so daß die Räume fast völlig ausbrannten. Als das Feuer bemerkt wurde, fand man die beiden allen Leute und entdeckte die furchtbare Tat, die nach den polizeilichen Feststellungen zweifellos in geistiger Umnachtung begangen wurde.

Großhandel mit gestohlenen Fahrrädern

Vier Jahre Zuchthaus und Sicherungsverwahrung.

LPD. Marburg, 3. Okt. In einer ausgedehnten Verhandlung beschäftigte sich die Große Strafkam­mer mit dem 39jährigen Karl Schütz aus Neu­stadt, der sich neben anderen Straftaten des Dieb- stahls von 35 Fahrrädern schuldig gemacht hatte. In den meisten Fällen hatte Schütz die ge- stohlenen Fahrräder durch drei Mittelsmänner, Die jetzt wegen Hehlerei ebenfalls auf der Anklagebank saßen, veräußert. Außerdem hatte er eine geschie­dene Frau, mit der er verlobt war, nach und nach um 400 Mark leichter gemacht. Einem Bauer in Erksdorf bei Kirchhain sandte er einen Brief des Inhalts, daß er bei verbotenem Handel mit Butter und Eiern in Marburg bemerkt worden fei. Zwecks Vermeidung einer Anzeige müsse er sofort 130 Mk. postlagernd nach Marburg senden. Der Bauer über­gab den Brief der Polizei, und als anonymen Erpresser stellte man Schütz fest, der sich ferner noch einer wissentlich falschen Anschuldigung schuldig machte, indem er einen Bauer aus Wohra bei der Polizei eines Fahrraddiebstahls bezichtigte. Beim Verkauf eines gestohlenen Fahrrades stellte Schütz eine Bescheinigung mit falscher Namensunterschrift aus. Wegen dieser Delikte wurde Schütz zu insge­samt vier Jahren Zuchtbaus verurteilt. Da er mehrmals einschlägig vorbestraft ist, ordnete das Gericht die Sicherungsverwahrung gegen ihn an. Der 52jährige Karl Berk erhielt wegen fortgesetzter gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei IV» Jahre Zuchthaus, zwei weitere Hehler wurden 'zu zwei Monaten Gefängnis bzw. 35 Mark Geldstrafe verurteilt.

jRunbfiinfprogramm

Mittwoch, 5. Oktober.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzcrt. 7: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 950: Gaunachrichten. 9.40: Kleine Rat­schläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk. Ein deutscher Komponist in Egerland. Eine musikalische Hörfolge um Händel. 11.45: Ruf ins Land. 12: Werkskonzert. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Jeder hört zu! 15: Bilderbuch der Woche. 15.15: Nachtigal fährt nach Togo und Kamerun. 16: Kaffee verkehrt aus Wien.Die Wie­ner Mittwoch-Jause" bringt Gesang, Musik und Fröhlichkeit. Einlage (17 bis 17.10): Der Schiefer- Hammer. Ein Kindhei-tserinnerung. 18: Ein Wort an alle. 18.10: 300 Meter bergauf bergab. Mit dem Kurzwellensender auf dem Malberg bei Bad Ems. 18.30: BDM.-Werk Glaube und Schön­heit. Pflege deutscher Hausmusik durch den BDM. 19: Fliegendes Deutschland. Monteure am Werk. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautspre- sprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unterhaltungskon­zert. 22: Nachrichten. 22.30: Musik aus Wien. 24 bis 2: Nachtkonzert.

<9 Jl.-'SpOTt

Vereinszusammenschluß in Heuchelheim.

Schon vor einiger Zeit waren in den beiden Lei­besübungen treibenden Vereinen Heuchelheims Nei­gungen "vorhanden, die auf eine Vereinigung hin­zielten. Durch die Initiative und Vermittlung des Ortsgruppenleiters Wobkerin jüngster Zeit wird die Vereinigung nun in die Tat umgesetzt. Eigent­lich handelt es sich ja um eine Wiedervereinigung. Derrn der SDH. 1920 ist aus dem Tv. Heuchel­heim heroorgegangen. Die tiefere Ursache der Tren­nung lag damals bei Den oberen Sportbehörden, deren Kurzsichtigkeit und Kastengeist nicht zuließ, daß Vereine das Turnen und gleichzeitig das Fuß­ballspiel pflegten.

Die beiden Dereinsführungen haben in den nun­mehr zum Abschluß gekommenen vorbereitenden Be­sprechungen den 1. Oktober als Zeitpunkt des Zu­sammenschlusses bzw. Wiedervereinigung bestimmt. Dem Namen nach erlischt der Sportverein 1920 Heuchelheim, existiert jedoch als Fußballabteilung des Turnvereins aktiv weiter.

Im Interesse beider Vereine sowie von ganz Heu­chelheim liegt es, wenn der Sport in Heuchelheim zu einer Einheit wird. Die Leistungen aller Abteilun­gen werden bestimmt eine Steigerung erfahren, wenn sich die in beiden Vereinen vorhandenen Kräfte passend ergänzen.

Es bieibt bei

BerlinHamburg - Leipzig.

Der ursprüngliche Plan, den Dreistädtekampf im Kunstturnen zwischen' Berlin, Hamburg und Leip­zig zu einem Bierstädtekampf mit Wien zu erwei­tern, ist vorläufig zurückaeftellt worden. Wie wir von der Reichssportführung hören, fühlen sich die Wiener Turner noch nicht stark genug, um in einen auf so hoher Stufe stehenden Kampf eingreifen zu können. Dazu kommt, haß die Runde der Austragungs­kämpfe erst mit der am 16. November in Leipzig zur Durchführung kommenden Veranftattung abge­schlossen wird. Es bleibt also diesmal noch beim Dreistädtekampf.

Geher auf Nekordjagd.

Die erste Klasse der deutschen Geher versammelt sich am kommenden Sonntag geschloffen auf dent Sportplatz Friedrichshain in Berlin. Hier werden zwei Wettbewerbe über eine und über drei Stun­den ausgetragen, die beide als Rekordversuche an­zusehen sind. Den schon 30 Jahre alten Stunden­rekord von Paul G u n i a mit einer Leistung von 13,009 Kilometer wollen die deutschen Meister H. Schmidt (Hamburg) und W. Schmitt (Berlin), ferner Krüger (Köln), Seeh (Haag), Modes, Höhner (beide Leipzig), Fecht, Rövesath (beide Hamburg) und Horlemann (Berlin) mit Unterstützung von Schwab Vater und Sohn angreifen, lieber drei Stunden dürste der Versuch bestimmt gelingen, da diese Sttecke erst im Vorjahre als rekordfähig von der IAAF, anerkannt worden ist. Mit Ausnahme von Meister Dill, der am Sonntag die deutschen Farben in Mailand vertritt, sind mit Peters, B'ei- weiß (Berlin), Nagel, Blau, Prehn (Leipzig), Al­brecht (Mainz), Bauer (Stuttgart) und vielen an­deren namhafte Bewerber am Start.

Leichtathletik -Bekorde in Kopenhagen.

Bei einem Leichtathletik-Sportfest in Kopenhagen verbesserte der schwedische Meisterläufer Lennart Strandberg über 200 Meter den Landesrekord von 21,6 auf 21,5 Sek. Mit 21,8 Sek. holte der als

Zweiter einkommende Holger Hansen noch eine dänische Bestleistung heraus. Auf der gleichen Ver­anstaltung wurde die dänische Meisterschaft im 20 - Kilometer - Gehen entschieden, die Diggo Ing-» Dorfen in 1:37:15,8 gewann.

Rekorde fielen auch bei einem leichtathletischen Treffen in Malmö zwischen Kopenhagen und bet schwedischen Provinz Schonen. Birgit Lund- ström erzielte im Diskuswerfen mit 44,38 Meter eine neue schwedische und Edith H a n s e n im Speer­werfen mit 43,21 Meter eine neue dänische Best­leistung. Ihren knappen Sieg von 80:77 Punkten verdankten die Kopenhagener Mädel der vielseitigen Inge S m i t h - N i e l s e n , die allein drei Wett­bewerbe gewann.

Englandfahrt unserer Bennwagen.

Das ursprünglich abgesagte englische Autorennen um den Großen Preis von Donington-Park wird nachgeholt, und zwar noch in diesem Monat. Da die beiden kommenden Samstage internationale Ver­anstaltungen in Brookland und auf der Kristall­palast-Bahn bringen, kommen für das Donington- Park-Rennen nur noch der 22. ober 29. Oktober in Frage. Die Entscheidung, welcher Tag gewähll wird, ist noch nicht gefallen. Schon jetzt haben aber Auto-Union und Mercedes-Benz erklärt, daß sie ihre Meldungen aufrechterhalten und mit je vier Wagen starten werden. Für die Untertürkheimer besteht sogar die Möglichkeit, daß ihr Europameister Rudolf Caracciola bis dahin von feiner Fußver­letzung soweit wiederhergestellt ift, daß er starten kann.

Budge und Bromwich geschlagen.

Zwei große Ueberraschungen brachten die Süd- west-Pazifik-Tennismeisterschaften in Los Angeles. Weltmeister Donald Budge, der seit zwei Jahren in keinem Turnier besiegt wurde, mußte sich dem Austtalier Adrian Quist beugen, der 7:5 6:2 5:7 6:3 gewann. Schon beim Davispokalkampf hatte Quist gegen den Kalifornier keine schlechte Rolle ge­spielt. Nach Budge wurde auch der von vielen Ten­nis-Sachverständigen an die zweite Stelle der Welt­rangliste gesetzte Australier John Bromwich aus dem Rennen geworfen. Der Führer der australischen Daoispokal-Mannschaft Harry H o v m a n n schlug seinen Landsmann in drei Sätzen 6:3 6:3 10:8.

Kurze Sportnotizen

Der Berliner Werner Beu 1 hner ge­wann beim Tennisturnier in Varese zusammen mit dem Italiener Palmieri das Männerdoppel gegen bei Bello-Sada 6:4, 6:2, 2:6, 9:7 und war auch mit ber Italienerin Tonolli als Partnerin im Gemisch­ten Doppel 6:1, 6:2 gegen Frl. Heidtmann-Mitic erfolgreich.

Um die 1. Europameisterschaft im Basketball der Frauen bewerben sich Frank­reich, Italien, Polen und die Schweiz. Die Kämpfe werden vom 12. bis 16. Oktober in Rom durchge­führt.

*

Der deutsche Derbysieger Orgelton und Blasius werden im Herbstmodenpreis am 30. Oktober in Wien starten. Wahrscheinlich wird auch Orgeltons' Stallgefährte Wund er Horn in Wien laufen.

*

Zum Dreifaltigkeits-Bergrennen bei Speichingen in Württemberg, das am kommenden Sonntag zum fünften Male ausgetraqen wird, gin­gen über 100 Meldungen ein. Die Besetzung läßt auch an Qualität nichts zu wünschen übrig.

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Börse.

Mttagsbörse: Aktien schwacher.

Frankfurt a. M., 3.Okt. Der Wochenbeginn gestaltete sich an der Börse sehr ruhig und am 21!« tienmarkt weiter etwas schwächer. Nach den starken Erhöhungen der Vorwoche bestand weiter­hin Neigung zu Realisationen, daneben dürsten aud\ Vorbereitungen zur Zeichnung der neuen Reichs­anleihe getroffen worden sein. Anderseits lagen Kaufaufträge kaum vor, so daß durchschnittliche Rück­gänge von 1,50 bis 3 v. H. eintraten. Am Montan­markt ermäßigten sich Verein. Stahl um 1,25 v. H. auf 102,13, Mannesmann um 1,50 v. H. auf 108,25, Ilse Genuß nach Pause um 2,50 o. H. auf 136,50, Hoesch lagen mit 110,75 (111,25) verhältnismäßig gehalten. Am Maschinenaktienmarkt waren die Ein­bußen stärker, Demag 142 (145), Rheinmetall 127,25 (130,50), Daimler 135,25 (137), Moenus jedoch unn. 124,50. In Der chemischen Gruppe schwächten sich IG.-Farben auf 152,75 bis 152,50 (154), Metall­gesellschaft auf 127,50 (129) und Scheideanstalt nach Pause auf 220 (225) ab. Von Elefttowerten fielen AEG. auf 113,90 (117), RWE. auf 120,40 (122,75) und Lahmeyer auf 128,75 bis 128,50 (130) zurück. Sonst kamen zunächst noch Conti Gummi mit 207 (210,50), Süddeutsche Zucker mit 212 (213), Hapag mit unv. 71,50 und Reichsbank mit unv. 186 zur Notiz.

Am Rentenmarkt war die Haltung bei noch kleiner Nachfrage gut behauptet. Fester lagen Reichs-? bahn-DA. mit 125,50 (125,13), Reichsaltbefitz 0,13 v. H. höher mit 130,90. ßtguibafionspfanbbriefe lagen vorwiegend fest bei Erhöhungen von 0,25 bis 0,50 d. Sy; Frankf. Hyp. 101,10 (100,65), Meininger 101,25 (100,75). Stadtanleihen zogen teilweise 0,25 d. H. an, dagegen notierten Industrie-Obligationen etwas uneinheitlich. Fest lagen ferner Defofama I mit 138,50 (137,50). Pfandbriefe und Staatsanleihen blieben unverändert. Im Freioerkehr lagen Kom- munal-Umschuldung mit 94,05 (94,13) knapp ge­halten.

Im Frei verkehr war das Geschäft ruhig. Dingler 89 bis 91 (90 bis 92), Verein. Fränk. Schuh unv. 73 bis 75. Tagesgeld unv. 2,25 v. H.

Abendbörse sehr ruhig.

Die Abendbörse war sehr ruhig. Der Auftrags­eingang bewegte sich in engen Bahnen, so daß die Umsätze keinen besonderen Umfang annahmen. Die ÄursfeftfteUungen erfolgten größtenteils nominell und die Entwicklung war unregelmäßig bei im allgemeinen kleinen Veränderungen. Lediglich AG. für Verkehr mit 123,50 (125), Gesfürel mit 136 (137), Buderus mit 110,50 (111,50), Deutsche Lino- leum mit 157 (158), Dagegen Nheinrnetall mit 128 (127) waren über Die durchschnittlichen Abweichun­gen von 0,25 bis 0,50 v. Sy hinaus verändert. Mon­tanwerte lagen mit Ausnahme von Buderus mwer*

ändert; Verein. Stahl 101,75, Rheinstahl 139,25, Hoesch 110,75, Mannesmann 108,25, Erdöl jedoch 0,50 v. H. ahbröckelnd auf 128,25. IG.-Farben zogen bei einigem Interesse auf 153,25 (152,75) an, auch Metallgesellschaft 0,50 v. Sy höher mit 128, ebenso Licht 8- Kraft mit 137,75. Sonst notierten noch u. a. MAN. mit 132,25 (132), Daimler mit 135,25 (135), Iunghans mit 106 (106,25), Adler- werke mit unv. 110, Bemberg mit unv. 135, Demag mit unv. 142, RWE. mit unv. 120,40. Am Renten­markt war einiges Geschäft bei meist etwas erhöh­ten Kursen. Reichsaltbesitz 131 (130,90), 5proz. Gel­sen Berg 101,25 (101), 4,5proz. Verein. Stahl 97,75 (97,25), 4Lproz. Stadt Darmstadt v. 26 98 (97,75), 4,5proz. Franks. Pfandbrief-Bank Gold R. 12 bis 15 100, 6proz. IG.-Farben 123,50. Im Freiverkehr hörte man Kommunal-Umschuldung mit unv. 94,05.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 3. Okt. Es notierten ((Be­treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 200 (letzte Notierung 198), W 11 202 (200), W 12 203 (201), W 13 204 (202), W 16 207 (205), W18 209 (207), W 19 211 (209), W20 213 (211). Roggen R11 185 (183), R12 186 (184), R14 188 (186), R15 1 89 (187), R16 191 (189), R17 192 (190), R18 193 (191), R19 195 (193). Futtergerfte (), Futterhafer (). Weizen­mehl, Type 812, W13 29,25 (28,85), W16 29,25 (28,85), W 18 29,25 (28,85), W19 29,25 (28,85), W20 (Kreis Alzey) 29,25 (28,85), W 20 (Kreis Worms) 29J50 (29,20), plus 0,50 RM. Frachtaus* gleich. Dif greife für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Maisbackmehl sind 30 Rpf. nied­riger als die Notierungen. Roggenmehl, Type 997, R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R18 23,30, R 19 23,50, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizcn- futtermehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90, W18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20 Müh­lenfestpreise ab Mühenstation. Roggenfuttermehl R19 12,50 (), Roggenvollkleie R19 11,00 (). Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R16 10.25, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlen­ft ation. Treber getr.. Wiesenheu mit Besatz (bis ein Drittel) 5,00, Wiesenheu mit unerheblichem Be­satz (bis etwa ein Zehntel) 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh 2,80, Roggenstroh 2,90 bis 3,00, Hafer- und Gerstenstroh 2,40 bis 2,50 Erzeugerpreis ab Erzeuger-Verlade­station.

Frankfurter Schlachtvieh markt.

Frankfurt a. M., 4. Oft. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauf trieb: 309 Kälber, 291 Hämmel, 420 Schafe, 1113 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel 32 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 57 Mark. Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt; Schafe und Hämmel langsam.