Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 153 Zweiter Blatt
Montag. q.Zuli 1938
Klebungen beweisen gute Ausbildung
nilcken ^ua" sagt Fontane, dem er sich damals der norddeutschen Landschaft Er wird zum Ausgang
Nlscyen o g , I H v 4. rutiirf hör nnrhhputfrhpri ItenMchafter. die ohne ihn undenk-
daß
und
klar- i die
Mannesjahre drängen aus der Innerlichkeit des Gemüts in das harte, handelnde, kämpfende Leben, in überpersönliche Bindungen und Verschuldungen („Aquis submersus“, „Eckenhof", „Chronik von Grieshuus", der „Schimmetreiter"). Sie nähern sich dem Drama. „Die heutige Novelle ist die Schwester des Dramas und die strengste Form der Prosadichtung", erklärt Storm 1881, „gleich dem Drama behandelt sie die tiefsten Probleme des Menschenlebens; gleich diesem verlangt sie einen im Mittelpunkt stehenden Konflikt, von welchem aus das Ganze sich organisiert.
In diesen Spätnovellen, zumal dem „Schimmelreiter", wachsen die Gestalten über die Ordnungswelt des Bürgertums hinaus, sie werden zu dämonischen Naturmächten, sie gewinnen mythische Gröke.
Auch die Natur dieser Novellen ist nicht mehr bloßer Stimmunqsträger, Begleitung und Widerklang der Menschenseele, sie weitet und härtet sich zu kosmischer, oft unheimlicher Eigenmacht. Natur und Mensch treten sich gegenüber, einer den anderen zu unterwerfen.
Es ist von tieferer Bedeutuna. daß Storm 1880, da er sein Amt niederlegt, das Haus und die Stadt seiner Ahnen verläßt und in das waldumrauschte Hadernarschen zieht, in ein „neues Haus, um das die freien Lüfte spielen." Die naturhasten Weiten seiner Heimat überwinden ihre bürgerliche Enge.
An einem schönen Sommertage steigt er in den noch unvollendeten Neubau seines Hauses: „Ich blieb lange in meiner Zukunftsstube und webte mir Zukunftsträume, indem ich in das sonnige, weithin unter mir ausgebreitete Land hinausfchaute. Wie köstlich ist es. zu leben, bloß zu leben! Wie schmerzlich, daß die Kräste rückwärts gehen!"
Es ist ein tavferes, heiliges Ja zum Leben, zum Leben an der Wende zweier Zeitalter.
Professor Dr. Philipp Witkop.
der norddeutschen Landschafter, die ohne ihn undenkbar sind: Spielhagen, Fontane, Lilien- cr o n, Timm Kröger, Löns sind alle von ihm beeinflußt worden: Wald und See, Heide, Moor, Knicklandschaft, Küste und Marsch zeichnet er in fein» nerviger, farbiger Stimmungskunst.
Endlich wird Schleswig-Holstein frei, er wird von seiner Vaterstadt als Landvogt nach Husum gerufen. 1867 bei der Einverleibung der Herzogtümer in Preußen wird er auf seinen ausdrücklichen Wunsch
Amtsrichter der Vaterstadt.
Die Heimat gibt ihm neue Kräfte. Immer neue, immer bedeutendere Novellen wachsen ihm zu. Mit erlesenen stimmungstiefen Gedichten hatte er begonnen, Eichendorff und Mörike verwandt, denen er auch persönlich nahekam. Innigkeit ist das edle Merkmal aller Stormschen Gedichte, sie sind schlicht, still und tief, von vollendeter Einfachheit, Klarheit und Wärme. Neben der Lyrik entstehen lyrisch-musikalische Novellen, die erste und vielleicht berühmteste: „Immense e." ..
In ihnen ist die unmittelbare Gegenständlichkeit und Härte des Wirklichen geläutert in der Innerlichkeit des Gemütes. Das Leben ist der Schärfe der Gegensäße entrückt, ist in sonnenstille oder dämme- rungsmü^e Stunden und Stimmungen, in Sehnsucht und Erinnerungen gelöst. Kein Kamvf, kein Aufschrei, Wehmut und Entsagung, die gern in der Rückschau geschildert und verklärt werden.
Die Müdiakeit alter Geschlechter liegt über den frühen Nonetten. Drinnen im altehrwürdigen Kreise der Familie, der bürgerlichen Lebensordnunq, der überkommenen Möbel und Ahnenbilder ist man geborgen und behütet. Das Draußen ist gefährlich und unberechenbar. Die überalterten bürgerlichen Lebensformen haben ihre Ur- und Kampfkraft verloren Es knistert und bröckelt im Gebälk dieser Patrizierhäuser Schön ist der wichtigste Rückhalt, ihr kirchlicher Glaube, gesunken. Protestantischer Individualismus und Intellektualismus mischen sich mit jener friesischen Diesseitiakeit und Lebensstirnmunq. d'e in Gustav Frenssens ..Glauben der Nordmark' zumDurchbruch kommt Aber die Ur- und Naturkraft in Storm ist nicht mehr stark aenua, daß er ohne die übernatürliche Sicherung fest und frei in der Natur wurzeln könnte. Immer wieder überkommt ihn wie seine Gestalten das Gefühl der Verlorenheit im All, die Schauer der Einsamkeit und Eiligkeit. Aus ihm flüchten sie zu einander: „Liebe ist nichts als die Angst des sterblichen Manschen vor dem Alleinsein." Und auch diese Zuflucht überschattet der Tod
Die lyrischen Stimmungsnovellen der Frühzeit sind durchdrungen von dieser schmerzlich-süßen I Schwermut. Die Problem- und Konsliktnooellen der
Am Samstagabend sand die Gefallenen-Ehrung statt. Oberbrandmeister S ch m a n d t legte am Ehrenmal einen Kranz nieder. Außerdem gedachte er zweier Gründer der Wehr, die 1927 starben.
Kameradschastsabend in der Volkshalle.
Der Abend in der Volkshalle war der Kameradschaft gewidmet. Die heimischen Gesangvereine und der Turnverein trugen zur Verschönerung bet. Ober- brandmeister Schmandt begrüßte die Anwesenden, und Bürgermeister Schäfer gab einen Rückblick über die Gründung und i^en Werdegang der Wehr.
Hockschulnackrichien
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den o. Professor für Geschichte (einschließlich Kunstgeschichte, Heimatgeschichte, Archiv- und Denkmalpflege) an der Phil.-theol. Hochschule Freising Dr. Anton Mayer mit Wirkung vom 1. Juli 1938 an in gleicher Dienst- eigenschaft an die Phil.-theol. Hochschule Passau berufen. >
Professor Dr.-Ing. Rudolf Schenck, der bekannte Straßenbauer der Technischen Hochschule Berlin, Baufakultät, wird am 1. Oktober wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand treten.
In solchen Landschaftsbildern seiner Gedichte Novellen entdeckt Storm mit Annette von Dro ste — die Eigenart, die Lebenstiefe und -weite
Ansprache betonte Landesfeuerwehrführer Müller, daß Feuerwehrdienst Ehrendienst am deutschen Volke sei und die Feuerwehren stets uneigennützig in den Dienst des Volkes getreten seien. Kreisteiter Backhaus erklärte, daß die NSDAP, stets ein Interesse daran habe, daß die Feuerwehren erhalten bleiben, weiter ausgebaut würden und mit den modernsten Geräten ausgestattet sein müßten, damit sie ihren Teil dazu beitragen könnten, dem Volk die Besitzwerte zu erhalten. Seine Anerkennung galt besonders den Feuerwehrmännern, die in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben ließen, aber auch den anderen Wehr- männern, die sich stets ihrer Pflicht als Feuerwehrmänner bewußt waren. Mit dem Gedenken an den Führer schloß er seine Ausführungen.
Landesfeuerwehrführer Müller dankte noch Regierungsrat Dr. Fuhr für seinen Einsatz bei der Motorisierung der Kreisfeuerwehr, dem Kreisfeuerwehrführer Bouffier für die geleistete Arbeit und den Kameraden für ihre Pflichterfüllung. Dem Vorbeimarsch der Feuerwehr folgte der kameradschaftliche Teil, der in schönster Harmonie verlief.
Aus der Stadl Gießen.
Frühmorgens, wenn die Hähne krähn...
befreundete, „das Leben in der Heimat als Gluck, das Leben in der Fremde als Elend anzusehen.
Seinem Vater, der ihm 1854 nach Potsdam schreibt, ihm die heimischen — dänischen — Zu- tände unerträglich und sein Heimweh daher unberechtigt schilt, antwortet er: „Du wunderst Dich, ' ' ich Heimweh haben könne, ich will es dir
Oder: wenn der Wecker schellt! „Herrgott", denkt man, „ist es wirklich schon so weit?" Und jedesmal blinzelt man mißtrauisch auf die Uhr, ob der Wecker nicht doch versehentlich zu früh gestellt wurde. Was ist man noch so müde! Hach! Wie ist das Leben garstig! Und gar noch Montag!
Das zweite Blinzeln gilt dem Fenster. Scheint die Sonne oder scheint sie nicht? Gott sei Dank, sie scheint zu scheinen! Etwas getröstet schwingt man sich aus dem Bette und überdenkt dabei blitzschnell. den Tageslauf. „Wieviel Milch nehmen wir heute? Was essen wir zu Mittag? Daß ich den Brief an Tante nur nicht vergesse! fiat das Kind eine frische Schürze? War wohl der Brötchenjunge schon da? Oder soll ich keine — nein, das Wirtschaftsgeld ist schon unangenehm zusammengeschrumpft!"
Inzwischen ist das Anziehen bis zum Morgenrock gediehen. Schnell ins Kinderzimmer! Die Kleins schläft noch. Rosig liegt sie da, mit offenem Mäulchen, den blonden Wuschelkopf auf den dicken Aerm- chen. Das Wecken ist die schönste meiner Morgenarbeiten! Mit Küssen, Liebkosungen und Unsinnmachen werden nun fünf kostbare Minuten vergeudet. „Zieh mich doch an, Mutti!" Oh, i)h! Das große Kind, das schon ein paar Jahre in die Schule geht! Wenn das der gestrenge Vater sähe! „Nein, nein", sagt Mutti, obgleich sie es schrecklich gern täte, und sie läuft in die Küche. Nun schnell das Wasser für die Haferflocken aufgesetzt!
Das Kind ruft mit verschlafenem Sümmchen: „Erster Wascher!" Da erscheint auch schon der Hausherr: „Zweiter Wascher!" Ja, die arme Hausfrau ist wieder Dritter und Letzter! Diese neumodischen Anschlußwaschtische! Ich frage mich, ist das ein Fortschritt? Früher hatte jeder sein „Waschlavor (wie unser Mädchen sagte) still und unangefochten auf seinem Waschtisch stehen, und nun diese Familienkämpfe! Außerdem leistet dieser angebliche Fortschritt nur der Faulheit Vorschub. Man denkt: ich stehe noch nicht auf, ich kann mich ja doch noch nicht waschen! Schließlich aber fitzen alle geschrubbt, gekämmt, gebürstet und rasiert am Kaffeetisch. Em Strauß Blumen steht in der Mitte. „Zeig mal deins Nägel!" Die Sonne sacht durchs Fenster. „Hast du auch dein Schulbrot eingepackt?" Draußen zwitschern die Vögel. Der Kaffee duftet herrlich, und die Erdbeermarmelade ist auch nicht zu verachten Oh! Wie ist das Leben schön! E. L. St.
Hit«er-Jugend Dann 116
Bett.: Organifattonsmeldungen.
1 Bis zum 6. 7.1938 haben die Gefolgschaften und Sondereinheiten an die Adjutantur des Bannes 116 = Meldung zu erstatten, wieviel Jgg. in den Einheiten = Parteimitglieder, wieviel Parteianwärter und wieviel , Wchtparteigeliossen sind.
Kreisfeuerwehr Gießen - modern und schlagkräftig!
Kreisseuerwehriag mit 1600 Teilnehmern. — Großartige Hebungen. — Cm ereignisreicher Tag für Watzenborn-Steinberg.
Watzenborn-Steinberg und den Kameraden von den Halblöschzügen seine Anerkennung und seinen Dank aus, ebenso auch den Kameraden vom Roten Kreuz Watzenborn-Steinberg, die, wie schon immer, ihrer Aufgabe vollkommen gewachsen waren.
Regierungsrat Dr. Fuhr, der über die exakten Vorführungen sehr erfreut war, betonte, daß alles in bester Ordnung sei. Das Kreisamt begrüße besonders den Einsatz weiblicher Kräfte Mit dem Dank an alle Beteiligten schloß er seine Ausführungen.
Kreisbereitschaftsführer Dr. Fabel sprach noch über den Einsatz der SanitätsUereitschaften. Nach der Mittagspause fand die A u f st e l l u n g sämtlicher Feuerwehren des Kreises Gießen statt. Kreisfeuerwehrführer Bouffier begrüßte hierbei den Kreisleiter, den Landesfeuerwehrführer, feinen Stellvertreter sowie den Luftschutzbezirks- führer und seinen Stellvertreter. Sodann meldete er dem Landesfeuerwehrführer Müller
48 Wehren mit 1650 Feuerwehrmännern und sieben Motorfahrzeugen
angetreten. Der Landesfeuerwehrführer Müller begrüßte die Feuerwehrmänner und schritt mit Kreisleiter Backhaus die Front ab. In einer kurzen
dem wir folgendes entnehmen:
In 44 Gemeinden des Kreises fanden Besichtigungen der Feuerlöscheinrichtungen statt. Hieran wurden die Wehren und Einrichtungen von 30 Gemeinden mit sehr gut, in 10 Gemeinden mit gut und in den restlichen Gemeinden mit genügend be- wertet. Es ist dabei festzustellen, daß sich das Ergebnis gegenüber den Vorjahren gebessert hat, da in sämtlichen Gemeinden Verbesserungen, Neuanschaffungen der Gerätschaften usw. vorgenommen mürben. Neben Kleingerätfchaften und Schläuchen wurden vor allem Schiebeleitern und in drei Gemeinden sogar mechanische Schiebeleitern angeschafft. Londorf und Grvßen-Buseck erhielten zur Verstärkung des Feuerschutzes Motorspritzen, und Reiskirchen ist mit dem Bau eines Gerätehauses mit Steigerturm und Schulungsraum beschäftigt, der noch in diesem Jahr sertiggestellt wird, und der den Erfordernissen m eder Weise entspricht.
An Bränden sind dem Kreisfeuerwehrfuhrer jms- gefamt im Berichtsjahr 24 gemeldet worden, ledoch glücklicherweise nur ein Großbrand ih WiU5 schenheim, bei dem die Kreismotorspritze mit Erfolg eingesetzt wurde
Die Löschwasserversorgung wurde dau-
Der Sonntagvormittag brachte die technischen Hebungen. Die Exerzierübungen der Freiwilligen Feuerwehr Watzenborn-Steinberg zeugten von einem fleißigen Heben und wurden sehr gut ausgeführt. Auch das Geräteexerzieren stand auf beachtlicher Höhe. Durch den nun emfetzenden starken Regen wurden die Schauübung und der B r a nö a n g r i f f um eine halte Stunde verschoben. Kurz nach 10 Hhr fuhren vier motorisierte Spritzen vor, die mit zwölf Strahlrohren Wasser gäben- ein hervorragendes Bild! Bei dem Brandangriff setzt man zuerst den von der Freiwilligen Feuerwehr gebildeten weiblichen Löschtrupp em. Dann griff die Freiwillige Feuerwehr Watzenborn-Steinberg ein, die mit der mechanischen Leiter Rettungs- Übungen zeigte und mit der Saug- und Druck- spritze den Brand angriff. Dann kamen in rascher Ausfahrt die motorisierten Halblöschzüge von Grünberg und Lollar mit je drei Schlauchleitungen. Das Bild, das den Wehren vorgeführt wurde, war nach jeder Hinsicht einwandfrei und zeugte von einer gut durchgebildeten Feuerwehr. Auch die Absperrung, die in den Händen von Gendarmerieobermeister Schupp lag, war vorzüglich. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sprach in ferner anschließenden Krittk der Freiwilligen Feuerwehr
Der vergangene Samstag und der gestrige Sonn- - tag stand für unsere Nachbargemeinde Watzenborn- Steinberg ganz im Zeichen der Feuerwehr. Schon am Mittwoch warfen die Ereignisse ihre Schatten voraus. Für das vergangene Wochenende nun war das Dorf für den Empfang der vielen Gäste aus dem ganzen Kreise gerüstet und prangte im Schmuck der Fahnen. Die Bevölkerung nahm an den Ereignissen lebhaftesten Anteil. Der Kreisfeuerwehrtag wurde für die edle Sache zu einem großen äußeren und ideellen Erfolg.
Der Kreisseuerwehrlaa.
Der Kreisfeuerwehrtag, der in der Volkshalle am Samstagnachmittag die Bürgermeister und Feuerwehrführer sowie zahlreiche Gäste vereinigte, wurde von Regierungsrat Dr. Fuhr eröffnet und von ihm als Leiter der Tagung Kreisfeuerwehrführer Bouffier bestimmt. Regierungsrat Dr. Fuhr teilte mit, daß Kreisdirektor Dr. Lotz leider verhindert fei, an der Tagung teilzunehmen. Dr. Lotz wünsche aber der Tagung einen guten Verlauf. Kreisfeuer- wehrführer Bouffier begrüßte die Bürgermeister und Feuerwehrführer des Kreises Gießen, besonders aber Regierungsrat Dr. Fuhr als den Vertreter des Keisamtes, Gendarmerieobermeister Schupp, den Ortsgruppenleiter von Watzenborn-Steinberg, Jung, sowie den Sachbearbeiter beim Kreis amt Gießen, Scheld. Er betonte u. a., daß die heutige Tagung unter dem Zeichen ernster Aufbauarbeit stehe. Sodann wurde der Männer gedacht, die im Dienste des Feuerlöschwesens ihr Leben gaben, und der Kameraden, die gestorben sind.
Sodann hielt Regierungsrat Dr. Fuyr einen Vortrag über die Neuorganisation des Feuerlöschwesens im Kreise Gießen, über die wir bereits in unserer Samstagausgabe ausführlich berichteten. v „ .
Kreisfeuerwehrführer Bouffier dankte Regierungsrat Dr. Fuhr für die Neuorganisation des Feuerlöschwesens im Kreise Gießen und sprach ihm Dank dafür aus, daß er nicht Mühe und Opfer gescheut habe, den im Februar gefaßten Beschluß Wirklichkeit werden zu lassen. Es ist nun Ehrenpflicht der Gemeinden, denen die Fahrzeuge anvertraut sind, sie so zu behandeln, daß sie jederzeit im Falle der Gefahr eingesetzt werden können. Hierauf gab Kreisfeuerwehrführer Bouffier den
Jahresbericht für 1937,
Dichter der Heimat. ।
Zu Theodor Storms 50. Todestage am 4. Juli.
Wurzeltief ist Theodor Storm (1817—1888) feiner holstesnischen Heimat verwachsen. Seme va- terlichen Vorfahren waren Niedersachsen, bis ms 17. Jahrhundert (soweit man sie verfolgen kann) tm Holsteinischen ansässig; die mütterlichen Vorfahren, seit Jahrhunderten in Husum zu Hause, waren ftle- fischen Blutes. Der Vater — ein angesehener Rechtsanwalt — entstammte einer bäuerlichen Familie, die feit Generationen auf ihrem Erbhof saß, die Familie der Mutter hatte der Stadt seit alters Bur- aermeifter, Senatoren und Kaufherren geschenkt.
So wuchs Theodor Storm auf, in Herkunft, Ansehen und Bildung gesichert, in einer Welt bürger- licher Ordnung, altehrwürdiger Lebensformen, umgeben von Meer und Marsch, von Heide und Wald. Früh hatte er sich ihnen eingeordnet. Mit 26 Iah- ren ließ er sich als Rechtsanwalt in seiner Vater- stabt nieder, vermählte sich 1847 mit seiner Coustne, die er von Kind aus kannte, und kaufte sich ein
Aber gerade die Liebe zur Heimat machte ihn heimatlos. Die Erhebung Schleswig-Holsteins fand ihn selbstverständlich auf deutscher Seite. Als sie 1850 durch die Schlacht bei Idstedt niedergeworfen wurde, als»dänische Beamte das Land überschwemmten, die dänische Sprache mit Gewalt eingefuhrt wurde, legte er seine Advokatur nieder und ging nach Preußen, nach Potsdam und Heilgenstadt als Assessor und Kreisrichter. Beim Abschied schreibt er das schmerzenstreue, heiligtiefe Vermächtnis feiner Heimatliebe:
Kein Wort, auch nicht das kleinste, kann ich sagen, wozu das Herz den vollen Schlag verwehrt.
Die Stunde drängt, gerüstet steht der Wägern, es ist die Fahrt der Heimat abgekehrt ...
Don meinem Arm in tiefer letzten Stunde Blickt einmal noch ins weite Land hinaus, und merkt es wohl: es steht auf diesem Grunde, wo wir auch weilen, unser Vaterhaus ...
Unb du mein Kind, mein jüngstes, dessen Wiege auch noch auf diesem teuren Boden stand, Hör mich! Denn alles andere ist Lüge — Stein Mensch gedeihet ohne Vaterland!
Theodor Storm, „seiner Heimat treuester Sohn" mußte über zehn Jahre, feine besten Mannesjahre in der Fremde verbringen. „Er hatte den attgerma-
ernd überwacht. Don 78 Gemeinden haben 70 Gemeinden eine Wasserleitung, und von diesen wieder < 40 ausreichende Hochbehälter mit über 100 Kubik- i Meter Fassungsvermögen, in den 50 v. H. Wasser- i Vorrat als Brandreserve gehalten werden. ! In 30 Gemeinden ist die Wasserversorgung durch die Wasserleitung so beschaffen, daß sie gerade noch zur Löschwasserversorgung bei mittleren Bränden ; ausreicht. Diese Gemeinden haben zusätzlich noch eine Wasserreseroe in Bächen, Branoiveihern und Brunnen. Den Anlagen von S t a u o o r r i ch t u n - gen an in der Nähe der Ortschaften befindlichen Bachläufen nebst Anfahrtmöglichkeiten für Kraftspritzen wurde die größte Beachtung geschenkt besonders im Hinblick auf den Luftschutz. In zwei Gemeinden ist Vorsorge getroffen, zum Ausbau einer Wasserleitung mit entsprechender Brand- reseroe. Auf Anordnung des Kreisamtes fand in neun Gemeinden ein Nachtalarm für die Freiwilligen und Pflicht-Feuerwehren statt. Der Verlauf dieser Alarmübungen war zufriedenstellend. Die Zusammenarbeit mit dem Luftschutz war im Berichtsjahr außerordentlich rege.
Die Wehrführer und Untererer einer größeren Anzahl Wehren aus den Gemeinden des Kreises waren zu ihrer weiteren Ausbildung zu Lehrgängen in der Landesfeuerwehrschule in Mainz. In Zukunft sollen aus allen Wehren befähigte Wehrleiter und Wehrleute an den Kursen teilnehmen
Die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren hat weitere Fortschritte gemacht. Zur Zeit verfügt der Kreis über 48 Freiwillige Feuerwehren mit 2615 Feuerwehrmännern. Wenn auch eine erfreuliche Entwicklung nach dieser Richtung festzustellen ist, so muß es doch Aufgabe der nächsten Zeit sein, den Gedanken der Freiwilligkeit in hen Gemeinden durchzusetzen, die bisher noch nicht das nötige Verständnis für eine Freiwillige Feuerwehr aufbrachten. Sodann berichtet Kreisfeuerwehrführer Bouffier noch über die 1937 stattgefundenen Sitzungest und Feuerwehrtage. Die Ehrung von 36 Wehrmännern, die 2 5 Jahre im Feuerwehrdienst stehen, konnte ebenfalls , vorgenommen werden. Mit dem Dank an die Mitarbeiter und an die Hessische Brandversicherungs^ ; fammer schloß er seine Ausführungen.
Regierungsrat Dr. Fuhr sprach noch über die gesetzlichen Bestimmungen der Leitung bei Bränden und Waldbränden, sowie über die Verpflichtungen, die jedem Volksgenossen bei Waldbränden und ihrer Verhütung obliegen. Auch gab er noch einen Runderlaß über die Rangbezeichnungen und Beförderungen bekannt. Bei dieser Gelegenheit wurden durch ihn die Ernennungen und Beförderungen einiger Wehrführer vorgenommen. Auch wurden den sieben Wehrführern der motorisierten Wehren des Kreises ihre Dienstanweisungen überreicht.
Kreisfeuerwehrführer , B o u f f i e r sprach noch über Entschädigung bei Brandschäden der Feuerwehrmänner, die Haftung bei Ünfäöen und über das Versicherungswesen usw.
Jni Anschluß an diese Tagung wurden noch einige Verbandsangelegenheiten behandelt. Kassierer Kamerad Rohrbach (Lollar) erstattete den Kassenbericht, der durch die Kameraden Harbach (Gro- ßen-Buseck) und Schäfer (Wieseck) geprüft und in Ordnung befunden war. Ihm wurde Entlastung erteilt, ebenso wurde der Voranschlag für 1938 genehmigt. Kreisfeuerwehrführer Bouffier forderte nochmals auf, die verlangten Termine bei Meldungen pünktlich einzuhalten. Regierungsrat Dr. Fuhr, der über die Tagung und das von den Bürgermeistern und Wehrleitern gezeigte Interesse sehr erfreut war, grüßte den Führer, und mit den Nationalliedern fand die Tagung ihr Ende.
Oie Gefallenen-Ehrunq.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
sagen." Hnd bann schreibt er die Verse, die in 1 gegenwärtigen, liebend beseelten Einzelbildern Natur der Heimat zeichnen:
Ans Haft nun fliegt die Möoe, Hnd Dämmrung bricht herein; lieber die feuchten Watten Flügelt der Abendschein.
Graues Gefieder huschet Neben dem Wasser her; Wie Träume liegen die Inseln Im Nebel auf dem Meer.
Ich gehöre des gärenden Schlammes Geheimnisvollen Ton, Einsames Dogelrufen — So war es immer schon.


