Hütet Such vor Spionage-Agenten!
Eine eindringliche Warnung.
Berlin. 3. Juli. (DNB.) Im August des Vor- jahres warnte die gesamte deutsche presse vor ge- wissen Methoden der gegen Deutschland arbeitenden Spionage. (Eigens von der Leitung dieser Spionage gegründete sogenannte „ü r e d i t i n st i l u t c“ und „Pressekonzerne" versuchten durch ihre Beauftragten, in Not geratene oder ahnungslose deutsche Volksgenossen zum vorsätzlichen oder fahrlässigen Verrat von Staatsgeheimnissen zu verleiten. Neuerdings glauben gewisse Agenten-Derber der ausländischen Spionage, in Deutschland habe man diese Aufklärung und Warnung bereits wieder vergessen.
In der letzten Zeit find in deutschen und ausländischen Zeitungen mehrfach wieder Inserate folgenden und ähnlichen Inhalls erschienen: „Tüchtige Mitarbeiter gesucht für verkehrstechnisches Beiblatt (auch Flugpost) einer neutralen Auslandzeitschrift. Ausführliche Angebote an Büro Graaf, Amsterdam (Holland)". Volksgenossen, die sich hierauf meldeten, wurden aus dem Auslande brieflich aufgefordert, O r i g i - nalmaterial über we h rt ech n i f ch e, wehrwirlfchaftliche und flugtechnische Fragen einzusenden. Unterzeichnet waren die zur Anbahnung von Spionagebeziehungen bestimmten Schreiben von Dr. Norbert Marti n g e r - L i n s und Dr. Philipp R. Malin, beide in Paris, hinter diesen Versuchen und Decknamen stehl einwandfrei die Spionagezentrale einer westeuropäischen Macht.
Vor einer Verbindung mit den Spionageagen- (uten des Auslandes wird ein für allemal eindringlich gewarnt. Die deutsche Landes- verratsgesehgebung ahndet vorsätzlichen Verrat mit der Todesstrafe, fahrlässigen Verrat aus Leichtfertigkeit, Unachtsamkeit oder Geltungsbedürfnis mit hohen Gefängnisstrafen.
Fugend im Kampf gegen die Landflucht.
Klagenfurt, 8. Juli. (DNB.) Auf einer Tagung der Bauerntumsreferenten und -referentin- nen der HI. aus allen Gauen des Reiches bezeichnete der Reichsjugendfuhrer als die entscheidendste Aufgabe der deutschen Äugend die U e b e r w i n - düng der Landflucht. Alle Mittel der Propaganda sollen für die Ideale der bäuerlichen Äugend eingesetzt werden unter vollständigem Ber- zicH daraus, der Jugend des Landes ein Trugbild der Stadt vorzumalen. „Eine Kultur", so betonte der Reichsfugendsuhrer, „die nicht in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes mit dem Boden verbunden ist, ist gar keine Kultur. Die Menschen, "die die Schöpfungen der Dildkunst und Architektur schufen, wirkten als aottbegnadete Künstler nur aus ihrer ewigen Sehnsucht zur Natur. Nur wenn sie naturverbunden waren, wurden ste unsterblich. Die Nakurnähe ist das Kriterium jeder wahrhaften Kunst. Wir müssen die Idee des Landdienstes, die Idee der Hingabe an die Scholle uni) damit an unser erdgebundenes Schicksal wie eine Fahne vor uns tragen. Die ältere Generation hat unter unsäglichen Opfern dieses Reich und unsere Volksgemeinschaft erkämpft, damit wir uns entwickeln können. Diese Generation kann nicht noch die Lösung auch dieser Frage uns abnchmen. Die Geschichte wird uns noch einmal danach beurteilen, ob wir diese Frage aus der Welt schafften."
Förderung desOelsaalenanbaues
Festpreis und Ausgleichsvergütung.
Berlin, 2. Juli. (DNB.) Die planmäßige Förderung, die die Reichsregierung zur Sicherstellung der Fettversorgung des deutschen Volkes dem deutschen Oelsaatenanbau in den Vorjahren hat zuteil werden lassen, wird im gleichen Rahmen auch in diesem Erntejahr fortgesetzt. Dabei beträgt der den Anbauern von Raps- und Rübsen- sowie von Leinsaat zu zahlende Preis wie bisher 32 Mark je Doppelzentner. Dieser Preis ist ein Festpreis.
Die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse wird auch in dem Neuen Wirtschaftsjahr den Oelmühlen, die diese Waren zur Verarbeitung aufnehmen, eine Ausgleichsvergütung gewähren, auf Grund deren die Oelmühlen in der Lage fein werden, die genannten Festpreise zu zahlen. Den Anbauern von Raps-, Rübsen- und Leinsaat, die ihre Oelsaa- ten zur Verarbeitung auf Oel verkaufen, wird ebenso wie im vorigen Erntejahr, ein Verkaufs- r e ch t für die bei der Verarbeitung dieser Saaten anfallenden Oelkuchen zum jeweils geltenden Preise eingeräumt. Raps-, Rübsen-, Lein- und Mohnsaat deutscher Erzeugung, die im Lohnvertrag für den Eigenverbrauch des Anbauers geschlagen werden, werden wieder in die Vergünstigungsmaßnahmen einbewgen werden. Für das aus diesen Saaten im Lohnschlag angefallene Oel wird eine Ausgleichsvergütung gewährt, die die Oelmühle in die Lage versetzt, dem Anbauer das Oel, abgesehen vom reinen Schlaglohn, frei von allen übrigen Zuschlägen — einschl. der Umsatzsteuer — zu liefern. Darüber hinaus werden die bei der Verarbeitung dieser Saaten im Lohnoertrag angefallenen Oelkuchen von der Monopolabgabe fteige-
Wie im vorigen Erntejahr, dürfen Raps-, Rübsen- und Leinsaat auch aus der diesjährigen Ernte für andere Zwecke als für die Oelgewinnung und für Saatzwecke nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie hierfür von der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse ausdrücklich freigegeben worden sind. Die Anbauer von Leinsaat, die die Leinsaat für Saatzwecke abliefern, erhalten auf Wunsch auch in diesem Erntejahr die gleiche Menge 'Leinkuchen zum jeweils geltenden Preise.
Ernennungen und Versetzungen im Heer.
Berlin, 1. Juli. (DNB.) Mit dem 1. Juli 1938 werden ernannt: der Oberst Gümbel, Kdr. d. IIL Btls. Jnf.-Regt. 110, zum Kdr. d. Jnf.-Regts. 118; die Oberstärzte Dr. Zimmer b. d. Offz. zur Derf. d. Ob. d. 5). (Sonst. Offz.) zum Korpsarzt XVII, Dr. Amon, mit der Wahrnehmung d. Gesch. d. Korpsarztes XIII beauftragt, unter Aufhebung dieser Beauftragung zum Div.-Arzt d. 26. Div. und zum Kdr. d. San.-Abt. 26. Mit dem 1. Juli 1938 werden
versetzt: die Obersten Scheller d. Gen.-St., Abt.- Ehes i. Oberkdo. d. Wehrmacht, zum St. d. Jnf.- Regts. 66; Müller, Kdr. d. Jnf.-Regts. 118, zu d. Offz. z. Vers. d. Ob. d. ch. (Sonst. Offz.) — (St. O. Kaiserslautern); Will, Kdr. d. Pi.-Lehr-
Oie Ostmark bevo
Wien, 2. Juli. (DNB.) Reichskommissar Bürckel erläßt folgenden Aufruf: Der Fremdenverkehr im Lande Oesterreich hat in den vergangenen Jahren einen unvergleichlichen Tiefstand erlitten. Dies ist um so bedauerlicher, als gerade in diesen wunderschönen Gebieten kerndeutsche Menschen verurteilt waren, die politische Mißwirtschaft am empfindlichsten zu tragen. Ich richte daher an alle Deutschen, die ihren Sommerurlaub im Gebirge verbringen wollen, den Appell, am Aufbau in Oesterreich selbst dadurch mitzuhelfen, daß sie auch in weitgehendem Maße die österreichischen Fremdenverkehrs- aaue aufsuchen. Ihre Mitarbeit am Aufbau soll dann in besonderer Weise dadurch zum Ausdruck kommen, daß sie den zuständigen Gauleitungen, bei denen für die Dauer eines Jahres eine eigene Fremdenverkehrsabteilung angegliedert ist, eine Mitteilung zugehen lassen, in welcher sie die folgenden Fragen beantworten mögen:
1. Wie sind Sie mit ihrer Wohnung zufrieden? Haben Sie sich heimisch gefühlt.
2. In welchem Verhältnis stehen die Preise zu dem Gebotenen?
3. Haben Sie schon einmal bessere Erfahrungen gemacht? Welche Vorschläge können Sie sonst machen, welche Erfahrungen, die geeignet sind, daß im Fremdenverkehrswesen verbessernd eingegriffen werden kann, können Sie uns übermitteln?
Ich bitte, Ihre Meinung mit rückhaltloser Offenheit den zuständigen Gauleitungen mitzuteilen, damit die daraus notwendig werdenden Maßnahmen umgehend getroffen werden können.
Keine Gefahr der llehervorteilung im Fremdenverkehr.
Graz, 2. Juli. (DNB.) Reichskommissar Gauleiter Bürckel hielt vor den Politischen Leitern der Steiermark eine Rede, in der er sich vor allem mit der Auslandhetze über Oesterreich auseinandersetzte. Reichskommissar Bürckel ging dann auf die Grtzuellügen ein, daß in Oesterreich 20 000 Juden eingesperrt worden seien und gab bekannt, das zur Zeit im ganzen einschließlich der Juden in Oesterreich 3 7 8 0 politische Häftlinge fe st gehalten würden. Das Judenproblem werde kompromißlos gelöst werden, denn die Juden hätten als übernationale Raffe Eigenschaften,
Das deutf
Finanz- und Wirt
London, 2. Juli. (DNB.) Die gestern in London abgeschlossenen deutsch-englischen Finanz- und Wirtschaftsverhandlungen haben zu einem für beide Teile zufriedenstellenden Ergebnis geführt. Die formellen Abmachungen, durch die neuen Vereinbarungen in Kraft gesetzt werden, sind bereits unterzeichnet worden und mit dem 1. Juli in Kraftgetreten. In dem Abkommen bezüglich der österreichischen Bundesanleihen ist der deut« sche Rechts standpunkt gewahrt worden. Deutschland hat sich jedoch bereit erklärt, der englischen Regierung die Devisenbeträge zur Verfügung zu stellen, die sie braucht, um ihrer Garantieverpflichtung für die österreichischen Anleihe^ nachzukommen. Durch den finanziellen Teil des neuen Abkommens ist ferner der Z i n - fendienst der deutschen Anleihen sowie der der nicht garantierten österreichischen Anleihe von 1930 neu geregelt worden, in dem w e - sentliche Ermäßigungen der Zinssätze mit Wirkung ab 1. Juli d. I. eintreten. Die Zinssätze für die Dawesanleihe und die österreichische Anleihe von 1930 werden von 7 auf 5 v. H. herabgesetzt, für die Pounganleihe von 5V- auf 4V2 v. H. Außerdem sind die kontraktlichen Zinssätze für alle deutsche Prioatschulden halbiert.
Das neue Abkommen über den deutsch-englischen Warenverkehr stellt diesen auf eine breitere Grundlage und gibt die Möglichkeit, den gegenseitigen Warenaustausch auszuweiten und lebhafter zu gestalten als bisher. In den Abschluß dieses Abkommens zeigt sich mit aller Deutlichkeit die praktische Verflechtung der seit langem bestehenden deutsch-englischen Handelsbeziehungen, die zu* erhalten sowohl Deutschland als auch England das größte Interesse haben. Es bleibt dabei, daß Deutsch- anb weiterhin bestimmte Mengen engli-
London, 2. Juli. (DNB.) In Kettering (Mittelengland) sprach der englische Premierminister Chamberlain. Chamberlain wandte sich scharf gegen die unverantwortlichen Krftse, die England in einen allgemeinen Krieg hineintreiben wollten, bei dem es heutzutage mehr denn je keine Gewinner, sondern nur noch Verlierer geben würde. Nach einem Rückblick auf die Millionenopfer des Weltkrieges fuhr der Ministerpräsident fort: „Diese Gedankengänge sind es, die mich empfinden lassen, daß meine erste Pflicht darin besteht, jede Faser anzu- spannen, damit eine Wiederholung des großen Krie- aes in Europa vermieden wird. (Lebhafter Beifall.) Und ich kann nicht glauben, daß jemand, der nicht durch parteiisches Vorurteil verblendet ist, nicht den Wunsch hegen kann, daß ich meine Anstrengungen fortsetzen soll. Seit Beginn des Krieges in Spanien haben meine Kollegen und ich die Gefahr erkannt, daß er zum Kriege in Europa führen kann und daher haben wir zusammen mit Frankreich beschlossen, den Bürgerkrieg auf ©paniert zu beschränken und es zu verhindern, daß er zu einem allgemeinen Kriege wird. Trotz aller Anfeindungen und allen Hohnes der Opposition haben wir dieses e r - reicht. Wir haben andere Länder aus dem Kriege herausgehalten, und heute endlich ist der britische Plan für die Zurückziehung der Freiwilligen aus Spanien angenommen worden. (Beifall.) Wir dürfen nunmehr hoffen, daß es nicht mehr lange dauert, bis sie das Land den Spaniern überlasten.
Chamberlain behandelte darauf die letzten Bombenabwürfe auf britische Schiffe und die Angriffe, die die Opposition deshalb gegen ihn gerichtet hat. Er machte sich darüber lustig, daß ausgerechnet die britischen Marxisten das Privateigentum
und Vers.-Btts. 2, i. d. Oberkdo. d. H.; der Oberstarzt Dr. Becker (Ernst II), Div.-Arzt d. 26. Div. und Kdr. d. San.-Abt. 26, z. d. Offz. z. Derf. d.
Ob. d. H. (Sonst. Offz.) — (St. O. Berlin).
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die ungeeignet seien, im deutschen wirtschaftlichen und kulturellen Geschehen eingeschaltet zu werden.
Gauleiter Bürckel setzte sich für eine größere Fahrpreisermäßigung für Reisen nach Oe st erreich ein und betonte, daß die Preise im Fremdenverkehr überwacht würden, so daß die Gefahr von Übervorteilungen gänzlich ausgeschaltet werde. Er habe die Absicht, im August der gesamten Bevölkerung einen Rechenschaftsbericht über das bis zu diesem Tage Erreichte zu geben. Auf sozialpolitischem Gebiete müssen eine organische Verbesserung des Lebensstandards der schaffenden Menschen 'der deutschen Ostmark durchgeführt werden. In dieser Hinsicht werde er nichts versäumen, er betrachte dies als seine vornehmste Aufgabe.
Energischer Kampf gegen das Oennnziantentum.
Wien, 2. Juli. (DNB.) Bei einer Besichtigung, die Gauleiter Bürckel durchführte, wurde u. a. fest- gestellt, daß sich ein ehemaliger Funktionär der „Vaterländischen Front" untergeordneten Ranges auf Grund einer Anzeige, die einer feiner früheren Amtswalter erstattet hatte, in Haft befand. Der Betreffende wird aus der Haft entlassen, während der Anzeiger für längere Zeit in Hast genommen wurde. Unter Hinweis auf diesen Fall hat Gauleiter Bürckel bestimmt, daß für alle Zukunft jeder, ganz gleich, ob Polizeibeamter oder Privatmann, eine Prämie von 50 Mark erhält, dem es gelingt, einen Denunzianten zu fassen.
Für saubere Geschäftsführung der Kommissare.
Wien, 2. Juli. (DNB.) Gauleiter Bürckel hat eine Überprüfung der Tätigkeit aller inberPri - vatwirtsckaft eingesetzten Kommissare an geordnet. Die Untersuchung ergab bei zwölf Kommissaren, daß sie die ihnen anvertrauten Geschäfte untreu geführt haben. Daraufhin wurde von Gauleiter Bürckel die F e st n a h m e dieser ungetreuen Kommissare und ihre Ueberführung in das Konzentrationslager Dachau angeordnet. In den nächsten Tagen wird Gauletter Bürckel eine Neirre gelung des Kommissarwesens verfügen.
scher Kohle. Heringe und Spinnstoffe kauft. Auf den deutsch-englischen Warenverkehr wird in Zukunft das Prinzip einer gleitenden Skala an* gewendet, in dem 60 v.H. der Erlöse aus der deutschen Warenausfuhr nach England von Deutschland zum Ankauf britischer Waren zu verwenden sind, während die restlichen 40 v. H. für die Deckungder finanziellen Beruflich- tungen und als Bardevisen Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Wenn die deutsche Ausfuhr nach England kleiner werden solle, dann braucht Deutschland nach dem neuen Abkommen eine entsprechend geringere Menge bestimmter Waren in Englund zu kaufen, so daß mithin der sich aus den 40 v. H. ergebende Ueberschuß an Sterlingdevisen zur Verfügung Deutschlands in unveränderter Höhe erhalten bleibt.
Der englische Schatzkanzler Sir John Simon hat gestern im Unterhaus den erfolgreichen Abschluß der deutsch-englischen Finanz- und Wirtschaftsverhandlungen bekanntgegeben und dabei hinsichtlich des Warenverkehrs besonders darauf hingewiesen, daß man sich geeinigt hat, aus den Sterlingsüber* schüsten der deutschen Exporte nach England die Zuteilung für englische Exporte gleitend zu gestalten, um die Ausfuhr Englands nach Deutschland auf der bisherigen Höhe zu halten. Er betonte ferner, daß sich die beiden Regierungen verpflichtet hätten, weite re Verhandlungen zu führen, um den gegenseitigen Warenaustausch zu heben und die Handelsbeziehungen zu verbessern. -0er Abschluß des deutsch-englischen Finanz- und Wirtschaftsabkommens sowie die Ankündigung, daß weitere Verhandlungen zur Verbesserung der deutsch-englischen Handelsbeziehungen stattfinden, ist in der englischen Presse und besonders in politischen Kreisen allgemein begrüßt worden.
verteidigen wollten und wies darauf hin, daß die britische Regierung wieder und wieder erklärt habe, daß Schiffe nur bis zur Grenze der Territorialgewässer geschützt werden könnten. Die Schiffe, die trotzdem dieses Risiko auf sich nehmen, e r - hielten ja auch das Vier- bis Fünffache der normalen Schiffahrtsraten bezahlt. Er müsse daher ftagen, ob es vernünftig sei, wenn man von ihm verlange, daß er Schritte ergreifen solle, um diese profitmachenden Schiffsreeder zu schützen, wenn das die Schrecken eines Krieges mit sich bringen würde.
Chamberlain ging gegen Ende seiner Rede auf die großen Anstrengungen ein, die Großbritannien auf dem Gebiete der Aufrüstung macht. Er erklärte, daß Großbritannien die absolute Heber» legenheit an Großkampfschiffen behalte. Die letzten Vergrößerungen der Luftwaffe seien außerordentlich eindrucksvoll. Sowohl der Zahl wie der Qualität nach würden die britischen Kamps- und Bombenmaschinen jeden Tag kampfkräftiger. Die Formationen der britischen Luftabwehr würden auf einen Stand von 100000 Mann gebracht. Die Heimatarmee (Territorialarmee) sei um 20 000 Mann in den letzten drei Monaten verstärkt worden. Man dürfe hoffen, es werde eine glücklichere Zukunft geben, wenn die Völker ihre Schwierigkeiten durch Erörterungen beilegen würden, anstatt die fürchterlichen Folgen zu riskieren, die sich aus einem Kriege ergeben würden. Das fei das Ziel, das die britische Regierung anstrebe. Obwohl der Fortschritt langsam sei, und obwohl es von Zeit zu Zeit Rückschläge gebe, könne man doch feststellen, daß Fortschritte auf dieses Ziel hin gemacht wurden seien»
3m Geist der Verständigung.
Deutsch-polnische Vereinbarung über Geschichtslehrbücher.
Berlin, 2.Juli. (DNB.) Im April vorigen Jahres haben im Reichserziehungsministerium in der Frage der Angleichung der deutschen und polnischen Schulbücher Besprechungen begonrtyn, die im August 1937 in Warschau fortgesetzt und nunmehr im Reichserziehungsmimste- rium zu einem erfolgreichen Teilabschluß gebracht wurden. Die Besprechungen erstreckten sich zunächst auf die Geschichtslehrbücher. Die Abordnungen waren sich darüber einig, daß die Verhandlungen im Geiste der Verständigung und der Achtung vor der geschichtlichen und kulturellen Leistung des anderen Volkes vorgenommen werden müßten. Diejenigen Zeitabschnitte der Geschichte, in denen die beiden Völker im Gegensatz zueinander gestanden haben, sollen in den Schulbüchern sachlich und leidenschaftslos dargestellt werden. Dor allem sollen aus den Geschichtslehrbüchern alle Ausdrücke und Wendungen verschwinden, die auf den Vertragspartner beleidigend und herabsetzend wirken müssen und geeignet sind, das nationale Empfinden des anderen Volkes zu verletzen. Eine Niederschrift über die bisherigen Besprechungen soll bei der Neubearbeitung der deutschen und polnischen Geschichtslehrbücher Berücksichtigung finden. Es ist beabsichtigt, die Verhandlungen auch auf Lehrbücher anderer Fächer auszudehnen.
Neues Industrialisierungsprogramm Iugosiawiens.
B e l g r a b , 3. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Dr. Stojadinowitsch verkündete bei der Einweihung der von einer deutschen Firma erstellten Kupferraffinerie in Bor ein neues nationales Jn- dustrialisierungsprogramm. Der Ministerpräsident betonte zunächst, daß sein vor zwei Jahren verkündeter Plan verwirklicht fei; die Eisen-, Kupfer- und Aluminiumerzeugun^g sei heute für Jugoslawien gesichert. Durch die Schaffung eigener Fabriken habe man Tausenden von jugoslawischen Arbeitern eine ständige Beschäftigung gesichert und ganzen Gebieten einen neuen Auftrieb gegeben. Jetzt müsse man auf die Blei- und Zinkerzeugung dieselben Grundsätze anwen- ben. Zu diesem Zweck würben in Kosooska Mttro- vicza (Altserbien) und in Schabatz an der Save große Hüttenwerke errichtet. Um auch bie Stahlerzeugung zu förbern, fjabe man am britten Jahrestag der Regierung eine staatliche Aktiengesellschaft mit 600 Millionen Dinar Kapital gegründet. Zur Kupferverarbeitung werbe eine große staatliche Kabelfabrik geschaffen. Um die für solche großen Werke nötigen Kapitalien zu erlangen, habe man sich zunächst erfolgreich an b e n inneren Markt geroenbet, wie bie jüngste Vier-Milliarben-Dinar-Anleihe beweise. Jugoslawien könne zwar bas ausländische Kapital noch nicht ganz entbehren, aber dieses Kapital dürfe nicht zum Ausbeuter werden. Das kapitalistische Interesse könne nicht mehr der einzige Zweck einet Investierung fein. Ziel und Ausgaben der kaptta- listischen Tätigkeit müßten vom Staat besttmmt werden, wie auch stets die Interessen des Volkes und des Staates allen anderen voranzugeheü hätten.
England und der Balkan.
Förderung derwirtschaftlichenBeziehuirgen
London, 3. Juli. (Europapreß.) Die Frage einer wirtschaftlichen und finanziellen Unterstützung verschiedener Balkanstaaten durch England wirb erneut von ber „Sunday Times" aufgegriffen. Das Blatt teilt mit, von ber Regierung fei ein Ausschuß gebUbet worden aus Persönlichkeiten des Wirtschaftsministeriums, des Schatzamts und des Außenministeriums. Beim letzten französischen Ministerbesuche sei von den französischen Gästen eine Denkschrift vorgelegt worben, bie besondere Wege einer finanziellen und wirtschaftlichen Unterstützung ber Balta nstaaten vorgeschlagen hat. So bie Gewährung von Ausfuhrkrebiten für die Balkanstaaten nach dem Muster des englisch-türkischen Abkommens und eine Steigerung der englischen Einfuhr aus diesen Staaten. Letzteres sei allerdings schwierig, da England viele Waren in den Balkanstaaten teurer bezahlen müsse als auf anderen Märkten, so ungarisches Getreide und rumänisches Oel. Falls die englische Regierung von sich aus keine Vorräte ankaufen könne» da bie Stapelankäufe bereits abgeschlossen seien, be» stünben noch Möglichkeiten, englanbfreunblichen Staaten burch finanzielle Unterstützung ben Ankauf von Waren ber Balkanlänber zu ermöglichen. Leichter fei ber Ankauf griechischen Tabaks, da bie griechische Tabakernte nur 2 v. H. bes englischen Verbrauchs ausmache.
Italiens Getreideverforgung.
Rom, 2. Juli. (DNB.) Unter bem Vorsitz Mussolinis trat bie Korporation bes (Setreibebaues zusammen. Landwirtschaftsminister Rossoni betonte dabei, daß sich bisher das Wetter außerordentlich günstig ausgewirkt habe. Die diesjährige Ernte könne man nach Eingang ber Ernteberichte und -schätzungen auf ungefähr 47 Millionen dz Korn veranschlagen. Bei einttetendem Regenwetter würbe auch bie biesjährige Maisernte nicht hinter ber vorjährigen zurückstehen. Ebenso werbe bie Ernte von Saubohnen fast bis gleiche Höhe wie im Vorjahre erreichen. Der Reisertrag erweise sich ebenfalls als burchaus normal.
Nach einer eingehenben Aussprache, bei ber auch ber Duce wieberyolt bas Wort ergriff, würbe beschlossen, in Zukunft nur zwei Weizenmehl- typen zur Herstellung von Brot bzw. Konditorei- waren zu gestatten, die beide einen Zusatz von 10 v. H. Maismehl erhalten, ferner für 'ganz Italien nur noch die Herstellung eines bekömmlichen und guten Einheitsbrotes zuzulasfen. Beschlüsse über Preisfragen, bie ebenfalls erörtert mürben, finb einer späteren Sitzung vorbehalten worben.
Stabschef Luhe verabschiedet sich von Mussolini.
Rom, 2. Juli. (DNB.) Stabschef Lutze hat am Samstagvormittag sich nach Neapel begeben. Von Neapel aus wirb er im Kraftwagen bie Rückreise über Venedig nach Deutschlanb antreten. Zum Ab- schieb würbe er mit seiner Begleitung vom italienischen Regierungschef empfangen. Die Aubienz betätigte von neuem, wie Mussolini bem Stabschef erklärte, baß bie deutsch-italienische Freundschaft nicht eine diplomatische Konstruktion


