Pascha mehrmals das Wort ergreifen. Jedesmal jedoch wurde er vom Kammerpräsidenten Ahmed Mäher daran g e h i n d e r t. Als das Dekret verlesen war, forderte Nahas Pascha den stellvertretenden Vorsitzenden der Kammer auf, das Präsidium zu übernehmen. Dies verhinderte der Kammerpräsident Mäher aber durch die Aufforderung, den Saal zu räumen Gleichzeitig gab er. Anweisung, die Lichter zu löschen. Die Sitzung verlief ohne Tätlichkeiten, es kam lediglich zu erregten Diskussionen. Die Wafd-Parlamentarier beschlossen, den Kammerpräsidenten Ahmed Mäher und drei andere wafdistische Abgeordnete a u s z u s ch l i e - ß e n. Von einer Gruppe von Wafdisten sollen Beschlüsse gegen die Wafdführer Nahas und Makram gefaßt worden sein. Das würde den Beginn einer Splitterung der Wafd bedeuten und könnte möglicherweise von schwankenden Wafd-Parlamen- tariern als günstige Gelegenheit zum Anschluß an das Regierungslager betrachtet werden.
Dank des Führers.
Berlin, 3. Jan. (D3tB.) Der Führer und Reichskanzler, der sich bei der Fülle der Eingänge zu seinem Bedauern außerstande sieht, jedem einzelnen der deutschen Volksgenossen des In- und Auslandes, die zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel seiner in Treue gedacht haben, persönlich zu danken, bittet, auf diesem Wege feinen Dank für ihr freundliches Gedenken und ihre Glückwünsche zum neuen Jahre entgegenzunehmen. Zugleich erwidert er die ihm entbotenen Grüße und guten Wünsche aufs herzlichste.
Telegrammwechsel
zwischen dem Führer, und Mussolini.
Berlin, 3. Jan. (DNB.) Anläßlich des Jahreswechsels fand zwischen dem Führer undReichs- kanzler und dem italienischen Regierungschef Mussolini nachstehender Telegrammwechsel statt: Der Führer drahtete: „Eure Exzellenz bitte ich, zum Jahreswechsel meine herzlichsten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für weiteren Erfolg Ihrer geschichtlich so bedeutsamen Arbeit entgegenzunehmen."
Der Duce erwiderte: „Für die Glückwünsche, die -Guere Exzellenz in so liebenswürdiger Weise mir übermittelt haben, sage ich Ihnen meinen herzlichen und tiefempfundenen Dank. Zugleich bringe ich Euerer. Exzellenz auch meinerseits die aufrichtigsten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für den ständig wachsenden Erfolg Ihres hohen und glänzenden Werkes zum Ausdruck."
3n kameradschaftlicher
Verbundenheit.
Telegrammwechsel zwischenFunknnd Göring
Berlin, 3. Jan. (DNB.) Zum Jahreswechsel hat der Reichswirtschaftsminister Funk an den Beauftragten für den Dierjahresplan Ministerpräsident Generaloberst Göring folgendes Telegramm gerichtet: „Zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen für Ihr Schaffen aus aufrichtigem Herzen Glück und Segen. Es erfüllt mich mit stolzer Freude, in wenigen Wochen die Leitung des Ministeriums übernehmen zu können, dessen Arbeit für die Durchführung und das Gelingen des Vierjahresplanes von ausfchlag- aebender Bedeutung ist. Besonders dankbar bin ich Ihnen dafür, daß Sie persönlich die notwendigen, nicht aufschiebbaren organisätorischen, personellen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen in der Zeit durchführen, die ich noch gebrauche, um mich von meinem bisher weitverzweigten Arbeitsbereich ab- lösen zu können. Gestützt auf das mir von Ihnen stets erwiesene Vertrauen, werde ich die mir vom Führer übertragene hohe Aufgabe lösen.
Heil Hitler!
In alter Verbundenheit und aufrichtiger Verehrung Ihr Walter Funk."
Ministerpräsident Generaloberst Göring hat an Reichswirtschaftsminister Funk folgendes Telegramm gerichtet:
„Für die freundlichen Wünsche, zum neuen Ar- beitsjahr danke ich Ihnen, lieber Parteigenosse Funk, besonders und erwidere sie herzlich. In kameradschaftlicher Zusammenarbeit werden wir in den kommenden Monaten alle Kräfte einsetzen, das große Werk des Führers zu gestalten. Treue Verbundenheit wird uns t in jeder Lage g e - rüstet finden, das vom Führer gestellte Ziel zu erreichen: Erhöhte Durchführung des Dierjahresplanes.
Heil Hitler!
Ihr
Hermann Göring."
Arbeitsbeginn
im Gau Hessen-Naffau.
N S G. Der Gau Hessen-Nassau begann das Jahr der Arbeit mit einer Feier st unde der Deut- ' sch en Arbeitsfront, die im Gemeinschafts- empf-ang in den Betrieben des Gaugebiets übernommen wurde. Wir hörten „Die Gemeinschaft steht gerichtet zur Leistung und Tat" mit der Musik von Hans Kn ab und Text voy Heinrich L e r s ch. Gestaltet wurde die Feierstunde von den Werkscharen unter Leitung von Alwin R ü f f e r. Der Gauobmann, Gauwerkscharstammführer Willi Becker, MdR., richtete dann einen Appell an die Arbeitskameraden, die das Schicksal <m die Stelle eines Betriebsführers gestellt hat, sich ihrer großen Verantwortung bewußt zu sein, für Arbeitskameraden sorgen zu müssen und verantwortlich zu sein. Techniker, Meister und alle Arbeitskameraden aber rief er auf, ihren Stolz in die Wertarbeit zu setzen: dies sei der einzige Wert, den der Führer für seine Aufbauarbeit hat. „Stellt im Betrieb eine einzige Gemeinschaft her, dann wird wahr, was Dr. Ley "so schön gesagt hat: Deutschland ist schöner geworden!" Mit diesen Worten gab der Gauobmann den Befehl „zum Arbeitsbeginn. Im ganzen Gau wurden die Maschinen zum Arbeitsbeginn angestellt. Der Werkscharmusikzug und -chor musizierte noch eine halbe Stunde. So fand die Arbeit in Hessen- Nassau einen würdevollen und feierlichen Auftakt.
Neue Reichsschule der OAF. am Wannsee.
Berlin, 3. Jan. (DNB.) Am Wannfee bei Berlin wurde eine neue Reichsschule der Deutschen Arbeitsfront eröffnet, die den Namen „H a v e l e ck trägt. Nach einführenden Worten des Leiters der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche
Betriebe, Körner, erklärte Reichsamtsleiter Dr. BZagner vom Schulungsamt der DAF., daß Schulung nicht nur Vermittlung von sachlichem Wissensstoff bedeute, sondern Erziehung zur Gemeinschaft, Schaffung einer anständigen, kameradschaftlichen und schicksalsbewußten Zusammenarbeit in den Betrieben und in allen Lebenszellen des Volkes. Die vielgestaltige Arbeit der Reichsbetriebsgemeinschaft 10, die die Sachgebiete Verkehr, Energie und Verwaltung umfaßt, werde bei der praktischen Durchführung der ihr gestellten Aufgaben insbesondere durch den Vierjahresplan immer wieder vor neue Probleme gestellt. Um eine einheitliche arbeitspolitische Betreuung der von der RBG. 10 erfaßten zweieinhalb Millionen Volksgenossen- in 225 000 Betrieben und Dienststellen sicherzustellen, hat Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Körner seine Gaubetriebsgemei'nschaftsleiter zu einem Lehrgang vom 3. bis 8. Januar in die Schulungsburg Wannsee berufen.
Einführung der gewerbsmäßigen Bühnenv?rmittlung.
Berlin, 30. Dez. (DNB.) JDie Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren mit der Arbeitsvermittlung für Bühnenangehörige gemacht worden sind, haben gezeigt, daß die Bühnenvermittlung infolge ihrer besonderen Eigenart zweckmäßiger durch
private Vermittler als durch nichtgewerbsmäßige Einrichtungen durchgeführt wird. Der Reichs- arbeitsminister hat daher die gewerbsmäßige Arbeitsvermittlung, die bisher nur für Konzertagenturen und Artistenvermittlung erlaubt war, auch für die Vermittlung von Bühnenangehörigen zugelassen. Durch die Aufsicht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und der Reichstheaterkammer ist eine zweckentsprechende Durchführung der gewerbsmäßigen Bühnenvermittlung sichergestellt.
Auch die Artisten in der Kranken- und
Angestelltenversicherung.
Berlin, 28. Dez. (DNB.) Bisher waren die Artisten nur gegen Unfall versichert, sie entbehrten jedoch des Schutzes der Kranken- und Angestelltenversicherung, der für sie bei der Schwere ihres Berufes besonders wichtig ist. Deshalb hat die Reichsregierung nunmehr auf Vorschlag des Reichsarbeitsministers ein Gesetz verabschiedet, durch das die Artisten für kranken- und angestellten- versicherungspflichtig erklärt werden. Dabei gelten für die Artisten dieselben Versicherungsgrenzen wie für Gefolgschaftsmitglieder, nämlich 3600 NM. jährlich in der Krankenversicherung und 7200 RM. in der Angestelltenversicherung. Das Gesetz tritt mit dem 1. Januar 1938 in Kraft.
, bis zu 60 Kilometer wurde in Angriff genommen. Die technische Entwicklung der Kraftfahrzeuge ist durch eine Reihe von Bauvorschriften bestimmt worden und die glänzenden Erfolge, die deutsche Wagen in allen großen Automobilrennen der Welt davontrugen, bewiesen die Überlegenheit Deutschlands auch auf diesem Gebiet.
Die ReiOsautobalmen 1937.
Die Ausgaben für den Bau der Reichsautobahnen haben in dem ablaufenden Jahre mit etwa 650 Millionen RM. fast die Höhe des Vorjahres erreicht. Zugunsten der Reichsautobahnen werden Zölle und Steuern erhoben. Diese Einnahmen belaufen sich im Jahr 1934 auf etwa 200 Millionen RM. Soweit aus ihnen die laufenden Kosten nicht gedeckt werden, erfolgt die Finanzierung durch Aufnahme mittel fri st iger Kredite. Der Zinsendienst dieser mittelfristigen Kredite wird ebenfalls aus den erwähnten Zöllen und Steuern bestritten, die zugunsten der Reichsautobahnen in Verrechnung kommen. — Es wird geschätzt, daß der Verkehr von den parallel lausenden Reichs- und Landstraßen zu 30 bis 50 v. H. auf die bisher eröffneten Teilstrecken abgewandert ist; daneben haben die bisher erstellten Reichsautobahnen eine merkliche eigene Belebung des Kraftverkehrs geschaffen. Mit dem Wachsen der fertigen Strecken müssen — natürlich im größeren Umfang als in den Vorjahren — Anlagen für b i e Durchführung des Verkehrs, für den Wetterdienst, für das Streuen der Bahnen nach Schneefall und für die Streckenunterhaltung geschaffen werden. Für die Streckenunterhaltung sind im Jähre 1937 vier sogenannte „S tr a ß e n m e i st e r g e h ö f t e" errichtet worden, denen weitere Anstalten dieser Art folgen werden. Auf der Strecke Berlin—Hannover wurde in Olvenstedt, auf der Strecke München— Landesgrenze am Chiemsee mit dem Bau einer größeren Rast-, bzw. Gaststätte begonnen. Das Jahr 1937 ist besonders gekennzeichnet durch die große Zahl von Brücken für die Reichsautobah- nen. Von insgesamt 3900 Brücken und Bauwerken wurden im a'bgetaufenen Jahre 1290 fertiggestellt, darunter folgende besonders große Brücken: Die Donaubrücken bei Leipheim und bei Ingolstadt, die Rohrbachbrücke bei Stuttgart, die Bauwerke am Albaufstieg und am Drack'ensteiner Hang, die Lech- brücke bei Augsburg, die Atzelbrücke, die Loithalbrücke, die. Lauterbachtalbrücke, die Teufelstalbrücke, die Talbrücken bei Podelsatz, im Zeitzgrund, bei Frankenhausen, über die Kleine Striegis und über das Sprottetal, die Friesenbachbrücke, die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal, die Siegbrücke bei Siegburg und die Werrabrücke bei Hedemünden.
Die Volksdeutschen in Rumänien.
Rumänien ist durch die Neubildung der Regierung Goga in den Vordergrund der politischen Bühne geschoben worden. Das heutige Großrumänien zählt rund 18 Millionen gegen nur 7,9 Millionen Einwohner Altrumäniens. Neu hinzugekommen ist das ganze ehemalige ungarische Siebenbürgen, weite Teile des Banats, die ehemals österreichische Provinz Bukowina und die frühere westrussische Grenzprovinz Bessarabien. Unter dem Banat versteht man die an Siebenbürgen angrenzende, bereits in die Ebene übergehende Landschaft westlich der -^616 und nördlich des Donauunterlaufes. Hier wie in Siebenbürgen, wie in Bukowina und in Bessarabien . wohnen zahlreiche Volksdeutsche.
Die sog. „Sachse n" Siebenbürgens sind schon vom 13. Jahrhundert an eingewandert. Sie folgten dem Ruf einheimischer Fürsten und ungarischer Könige. Die deutschen Ansiedlungen im Banat stammen aus einer viel späteren Zeit. Nach den siegreichen Türkenkriegen wurden Deutsche aus allen Gauen dorthin gerufen. Hauptsächlich Schwaben machten sich auf die Wanderschaft, weshalb die Deutschen sowohl im rumänischen wie im südslawischen Teile des Banats heute auch „Schwaben" heißen. Eine blondhaarige und blauäugige „Schwa- bitza" ist das Ideal manches dunkellockigen und dunkeläugigen Südslawen und Rumänen. Noch später liegt die deutsche Einwanderung nach der Bukowina und nach Bessarabien. Sie erfolgt gegen Ausgang des 18. Jahrhunderts unter Joseph II. in der Bukowina und der großen Katharina in Bessarabien. Insgesamt wohnen reichlich 750 000 Volksdeutsche in Rumänien. Sie hatten in den letzten Jahren einen schweren Kampf um die Bewahrung der überkommenen Sprache und Kultur zu bestehen. Neben den 13,2 Millionen Nationalrumänen und den % Millionen Deutschen werden noch 1,4 Millionen Ungarn, 1 Million Juden sowie bulgarische, türkische, tatarische und russische Dolkssplitter gezählt.
Neuer tentsch-siamesischer Freundschaffsvertrag.
B e r I i n, 30. Dez. (DNB.) In Bangkok ist ein neuer deutsch - siamesischer Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag unterzeichnet worden. Der neue Vertrag sichert,dem Deutschen Reich die Meistbegünstigung im weitesten Umfange, insbesondere in bezug auf Niederlassung, wirtschaftsiche und kulturelle Betätigung, Schutz und Sicherheit der deutschen Staatsangehörigen, Erwerb, Besitz_und Verfügungsbefugnis über Eigentum und Nutzungsrechte jeder Art, Betätigung und Rechte von Handelsund dgl. Gesellschaften, in bezug auf den Schiffsverkehr, die Ein- und Ausfuhrzölle und Zollförmlichkeiten sowie auf Ernennung und Befugnisse von konsularischen Vertretern. Der Vertrag gewährt ferner Jnländerbehandlung und Meistbegünstigung hinsichtlich der Besteuerung der deutschen Staatsangehörigen, Gesellschaften und Waren, hinsichtlich des Schutzes für Patente, Muster und Modelle, Warenzeichen und Herkunftsbezeichnungen und hinsichtlich des Waren- und Passagier-Transportes durch deutsche Schiffe. Der neue Vertrag tritt am Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden in Bangkok in Kraft. Vorläufig bleiben die Bestimmungen des alten Vertrages weiter in Geltung.
Zwölf Oeltanker
für die amerikanische Krieosflotie.
Neuyork, 4.Januar. (DNB. Funkspruch.) Die Bundesschiffahrtsbehörde vergab einen Auftrag zum Bau von zwölf Oeltankern, von denen jeder 16000 Tonnen groß ist und 18 Knoten Geschwindigkeit besitzen muß. Die Schiffe werden mit einer Panzerung, Munitionskammern und besonderen Hebevorrichtungen ausgerüstet sein. Die Motoren sollen eine Stärke von 12 800 PS aufweisen. Diese Oelschiffe sollen alsHilfsschiff^fürdie Kriegsflotte dienen. 10,5 Millionen Baukosten werden von der Bundesregierung getragen, während sich die Standard Oil Company verpflichtet, die Schiffe auf eigene Kosten 20 Jahre lang instandzu- halten.
Deutschlands Kamps um die Idee des Rechts.
Reichsniinister Dr. Frank an die deutschen Rechtswahrer zum Jahreswechsel.
Deutsche Rechtswahrer!
Wiederum liegt ein Jahr harten Kampfes und zäher Arbeit für die Verwirklichung des nationalsozialistischen Rechtsgedankens hinter 'uns. Wir können das stolze Bewußtsein haben, auch in diesem Jahre unsere Pflicht als treue Gefolgsleute unseres Führers erfüllt zu haben. Der Nationalsozialistische Rechtswahrer-Bund als Träger des deutschen Rechtsstandes ist in seinem inneren Aufbau weiter gefestigt worden. Die nunmehr endgültig abgeschlossene Angleichung seines Ausbaues an die Organisation der NSDAP, dokumentiert auch nach außen, daß die in ihm zusammengeschlossenen deutschen Rechtswahrer als berufene Hüter und Künder des nationalsozialistischen Rechtsgedankens einen starken einsatzbereiten Block in den Marschkolonnen des Führers bilden. Die neue Ehrengerichtsordnung des NS9^B. vom 13.3.1937 stellt für alle Zukunft sicher, daß niemand in den Reihen der deutschen Rechtswahrer steht, der unwürdig ist, den Ehrendienst am deutschen Recht zu erfüllen. Im gesamten Rechtsstand hät eine innere A k - t i v i e r u n g zu fachwissenschaftlicher und rechts- kundlicher Arbeit stattgesunden. So hat der NSRB. grundlegende Vorschläge zur Erneuerung des Strafverfahrens- und Ehescheidungsrechts gemacht, an deren Ausarbeitung Rechtswahrer aus allen Gauen beteiligt waren. Aeußerer Ausdruck der geleisteten Aufbauarbeit und verpflichtendes Wahrzeichen für die Zukunft ist das Haus des Deutschen Rechts, dessen Richtfest wir in der Hauptstadt der Bewegung im Oktober des abgeschlossenen Jahres begangen haben.
Der Führer hat im Rahmen des Dierjahresplanes
jeden Deutschen zum Mitstreiter für das Lebensrecht des deutschen Volkes aufgerufen. Es macht uns stolz- daß auch der deutsche Rechtswahrer zu einem entscheidenden Teil an dem Erfolg dieser gigantischen Aufgabe mitarbeitet. Auf dem Parteitag der Arbeit hat der Führer die Richtung unserer künftigen Arbeit festgelegt; er hat den deutschen Rechtsanspruch auf * gleichen kolonialen Lebensraum wiederum erhoben; er hat erneut unsere nationalsozialistische Verantwortung . für die Wahrung der europäischen Lebens- und Rechtsordnung gegenüber dem Ansturm der jüdisch-bolsche- wistischen Zersetzung festgestellt. Das deutsche Volk steht hier mitten in einem echten Geisteskampf, den es um der Idee des Rechts willen führt und der deshalb den letzten. Einsatz jedes deutschen Rechtswahrers erfordert. Mit Freude weiß das deutsche Volk heute, daß es in diesem Kampf starke Bundesgenossen besitzt. Der Besuch des Duce Benito Mussolini in Deutschland war ein machtvoller Ausdruck des unerschütterlichen Willens zweier Nationen für das Recht ihrer Volker und den Frieden d^r Welt.
Als deutsche Rechtswahrer rüsten wir uns für das^neue Jahr z u neuer Arbeit. Unser Ziel ist rfar. Das kommende Jahr wird uns auf dem Rechtswahrertag 1938, einer machtvollen Kundgebung des deutschen Rechtsstandes und des deutschen Rechtsgedankens überhaupt, in Leipzig wiederum vereinen. Wir wollen diesen Tag anläßlich des zehnjährigen Bestehens unseres Rechtswahrerbundes im Bewußtsein unserer Arbeitsoerpflichtung gegenüber Volk und Führer begehen. Es lebe unser Führer Adolf Hitler!
Verkehr aus Schienen und Straßen.
Die Deutsche Reichsbahn hat eine Übersicht über ihre Entwicklung im Jahre 1937 veröffentlicht, die zeigt, daß dieses größte deutsche Wirtschaftsunternehmen mit Erfolg gearbeitet hat und ihren vielfältigen Verpflichtungen durchaus nachgekommen ist. Die Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft prägte sich auch in der finanziellen Entwicklung der Reichsbahn aus. Das bisher beste Geschäftsjahr/ nämlich 1929, wurde durchweg übertroffen. Der Güterverkehr hat bei den Tonnenkilometern eine Steigerung von rund 15 v. H. gegen 1936 und rund 6 v. H. gegen 1929 erfahren. Im Personen- und Gepäckverkehr wird für 1937 eine Einnahme von 1160 Millionen Mark, also 8 v. H. mehr als im Vorjahr angegeben. Der Güterverkehr wird voraussichtlich 12 v. H. mehr als im Jahre 1936 erbringen, nämlich 2960 Millionen Mark. Die Tarifsenkungen seit 1929 haben natürlich die Reichsbahneinnahmen nicht im Verhältnis zu ihren Leistungen gesteigert, aber trotzdem ist die Finanzlage gut. Die Gesamteinnahmen belaufen sich für 1937 auf 4400 Millionen Mark und sind damit um 10,4 v. H. höher als 1936. Die Betriebsausgaben fliegen dagegen nur um 7 v. H. Der P erfonalftahb wurde um 55 000 Köpfe vermehrt. *
Welche Bedeutung die Reichsbahn als Auftraggeber für die deutsche Wirtschaft hat, geht daraus hervor, daß sie im Jahre 1937 rund 1,7 Milliarden Mark für Beschaffungen, Lieferungen usw. der deutschen Wirtschaft zuleitete. Einige Angaben mögen diesen Dienst der Reichsbahn an der Volkswirtschaft erläutern. Sie verbrauchte. 1937 rund 15,5 Millionen Tonnen Kohlen. Der Wert der sonstigen flüssigen und gasförmige-n Betriebsstoffe wird mit 43,5 Millionen Tonnen angegeben. Elektrische Anlagen erforderten einen Aufwand von 8,7 Millionen Maxk, Werkstoffe wurden für 83,8 Millionen Mark 'angeschafft. Die Unterhaltung und Verbesserung" der Fahrzeuge erforderte 46,9 Millionen. An Holzschwellen wurden 4 Millionen Stück eingekauft. Die Beschaffung der Fahrzeuge machte eine Aufwendung von 197,6 Millionen Mark erforderlich. Die Eisenknappheit wurde im Laufe des Jahres immer weniger verspürbar. Das gewaltige Bauprogramm der Reichsbahn ist planmäßig durchgeführt worden. U a. wurden Tunnel, z. B. auf der Schwarzwaldbahn, auf der Ruhr-Sieg- Strecke usw. erneuert, Wegeübergänge gesichert, neue Brücken gebaut und überhaupt die ganze Bahnausrüstung verstärkt.
Der Güterverkehr paßte sich eng dem Gange der Wirtschaft an. Große Aufmerksamkeit wurde der Beschleunigung der Wagen auf dem Wege vom Versender zum Empfänger gewidmet und Ferngüterzüge auf lange Strecken gebildet. Die großen Massenveranstaltungen der Parteitage, Manöver usw. stellten große Anforderungen auch an den Güterverkehr. Im Personenverkehr war ebenfalls die Belebung der Wirtschaft zu verspüren. Die Zahl der beförderten Personen nahm gegenüber 1936 um 11 v. H., die Zahl her Personenkilometer um 16 v. H. zu. Die- mittlere Reiseweite ist oon 27 auf 28 Kilometer gegenüber 1936 gestiegen. Die Reisen auf Fahrpreisermäßigung wurden ausgedehnt. Im Jahre 1937 wurden runh 70 v. H. aller Reifenden zu ermäßigten Sätzen befördert. Die Zugleistungen im Reisezugdienst wurden gesteigert, ebenso im'SonderZugverkehr, haupt
sächlich infolge des starken Anwachsens der „K r a f t - d u r ch - F r e u d e" - R e i s e n. Der Wintersportverkehr war gut. Durch die Fahrpreisermäßigung für Feriensonderzüge ist eine Entlscstung der Regelzüge eingetreten. Die Anzahl der nut Feriensonderzllgen beförderten Reisenden betrug im Jahre 1937 149 400 Personen, sie stieg gegen das Vorjahr um rund 17 v. H. An Berwaltungs- und Gesellschaftssonderzügen mit Fahrpreisermäßigung wurden 17 307 Züge gezählt. Im Fernverkehr wurde das Schnelltriebwagennetz ausgebaut. Der weiteren Steigerung der Reisegeschwindigkeiten der Züge stand hier und da die Zunahme des Reiseverkehrs hemmend in den Weg. Auch die Motorisierung des Eisenbahnverkehrs auf den Nebenbahnen schritt fort. Zahlreiche neue Verbindungen des Fernverkehrs wurden eingeführt. So bietet die Bilanz der Reichsbahnen ein erfreuliches Bild.
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Der Straßenverkehr stand im Jahre 1937 im Zeichen der fortschreitenden Motorisierung. Sowohl bei den Personenwagen und Krafträdern wie bei den Lastkraftwagen sind außerordentlich große Zunahmen zu verzeichnen. Die Zahl der Personenkraftwagen hat die erste Million überschritten und sich seit 1932 fast verdoppelt. Bemerkenswert ist, daß die Kleinwagen vier Fünftel des Bestandes ausmachen. Die Zahl der Krafträder stieg auf rund 1,3 Millionen, der Lastkraftwagen bestand hat seit 1932 um fast 85 v. H. auf 320 000 $türf zugenommen, und zwar auch in den größeren Nutzwagenklassen. An Zugmaschinen sind über 60 Ö00 in Gebrauch. Der Wert des Gesamtabsatzes an Kraftfahrzeugen belief sich in den ersten neun Monaten des Jahres 1937 auf 946 Millionen Mark. Deutschland steht heute an dervierten Stelle der Welt hinter den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich. Interessant ist eine Statistik über die Käufergruppen. Aus dem gewerblichen Mlttelstand rührt ein Drittel der Personenkraftwagenkäufer her, während die Arbeiter und Angestellten Kraftfahrräder vorziehen. Auch die Industrie uhb die Landwirtschaft ist am Kauf von Personenwagen stark beteiligt. Spedition- und Krastfahrgewerbe nahmen 41 v. H. der Lastkraftwagen über zwei Tonnen Nutzlast ab.
Die Versorgung der Kraftfahrzeuge mit heimischen Kraftstoffen und mit synthetischer Bereifung machte Fortschritte. Die Kosten für die Kraftfahrzeughaltung werden u. a. durch eine Überprüfung der Prämien für die Kraftfahrzeugversicherung wohl ermäßigt werden. Die Fortschritte im Bau der Reichsautobahnen bringen ebenfalls wesentliche Senkungen der Betriebskosten. Das Straßenverkehrsrecht wurde neu geordnet. Für die bisher führerscheinfreien Kraftfahrzeuge wurde eine neue Führer- scheinkla 'sse IV eingerichtet.
Im Güterfernverkehr ist das Ordnungswerk, das am 1. April 1936 eingeleitet wurde, vertieft worden. Der Reichs-Kraftwagen-Betriebsver- band führte das Frachtmarkenverfahren ein. Am 13. November 1937 wurde die erste für alle Straßenbahnen des Deutschen Reiches gültige Straßen-Bau- und Betriebsordnung vom Reichsoerkehrsminlster erlassen. Die Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit der Straßenbahnen


