Ausgabe 
4.1.1938
 
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Pascha mehrmals das Wort ergreifen. Jedesmal je­doch wurde er vom Kammerpräsidenten Ahmed Mäher daran g e h i n d e r t. Als das Dekret ver­lesen war, forderte Nahas Pascha den stellvertre­tenden Vorsitzenden der Kammer auf, das Präsi­dium zu übernehmen. Dies verhinderte der Kam­merpräsident Mäher aber durch die Aufforderung, den Saal zu räumen Gleichzeitig gab er. Anweisung, die Lichter zu löschen. Die Sitzung ver­lief ohne Tätlichkeiten, es kam lediglich zu erregten Diskussionen. Die Wafd-Parlamentarier beschlossen, den Kammerpräsidenten Ahmed Mäher und drei andere wafdistische Abgeordnete a u s z u s ch l i e - ß e n. Von einer Gruppe von Wafdisten sollen Be­schlüsse gegen die Wafdführer Nahas und Makram gefaßt worden sein. Das würde den Beginn einer Splitterung der Wafd bedeuten und könnte möglicherweise von schwankenden Wafd-Parlamen- tariern als günstige Gelegenheit zum Anschluß an das Regierungslager betrachtet werden.

Dank des Führers.

Berlin, 3. Jan. (D3tB.) Der Führer und Reichskanzler, der sich bei der Fülle der Ein­gänge zu seinem Bedauern außerstande sieht, jedem einzelnen der deutschen Volksgenossen des In- und Auslandes, die zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel seiner in Treue gedacht haben, persönlich zu danken, bittet, auf diesem Wege feinen Dank für ihr freundliches Gedenken und ihre Glückwünsche zum neuen Jahre entgegenzunehmen. Zugleich erwidert er die ihm entbotenen Grüße und guten Wünsche aufs herzlichste.

Telegrammwechsel

zwischen dem Führer, und Mussolini.

Berlin, 3. Jan. (DNB.) Anläßlich des Jahres­wechsels fand zwischen dem Führer undReichs- kanzler und dem italienischen Regierungschef Mussolini nachstehender Telegrammwechsel statt: Der Führer drahtete:Eure Exzellenz bitte ich, zum Jahreswechsel meine herzlichsten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für weiteren Erfolg Ihrer geschichtlich so bedeutsamen Arbeit entgegenzunehmen."

Der Duce erwiderte:Für die Glückwünsche, die -Guere Exzellenz in so liebenswürdiger Weise mir übermittelt haben, sage ich Ihnen meinen herz­lichen und tiefempfundenen Dank. Zugleich bringe ich Euerer. Exzellenz auch meinerseits die aufrich­tigsten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen und für den ständig wachsenden Erfolg Ihres hohen und glänzenden Werkes zum Ausdruck."

3n kameradschaftlicher

Verbundenheit.

Telegrammwechsel zwischenFunknnd Göring

Berlin, 3. Jan. (DNB.) Zum Jahreswechsel hat der Reichswirtschaftsminister Funk an den Beauftragten für den Dierjahresplan Minister­präsident Generaloberst Göring folgendes Tele­gramm gerichtet:Zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen für Ihr Schaffen aus aufrich­tigem Herzen Glück und Segen. Es erfüllt mich mit stolzer Freude, in wenigen Wochen die Leitung des Ministeriums übernehmen zu können, dessen Arbeit für die Durchführung und das Gelingen des Vierjahresplanes von ausfchlag- aebender Bedeutung ist. Besonders dankbar bin ich Ihnen dafür, daß Sie persönlich die notwendigen, nicht aufschiebbaren organisätorischen, personellen und wirtschaftspolitischen Maßnahmen in der Zeit durchführen, die ich noch gebrauche, um mich von meinem bisher weitverzweigten Arbeitsbereich ab- lösen zu können. Gestützt auf das mir von Ihnen stets erwiesene Vertrauen, werde ich die mir vom Führer übertragene hohe Aufgabe lösen.

Heil Hitler!

In alter Verbundenheit und aufrichtiger Ver­ehrung Ihr Walter Funk."

Ministerpräsident Generaloberst Göring hat an Reichswirtschaftsminister Funk folgendes Tele­gramm gerichtet:

Für die freundlichen Wünsche, zum neuen Ar- beitsjahr danke ich Ihnen, lieber Parteigenosse Funk, besonders und erwidere sie herzlich. In kame­radschaftlicher Zusammenarbeit werden wir in den kommenden Monaten alle Kräfte einsetzen, das große Werk des Führers zu gestalten. Treue Ver­bundenheit wird uns t in jeder Lage g e - rüstet finden, das vom Führer gestellte Ziel zu erreichen: Erhöhte Durchführung des Dierjahresplanes.

Heil Hitler!

Ihr

Hermann Göring."

Arbeitsbeginn

im Gau Hessen-Naffau.

N S G. Der Gau Hessen-Nassau begann das Jahr der Arbeit mit einer Feier st unde der Deut- ' sch en Arbeitsfront, die im Gemeinschafts- empf-ang in den Betrieben des Gaugebiets über­nommen wurde. Wir hörtenDie Gemeinschaft steht gerichtet zur Leistung und Tat" mit der Mu­sik von Hans Kn ab und Text voy Heinrich L e r s ch. Gestaltet wurde die Feierstunde von den Werkscharen unter Leitung von Alwin R ü f f e r. Der Gauobmann, Gauwerkscharstammführer Willi Becker, MdR., richtete dann einen Appell an die Arbeitskameraden, die das Schicksal <m die Stelle eines Betriebsführers gestellt hat, sich ihrer großen Verantwortung bewußt zu sein, für Arbeitskamera­den sorgen zu müssen und verantwortlich zu sein. Techniker, Meister und alle Arbeitskameraden aber rief er auf, ihren Stolz in die Wertarbeit zu setzen: dies sei der einzige Wert, den der Führer für seine Aufbauarbeit hat.Stellt im Betrieb eine einzige Gemeinschaft her, dann wird wahr, was Dr. Ley "so schön gesagt hat: Deutschland ist schöner ge­worden!" Mit diesen Worten gab der Gauobmann den Befehlzum Arbeitsbeginn. Im ganzen Gau wurden die Maschinen zum Arbeitsbeginn angestellt. Der Werkscharmusikzug und -chor musizierte noch eine halbe Stunde. So fand die Arbeit in Hessen- Nassau einen würdevollen und feierlichen Auftakt.

Neue Reichsschule der OAF. am Wannsee.

Berlin, 3. Jan. (DNB.) Am Wannfee bei Ber­lin wurde eine neue Reichsschule der Deutschen Ar­beitsfront eröffnet, die den NamenH a v e l e ck trägt. Nach einführenden Worten des Leiters der Reichsbetriebsgemeinschaft Verkehr und öffentliche

Betriebe, Körner, erklärte Reichsamtsleiter Dr. BZagner vom Schulungsamt der DAF., daß Schulung nicht nur Vermittlung von sachlichem Wissensstoff bedeute, sondern Erziehung zur Ge­meinschaft, Schaffung einer anständigen, kamerad­schaftlichen und schicksalsbewußten Zusammenarbeit in den Betrieben und in allen Lebenszellen des Vol­kes. Die vielgestaltige Arbeit der Reichsbetriebsge­meinschaft 10, die die Sachgebiete Verkehr, Energie und Verwaltung umfaßt, werde bei der praktischen Durchführung der ihr gestellten Aufgaben insbesondere durch den Vierjahresplan immer wieder vor neue Probleme gestellt. Um eine einheitliche arbeitspolitische Betreuung der von der RBG. 10 erfaßten zweieinhalb Millionen Volks­genossen- in 225 000 Betrieben und Dienststellen sicherzustellen, hat Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Körner seine Gaubetriebsgemei'nschaftsleiter zu einem Lehrgang vom 3. bis 8. Januar in die Schu­lungsburg Wannsee berufen.

Einführung der gewerbsmäßigen Bühnenv?rmittlung.

Berlin, 30. Dez. (DNB.) JDie Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren mit der Arbeitsvermitt­lung für Bühnenangehörige gemacht worden sind, haben gezeigt, daß die Bühnenvermittlung infolge ihrer besonderen Eigenart zweckmäßiger durch

private Vermittler als durch nichtgewerbs­mäßige Einrichtungen durchgeführt wird. Der Reichs- arbeitsminister hat daher die gewerbsmäßige Arbeitsvermittlung, die bisher nur für Konzertagenturen und Artistenvermittlung erlaubt war, auch für die Vermittlung von Bühnenangehöri­gen zugelassen. Durch die Aufsicht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und der Reichstheaterkammer ist eine zweckentsprechende Durchführung der ge­werbsmäßigen Bühnenvermittlung sichergestellt.

Auch die Artisten in der Kranken- und

Angestelltenversicherung.

Berlin, 28. Dez. (DNB.) Bisher waren die Ar­tisten nur gegen Unfall versichert, sie entbehrten je­doch des Schutzes der Kranken- und Angestellten­versicherung, der für sie bei der Schwere ihres Be­rufes besonders wichtig ist. Deshalb hat die Reichs­regierung nunmehr auf Vorschlag des Reichsarbeits­ministers ein Gesetz verabschiedet, durch das die Artisten für kranken- und angestellten- versicherungspflichtig erklärt werden. Da­bei gelten für die Artisten dieselben Versicherungs­grenzen wie für Gefolgschaftsmitglieder, nämlich 3600 NM. jährlich in der Krankenversicherung und 7200 RM. in der Angestelltenversicherung. Das Gesetz tritt mit dem 1. Januar 1938 in Kraft.

, bis zu 60 Kilometer wurde in Angriff genommen. Die technische Entwicklung der Kraftfahrzeuge ist durch eine Reihe von Bauvorschriften bestimmt wor­den und die glänzenden Erfolge, die deutsche Wagen in allen großen Automobilrennen der Welt davon­trugen, bewiesen die Überlegenheit Deutschlands auch auf diesem Gebiet.

Die ReiOsautobalmen 1937.

Die Ausgaben für den Bau der Reichsautobahnen haben in dem ablaufenden Jahre mit etwa 650 Mil­lionen RM. fast die Höhe des Vorjahres erreicht. Zugunsten der Reichsautobahnen werden Zölle und Steuern erhoben. Diese Einnahmen belau­fen sich im Jahr 1934 auf etwa 200 Millionen RM. Soweit aus ihnen die laufenden Kosten nicht ge­deckt werden, erfolgt die Finanzierung durch Auf­nahme mittel fri st iger Kredite. Der Zin­sendienst dieser mittelfristigen Kredite wird eben­falls aus den erwähnten Zöllen und Steuern be­stritten, die zugunsten der Reichsautobahnen in Ver­rechnung kommen. Es wird geschätzt, daß der Verkehr von den parallel lausenden Reichs- und Landstraßen zu 30 bis 50 v. H. auf die bisher er­öffneten Teilstrecken abgewandert ist; daneben haben die bisher erstellten Reichsautobahnen eine merk­liche eigene Belebung des Kraftverkehrs geschaffen. Mit dem Wachsen der fertigen Strecken müssen natürlich im größeren Umfang als in den Vorjah­ren Anlagen für b i e Durchführung des Verkehrs, für den Wetterdienst, für das Streuen der Bahnen nach Schneefall und für die Streckenunterhaltung geschaffen werden. Für die Streckenunterhaltung sind im Jähre 1937 vier so­genannteS tr a ß e n m e i st e r g e h ö f t e" errich­tet worden, denen weitere Anstalten dieser Art fol­gen werden. Auf der Strecke BerlinHannover wurde in Olvenstedt, auf der Strecke München Landesgrenze am Chiemsee mit dem Bau einer größeren Rast-, bzw. Gaststätte begonnen. Das Jahr 1937 ist besonders gekennzeichnet durch die große Zahl von Brücken für die Reichsautobah- nen. Von insgesamt 3900 Brücken und Bauwerken wurden im a'bgetaufenen Jahre 1290 fertiggestellt, darunter folgende besonders große Brücken: Die Donaubrücken bei Leipheim und bei Ingolstadt, die Rohrbachbrücke bei Stuttgart, die Bauwerke am Albaufstieg und am Drack'ensteiner Hang, die Lech- brücke bei Augsburg, die Atzelbrücke, die Loithal­brücke, die. Lauterbachtalbrücke, die Teufelstalbrücke, die Talbrücken bei Podelsatz, im Zeitzgrund, bei Frankenhausen, über die Kleine Striegis und über das Sprottetal, die Friesenbachbrücke, die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal, die Siegbrücke bei Siegburg und die Werrabrücke bei Hedemünden.

Die Volksdeutschen in Rumänien.

Rumänien ist durch die Neubildung der Regie­rung Goga in den Vordergrund der politischen Bühne geschoben worden. Das heutige Großrumä­nien zählt rund 18 Millionen gegen nur 7,9 Mil­lionen Einwohner Altrumäniens. Neu hinzugekom­men ist das ganze ehemalige ungarische Sieben­bürgen, weite Teile des Banats, die ehemals österreichische Provinz Bukowina und die frühere westrussische Grenzprovinz Bessarabien. Unter dem Banat versteht man die an Siebenbürgen an­grenzende, bereits in die Ebene übergehende Land­schaft westlich der -^616 und nördlich des Donau­unterlaufes. Hier wie in Siebenbürgen, wie in Bukowina und in Bessarabien . wohnen zahl­reiche Volksdeutsche.

Die sog.Sachse n" Siebenbürgens sind schon vom 13. Jahrhundert an eingewandert. Sie folgten dem Ruf einheimischer Fürsten und ungarischer Kö­nige. Die deutschen Ansiedlungen im Banat stam­men aus einer viel späteren Zeit. Nach den sieg­reichen Türkenkriegen wurden Deutsche aus allen Gauen dorthin gerufen. Hauptsächlich Schwaben machten sich auf die Wanderschaft, weshalb die Deutschen sowohl im rumänischen wie im südslawi­schen Teile des Banats heute auchSchwaben" heißen. Eine blondhaarige und blauäugigeSchwa- bitza" ist das Ideal manches dunkellockigen und dun­keläugigen Südslawen und Rumänen. Noch später liegt die deutsche Einwanderung nach der Bukowina und nach Bessarabien. Sie erfolgt gegen Ausgang des 18. Jahrhunderts unter Joseph II. in der Bu­kowina und der großen Katharina in Bessarabien. Insgesamt wohnen reichlich 750 000 Volksdeutsche in Rumänien. Sie hatten in den letzten Jahren einen schweren Kampf um die Bewahrung der überkom­menen Sprache und Kultur zu bestehen. Neben den 13,2 Millionen Nationalrumänen und den % Mil­lionen Deutschen werden noch 1,4 Millionen Ungarn, 1 Million Juden sowie bulgarische, türkische, tata­rische und russische Dolkssplitter gezählt.

Neuer tentsch-siamesischer Freundschaffsvertrag.

B e r I i n, 30. Dez. (DNB.) In Bangkok ist ein neuer deutsch - siamesischer Freundschafts-, Handels- und Schiffahrtsvertrag unterzeichnet worden. Der neue Vertrag sichert,dem Deutschen Reich die Meist­begünstigung im weitesten Umfange, insbesondere in bezug auf Niederlassung, wirtschaftsiche und kul­turelle Betätigung, Schutz und Sicherheit der deut­schen Staatsangehörigen, Erwerb, Besitz_und Verfü­gungsbefugnis über Eigentum und Nutzungsrechte jeder Art, Betätigung und Rechte von Handels­und dgl. Gesellschaften, in bezug auf den Schiffsver­kehr, die Ein- und Ausfuhrzölle und Zollförmlich­keiten sowie auf Ernennung und Befugnisse von konsularischen Vertretern. Der Vertrag gewährt fer­ner Jnländerbehandlung und Meistbegünstigung hin­sichtlich der Besteuerung der deutschen Staatsange­hörigen, Gesellschaften und Waren, hinsichtlich des Schutzes für Patente, Muster und Modelle, Wa­renzeichen und Herkunftsbezeichnungen und hinsicht­lich des Waren- und Passagier-Transportes durch deutsche Schiffe. Der neue Vertrag tritt am Tage des Austausches der Ratifikationsurkunden in Bang­kok in Kraft. Vorläufig bleiben die Bestimmungen des alten Vertrages weiter in Geltung.

Zwölf Oeltanker

für die amerikanische Krieosflotie.

Neuyork, 4.Januar. (DNB. Funkspruch.) Die Bundesschiffahrtsbehörde vergab einen Auftrag zum Bau von zwölf Oeltankern, von denen jeder 16000 Tonnen groß ist und 18 Knoten Ge­schwindigkeit besitzen muß. Die Schiffe werden mit einer Panzerung, Munitionskammern und beson­deren Hebevorrichtungen ausgerüstet sein. Die Mo­toren sollen eine Stärke von 12 800 PS aufweisen. Diese Oelschiffe sollen alsHilfsschiff^fürdie Kriegsflotte dienen. 10,5 Millionen Baukosten werden von der Bundesregierung getragen, während sich die Standard Oil Company verpflichtet, die Schiffe auf eigene Kosten 20 Jahre lang instandzu- halten.

Deutschlands Kamps um die Idee des Rechts.

Reichsniinister Dr. Frank an die deutschen Rechtswahrer zum Jahreswechsel.

Deutsche Rechtswahrer!

Wiederum liegt ein Jahr harten Kampfes und zäher Arbeit für die Verwirklichung des national­sozialistischen Rechtsgedankens hinter 'uns. Wir können das stolze Bewußtsein haben, auch in diesem Jahre unsere Pflicht als treue Gefolgsleute unseres Führers erfüllt zu haben. Der Natio­nalsozialistische Rechtswahrer-Bund als Träger des deutschen Rechtsstandes ist in seinem inneren Aufbau weiter gefestigt worden. Die nunmehr endgültig abgeschlossene Angleichung seines Ausbaues an die Organisation der NSDAP, dokumentiert auch nach außen, daß die in ihm zusammengeschlossenen deutschen Rechtswahrer als berufene Hüter und Künder des nationalsozialistischen Rechtsgedankens einen star­ken einsatzbereiten Block in den Marschkolonnen des Führers bilden. Die neue Ehrengerichts­ordnung des NS9^B. vom 13.3.1937 stellt für alle Zukunft sicher, daß niemand in den Reihen der deutschen Rechtswahrer steht, der unwürdig ist, den Ehrendienst am deutschen Recht zu erfüllen. Im gesamten Rechtsstand hät eine innere A k - t i v i e r u n g zu fachwissenschaftlicher und rechts- kundlicher Arbeit stattgesunden. So hat der NSRB. grundlegende Vorschläge zur Erneuerung des Strafverfahrens- und Ehescheidungsrechts gemacht, an deren Ausarbeitung Rechtswahrer aus allen Gauen beteiligt waren. Aeußerer Ausdruck der geleisteten Aufbauarbeit und verpflichtendes Wahr­zeichen für die Zukunft ist das Haus des Deutschen Rechts, dessen Richtfest wir in der Hauptstadt der Bewegung im Oktober des abge­schlossenen Jahres begangen haben.

Der Führer hat im Rahmen des Dierjahresplanes

jeden Deutschen zum Mitstreiter für das Lebens­recht des deutschen Volkes aufgerufen. Es macht uns stolz- daß auch der deutsche Rechtswahrer zu einem entscheidenden Teil an dem Erfolg dieser gigantischen Aufgabe mitarbeitet. Auf dem Par­teitag der Arbeit hat der Führer die Rich­tung unserer künftigen Arbeit festgelegt; er hat den deutschen Rechtsanspruch auf * gleichen kolonialen Lebensraum wiederum erhoben; er hat erneut un­sere nationalsozialistische Verantwortung . für die Wahrung der europäischen Lebens- und Rechtsord­nung gegenüber dem Ansturm der jüdisch-bolsche- wistischen Zersetzung festgestellt. Das deutsche Volk steht hier mitten in einem echten Geisteskampf, den es um der Idee des Rechts willen führt und der deshalb den letzten. Einsatz jedes deutschen Rechtswahrers erfordert. Mit Freude weiß das deutsche Volk heute, daß es in diesem Kampf starke Bundesgenossen besitzt. Der Besuch des Duce Benito Mussolini in Deutschland war ein machtvoller Ausdruck des unerschütterlichen Willens zweier Nationen für das Recht ihrer Vol­ker und den Frieden d^r Welt.

Als deutsche Rechtswahrer rüsten wir uns für das^neue Jahr z u neuer Arbeit. Unser Ziel ist rfar. Das kommende Jahr wird uns auf dem Rechtswahrertag 1938, einer machtvollen Kundgebung des deutschen Rechtsstandes und des deutschen Rechtsgedankens überhaupt, in Leip­zig wiederum vereinen. Wir wollen diesen Tag anläßlich des zehnjährigen Bestehens un­seres Rechtswahrerbundes im Bewußtsein unserer Arbeitsoerpflichtung gegenüber Volk und Führer begehen. Es lebe unser Führer Adolf Hitler!

Verkehr aus Schienen und Straßen.

Die Deutsche Reichsbahn hat eine Über­sicht über ihre Entwicklung im Jahre 1937 ver­öffentlicht, die zeigt, daß dieses größte deutsche Wirtschaftsunternehmen mit Erfolg gearbeitet hat und ihren vielfältigen Verpflichtungen durchaus nachgekommen ist. Die Wiederbelebung der deut­schen Wirtschaft prägte sich auch in der finanziellen Entwicklung der Reichsbahn aus. Das bisher beste Geschäftsjahr/ nämlich 1929, wurde durchweg übertroffen. Der Güterverkehr hat bei den Tonnenkilometern eine Steigerung von rund 15 v. H. gegen 1936 und rund 6 v. H. gegen 1929 erfahren. Im Personen- und Gepäckver­kehr wird für 1937 eine Einnahme von 1160 Millionen Mark, also 8 v. H. mehr als im Vorjahr angegeben. Der Güterverkehr wird voraussichtlich 12 v. H. mehr als im Jahre 1936 erbringen, näm­lich 2960 Millionen Mark. Die Tarifsenkungen seit 1929 haben natürlich die Reichsbahneinnahmen nicht im Verhältnis zu ihren Leistungen gesteigert, aber trotzdem ist die Finanzlage gut. Die Gesamt­einnahmen belaufen sich für 1937 auf 4400 Millionen Mark und sind damit um 10,4 v. H. höher als 1936. Die Betriebsausgaben fliegen dagegen nur um 7 v. H. Der P erfonalftahb wurde um 55 000 Köpfe vermehrt. *

Welche Bedeutung die Reichsbahn als Auf­traggeber für die deutsche Wirtschaft hat, geht daraus hervor, daß sie im Jahre 1937 rund 1,7 Milliarden Mark für Beschaffungen, Lieferungen usw. der deutschen Wirtschaft zuleitete. Einige An­gaben mögen diesen Dienst der Reichsbahn an der Volkswirtschaft erläutern. Sie verbrauchte. 1937 rund 15,5 Millionen Tonnen Kohlen. Der Wert der sonstigen flüssigen und gasförmige-n Betriebsstoffe wird mit 43,5 Millionen Tonnen angegeben. Elek­trische Anlagen erforderten einen Aufwand von 8,7 Millionen Maxk, Werkstoffe wurden für 83,8 Mil­lionen Mark 'angeschafft. Die Unterhaltung und Verbesserung" der Fahrzeuge erforderte 46,9 Millio­nen. An Holzschwellen wurden 4 Millionen Stück eingekauft. Die Beschaffung der Fahrzeuge machte eine Aufwendung von 197,6 Millionen Mark er­forderlich. Die Eisenknappheit wurde im Laufe des Jahres immer weniger verspürbar. Das gewaltige Bauprogramm der Reichsbahn ist planmäßig durchgeführt worden. U a. wurden Tunnel, z. B. auf der Schwarzwaldbahn, auf der Ruhr-Sieg- Strecke usw. erneuert, Wegeübergänge gesichert, neue Brücken gebaut und überhaupt die ganze Bahnausrüstung verstärkt.

Der Güterverkehr paßte sich eng dem Gange der Wirtschaft an. Große Aufmerksamkeit wurde der Beschleunigung der Wagen auf dem Wege vom Versender zum Empfänger gewidmet und Ferngüterzüge auf lange Strecken gebildet. Die großen Massenveranstaltungen der Parteitage, Ma­növer usw. stellten große Anforderungen auch an den Güterverkehr. Im Personenverkehr war ebenfalls die Belebung der Wirtschaft zu ver­spüren. Die Zahl der beförderten Personen nahm gegenüber 1936 um 11 v. H., die Zahl her Personen­kilometer um 16 v. H. zu. Die- mittlere Reiseweite ist oon 27 auf 28 Kilometer gegenüber 1936 ge­stiegen. Die Reisen auf Fahrpreisermäßi­gung wurden ausgedehnt. Im Jahre 1937 wurden runh 70 v. H. aller Reifenden zu ermäßigten Sätzen befördert. Die Zugleistungen im Reisezugdienst wur­den gesteigert, ebenso im'SonderZugverkehr, haupt­

sächlich infolge des starken Anwachsens der K r a f t - d u r ch - F r e u d e" - R e i s e n. Der Win­tersportverkehr war gut. Durch die Fahrpreiser­mäßigung für Feriensonderzüge ist eine Entlscstung der Regelzüge eingetreten. Die Anzahl der nut Feriensonderzllgen beförderten Reisenden betrug im Jahre 1937 149 400 Personen, sie stieg gegen das Vorjahr um rund 17 v. H. An Berwaltungs- und Gesellschaftssonderzügen mit Fahrpreisermäßigung wurden 17 307 Züge gezählt. Im Fernverkehr wurde das Schnelltriebwagennetz ausgebaut. Der weiteren Steigerung der Reisegeschwindigkeiten der Züge stand hier und da die Zunahme des Reise­verkehrs hemmend in den Weg. Auch die Motori­sierung des Eisenbahnverkehrs auf den Nebenbah­nen schritt fort. Zahlreiche neue Verbindungen des Fernverkehrs wurden eingeführt. So bietet die Bilanz der Reichsbahnen ein erfreuliches Bild.

*

Der Straßenverkehr stand im Jahre 1937 im Zeichen der fortschreitenden Motorisie­rung. Sowohl bei den Personenwagen und Kraft­rädern wie bei den Lastkraftwagen sind außer­ordentlich große Zunahmen zu verzeichnen. Die Zahl der Personenkraftwagen hat die erste Million überschritten und sich seit 1932 fast ver­doppelt. Bemerkenswert ist, daß die Klein­wagen vier Fünftel des Bestandes ausmachen. Die Zahl der Krafträder stieg auf rund 1,3 Millionen, der Lastkraftwagen bestand hat seit 1932 um fast 85 v. H. auf 320 000 $türf zuge­nommen, und zwar auch in den größeren Nutz­wagenklassen. An Zugmaschinen sind über 60 Ö00 in Gebrauch. Der Wert des Gesamtabsatzes an Kraftfahrzeugen belief sich in den ersten neun Monaten des Jahres 1937 auf 946 Millionen Mark. Deutschland steht heute an dervierten Stelle der Welt hinter den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien und Frankreich. Inter­essant ist eine Statistik über die Käufergrup­pen. Aus dem gewerblichen Mlttelstand rührt ein Drittel der Personenkraftwagenkäufer her, wäh­rend die Arbeiter und Angestellten Kraftfahrräder vorziehen. Auch die Industrie uhb die Landwirt­schaft ist am Kauf von Personenwagen stark be­teiligt. Spedition- und Krastfahrgewerbe nahmen 41 v. H. der Lastkraftwagen über zwei Tonnen Nutzlast ab.

Die Versorgung der Kraftfahrzeuge mit heimischen Kraftstoffen und mit synthetischer Be­reifung machte Fortschritte. Die Kosten für die Kraft­fahrzeughaltung werden u. a. durch eine Über­prüfung der Prämien für die Kraftfahrzeug­versicherung wohl ermäßigt werden. Die Fort­schritte im Bau der Reichsautobahnen brin­gen ebenfalls wesentliche Senkungen der Betriebs­kosten. Das Straßenverkehrsrecht wurde neu geordnet. Für die bisher führerscheinfreien Kraftfahrzeuge wurde eine neue Führer- scheinkla 'sse IV eingerichtet.

Im Güterfernverkehr ist das Ordnungs­werk, das am 1. April 1936 eingeleitet wurde, ver­tieft worden. Der Reichs-Kraftwagen-Betriebsver- band führte das Frachtmarkenverfahren ein. Am 13. November 1937 wurde die erste für alle Straßenbahnen des Deutschen Reiches gültige Straßen-Bau- und Betriebsordnung vom Reichsoerkehrsminlster erlassen. Die Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit der Straßenbahnen