Ausgabe 
3.9.1938
 
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ng in der Lehrwerkstatt sein Gesellenstuck Wachen kann, dann zeigt sich die Summe der Bemühung. *6s kann kein Zweifel sein, daß unter solchen Um­ständen der Facharbeiter heranwächst, so wie ihn das Werk, wie ihn die deutsche Industrie überall braucht.

Erfreulich, daß ein Gießener Betrieb mit solcher Großzügigkeit und unter aller Verantwortung eine solche Lehrwerkstätte eingerichtet hat? Erfreulich und beispielhaft! N.

(Aufnahmen [5j: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Der Gauletter besichtigt die Frankfurter Lehrwettfialt.

NSG. Am Freitagnachmittag besuchte der Gau­leiter in Begleitung des Gauabmannes der DAF., Willi Becker, und des Präsidenten der Jndustrie- und Handelskammer, Professor Dr. Lu e r, die Lehrwerkstatt Frankfurt a. M.", die auf seine Ini­tiative in Zusammenarbeit mit der DAF. und der Industrie» und Handelskammer im Frühjahr dieses Jähres gegründet worden ist.

Seit 1933 gilt das besondere Interesse des Gau­leiters in der nationalsozialistischen Aufbauarbeit dem Problem der Nachwuchserziehung. Erinnert sei hierbei nur an die frühzeitige Gründung eines Hauptausschusses für Berufserziehung, der für zu­sätzliche Möglichkeiten der Unterbringung von Ju­gendlichen in der Wirtschaft zu sorgen chatte und die sogenannten Vorlehrewerkstätten, die die Ausgabe hatten, den Jungen für ihren später einzuschlagen. den Beruf eine Ausbildung zu vermitteln. Diese er­sten Hilfsmaßnähmen konnten jetzt verlassen wer­den, da das soziale Moment der Beschaffung eines Arbeitsplatzes durch den großen Bedarf der Wirt­schaft an tüchtigen Nachwuchskräften immer mehr in den Hintergrund trat, und die Hauptaufgabe nun-

mehr darin besteht, durch die Intensimeruna der Be- rufserziehung zu einer immer größeren Leistungs­steigerung des einzelnen zu kommen.

Für diese-Aufgabe soll dieLehrwerkstatt Frank­furt a. M." besonders dienen. Sie soll die Mängel verschiedenster Art, die in kleinen und Mittelbetrie­ben oft durch Mangel an Raum, durch Fehlen ge­eigneter Ausbildungskräfte oder durch einseitige Fabrikationsweise bedingt sind, ausschalten und die Grundlage für eine systematische und vielseitige Ausbildung geben.

Mit herzlichen Worten begrüßte der Gauleiter die zu seinem Empfang angetretenen Lehrlinge und wies darauf hin, daß diese Lehrwerkstatt nicht nur die Aufgabe habe, in fachlicher Hinsicht hervor- ragende Ausbildung zu gewährleisten, sondern, daß sie es sich besonders angelegen lassen sem wird, nationalsozialistisches Denken und nationalsoziali­stische Haltung zu vermitteln.

Die folgende Besichtigung zeigte dann die Mu­stergültigkeit dieser Anlage. Helle Unterrichtsraume, übersichtliche Maschinensäle mit den neuesten Ma­schinen und bestem Werkzeug stehen den Lehrlingen ebenso zur Verfügung wie vorbildliche hygienische Anlagen. Leitsätze des Führers und führender Per- fönlichkeiten der Bewegung leuchten von den Wän­den und verweisen die in diesen Räumen Schaf­fenden auf den Sinn ihrer Arbeit und ihres Rin- gens um die beste Leistung. Hervorragende 2Iusbtb dungsleiter leiten die Arbeit und sorgen für die Ent­wicklung der Lehrlinge zu einsatzfähigen Facharbei­tern.

Der Gauleiter sprach dem Leiter dieser Lehrwerk­statt zusammenfassend seine vollste Zufriedenheit aus und bemerkte, daß sie das Beispiel für weitere Ein­richtungen dieser Art sein wird. Zur Zeit befinden sich 75 Lehrlinge in dieser hervorragenden Ausbil­dung, ihre Zahl wird im Laufe des nächsten Jahres auf 150 erhöht.

§Jl.SpOTt

SA.-Kampfspielgemeinschast in Kassel.

Am kommenden Sonntag fahren die jungen Leichtathleten der SA.-Kampfspielgemeinschaft der Standarte 116 zu den Großstaffelläufen nach Kassel. Sie werden bei der überaus scharfen Konkurrenz einen schweren Kampf bestehen müssen, wenn sie einen guten Platz belegen wollen.

BOM.-Reichstreffen in Bamberg.

Obergau Berlin siegt im Reichssportwettkampf.

Auf dem Reichssportfest des Bundes Deutscher Mädel in Bamberg sind bereits einige Entscheidun­gen gefallen. Der Obergau Berlin, vertreten durch die Gruppe 11 Dahlem des Untergaues Wil­mersdorf-Zehlendorf 37, ging als Sieger aus dem großen Mannschafts-Dreikampf (Lauf, Wurf und Sprung) hervor. Bereits im Mai haben die Reichs­sportkämpfe, zu denen über sieben Millionen Jun­gen und Mädel angetreten sind, begonnen. Der BDM. hat nunmehr seinen erstmals in der Mann­schaftsform durchgeführten Reichssportwettkampf be­endet, und er wurde, wie schon gesagt, vom Ober- gau Berlin gewonnen. Weitere Entscheidungen fielen im Führerinnen-Fünfkampf. In Stufe A (17 bis 21 Jahre) war Ingrid Baath (Berlin) mit 4268,5 Punkten vor Helga Heinrich (Hochland) 4231, Friedel Adam (Pommern) 4060,

Grete Trätow (Mecklenburg) 3915,5 und Ilse Wal- ter'(Baden) mit 3909,5 Punkten siegreich, und den Kampf der Stufe B (über 21 Jahre) gewann' Annemarie W e st p h a l (Hamburg) mit 4398,5 Punkten vor Jngeborg Könecke (Berlin) mit 4020, Betty Däubler (Hochland) mit 3955, Hilde Fischer (Nordsee) mit 3940 und Elfriede Roller (Württem­berg) mit 3767,5 Punkten. Im Handball siegte Hamburg mit 8:0 über Westmark, und Nord­mark schlug Schlesien mit 3:2 Toren.

Fußball der HZ.

Gefolgschaft 4/116 Gefolgschaft 3/116.

Das für vorigen Sonntag angefetzte Spiel mußte infolge der Deutschen Jugendmeisterschaften aus- fallen. Beide Mannschaften sind wohl die besten innerhalb ihres Stammes. Dies bewies die Mann­schaft der Gef. 3/116 indem sie die Mannschaft der Gef. 2/116 schlug, und die Mannschaft der Gef. 4/116 indem sie ein Unentschieden gegen die 1. Jugend­mannschaft des VsB.-R. erzwang. Beide Mann­schaften sollten sich bis zum Schlußpfiff einen offe­nen Kampf' liefern, es müßte aber der Mannschaft der Gef. 4/116 mit einiger Anstrengung gelingen, den Sieg an sich zu reißen.

Dieses Spiel ist ein Freundschaftsspiel innerhalb beider Gefolgschaften und hat mit der Bannmeister» schäft des Bannes 116 nichts zu tun.

Das Zachamt Handball am Opfertag.

Es war leider nicht möglich, das Dpferspielpro- gramm in seiner ursprünFichen Fassung durchzu­führen. Verschiedene Mannschaften mußten infolge Spielermangel Absagen erteilen, andere Treffen wurden wegen unausbleiblicher Kollisionen abge­setzt. So mußte auch das mit Spannung erwartete Spiel der Gießener Stadtmannschaft, die mit Heu­chelheim gepaart werden sollte, gegen die l./IR. 116 Gießen abgesagt werden. Es ist dies um so bedauer­licher, als dadurch zweifellos eines der wichtigsten Treffen, das gleichzeitig auch interessante Ausschlüsse gegeben hätte, hinfällig geworden ist.

Fest stehen nunmehr:

Tv. Holzheim Tv. Hausen-Tv. Lich,

Tv. Lützellinden Tv. Hörnsheim,

Tv. Dutenhofen Tv. Wetzlar, kombiniert,

Tv. Atzbach Tv. Garbenheim,

Tv. Nauborn Tv. Münchholzhausen,

Tv Hochelheim Dornholzhausen,

Tv. Katzenfurt Tv. Wetzlar-Niedergirmes, Tv. Dillenburg SA.-Standarte 88 Dillenburg. Das Programm ist an und für sich reichhaltig unb auch so zusammengestellt, daß es seine An­ziehungskraft nicht verfehlen wird. Abzuwarten bleibt nur, welche Einheiten die einzelnen Vereid aufstellen werden, weil, wie man allgemein hört,

eine ganze Reihe Neueinstellungen vorgenommen werden sollen. Die endgültigen Aufstellungen, mit denen man die neuen Rundenspiele zu bestreiten aebe'ntt, werden wahrscheinlich erst kurz vor Beginn bekannt werben.

Zu den oben erwähnten Paarungen ist zu sagen, daß es Holzheim sicher nicht leicht fallen wird, sich gegen die kombinierten Gälte zu behaupten. Im­merhin liegt ein Sieg durchaus im Bereich der Möglichkeit, weil sicherlich nicht zuletzt der Platz eine ausschlaggebende Rolle spielen wird. Das Hüttenberger" Lokaltreffen, wie das Spiel von Hörnsheim und Lützellinden schon von jeher heißt, dürfte in seiner Auswertung nichts zu wünschen übrig lassen. Wenn auch beide Mannschaften mit Ersatz antreten müssen, so erwartet man doch den Einsatz aller Kräfte. Dutenhofen hat Gelegen­heit zu beweisen, daß es die Zeit genutzt und eine spielstark^ Mannsckaft zusammengebracht hat. Wetz­lar, das ja auch diesmal wieder mit Ersatz antre­ten wird, hat kaum Aussicht, das Treffen zu ge­winnen. Atzbach sollte auf eigenem Platz den Bezirksklassen-Neuling ziemlich sicher schlagen. Auch Nauborn hat die Möglichkeit für eine lieber- raschung zu sorgen. In Hochelheim wird es einen ausgeglichenen Kampf geben, während Katzen­furt Niedergirmes sicherlich das Nachsehen gibt.

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eltreforblerinncn in Vad-Aanheim.

Das Nationale Frauensportfest am 7. September.

Seit Jahren sind unsere deutschen Leichtathletin­nen die Besten der Welt, und zahlreiche in diesem Jahr gewonnene Länderkämpfe und neu ausgestellte Weltrekorde beweisen die Richtigkeit dieser Be­hauptung. Während bei uns in jeder Disziplin zahl- rerche ebenbürtige Frauen um die Spitze kämpfen, sind es in den andern Ländern einzelne überragende Könnerinnen, wie die Polin Walasiewisz, die unga­rische Hochspringerin Esak, die englische Hürden­läuferin Burke, gegen die unsere Frauen bei den Europa-Meisterschaften in Wien am 17. und 18. September anzutreten haben.

Um dafür bereit zu sein, hat die Reichssportfüh- rung die deutsche Frauenmannschaft nochmals nach Bad-Nauheim beordert. Hier werden am nächsten Mittwoch die 32 besten deutschen Leichtathletinnen zum letzten Male vor Wien an den -für die Aus­wahl entscheidenden Start gehen. Es ist nicht aus­geschlossen, daß der eine oder andere Weltrekord am 7. September auf der von-Tschammer-und-Osten- Kampfbahn in Bad-Nauheim fein Leben lassen muß. In nicht weniger als sechs Disziplinen ist die Möglichkeit dazu gegeben.

Im 80-Meter-Hürdenla uf lief die gute Mehrkämpferin Lisa ©clius (München) bei den Deutschen Meisterschaften in Breslau die Welt­rekordzeit 11,6 Sekunden. Gleich zwei Anwärterin­nen sind für die Weltrekorde in den technischen Disziplinen des K u g e l st o ß e n s und Speer­werfens in Bad-Nauheim vertreten Gisela Mau er mayer (München), feit Jahren die beste Leichtathletin der Welt, hat ihren Rekord im Kugel­

stoßen (14,38 Meter) gegen Frau Schröder (Mundenheim) zu verteidigen. Frau Schröder stieß vor einigen Wochen 14,90 Meter neuen Weltrekord, der jedoch wegen technischer Fehler der Anlage nicht anerkannt werden konnte.

Im Speerwurf wird die Weltrekordinhaberin Grete Volkhausen (Dortmund) (47,17 Meter) gegen die Berlinerin Erika Mathes starten, die in diesem Jahre mit 47,70 Meter den Weltrekord überbot, aber das Pech hatte, daß diese Leistung wegen Rückenwind nicht anerkannt wurde.

Der H o ch s p r u n g wird bei den Bad-Nau­heimer Kämpfen mit am interessantesten sein. Beste Hochspringerin seit Jahren ist Dora Ratjen aus Bremen, die im Kampf mit der Gräfin Solms (Berlin) Sonntag für Sonntag Weltrekordhöhen springt. Dora Ratjen muß nächsten Mittwoch schon in der Nähe ihres Weltrekords (1,66 Meter) bleiben, wenn sie Gräfin Solms und unsere hessische Ver­treterin Maria Staudt (Limburg) schlagen will. Gräfin Solms überraschte in diesem Jahre mehr­mals mit Sprüngen über 1,60 Meter: sie war in Breslau Zweite hinter Dora Ratjen.

Schließlich ist es nicht ausgeschlossen, daß Gisela Mauermayer im Diskuswurf eine Verbesse­rung ihres eigenen Weltrekords (48,31 Meter) ge­lingen kann, und bei guten Bahnverhältnissen kann bte Frauen-Nationalstaffel über 4 X 100 Meter Re­kord laufen.

Die Zuschauer werden mithin auf jeden Fall mit Leistungen überrascht werden, wie mir sie in un­serem Gau noch nicht fayen. Wer am 7. September

nach Bad-Nauheim kommt, wird dort das beste Frauen-Leichtathletik-Fest des Jahres erleben.

Auch Gießenerinnen am Start.

Außer den 32 Frauen der deutschen Kernmann­schaft nehmen am Nationalen Frauensporttest m Bad-Nauheim auch einige Hessenmadel der Gau- svitzenklasse teil, darunter außer der bereits genann­ten Limburgerin Staudt auch die Gießenerinnen Erika Röhmig (Mtv.) und Diehl (DfB.-Reichs- babn) Beide werden im Weitsprung und Kugel­stoßen starten. Die Mannschaft des VfB-Reichsbahn Gießen läuft außerdem die 4X100-Meter-^taftel mit zu der außer den beiden Nationalmannschaften die 'Gaumeister von Hessen (VfB.-Reichsbahn) und Südwest (Eintracht Frankfurt a. M.) starten werden.

Kurze Sportnotizen.

Die M e i st e r s ch a f t e n der HI. im Radfah­ren finden am 8. und 9. Oktober in Frankfurt a. M. statt. Ausgeschrieben sind Wettbewerbe auf der Straße, auf der Bahn und im Saalsport.

Mercedes ° Benz wird sich im Donington- Parkrennen am 1. Oktober durch die vier Fahrer Rudolf Caracciola, Manfred von Brau­

ch i t s ch , Hermann Lang und den Engländer Rich. Seaman vertreten lassen. Die drei Deutschen be­streiten gleichzeitig auch den Mannschaftspreis. Er­satzmann ist Walter u m c r.

Dr. Peco Baumens (Köln) hat die ehren­volle Einladung erhalten, den Fußball-Länderkampf zwischen Jugoslawien und Rumänien am 6. Sep­tember in Belgrad zu leiten.

Der Kongreß der Ruderer in Mailand vergab die Europameisterschaften 1939 an den tschecho-slowakischen Verband, der die Titelkämpfe vom 1. bis 3. September 1939 auf dem 3 Kilo- meter langen See in Wittingau durchführen wird. Dorrennen zu den diesjährigen Europameisterschaf­ten werden am Freitag nur in Einer, Zweiermit" und im Doppelzweier ausgetragen.

FünfneueWeltrekorde im Radfahren ohne Schrittmacher schuf der Franzose Jean Mala- oal auf der neuen Pariser Radrennbahn über die Strecke von 70 bis 100 Kilometer. Seine neuen Best­zeiten sind:70 km in 1:41:54,4; 80 km in 1:56:46,4; 90 km in 2:11:52,8; 60 englische Meilen in 2:21:55 und 100 km in 2:27:15,9.

Opserspiele in nächster Aachbarschafi.

Teutonia I LeihgeslernGroßenLinden kornb.

Hu einem interessanten Treffen sollte es morgen auf dem Steinberger Sportplätze kommen. Einer­seits sieht man wieder feit geraumer Zeit die kom­plette Mannschaft der Teutonen, anderseits stellt sich dieser erprobten Elf eine Kombination zweier Ver­eine. Meist sind es noch junge Spieler, die gewiß mit großem Eifer bei der Sache sind. Der Sturm besteht aus drei Spielern von Großeb-Linden, die voriges Jahr die Bannmeisterschaft mit erkämpft haben, und Arnold, sowie Heß-von Leihgestern sind ja auch bekannt. Der erstere ist der Stützpunkt sei­ner Mannschaft und ein gefährlicher Torschütze. Im Gegensatz zum Sturm ist die Läuferreihe mit drei erfahrenen Sportlern besetzt, während die Hinter­mannschaft wieder aus jungen Leuten besteht. Für die Teutonen ist also größte Vorsicht am Platze, wenn sie ihren Anhängern nicht eine lieber» raschung bieten wollen. Steinberg spielt in stärkster Aufstellung mit Happel, Jung, Fett, Schmandt, Hederich, Naumann, Lang, Däublin, Schmidt, Haas unb" Buß.

SB. 1920 Heuchelheim I SB. Lollar I.

In Heuchelheim findet am Tag der Opferspiele einer der spannendsten Kämpfe im Bezirk Gießen

stall. Don jeher fanden die Spiele zwischen Heuchel­heim und Lollar größte Aufmerksamkeit in der hei­mischen Fußballwelt. So ist auch am 4. September ein schöner Kampf zu erwarten, der um so reizvoller ist, als beide Mannschaften in der kommenden Der- bandsrunde in einer Gruppe spielen werden. Man darf Lollar, das in der Bezirksklasse wertvolle Spiel­erfahrung sammeln konnte, ein kleines Plus geben. Heuchelheim spielt mit: Müller; Volkmann, Krei­ling; Mandler, Waldschmidt, Bach; Schmidt, Franz Arnold, Christ, Garth, Waldemar Steinel.

FL. 1926 Großen-Buseck I Tv. wieseck I.

Am kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft des FL. 1926 die gleiche des To. Wie» seck zum Opferspiel. Die Gäste sind in Buseck nicht unbekannt und verstanden noch immer zu kämpfen. Leider müssen die Einheimischen auf ihren guten. Mittelläufer H. Harbach verzichten. Die Busecker werden in folgender Aufstellung antreten: Koch; Brück, Dambmann; Eisenacher, Harbach, Wilh. Me- lior; Hofmann, Hochstein, Subborruski, Henß, Bal» ser.

Die Jüngsten fahren nach Gießen, um ihre Kräfte mit der 2. Jugend des VfB.-Reichsbahn zu messen.

Wirtschaft.

Aufhebung des Ausformzwanges für inländische Markenbutter.

DNB. Die Butterverordnung vom 20. Februar 1934 sah vor, daß Markenbutter im Kleinhandel nur in bestimmten Kleinpackungen zum Verkauf vor­rätig gehalten werden durfte. Das Ausformen der Butter war Molkereien und zugelassenen Groß­handelsbetrieben vorbehalten. Da dieses Ausformen vielfach Qualitätsverschlechterungen zur Folge halle, ist der Ausformzwang durch eine im Reichsgesetz­blatt veröffentlichte Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft bis auf weiteres auf gehoben worden. Dabei ist gleichzeitig vorgesehen, daß inländische Markenbutter auch in anderen als den bisher zugelassenen Gewichten ausgeformt wer­den darf, um so dem Erfordernis einer gleich­mäßigen Butterverteilung Rechnung zu tragen.

Mein-Mainische Börse.

Mttagsbörse: Weitere Erhöhungen.

Frankfurt a. M., 2. Sept. Die Börse war am Aktienmarkt zumeist weiter befestigt, das Geschäft hatte aber immer noch keinen größeren Umfang. Seitens der Kundschaft erfolgten weiterhin mäßige Käufe, doch lagen anderseits jüdische Ab­gaben vor, so daß die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich war. Immerhin überwogen bei Fort­dauer der zuversichtlichen Stimmung neue Er­höhungen von durchschnittlich 0,50 bis 1 v. H. In Montanwerten wurden v'-lsach kleine Realisationen vorgenommen, doch waren Mannesmann mit 104,90 (105) und Verein. Stahl mit 99,50 (99,65) fast be­hauptet, Buderus aber 1,50 v. H. und Hoesch 0,75 vom Hundert niedriger. Anderseits Rheinstahl 130,13 (129,50), Klöckner 114,40 (113,50) und Ilse Genuß 131)50 (129,75). Maschinenaktien zogen fast durchweg um 1,50 bis 2 v. H. an, Rheinmetall 125, Adlerwerke 103,25, Daimler 127,90, Eßlinger 98,50 bis 99. Zellstoffwerte waren nach dem gestrigen Rückschlag voll erholt, Aschaffenburger 113,50 (111), Waldhof jedoch 0,50 v. H. gedrückt auf 130,50. Am Elektromarkt traten zumeist Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. ein, Gessürel 0,75 v. H. niedriger mit 127,75; Bekula bei kleiner Nachfrage stark gesteigert auf 149 (144), Akkumulatoren erschienen mit Plus- Zeichen, Taxe 203 (195). Chemiewerke lagen bei ruhigem Geschäft voll behauptet, IG.-Farben 147,50 (147,25), Goldschmidt 126,50 (126,25). Im einzelnen sind Holzmann mit 148,50 (149,50), Bemberg mit 126,75 (126), Conti Gummi mit 195,75 (193,50) und AG. für Verkehr mit 118,26 (117,25) zu erwähnen.

Am Rentenmarkt bestand überwiegend Nachfrage, insbesondere die in letzter Zeit rückläu­figen 5proz. Industrie-Obligationen wurden beachtet bei durchschnittlichen Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Reichsanleihe-Altbesitz lagen mit 129,50 unverändert, im Freiverkehr Kommunal-Umfchul- dung 5 Pf. ermäßigt auf 94,30, 4 v., H. Renten­bank-Ablösung unv. 92. Pfandbriefe lagen bei klei­nem Geschäft unverändert, von Liquidationswerten Frankfurter Hyp. 100,90 (100,70), dagegen Pfälzische 101 (101,25). Stadtanleihen blieben meist behauptet; Dekosama I 137,25 (137,50). Reichsbahn-Schatzan­weisungen lagen 10 Pf. höher, Reichsbahn-DA. plus 0,40 o. H. auf 123.

In der zweiten Börsenstunde lagen die Aktien­märkte eher etwas schwächer, und zwar ergaben sich bei den gängigen Papieren Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. Conti Gummi verloren 1,75 v. H. auf 194. An den übrigen Märkten fehlten mangels Um­satzes zumeist zweite Notierungen. Die erst später notierten Werte kamen nicht ganz einheitlich, jedoch meist höher zur Notiz. Akkumulatoren schließlich 202 (195), Rhein. Braunkohlen 202 (200), Südd. Zucker 208 (207), Scheideanstalt 204,50 (203), Ber­ger Tiefbau 144 (142,50). Der Einheitsmarkt lag weiterhin sehr ruhig und nicht einheitlich.

Der F r e i v e r k e h r lag still, aber eher fester. Elsass. Badische Wolle 82,50 bis 83,50 (81 bis 83), Verein. Fränkische Schuh 66,50 bis 68,50 (65,50 bis

67,50), Rastatter Waggon 43 bis 45 (42 Geld) Tägesgeld weiter ermäßigt auf 2,50 (2,75 v. H ).

Abendbörse fest.

Mit Rücksicht auf das bevorstehende Wochenende bestand an der Abendbörse keine nennenswerte Un­ternehmungslust, zumal kaum Aufträge der Ban­kenkundschaft eingegangen waren. Andererseits waren auch kaum Abgaben vorhanden. Bei fejter Grundstimmung entwickelten sich die Aktienkurse er­neut etwas unregelmäßig, wobei aber im allgemei­nen nur unbedeutende Abweichungen eintraten. Ueberwiegend waren es nominelle Anpassungen an den Berliner Stand. Während Metallgesellschaft roeiter fest lagen und 1 v. H. anzogen auf 125,50, ferner MAN. 0,75 v. H. gewannen auf 121,75 und Bemberg mit 126 (125,75) gesucht wurden, waren Daimler mehr ermäßigt, und zwar um 1,13 v. H. auf 126,75. Elektropapiere lagen meist nur knapp gehalten. Felten 128 (128,50), Gesfürel 127,50 (127,75), RWE. 117 (117,65), jedoch Licht und Kraft unverändert 130. IG. Farben bewegten sich mit 147,75 um 0,25 v. H. unter dem hiesigen, aber 0,13 v. H. über dem Berliner Schluß. Von Bergwerks­werten blieben Vereinigte Stahl mit 99,50 (99,40) gut gehalten, ebenso Ilse Genuß mit 131, anderer­seits Rheinstahl 129,50 (129,75) und Deutsche Erd» öl 121,75 (122). Am Rentenmarkt zogen Karben- Bonds um 0,40 v. H. auf 122,50 an, Reichsbahn- Vorzugsakti en unverändert 123, 5 v. H. Moenus Mafch. Hyp. unverändert 97,50, Rheinische Gold» Pfandbriefe Reihe 13 unverändert 100. Im Frei- verkehr bewegten sich Kommunal-Umischuldung zwi­schen 94,30 bis 94,35.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkett der Schriftleitung.)

Br. 65. Eine allgemeine Beleuchtungspflicht des Vermieters gegenüber dem Mieter besteht auch heute nicht; doch wird sich, was im Einzelfall zu prüfen bleibt, in größeren Städten eine der­artige Verkehrssitte herausgebildet haben, die dann als für den Vermieter verbindlich angesprochen wer­den muß. Regel ist, daß im Verhältnis zwischen Vermieter und Mieter die Beleuchtung der Mure und Treppen Sache vertragsmäßiger Abmachung ift Die Frage, ob eine allgemeine Beleuchtungspfticht des Vermieters Dritten gegenüber besteht, ift nach herrschender Rechtsprechung dahin zu. ent­scheiden, daß der Eigentümer, der durch Aufnahme von Mitbewohnern in seinem Hause einen off ent« lieben Verkehr cherstellt, dafür Sorge zu tragen hat, daß die Anlage des Hauses Britten keinen Scha­den stiftet. Tritt ein Unfall infolge Nichtbeleuchtung der im Verkehr benutzten Räume während verkehrs­üblicher Zeit ein, so ist der Hausbesitzer auch straf­rechtlich für diesen Unfall verantwortlich.

Gießen. 1. Sie können den Antrag auf Berichti­gung des Eigentümers im Grundbuch selbst ein­reichen, müssen Ihre Unterschrift allerdings öffent­lich beglaubigen lassen. 2. Bei (Eintragung des Ehe­gatten ermäßigt sich die Gebühr auf die Hälfte. Die Gebühr wird nicht nach einem Prozentsatz des Ein-- heitswertes berechnet. Da die Höhe des Einheits­wertes nicht bekannt ist, kann Ihnen die Höhe der zu entrichtenden Gebühr nicht angegeben werden. Veim Grundbuchamt können Sie bte Hohe der ®e» dühr erfahren. 3. Laut gesetzlicher Bestimmung kann der Nachweis der Erbfolge nur durch einen Erbschein geführt werden. Beruht jedoch die Erb- folge auf einer Verfügung von Todes wegen, die in einer öffentlichen Urkunde enthalten ist, so. genügt es, wenn an Stelle des Erbscheins die Verfügung und das Protokoll über die Eröffnung der Verfügung vorgelegt werden; erachtet jedoch das Grundbuchamt die Erbfolge durch diese Urkunde nicht für nach- gewiesen, so kann es die Vorlegung eines Erbscheins verlangen. 4. Die Unbedenklichkeitserklärung stellt das Finanzamt aus; sie zeigt an, daß steuerrecht« ftcfje Bedenken gegen die Eintragung nicht bestehen.