Nr. 23l Erstes Blatt
188. Jahrgang
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Oie drei ersienAbschniitevon deutschen Truppen beseht
Oas Sudetenland bereitet seinen Befreiern überall einen jubelnden Empfang.
Die Mitteilung des Oberkommandos.
Berlin, 1. Oktober. (D31B.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Deutsche Truppen unlerFührungdesGeneral- obersten Ritter von Leeb haben heute (1.10.), 14 Uhr, die ehemalige deutsch-tschecho-slowa- kische Grenze im Böhmerwald zwischen Heisenberg und Finsierau überschritten und mit der Besetzung des im Abkommen vom 29.9. festgelegten Gebietsabschnittes I begonnen."
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt weiter bekannt: „Die Truppen des Generalobersten Ritter von Leeb haben ihr Tagesziel,dasRloldau- tal von Friedberg bis Tafelberge, erreicht. Die in Berlin zufammengetretene Internationale Kommission hatte die Besetzung derart geregelt, daß zwischen den Truppen der deutschen und der tschecho-slowakischen Armee sich jeweils eine etwa 2 Kilometer breite Zone befindet. Durch diese Maßnahme erfolgte der Einmarsch der deutschen Truppen ohne Zwischenfälle. Alle Meldungen der Truppen bestätigen erneut den begeisterten Empfang durch die Bevölkerung."
3m I. Abschnitt
das Ziel des zweiten Tages erreicht.
Die Truppen des Generalobersten Ritter von Leeb sind Sonntag um 13 Uhr zum Bormarsch über die Moldau angetreten. Ihre rechte Flügelgruppe geht von Oberhaid auf Rosenberg, ihre linke, die erst gegen 16 Uhr antritt, von Zwiesel auf Stubenbach vor. Die Truppen haben am 2.0k- lobe» abends ihr Tagesziel erreicht. Die Stadt Wallern wurde unter dem Jubel der Bevölkerung beseht. 3m Zuge der Besetzung der sudetendeutschen Gebiete durch das Heer werden die Anlagen der Militär- und Zivilluftfahrt durch Teile der Luftwaffe belegt und in Betrieb genommen.
Die Besetzung des 11. Abschnitts.
Berlin, 2.Oft. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche Truppen unter Führung des Generalobersten von Bock haben am 2. Oktober um 13 Uhr die ehemalige deutsch-tschecho-slowakische Grenze in der Oberlausih bei Rumburg und bei Friedland überschritten und mit der Besetzung des im Abkommen vom 29. September fesigelegten Gebietsabschnittes II begonnen. Die Truppen haben am 2.Oktober ihr Tagesziel, die Linie Reichsgrenze ostwärts hinterherrnsdorf — St. Georgenthal und herrnsdorf (südwestlich Friedland und Wansbach) erreicht. Die befreite Bevölkerung der Ortschaften im Rumburger und Friedländer Zipfel bereitete der einrückenden Truppe einen begeisterten Empfang.
Die Besetzung des Gebietsabschnittes in begonnen.
Berlin, 3. Oft. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche Truppen unter der Führung des Gene
rals der Artillerie von Reichenau haben heute (3. Oktober), 8 llhr, die ehemalige deutsch-tschechoslowakische Grenze beiderseits des Ascher Zipfels zwischen Selb und Markneukirchen überschritten und mit der Besetzung des im Abkommen vom 29. September festgelegten Gebietsabschnittes III begonnen.
Grenzübergang
im alten Dreilanderwinkel.
Kuschwarda,!. Oft. (DNB.) Ein Stück nördlich des einstigen D r e i l ä n d e r e ck s , wo die ehemaligen Staatsgrenzen des Deutschen Reiches, Oesterreichs und der Tschecho-Slowakei zusammenstießen, gingen am Samstag punkt 14 Uhr deut- s ch e Truppen — Infanterie, Pioniere und motorisierte Einheiten der Luftwaffe — auf der alten Heerstraße Klein-Philippsreuth—Kutschwarda bei der Zollstation Klein-Philippsreuth über die alte Reichsgrenze.
Als wir von Passau losfahren, hängen Regenwolken über der Stadt. Die Feste Niederhaus ragt in den Himmel. Motorisierte Kolonnen brausen über die Jlsbrücke der Grenze entgegen, der deutschen Grenze, die heute fallen wird. Roch geht es über reichsdeutsches Gebiet. Jubelnde Zurufe grüßen die Soldaten im Stahlhelm Die Häuser tragen Fahnenschmuck, die ganze Bevölkerung, die Arbeiter an der Landstraße, die Bauern auf den Kartoffelfeldern sind freudig erregt und sich der Schicksalsbedeutung der Stunde voll bewußt. Die Bevölkerung dieses Grenzbezirks ist durch verwandtschaftliche Bande vielfach mit den Deutschen jenseits dieser unnatürlichen Grenze von gesteh verbunden.
Einmarsch ii
Auch der Ostteil i
hohenfurt, 2. Oft. (DNB.) Nun jubelt auch das ganze obere Moldautal, denn am heutigen Sonntag um 13 Uhr haben die deutschen Truppen zwischen Leonfelden und hohenfurt die bisherige Grenze überschritten, um als Befreier den östlichen'Teil der Zone I zu besetzen. Am Eingang zur kleinen Böhmerwald- Stadt hohenfurt, das in prächtigen Herbstsonnenschein getaucht war, hatte man in aller Eile die Inschrift angebracht: „Grüß dich Deutschland aus Herzensgrund!" Tränen in den Augen der Mütter, der Kinder und — warum sollte man es verschweigen — auch der in hartem Kampf um Volkstum und Recht gestählten Männer bezeugten es. Wohl kaum zuvor haben deutsche Menschen inbrünstiger und inniger in ihren unermüdlichen Heilrufen die Liebe zu Deutschland und zu seinem Führer bekundet.
Als um 13.30 Uhr die Spitze der deutschen Truppen im flaggengeschmückten hohenfurt eintraf, hotte sich zu beiden Seiten der schmalen Hauptstraße die gesamte Einwohnerschaft des Städtchens, die noch bis in die allerletzten Tage unter dem Terror tschechischer Heckenschützen stand, versammelt. Glockenläuten mischte sich in den Jubel der Menge, hakentreuzfähnchen, von denen niemand sagen könnte, woher sie eigentlich stammen, wurden geschwenkt und auf die deutschen Soldaten ergoß sich ein Regen leuchtender Herbstblumen. Das war ein Festtag, wie ihn die Stadt noch nie gesehen hatte. Es gab keinen Bewohner, der nicht auf seinem Sonntagsgewand irgendein Abzeichen getragen hätte, das seine Zugehörigkeit zum Großdeutschen
Freyung mit seinem spitzen Kirchturm ist das erste größere Städtchen auf Reichsboden. Im Dunst verschwimmen blaue Hügelkämme. Wo läuft die Grenze. Die Landschaft ist hüben und drüben nicht zu unterscheiden. Der Hochwald Adalbert Stifters ist vor uns. Das Dickicht der böhmischen Wälder aus Schillers Räuber schließt uns ein. Ein Waldgebirge, das als urdeutsches Land aus der Vorstellungswelt deutscher Dichtung nicht weazudenken ist. Aber nicht die Landschaft allein, auch Die Menschen und ihr Brauchtum sind die gleichen hüben und drüben: die gleichen Gesichter, die gleichen Trachten. Marterln an den Straßen, wie man sie im Bayerischen Wald findet, Gedenksteine an Unglücksfälle von tiefer Herzensfrömmigkeit und zuweilen mit Inschriften sieghaften und todverachtenden Humors.
Am Zollamt Klein-Philippsreut, das in einer Talmulde liegt, stehen die deutschen Truppen vor der geschlossenen Schranke. Drüben, am ehemals tschechischen Zollhaus, hängen Hakenkreuzfahnen. Sudetendeutsche drängen sich an den Straßenrändern. Frauen und Kinder halten Blumen bereit. Der Zeiger der Uhr rückt auf zwei. Da kommt der Marschbefehl. Die Zollschranke hebt sich. Erster Jubel klingt auf. Die deutschen Truppen, an der Spitze Her Divisionskommandeur, überschreiten die 200 Meter Niemandsland zwischen den beiden Zollämtern und der Marsch in das judetendeutsche Land beginnt. Im nahen Grenzort Kuschwarda erleben wir einen wundervollen, herzlichen Empfang. Kinderjubel und Heil-Rufe der Erwachsenen. Alle Sorge und Aengste der letzten Wochen sind vergessen. „Grad z'drucka kannt i Euch vor lauter Fred!" klingt es uns aus den Scharen der Umstehenden entgegen, „weil Ihr nun endlich da seid!"
i Hohenfurt.
»er Zone I befreit.
Reich Adolf Hitlers anzeigte. Selbstgefertigte Hakenkreuze, Plaketten des vorjährigen Winteryilfswerks oder solche von nationalsozialistischen Großkundgebungen, die sich die Deutschen jenseits der Grenze auf Schleichwegen besorgt hatten, schmückten heute die Rockaufschläge der Männer und die bunten Trachten der Frauen und Mädchen.
„Wie lange wird es denn noch dauern" und ähnliches kontne man noch Sonntag früh an allen Straßenecken hohenfurts hören. Aber als es dann soweit war, verging doch beinahe alles zu rasch, obgleich der Durchmarsch naturgemäß mehrere Stunden beanspruchte. 20 Jahre lang hatte man diesen erhebenden Augenblick ersehnt und dann war alles so schnell gekommen, so glatt verlaufen. „Nun ist er ja auch unser Führer, der Hitler!" „Nun können wir es vor aller Welt bekennen", sagte ein alter Mann, nachdem er sich Tränen der Freude aus den Augen gewischt hatte.
Jubelnder Empfang im befreiten Friedland.
Löbau, 2. Oft. (DNB.) Arn Sonntag, 2. Oktober, begann der Einmarsch in die Zone II. Die Truppen rücken auf fünf Marsch st raßen vor, und zwar über Reichenau in das Gebiet von Friedland, ferner über Weigsdorf und im östlichen Teil über Schland in Richtung Schluckenau, über Ebersbach auf Rumburg und Schönlinde und über Seishennersdorf in den Warnsdorfer Bezirk. Dor dem Zollamt in Reichenau auf deut
schem Boden stehen der Oberbefehlshaber Generaloberst von Bock, der Kommandierende General, der Divisionskommandeur sowie eine größere Anzahl höherer Offiziere. Punkt 13 Uhr hob sich der Schlagbaum, und unter dem Jubel der Bevölkerung, die sich an der nun gefallenen Grenze eingefunden hatte, rückten die ersten deutschen Truppen in das befreite Sudetenland, an der Spitze eine motorisierte Abteilung mit wehender Standarte.
Wie soll man die Worte finden, um die fast grenzenlose Freude und Begeisterung zu beschreiben, mit der die nun endlich befreite Sudetenbevölkerung die deutschen Truppen begrüßte. Der am Sonntagnachmittag in Friedland erfolgte Einmarsch versetzte das sonst so ruhige Städtchen in einen wahren Freudentaumel. Straßengewirr und spitze Giebel. Namen an den Häusern wie in jeder anderen, deutschen Stadt. Aber heute kreisen deutsche Beobachtungsflieger hoch oben in der Luft, und auf dem Marktplatz dieser etwa 6000 Einwohner zählenden Stadt zu Füßen des Wallenstein- Schlosses jubeln Menschen, wie sie noch nie gejubelt haben. Jedem Soldat, jedem Fahrzeug und jedem Reichsdeutschen braust es entgegen. Im Nu sitzen ein paar Buben auf den Fahrzeugen und werden von den Soldaten auf den Schoß genommen. Am Rathaus flammt das Hakenkreuz aus elektrischen Lampen am Hellen Tage auf, dann wieder Fliegerbrausen über den Dächern. Ein Eindecker zeigte eine steile, kühne Kurve. Heber das Pflaster des Friedländer Marktplatzes traben deutsche Reiter. Erst am Samstag zogen ja die Tschechen von Friedland ab. Sie nahmen die Schreibmaschinen aus den Amtsräumen, auch die Bezirkssparkasse und die Krankenkasse blieben nicht verschont. Krafträder und Fahr- rätier, die. man der Bevölkerung fortnahm, wurden in ganzen Wagenladungen in das Landesinnere geschafft. Automobile „requirierte" man auf gleiche Weise. Die Zeiger der Friedländer Rathausuhr weisen schon auf die fünfte Stunde, da trommeln auf der Reichenberger Straße der Tambourmajor, die Spielleute und das Musikkorps. Und jetzt übertönt der Jubel sogar das Militär, so unbändig braust es im Takt des Gleichschrittes: Sieg heil, Sieg heil, Sieg heil! Das will kein Ende nehmen, genau wie die Truppen kein Ende nehmen wollen, Mann an Mann, Gewehr an Gewehr, blumengeschmückt. Es dröhnt und marschiert und rollt heran, Fahrzeuge, Geschütze, Maschinengewehre. Das große Deutsche Reich hat seine Sudetendeutschen für immer unter seinen mächtigen Schutz genommen.
Deutsche Kliniken in Prag geschloßen.
Schauerliche Zustände in tschechischen Kerkern.
Prag, 2. Oft. (DNB.) Wie wir von der deutschen Gesandtschaft erfahren, befanden sich im Prager Polizeigefängnis noch zahlreiche sudetendeutsche Häftlinge, Männer und Frauen, in den m e n = schenunwürdigsten Verhältnissen. Es handelt sich durchweg um Häftlinge, die ausschließlich als Geiseln festgehalten werden. Von reichsdeutscher Seite ist die Freilassung dieser Sudetendeutschen gefordert worden. Sämtliche inhaftierten Reichsdeutschen wurden am Samstag entlassen. lieber die erlittenen Mißhandlungen wurden im Prager Polizeigefängnis in Anwesenheit von drei Mitgliedern der deutschen Gesandschaft ausführliche Protokolle aufgenommen. Der Polizeipräsident hat die Bestrafung der schuldigen Beamten zugesagt. Es bleibt aber abzuwarten, ob es gelingt, die betreffenden Beamten festzustellen. Der Polizeiarzt behauptete u. a. keine Kenntnis davon zu haben, daß die betreffenden Gefängniszellen von Ungeziefer wimmelten, daß keinerlei Schlafgelegenheit vorhanden war und den Häftlingen fast eine Woche lang fein Tropfen Wasser zum Waschen zur Verfügung gestellt wurde. Das Außenministerium in Prag hat der deutschen Gesandtschaft zugesagt, die sofortige
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ftrnnon itnh Mädchen überschütteten die deutschen Soldaten bet ihrem 6®ren3übeS 5n der Nähe °°n Umühle mit Blumen. - (Scherl-Bilderdienst'M.)
Die Truppen, die am ersten Tag das Moldautal erreichten, wurden von der sudetendeutschen Bevölkerung mit großem Jubel als Befreier von dem tschechischen Joch begrüßt, hier sieht man Wagen der Infanterie beim .Passieren des Zollhauses Klejn-Philippsreuth. — (Scherl-W.)
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