Ausgabe 
3.9.1938
 
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Beleidigung der Ehre Italiens.

Italienischer Protest in Prag.

Prag, 2. Sept. (DNB.) Der jüdisch-marxistische Prager Mittag" hat sich mit einer schäm- losen Verleumdung der nationalen Ehre Italiens erneut in die Front der tsche­chischen Hetzer und Provokateure gestellt. So küm­merlich dieses dummdreiste Unterfangen auch sein mag, mit Hilfe von Druckerschwärze einen Keil zwi­schen Deutschland und Italien zu treiben, so kann doch ein derartig unverschämter Versuch übelster Brunnenvergiftung nicht scharf genug gebrandmarkt werden.

Der italienische Gesandte in Prag, Fran­cesco F r a n s o n i, hat unmittelbar nach Bekannt­werden dieser ungeheuerlichen, beleidigenden Ver­leumdung namens seiner Regierung P r o t e st beim tschecho-slowakischen Außenministerium erhoben.

Die gesamte italienische Presse nimmt mit Em­pörung von den Sudeleien des jüdischen Leitartik­lers desPrager Mittag" Kenntnis, die mit un­mißverständlicher Schärfe zurückgewiesen werden. Es wird übereinstimmend darauf hingewiesen, daß

die italienische Nation unter keinen Umständen ge­willt ist, derartige Machenschaften zu dulden.

Die tschechische Hetzkampagne kennt offenbar überhaupt keine Grenzen mehr. Nicht genug damit, daß man durch wüste Schmähungen gegen Kon­rad Henlein und die Sudctendeutschen der Un­ruhe im Lande und auch außerhalb der Grenzen täglich neue Nahrung gibt, die Ehre der deutschen Wehrmacht in den Schmutz tritt und die europäische Oeffentlichkeit fortwährend gegen das Deutschtum aufzuhetzen sich bemüht, macht man jetzt auch den Versuch, das deutsch-italienische Freundschaftsverhältnis zu trüben. Em aussichtsloses Bemühen allerdings, das ebenso lä­cherlich, wie kindisch anmutet! Jüdische Schmier­finken dieser Sorte wären die Letzten, die das zu Wege bräcyten. Dennoch ist es hoch an der Zeit, daß sich die Prager Regierung schon im Interesse ihres eigenen Ansehens endlich zu Taten aufrafft, um derartigen Unruhestiftern, die immer dreistere Lügen in die Welt setzen, das unsaubere Handwerk zu legen.

Unter gutes deutsches Recht."

Sudetzndeutsche behalten die Nerven. Gegen tschechische Irreführung.

Prag, 3. Sept. (DNB.)' Die sudetendeutsche Rundschau" schreibt in ihrer Ausgabe vom 3. September zur gegenwärtigen Lage:

Die sogenannte tschechische öffentliche Meinung stand bis vor wenigen Tagen völlig unter dem Druck einer Pressepropagonda, die mit allen Mit­teln bemüht war, den Teufel eines neuen Welt­brandes an die Wand zu malen. Blättert man die tschechische Presse und ihre deutschgeschriebenen An­hängsel durch, so muß man den Eindruck erhalten, als ob eher heute als morgen die Flammen eines Weltkrieges aus dem Gebäude Europas schlagen müsse. Solcher vom Zaun gebrochenen Sensationen gibt es jeden Tag neue. Als eine solche Sensation meldete man den von der Prager Regierung noch gar nicht nörgele gtenneuen Plan" und malte ihn in den rosigsten Zukunftsfarben aus. Wir kennen diese Methoden der üppig verstreuten Vorschußlorbeeren. Wir haben sie zur Ge­nüge vor dem 18. Februar 1937, vor der Veröffent­lichung des Nationalitätenstatuts und noch einige Male öfters kennengelernt."

DieRundschau" weist darauf hin, daß von dem sogenanntenneuen Plan" -inhaltlich nichts bekannt sei und daß jetzt in der Oeffentlichkeit das Wort Kantonalsystem" umgehe. DieRundschau" deutet die Befürchtung an, daß es sich bei der Kolportage dieses Schlagwortes ohne die gleichzeitige inhalt­liche Umschreibung um eine irreführende Raffinesse handeln könne, und zwar um folgende Schie­bung: Da dieses Kantonalsystem nicht beschrieben worden sei, müsse der Unbefangene dazu neigen, an Kantone nach Schweizer Muster zu denken. Hin­gegen, so stellt dieRundschau" fest, besage das Wort an sich noch gar nichts, es sei möglicherweise nur als Lochwort von den betreffenden Stellen ge­wählt worden, um die Sudetendeutschen vor der Welt fälschlicherweise ins Unrecht zu setzen, falls bei dem sogenanntenneuen Plan" auch wieder nichts Gescheites herauskomme.

DieRundschau" schreibt hierzu:Wir Sudeten­

deutschen haben die Nerven nicht verloren, als es um Sein oder Nichtsein unserer Bewegung ging. Wir gedenken unsere bekannt guten Nerven auch nicht zu verlieren, wenn man uns fälsch-- l i ch und fälschend die Last der Verantwortung für den Frieden Europas aufzubürden ver­sucht. Wo in Wahrheit die Verantwortung dafür liegt, daß das sudetendeutsche Problem zu einem Weltfriedensproblem wurde, ist für uns eindeutig klar: Bei jenen, die die Existenz einer dreiein­halb Millionen st arten Volksgruppe im tschecho-slowakischen Staate einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollten, als das Nationalitäten- vroblem der Tschecho-Slowakei noch kein Weltfrie- oensproblem war. Konrad Henle in,und die von ihm beauftragte Derhandlungsdelegation der Su­detendeutschen Partei wissen, daß das ganze S u d e t e n d e u t s ch t u m in ruhigem Ver­trauen abzuwarten bereit ist, welche Ent­scheidungen fallen werden. Weder Panikmacher, noch Sensationsgerüchte werden uns abhalten können, mit all der notwendigen Entschiedenheit den Weg weiterzugehen, den uns das Gefühl, unfergutes deutsches Recht weist."

Unangenehme Wahrheiten werden nicht vertragen.

Prag, 2. Sept. (DNB.) Wieder ist die Freitag­ausgabe der sudetendeutschen ZeitungDie Z e i t" beschlagnahmt worden. Während am Donners­tag eine harmlose Notiz im Kunstteil den Zorn des Prager Zensors erregte, ist es in der Freitag­ausgabe ein Zitat derLidove Listy", dasDie Zeit" unter der täglichen RubrikMancher läßt sich vielleicht einreden ..." veröffentlicht hat. Damit sind die Sudetendeutschen bereits seit drei Tagen ohne ihre Zeituna und damit der Nachrich­tenkampagne der tschechischen Hetzpresse ausgeliefert ein Zustand, der wahrscheinlich der Befriedung der Lage dienen soll.

Ahnen verpflichten das ganze Volk.

Veichsführer ff Himmler vor den Ausländsdeutschen.

Stuttgart, 2. Sept. (DNB.) Im Rahmen der 6. Reichstagung der Auslandsorganisation der NSDAP, sprach in der Stuttgarter Gewerbehalle am Freitag, wie auch schon im vergangenen Jahre, der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler zu Tausenden auslandsdeut­scher Männer und Frauen.

In einer fast zweistündigen, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen Rede entwickelte er die Auffassung des Nationalsozialismus zu den Gru nd p r o b l e m e n unseres völkischen Lebens. Er stellte seinen Ausführungen die Er­kenntnis voran, daß es nicht angehe, wie man es früher getan habe, nur in einer Generation zu denken, nämlich der Lebenden.Ein V o l k, d a s Ahnen hat, hat Kinder", stellte er unter stürmischer Zustimmung fest.Ebenso wie ein Baum verdorren muß, wenn man ihm die Wurzeln nimmt, geht ein Volk zugrunde, das nicht seine Vorfahren ehrt. Es gilt, den deut­schen Menschen wieder hineinstellen in den ewigen Kreislauf von Vergangenheit, Gegenwart und Zu­kunft, von Vergehen, Sein und Werden, von Ahnen, Lebenden und Enkeln."

An Hand der in der ff bereits mit bestem Er­folg durchgeftihrten und erprobten Maßnahmen und den daraus gemachten Erfahrungen entwickelte der Reichsführer die Wege der Volkserzie- h u n g, die eingeschlagen werden müssen, um auf allen Gebieten des öffentlichen und privaten Lebens Sauberkeit und Derantwortungsbewußtsein dem

deutschen Menschen als selbstverständlichen Lebens- arundsatz einzuimpfen. Mit Stolz konnte er in die­sem Zusammenhang die Feststellung treffen, daß schon jetzt, Dank der tatkräftigen Arbeit der natio­nalsozialistischen Staatsführung, die Kriminalität in Deutschland niedriger ist als irgendwo sonst in der Welt.

Mit innerer Aufgeschlossenheit und starker Anteil­nahme hörten die Tausende auslandsdeutscher Män­ner und Frauen, die in vielen Teilen der Welt so oft erleben müssen, wie der Oeffentlichkeit des Auslandes von böswilligen Kreisen ein Zerrbild der wirklichen Verhältnisse in ihrer Heimat vermittelt wird, aus dem Munde eines der Männer' die an hervorragender Stelle in der Staatsführung stehen, mit welch hohem Verantwortungsgefühl die ff-- Führung, ebenso wie auch die anderen Gliederungen der Bewegung, mutig und entschlossen daran gehe, alle Probleme zu lösen, die das Leben aufwirft, nur beherrscht von einem Grundgedanken: Un­serem Volke zu dienen, seinen Fortbestand über die Jahrhunderte hinweg zu sichern und es einer glücklichen Zukunft entgegenzuführen.

Der stürmische Beifall, mit dem die Tausende dem Reicksführer ff für diese von hohem Ernst erfüllten Ausführungen dankten, war ein Beweis dafür, wie" sehr er jedem einzelnen seiner auslanüs- deutschen Zuhörer aus der Seele gesprochen hatte. Auch die Stuttgarter Bevölkerung bereitete dem Reichsführer auf seiner Fahrt durch die Stadt herz­liche Ovationen.

Japans Unterrichtsminister an die HZ

Empfang der japanischen Iugendführer beim Reichsjugendführer.

München, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Iugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, empfing am Freitagabend in der Hauptstadt der Bewegung die von der kaiserlich- japanischen Regierung entsandte I u g e n d f ü h - r e r a b o r d n u n g. Zum Empfang waren mit dem Reichsjugendführer, dem Stabsführer Lauter­bacher und einigen Amtschefs der RIF. auch eine Reihe von Ehrengästen erschienen, unter ihnen Reichsleiter B o u h l e r.

Der Reichsjugendführer unterstrich die große Herzlichkeit und Freundschaft, mit der die im August in Japan eingetroffene deutsche Abordnung der Hitler-Jugend vom japani­schen Volk und der japanischen Jugend empfangen worden sei, und empfand es als ein Bedürfnis, für die vielen Ehrungen, die den Hitler-Jugend-, führern während ihres Aufenthaltes in Japan von den höchsten Stellen des Staates und der Wehr­macht zuteil geworden sind, Dank zu sagen.

In seiner Erwiderung gab der Führer der japa­nischen Gruppe, Ministerialrat Asahi na, dem herzlichen Dank für den Empfang Ausdruck und er­klärte, daß die japanischen Iugendführer überall in Deutschland freundlichst, gastlich und kameradschaftlich

ausgenommen worden seien. Man habe die Arbeit der HI. von den Stäben bis herab zur untersten Einheit gründlich kennengelernt und ebenso auch Einblick genommen in die Zusammenarbeit aller Stellen von Partei und Staat. Mit Bewunderung hätten die japanischen Iugendführer gesehen, daß auf allen Gebieten des Staates, der Kultur, sowie der geisti­gen und körperlichen Ertüchtigung die Hitler- Jugend in harmonischer Weise eingeschaltet sei und vielfach auch führend hervortrete.

Ministerialrat A s a h i n a verlas sodann eine Botschaft des kaiserlich ° japani.schen Unterrichtsmini st ers Barons Araki an den Iugendführer des Deutschen Reiches. In dieser Botschaft weist der Unterrichtsminister dar­auf hin, daß die Grundlage der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan die tiefe geistige Verwandtschaft der bei­den Völker und die gemeinsame feste Ueberzeu- gung sei, frei von allem individualistisch-materia- listischen Zwang dem erhabenen nationalen Geist zu leben. Das Antikomintern-Abkommen ; Dom Herbst 1936 habe die innige Freundschaft der beiden Völker noch fester gestaltet.

Die Botschaft spricht dann von dem glanz­

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vollen Aufstieg, den das Deutschland Adolf Hitlers nimmt und stellt fest, daß die zähe Beharrlichkeit des deutschen Volkes um die Er­ringung erhabener Ziele das japanische Volk immer wieder mit neuer Bewunderung und Verehrung erfülle. Auch das japanische Volk schreite, in sich fest geschlossen, unentwegt auf das vorgesteckte Ziel zu. In der Botschaft gibt schließlich Baron Araki seiner Bewunderung Ausdruck über das unver­gleichliche Jugendwerk des n a t*0 n a sozialistischen Reiches, und er fahrt fort.

daß auch Japan stets bestrebt sei, seine tausendjährige heilige Ueberlieferung in seiner Jugend lebendig zu erhalten. ,

Zur Erinnerung an die eindrucksvolle Feierstunde, die einen weiteren Markstein in der Geschichte der freundschaftlichen Beziehungen der Jugend beider Völker und der beiden Nationen bildet, wurden zwi­schen dem japanischen Iugendführer und dem Iu- gendfübrer des Deutschen Reiches sinnvolle Ge­schenke uusgetauscht. .

Japanische Schriftleiter als Gäste im Presseamt der DAF.

Unser Bild zeigt die japanischen Schriftleiter während eines Vortrages im Presseamt der DAF. in Berlin. (Presseamt der DAF. Scherl-M.)

Keine Juden in italienischen Schulen.

Ein weiteres Gesetz zum Schuh der italienischen Vaste.

Rom, 2. Sept. (Europapreß.) Der italie­nische M i n l st e r r a t hat am Freitag den Aus­schluß aller jüdischen Professoren vom Unterricht an den Hochschulen, sowie den wissen­schaftlichen, literarischen und Kunstinstituten und Vereinigungen beschlossen.

In der Erwartung, daß der Große Rat des Faschismus die Stellung der Juden innerhalb der Nation in ihrer Gesamtheit vom faschistischen Gesichtspunkt darlegen werde, hat der Unterrichts­minister Bottai ein Gesetz zum Schutze der Rasse in den faschistischen Schulen vor- gelegt. Zum Unterricht in den staatlichen und halb­staatlichen Schulen, sowie an allen Privatschulen, deren Lehrgänge gesetzliche Wirkung haben, dürfen keine Personen jüdischer Rasse mehr zugelassen werden und ebenso nicht als freie Do­zenten und Universitäts-Assistenten. Ferner dürfen zu den Schulen, deren Lehrgänge gesetzlich aner­kannt sind, keine Schüler jüdischer Rasse mehr zugelassen werden.

Vom 16. Oktober an werden alle Lehrer jü­discher Rasse ihres Amtes enthoben, ebenso die Gymnasialdirektoren und Schulleiter, die Universitätsassistenten und das Aufsichtspersonal der Grundschulen und die freien Dozenten. Jüdische Mit­glieder der Akademien der wissenschaftlichen Litera­tur- und Kunstinstitute und Vereinigungen gehen vom 16. Oktober an ihrer Mitgliedschaft verlustig.

Studenten jüdischer Rasse, die in den vergangenen Lehrjahren bei höheren Lehranstalten eingeschrieben waren, können die Universitätsstudien ausnahms­weise noch fortsetzen.

Als Jude wird betrachtet, wer von Eltern ab- stammt, die beide der jüdischen Rasse angehören, ganz gleich, ob er sich zur jüdischen oder einer anderen Konfession bekennt.

GroberHaschistenrat

für 1 Oktober dn&crufen.

Rom, 2. Sept. (Europapreß.) Der Große Rat des Faschismus, der sich in seiner Ge­samtheit mit der Judenfrage und der Stellung der

Juden im Leben der Nation befassen wird, ist auf den 1. Oktober einberufen worden.

Italien

begrüßt die VegierungSmaßnahmen.

Rom, 2. Sept. (Europapreß.) Die Befrei- ung der Schule von jedem jüdischen Einfluß wird von der faschistischen Presse leb­haft begrüßt, und es wird dabei betont, die Schule sei das heikelste und empfindlichste Glied der Na­tion, weil sie den Bürger und Soldaten, sowie den Berufstreibenden ausbilde. Die demagogische Schule vergangener Zeiten habe in den Gemütern der Ju­gend nur Verwirrung angerichtet. Die Schule des faschistischen Italien müsse den Geist der Jugend ohne Rhetorik und Demagogie dem Weltreich zu- wenden. Es heiße marschieren und nicht stehen blei­ben. Der italienische vaterländische Gedanke müsse jeden anderen beherr­schen. Der jüdische Einfluß in der Schule und im Unterricht sei in letzter Zeit zu stark geworden Die neuen Maßnahmen zeigten, daß die faschistische Re­gierung unbeirrt ihren Weg gehe und bereits eine neue Etappe erreicht habe.

Italienische freunde und Kameraden.

München, 3. Sept. (DNB.) Mit dem fahr­planmäßigen v°Zug von Rom trafen am Freitag­abend hundert faschistische Jugend- führe r in der Hauptstadt der Bewegung ein, die der Sekretär der Faschistischen Partei, Minister S t a r a c e, als Vertretung der faschistischen Jugend zum Reichsparteitag entsandt hat. Reichs­jugendführer Baldur von Schirach, Stabsführer Lauterbacher, mehrere Amtschefs der Reichs­jugendführung und Reichshauptamtsleiter Dr. D r e s1 e r hatten sich u. a. zum Empfang eingefun­den. Im Fürstensalon des Hauptbahnhofs begrüßte der Reichsjuaendführer die italienischen Gäste im Namen der Reichsregierung und der Reichsleitung der NSDAP. Er betonte, daß sie nicht als Fremde, sondern als Freunde und Kameraden zu uns kämen.

Kanadische Bomber für England.

Neue Flugzeugwerke in Kanada zur Steigerung der englischen Lustrüstung.

London, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Luftfahrtministerium hat am Freitagabend eine amt­liche Mitteilung der auaenblicklich^in Kanada wei­lenden britischen Luftfahrtmission, die die dortigen Möglichkeiten über kanadische Flugzeuglieferungen an England über­prüfen soll, veröffentlicht- In der Mitteilung wird angekündigt, daß die britische Regierung zusammen mit den hauptsächlichen kanadischen Flugzeugwerken und mit Unterstützung hervorragender finanzieller Organisationen Vorkehrungen für die Lieferung von Bombern auf Grund eines ausgedehnten Ankaufsprogramms getroffen hat.

Die kanadischen Flugzeugfabriken werden dem­nächst ihre augenblickliche H e r st e l l u n g s f ä h i g- keit vergrößern und hauptsächlich Flugzeug­teile Herstellen. Für den gleichen Zweck sollen zwei neue Werke in Montreal und Toronto ge­baut werden. Zwecks Vereinheitlichung soll eine zen­trale Gesellschaft gegründet werden,' die unmittel­bar mit der britischen Regierung wegen dieser Lie­ferungen zu verhandeln hat. Weiter, so heißt es in der amtlichen Mitteilung, hätten die Vertreter der britischen Regierung mit den kanadischen Flugzeug­fabrikanten Vorkehrungen besvrochen, um andere Flugzeugtypen an anderen Orten, so zum Beispiel in Vancouver und FortWilliams, herzustellen. Derartige Vorkehrungen würden gleich­falls die Errichtung neuer Flugzeugwerke oorsehen.

Luftfahrtminister Kingsley-Wood hat eine Erläuterung zu dieser Mitteilung veröffentlicht, m der er erklärt, daß diese Mitteilung für die britische Verteidigung zur Lust ein großes Ereignis bedeute. In Anbetracht des großen Aktionsradius', den die Flugzeuge heute erreichten, werde diese Ent­wicklung Englands Schlagkraft wesentlich erhöhen.

DieTimes" begrüßt die Bereitschaft der kana­

dischen Industrie und auch die Unterstützung, die die kanadische Regierung bei den Ver­handlungen gewährt hat. Verfassungsmäßig sei die Haltung der kanadischen Regierung völlig korrekt gewesen. Die kanadische Regierung habe gezeigt, daß sie bereit ist, wirksam an der Verteidigung des gan-- zen britischen Handels mitzuarbeiten/

f ?ie "? aJ1 Mai l" begrüßt ebenfalls dis Tat­sache, daß Kanada Bombenflugzeuge für die britische Luftwaffe liefern wird. Aber das Blatt knüpft daran die Bemerkung, daß das nicht dazu führen dürfe, daß die britische Regierung nun in ihren Be- muhungen nachlasse, selbst Flugzeuge in ent- sprechend hoher Zahl und möglichst schnell zu bauen. Chamberlains Erklärung vor drei Monaten, daß England im Laufe der nächsten zwei Jahre bis zur Grenze feiner Leistungsfähigkeit bauen müsse, müsse bis auf den letzten Buchstaben erfüllt werden.

Wer bedroht Amerika?

Flieger-Hauptquartier

ausstrategischen Gründen" verlegt.

^Washington, 3 Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie das Krlegsminlsterium mitteilt, wird das A°uptquartler der amerikanischen Luftstr eit krafte von Langley Field in der Nahe von Newport News im Staate Virginia aus strategischen Gründen" nach Scott- field im Staate Illinois verlegt Der Kommandierende General der Luftstreitkräfte Gene- ralmajor A nd r e ro s wird mit seinem 'ganzen Stabe nach Illinois übersiedeln, sobald die nötigen Neubauten fertiggestellt find. Für den Bau des neuen Hauptquartiers wurden 4 857 000 Dollar be­willigt.

Knegsminister Woodring erklärte hierzu, daß