Him-
(Nachdruck verboten!)
15. Fortsetzung.
„Dunkel ist
iermute ich recht, du
alles verzichten? Bedurfte es eines
Stuhl beiseite. Seine „Schade um dein junges
Peter riß Mund und Augen auf. mir, Weib, der Rede Sinn! Vermute
.. Tagung des
Getreidewirlschastsverbandes in Gießen
liebte? — Du lieber Himmel, warum da gleich auf yimmlisch
kichere!" Er schob bem Miene wurde tragisch«. Leben!" murmelte er.
nahm hinter der Lehne Deckung. „Du, vergiß nichl, daß ich staatlich geprüfte Sportlehrerin bin. 3» fürchte, du wirst nachher Mühe haben, deine Kno ■ chen zusammenzulesen!"
„Hoho, daß ich nicht
Zwei hinter Gisela.
Vornan von Hans Hirthammer.
Urheberrechtschutz'Derlag Oskar Meister, Werdau/Sa.
trotz der günstigen Dersorgungslage das Derfütte- rungsverbot beioehalten wird. Dafür erhält der Bauer wieder Mais und sonstige Futtermittel. Fernerhin wurde mit Rücksicht auf das Frachtgefälle der Festpreis für Roggen und Weizen in den Kreisen Friedberg und Büdingen den Festpreisen im Einzugsgebiet Frankfurt-Worms-Mannheim angepaßt, damit der Getreideabfluß ein normaler wird und die Mühlen in diesem Gebiete sich besser versorgen können.
Die Anordnung, daß Getreide nur für die Brotversorgung, ausgenommen für Saatgutzwecke, sofern es anerkannt und zugelassen ist, verwendet werden darf, bleibt unverändert bestehen. Es wurde weiterhin darauf hingewiesen, daß für Futtermittel im Bereich des Getreidewirtschaftsverbandes die vier Versorgungsämter Gießen, Frankfurt a. M., Mainz und Darmstadt, und zwar stets das zunächst gelegene zuerst, anzudienen sind.
Hinsichtlich der Preise für I n d u st r i e g e r st e sind Aenderungen und für die Lieferung von B r a u g e r st e Erleichterungen eingetreten. Nur die Einlagerung der Industrie- und Braugerste bedarf nach wie vor der Genehmigung des Wirtschaftsverbandes, damit verhindert werden kann, daß die Ware für den Erzeuger auf Lager genommen wird.
Auf dem Mehlmarkt wird die Wiedereinführung einer alten Type dazu führen, daß die Ausmahlung nicht mehr so stark erfolgt, und daß es neben gutem Roggenbrot auch Kleie geben wird.
Nachdem noch einige Aenderungen im Verkehr mit den Müllern aufgezeigt wurden und die Fragen der Beimischung, des Schlußjcheinzwanges, der Kennzeichnung der Mühlenabfalle, der Verteilerkarten und der Preisregelungen klargestellt waren, hob Geschäftsführer Petsch die neuen Bestimmungen über die Höchstpreise für Hülsenfrüchte und die neue Regelung für Heu und Stroh hervor. Auch auf dem Gebiete der Mischfutterherstelluna ist eine Bereinigung im Interesse der Volkswirtschaft er-
Aus der engeren Heimat.
400 KdJ.-Ürlauber in Schotten.
a Schotten,2. Aug. Gestern vormittag trafen über 400 KdF.-Urlauber, ausschließlich Betriebs- angehörige der Firma Opel (Rüssesheim) in Auto- bussen zu einem zehntägigen Erholungsurlaub hier ein. Am Rathaus wurden sie vom Bürgermeister begrüßt, rasch waren die Quartierscheine ausge- geben und die Quartiere bezogen. In den verschie- denen Gaschäusern der Stadt werden die Mahlzeiten eingenommen. Mittags fand unter sachkundiger Führung ein Rundgang durch Stadt, Kirche, Rathaus, Schloß usw. statt. Abends fand sich alles im Festsaal der Turnhalle zur Begrüßung ein. Nach flotten Musikstücken und Liedervorträgen des Man- nerchors begrüßte Ortsgruppenleiter Zeschky im Auftrag der Partei die Gäste, worauf Bürgermeister Menge! in launigen Worten den Willkommgruß der Stadt entbot. Kreisleiter Görner war er- schienen, hieß die Gäste für die Kreisleitung will- kommen und wies auf die tiefe Bedeutung dieser KdF.-Fahrten hin. Bei frohen Liedern, Vorträgen, Musik und Tanz war bald die rechte Fühlung zwi- schen den Gästen und der Schottener Bevölkerung hergestellt. Zunächst finden kleinere Ausflüge in die nähere Umgebung statt. Morgen ist eine Wanderung zum Taufstein und zum Hoherodskopf. Wei- tere Unterhaltungen, Konzert, Tanz, Kaffee im Kur- Haus, italienische Nacht usw. sind geplant. Die Gäste fühlen sich in unserem Vogelsberg sehr wohl. Die Firma hat zur Kräftigung ihrer Betriebsangehöri- aen jedem einzelnen pro Tag einen Liter Milch ge- spendet, der hier ausgegeben wird.
Landkreis Gießen.
* Alten-Buseck, 3. Aug. Am morgigen Donnerstäg kann unsere Einwohnerin, Wwe Elisa, bethe Riegel, ihren 78. Geburtstag begehen. Die hochbetagte Frau ist eine der ältesten Einwoh. nerinnen unseres Ortes. Leider verstarb im Februar dieses Jahres ihr Mann, mit dem sie im nächste, Jahre das Fest der Goldenen Hochzeit hätte feiern können.
= Steinbach, 2. Aug. Am Sonntag fand hier die Beerdigung des SA.-Scharführers Wilhelm I ö ft statt. Der Verstorbene war in Steinbach ver. heiratet und in Gießen in der Universitätsklinik für Nasen-, Ohren- und Halskranke als Pfleger befchäf. tigt. Die Partei und ihre Gliederungen gaben dem kurz vor Vollendung feines 28. Lebensjahres nach langem Leiden verstorbenen Kameraden das Ehren, geleite. Auf dem Friedhof sprach nach dem Pfarrer, der den Verstorbenen als treuen und lieben Men. schen schilderte, Standartenführer Lutter. Kranz, niederlegungen erfolgten von dem Sturmführer . Panzer, zu dessen Sturm 21/116 der Verstorbene gehört hatte, von einem Vertreter der Verwaltung der Kliniken, von dem Mitglied der Betriebsgemein, schäft Schmidt (Steinbach), dem Vertreter des Fuß. ballsportvereins Steinbach und von dem Ortsgrup» venleiter Bürgermeister Rink (Steinbach). ■ Sie ' nahmen mit herzlichen Worten Abschied von dem ; vorbildlichen SA.-Mann, Parteigenossen, Kollegen.
Bestellungen für den Dollswagen.
NSG. Wie die Gaudienststelle der NS.-Gemem- schaft „Kraft durch Freude" mitteilt, können Bestellungen und Anfragen auf Volkswagen erst von Anfang nächster Woche bei den Kreisdienststellen der NS.-Gemeinschaft' „Kraft durch Freude" getätigt werden, da bis dahin sämtliche Unterlagen vorliegen.
Erleichterungen für Führeranwärterinnen im Reichsarbeitsdienst.
DNB. Der Reichsarbeitsführer gibt in einem Erlaß Sonderbestimmungen für die Ausbildung und Laufbahn älterer Führeranwärterinnen bekannt.
Danach wird für Führeranwärterinnen mit ab- geschloffener Berufsausbildung oder zweijähriger
Am gestrigen Dienstag hielt der Getreidewirtschaftsverband Frankfurt a. M. für die mit der Verteilung des Getreides und der Futtermittel beauftragten Groß- und Kleinhändler, Mühlenbesitzer, Genossenschaften u. a. der oberhessischen Kreise und des Kreises Wetzlar eine Tagung ab. Der Vorsitzende des Getreidewirtschaftsverbandes, Raabe (Frankfurt a. M.), der hierzu die Vertreter der Kreisbauernschaften, der Kreisämter und der Fachorganisationen begrüßen konnte, hob die Bedeutung der Marktverordnungen hervor, die sich gerade im letzten Jahre außerordentlich gut bewährt haben. Nachdem nun die Versorgung des Volkes mit Brotgetreide eine sehr gute geworden ist, konnten für das Wirtschaftsjahr 1938/39 einige Erleichterungen geschaffen werden, die eine geschmeidigere Handhabung der bestehenden Richtlinien zulassen. Im Interesse der Volksgemeinschaft ist jedoch die straffe Handhabung der Marktordnung unerläßlich, damit der Gesundungsprozeß der Volkswirtschaft gefördert und die Auslandseinfuhr zurückgedrängt werden.
Der Geschäftsführer des Getreidewirtschaftsverbandes, Petsch (Frankfurt a. M.), ging dann in einem ausführlichen Vortrag auf die Ausführungsbestimmungen zur Getreide- Marktverordnung für 1938/39 ein. Er unterstrich noch einmal die strikte Berücksichtigung der durch diese Marktverordnung he;ausgebildeten Grundsätze, an denen sich auch für das kommende Wirtschaftsjahr nicht viel geändert hat, weil sie im Interesse der Stabilität der Wirtschaft auf eine längere Dauer vorausbestimmt sind. Aus solchen Erwägungen heraus sind auch die Erzeugerfestpreise für Brot- und Futtergetreide unverändert gebtie- den. Lediglich für Hafer ist eine kleine Erhöhung vorgenommen worden. In der Getreidewirtschaft sind die Maßnahmen, die einige Erleichterungen herbeiführen werden, diktiert non, der Derforgungs- grundlage. Die Versorgungsgrundlage hat sich erheblich verlagert.
Nachdem die Versorgung ausreichend erfolgt, zielen die neuen Maßnahmen darauf hin, die Vorratswlrtschafl auszudehnen und noch mehr als bisher Deutschland von der Auslandrein- fuhr frei zu machen.
Während die Versorgungsgrundlage des voriaen Getreidewirtschaftsjahres es erforderlich machte, daß der Erzeuger das Getreide möglichst schnell auf den Markt brachte, braucht nun in diesem Jahre, nachdem die Lage ausgeglichen ist und wir mit sehr reichlichen Vorräten in das neue Wirtschaftsjahr hineingehen, eine solche Vorsorge nicht getroffen zu werden. Die Verhältnisse machen im Gegenteil die Rückkehr zu normalen Zuständen notwendig. Die Getreidernte muß auf einen möglichst großen Zwischenraum des Jahres verteilt werden, damit eine Lagerung möglich wird und alle Lagerungsverhältnisse ausgenützt werden können.
Der Vortragende ging dann auf die einzelnen Bestimmungen ein, die sich auf die Vermittlung des Getreides, die Preisgestaltung und alle damit verbundenen organisatorischen Fragen beziehen. Wesentlich dabei war u. a. der Hinweis darauf, daß
folgt.
Abschließend führte Geschäftsführer Petsch aus, daß das Ziel der möglichst reichhaltigen Referven- bildung und reichen Vorratshaltung auch die Vorsorge für ausreichenden Lagerraum erforderlich mache. Da es an geeignetem Laaerraum mit der nötigen Durchlüftung und den modernen Erfordernissen fehlt, werden auf Antrag
für den Neubau von Getreidesilos und Speicher erhebliche Aostenzuschüsse
gewährt. Besonders an die Mühlen geht das Ersuchen, eine Ueberlegung dahingehend anzustellen, ob für sie nicht eine Neuerrichtung oder Erweiterung in Frage kommen könnte. Nach einem Appell an alle Verteiler und Mühlenbesitzer zur Fortsetzung der Zusammenarbeit in der bisher bewährten Weise zur Erreichung der von der Führung gewünschten Ziele und zur Fortsetzung der Bestrebungen für eine Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes, wurde eine Aussprache herbeigeführt, in der eine Reihe von praktischen Erfahrungen ausgetauscht und zahlreiche Wünsche angebracht wurden. Mit dem Treugruß an den Führer schloß der Vorsitzende Raabe die mehrstündige Versammlung
Nundfunkprogramm
Donnerstag, 4. August.
5 Uhr: Frührnusik. 5.45: Ruf ins Land. 6: Gym-- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10. Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.40: Kleine Rat« schlage für Küche und Haus. 11.45: Rechtshilfe für alle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Musikalisch« Kurzweil. 15: Für unsere Kinder. 16: Doppelkonzert:. 18: Zeitgeschehen. 18.30: Der fröhliche Lautsprecher. 19: Segelflieger auf der Wasserkuppe. 19.10: Klanx der Landschaft. Das Lahntal. Hörfolge. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frank- furf. 22: Nachrichten. 22.20: Unsere Kolonien. Raum ohne Volk. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 3: Nachtmusik.
warst schon dort?"
„Äo!"
„Und du bringst es fertig, Schändliche, davon zu schweigen?"
„Ja!" lachte Heli.
„Oh, hätt ich dich nicht geboren! Zu spät merke ich nun, daß ich eine Schlange an meinem Busen nährte — Sprich schon endlich, Heli, Liebste, Teuerste! Hast du die Adresse?"
„Ja!"
„Heli, ich beschwöre dich, treib mich nicht zum Aeußersten. Du weißt nicht, wessen ein Verzweifelter fähig ist!"
„Oooh! Willst du mich ermorden?"
„Gib mir die Adresse!"
„Nu gerade nicht! Ich wollte schon lange mal sehen, wie sich ein Tobsüchtiger benimmt!"
„Gib mir sofort die Adresse!"
Heli lächelte herausfordernd.
Da war es mit feiner Geduld zu Ende. Er legte den Mantel, den er bereits angezogen hatte, ab, dann zog er feine Jacke aus, krempelte die Aermel hoch und ging mit schweren drohenden Schritten auf die Schwester zu.
„Die Adresse!"
Heli machte, daß sie vom Sessel hochkam und
Anhaltspunkte hat. Laß du doch deme Weisheit leuchten, wenn du schon so klug daherredest!"
„Gern!" lächelte Heli. „Da du endlich so großmütig bist, mich aufzufordern, will ich deinem überlegenen Scharfsinn ein bißchen auf die Beine helfen. Warum hast du dich eigentlich noch nicht an den Photographen gewendet?"
Peter machte kein sehr geistreiches Gesicht. „An welchen Photographen?"
„Mein Gott, sowas von Beschränktheit! An den Photographen, der das Bild hergestellt hat, das du Tag und Nacht bei dir trägft!"
„Heli! Klügste aller Jungfrauen, eile zu mir, daß ich dich umarme!"
„Idiot!" sagte sie nüchtern, ohne seiner Einladung Folge zu leisten. „Du siehst also ein, daß dies eher ein Weg märe, die Adresse der jungen Dame zu erfahren, als wenn du darauf wartest, bis eine gütige Fee sie dir im Traum offenbart?"
Peter gestand zerknirscht, daß er es einsehe; er begann sich sogleich zum Ausgehen fertigzumachen.
„Du kannst dir den weiten Weg ersparen. Der geschäftstüchtige Weißbart würde dich bloß verführen, dich photographieren zu lassen — genau wie er mich verführt hat."
und Menschen.
* ANendorf (Lahn), 3. August. Unserer gestrigen Notiz über Ludwig Volk III. ist richtigstellend nachzrttragen, daß er seinen 7 5., nicht 73. Geburtstag feiern konnte.
„Wundervoll, ich erwarte dich dann im Fruh- stückszimmer. Ader — hör mal, Gisela, reich mir doch das Kleid heraus! Ich werde es dem Zimmermädchen zum Plätten geben. Ich vermute, daß es etwas aus der Form geraten ist."
Sie staunte nicht wenig, daß er an diesen Umstand gedacht hatte. „Einen Augenblick!" rief sie zuruck, war mit ein paar Sprüngen am Bett und schlüpfte in den Schlafanzug.
Als sie ihm das Kleid durch den schmalgeöffneten Türspalt hinauslangte, ergriff er für einen Augenblick die Hand und drückte sie.
„Einen schönen guten Morgen!" hörte sie ihn sagen, und dann fühlte sie, wie er ihr etwas in die Hände drückte.
Es war ein prächtiger Blumenstrauß.
Bevor sie ein Wort des Dankes sprechen konnte, hatte er die Tür geschlossen.
Gisela stellte die Blumen in eine Vase und rückte sie zurecht.
Bestand eigentlich ein Grund, auf ihn böse zu fein? Benahm er sich nicht vielmehr in jeder Beziehung musterhaft?
Er hatte sie gestern nach Hause gebracht, ohne sich die günstige Gelegenheit zunutze zu machen. Er hatte ihr ein Glas Wasser bereitgestellt und hatte ihr die Schuhe ausgezogen.
Und nun eben wieder! Hätte er als ihr Verlobter nicht das Recht für sich in Anspruch nehmen können, zu ihr hereinzukommen? Hätte er, da er ihr die Blumen brachte, nicht einen begründeten Vorwand gehabt?
Sie dachte an den einzigen schüchternen Kuß, den er ihr gestern auf dem Heimweg gegeben hatte, sie dachte an die Selbstlosigkeit seiner Liebe — die Unaufdringlichkeit seiner Werbung — und sie fing an, sich ihrer abweisenden Schroffheit zu schämen.
Bot ihr dieser Mann nicht alles, was sie sich nur wünschen konnte?
Warum sträubte sie sich eigentlich? Jede andere in ihrer Lage würde mit beiden Händen ^gegriffen haben.
Weil sie nichts für ihn fühlte, weil sie ihn nicht
Gesagt — getan. Ich hole den Hund und gehe zur Leiter zurück, um von dort mich wieder auf den Anschuß einzuweisen. Da steht unter der Leiter ein Bock, ein anderer, der offenbar sich einmal nach dem Grund des Fiepens erkundigen wollte. Er ' nimmt kaum Notiz von uns, sondern zieht in die Kultur, um im gleichen Augenblick wie ein Gummi- I ball herauszufliegen. Und dahinter mein totgeglaub- ter Bock — mit einer merkwürdig hellen Stelle am Rücken. Rasch fiepe ich ihn an. Donnerwetter, fährt er herum, sucht nach dem neuen Störer seiner Liebe und — da wirft es ihn ins hohe Gras. Das Weiße aber war ein reiner Wildbretschuß, der den Bock nicht gehindert hatte, mit seiner Liebsten wieder anzubandeln und auch einen Nebenbuhler auf den Schwung zu bringen.
Und nun zum Schluß noch ein Bock, der an eines Freundes Wand hängt, der mir aber mehr Freude gemacht hat, als wenn ich chn selbst geschossen hätte. Wir wußten einen .Korkenzieher", der ging dort, wo hohe Kiefern und Laubholz, unterwachsen von einer Wildnis von Farnkraut, Brombeer u. ä. und ein Fichtenstangenholz älteren Datums aneinanderstießen. Auf der Grenze zwischen beiden stand eine Leiter, der Bock konnte in dem „Urwald", er konnte auch in den Fichten stehen. Ich wollte ihn blatten, der Freund sollte ihn schießen. Die Front aber war für uns beide gerade umgekehrt, und ich sah nur etwas, wenn ich auf der Leiter saß. Und nun kam der Kriegsplan. Ich turnte hinauf, er klappte unten seinen Stuhl auf, und ich ließ von oben eine Kordel, wie sie in jeden Rucksack gehört, herunter, die uns beide verband. Zupfte (oberhessisch: zappelte) ich daran, so hieß das: „Ganze Abteilung kehrt, der Feipd kommt von hinten!" Zupfte er, so hieß es: „Laß schweigen alle Flöten, der Feind kommt mir gerade recht von vorn!"' Und nun ging’s los. Der „Herr" war zu Hause, und zwar im „Urwald". Aber er ist mißtrauisch und umschlägt uns trotz aller Schalmeien. Alarm! Feind im Rücken! Aber die Bodenbeobachtung sieht ihn nicht. Fort ist er im Fichtenholz. Aho nun fällt er mir in den Rücken, der Schlau- berger. Wieder zupfe ich: »Kehrt! Feind kommt von vorne!" Aber auch das war nichts. Er ward nicht gesehen. Da auf einmal stand er wieder da, wo ich ihn zuerst gesehen hatte. Er hatte uns innerhalb von vielleicht 15 Minuten vollkommen Umschlagen. Also das ganze Programm noch einmal. Zunächst kurze drahtlose Verständigung, und dann locken wieder die verheißungsvollen Liebestöne. Wieder setzt der Umgehungsmarsch ein, aber dieses Mal war die Geländeausnutzung nicht so meisterhaft wie vorher, und wie er wieder in den Fichten verschwinden will, spricht die Mauser. Der Schütze kann den Schuß nicht beobachten, ich W den Bock mit krummem Rücken abgehen. Auf dem Anschuß liegt dunkler Schweiß mit grüne, Spritzern. Krankwerden lassen! Nach einer Stunde führt uns der Drahthaar zum verendeten Bock. Als er aufgebrochen wurde, stand ich dabei und wedelte mit sämtlichen Taschentüchern und kam mir vor wie der Sklave mit dem Pfauenfächer am Throne des Sultans. Es geht halt nichts über eine Jagd mit ordentlich Schnaken!
Dornotizen.
Tageskalender für Mittwoch.
Gloria-Palast (Seltersweg): ,Lm siebenten mel".
Hitler-Jugend Bann 116.
L-Stelle.
Berufsarbeit eine Probedienstzeit als Gehilfin eingeführt. Die Länge dieser Probedienstzeit richtet sich nach Alter und Vorbildung der Fuhreranwarte- rin; bei 20- bis 23jährigen beträgt sie beispielsweise sechs Monate, davon drei Monate Mitarbeit im Lager, anschließend drei Monate Lehrgang. Nach erwiesener Eignung erfolgt die sofortige Einsetzung als planmäßige Gehilfin, Lagerführerin oder Sachbearbeiterin.
Für die 23- bis 35jährigen Führeranwarterinnen führt der Erlaß besondere Erleichterungen ein. Er bestimmt nämlich eine 90prozentige Gehaltszahlung schon während der Ableistung der Probedienstzeit im Lager, so daß auch bereits länger in einer Be- rufsarbeit stehenden Frauen die Möglichkeit einer Mitarbeit im Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend gegeben ist.
Am 6. und 7. August findet in Gießen ein Grundschullehrgang für Vereinsjugendwarte und Gefolgschaftssportwarte statt. Der Lehrgang ist Dienst für alle Gefolgschaftssportwarte und die Vereinsjugend- warte, die der HI. angehören. Für die übrigen Iu- gendwarte ist der Besuch des Lehrgangs selbstverständliche Pflicht. Der Lehrgang beginnt am (Samstag, 6.8., um 18 Uhr, auf dem Universitätssportplatz und endet am Sonntag, 7.8., gegen 12 Uhr. Uebernachten in der Jugendherberge. Fahrtverbil- ligungsscheine (50 v.H. Fahrpreisermäßigung) können beim Bann 116, Gießen, Bahnhofstraße, ange- forbert werden. Mitzubringen ist: Sportzeug, Verpflegung, Schlaftack und Badezeug._______________
jauchzenden Gefühles, um einem Mann gut zu sein, von oem man sich geliebt, um seiner selbst willen geliebt wußte? Sollte sie vielleicht warten, bis der einzige kam?
Man mußte vernünftig fein und an das Ziel denken, das sich nun so mühelos erreichen ließ. Man mußte an Hasselschwert denken und an den Triumph, wenn man ihm morgen die Stellung kündigte.
Gisela Mertens frisierte sich sorgfältig, und als das Zimmermädchen das frisch geplättete Kleid brachte, zog sie es lächelnd an, steckte sich eine von Radegasts Blumen in den Ausschnitt und ging hinunter..—
Nach dem Frühstück fuhr man aufs Geratewohl in den blauen Sonntag hinein.
Radegast hatte allen Grund, sich über die. Fort- schritte seiner Werbung zu freuen. Er war von Gisela entzückt, von ihrem Uebermut, von ihrem fröhlichen Geplauder.
Und als er sie in den Armen hielt, während der Wagen durch die einbrechende Nacht nach Berlin jagte, als sie mit geschlossenen Augen seine Küsse hinnahm, da wußte er, daß das Spiel gewonnen war.
Er glaubte es wenigstens zu wissen.
17.
Es war ein Jammer mit Peter Stoll. Heli hätte es nie für möglich gehalten, daß man sich so an ein Traumbild verlieren konnte.
„Wenn du sie gesehen hättest", verteidigte er sich, „würdest du dich nicht mehr über mich lustig machen, sondern mir helfen, wie du es versprochen hast."
Heli unterzog den Strumpf, den sie eben gestopft hatte, einer letzten Prüfung. „Ich lache dich weder aus, noch verweigere ich dir meine Hilfe. Ich möchte nur nicht, daß du wegen dieser Geschichte den Kopf verlierst. Denn dazu bist du wohl schon zu alt."
„Wer spricht von Kopf verlieren?" grollte Peter.
„Ich habe ihn nie besser in Ordnung gehabt."
„Eine sehr leichtsinnige Behauptung: Wie soll man es sonst nennen, wenn du dir stundenlang am Bahnhof Zoo die Beine austrittst, wenn du halbe Tage wie ein Irrsinniger in der Stadt herumläufst, wenn du wie ein Detektiv hinter diesem Radegast her bist und ähnlichen Unfug treibst. Wenn du deinen Kopf in Ordnung hättest, würdest du erst einmal überlegen und dann planmäßig vorgehen."
„Ha, ha, planmäßig vorgehen!" höhnte Peter und schwang voll Ingrimm einen Glaskolben, dessen Inhalt die erwartete Reaktion verweigerte. „Planmäßig vorgehen! Wenn man nicht die geringsten
Und dann ging es los.
Zuerst befand sich Peter im Vorteil, da es ihm gelang, durch ein blitzschnelles Zugreifen ihrem Angriff zuvorzukommen und sie so von Anfang o in die Verteidigung zu drängen. Er hatte sie nmt beiden Armen umklammert und versuchte, indem er sie hochhob, sie zu Fall zu bringen.
Heli aber kam wieder auf die Beine und mad)l? ihrerseits gewaltige Anstrengungen, um sich aus dsl Fessel seiner Umschlingung zu befreien.
Eine ganze Zeitlang schienen die beiden wie erstarrt, mit aneinander gepreßten Körpern, einiii die keuchenden Atemzüge zeugten von der Heftigkeit des Kampfes.
Auf einmal kam Leben in dies Bild. Heli w^ es gelungen, sich frei zu machen, und nun ging str zum Angriff über. Sie zerrte seinen rechten Am mit einem geschickten Griff nach rückwärts, um als er, dem jähen Schmerz nachgebend, sich um* drehte, hatte sie ihn da, wo sie ihn haben wollte. Den Arm loslassend, schlang sie beide Arme un seinen Hals, während sie gleichzeitig sich mit dem ganzen Gewicht ihres Körpers an ihn hängte.
Peter, der auf dieses Manöver nicht gefaßt war, verlor das Gleichgewicht und knickte zu Boden.
Er versuchte wieder hochzukommen, aber D» war nicht so einfältig, ihren Vorteil wieder prW* zugeben. Sie kniete sich auf seine Brust und preß!« ihm die Schultern auf den Teppich nieder.
„Nun, mein Knäblein?" triumphierte sie.,
Peter rollte grimmig die Augen, tat, als wer" er mit seinen Kräften zu Ende wäre, schnellte dann aber plötzlich seitwärts, — Heli ging n-m einem schrillen Schrei über Bord, und nun wälzten sich beide am Boden, daß der Staub nur lf wirbelte. ' ?
„Hilfe! Mord! Mord!" schrie plötzlich jema-D von der Tür her. .
Im Nu war Heli auf den Beinen, sie motr“ ahnen, daß sie kein übermäßig salonfähiges Au;' sehen bot. Sie fuhr sich mit der Zunge über W Lippen, schob ihren Rock zurecht, der sich beoeni- lich verschoben hatte, schielte nach einem Ho"' büschel, der ihr vor der Nase hing und blies aus dem Gesicht.
(Fortsetzung folgt!)
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3m Verlaus Agchlug-Wet giinftigt durch gesteigert wer Wgsserie j. Hnbrnotor* । Sislbeutschlanb.' M Späte di ^iftabt mit Krgau, bei d M Dffenbi '-ler 3Utt)o (M. Darm sireckenKtzen, nach Mamchi tagten ine Li ®tuppe N Wüte), Kr uti dem D nach 256 Kil Karlsruhe । »erbs-Ieilnt
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