Ausgabe 
3.8.1938
 
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unseres Gummibedarfs unter eigener Flagge ... Großbritannien kontrolliert mehr als 77 o. 5). des

Dem Abzugsschach entronnen.

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einen

Gutes Zusammenspiel.

der

mir

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Schach-Ecke

Bearbeitet von K. Helling

Es stellte sich heraus^ daß nicht nur das Vor­handensein geeigneter Böden in günstiger Verkehrs­lage, sondern vor allem ein unbegrenztes Angebot biuiger und williger massenhafter Arbeits­kräfte die plantagenmäßige Erzeugung von Kaut­schuk im mittleren Osten begünstigte. Das brachte es mit sich, daß mit der schwunghaften Entfaltung japanischer Macht im westlichen Pazifik der Gummiversorgung Amerikas und Europas über­haupt eine Gefahr erwuchs, die den britisch-ameri­kanischen Gegensatz mehr und mehr in den Hinter­grund drängte. Firestone hatte seinen ursprüng­lichen Plan, auf den Philippinen Gummi­bäume zu pflanzen, wofür an und für sich alle Voraussetzungen gegeben waren, gerade deswegen aufgeben müssen, weil die politischen Spannungen im Pazifik entsprechende Kapitalanlagen großen Stils nicht geraten erscheinen ließen, solange die Washingtoner Regierung die Neigung bekundete, sich von ihren vorgeschobensten Machtstellungen in der fernöstlichen Gefahrenzone zurückzuziehen. An­dererseits sorgte die wachsende Abhängigkeit Eng­lands von der Freundschaft Amerikas nunmehr von selbst dafür, daß es den Bogen seiner Gummi- Monopolpolitik nicht Überspannen konnte. Der Gummikrieg wurde auf der anderen Seite des Atlantik abgeblasen.

tors hätte sich zu einer Lebensfrage für jedes empor- strebende industrialisierte Land entwickelt müssen, wenn nicht, wie in anderen Fällen, die deutsche Wissenschaft beizeiten die erlösende Formel für die Befreiung von dieser Standortgebunden­heit gefunden hätte. Darin beruht die ungeheure, bisher viel zu wenig beachtete wehrpolitische Be­deutung des KunststoffesBuna" nicht nur für Deutschland, sondern für alle rohstoff- ll r m e n Länder; liegt es doch auf der Hand, daß ein Land um so leichter von Kautschukverfor- gungsstellen abgesperrt werden kann, je weniger es an der Kontrolle über andere wichtige Rohstoffe

beteiligt ist.

In langjähriger mühseliger Forschungsarbeit ge­lang es der I. G. Farbenindustrie, das in seinen Anfangsstadien schon vor dem Kriege entwickelte Verfahren zur Gewinnung vonkünstlichem" Kaut­schuk so zu vervollkommnen, daß heute aus Kohle und Kalk unbegrenzte Mengen eines dem Natur­kautschuk sogar überlegenen Materials gewonnen werden können. Es handelt sich keineswegs um einenErsatz" im üblichen Sinne, sondern erstens um die chemische Wiederholung desselben Vor­ganges, aus dem die Natur im Gummibaum Kaut­schuk-Moleküle hervorgehen läßt, und zweitens um eine solche Lenkung und Abwandlung dieses Vor­ganges, daß verschiedene Sorten von Kunststoffen entstehen, die gerade diejenigen Eigenschaften in höchstem Grade aufweisen, die bestimmten Zwecken

liebevollen Wlick auf Egon, der ihr glücklicherweise den Rücken zudrehte.

Zu allem Ueberfluß ergriff der Treulose nun auch noch ihre Partei, und während ich wie ein Berserker rudernd dem Strande zustrebte schimpf­ten sie gemeinsam über mich.

Na wartet!" dachte ich und ruderte stillschwei­gend. Schon lag der Steg beinahe in Greifnähe, da geschah es. Ein heftiger Windstoß brachte prasselnden Regen. 2m Nu war die Hanniballe voll Wasser. Renate und das Kielschwein strampel-

zum Beispiel liefert, wie die praktische (Erprobung bei der Wehrmacht ergab, einen Reifen, bei bent die Abreibefestigkeit durchschnittlich um 30 v.h höher ist als beim Reifen aus Naturkautschuk.

Wie die synthetische Herstellung von Werkstoffe, überhaupt, so ist das Verfahren zur (Beroinnun-t vonBuna" ebenso friedenfördernd wie viele Natur ftoffe, im besonderen Natur-Kautschuk, friebenge- fährdend. Es wäre lächerlich, behaupten zu wvllml daß sich aus dem deutschen Verfahren zur Gewi«, nung von wasch-, licht- und wetterechten Teerfard stoffen oder aus dem,ebenfalls deutschen Kunstgnsi Stickstoff aus der Luft zu gewinnen oder aus and­ren epochemachenden Leistungen der deutschen chv mischen Wissenschaft und Industrie polittsche Span, nungen von der Art des Kampfes um Petroleum^ quellen oder Kautschuk-Plantagen hätten entwickele können. Kunststoffe sind Bahnbrecher dauerhafter Weltfriedens, in jedem Einzelfalle als solche um ft wirksamer, je mehr sie rohstoffarme Länder instand, setzen, einem von den Herren natürlicher Rohstoff Monopole über sie verhängten Belagerungszustanl zu trotzen.

flasche mit dem Kaffee. Ruhmbedeckt kehrten wir ins Bootshaus zurück. Und tränten Grog in der

Die abgebildete Stellung kam vor in einer freien Partie zwischen W. Hafemann (Weiß) und N. N. (Schwarz). Weiß hat einen ^urm und einen Läufer weniger, aber die schwarzen Figuren sind teils unent­wickelt, teils vom Königsflügel getrennt, während die

Gefährliche Namen.

Dor einigen Wochen ist der bekannte Berlirei Professor der Rechte Geheimer Iustizrat Dr. Ruivft Stammler im Atter von 82 Jahren gestört» Aus diesem Anlaß berichtet dieDeutsche Zukunft' folgende kleine Anekdote. Der Jurist Meister n« gestorben. Bei der Beerdigung gab ber Geistlihc noch einmal einen Ueberblick über sein Geben uni pries seine Fähigkeiten. Und als er mit eroberet Stimme ausrief:Wahrlich, der Entschlafene M

Und über ihm - langen, noch Pe. mi im August 1 Lippen mit der 2 schießen, und ch. Gerade als Sirius und Dian ü Briefträger uni für Rehkeule k tck mar die Hilal , --3 kam mir | E; hatte unt iahen muh "h, sah ich, ® Wonnen fy gefülltem M Wie rief:M MWie die $ .* ®« nämiich W er ber ,$ei

chor mit.

Eines Tages geschah es, daß er während Predigt einfchlummerte. Sein Nachbar sah es uni versetzte ihm einen Rippenstoß.

Unsanft aus seinen Träumen geweckt, ließ Stimmgewaltige nicht den Choral erschallen, fo bem bröhnte in die Kirche hinein:Einsteigen n*i Oos, Baden, Rastatt, Heidelberg, Mannheim!"

seinem Namen alle Ehre gemacht: er war e Meister!", wandte sich Joseph Kohler an dolf Stammler, der neben ihm stand, und V® u._:Na, den Pfarrer nehmen w j b e i d e uns" besser nicht bei unserer Beerdigung

M hängt an mein' An zuru Heundes verdau Siu schießen, £ L zu Gesallen g tmb hatte, als jtabenb in hm -nhochwalb nah «n ber Weibgeh A verlockender He daspiu" ft!;. Und die S stachen. Und do halbes bas Angstg jllte, daß hier eil pebrungen sei und itr Pistole geschos daraus zu antworte verstohlener Blick o dreißig Mnuien \ was ist das? Dor 1 es da heran, rot man möchte mein hing aus. Schon 1 einen 6iijrilt, dan /rriß das Herz

Zwei Welten.

Don Joseph Baur.

Die Welt eines amerikanischen Dollarkönigs und die eines empfindsamen deutschen Dichters aus ber Zeit ber Romantik sinb gewiß himmelweit oon- einanber entfernt. Unb boch können auch biese Ge- genftänbe sich berühren was bie folgende Anek­dote beweisen mag.

Der weltbekannte Milliardär I. D. Rockefeller, der beinahe hundert Jahre alt geworden wäre, lebte in feinen letzten Tagen nach einem weise geregelten Tagesplan. Besonders bemerkenswert daran war, daß sich der harte, nüchterne Geschäftsmann regel­mäßig vor dem Schlafengehen einige lyrische Ge­dichte vorlesen ließ. Er verfolgte damit bewußt den gesundheitlichen Zweck einer heilsamen seelischen Entspannung, uno er nahm diesen letzten Punkt seiner Tagesordnung durchaus wichtig. Der sonst so Sparsame bezahlte dafür sogar eine besondere Kraft. Miß Frey, einer gebürtigen Deutschen, war die Ausgabe zugefallen, die Gedichte fürJohn D." zu sprechen«

dienen, der Naturkautschuk aber nicht ober nur in unzureichendem Maße besitzt.

Schon der Naturkautschuk konnte ja nur mit Hilfe ber modernen Chemie in einen für die moderne Technik geeigneten Rohstoff verwandelt werden. Erst burchVulkanisation" hört Naturkautschuk auf, schon bei geringer Kälte hart, bei mäßiger Er­wärmung fiebrig zu werden. Bei Gewinnung des synthetischen Kautschuks macht sich bie chemische Industrie unabhängig von einem Ausgangsmaterial, bas nur in bestimmten, eng begrenzten Gegenben unter befonberen politischen Bebingungen und in einem Klima, das für weiße Menschen kaum er­träglich ist, gewonnen werden kann. Aus Grund der in langwierigen Versuchen gemachten Erfahrungen läßt sich dabei heute durchweg ein Weichgummi ge­winnen, das Naturgummi an Alterungsbeständig­keit, Abreibefestigkeit, Wärmebeständiakeit unb in noch manch anderen Beziehungen überlegen ist. Da­bei läßt sich die Methode der Gewinnung so ab- wandeln, daß verschiedene Sorten daraus heroor- gehen, je nach der besonderen Beanspruchung, denen bestimmte Eigenschaften genügen sollen. Buna N

Weltertrages... Eine Steigerung um 1 v. H. des Preises für Rohgummi kostet Die amerikanischen Verbraucher 8 bis 9 Millionen Dollar jährlich..." Firestone bereiste Mittelamerika und die Philip­pinen, um zu untersuchen, ob sich hier oder dort unter günstigen Bedingungen Gummiplantagen an­legen ließen. Schließlich erwarb er 400 000 Hektar in Liberia und begann bprt Gummibäume bra- ilianischer Herkunft anzupflanzen. Ford erwarb eine große Konzession für denselben Zweck a m Tapajoz, einem rechten Nebenfluß des Ama­zonas, in Brasilien. Beide lyaben jedoch an der Abhängigkeit der Union von der Versorgung durch die Plantagen im mittleren Osten so gut wie nichts ändern können.

ten. Da schlug sie um.

Wir sahen im Wasser. Kissen und Ruder, Rollsitz und Thermosflasche schwammen um uns herum. Kalt war es nicht und tief auch nicht, aber reich­lich naß von unten und von oben, denn das Ge­witter entlud sich nun direkt über unseren Häuptern.

Wir sammelten auf, was wir erhaschen konnten, ich zog die beleidigte Hanniballe am Kiel hinter mir her, Egon trua bie Ruder, Renate bie Thermos­flasche mit bem Kaffee. Ruhmbedeckt kehrten wir

wenbbar. 1

Bis zur Jahrhundertwenbe kam fast aller Roh- kautschuk, ber auf bem Weltmarkt gehanbelt wurde, - aus Brasilien. Dann begannen die auf Ceylon und in Malaya von den Engländern mitgestohlenem" Gummisamen entwickelten Plan­tagen sich bezahlt zu machen. Dennoch konnte noch 1913, also unmittelbar vor Kriegsbeginn, der bra­silianische Wildkautschuk dem britisch- ui\b nieder- ländisch-indischen Plantagenkautschuk auf dem Welt­märkte das Gleichgewicht halten. Die Kriegswirt­schaft legte ihr Gewicht zugunsten des Plantagen- kautschuk in die Waagschale. Die Erzeugung in Britisch- und Niederländisch-Jndien verdoppette sich in einem Jahre, diejenige des Amazonasgebiets sank gleichzeitig um die Hälfte, ohne sich von diesem Sturz zu erholen. Kurz nach Kriegsende hatte sich ber Weltbebarf verfünffacht unb mürbe bis auf 1 o. H. von ben Plantagen bes mittleren Ostens geberft.

Hätte Brasilien burch rechtzeitigen Uebergang zur planmäßigen Erzeugung fein Wettmonopol be­haupten können, so wäre bieses prakttsch ein solches des nordamerikanischen Finanzkapitals geworden. Die plötzliche Verlagerung des Schwerpunktes ber Welterzeugung nach bem mittleren Osten brachte es mit sich, baß bie nordamerikanische Union wah­rend bes Krieges kaum ein Pfunb Kautschuk ohne schriftliche Genehmigung ber britischen Regierung einführen konnte. Daraus ergab sich nach Friedens­schluß für England die Möglichkeit, seine Kriegs­schuld gegenüber der Union großenteils auf amerika­nische Gummiverbraucher abzuwälzen, indem ein britisch-holländischer Erzeugerring durch ein von der Londoner Regierung nachdrücklich gefördertesRe­striktionsverfahren" ben sogenanntenStephenson- Plan", die Preise künstlich hochschraubte. Die nordamerikanische Union, die sich bald rühmen konnte, 85 v. H. der Automobile der Wett zu be­sitzen und drei Viertel der gesamten Gummi­erzeugung auf der Erde zu verbrauchen, vier Fünf­tel davon für Reifen, sah ihr gesamtes Wirtschafts­leben in eine verhängnisvolle Abhängigkeit von einem britischen Handelsmonopol geraten, Ford, der Autokönia, und Firestone, der Hauptreifen- fabritant, stachelten den Präsidenten Harding und später Hoover dazu an, gegen den britisch-hollän­dischen Händlerring einen® ummitri eg" zu führen, bei dem man einerseits die Auswirkungen des Monopols durch ökonomischen Verbrauch und Vergeltungsmaßnahmen abzuschwächen, und ande­rerseits weitgesteckte Ziele für eine Erzeugung in eigener Regie zu verfolgen suchte.

Firestone schilderte in einem Buche die allmäh­lich entstandene Situation wie folgt:Personen­wagen und Lastkraftwagen veränderten die Grund­lagen jeder Geschäftsart in diesem Lande. Man nehme unsere Kraftwagen fort, und ich weiß nicht, was geschehen würde. Wir könnten uns schneller davon erholen, wenn New City unb alle großen Stäbte an ber atlantischen Küste in bie Luft ge­sprengt würben, als vom Verluste bes Gummis. Dieser Stoff ist nicht so wichtig für anbere Natio­nen; benn bas Leben keiner anberen Nation ist so abhängig von Automobilen wie bas unsrige. Wir erzeugen nur einen kleinen Bruchteil von 1 v. H-

Gummi-Krieg und Buna-Iriede.

Don Otto Eorbach.

Der große Krieg, bei bem 08.-Amerika auf feiten Englands unb seiner Verbünbeten ben Ausschlag gab, weil es bie Welt für eine in Dollar unb Pfund ausbrücfbare Demokratiesicher machen" wollte, hinterließ auf ber anderen Seite bes großen Teiches ben bitteren Nachgeschmack, baß man in­zwischen unversehens in eine verhängnisvolle Ab­hängigkeit von einem britischenGummi- Monopol" hineingeschlibdert war. Die Kriegs­konjunktur hatte in Der Union im befonberen zwei große Jnbustrien zu voller Entfaltung gebracht: die Autoindustrie und die Reifenindustrie. Autos ohne Reifen sind nutzlos. Der Rohstoff für Reifen ist Kautschuk. Kautschuk, von den Indianern schon vor der Entdeckung Amerikas jahrhundertelang zur Herstellung allerhand nützlicher Dinge, wie Bälle, Schuhe, Kleidet, verwendet, wurde erst um 1840 durch Vulkanisation, Verbindung mit Schwefel bei starker Erhitzung, für bie moderne Technik ver-

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Wenn nun schon bie angelsächsischen Mächte ihre vereinigte weltpolitische Spannkraft aufbieten muß­ten, um ber Gefahr einer japanischen Kontrolle über asiatische Erzeugungsstätten für Kautschuk unb beren Versorgung mit billigen Arbeitskräften die Stirn zu bieten, so mußte bie Kautschukversorgung erst recht für Länder zu einem brennenden Problem werben, bie an ber Kontrolle über tropische Gummi- wälber überhaupt keinen Anteil hatten. Gummibäume wachsen unb gedeihen nurintro­pischen Tiefländern, unb auch da im all­gemeinen nur in großer Nähe des Aequators. Eine solche enge Begrenzung der Bezugsquellen macht biefen Rohstoff noch viel geeigneter als Petroleum, immer neue und größere Kriegsgefahren herauf­zubeschwören. Der Kampf um bie Herrschaft über schmalen Gürtel zu beiben Seiten bes Aequa- ätte sich zu einer Lebensfrage für jebes empor

Lösung der Schachaufgabe CEin Blitz aus heilerem Himmel".

Weiß (Jaxtheirner): Kgl, Db3, Tcl, Tbl, Lb!, Lf4, Se5, Ba2, b2, b4, f2, g2, H3 (13). Schway (Stöber): Kg8, Db6, Tc8, Te8, ßb5, Lf6, Sf8, Bak^ b5, e6, f7, g7, H6 (13). Weiß gewinnt.

1. Seöd7! (Damit soll ber Sf8 von bem Schuj i des Feldes H7 weggelenkt werden. Schlecht wär, dagegen der vorher eingeschaltete Turmtausch, bi nach 1. TclXc8 Te8Xc8. 2. Se5d7, Db6-w ber Lf6 noch einmal von ber Dame gebetft ist.) 1.... Sf8Xb7. (Zieht die schwarze Dame nach b8, \ erfolgt Turmtausch und Sd7Xf6ft-, auf anbm Damenzüge schlägt der weiße Springer sofort ns f6.) 2. TclXc8, Te8Xc8. 3. Dd3-H7ft-, Kg8-ft 4. DH7H8ft-, Kf8e7. 5. DH8Xc8 ... Der Qual- tätsgewinn ist in dieser Stellung entscheidend, ta Weiß außerdem Lf4c7 droht.

Lösung

der SchachaufgabeUnglückliche königsslellimg'.

E. H o l m. Weiß: Ke5, Tg3, Bf2, H6 (4). Schwan: KH4, Tc8, Bc4, f7 (4). Weiß gewinnt.

1. H6H7 (droht Tg8). 1.....Tc8H8 (ober 1.

Ic5+. 2. Kf4, TH5. 3. Tgl usw., bzw. 1. ..., f6- 2. Kf6, TH8. 3. Kg7 usw.). 2. Tg3g8! TH8XH!. 3. Tg8gl, TH7H6 (TH54-. 4. Kf4). 4. Ke5-^ unb Weiß gewinnt, da Schwarz wegen der Drofjurj Thl matt seinen Turm verliert. Ueberraschend daß ber H-Bauer geopfert werben muß, um ben Sih zu erzwingen.

Oie Narrenkappe.

Macht der Gewohnheit.

In dem kleinen badischen Ort Appenweier le6tt vor Jahren ein Bahnhofsportier, dessen gewalchc Stimme in weitem Umkreis berühmt war. Zu­gleich wirkte dieser Mann als Bassist im Kirchen-

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Halle, einen nach dem artbern ...

Am letzten Samstaa habe ich Renate wieder an­gerufen, ob sie mit aufs Wasser will.Nein, danke", sagte sie am Telephon,ich mache mit Egon eine Autofahrt!"

zentimetergenaue Regelung verlangte. Der Start war eine Katastrophe. Die Leute standen da und lachten. Renate stieg nämlich zuerst ein, unb als sie drin war, plätscherte die Hanniballe lustig durch einen kleinen Windstoß mit ihr davon, well Egon das Seil losgelassen hatte. Ich stand da und hiett die Ruder in der Hand. Renate schrie, ich krempelte meine Trainingshosen auf und plantschte in bem seichten Wasser hinterher, um sie roieber an den Steg zu hieven.

Dann verstaute Egon sich als Kielschwein. Er schimpfte und brummte dabei, denn Holz und Schienbein gerieten mehrmals in heftige Berührung. Endlich saß er. Nun schlüpfte ich auf meinen Roll­sitz und wollte mich in die Riemen legen. Wollte... aber die Ruder lagen in freundlicher Ruhe auf dem Steg.

Egon, du mußt an Land steuern!" rief ich ver­zweifelt. ,Kunststück, wenn wir nicht vorwärts- kommen", antwortete er. Renate lachte, daß ihr die Tränen, herunterliefen. Ich fühlte mich verflicht, blöde Gans" zu flüstern, unterließ es aber in Hinblick auf die Platzverhältnisie unb beschloß, alle Diskussionen bis zur ßanbung aufzusparen.

Ein fteunblich grinfenber Mann reichte uns enb- lich die Ruder zu, und nachdem ich sie unter heftigen Schaukelbewegungen in den Auslegern befestigt hatte, kamen wir aus dem unmittelbaren Bereich der erheiterten Zuschauer. Ich schwitzte vor Auf­regung. Am Horizont ballten sich dunkle Wolken zusammen.

Kaum hatten wir bie Mitte des Sees erreicht, merkte ich, bah was Boot überbelastet war.Wie­viel wiegst du eigentlich, Egon?" rief ich dem Kiel­schwein zu.Auf keinen Fall mehr als du", gab er zurück. Das Boot schwankte gefährlich, als er ben Kopf brehte.Das ist eben zuviel für die Hanni­balle ..."Wir kehren um", bestimmte Renate, es kommt ein Gewitter."

Sie hatte recht, benn die dunklen Wolken kamen beträchttich näher. Schon kräuselten sich bie Wellen mit kleinen Schaumkämmen unb schlugen roarnenb gegen die Planken.

Ich ruderte und rollte wie irrsinnig, aber sehr schnell kamen wir nicht vom Fleck. Zu allem liebel verhedderte sich die Steuerleine mit Renatens Fuß. Ich hab's ja gleich gesagt!" meinte sie wütend. Wir mußten das Steuer aushaken.

Huiii fegte der Wind über ben See. Schwapp kam eine Welle über Borb unb auf Renatens Stranbhose.Well wir eben zu tief im Wasser liegen", jchimpfte sie unb warf einen nicht gerade

Die abgebilbete Stellung kam vor in einer Partie zwischen Keres (Weiß) unb bem bisher noch nicht sehr bekannten jugenblichen Finnen K a i l a (Schwarz) bei der baltischen Studenten-Schach-Olyrn- piabe zu Dorpat.

Schwarz ist am Zuge. Weiß hat zuletzt mit bem Springer auf f7 geschlagen unb broht nun allerlei gefährliche Abzugsschachs. Dem Führer ber schwarzen Steine gelang es jeboch, burch ein- hübsche Zugfolge ben weißen Angriff abzuschlagen unb entscheibenbes Materialübergewicht zu behalten. Wie setzt Schwarz fort?

wickelt, teils vom Königsflügel getrennt, wahrenb bie dolf Stamm weißen Kräfte sinnvoll zufammenwirken. Wie fetzt fierte ihm zu: Weiß am stärksten fort?__'b - -h- hf

Das war aber wie Miß Frey, die heute «li Sprecherin bei Filmsynchronisierungen tätig ist, be­tont nicht so ganz einfach. Nicht nur, daß ! Gebichte aus allen ßiteraturen ber Welt in guter klaren Englisch unaufbringlich zum Dortrag bring?' mußte: sie hatte auch bie Qual ber Wahl. John i wünschte nur Freubiges und Erhebendes zu fyöritr chwermütige ober auch zu tiefsinnige GedicD mußten peinlichst nermieben werden bas »f langte nebenbei auch ber Hausarzt. Eine reine beslyrik kam nicht in Betracht. John D. mar fr* ftanbe, etwa unruhigen Schlaf auf ein von M Frey schlecht gewähltes Gebicht zurückzuführen. 2« Dame hatte also ihre Sorgen.

Mit bem amerikanischen Dichter Walt WhitsE konnte sie sich gut helfen; seine urwüchsigen ; hörte Rockefeller gern. Auch bie ßyrik des aM Chinesen ßitaipe gefiel ihm gut. Don den deutsch- erwies sich vor allem Goethe als verwendbar.-.^ nau allerdings, mit feinen melancholischen Baltas wäre Gift für John D. gewesen. Aber auch bei r'-1 derlin. Miß Freys ßieblingsdichter, fand sie 5 ihrem ßeidwesen kaum Geeignetes. Schließlich sie doch einmal, jene reifen, abgeklärten Stropw* oorzulesen, die Hölderlin kurz vor seiner Umn tung geschrieben hat:

,Lu wissen wenig, aber der Freude viel ist Sterblichen gegeben.

Warum, o schöne Sonne, genügt mir nickt, du Blüte meiner Blüten, am Maitag dich zu nennen? Weiß ich Höhers denn? O daß ich lieber wäre wie Kinder sind! Daß ich, wie Nachtigallen, ein sorglos von meiner Wonne sänge!" j

John D. hörte mit unbewegtem Gesicht zu schien zufrieden. Ja, ausnahmsweise fragte er Itrfl» nach dem Schöpfer des Gedichtes. Miß Frey } richtete darüber kurz. Das tragische L

Dichters verschwieg sie wohlweislich. Befriedigt - gab sich John D. zur Ruhe. Aber nach etwa eir halben Stunde ließ er die erschrockene Miß mie. rufen. Er wollte bas Gedicht noch einmal Öd» Ein wenig bang kam Miß Frey seinem nach. John D. lauschte nachdenklich. Dann wuni^ er zum zweitenmal freundlich gute Nacht.

Man weiß nicht, wie John D. in dieser Nachi ^ schlafen hat. Tags darauf mar er jedenfalls tn Verfassung. Er stiftete an diesem Tag eine CT Summe zur Errichtung eines Kinderheims Philadelphia. Fräulein Frey Zweifelt nicht dar» daß dies nur auf das Hölderlinsche Gedicht za^ zuführen war.

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Das Kielschwein.

Eine lustige Äootsgeschichie von E. Triggert

Nur der allerblutigste Laie kann bei diesem Wort erschrecken und sich in feiner Wohlanständigkeit ge­stört fühlen; allen Wassersporttern aber und denen, die es werden wollen, ist er geläufig und vertraut.

Wir wollen ihn nichtsdestotrotz genauer erklären: Ein Kielschwein ist jegliche Person männlichen oder weiblichen Geschlechts, die in ein seiner Platzzahl nach vollbesetztes Boot miteingeschoben wird und ihren Unterkörper im Hohlraum hinter der Boots- spitze am Kiel verstauen muß, weil das in einem vollbesetzten Boot eben der einzige Platz ist, auf bem man sie unterbringen kann. Er ist nicht sehr begehrt...

Arn vorletzten Samstag rief mein Freund Egon mich im Büro an. Vorauszuschicken ist, daß ich stolzer Bootsbesitzer bin,Einer mit", wie der Fachausdruck lautet, das heißt ein schnittiges Ruder­boot für zwei Personen.

Fährst du morgen raus?" fragte Egon,unb kann ich mit?"Schon zu spät, mein Lieber", mußte ich bebauern,ich habe Renate eingeladen." Egon stöhnte vor Jammer, daß bie ßeitung er­zitterte. Mein Bebauern wuchs.Meinetwegen kannst du mit als Kielschwein", lenkte ich ein. Denn Egon hat ein Kleinauto, und ich wollte ihn nicht vergrämen.

Ich spürte förmlich durch den Draht, wie sein Gesicht sich aufheiterte.Klar, mach ichl" brüllte er und hängte ein.

Wir trafen uns alle am Bootshaus. Meine Freundin Renate war nicht sehr entzückt, ,daß wir zu britt starten wollten.Das wirb boch viel zu eng", nörgelte sie,wo lasse ich benn da meine Beine?" Die betörend schlank unb schon sind. Ich konnte chren Kummer verstehen.

Wichtiger ist eigenllich, wo ich bie meinigen lasse", bemerkte mein Freund Egon und betrachtete zweifelnd mein schnittiges Rennboot, das auf den schönen Namen Hannibal hört. Renate meinte seinerzeit, Bootsnamen müßten immer weiblich sein, aber ausnahmsweise gab sie nach, obwohl sie seit der Bootstaufe grundsätzlich nur von ber Hanniballe rebet unb bamit ihren Dickkopf beweist.

Enblich waren wir über bie Platzoerteilung im klaren, was einige Zeit dauerte, da jeder eine

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