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Deutsch-französischer Wirt­schaftsvertrag.

Zusatzabkommen unterzeichnet.

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Nach Ablauf des ersten Jahres des deutsch-französischen Wirtschafts­vertrages Dom 10. Juli 1937 wurde heute im Aus- [ wärtigen Amt ein Zusatzvertrag zu dem deutsch - französischen Abkommen über den Warenverkehr und über die Zahlungen aus dem Warenverkehr vom Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr v. Weiszäcker, und dem fran­zösischen Botschafter in Berlin, Exzellenz Franaois Poncet, sowie den beiderseitigen Verhandlungs­führern unterzeichnet.

Es handelt sich um einen Vertrag über die E i n- nliederung des österreichisch-franzö- fischen Warenverkehrs in die deutsch-fran­zösischen Wirtschaftsbeziehungen und insbesondere die Einbeziehung Oesterreichs in das deutsch-franzö­sische Zahlungsabkommen, sowie um eine Anzahl Kontingents- und Einzelfragen des deutsch-französi­schen Vertrages vom vorigen Jahr, die am 20. Juli dieses Jahres in Paris paraphiert worden sind. In­zwischen sind die Verhandlungen auch auf das Ge­biet der österreichischen Schulden und Bundesan­leihen, soweit Frankreich in Frage steht, ausge­dehnt und zu diesem Zwecke seit Anfang voriger Woche nach Berlin verlegt worden. Nachdem nun­mehr auch dieses Gebiet unter ausdrücklicher Wah- runa des bekannten deutschen Rechtsstandpunktes zwischen Deutschland und Frankreich geregelt Und insbesondere die Ueberschreibung der erforderlichen Beträge im Rahmen des deutsch-französischen Warenaustausches unter Einschluß des Landes Oesterreich sichergestellt ist, tritt nunmehr das ge­samte Vertragswert Anfang August 1938 in Kraft.

Nichard-Wagner-Forschungsstätte.

vom Führer errichtet.

B erlin, 2. Aug. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat am 22. Mai 1938, dem Tage der 125. Wiederkehr des Geburtstages Richard Wagners, durch nachstehenden Erlaß die Errichtung einer Richard-Wagner Forschungsstätte in Bayreuth angeordnet und mit der Durch­führung dieses Erlasses den Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers beauftragt:

Erlaß über die Errichtung einer Richard- Wagner-Forschungsstätte.

Am 125. Geburtstag Richard Wagners ordne ich an, daß zur Erforschung seines Lebens und feines Werkes eine Richard - Wagner-Forschungsstatte in Bayreuch zu errichten ist.

Die Ausführungen dieses Erlasses Überträge ich Vach meinen näheren Weisungen dem Reichsmmister und Chef der Reichskanzlei.

Bayreuch, den 22. Mai 1938.

Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.

Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Dr. Lämmer s."

In Durchführung dieses Erlasses ist in Bayreuch die Richard-Wagner-Forschungsstätte errichtet und die Leitung der Forschungsstätte dem Stadtbiblio- chekar der Stadt Bayreuch, Archivar des Hauses Wahnfried, Dr. Otto Strobel, übertragen wor­den.

Kränze am Garge Hindenburgs.

Der Führer gedenkt des großen Feldmarschalls.

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Am heutigen Todes­tag des verewigten Reichspräsidenten und General- felvmarschalls von Hindenburg legte im Auftrag des Führers und Obersten Befehls­habers der Wehrmacht der Generalleutnant Bock als Vertreter des Kommandierenden Generals des I.Armeekorps einen Kranz am Sarge des F e l d m a r s ch a l l s in der Gruft des Reichsehren­mals Tannenberg nieder. Die Ehrenwache am Denk­mal war aus diesem Anlaß als Offizierswache ver­stärkt worden.

Ferner ließ Staatsminister Dr. Meißner im Namen der Präsidialkanzlei und ihrer Gefolgschaft am Sarge Hindenburgs einen Kranz niederlegen.

Dank an Breslau.

Echte deutsche Gastfreundschaft."

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Der Reichsfport- führe.r hat folgenden Dankaufruf an die Bres­lauer und Schlesier erlassen:

Breslauer! Schlesier!

Mit einem großen Erfolg für die Sache der Leibesübungen wie auch für das deutsche Volks­tum in aller Welt ist das 16. Deutsche Turn- und Sportfest zu Ende gegangen. Monatelange Vor­bereitungen haben damit ihren verdienten Lohn gefunden. Ihr Breslauer und ihr Schlesier habt euch in beispielhafter Geschlossenheit für die Durch­führung des Festes eingesetzt. Im Zusammenwirken aller Stellen der Partei, ihrer Gliederungen und angeschlossenen Verbände ist die gewalttae Welle der Erkenntnis der Wichtigkeit und Gröhe dieses Festes erzeugt worden. Durch weitschauende Maß­nahmen aller staatlichen und kommunalen Behörden ist das Höchstmaß von sachlicher Unterstützung und organisatorischer Sicherheit erreicht und dadurch ein reibungsloser Ablauf der gewaltigen Kundgebung gesichert worden. Das Beste aber, ein offenes Herz und echte deutsche Gastfreundschaft, haben mit den Breslauern das ganze schlesische Volk zum Gelingen beigesteuert.

Begeisterung, Opferwillen und treue selbstlose Mitarbeit aller Stellen machen es mir schwer, die richtigen Worte des Dankes zu finden. Allein ein jeder, der am Erfolg der Veranstaltung mitgewirkt hat, soll als tiefsten Dank das Bewußtsein in sich tragen, an einem Bekenntnis zu Volk und Führer mitgewirkt zu haben, das noch lange in der Erinnerung aller Teilnehmer nachleuchten unö für die Leibesübungen wie für das deutsche Volk innerhalb und außerhalb der Grenzen des Reiches machtvoll weiterwirken wird.

Mein Dank an euch, Breslauer, Schlesier, kommt aus tiefttem Herzen.

von Tschammer und Osten, Reichssportführer."

Dank der sudetendeutschen Turner.

Berlin, 2. Aug. (DNB.) Konrad Henlein hat an den Reichssportführer von Tschammer und Osten nachstehendes Telegramm gesandt:

Das Sudetendeutschtum ist Ihnen als Gestalter und Führer des großen Volksdeutschen Turnfestes zu größtem Dank verpflichtet. Die 30 000 sudeten­deutschen Turner sagen Ihnen durch mich ihren herzlichsten Dank für das tiefe Erlebnis, das sie in ihre Heimat mitnehmen."

Neue Fühlung zwischen Paris und Rom?

Rätselraten um Blondels Besuch in Paris.

Paris, 3. Aug. (DNB.) Der französische Ge­schäftsträger in Rom, Blondel, ist am Diens- tagoormittag in Paris zu einem 48ftünbigen Auf­enthalt eingetroffen, bti dem er mit Außenminister Bonnet und den verschiedenen Dienststellen des Quai d'Orsey in Fühlung treten wird. Blondel reifte in Begleitung des englischen Botschafters in Rom. Lord Perth, der sich zu einem Ferien­aufenthalt nach England begibt.

Die Ankunft Blondels wird von der Pariser Presse stark beachtet. Wenn die Blätter auch be­tonen. daß es sich nut' um einen kurzen privaten Aufenthalt in Paris handele, wobei er allerdings mit Außenminister Bonnet Zusammentreffen wird, spricht beispielsweise derParis m i d i" von einem unvorhergesehenen diplomatischen Rendez­vous. Blondel werde mit Bonnet nützliche Bespre­chungen haben, die ihnen gestatten würden, die Möglichkeiten für eine demnächstige Wieder­aufnahme der feit langer Zeit unterbrochenen Fühlung zwischen Paris und Rom zu

untersuchen. DieLiberty" schreibt, es sei be­kannt, daß die Botschafter jedes Jahr, wenn sie nach Frankreich kommen, um ihre Ferien zu ver­bringen, dem Außenminifter mündlich Bericht er­statten. Blondel, der dieses Jahr keine Ferien nehme, ! habe die Reise au dem Zweck unternommen, um .seinen Jahresbericht vorzulegen. Unter diesen Um­ständen dürfe die Unterhaltung Blondel-Bonnet kei­nen besonderen Charakter tragen.

Man hält in Paris eine längere Abwesenheit des Geschäftsträgers von Rom in Anbetracht der Tat­sache, daß Frankreich zur Zeit in Italien nicht durch einen Botschafter vertreten ist, für nicht wünschens­wert. Trotz aller Rückschläge hat man auf franzö­sischer Seite die Hoffnung nicht aufgegeben, daß die französisch-italienischen Verhandlungen in absehbarer Zeit wäeder in Gang kommen könnten. Es wird angenommen, daß Blondel dem französischen Außenminister in dieser Richtung gewisse Hinweise geben kann.

Englands (Sorgen in Palästina.

Ein (Seitenhieb gegen Frankreich.

London, 3. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Time s" befaßt sich heute in einem ausführlichen Bericht aus Jerusalem mit der Lage in Pa­lästina. Gleichzeitig nimmt das Blatt die Abreise der vor drei Monaten nach Palästina entsandten Kommission zur Ueberprüfung des bekannten Peel- Teilungsplanes zum Anlaß, um sich auch im Leit­artikel mit Palästina zu befassen. DieTimes" teilte dabei fest, daß die Lage weiterhin ziemlich unbefriedigend sei und daß in absehbarer Zeit kaum mit einer wesentlichen Aenderung ge­rechnet werden könne. Das Blatt kann nicht umhin, auch die Juden mitverantwortlich für den Stand der Dinge in Palästina zu machen. Die Tatsache, daß diejüdische Disziplin, die mehr als zwei Jahre lang in so ehrbarer Weise beibehalten" worden sei, jetzt Anzeichen des Ermattens zur Schau trage, müsse die Besorgnisse der britische.» Regierung erhöhen. Die Araber aber seien entschlossen, den Kamps fortzusetzen. Es frage sich, ob irgend etwas getan werden könne, um in abseh­barer Zukunft die Ruhe in Palästina wiederherzu-

stellen. DieTimes" schlägt insbesondere die Ent­waffnung der Bevölkerung, sowie diplomatische Methoden vor, die aber nicht näher Umrissen wer­den.

Abschließend wird an Frankreich ein Seiten­hieb ausgeteilt. Es sei zu hoffen, daß die britische Diplomatie auch weiterhin die französische Regie­rung daraus aufmerksam machen werde, wie er­staunlich es sei, daß ein britisches Mandats­gebiet sich mit einem Stacheldrahtver­hau umgeben müsse zur Verteidigung aus dem Li­banon und Syrien, die bekanntlich unter französi­schem Mandat stünden, sowie gegen die aufrühre­rische Tätigkeit des Muftt von Jerusalem aus dem Libanon. Die Befürchtungen der französischen Be- Hörden, daß die Entfernung des Muftt den Fana­tismus der Mohammedaner entfachen würde, er­scheine nicht gerade überzeugend, nachdem sich jetzt die arabischen Nationalisten von Syrien dem faif accompli der kirchlichen Kontrolle des Sandschak glatt unterworfen hätten.

kische Hauptstadt begeben, wohin der amerikanische Gesandte San, der gegenwärtig einen Ferien-' aufenthalt in Polen verbringe, zurückkommen werde. Es ist bisher noch nicht gewiß, ob auch zwi- schen Lord R u n c i m a n und den beiden amerika- nischen Diplomaten ein Meinungsaustausch statt- finden wird, doch hält man dies in Paris für nicht ausgeschlossen.

Oie neue italienische Kammer

Der Entwurf von Mussolini genehmigt.

Rom, 2. Aug. (Europapreß.) Der von M u s s o - l i n i genehmigte Kommissionsentwurf zur Bitdung der neuen Kammer der Faschi und der Kor­porationen wird dem Großrat des Faschismus in der am 1. Oktober beginnenden Session zur end- gültigen Annahme unterbreitet werden. Der Ent­wurf kann noch einige Abänderungen Erfahren, wird jedoch in den Grundzügen unverändert bleiben und den seinerzeit von Mussolini aufgestellten und vom Großrat des Faschismus genehmigten Richt- Pinien entsprechen.

Die Umbildung der gesetzgebenden Versammlung ist von revolutionärer Tragweite: sie entspricht der natürlichen Entwicklung der neuen italienischen Der- fassung auf korporativer Grundlage. Die neue Kam­mer wird aus Vertretern des Faschistischen Partei- rates und des Nattonalrates der Korporationen zusammengesetzt sein. Der Faschistische Parteirat besteht aus dem Sekretär, der zugleich Minister ist, aus dem Direktorium, den Inspektoren und den Derbandssekretären der Provinzen. Der Nationalrat der Korporationen umfaßt 825 Mitglieder, von denen ein Teil in die neue Kammer einziehen wird, während die anderen ihre Tätigkeit als technische Berater der Korporationen fortsetzen werden. Die Auswahl der Mitglieder der neuen Kammer wird ausschließlich auf Grund der Zugehörigkeit zur Partei oder zum Korporationsrat erfolgen. Wer diese Funktionen in der Partei oder in den Korpo­rationen einbüßt, verliert damit automatisch das Abgeordnetenmandat. Der Wechsel der Abgeordneten erfolgt nicht durch Wahl, sondern auf Grund ihrer Funktionen in der Partei und in den Korporationen und somit auf Grund politischer oder persönlicher Erwägungen.

Die neue gesetzgebende Versammlung wird auch eine neue innere Ordnung und Arbeitsverteilung erhalten, damit die Kammer sich nicht mit allen Einzelheiten der verschiedenen Gesetzentwürfe und Verordnungen befassen muß, sondern rein technische Fragen unb Entwürfe bearbeiten kann.

Italiens Jugendorganisationen.

Runtiman heute in Prag.

Die tschechischen Quertreiber unverändert am Werk.

London, 2.Aug. (DNB.) Lord Runcirnan hat am Dienstagnachmittag um 2 Uhr von London aus feine Reife nach Prag angetreten.

Kurz vor feiner Abreise äußerte er sich, wie Europapreß berichtet, einem Pressevertreter gegen­über zuversichtlich über die Aussichten seiner Auf­gabe. Darüber befragt, wie er feinen neuen Auf­gaben entgegensetze, antwortete er:Wenn man eine derartige Aufgabe übernimmt, muß man g u - ter Dinge und optimistisch sein, sonst kommt man nicht weiter." Ferner stellte er fest, daß er über die Dauer seines Aufenthalts in der Tfchecho-Slowakei noch nichts aussagen könne. Er beabsichtige jedenfalls, alle Gebiete der Tfchecho- Slowakei aufzusuchen, insbesondere die sudetendeut- cben Randgebiete, in denen die Unterschiede zwi- chen den sudetendeutschen und der Prager Meinun­gen besonders ausgeprägt seien.

Die Mitarbeiter Lord Runcimans, Ashton- Gwaikin und Stopford, sind am Dienstag­mittag auf dem Flugplatz Ruzyne in Prag einge­troffen, wo sie vom ersten Legationssekretär der britischen Gesandtschaft, Troutbeck, und vom britt- chen Konsul Henderson, der seit einiger Zeit schon als Beobachter in der Tschecho-Slowakei weilt, be­grüßt wurden. Auf dem Flugplatz hatten sich auch zahlreiche ausländische Pressevertreter eingefunden.

Hodza unterrichtet den französischen Gesandten.

Prag, 2. Aug. (Europapreß.) Ministerpräsident Dr. Hodza empfing den französischen Gesandten Delacroix, den er über den Verlauf der letzten nationalitätenrechtlichen Besprechungen unterrichtete.

Pragssonderbares Konzert"

Prag, 2.Aug. (DNB.) Zur Reise Lord Run­cimans nach Prag hebt die römische Presse die rechteigenartige" Begrüßung hervor, die dem eng­lischen Staatsmann von feiten. ber Tschechen zuteil, werde. Man könne, wie der Prager Vertreter der Agenzia Stefani" erklärt, sich nicht eines pein­lichen Eindrucks wegen des sonderbaren Konzerts erwehren, mit dem einige tschecho-slo- wakische Regierungsblätter die ö f f e n t l i ch e Mei­nung ihres Landes auf die Vermittlungsversuche von Chamberlains Vertrauensmann vorbereitet haben. Die übereinftlmmenben Aeußerungen Prager Minister deuten, wie der Korrespondent ironisch be­merkt, nicht gerade das Vorhandensein eines über­mäßigen Derständigungswillens an. Bedenklich er­scheint aber vor allem das neuerliche metho­dische Umsichgreifen von Zwischenfäl­len, deren Opfer die Sudetendeutschen seien.

Und der ÜberschriftVersteifung in der Haltung der Prager Regierung" stellt der Prager Vertreter desGiornale d'Jtalia" fest, daß am Vorabend der Ankunft Runcimans in Prag der Standpunkt der bei­den Parteien unversöhnlicher tzenn je er­scheine, und unterstreicht den Gegensatz zwischen der ruhigen Haltung der Sudetendeutschen und den Aeußerungen verantwortlicher Mitglieder der tschechischen Regierung, die nicht von ungefähr den großtürkischen Ton angeschlagen hätten.

Hodza bejaht.

Briefe, die ihn nicht erreichten."

Prag, 2.Aug. (Europapreß.) Ministerpräsident Hodza hat den Brief, den der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Kundt an ihn gerichtet hatte, beantwortet. Er hat die in diesem Brief ge­stellten Fragen bejaht, nämlich ob die Regierung an den Grundsätzen der nationalen Regelung und den Grundsätzen des Sprachenrechts weiter festhält, die der Sudetendeutschen Partei am 30. Juni über­geben wurden. Weiter bejahte Hodza die Frage, ob die der Sudetendeutschen Partei am 28. Juli übergebenen Gesetzentwürfe, endgültig seien, und

sckließlich, ob die in den bisherigen Gesprächen in Aussicht genommenen Absichten über die Fortfüh­rung der Verhandlungen weiterhin aufrechterhalten bleiben.

Hierzu wird von sudetendeutscher Seite erhärt: Das Tschecho-Slowakische Preßbüro meldet am 2. August, Ministerpräsident Dr. Hodza habe dem Abgeordneten Kundt, dem Führer der SDP.-Delegation, bei der Fühlungnahme über das Nationalitätenstatut der Regierung auf seine öffent­lichen Anfragen, ob nun die der Sudetendeutschen Partei mitgeteilten Nattonalitätenvorlagen der Re­gierung aufrechterhalten bleiben und die geplanten Verhandlungen endlich beginnen werden, eine be­jahende Antwort erteilt. Wie wir hierzu aus ganz verläßlicher Quelle erfahren, ist Abgeordneter Kundt eine Antwort des Ministerpräsidenten nicht zu- gekommen. Die Antwort ist vielmehr für mor­gen vormittag zugesagt, für welche Zeit bekanntlich Die SDP.-Delegation zu einer neuen Aussprache zu Ministerpräsident Dr. Hodza geladen wurde.

Kurze Abgevrdnetensi'tzung.

Prag, 2. Aug. (DNB.) Das ischecho-slo- wakische Abgeordnetenhaus, das mit Rücksicht auf die Gemeindewahlen seit dem 10. Mai nicht getagt hat, hielt heute nachmittag in Anwesen­heit einiger Regierungsmitglieder eine kurze Sitzung ab. Das Haus war hauptsächlich zu dem Zwecke einberufen, um das von der Regierung dem Hause vargelegte Material zu administrativen Fra­gen den zuständigen Ausschüssen zuzuweisen. Es handelte sich dabei um das Straßengesetz, Unterhal­tungsbeiträge für die Angehörigen der eingerückten Reservisten, Regelung der Lehrergehälter, Zuschläge für die Aufnahme in den Bürgerschuldienst, das Filmabkommen mit den USA. und ein OdsÜiefe- rungsabfommen mit Jugoslawien. Die Sitzung hatte also einen ausgesprochen formellen Charakter und nahm nur 23 Minuten in Anspruch. Dennoch war sie von allen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ungemein stark besucht. Das erklärt sich in der Hauptsache daraus, daß alle parlamentari­schen Fraktionen den Sitzungstermin dazu benutz­ten, um Fraktionssitzungen über den Stand der politischen Lage, insbesondere hinsichtlich der Rege­lung der von der Regierung unternommenen Schritte in der Nationalitätenfrage zu unterrichten. Das Haus vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zeit.

Nach der Sitzung des Abgeordnetenhauses trat der mit der Entscheid ung politischer Fragen betraute Ministerausschuß zu einer Beratung zusam­men, in der technische Richtlinien für die Verhand­lungen mit den Volksgruppen ausgestellt würden.

pariser Hoffnungen.

Paris, 3. Aug. (Europapreß.) Die Londoner Berichterstatter der Pariser Blätter unterstreichen am Mittwochvormittag den Umstand, daß man der Abreise Lord Runcimans auf englischer Seite eine ganz inoffizielle Note gegeben l-abe. Weder Vertreter des Foreign Office, noch der tschecho-slowakischen Gesandtschaft in London seien auf dem Bahnhof erschienen.

Man hofft in Pariser politischen Kreisen, die Aufnahme der Dermittlunqstätigkeit Lord Runci­mans, der am Mittwochnachmittag in Prag ein» trifft, möge schon bald von Erfolg begleitet fein. DerJour" erklärt jedoch, der englische Politiker selbst sei der Ansicht, sein Aufenchalt in der tschecho­slowakischen Hauptstadt werde wahrscheinlich zwei bis drei Monate dauern.

Große Bedeutung mißt man in diesem Zusam­menhang in Paris auch der Konferenz bei, die der amerikanische Botschafter in Ber- 1 i n und der amerikanische Gesandte in Prag wegen der tschecho-slowakischen Frage mit­einander in Prag haben werden. Der Berliner Bot­schafter Wilson werde sich in die tjchecho-jlowa-

Rom, 2. Aug. (DNB.) Parteisekretär Minister S t a r a c e konnte dem Duce melden, daß jetzt ins- aefamt 4 230 029 Frauen und Mädchen den salchi- sttschen weiblichen Kampfbünden und Organisationea angehören. Außerdem machte Starace davon Mit­teilung, daß die in der Jugend des Liktorenbündels zusammengefaßten Kräfte gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um 392 744 Mitglieder erfahren haben.

Japan wartet in Ruhe ab.

Neue Proteste in Moskau.

Tokio, 3. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Spre­cher des japanischen Außenamts teilte mit, daß der Botschaftsrat der japanischen Botschaft in Mos- kau am 1. August beim sowjetrussischen Außen- kommissar wegen der unberechtigten An­griffe der sowjetrussischen Truppen im Schangfeng-Abschnitt schärfsten P r o t e st eingelegt habe. Er habe weiter sofortige Maß- nahmen Moskaus zur Einstellung derarti­ger Uebergrif f e gefordert. Aus den Protest sei bisher noch keine Antwort erfolgt Weiter erklärte der Sprecher, daß am 3. August ein er­neuter Protest nach Moskau übermittelt werde wegen der Grenzverletzungen durch sowjet- russische Bombenflugzeuge seit dem 1. August.

Der Sprecher des japanischen Außenamtes wurde über die Haltung Japans gegenüber den Uebergriffen der sowjetrufsischen Truppen, insbe­sondere gegenüber den fortgesetzten Luftangriffen auf koreanische Städte, befragt. Hierzu erklärte der Sprecher, daß I a p a n die Haltung und das weitere Vorgehen der sowjetrussischen Truppen aufmerk­sam und ruhig verfolge. Japan gebe die Hoffnung nicht auf, durch diplomatische Mittel zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Alles hänge jedoch von der Haltung der Sowjetrussen ab. Der japanische Sprecher brachte zum Ausdruck, daß man in einigen Tagen weiter sehen könne, welche Beweggründe für das aggressive Verhalten der Sowjets vorlägen. Man könne dann zu weiteren Entschließungen kommen. Bisher hätte es jeden­falls den Anschein, als ob die sowjetrussischen Aktionen im Schangfeng-Abschnitt eigenmächtige Handlungen des örtlichen Abschnittkommandeurs seien.

Sowjetflieger bombardieren koreanische Kreisstadt.

Tokio, 2. Aug. (Dftafienbienft des DNB.) Die die koreanische Armee meldet, überflog am Diens­tag um 18 Uhr ein Sowjetgeschwader die koreanische Grenze und bewarf die Kreisstadt K o j o, etwa 5 Kilometer nördlich von Schangfeng, mit Bomben.

Neue Angriffe abgewiesen.

Tokio, 3. Aug. (DNB. Funkspr. Oftafienbienft) Ueber die gestrigen Kämpfe imSchangfeng- Abschnitt wird gemeldet, daß um 15 Uhr etwa vier Bataillone Sowjetinfanterie un­ter dem Schutz von 30 Tanks und 25 Begleitfliegern die japanischen Stellungen bei Chavtsopri nördlich von Schangfeng angriffen. Als der Angreifer noch 200 Meter vor den japanischen Stellungen war, machten die japanischen Truppen einen Gegenan­griff und warfen die Sowjettruppen zu­rück. Gegen 20 Uhr wurde die Höhenstellung auf dem Südflügel des Schangfeng-Abschnitts erneut von Sowjetinfanterie angegriffen. Der Angriff blieb im Feuer stecken.

Kirchenbesuch für Ausländer in Sowjetrußland verboten.

Moskau, 2. Aug. (Europapreß.) Das Jnnen- fommiffariat der Sowjetunion hat verfügt, daß Ausländer, die sich in der Sowjetunion aufhal­ten, Kirchen nicht besuchen dürfen. Die Uebertretung des Verbotes wird mit Ausweisung geahndet. Aus Moskau und Leningrad find aus die­sem Anlaß bereits Ausländer ausgewiesen worden. --------