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bamstag mtt der JndkkrleHnahme der Straßenbahn zu rechnen ist.

Bis zum Pfingstsonntag wird auch die Durchfüh­rung der Fahrbahn vom Marktplatz zum Linden- platz und die Fertigstellung der längs der Stadt­kirche sich hinziehenden Verkehrsinsel beendet sein. An der Verkehrsinsel sind die Arbeiter bereits mit dem Auflegen der Betondecke beschäftigt. Bei der Fahrbahn sind noch umfangreichere Vorbereitungen erforderlich, ober auch hier wird die Betondecke bis zu den Feiertagen so aufgelegt werden, daß der provisorische Durchgangsverkehr für die Straßen- passanten wieder ausgenommen werden kann. Die Asphaltdecke wird erst nach den Feiertagen herge­stellt werden, so daß bis zum 116er-Tag mit der Benutzung dieser Durchgangsstraße gerechnet wer­den kann. Die völlige Fertigstellung der beiden Plätze pirt) dann allerdings noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Auch am Lindenplatz sind von den Marktlauben her die Arbeiten rasch vorwärts­getrieben worden, so daß der Wochenmarkt bald wieder einen weiteren Zugang erhalten wird.

*

* Verschönerung unserer Anlagen. Die Stadtverwaltung hat jetzt mit einer erneuten Verschönerung der Anlagen begonnen. Am Stadt­theater / Ecke Johonnesstraße und Neuen Bäue sind diese Ansätze bereits durchgeführt. Es handelt sich um die Einfassung der Anlagen mit Betonsteinen. Dadurch verschwinden die unschön wirkenden Eisen­bänder, die oftmals sinnlos beschädigt wurden. Die neue Einfassung gibt den Anlagen ein gefälligeres und freundlicheres Aussehen.

* Rheinfahrten an Pfingsten lassen sich durch den stark erweiterten Fahrplan der Köln-

Düffeldorfer Rhelndampfschiffahri auf längeren und kürzeren Strecken leicht ausführen. Für den Pfingst- Ausflugsverkehr werden zu den Frühschiffen noch besonders verbilligte Ausslugsrückfahrkarten ausge­geben.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gestern wurde die Berufung der I. R. aüs Lau­terbach gegen ein Urteil des Amtsgerichts Lauter­bach, durch das sie wegen leichtfertiger falscher An­schuldigung zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt worden war, vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Die Angeklagte hatte im vorigen Jahre einen anonymen Brief an die Gendarmeriestation in Lauterbach geschrieben, in dem sie zwei ihr bekannte Frauen des Vergehens der Abtreibung bezichtigte. In der gestrigen Berufungs- verharrdlung gab die Angeklagte zu, die Briefschrei­berin gewesen zu sein, sie behauptete jedoch, Pch be- rechtiat gehalten zu haben, die Verdächtigungen auf Grund gewisser Vorkommnisse zur Anzeige zu brin­gen, so daß der Vorwurf der Leichtfertigkeit gegen sie nicht erhoben werden könne, wenn auch fach- lich, wie sich einwandfrei herausstellte, ihre Ver­dächtigungen nicht zuträfen. Nach eingehender Prü­fung des Sachverhalts kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagten die Grundlosig­keit ihrer Beschuldigungen sofort hätte klar sein müs­sen. Mit Rücksicht auf die Schwere der hierdurch zum Ausdruck gebrachten Ehrverletzung der beiden Zeuginnen sah das Gericht keine Veranlassung, bie Strafe zu ermäßigen, und es verwarf die Berufung im vollen Umfang.

Hessen-Nassau-Fahrt des BOM.

Oer zweite Abschnitt hat begonnen.

pfingstfahrt von Gießen durch den Odenwald.

NSG. Wenn man sieben verheißungsvolle Ferien­tage vor sich hat, dann kann auch ein trüber Him- mel und ein bissel Regen der Freude feinen Ab­bruch tun. Und so herrschte am Frankfurter Süd­bahnhof am Donnerstagvormittag ungeteilt über­mütige Wanderstimmung, als die Sonderzüge des BDM. mit 1000 Jungmädel aus dem Obergau und 900 BDM.-Mädel aus Frankfurt, Wiesbaden und Mainz nach dem L a h n t a l und in den Vogels­berg abfuhren. Mittags brachte ein dritter Son­derzug 700 Mädel aus Gießen, Dill-Eder, dem Vogelsberg und Obellahngebiet nach Hetzbach im Odenwald, wo fre am späten Nachmittag ankamen.

Rund 125 Fahrtengruppen erwandern in den nächsten sechs Tagen die Heimat. Es sind überwie­gend Mädel aus den Großstädten, die Leben und Sitten unserer Landgebiete kennenlernen sollen, um ihnen dafür das Geschenk fröhlicher Dorfabende, offener Liedersingen und lustiger Kindernachmittage zu bringen. Dies ist besonders die Aufgabe ver­schiedener Spielscharen aus Darmstadt, Frankfurt und Mainz, die ein ausgewähltes Programm durch­führen werden. ,

Der große Anklang und die gastfreundliche Auf­nahme, die die ersten Fahrtengruppen bei allen Volksgenossen unseres Gaues fanden, läßt hoffen, daß auch der zweite Fahrtabschnitt ein reiches und frohes Erlebnis für die Teilnehmerinnen und ein voller Erfolg für einen wesentlichen Teil der Som­merarbeit des BDM. sein wird.

Es sah nicht gerade verheißungsvoll aus, als am gestrigen Donnerstag in der Mittagsstunde die Mädel und Jungmädel des Untergaues 116 mit ge­packtem Tornister zur Pfingstfahrt am Bahnhof in Gießen antraten. Der Regen konnte aber die Stim­mung nicht trüben; denn mit dem ersten Ferientage, ob von der Schule oder aus dem sonstigen Pflichten­kreis, tat sich die Erwartung auf eine schöne Fahrt durch die hessische Heimat für die Mädel auf, die eine frohe Stimmung vorherrschen ließ. Endlich gingen die Hoffnungen in Erfüllung, die Vorbereitungen waren sorgfältig getroffen, und auch der letzte Tor­nisterappell war gut überstanden.

Nun ging es durch die Sperre zum Zug, der die 200 Jungmädel und Mädel des Untergaues 116, die die Führerin des Untergaues des BDM., Käthe P»f e f f e r, begleitete, zu den Kameradinnen aus anderen Orten des Gaues bringen fosite. Durch die schöne Wetterau nach Höchst (Odenwald) führte der erste Teil der Hessen-Nassau-Fahrt. Dort wird die Aufteilung in die vorgesehenen Fahrtengruppen vor­genommen, und dann setzt die Sternwanderung durch ein schönes Stück hessischer Erde, durch den Oden­wald, ein. 3n Hetzbach ist schließlich der Treffpunkt für alle Wandergruppen, und von dort aus werden die Gießener Mädels, um ein Erlebnis reicher, ihre Heimfahrt antreten.

Aus der engeren Heimat.

Rechner Müller, Lich t-

-/- Lich, 2.Juni. Gestern abend verstarb an einem Herzschlag der langjährige Rechner der Licher Bank, Friedrich Heinrich Müller. Er war am 2. Oktvber 1875 in Frankfurt a. M. gebo­ren, wurde in Lich erzogen und erlernte nach seiner Schulzeit den Kaufmannsberuf. In Straßburg ge­nügte er seiner militärischen Dienstpflicht, war dann längere Zeit als Reisender für eine große Frank­furter Eisenfirma tätig und trat nach seiner Heirat mit Luise Katharine Reger dahier in die Regersche Eisschrankfabrik als Teilhaber ein. Nach einer glück­lichen Rückkehr aus dem Weltkrieg wurde Müller im Jahr 1924 als Rechner der Licher Bank berufen. In 14jähriger rastloser Tätigkeit verstand es der nunmehr Entschlafene, durch seinen großen Fleiß, sein reiches kaufmännisches Wissen, seine banktech­nischen Kenntnisse und sein gediegenes Organisa­tionstalent die Bank zu ihrer jetzigen Größe zu ent­wickeln. Neben seinem hauptamtlichen Beruf war Rendant Mül ler noch in manchem Ehrenamt zum Wohl der Allgemeinheit tätig. Seine besondere Liebe gehörte als alter Soldat und Krieger der Kriegerkameradschaft Lich. Im Ortsmännerverein vom Roten Kreuz verwaltete er das Amt eines Rechners. Seit 15 Jahren führte er die Kasse des evgl. Erziehungsheims in Arnsburg. Seit einigen Jahren war er Aufsichtsratmitglied der Dolksbank in Gießen. Sein plötzliches Ableben bedeutet des­halb nicht nur für die Licher Bank, sondern auch für unsere Stadt und die verschiedenen von ihm rech­nerisch betreuten Vereine und Institute einen schwe­ren Verlust. Das Andenken dieses treuen deutscken Mannes wird von allen, die ihn kannten, in hohen Ehren gehalten werden. \

Verschönerungsarbeiten in Lich.

3) Lich, 1. Juni. In den verflossenen Wochen wurden in unserer Stadt zahlreiche größere Arbei­ten durchgeführt. In erster Linie gehören dazu die S t r a ß e n a r b e i t e n. Da in der Ober- und der Unterstadt die Einfahrten zu den Hvfreiten noch mit Pflaster eingedeckt waren, wurden sie jetzt alle mit Platten belegt. Die großen Pflastersteine fanden anderweitig Verwendung. In der Braugasse wurde der Fußgängersteig auf der Westseite der Straße aufgebrochen und mit neuen Platten belegt. Die Gießener Straße, die viele Schlaglöcher aufwies, erhielt bis zum Kreuzweg eine neue Decke aus Splitt und Teer. Ein nicht gerade schönes Bild bot bis vor kurzem die Kirchgasse mit ihrem holprigen Pflaster vom Marktplatz ab bis zum Liebfrauen­berg. Dieses wurde jetzt durch ein neues mit großen Pflastersteinen ersetzt.

Das schönste Bild bietet sich jetzt am Bahnhof bar. Die umfangreichen Arbeiten sind dort bis auf einige Kleinigkeiten beendet. Die breite Straße, jetzt die schönste Straße unserer Stadt, mißt an ihrer schmälsten Stelle auf der Fahrbahn sieben Meter.

beiden Seiten ist ein sauberer Fußgängersteig mit Plattenbelag von je 2,50 Meter Breite. Die Sinkkästen für die Kanalanlage sind seitlich einge­baut worden. Um das Bild an Festtagen noch schö­ner zu gestalten, sind Vorrichtungen getroffen wor­den, um etwa 60 Fahnen aufzustellen. Arn kommen­den Sonntag, dem 100 jährigen Jubelfest derSän-

geroereinigung» Cacilia", werden die Fahnen zum ersten Male die Festgäste grüßen. Die älteren Fuß­gängersteige an der alten Post wurden/ausgebessert, zum Teil erneuert.

Die Anlieger an der neuen Bahnhofstraße haben unter Aufbringung erheblicher Kosten alles zur Verschönerung des Bildes aufgeboten. Die an die Straße anstoßenden Gärten erhielten neues Spa­lier, neue Blumenbeete wurden angelegt. Die Fleisch- und Wurstwarenfabrik in der Bahnhof­straße hat sich gut in das Stadtbild eingefügt. We­nige Meter weiter in die Stadt hinein, vor der neuen Post, wurde der Gedenkstein für den gro­ßen Sohn unserer Stadt, den Komponisten Hein­rich N e e b , errichtet. Aber auch sonst wurden in der Stadt noch viele Erneuerungsarbeiten vorge­nommen, so daß unsere Handwerker kaum in der Lage sind, die vielen Arbeiten alle erledigen zu können.

Große Erneuerungs- und Verbesserungsarbeiten ließ die Stadtverwaltung auch am neuen Wald­schwimmbad vornehmen. Um das Bad in jeder Beziehung einwandfrei zu erhalten, wurde es während des Winters gehörig entschlammt und ein Kanal zum besseren Durchfluß des Wassers ange­legt. Ein weiteres größeres Nichtschwimmerbecken von 1,40 Meter Tiefe wurde eingebaut, so daß nun drei Nichtschwimmerbecken mit verschiedenen Tiefen vorhanden sind. Der neue Sprungturm in der Mitte des Bades ist noch im Bau, er wird aber in den ersten Tasten fertiggestellt werden. Ferner sind gegenwärtig noch 42 neue Kabinen im Bau, so oaß mit den schon vorhandenen älteren nun 52 Einzel­zellen und zwei Gemeinschaftsauskleideräume vor­handen sind. Der neue Erfrischungsraum am See- bamm geht ebenfalls feiner Vollendung entgegen. Das Bad wurde inzwischen eröffnet und auch fleißig benutzt.

Der Verkehrsverein hilft den Wettbewerb zur Stadtverschönerung noch weiter steigern, indem er die Inhaber der mit Blumen- und Grünschmuck am besten ausgestatteten Häuser mit Preisen belohnen will.

Gesangvereins-Jubiläum in Großen-Auseck

wg. Großen-Buseck, 1. Juni. Am vorigen Samstag und Sonntag beging der hiesige, älteste Gesangverein,Germania", die Feier seines 75jährigen Bestehens.

Als Auftakt gab der Verein am Samstagabend in der festlich geschmückten Turnhalle ein Jubi­läums- Chor- und Orchesterkonzert unter Leitung seines Chormeisters Rudolf Nico­lai. Vor einer großen Zuhörerschaft, die den Raum der Turnhalle füllte, brachte der Chor mit seinem vortrefflichen <5timmaterial Werke deut- scher und auch einiger ausländischer Komponisten zu Gehör, die bei der Zuhörerschaft mit Recht starken Beifall auslösten. DerRadetzky"-Marsch von Strauß mit Orchesterbegleitung fand so starken Anklang, daß er wiederholt werken mußte. Die Kreiskapelle Wetterau unter Leitung von Kapell­meister Schleuse bereicherte den Abend durch ausgezeichnete instrumentale Darbietungen und hal erfolgreich mit, das Jubiläumskonzert derGer-

manta* zu einem schonen und denkwürdigen Er­lebnis zu gestalten.

Sonntagmorgen marschierte die HI. mit Fanfaren­begleitung zum Weckruf durch die Ortsstraßen. Um die Mittagszeit bewegte sich ein stattlicher Fest- zug durch das Dorf, wobei am Kriegerdenkmal vor der Kirche auf dem Anger zunächst eine Helden­ehrung stattfand und der Dereinsführer Karl B o - narius einen Kranz niederlegte^ Dann sprach als Vertreter des Sängergaues 12 Berufsschullehrer @engnagel ((Brünberg), der dem Verein bereits am Vorabend die Glückwünsche des Gauführers, Ministerialrat Ringshausen, überbracht hatte, über die große Bedeutung des deutschen Liedes, insbesondere im Dritten Reich. Dabei nahm er auch die Ehrung des Sängers Heinrich Pfeiffer XII. vor, dem er für 50jährige aktive Sängertätigkeit die Goldene Sänger-Ehrennadel überreichte. Der Jubilar war von Seiten des Vereins mit einem Geschenk bedacht worden. Ein Vertreter des Gesana- vereinsLiederkranz" Gundershaim (Rheinhessen), mit dem der Jubiläumsverein durch freundschaft­liche Beziehungen verbunden ist, überreichte dem Verein eine Fahnenschleife. Sodann überreichten Frl. Henß und Frl. Bell off dem Vertreter des Sängergaues 12, Berufsschullehrer Geng- nagel, das im Festzug mitgeführte neue Ver­einsbanner, das nach Der Weihe von Orts­gruppenleiter Hof dem Verein übergeben wurde mit einem Hinweis auf die hohe Bedeutung der Fahne. Bürgermeister Schwalb hielt dann eine Ansprache über die kulturelle Bedeutung des deut­schen Liedes. Am Schluß dieser Feier wurden die Mitglieder Heinrich Harbach II., Wilh. Diet­rich, Friedrich Hahn und Heinrich Stein III. zu Ehrenmitgliedern ernannt. Anschließend wurde der Marsch zu den Festhallen auf Dem Sportplatz fortgesetzt, wo sich viele Volksgenossen einfanden und dadurch ihre Verbundenheit mit dem Verein bekundeten. Der Nachmittag brachte noch schöne Gesangsvorträge der Gastvereine und ließ alle Be- sucyer einige genußreiche Stunden verleben.

Das Volksfest am Montag nahm den gewohnten Verlauf, jedoch mußte das vorgesehene Jugendfest der beiden obersten Schulklassen, das turnerische und sportliche Darbietungen bringen sollte, wegen des Regenwetters ausfallen.

Landkreis Gießen.

$ Alten - Buseck, 1. Juni. Die Ortsgruppe Alten-Buseck der N S D A P. hielt im Rabenauschen Saale einen Schulungsabend ab. Ortsgrup­penleiter Kahl eröffnete die Versammlung und forderte die Block- und Zellenwalter auf, an einem achttägigen Schulungs-Lehrgang in Großen-Linden teilzunehmen. Dann hielt Pg. Schulrat N e b e l i n g einen Vortrag über das ThemaGleiches Blut ge­hört in ein gemeinsames Reich". Ortsgruppenleiter Kahl dankte dem Redner für den lehrreichen Vor­trag und schloß die Versammlung in der üblichen Weise.

Reiskirchen, 1. Juni. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt dieser Tage ihre ordentliche Generalversammlung ob. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit kurzem Gedenken an die im abgelaufenen Geschäftsjahre verstorbenen vier Mitglieder. Dann erstattete Kontrolleur Stumpf den Jahres- und Geschäftsbericht. Er konnte fest­stellen, daß die Spar- und Darlehenskasse einen weiteren Aufstieg zu verzeichnen hat. Dank der völ­ligen Beseitigung der Arbeitslosigkeit in Reiskirchen und Umgegend und dem Nebenverdienst der Klein- Icnidwirte, herbeigeführt durch Mangel an Arbeits­kräften, konnten sich die Spareinlagen von rund 387000. RM. des Vorjahres auf nahezu 420000. RM. erhöhen. 1161 Sparer haben ihr Geld bei der Kasse angelegt. Die Abhebungen beliefen sich auf

über 95 000. RM., die Einzahlungen auf über 128 000. RM. Die Schulsparkasse erbrachte den Betrag von 2027,20 RM.; davon entfallen auf Reis- kirchen 1382,70 RM., auf Hattenrod 644,50 RM. Der nationale Spartag erbrachte 5045. RM. Je- dem neugeborenen Kinde wird von der Kasse ein Kassenbuch mit 3. zum Geschenk gemacht, um damit gleichzeitig an den Sparwillen zu appellieren. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Kasse ihre sämtlichen laufenden Schulden tilgen. Der Umsatz im Jahre 1937 betrug 3 089 242. RM. Auch das Warengeschäft hat im Berichtsjahr gute Erfolge ge­zeigt. Der Umsatz und Vertrieb von Dünge- und Futtermitteln, Saatgut usw. betrug 41000 RM. Durch die Vermittlung der Kasse wurden 425 dz Getreide abgesetzt, die einen Wert von 8601. RM. darstellen. Um den Landwirten zur besseren Nutz­barmachung der Futtermittel, hauptsächlich Kartof­feln und (Brünfutter, zu verhelfen, sahen sich Vor­stand und Aufsichtsrat veranlaßt, eine fahrbare Dämpfkolonne anzuschaffen. Der Redner legte den Versammelten nahe, regen Gebrauch von der Ein­richtung zu machen. Dies setzt natürlich voraus, daß ein Futtersilo vorhanden ist. Gleichzeitig forderte er auf, Futtersilos zu bauen, wozu vom Staat Dau- zuschuh gewährt wird. Weiter wies der Redner auf die Benutzung der Saatgutreinigungsanlage hin. Es dürfte keinen Landwirt mehr geben, der nicht sein Saatgut reinigen und beizen lasse. Der Rein­gewinn der Kasse betrug im Jahre 1937 = 2285. RM.; er wird verteilt: 5 v. H. Dividende, 300. RM. Reservefonds, 300. RM. Betriebsrücklage und der Rest auf neue Rechnung vorgetragen. Am Schluß seiner Ausführungen forderte'der Vortragende die Mitglieder auf, weiter im guten Genossenschafts­geiste zur Kasse zu stehen. Die Bilanz wurde ge­nehmigt und dem Vorstand und Auffichtsrat Ent­lastung erteilt. Die aus dem Vorstand und Auf­sichtsrat satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder wurden wiedergewählt. In den Aufsichtsrat wurde für den in den Vorstand (durch den Tod des Vor­standsmitgliedes Wilhelm Becker II. frSigeroorbe- nen Posten) aufrückenden Ludwig Döring, Karl Stumpf II. neugewählt. Die Versammlung wurde dann in der üblichen Weise geschlossen.

Bauernspiele in Eschbach.

Ein schönes Erlebnis.

Der Buchstein festen und mit ihm über 2000 Be­sucher sahen. am Himmelfahrtstag die Erstauf­führung des nassauischen Heimatspiels um den Räuwerschelm"Schinnerhannes" von Wilhelm Reuter. Bauern und Arbeiter verwirklichten auf dieser einzigartigen Naturbühne des Usinger Landes ein Laienspiel, in dem sich echt, wahr und treu das Volk in seinem Denken, Tun und Fühlen, wie es das gute Laienspiel erfordert, selber gestaltet. Was sich da vor den prächtigen Zacken der Esch­bacher Klippen begab, das alles lebt noch in den Erzählungen der alten Nassauer Bauern weiter. DerSchinnerhannes" hat zum Spiel ein ganzes Dorf mobilisiert, und so stt das Spiel ein köstlicher Bilderbogen, in dessen Szenen die kernige Gestalt des Räube'rhauptmanns Schinderhannes, sein starker Gegner Millerfranz, die Lumpelies, das Julchen, Leidecker, Buttla, die Massenszenen der (Stiemet« schlacht mit dem Kreuznacher Markt und dem Mori- tatenfäpger mit der Drehorgel, von lusttgen und komischen Auftritten unterbrochen, an den Augen der Besucher in spannender Weise vorüberzieht.

Der nächste Aufführungstag ist der 6. Juni (2. Pfingsttag), und er verspricht jedem aus nah und fern bei einem Pfingstausflua in den Hinteren Taunus zum Besuch der Eschbacher Bauernspiele emen schönen erlebnisreichen Tag.

Rittmeister K. Haffe siegt in Warschau.

Als zweites Hauptereignis neben dem Preis der Nationen gab es am Donnerstag beim Warschauer Reitturnier den Preis der Polnischen Armee, ein Jagdspringen der Klasse S, bei dem jeder der 44 Bewerber zwei Pferde über den Kurs zu schicken hatte. Als einziger Teilnehmer bewältigte Ritt­meister K. Hasse auf Tora und Goldammer den Kurs ohne jeden Fehler und konnte für feine feine Leistung den Ehrenpreis aus den Händen des pol­nischen Marschalls Rydz-Smigly entgegennehmen.

Bahnradrennen in Giehen.

Wie bereits berichtet, findet am 12. Juni in Gießen das erste diesjährige Bahnradrennen statt. Es ist schon eine große Anzahl von Meldungen eingegangen. Der Veranstalter, die Gießener Rad­fahrer-Vereinigung, hat schon verschiedene Ver­pflichtungen Dorgenommen. Leider kann der be­kannte Kölner Fahrer Jean Schorn wieder nicht

an den Ablauf gehen. Obwohl er seine Meldung abgegeben hatte, wurde dem Veranstalter auf An­frage von der obersten Radsportbehörde in Berlin mitgeteilt, daß Schorn am 11. Juni, also am Vor­abend des Gießener Rennens, die deutschen Farben in Kopenhagen vertreten muß. Die deutsch-hollän­dische Mannschaft Klein-Hofman, die bereits zu dem ausgefallenen Rennen gemeldet hatte, konnte ver­pflichtet werden. Die beiden Dortmunder Harre- Schneider sind zwei starke Fahrer, wovon ersterer ein ausgezeichneter Spurter ist. Prinz-Frey aus Köln sind zwei Fahrer, die schon mehrmals mit 'guten Leistungen,bei den Gießener Rennen auf» warteten. Aus Frankfurt geht die bewährte Mann­schaft Gassenmeyer-Bär an den Start. Gassenmeyer ist dem Gießener Publikum kein Unbekannter, Bär konnte im vergangenen Jahre zusammen mit Linne­mann das erste Rennen siegreich beenden. Sodann wurde noch eine Hanauer Mannschaft Richter- Bassermann verpflichtet, die zu guten Leistungen befähigt ist.

Wert Äs für Parisim Entwurf".

Mit 15 Spielern nach Frankreich. / Oie Halbstürmerfrage immer noch offen.

Die Reichssportführung hat von den 22 der FIFA gemeldeten Spielern 15 Mann bestimmt, die am heutigen Freitagmorgen ab Duisburg mit Reichs­trainer Herberger die Reise nach Paris zum Vor­rundenkampf gegen die Schweiz antreten. Die 15 Erwählten" sind: Rastl (Wien), Buchloh (Berlin), Janes (Düsseldorf), Schmaus (Wien), Streitle (München), Kupfer (Schweinfurt), Mock (Wien), Kitzinger (Schweinfurt), Lehner (Augsburg), Hahne­mann (Wien), Gellefch (Schalke), Gauchei (Neuen­dorf), Szepan (Schalke), Neumer und Peffer (Wien). Wer von ihnen einen Platz in der Ländermannschaft erhalten wird, entscheidet sich erst kurz vor dem Kampf, der am Samstag um 19 Uhr im Pariser Prinzenpark-Stadion seinen Anfang nimmt.

Die Nennung der 15 Spieler läßt bereits einige Schlüsse zu, wer nun eigentlich gegen die Schweiz aufgestellt wird. Das Tor hütet b6r Wiener Raftl. Hans Jakob (Regensburg) konnte wegen privater Verhinderung nicht mitgenommen werden. Für die Verteidigung stehen Janes, Schmaus und Stteitle zur Verfügung. Der junge Münchener ist die große Entdeckung der Weltmeisterschafts - Vorbereitungs­spiele. Forsch, schlagsicher, schnell und hart arbeitete er gegen Aston Villa einmal mit Schmaus, einmal mit Janes. Ob man ihn in diesem wichtigen Spiel schon einsetzen wird, bezweifeln wir, da Janes und Schmaus nicht schlechter, Dafür aber erfahrener sind. Fest steht auch die Läuferreihe, wo man den ausgezeichneten, vor allem im Ausbau so nützlichen Wiener Mock zwischen die Schweinfurter Kampf­hähne Kupfer und Kitzinger geft f" hat. Die Be­setzung Der Angriffsreihe ist noch i vlig offen. Nur Pesser unD Gauchei haben hier bisher einen festen

Platz. Ob man Die rechte Flanke mit Hahnemann- Szepan, Lehner-Hahnemann, Lehner-Gellesch oDer Hahnemann-Gellesch bilDet und am linken Flügel Pesser-Neumer oder Pesser-Szepan spielen läßt, entscheidet sich erst in Paris. Der Den Schweizern gefährlichste Sturm wäre sicherlich Hahnemann, Szepan, Gauchel, Neumer, Pesser, Der einmal Den Vorteil eines eingespielten linken Flügels und Der Mitwirkung unseres altbewährten Mannschaftsfüh. rers Szepan hätte, Der in letzter Zeit zwar nicht in Hochform war, aber bisher noch in keinem Läüber­spiel ausfiel. Wahrscheinlicher jedoch ist, daß man sich für Lehner, Hahnemcm, Gauchel, Szepan, Pesser entscheidet.

Die beutsche Elf wirb also mit großer Wahrschein­lichkeit antreten mit: Raftl (Wien); Janes (Dussel- borf), Schmaus (Wien) ober Streitle (München); Kupfer (Schweinfurt), Mock (Wien), Kitzinger (Schweinfurt); Lehner (Augsburg), Hahnemann (Wien) ober Gellefch (Schalke), Gauchel (Neuendorf), Szepan (Schalke), Pesser (Wien) ober Neumer (Wien).

Der Schiedsrichter.

Am Donnerstagabend wurden auf einer Sitzung der Regel- und Schiedsrichter-Kommission des Fuß' ball-Weltverbandes in Paris die Schiedsrichter be­stimmt, Die Die Spiele am 4. und 5. Juni um die Fußball-Weltmeisterschaft leiten. Der Begegnung zwischen Deutschland und Der Schweiz am Samstag im Pariser Prinzenpark wirD Der Belgier John ß a n g e n u 5 als Schiedsrichter vorstehen. Langenus hat auch im Mai Die EnglänDerspiele in Deutsch' lanD gepfiffen.