Weltfinanz und Politik.
In einem Neuyorker Krankenhaus ist vor einigen Tagen ein Mann gestorben, der fünf Jahre lang in Der deutschen Politik eine verhängnisvolle Rolle gespielt Hot, der TeUhaber der Morgan-Bank, Parker Gilbert. Als dieser Mann im Herbst 1924 zum Generalagent für öie Reparationszahlungen ernannt wurde, konnte er auf eine mehrjährige Tätigkeit im Schatzamt der Vereinigten Staaten zurückbllcken. Der Mann bedeutete ein System. Fünf Jahre lang hatte die Politik der Erpressungen und der Gewalttaten geaen Deutschland ihre Orgien gefeiert Weitere Teile des . Reiches, zunächst die Ruhrhäfen und dann das gesamte Ruhrgebiet waren besetzt worden. Die deutsche Währung war auf einen kleinen Bruchteil ihres ursprünglichen Standes entwertet und die neuge« fdjaffene Rentenmarkwährung konnte nur dann von Bestand sein, wenn neue Gewalttaten von außen aufhörten. Gegen den Unverstand der Politiker wurde „die ruhige, nüchterne Sachlichkeit der Wirtschaftler^ auf den Plan gerufen.
Zwar hatten die Vereinigten Staaten von Amerika den Versailler Vertrag nicht unterzeichnet; wohl aber hatte die Regierung in Washington zuge- stimmt, daß ein amerikanischer Bürger, der General Dawes, den Vorsitz in jenem Ausschuß übernahm, dem die Neuordnung der deutschen Reparationsverpflichtungen übertragen wurde. Es erschien folgerichtig, daß auch ein Amerikaner, und zwar ein amerikanischer Finanzmann, mit der Durchführung des Reparationsplanes betraut wurde. Eine schwächliche deutsche Regierung und eine nachgiebige deutsche Volksvertretung hatten den Re- parattonsplan gebilligt, von dem alle Einsichttgen überzeugt waren, daß er sich innerhalb weniger Jahre als undurchführbar erweisen werde. Parker Gilbert war der Mann, der den Anschein erwecken sollte, als ob es möglich fei, zwei Generationen hindurch wachsende Reparattonsraten aus dem verarmten deutschen Volk herauszupressen. Als Parker Gilbert im Jahre 1930 seinen Posten niederlegte, well ein neuer Reparattonsplan, der Poung - Plan-, in Kraft treten sollte, war der Nimbus, den die internationalen Wirtschaftsführer und die Weltfinanz als Krisenärzte gehabt hatten, völlig verblaßt.
Die führenden Staatsmänner der Verbandmächte haben sich nicht von ihren Haßvorstellungen der Kriegszeit freimachen können und verfolgten ähnliche Methoden, wie sie im Krieg angewandt worden waren. Aber auch die Weltfinanz konnte nicht aus ihrer Haut heraus. Sie ist auch in den fünf Jahren, in denen einer ihrer Vertreter die Schuldeneintreibung in Deutschland besorgen sollte, ihrem Grundsatz treu geblieben, aus allem, was es gibt, Profit herauszuschlagen, aus dem Aufstieg sowohl wie aus dem Abstieg der Völker. Man hatte geglaubt, daß Parker Gilbert die genaue Kalkulation, die Gewisfenhastigkeit und Die Voraussicht eines tüchtigen Bankiers in fein Amt einbringen werde. Statt dessen hat er in das verarmte Deutschland ungeheure Milliardenbeträge von Kredit hineingepumpt und es ruhig mit angesehen, daß ein großer Teil der Deoisenbeträge nicht für den Aufbau und die Stärkung der deutschen Zahlungsfähigkeit, sondern für die Durchführung der Reparationszahlungen in fremder Währung benutzt wurde. Die deutsche Wirtschaft und zahlreiche öffentliche Organe, insbesondere Gemeinden, verschal- beten sich gegenüber dem Ausland in fremder Währung und verschlossen die Augen vor der immer dringender aufsteigenden Gefahr, daß ihnen die Rückzahlung dieser Beträge unmöglich werden würde. Parker Gilbert hat seine fünfjährige Amtsführung als Generalagent dazu benutzt, um zu der ersten Reparattonsanleihe, der Dawes-Anleihe von 1924, eine zweite Reparattonsanleihe, die Young-Anleihe von 1930, vorzubereiten, deren Unterbringung im Sparerpublikum ein großes Geschäft der Weltfinanz werden sollte. Die Schnelligkeit, mit der sich die amerikanischen Banken bemühten, die deutschen Schuldverschreibungen an das kleine Sparerpublikum weiter zu geben, beweist, wie wenig diese Bankführer von der Güte dieser Schuldpapiere überzeugt waren, und wie skrupellos sie das von ihnen eingegangene Risiko auf andere abzuwälzen bereit waren.
Der Nationalsozialismus hat den Reparationsverpflichtungen, die dem im Weltkrieg unterlegenen Reich ohne Rücksicht auf feine Leistungsfähigkeit auferlegt waren, von Anfang an in kompromiß- loser Gegnerschaft gegenübergestanden. Die Zeit der Amtsführung Parker Gilberts war reich an erniedrigenden Situationen für Reichsregierung und Volk. Unter dem Vorgeben, die Reparationsrechte der Derbandmächte zu schützen, richtete Parker Gilbert in seinen Halbjahresberichten scharfe Krittk nicht nur gegen einzelne Finanzmaßnahmen der deutschen Regierung, sondern gegen die Einrichtung der Steuerüberweisungen überhaupt. Er verdächtigte diese in der Verfassung festgelegten und durch den Reichsaufbau bedingten Ueberroeifungen aus der Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer als entbehrliche „Geschenke" des Reichsfiskus an andere öffentliche Organe. Es.wird für alle Zeiten einer der dunkelsten Punkte in der deutschen Geschichte bleiben, daß wir uns länger als ein halbes Jahrzehnt die Diktatur eines Vertreters der internationalen Finanz gefallen lassen mußten.
Das Experiment, die Wirtschaft zur Leiterin der Politik zu machen, einem internationalen Bankier die Neuordnung der Welt anaunertrauen und damit auf die Bahn eines gefunden Aufstiegs zurück- augelangen, ist v'öllig f e h l g e s ch l a g e n. Der deutsche Nattonalsozialismus hat die Befugnisse in Staat und Volk wieder zurechtgerückt. Nicht einmal die Wirtschaft und die Finanz des eigenen Landes sind befähigt und berufen, eine führende Rolle in der Polittk zu spielen. Der Vertreter einer internationalen Finanzgruppe als politischer Reformer ist nichts anderes als die Berufung des Bocks zum Gärtner. Immerhin haben die Jahre 1925 bis 1930 das eine Gute gehabt, daß sich fein vernünftiger und anständiger Mensch mehr etwas von der Berufung internationaler Finanzgrößen zu Weltverbesserern versprechen kann. Cr.
Reicksaussckuh
für dasgemeinnühiaeWobuungswesen.
Berlin, 2. Mörz. (DNB.) Zu Mitgliedern des bei dem Reichsarbeitsmini st erium gebildeten Reichsausschusses für das gemeinnützige Wohnungspiesen hat der Reichsarbeitsminister berufen: Staatssekretär Däuser in München (Vorsitzender). Verbandsführer W a ll n e r, Derbantis- führer des Verbandes Bayer. Wohnungsunternehmen und Geschäftsführer der Bayerischen Heimstätte GmbH. München, Geschäftsführer der Ostpreußifchen Heimstätte Riepe in Königsberg i. Pr., Stadtrat a. D. Pfeil in Berlin, Professor Knipping in Darmstadt, Geschäftsführer einer Baugenossenschaft Ritterbufch in Harburg-Wilhelmsburg, Ge«
Das Modell der Deutschen Blmakademie.
Am 4. März wird Reichsminister Dr. Goebbels in Babelsberg bei Berlin den Grundstein für die Deutsche.Filmakademie legen. Unser Bild zeigt das Modell. Der Entwurf stammt von dem Architekten Otto K o h tz. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Des Führers Besuch in Rom.
Der Quirinal In Rom, die Residenz des Königs, in der auch der Führer bei feinem Besuch Wohnung nehmen wird. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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schäftssührer einer Baugenossenschaft D i ttrich in Schweidnitz, Stadtrat Harbers in München.
Das Studium der Pharmazie.
Berlin, 2. März. (DNB.) Die neue Prüfungsordnung für Apotheker hat eine Reihe neuer Ausbildungsfächer vorgeschrieben. Die Vertiefung der Ausbildung hat eine Erweiterung der Studienzeit für das Pharmazie- Studium von vier auf sechs Halbjahre zur ffölge. Da die Verhältnisse an den pharmazeutischen 3nftituten der Universitäten und Hochschulen augenblicklich zum Teil so sind, daß sie den gesteigerten Anforderungen des pharmazeutischen Studiums auf der Grundlage der neuen Prüfungsordnung nicht gewachsen sinv, machte es sich notwendig, vorhandene pharmazeutische Universitätsinstitute auszubauen und die zur Zeit anderen Jnsti- tuten lediglich angegliederten pharmazeutischen Abteilungen zu selbständigen Instituten au erheben. Die erforderliche Konzentration Der vorhandenen Mittel läßt die Schließung einiger Institute nicht umgehen.
Der Reichserziehungsminister hat daher angeordnet, daß vom 1. April 1938 ab die pharmazeutischen Institute bzw. Abteilungen an den folgenden Universitäten und Hochschulen, soweit erforDer« lich, auszubauen und zu verselbständigen sind: Universität Berlin, Breslau, Frankfurt, Kiel, Königsberg, Marburg, Münster, Erlangen, München, Freiburg, Tübingen, Leipzig, Jena, Technische Hochschule Braunschweig. In Fortfall kommen daher am 1. Oktober 1938 die pharmazeutischen Institute bzw. Abteilungen: an den Universitäten Bonn, (Böttingen, Greifswald, Halle, Würzburg, Heidelberg, an der Universität Gießen und der Technischen Hochschule Darmstadt, an den Universitäten Rostock und Hamburg. Das pharmazeutische Studium ist also vom 1. Oktober 1938 ab nur noch an den oben aufgeführten Hochschulen möglich, an denen ein pharmazeutisches Institut bestehen bleibt.
Pfarrer Niemöller zu sieben Monaten Festungshaft verurteilt.
Berlin, 2. März. (DNB.) Am 7. Februar be- gann vor dem Berliner Sondergericht ein Prozeß gegen den Pfarrer Martin Niemöller aus Berlin- Dahlem wegen Gefährdung des öffentlichen Friedens, Kanzelmißbrauchs und Anreiz und Aufforderung zu Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen der Reichsregierung. Der Angeklagte wurde am 2. März wegen fortgesetzten Vergehens gegen § 31a Absatz 1 StGB, z u sieben Monaten Fe- st u n g s h a f t und wegen eines Vergehens gegen § 4 der Verordnung vorn 28. Februar 1933 zu einer Geldstrafe von 500 Mark sowie wegen eines weiteren gleichen Vergehens, teilweise in Tateinheit mit Vergehen gegen § 130a Absatz 2 StGB, zu einer Geldstrafe von 1500 Mark, im Nichtbei- treibungsfaüe zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten, verurteilt.
Oer Altherrenbund der deutschen Studenten.
M ü n d) e n , 2. März. (DPB) Die NSK. meldet: Die Einigung des gesamten Altherrentums im Altherrenbund der deutschen Studenten (NS.-Studentenkampfhilfe) hat in der letzten Zeit erfreuliche Fortschritte gemacht. Im ganzen Reich Haden, sich die Altherrenvereinigunaen mit we- ntgen Ausnahmen zu neuen Altherrenschasten zu- sammengeschlossen Um nun die Neubildung von Altherrenschasten einem Abschluß zu bringen, hat
der Reichsstudentenführer Dr. Scheel folgende Bekanntgabe veröffentlicht:
„Nachdem durch den Erlaß des Stellvertreters des Führers vom 14. Mai 1937, durch Aufrufe der Gliederungen und der Berufsverbände, durch Kundgebungen und Ausführungen in der Presse die Oeffentlichkeit über die Ziele des Altherrenbundes der deutschen Studenten eingehend unterrichtet
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(BAYER) k e y \r/
wurde, bestimme ich: Altherrenvereinigungen ehemaliger Korporationen, die bis zum 15. Mai d. I. über ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit im Rahmen einer Altherrenschaft des Altherrenbundes der deutschen Studenten keine bindende schriftliche Erklärung an den zuständigen Gaustudentenführer abgegeben haben, werden nach diesem Zeitpunkt zur Mitarbeit im Altherrenbund der deutschen Studenten nicht mehr herangezogen werden. Verhandlungen mit diesen Altherrenvereinigungen finden ab 15. Mai nicht mehr statt."
Der Tarnowitzer Wanderdnnd-prozefi
DasApPellationsgericht bestätigt die harten Strafen der ersten Instanz.
K a 11 o m i tj, 2. März. (DNB.) Vor dem Apella- tionsgericht in Kattowitz kam der Tarnowitzer Wanderbundprozeß zur Verhandlung, in dem 41 jugendliche Deutsche aus Kattowitz, Tarnowitz und Umgegend wegen angeblicher Geheim- bündelet angeklagt waren. Die Angeklagten waren Mitglieder inzwischen verbotener deutscher Jugendoereine. Der Staatsanwalt erblickte das Dorliegen der „Geheimbündelei" darin, daß die Vereine untereinander organisatorische Verbindungen sowie Untergliederungen^ gehabt hätten, die vor den Behörden geheimgehalten worden seien. Ebenso sei politische Erziehungsarbeit gleichfalls im Geheimen geleistet worden. Das Tarnowitzer Burggericht hatte die beiden Hauptangeklagten Horn und Freier zu je zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 25 Angeklagte erhielten geringere Gefängnisstrafen, während sieben Angeklagte zur Unterbringung in einer Erziehungsanstalt verurteilt wurden. Keinem wurde eine Bewährungsfrist zugebilligt, obwohl alle noch unbestraft sind und in jugendlichem Alter stehen.
Das Kattowitzer Appellationsgericht hat nun die in erster Instanz ergangenen Urteile in oollem Um. fange betätigt, da sich die Angeklagten eines schweren Verbrechens schuldig gemacht hätten und dementsprechend hart bestraft werden müßten. Mit Rücksicht darauf, daß ein Teil der An- geklagten außer Landes gegangen sei, habe das Ge- richt keinerlei Anhaltspunkte für die Bewilligung einer Bewährungsfrist gefunden. Ge en dieses strenge Urteil wird Revision eingelegt werden.
Italien trauert um d'Annunzio
Gabriele d'Annunzio. — (Scherl-M.)
Mailand, 2. März. (DNB.) Mussolini traf in Begleitung der Minister Graf Ciany, Starace, Alfieri und Benni in dem 23ib tonale in Gardone ein, wo d'Annunzio in einem mit den ruhmreichen Zeichen seiner kriegerischen Taten ausgeschmückten Raum aufgebahrt liegt. Mussolini verweilte eine Zeitlang an der Bahre des Dichters. Ganz Italien steht im Zeichen des Todes von d'Annunzio, den der Akademische Rat der Königlich Italienischen Akademie in einer Botschaft als den „Seher der imperialen Größe-^Jta- liens" und als „einen Meister der revolutionären Tat auf allen Gebieten" verherrlicht. Die Sitzung der Kammer wurde vom Präsidenten Graf C i a n o zum Zeichen der nationalen Trauer vertagt. In Rom tragen die öffentlichen Gebäude und viele Privathäuser die Fahnen agf Hcklbmast. Die italienische Presse verherrlicht den verstorbenen Dichter als Wegbereiter des Faschismus. D'Annunzio habe als erster Dichter dem Volk wieder den Traum seiner Berufung zu neuer nationaler Größe erweckt und damit seine alten Tugenden wachgerufen, damit es wieder zu dem Ruhm des antiken Rom emporsteige. Für d'Annunzio wurde ein Staatsbegräbnis angeordnet. An ihm wird der König von Italien und Kaiser von Aethioffien durch den Herzog von Bergamo vertreten sein.
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Der Führer und Reichskanzler hat anläßlich des Todes Gabriele d'Annunzios dem italieni- Id)en Regierungschef Mussolini telegraphisch sein Beileid ausgesprochen.
Der deutsche Friede.
Staatsrat Dr. Zury im österreichischen Rundfunk.
Wien,' 3. März. (DNB.) Der stellvertretende Bundesleiter des Volkspolitischen Referats im Amt des Frontführers, Staatsrat Dr. Hugo Jury, sprach im österreichischen Rundfunk. Er führte aus: Wenn ich heute als Nationalsozialist über die Sentier Oestereichs spreche, so geschieht dies im Sinne des ti e u t f ch e n F r ie d e n s vonBerchtes- gatien. Uns österreichischen Nationalsozialisten steht nun die volle Mitarbeit in Oesterreich frei. Wir werden in allen verfassungsmäßigen Einrichtungen Gelegenheit zu friedlicher Aufbauarbeit finden im Bewußtsein der vom Bundeskanzler und Frontführer verkündeten deutschen Sendung unserer Heimat und des gesamtdeutschen Weges unseres felbftäntiigen Vaterlandes bekennen wir uns feierlich zu einem deutschen Oesterreich, das feine deutsche Sendung als Ostmark des deutschen Gesamtvolkes erfüllt; zu einem christlichen Oesterreich, das nicht im alten Sinne parteigebunden oder einer Konfession ausschließlich verpflichtet ist, sondern zu einem Ehn- ftentum der Tat, Gesinnung und Haltung verpflichtet, zu einem ständisch' gegliederten unter autoritärer Führung stehenden Oesterreich. Entscheidend ist zähe und nimmermüde Arbeit, die Disziplin, die Haltung und der Einsatz im grauen Kamps der Alltagsarbeit. Anstelle geheimer Zusammenkünfte trete nun das volle offene mannhafte Bekenntnis zu unserer Idee und das politische Wirken im Rahmen des verfassungsmäßigen staatlichen Willensträgers, der Vaterländischen Front.
Minister Seytz-Jnquart in Graz.
Wien, 2. März. (DNB.) Buntiesminister für Inneres und SicherheitswefeN, Dr. Seyß-Jn- q u a r t, weilte in Graz. In einem Kommunique heißt es: In Besprechungen mit Vertretern des Volkspolitifchen Referates und führenden Mitgliedern der nationalsozialistischen Bewegung wurde der Weg für die nächste Zukunft klar, eindeutig und zufriedenstellend festgesetzt. Besonders wurde das Gebiet des freien weltanschaulichen B e - kenntnisses besprochen. Es wurde festgesetzt, daß das Tragen von Hakenkreuzabzeichen und der Gruß „Heil Hitler^ im privaten Leben jedem einzelnen freigegeben ist.
Neichsamtsleiter Dr Adolf Staflnerf
Berlin, 2. März. (DNB.) Nach kurzer Krankheit ist der Reichsamtsleiter der NSDAP, und Leiter des Schulungsamtes der DA F., Pg. Dr. Adolf Wagner, im Alter von 45 Jahren gestorben. Reichsorganisationsleiter Dr. Lcy würdigt ihn als einen Mitarbeiter, „der mit glühendem Herzen unserem Führer und unserem Volk gehörte und die ihm übertragenen Aufgaben mit kämpferischer Entschlossenheit tiurchtührte".
Als Sohn eines alten Bauerngeschlechtes wurde Reichsamtsleiter Dr. Wagner 1892 in Wiesbaden geboren. Das Studium erkämpfte er sich als Werkstudent. Am Weltkrieg nahm er als Kriegsfreiwilliger teil. 1931 wurde er Gausachbearbeiter für Handwerk und Handel i in Gau H e stfe n - N a s s a u, 1932 Gauredner und Schulungsleiter der Gaue Hessen-Nassau und Kurhessen. Dom Dezember 1932 bis Februar 1934 war er Kreisamtsleiter in Marburg a. ti. Lahn. Hier promovierte er zum Dr. phil. Im März 1934 wird ihm die Leitung der Schulungsburg Wannfee übertragen und im September 1934 die Haupt st eile Schulung im Hauvtamt Handwerk und Handel. Das Reichsschulungs- a m t der DAF. leitete er feit Mai 1936. Nebenamtlich war er Dozent an der Universität und später auch an der Wirtschaftshochschule in Berlin. Seine Ernennung zum Amtsleiter der NSDAP, crfolgtq 193Z


