Ausgabe 
3.3.1938
 
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Donnerstag, 5. März 1958

Nr. 52 Erstes Matt

188. Jahrgang

13 elementare AustnloungsanMiren jur tfiieger. Seit April 1935 feien 4500 Flugzeugführer und |

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London, 3. Mürz. (DNB. Funkspruch.) Die ge­samte Londoner Presse steht unter dem Eindruck der Rüstungs^Denkschrift.Times" kommt zu dem Ergebnis, daß die Endsumme des kommenden eng­lischen Haushaltes etwa 11172 Millionen betragen werde. Dazu kämen dann noch 1080 Millionerr Mark für Verteidigungszwecke, die aus der Anleihe gedeckt werden. Gegenüber dem Vorjahre bedeute das eine Zunahme um mehr als 823 Mil­lionen Mark. DieTimes" erklärt, mit der be­schleunigten Fertigstellung neuer Flugzeugträger, Kreuzer und kleinerer Fahrzeuge weise die englische Flotte bei ihrem heutigen Stande bereits eine e i n- drucksvolle Ueberlegenheit auf. Die Luftflotte habe schon ein Niveau erreicht, auf dem sie sich mit jeder anderen verglei­ch e n könne. Die am wenigsten befriedigenden Maß­nahmen seien die der Luftabwehr, von der die Sicherheit des gesamten Verteidigungsplanes in feinen Grundlagen abhänge.

Daily Telegraph" spricht die Vermutung aus,

lichnach Maßgabe seiner späteren Erklärun- gen". Der frühere stellvertretende Auhenkom- missar Krestinski erklärt jedoch als einziger mit leichenblassem Gesicht, aber entschieden: Ich bin kein Trotzkist, ich bin kein Verbrecher, ich habe niemals etwas mit den N a ch- xichtendiensten auswärtiger Mächte

Heue Steuern unvermeidlich

Oie britische presse zur Aufrüstungsdenkschrift

40 000 Mann zur Ausbildung angeworben worden. Auch die Ausbildung der Reserve sei befriedigend.

Tankbataillone: Von den vorgesehenen vier neuen Jnfanteriebataillonen und zwei neuen Tankbataillonen seien bereits zwei neue Jnfanterie- bataillone und ein Tankbataillon ausgestellt.

U e b e r s e'e g arnisv n e n: Gewisse Uebersee- Garnisonen seien verstärkt worden. Andere Verstär­kungen seien beabsichtigt, und die" Verteidigungsan­lagen der britischen Ueberseestützpunkte seien Der»

Tlad) Verlesung dieses ungeheuerlichen Do- kuments befragt der Verhandlungsleiter die Angeklagten einzeln, ob sie sich entsprechend dem Material der Voruntersuchung ats schul­dig bekennen. 19 der Angeklagten ant­worten darauf bejahend; Bucharin erklärt sich gleichfalls für schuldig, jedoch ledig-

Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer

Kis8'/,UhrdesVormittags

Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm «Breite 7 Rps., für Text­anzeigen von 70 mm Breite 50Rpf.,Platzvorschrift nach Dort) Vereinbg.25°/» mehr»

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen--, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei­gen, Bäder-, Unterrichts- u» behördliche AnzeigenbRpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Macht der Sowjetunion, Niederlage und Zerstücke­lung der Sowjetunion durchzuführen. DerBlock der Trotzkisten und Rechtsoppositionellen" habe mit diesen Staaten einAbkommen" geschlossen, dem­zufolge die Mitglieder des Blocks einstweilen Spio­nage, Terror und Sabotage betreiben sollten, um gegebenenfalls durch d i e bewaffnete In­tervention dieser Staaten zur Macht zu gelangen, wobei dieAngreifer" mit Teilen des sowjetischen Territoriums entschädigt werden hollten. (!) Trotzki habe seit 1921 mit der deut­schen Geheimpolizei als deren Agent m Verbindung gestanden und seit 1926 mit dem englische^ Nachrichtendien st.

Rykow und Bucharin hätten, gemäß den Weisungen Trotzkis, die Radek ihnen übermittelt haben soll, einebewaffnete In v a f i o n auswärtiger Mächte" vorbereitet in der Absicht, diesen a l s K a u f p r e i s W e i ß r u ß- land und die Ukraine, ferner tue kaukasi­schen und mittelasiatischen Sowjet­republiken (letztere unter dem Protektorat Eng­lands) auszuliefern. Zu dem Zweck, die militärische Macht der Sowjetunion zu untergraben, hatten die Leiter desBlocks" mit Tuchatschweskl und den übrigen bereits erschossenen Generalen z u - sammengearbeitet.

Wiederum auf Anweisung Trotzkis und des be­reits vor einem Jahre erschossenen Piatakow hatte sich derBlock" die Aufgabe gestellt, die führenden Sowjetpolitiker, vor allem Stalin, Molo-

daß der Schatzkanzler Sir John Simon wohl eine neue Steuer einführen müsse, um die im Haus­halt noch fehlenden 600 Millionen Mark zu decken. Die Tonnagezahl der im Bau befindlichen Kriegsschiffe sei jetzt viermal so groß wie bei Beginn des Rüstungsprogramms. Auch von der Luftflotte könne man sagen, haß die unvermeidlichen Schwierigkeiten größtenteils überwunden feien und die Produktion schnell zunehme.

Daily Mail" bemängelt ein Zurückbleiben bei der Anlage von S ch at t e n f a b r i ke n für die Luftwaffe und bei der Aufstellung der zweiten Luftabwehr-Division. Den Luftschutz nennt sie eineFata Morgana". Es sei Zeit, daß er endlich praktisch aus den Straßen und in den Häusern durchgeführt werde. Die Lebensmittelver­sorgung in Krisenzeiten nehme einen hervor­ragenden Platz unter den in Vorbereitung befind­lichen Plänen ein. Das Blatt erklärt, daß bis zum Jahre 1939 die Rüstungsausgaben mehr als 18 Milliarden Mark ausmachen würden.

Luftwaffe: Neue Flugzeugtypen werden den Geschwadern jetzt schneller geliefert als bisher. Die Lieferungen erfolgen in zufriedenstellender Weife und die Anzahl verschiedener Modelle werden ständig vermindert. Sechs Schattenwerke für Flugzeugmotvren hätten die Herstellung auf- genommen, zwei weitere würden in wenigen Wochen die Arbeit aufnehmen und ein drittes im Laufe des Jahres eröffnet werden. Außerdem fei die Arbeit in anderen Schattenwerken für Propeller und Vergaser aüfgenommen worden. Neun­undfünfzig neue Flugplatzgelände eien seit Beginn des Aufrüstungsprogramms auf» gekauft worden, von denen 30 bereits besetzt eien, während bereits bestehende Flugplätze ausge-

Oer erste Tag -es Moskauer Gchreckeusprozeffes

Oie Angeklagten bereits in -er Voruntersuchung völlig zermürbt. Ungeheuerliche Anschuldigungen gegen auswärtige Mächte. Oie GPLl. selbst ermordete Kirow.

Englands gewaltiges Aufrüstungsprogramm.

Erhebliche (Steigerung -er Rüsiungsausgaben.Denkschrift über den Stand der Aufrüstung

baut worden feien.

Rekruteneinstellungen: Die Anwerbun­gen in der Flotte stiegen ständig. Jrn Jahre 1937 seien 10 000 Mann angeworben worden, was die vorgesehenen Ziffern um 25 v. H. übersteige. Für 1938 erwarte man ein Anwachsen um 7000. Bei den Anwerbungen f ilr das Landheer sei 1937 ein Bestjahr für die Territorialarmee gewesen. 45 320 Rekruten seien angeworben, die Territorial­armee sei um 17 690 verstärkt worden. Das gleiche gelte für die Luftflotte. Fliegerschulen seien von vier auf 11 erhöht worden, außerdem gebe es 13 elementare Ausbildungsanstalten für Flieger.

bessert worden.

Luftschutz: Die Heimatluftflotte fei wahrend des vergangenen Jahres auf 123 Geschwader gegen 53 im Jahre 1934 erhöht word'en, die zwei Flak- divisionen seien verstärkt und neue Flakgeschütze würden in Kürze eingesetzt werden. Auch die Bal­lonsperre sei erfolgreich begonnen worden. Auf dem Gebiete des Luftschutzes - für die Zivilbevölkerung seien neue Schulen errichtet worden und Bezirksin­spektoren eingesetzt. Gasmasken für die Zivilbe- oölkerung seien bereits in großem Ausmaß vorhan­den; man hoffe bis Ende -dieses Jahres Gasmasken für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung zu haben. 2500 Luftschutzfeuerspritzen seien in Auftrag gegeben. Alle Vorkehrungen seien getroffen, um die Leb ensmittelzu fuhr und Lebensmittelver­teilung im Notfälle sicherzustellen. Das gleiche gelte für die O e l v e r s o r g u n g im Notfälle.

fort. Krestinski habe ihm 1934 die Direktive ge­geben,die normalen diplomatischen Beziehun­gen zwischen Deutschland und der Sowjetunion zu sabotieren", dagegen geheime Be­ziehungen mit den nationalsozialistischen Partei- 1 stellen aufzunehmen (!!). Auch das b e ft rei­tet Krestinski ganz energisch. Er erklärt: meine Geständnisse während der Vorunter­suchung habe ich unfreiwillig gemacht. Ich habe unrichtige Aussagen abgegeben, um überhaupt auf diese Anklagebank zu kom­men und um dann die Wahrheit sagen zu können!"

Jetzt müssen Rosengoltz und Grinko auf Drängen des Staatsanwalts bestätigen, daß Krestinski Trotz­kist und Landesverräter sei. Krestinski be- treitet beharrlich alles weiter, und als Bessonow Einzelheiten der angeblichen Be- gung Krestinskis mit Trotzki in Meran zum besten gibt, erklärt Krestinski bissig, Bessonow gebe da nur seine, Krestinskis, falschen Geständ­nisse wieder!

Bessonow behauptet, bereits im Jahre 1933 auf Verlangen des trotzkistischen Blockes mit national­sozialistischen Polittkern (!!) in Fühlung getreten zu sein, denen er als Gegenmaßnahme für die Unterstützung der trotzkisttschen Opposition in der Sowjetunion di e Sowjetukraine ange­boten haben will! EinAbkommen" der trotzki­stischen Opposition mit Deutschland zwecks Be­schleunigung des Krieges gegen die Sowjetunion müsse, so hätten Trotzki und Krestinski immer wieder erklärt,forciert" werden. Dieselbe Ansicht hätten die militärischen Hochverräter um Tuchatschewski vertreten. Damit ist Bessonow mit seinen phanta­stischenGeständnissen" am Ende. Krestinski erklärt noch einmal mit allem Nachdruck die Erklärungen Bessonows für falsch.

Noch weitereSchädlinge" in Reserve.

Die GPU. hält noch fünf ehemalige Volks­kommissare für neuen Schauprozetz bereit.

Der frühere Finanzkommissar Grinko zeigt sich fo willfährig, daß der Staatsanwalt dem Strom feinerGeständnisse" während zweier Stunden freien Lauf lassen kann. Lr ist so un­erschöpflich in seinen Selbstbezichtigungen, daß ihn bald der Staatsanwalt, bald der Gerichts- vorsihende zur kürze mahnen muh! Alle die notorischen , Mißstände der fowjetrussifchen Finanzwirtschast nimmt Grinko bereitwillig auf sein Schuldkonto. Sogar die Hungerlöhne der Landarbeiter in den Kolchosen, die überall herrschende Knappheit an Waren und Bedarfs­gegenständen wird von Grinko als Folge der Wirtschaftssabotage desBlockes der Trotzkisten" erklärt.

Weiter bleibt es Grinko überlassen, den Zusam­menhang des trotzkistischen Verschwörerblocks mit der militärischen Hochverrätergruppe Tuchatschewski, Gamarnik usw. näher zu schildern. Er behauptet, daß Rykow, Bucharin, Rosengolz und Jagoda über dieVerschwörung" der Generale in­formiert gewesen seien, mit denen sie sich einig ge­wußt hatten. Besonders erheiternd wirkt die Tat­sache, daß die Prozeßregie es für notwendig er­achtet, dem Hochverräter und Spion Grinko auch eine außenpolitische Erklärung in den Mund zu legen. Auf ein Stichwort des Staatsan­waltes hin hat Grinko mit lauter Stimme zu er­klären, daß der trotzkistifcheBlock" sich feit 1934 scharf ablehnend z u dem sowjetischen Pakt mit Frankreich verhalten habe. Die Trotzkisten hätten mit Enttäuschung erkannt, daß

Moskau, 2, März. (DNB.) Der Prozeß gegen die 21 Mitglieder >en es sagen- haften re cht s o p p o sitl° n elle n trotzkist,. fche »Blocke s" begann im-Blauen Saal des Moskauer GewerkschaftshaUses, das W°" Dolitifdien Schauprozessen alsGerichtsstatte ge dient hat. Der Saal war fast angefullt mit Agen- ien und Funktionären der GPU. Jrn übrigen woh- neu bet Verhandlung nur ungefähr 20 Vertreter der Auslandspreise und emrge auswärtige Diplo- muten bei. Hinter grünen Vorhängen, die die art dn r Snatoanb befindlichen Logen verdecken, ver­mutet man di- maßgeblichen Sowie gewaltigen, die sich wohl das bevorstehend- Schau,p.el mcht en - neben lassen wollen. Unter Bedeckung von bemaff. neten GPU.-Soldaten werden die 21 Angeklagten -ten -pal geführt. Die Anklagebanke sind durch ^- Lckranke abgesperrt, vor der GPU.-Soldaten mll gezogenem 'Bajonett Wache halten Die Ange- Nagten - selbst ehemals so oft im Vordergrund ftehenSe Figuren wie Bucharin, Rykow, Jagoda und Stettin,ti- sind kaum w i - d e r z u e r k e n n e n. Buchar n und Rykow machen einen v o l l t g n i e« berg ebrochenen Eindruck. Der Gestchlsaus- druck der Angeklagten zeigt Spuren lurchlbarer Zer- ^!>",rbuna Die Schrecken der monatelangen Hast sich nicht verleugnen. Die Jammergestalten, die au den Anklagebänken Platz nehmen, zeigen dasselbe Bild völliger Willenlosigkeit und'-; e r m ü r b u n g. Auch Jagoda der frühere ütrmn*fiae GPU.-Chef ist ergraut und völlig nie- £ ä ta Su J nach 12 Uhr erscheint der Oberste RHnkanroait Wyschenski. Der Armee,urlst Zlrch«örtet als Vorsitzender des Militär,r.bu- U i 2. Ktano Darauf wird die umfangreiche L°n k? g k'Vesen, beLn Lektüre zwei volle Stunden in Anspruch nimmt.

Sie Anklageschrift.

ornfrnrtttiririft beginnt mit der Feststellung, dak ämMche'AL-lagl-n -inen » -, ch w o r e r ;

». halten

W, 'm ^^^®ironage ju betreiben, ferner Ltag-, Ärar Untergrabung der militärischen

Z u t u N g e h a d t." Die Erklärungen Krestin- ! ski wirkten auf Staatsanwalt und Gericht er- j sichtlich wie eine Bombe, um fo mehr als ein erheblicher Teil der soeben verlesenen Anklage- ! schrift auf angeblichenGeständnissen" Krestin- skis aufgebaut ist. Rach dem Wert dieserGe- I ständnisse" befragt, erklärte Krestinski weiter mit fester Stimme:Ich widerrufe meine sämtlichen während der Voruntersuchung proto­kollierten Angaben." Krestinski erklärte, er habe seine Geständnisseunfreiwillig" ab­gelegt.

Der frühere Botschaftsrat der Sowjetbotschaft in Berlin, Bessonow, beginnt dann mit einer ausführlichen Darlegung feinerVerbrechen". Bes­sonow hat sich selbst als der hauptsächlichste Ver­bindungsmann zwischen Trotzki und dessen Anhänger in der Sowjetunion, Pjatakow und Kre­stinski hingestellt. Besonders will er von dem scho/r vor Jahresfrist Hingerichteten Pjatakow bereits seit 1932 beträchtliche, als sowjetischen Staatsmitteln ent­wendete Geldsummen erhalten haben, die er an Trotzki und dessen Sohn Sedow zu Agitations­zwecken übergeben habe. Ferner behauptet Besso­now im Herbst 1933 eine Zusammenkunft zwischen Krestinski und Trotzki in Meran vermittelt zu haben. Kr e ft i n f f i erklärt mit fester Stimme:Bessonows Behaup­tungen sind falsch!" Auf die Frage des Staatsanwalts, warum Krestinski denn während der VoruntersuchungGeständnisse" gemacht habe, die mit den Erklärungen Bessonows übereinstimm­ten, schweigt Krestinski bedeutungsvoll, so daß der Staatsanwalt Wyschinski rot vor Zorn und Ver­legenheit nur noch bemerken kann:Da ich keine Antwort höre, habe ich auch keine Frage mehr an den Angeklagten Krestinski zu richten."

Bessonow fährt darauf mit seinem Redeschwall

Die erste Sensation. - Krestinski pariert nicht.

Oer ehemalige Berliner Sowjethotschafter zerreißt das Konzept der Anklage.

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London, 3. März. (DNB.) In London wurde der Vorschlag für den st u n g s h a u s h a l t des 1 kommenden Finanzjahres veröffentlicht. Er wird mit ' 343,25 Millionen Pfund (etwa 4,3 Milliarden RM.) I für alle drei Wehrmachtsteile angegeben und über­steigt fomit denjenigen des abschließenden Finanz­jahres von 278,25 Millionen Pfund beträchtlich. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß mit einer E r - Höhung der Rüstungshaushalte für das Finanzjahr 19 3 9/40 zu rechnen fei. Die Ausgaben in den kommenden Jahren hin­gen von Umständen ab, die man nicht voraus- sehen könne, insbefonbere von dem Erfolg, den Die britische Regierung in ihren Bemühungen um eine Entspannung der internationalen Lage haben werde. Man müsse somit erwarten, daß die Rüstungsausgaben in den fünf Finanzjahren 1937 bis 1941 die ursprünglich vorgesehene Grenze von 1,5 Milliarden Pfund (etwa 18,75 Milliarden RM.) Überschreiten werden.

In dem Bericht über den Stand der briti­schen Aufrüstung wird angeführt:

R ü-ft ungenierte: Eine Anzahl neuer Werke seien ins Leben gerufen worden, andere würben gebaut, bereits bestehende ausgebaut. Es habe Schwierigkeiten und Rückstände in ge­wissen Lieferungen gegeben. Im großen und ganzen sei der Fortschritt zufriedenstellend und die Rü­stungsherstellung steige schnell.

F'l o 11 e : Wie schnell die Stärke der britischen Flotte erhöht werde, gehe aus folgenden Angaben über die Tonnageziffern hervor: 1. Januar 1935 rund 139 000 Tonnen auf Kiel, 1. Januar 1936 282 000 Tonnen auf Kiel, 1. Januar 1937 = 376 000 Tonnen auf Kiel, 1. Jan. 1938 = 547 000 Tonnen auf Kiel. Für das kommende Finanzjahr 1938/$) erwarte man, daß 60 neue Einheiten der verschiedenen Klassen in Dienst gestellt werden könnten, was eine (3 efamtton nage von über 130000 Tonnen ausmache. Das Flot­tenbauprogramm 19 3 8 sehe folgende Kiel­legungen vor: zwei Großkampfschiffe, ein Flug­zeugmutterschiff, vier Großer Kreuzer, drei Kleine Kreuzer, drei U-Boote, drei Minenleger, zwei Fluß- fanonenboote, ein Zerstörerbepotboot, ein U-Boots- Depotschisf, ein Repciraturschisf für Flugzeuge, ein weiteres Reparaturschiff, Deckboote, Motortorpebo- boote unb weitere kleine Einzelheiten Die Mober- nifierung ber bestehenben Einheiten werbe gründlich fortgesetzt. Ein Großkampfschiff fei beenbet unb brei weitere befänben sich gegenwärtig im Umbau.

Lanbheer: Die notmenbige Kriegsmate­rialreserven würben im großen Ausmuß auf- aestapelt. Die Pläne für moberne Herstellungs- metijoben fast aller hauptsächlichen Rüstungs- unb Ausrüstungsgegenstänbe seien bereits vollenbet bzw. stäuben vor der Vollenbung.

tarn, Woroschilow u. a., durch Terrorakte zu fettigen. Das erste Opfer des Terrors sei der im Jahre 1934 in Leningrad dem bekannten Atten­tat zum Opfer gefallene Kirow gewesen. Bei dem Attentat gegen Kirow sei kein anderer als I a - goda als Organisator beteiligt gewesen. Jagoda habegestanden":Ich wußte bereits zuvor von dem Attentat gegen Kirow, und zwar durch Jenu- kidse." Dieser, der im Dezember des Vorjahres nach einem Geheimprozeß erschossen wurde, habe, wse die Anklageschrift behauptet, ein gleichlautendes Geständnis" abgelegt. In diesem Punkt durfte die Anklage übrigens dem Sachverhalt nphekommey. Seit langer Zeit bestand bereits der Verdacht, daß die GPU. selbst den Kirow-Mord in Szene gesetzt habe, eine Vermutung, die übri­gens auch Trotzki schon vor Jahren in seinen Schrif­ten ausfprach. Jagoda habe ferner die Ermordung des Schriftstellers Gorki mit Hilfe der in dem gegenwärtigen Prozeß angeklagten Aerzte orga­nisiert. Mit Unterstützung des Privatsekretars Gor­kis, des Angeklagten Krjutschkow, sei Gorki von seinen Aerzten veranlaßt worden,s i ch z u erkälte n", was bei der akuten Lungenkrankheit des Schriftstellers dessen Tob zur Folge gehabt habe. Jagoda habe Kuibyschew, seinen Vorgänger in ber GPU., Menschinski, sowie ben Sohn (Sortis, Peschkow, aus dem Wege geräumt, indem er die behandelnden Aerzte zur Anwendung fal­scher Heilmethoden veranlaßt habe.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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