Ausgabe 
3.2.1938
 
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Dritter Tag derHZ.-Wintersportkämpfe

Feine. Leistungen auf dem Eise.

Nachdem es am Dienstagabend während des Iugend-Schauspringens auf der mit Tiefstrahlern hell erleuchteten kleinen Olympia-Schanze noch zu reg­nen begonnen hatte, sank in der Nacht die Tempe­ratur wieder und am Mittwochmorgen schneite es. Der Reichssportführer besichtigte daraufhin die Ab­fahrtsstrecke vom Kreuzeck und befahl, da der nasse Schnee keineswegs ideal war, kurzerhand die Ver­legung des Abfahrtslaufes auf Donnerstag.

Als gegen 9 Uhr die Sonne über dem Wetterstein erschien, ging im Olympia-Eisstadion wieder ein lebhafter Betrieb los. Im Mittelpunkt stand das Eisschnelläufen. Ueber 1000 Meter traten 17 Teilnehmer an, über die 500 Meter 30. Em prächtiger Kampfgeist beseelte die Jungen. Erneut erzielte Ludwig M o l t e r (Gebiet Franken) mit 2:16,9 Minuten für die 1000 Meter in der Klasse 1 die beste Zeit. In der Klasse 2 war Rohmann (Gebiet Ostland) über 500 Meter mit 1:15,5 Mm. der Schnellste, kann aber in der Gesamtwertung nicht berücksichtigt werden, da er am Dienstag bei den 250 Meter wegen Sturzes aufgegeben hatte. Der Dritte des Vortages, Köhler (Gebiet West­falen) führt in der Gesamtwertung, nachdem der Berliner Horst George, der Gewinner des 250- Meter-Laufes, wegen unfairen Laufens aus dem Wettbewerb gestrichen worden war.

Sehr gute Leistungen brachte das Pflicht- laufen der HI.- und DJ. - E i s k u n ft l ä u f e r. Die Pflicht galt lediglich als Ausscheidung. Vom Jungvolk überstanden alle diese Prüfung, von den Hitlerjungen schieden lediglich zwei aus, so daß 18 Jungen und Pimpfe zur Kür zugelassen werden konnten.

Spannende Eishockeykämpfe.

Stärksten Anklang fanden am Mittwochnachmit­tag wieder die Eishockeykämpfe bei der HJ.-Winter- spörtwoche in Garmisch-Partenkirchen. Die Berliner Mannschaft brachte auch diesmal wieder einka­nadisches Ergebnis" zustande, diesmal mit 12:0 gegen Württemberg. In der Weftfalenmannschaft, Die über Sachsen mit 3:0 siegreich blieb, gab der linke Verteidiger Naroschat den Ton an. Er zeich­nete für alle Tore verantwortlich.

Springen auf der Jugendschanze.

Auf der Jugendschanze neben dem Olympia- Stadion zeigten sich die Jungen der Mittelgebirge den Süddeutschen überlegen. Diese Erscheinung fin­det man schon seit Jahren vor und da der Nach­wuchs der beste Prüfstein für die Zukunft ist, wird man auch in den kommenden Jahren mit der fprin- gerischen Vormachtstellung der Thüringer, Sachsen und Schlesier rechnen müssen. Auch mit der.Haltung der Springer konnte man durchaus zufrieden fein. Gewertet wurden nur die Weiten. Erster wurde Reinhold Wilhelm (Thüringen).

Kraflsahrsporl unter schweren Prüfungen.

NSG. Gestern, im Morgengrauen, gingen am Fahrtor zu Frankfurt am Main dicht am Ufer des Maines die Fahnen an den Masten hoch. Zwei lange Reihen von Fahrzeugen waren zur Abnahme Lurch den Sportleiter und die Zeitnehmer der NSKK.-Motorgruppe Hessen angetreten.

Don dem Veranstalter, der Obersten Nationalen Sportbehörde wurden nur die bewährtesten und besten Fahrer zugelassen. Wenn trotzdem die ur­sprünglich vorgesehene Höchstzahl von 250 weit überschritten wurde, so ist das ein erfreulicher Be­weis für die zunehmende Bedeutung und Beliebt­heit des Kraftfahrfportes überhaupt und feines jüngsten Kindes des Geländesportes.

Von den in Frankfurt a. M. gestarteten 38 Fahr­zeugen sind 23 Einzelfahrer und 5 Dreiermann- Ichaften. Bon den führenden deutschen Automobil­firmennamen find Mercedes, Wanderer, DKW., Adler, Opel und Hanomag vertreten. An der Prü­fung nehmen zahlreiche Vertreter der ff von ver­schiedenen ff - Oberabschnitten, der Standarte Deutschland" und k^r LeibstandarteAdolf Hit­ler" teil. Vom NSKK. starteten die Mannschaften der Motorgruppe Berlin auf Adler und die der Motorgruppe Hessen auf Opel. Die Mo­torgruppe Hessen hat wieder ihre besten Kämpen

gesandt. An ihrer Spitze den Führer der Motor­gruppe Prinz Richard von Hessen. Dann Standartenführer Nagel (Gießen), und den erfolgreichsten Mann der Gruppe im ver­gangenen Jahr Oberscharführer Mehl (Frankfurt). Außerdem starteten zwei Fabrikmannschaften: Ford, die drei ModelleEifel" ins Gefecht schicken und Opel, die erstmalig den neuen Olympia den schwe­ren Anforderungen einer solchen Langstreckenfahrt unterziehen.

Alle drei Minuten gingen je drei Fahrzeuge auf die erste Tagesetappe, auf der sie 638 Kilometer in elf Stunden zurückzulegen haben. Ziel ist Altenberg im Erzgebirge. Dort erwarten die Teilnehmer strenge und schwierige Zuverlässigkeitsprüfungen.

An den anderen Startorten München, Stuttgart, Nürnberg, Eisenach und Hannover waren die Lastwagen der Industrie und der Behörden, die Motorradfahrer und die verschiedensten Fahrzeuge der Wehrmacht vertreten.

Dritte Winternachtfahrt der Motorgruppe Hessen.

In den drei Startorten Aschaffenburg, Kassel und Marburg werden am 19. Februar die Fahrer

antrefen. Als Ziel ist vorläufig nur Fulda bekannt. Als Orientierungsfahrt ausgeschrieben, stellt sie die Fahrer zunächst vor die Aufgabe, sich sofort nach dem Start die Strecke selbst zusammenzustel?en. Zwanzig Kontrollorte liegen um Fulda herum und im Raume zwischen den Startorten. Es gilt nun in der gegebenen Fahrzeit von 10 Stun­den so viele als irgend möglich davon aufzusuchen. Das sieht in der Ausschreibung und auf dem Papier sehr harmlos aus. Doch liegen darin Schwierigkei­ten, die den vollen Einsatz des Mannes und der Maschine erfordern. Draußen auf den einsamen Kontrollen stehen die Kameraden die ganze Nacht und harren aus, um den Fahrern die Kontrollkar­ten abzustempeln.

Als Neuigkeit ist bei dieser Fahrt eine Sonder-

Prüfung vorgesehen. Sorgfalt und Sk* cherheit sind Grundbedingungen. Des­halb besteht die Vorschrift, daß die Fahrer gehalten find, die Fahrzeuge mit größter Schonung über die Strecke zu bringen. Beschädigung am Fahr­zeug wird mit Strafpunkten geahndet. Vor der Fahrt werden die Scheinwerfer auf ihren Zustand und den Einklang mit den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung geprüft. Damit wird eine der Grundbedingungen erfüllt, die heute an jeden anständigen Kraftfahrer gestellt werden müssen.

Die Ausschreibungen sind erschienen und bei der Motorgruppe Hessen erhältlich. Meldeschluß ist am 7. Februar. Es werden sich wieder die Männer des NSKK. mit den Kameraden der HI. und Wehr­macht im sportlichen Kampf messen.

Fußball-Länderkamps Deutschland-Schweiz.

Die Schweiz nimmt unter den vielen Sport­ländern, mit denen uns freundschaftliche Bande ver­binden, einen besonderen Platz ein, und jeder Länderkampf mit den Eidgenossen ist für uns ein Anlaß, mit tiefer Dankbarkeit jener Zeiten zu ge­denken, als unser Vaterland von einer Welle des Hasses umgeben war und tapfere Männer aus dem Lande Wilhelm Tells aufftanöen und den nach dem großen Krieg über Deutschland verhängten sport­lichen Boykott durchbrachen. Sympathie wird auch von den 80 000 deutschen Fußballfreunden aus­strahlen, die am komrüenden Sonntag im Köln- Müngersdorser Stadion Zeugen des 21. Fußball­länderkampfes zwischen Deutschland uitd der Schweiz sein werden!

20 Kämpfe stehen in der Geschichte der deutsch­schweizerischen Fußballbeziehungen verzeichnet. 14 davon gewann Deutschland, zwei endeten unent^ schieden und vier gingen verloren; das Torverhält­nis lautet 56:26 zu Deutschlands Gunsten. Das ist eine Bilanz, auf die der deutsche Fußballsport stolz sein kann, berin so klein an Land die Schweiz auch ist im Fußball ist sie eine Großmacht. Ihre beste Zeit hatten die Eidgenossen um das 1924 herum, als sie beim Olympischen Fußballturmer in Paris (an dem Deutschland nicht beteiligt war!) dis ins Endspiel vordrangen und erst der damals unver- aleichlichen Mannschaft Uruguays unterlagen. Bis heute haben die Schweizer zwar keine Länderelf mehr auf die Beine gebracht, die jenerolympischen" gleichzustellen wäre, aber daß sie auf dem besten Wege sind, an jene Glanzzeit anzuknüpfen, be­weisen die letzten Länderspielergebnisse gegen starke Nationen. Deutschland gewann 1927 in Zurück) nur 1:0, Holland mußte sich auch nur mit einem 2:1- Sieg begnügen und die Tschechoslowakei gewann mit 5:3. Aber gegen Weltmeister Italien spielten die Eidgenossen 2:2 und auf dieses Ergebnis ist man natürlich besonders stolz.

So ist es auch verständlich, daß zum Kölner Treffen gegen Deutschland fast die gleichen Spieler aufgeboten werden, die aus dem Kampf gegen den Weltmeister unbesiegt heroorgingen. Daß die Ver­tretung der Schweiz als überaus stark zu gelten hat und keineswegs unterschätzt werden darf, ist selbstverständlich. Aus dieser Erwägung heraus hat

man sich auch auf deutscher Seite entschlossen, das Beste aufzubieten. Man darf auch diesmal dem Auftreten der deutschen Elf mit Vertrauen und Zu­versicht entgegensehen.

Die Mannschaften:

Deutschland: Jürissen; Janes, Münzenberg; Kupfer, Sold, Gellesch; Lehner, Urban, Sistling, Szepan, Striebinger.

Schweiz: Bizzozzero; Minelli, Lehmann; Springer, Dernati, Lörtscher; Bickel, Wagner (P. Aebi), Amado, Walazek, G. Aebi.

Auf deutscher Seite stehen als Ersatzleute der Torhüter Klodt (Schalke 04), der Verteidiger Di tri gens (Bückeburg), der Läufer Schädler (Ulmer FV. 94) und der Stürmer Heibach (Fortuna Düssel­dorf) zur Verfügung. Die Schweiz hat als Ersatz­torhüter Huber (Graßhoppers Zürich) namhaft ge­macht. Schiedsrichter des Länderkampfes ist der Engländer R. G. Rudd (Kenton), der im ver­gangenen Jahr in London das englische Pokal- Endspiel leitete.

ORunbfunfprogramm

Freitag, 4. Februar.

6 Uhr: Morgenlied. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk: Arbeiter der Tiefe, Hörfolge. 10.30: Morgen beginnen die Deutschen Skilaufmeister- schaften. 10.45: Froher Klang zur Werkpause. 11.40: Hausfrau, hör zu! 11.55: Was ist Sisal? Vortrag. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Und so weiter ... (Schallplatten). 15: Volk und Wirtschaft: Deutsches Sicherheitsglas. 15.15: Mutter turnt und spielt mit dem Kind. 15.30: Die geprüfte Hausgehilfin. 15.45: Aus Kunst und Kultur. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeitgeschehen. 18.25: Fröhlicher Lautsprecher (Schall­platten). 18.45: Wer will unter die Soldaten? Funk­bericht von der Herstellung des WHW.-Abzeichens für die 4. Reichsstraßensammlung. 19: Nachrichten. 19.10: Übertragung nach Köln und auf den Landes­sender Danzig:Ti Saluto ...!" Ein Abend als Gruß von Volk zu Volk. 21.15: Konzert. 22: Nach­richten. 22.30: Tanz bis Mitternacht. 24 bis 1: Nacht­musik.

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Gießen, den 1. Februar 1938.

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