Ausgabe 
3.2.1938
 
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beliefen sich 1937 auf rund 52 856 000 RM., aus

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arbeitet Und habet ift man zu her Erkenntnis ge­kommen, daß Europa den Krieg unb alles, was

denen dem Berliner Stadtfackel ein Dergnügungs- steuersoll von rund 4 205 000 RM. zufloß.

Aus aller Welt.

Italienischer Rekordflieger Sloppani brennendem Flugzeug im Atlantik gerettet.

riea und alles, was damit.zusammenhängt, in erster Linie mit euro­päischen Augen sieht und an die Probleme mit westlichem Denken herantritt. Das ist ein Ding her Unmöglichkeit, weil der Mensch des Westens anders als die Bewohner des Fernen Ostens zu

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Betrachtung unb Beurteilung des fernöstlichen Krie« §es auf die beiden, allein entscheidenden Faktoren: leit unb Ra um.

Japan, das als Industriestaat empfindlicher ift, hat das größte Interesse daran, den Krieg schnell zu einem gewissen Ende zu bringen. Für China aber spielt die Zeit ebensowenig eine Rolle wie der Raum. Es hat Jahrtausende m einer freiwilligen Selbstblockabe gelebt unb leben können, weil es in einer Art ein Erdteil war, den heute noch der Ackerbau genau so ernährt wie vor 5000 Jahren. Das weiß heute jeder einzelne Chinese. Vielleicht erklärt sich auch daraus die Schicksalsergebenheit, mit der die Chinesen in diesem Kriege kämpfen und die sie bestimmt, trotz ihrer nach westeuropäischen Begriffenverzweifelten" Lage alle Friedensver­mittlungen abzulehnen.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, eine filmfreudige Stadl.

Nach einer Statistik der Hauptsteuerverwaltung der Stadt Berlin haben die Lichtspieltheater in Groß-Berlin 1937 insgesamt rund 6 4593000 Besucher 3U verzeichnen gehabt. Der Rekord- monat war der März mit 6,654 Millionen Be- uchern, dem der Oktober mit rund 6 416 000 folgt. Naturgemäß zeigt sich im Sommer eine rückläufige Bewegung: hier hält her Juni mit 3 345 000 Be- uchern den Tiefenrekord. Juli und August zeigen mit 4 bzw. 4,5 Millionen bereits wieder eine steigende Tendenz. Im Durchschnitt waren 403 Lichtspiel­theater mit zusammen 203 919 Plätzen ständig in Betrieb. Das bedeutet, daß die Berliner Film­theater an 316 Tagen des Jahres ausverkaufte

Zunghandwerker für Siedlungen

NSG. Die Existenzgründung des Junghand- werkers nicht mehr allein vom Vermögen der Eltern ober von ererbtem Kapital abhängig zu machen, sondern die Tüchtigkeit des jungen Men­schen entscheiden zu lassen, bedeutet Verwirklichung des Sozialismus im Handwerk. Bei der Über­setzung des Handwerks in den Städten ist es selbst­verständlich, daß hierbei in erster Linie die großen nationalsozialistischen Siedlungen in Frage kommen. Die Gauheimstättenämter setzen bas Deutsche Handwerk von jedem Siedlungsvorhaben in Kenntnis, das für Junghandwerker eine aus­reichende Existenzgrundlage bieten könnte. Die in einer Siedlung notwendigen Handwerksbetriebe werden sodann von der Reichsdienststelle des Deut- schen Handwerks in der DAF. schlüsselfertig erstellt. Die Träger der Siedlungen erhalten einen Zwi­sch e n k r e d i t in voller Höhe der nicht durch Hypotheken gedeckten Bausumme. Dieser Zwischen­kredit wird auf ben Junghanbwerker, wenn er den Betrieb nach Fertigstellung übernimmt, übertragen. Nach einer gewissen Zeit wird der Handwerker Eigentümer des Grundstücks. Außerdem gibt das Deutsche Handwerk Betriebseinrich- iungsfrebite. Bedingung für die Darlehens- aewährung ist, daß der Junghandwerker an den Berufsausbildungslehrgängen der DAF. unb an den Reichsberufswettkämpfen für Gesellen teilge­nommen hat. Er soll verheiratet, mindestens 28 Jahre alt und ,noch nicht in Konkurs gewesen fein. Ferner muß er feine Meisterprüfung mit einem guten Ergebnis abgeschlossen haben. Aus Zweckmäßigkeitsgründen hat sich die Reichsdienst­stelle des Deutschen Handwerks auch bereiterklärt, die Ansetzung von K l e i n h a n b e l s b e t r i e b e n in ben. Siedlungen zu übernehmen. Hier werden solche Bewerber bevorzugt, die neben der politischen und fachlichen Zuverlässigkeit auch genügendes Eigenkapital mitbnngen.

einmal im Monat einen Kinobesuch leistet. Berlin Verband mit feinen Unteroerbänben unb her Deut- kann also als eine filmfreudige Stadt angefprocheN I sche Kolokiialkriegerbund an.

Eine Reise nach Tokio.

Don unserem H. Tr.-Lerichterstatter.

Oer^BundOeutscherMarine-Dereine' im neuen Reich.

Mit rund 32 000 Mitgliedern war herBund Deutscher Marine-Vereine" bereit und geeignet, im August 1933 die neu gestellte Aufgabe durchzufüh­ren. Dem Neuaufbau des Bundes gehörte das Jahr 1934. So konnte im Frühjahr 1935 der Bund, ge­gliedert in Gaue und Kameradschaften, nach soldati­schen Grundsätzen geführt, innerlich ausgerichtet, als erster der soldatischen Bünde Deutschlands un­mittelbar der Kriegsmarine zugeführt werden. Un­ter dem NamenNationalsozialistischer Deutscher Marine-Bund" wurde er im März 1935 der Auf­sicht bes Oberbefehlshabers der Kriegsmarine unter­stellt als die Einheitsorganisation für alle ehe­maligen Angehörigen (Offiziere, Beamte, Deckoffi­ziere, Unteroffiziere, Mannschaften) der Kriegsmarine Der alten und neuen Wehrmacht. Die Aufgabe war ihm damit gestellt, die mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland Jahr für Jahr aus der Kriegsmarine ausscheibenden jungen Soldaten, die Reservisten der Kriegsmarine in seine Kame­radschaften einzugliedern und so eine einheitliche, ganz Deutschland umfassende Marinegemeinschaft als Träger der großen Tradition der alten Kriegs­marine ' und der jungen Tradition der neuen Kriegsmarine und als lebendigen Träger der Ver­breitung und Vertiefung des Willens zu deutscher Seemacht im ganzen deutschen Volkes zu schaffen.

Am Mittwoch früh startete der italienische Rekord­flieger Mario S10 ppani von Natal in Brasilien Aum Rückflug Nach Italien. Auf diesem Flug geriet Die Maschine über dem Atlantik in Brand. Auf die 808-Rufe des Flugzeuges starteten sofort zwei Dornier-Walflugboote vom Südatlantik-Flug- bienft der Deutschen Lufthansa,Boreas" unter Führung von Flugkapitün Blume undSamum" unter Führung von Flugkapitän Großschopf f. Samum , zu deren Besatzung ferner Flugzeugfüh­rer Esau, Flugmaschinist Schmischke unb Flugzeugfunker Preusch 0 ff gehörten, konnte das brennend im Atlantik treibende Wrack auffin- ben. Obwohl außergewöhnlich schlechtes Wetter herrschte, führte Flugkapitän Großschopff in echter Fliegerkameradschaft die sehr schwierige Lan­dung durch und brachte St 0 ppani an Bord des Samum". Bedauerlicherweise konnten seine beiden Begleiter aus dem völlig zerstörten Flugzeug nicht mehr geborgen werden. Stoppani hatte am 29. Dezember 1937 durch einen Flug von Cadiz nach Brasilien einen neuen Streckenweltrekord für Wasserflugzeuge mit einer Leistung von 7000 Kilo­meter aufgestellt. Er t)at für Italien 19 internatio­nale Flugrekorde errungen.

Flieger versorgt eine einsame Insel mit Lebensmitteln.

Die Bewohner der einsamen Insel Rathlin an der nordirischen Küste, biex seit Wochen infolge der Stürme vom Festlande abgeschnitten sind unb1 daher keine Lebensmittel mehr bekommen haben, sind jetzt von einem Flugzeug verprovian­tiert worden. Die meisten Bewohner der Insel hatten noch nie ein Flugzeug gesehen, unb als es dem Flieger gelang, auf einem Felde glücklich zu landen, wurde er von der gesamten Bewohner­schaft begeistert empfangen.

Geistesgegenwärtiger Lokomotivführer verhindert ein Eisenbahnunglück.

Die Geistesgegenwart eines Lokomotivführers ver­hinderte ein Eisenbahnunglück. Don her Lokomotive des Nachtschnellzuges CalaisBafel hatte sich in voller Fahrt in der Nähe von Lille bas eine ihrer 1800 kg schweren Antriebsräder gelöst. Der Loko­motivführer bemerkte ben Unfall und brachte den Zug auf ganz kurzer Strecke zum Stehen, ohne daß die Lokomotive oder ein Wagen entgleiste.

Wetterbericht

Die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit setzt sich fort, hat sich aber abgeschwächt unb weiter nordwärts verlagert. Wir verhleiben aber noch in ihrem äußeren Einflußbereich, so daß noch nicht mit Beständigkeit ober Besserung gerechnet werden kann.

Aussichten für Freitag: Vielfach dun­stig, sonst bewölkt bis apfheiterno, nur noch ver­einzelte leichte Niederschlage bei westlichen Winden, tagsüber ziemlich mild.

Aussichten für Samstag: Vielfach dun­stig unb leicht unbeständig, aber nicht durchweg un­freundlich.

Lufttemperaturen am 2. Februar: mittags 3,2 Grad, abends 1,6 Grab: am 3. Februar: morgens 1,7 Grad. Maximum 6,2 Grad, Minimum heute nacht 1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Februar: abends 2,2 Grad: am 3. Februar: morgens 1,4 Grab. Niederschläge 4,5 mm. Sonnenscheindauer 2,3 Stunden.

Wintersport-Vetterbericht.

Vogelsberg, Herchenhainer, Höhe: Starker Schneefall,2 Grad, 8 Zentimeter Gesamtschnee­höhe, 8 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Rhön, Wasserkuppe: Nebel,5 Grad, 7 Zen­timeter Gesamtschneehöhe, 4 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski möglich.

Schwarzwald, Feldberg: Heiter,5 Grad, 1,60 Meter Gesamtschneehöhe, 7 Zentimeter Neu­schnee, Pulverschnee, Ski sehr gut.

Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Bewölkt,3 Grad, 45 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 6 Zentime­ter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

In den Höhenlagen über 800 Meter werden vor­aussichtlich die bestehenden Schneesportmöglichkeiten erhalten bleiben. In Höhen bis zu 800 Meter muß mindestens zeitweilig mit Temperaturen über 0 Grad gerechnet werben.

denken gewohnt ist. Infolgedessen kann man an die Ereignisse im Fernen Osten auch nicht die westlichen Maßstäbe anlegen. Das gilt sowohl für die wirt- chastspolitischen als auch für die militärischen Fragen. Weil man immer wieder das Allerwichtigste, nämlich gewisse Unwägbarkeiten nicht berücksichtigt, oll nun einmal anhand einiger Beispiele gezeigt werden, daß die im Westen allgemein gültige mathematische Regel2X2 = 4" im Fernen Osten nicht unbedingt Geltung zu haben braucht.

Zunächst einmal muß man sich bei allen Sage» detrachtungen unb «beurteilungen als Wichtigstes immer wieder bie Größe Chinas und die Größe des Kriegsschauplatzes vor Augen halten: China reicht auf europäische Verhältnisse über­tragen sozusagen vom Nordkap bisAthen unb die Chinesen, die die einzelnen Provinzen bie» es Gebietes bewohnen, sind untereinander genau 0 verschiedenwiedie Völker Europas, bie in dem gleichen Riesenraum wohnen. Das apanische Inselreich das man in diesem Vergleichsfalle geographisch etwa mit England gleichsetzen kann hat aus Gründen, die nicht Hierher gehören, dieses China angegriffen und nach chweren KämpfenHamburg" sprich Schanghai genommen und bann den Vormarsch auf Nanking sprichBerlin" angetreten. Es hat schließlich bie Reichshauptstadt erobert, worauf die chinesische Regierung ihren Sitz etwa 2000 Kilometer weiter östlich sagen wir mal in Moskau aufgescklagen hat. Gleichzeitig ist eine andere japanische Armee in Nordchina eingerückt unb hat hier fünf Provinzen besetzt, bie etwa Litauen, Lettland, Estland und einem Teil von Polen entsprechen würden. Zur selben Zeit blockiert eine japanische Flotte die chinesische Küste, die sich um das Beispiel fort­zuführen von Deutschland über Frankreich, Spa­nien bis Süditalien oder womöglich Griechenland hinzieht.

Allein aus diesen Maßstäben geht schon hervor, daß man sich über die Tatsache nicht zu wundern braucht, wenn der Chinese bas bisher an bie Japaner verlorene Gebiet als genau sounbe­deutend" ansieht, wie unter ähnlichen Kriegsver­hältnissen etwa ein Bewohner derVereinigten Staaten von Europa" den Verlust von Liechtenstein ober Andorra. Gibt es doch in China Provinzen, deren Bewohner vielleicht auch jetzt erst nur ganz dunkel von Hörensagen wissen, daßirgendwo m diesem Riesenreich Krieg ist, und die das nut der gleichen Ruhe zur Kenntnis nehmen, rote etwa em bulgarischer Bauer die Nachricht von bem Krieg in Spanien. Aus dieser Sachlage ergibt sich aber bie logische Folgerung, daß im Gegensatz zu Europa bie chinesische Dolksmeinung ober -stim- mung niemals eine Regierung zwingen aber ver­anlassen kann, Frieden zu schließen.

Ein europäisches Land kann z. B. durch eine effektive Blockade an ben Rand einer Hungers­not gebracht werden, unb bie jeweilige Regierung kann bann von ihren eigenen hungernden Burgern zum Friedensschluß gezwungen werden. Eine euro­päische Regierung wird also unter diesen Umstanden vielleicht Frieden schließen müssen, weil sonst eine oder Zwei oder vielleicht 10 Millionen Men chen verhungern Aber auch bie er Gesichtspunkt fallt in China ort: China hat 400 bis 500 MMionen Ein­wohner und ob nun - dafür kennt die Geschichte genugenb Beispiele - bei einer Rieftnuberschwern- mung, die ein Gebiet so wie Preußen unter Wasser setzt 10 Millionen Menschen durch diese Naturkatastrophe ober ebenso viele Fliegerbomben umkommen das ist in der Enbwirkung dasselbe! Denn genau so wie sich der Japaner an seine Er^ bebenkatastrophen gewohnt hat, genau so hat sich China der Wirkung großer Hungers- ober Wasser­katastrophen angepaßt, die mehr Opfer fordern als iemal« ein Krieg fordern kann. Hinzu kommt, daß d» Mn°1- seit s°st W Jahren an Bürgerkriege aröfcten Skiles gewohnt ist unb daß es in der Praxis für den Bauern auf das gleiche hmauslaust,

ob seine Felder von eigenem oder fremdem Militär verwüstet werben.

Gewiß" wirb man sagen ,Has mag alles timmen, aber wie steht es denn mit ben mate­riellen Verlusten?" Nun, auch darauf läßt sich eine Antwort geben: China ist e i n Bauernland, unb die gute Erde ernährt ben Chinesen immer.Er ist wie ein Kornfeld", sagt bas Sprichwort,der Winb geht darüber hinweg, die Aehren neigen sich, richten sich wieder auf und wachsen weiter? Wer einmal chinesische Siedler bei der Arbeit beobachtet hat, die ohne einen Pfennig Geld in bie Mandschurei tarnen also genau so arm waren, wie die jetzt von Haus und Hof flüch­tenden Bauern, wo sie sich schon -nach drei bis vier Jahren wieder ein hübsches Anwesen geschaffen hatten, der weiß, daß auch alle bäuerlichen Kriegs- schäden, die jetzt im eigentlichen China zu verzeich­nen sind, in drei ober vier Jahren wieder behoben sind. Aus Lehm klebt der Bauer sich sein Haus wieder zusammen, beginnt von neuem zu säen und zu ernten, wie er es seit 5000 Jahren tut, unemp­findlich selbst gegen bie härtesten Entbehrungen...

Aber bie vernichteten Inbustrien?" fragt der Westler verblüfft.Wieso?" antwortet der Chinese.Die meisten Anlagen sind ja doch mit eurem Gelbe erbaut und geschaffen, ihr könnt auf den chinesischen Markt nicht vernichten, unb ihr werdet froh sein, 'wenn ihr das alles wieder auf­bauen dürft! Und in 100 Jahren, wenn ihr Euro­päer im Fernen Osten überhaupt nichts mehr zu sagen habt, bann gehören s i e uns!" Und bann geht der reiche chinesische Kaufmann, der bis­her am Tage spielend 1000 Dollar und mehr für feine persönlichen Bedürfnisse auszugeben pflegte, hin... setzt sich an seine Reisschüssel und wird zu­frieden mit 10 Zents am Tage satt. Denn auch er ist wie bas Kornfeld, über bas der Sturm dahin- brauft...

Aber wenn die chinesische Armee geschlagen ist, dann kann doch China keinen Krieg mehr führen?" Oh!" sagt dann der Chineseman kann ja auch ohne eine Armee Krieg führen! Auch in der großen Politik braucht man feine Tanks und keine Flugzeuge und erringt doch große Siege! Denn es kommt ja nicht auf bas Gewinnen von Schlachten, sondern auf die Vernichtung bes Gegners an. Und bie läßt sich auch mit anberen Mitteln erreichen" sagt der Chinese, geht hin und steckt sämtliche japa­nischen inbustriellen Anlagen in China in Brand. Vernichtet siehe Tsingtau in wenigen Stun­den all das, was Japan im Laufe eines Menschen­alters dort und anderswo aufgebaut hat. Setzt auch gleichzeitig die eigenen, chinesischen Anlagen mit in Brand, wie es Graf Rastopschin einst mit Moskau getan hat. Und dann wandert eine Gesamtbevölke- rung von 300 000 aber 500 000 Einwohnernein­fach" aus. Zu Fuß, zu Pferd, mit dem Fahrrad, in der Rikscha, wie es grabe kommt. Denn ob man vor Flutgefahr wie so oft in her Vergangenheit ober vor Kriegsgefahr feine Heimstätte aufgibt, bleibt sich in her Enbwirkung gleich: vor allem weil jeher Chinese auf Grunb seines ausgeprägten Familienkults, der bas ausschlaggebende Geheim­nis der Widerstandskraft dieser Rasse ist, immer weiß: Irgendwo, unb wenn es 2000 Kilometer weit ist, habe ich einenVerwandten", bei bem ich unterschlüpsen kann unb her mich vor allem nicht nur aufnehmen wirb, sonbern auch aufnehmen muß!

Wie schwierig es für eine Truppe ist, in ein von allen Menschen verlassenes Gebiet zu kom­men, hat bie beutsche Armee im Weltkrieg beim russischen Rückzug erfahren. Aber bas mar Damals nur ein ganz kleiner Rückzug im Vergleich zur heu­tigen chinesischen Völkerwanderung, bei her vielleicht schon mehr Menschen unterwegs finb, als in her geschichtlich so genannten Völker­wanderung. Gemessen am Weltkriege verhält sich her Kraftfaktor her japanischen Armee zum besetz- ten chinesischen Gebiet etwa so, wie bie brutschen Besatzungsiruppen zur Weite her Ukraine ... auch bieje Tatsache ist ein wichtiger Punkt in ben chine­sischen Verlegungen. Eine englische Fernoft-Zei- tung schrieb soeben:Die Gefahr besteht, baß her derzeitige Krieg zwischen zwei bewaffneten Heeren in einen Zerstörungswettlauf entartet, weil Japan nach bem an sich richtigen Grundsatz: Der grauiamfte Krieg ist der beste, weil kürzeste: unter Einsatz aller militärischen Zerstörungsmittel die Chinesen so rasch wie möglich friedens­bereit machen will, während die Chinesen durch Vernichtung aller für bie Kriegführung wichtigen Werte ben Japanern ben Boden unter den Füßen fortzuziehen versuchen ..."

Hier liegt der Schlüssel zur richtigen Beurteilung der Kriegführung im Fernen Osten: Hier in Ferno t wird zum ersten Male jener totale Krieg geführt, für den die Kriegsgeschichte bisher noch kein Bei» piel kennt und der infolgedessen nicht mehr wie

Die vier irischen Sachverständigen, die nach Abschluß her Londoner Besprechungen deVa­le r a s in London geblieben waren, um mit bri- chen Sachverständigen Einzelfragen zu beraten, inb nach Dublin zurückgekehrt. In der nächsten Zeit soll eine neue Zusammenkunft zwischen der englischen und her irischen Regierung ftattfinben.

es BDM. --WerksGlaube und Schön- werden. Die Einnahmen aus ben Eintrittskarten eit ernannt. f-^r- r"' 1 --

es bisher noch in den europäischen Lagebeurteilun­gen in Betrachtungen geschieht mit ben bisher gültig gewesenen Maßstäben gemessen werben kann. Kampflose Aufgabe eines Riesengebietes, das im engen europäischen Raume gleichbebeutend mit bem Verlust bes Krieges fein muß, kann hier in Fernoft ür ben Räumenben eine gewonnene Schlacht be­deuten, weil her verfolgende Gegner zur weiteren Entfaltung von Kräften gezwungen wird, die ihm bann an anberer lebenswichtigen Stelle sagen wir einmal,, in her Heimat fehlen. Und anber= eits wieder kann ein Sieg, den man nach west- ichen Generalstabsgrundfätzen als eineneinwand­freien, allen Vorschriften unb Regeln her Kriegs­kunst gerecht roerbenben Sieg" wertet unb aus bem man bann im Westen bie entsprechenden taktisch­strategischen Folgerungen ziehen kann, nichts weiter als ein Zeitverlust sein. Damit kommen wir bei dep

V. Zmponderabilien...

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Tokio, Januar 1938.

Also da ift man nun glücklich in Tokio ein» getroffen, hat die üblichen Besuche gemacht, mit Oiesem unb jenem gesprochen, hat die allgemeine und besondere Kriegslage von jedem Gesichtswinkel aus betrachtet und sich durch Berge von in- und vor allem ausländischen Zeitungen hindurchge­

Wachsende Steuer- undZolleinnahmen des Reiches.

Berlin, 2. Febr. (DNB.) Die E i n n a h m e n des Reiches an Steuern, Zöllen unb anderen Abgaben betrugen (in Millionen Mark) im Monat Dezem­ber 1937 bei ben Besitz- unb Verkehrssteuern 1170,6 gegen 902,2 im Dezember 1936, bei ben Zöllen unb Verbrauchssteuern 351,3 (313,7), insgesamt also 1521,9 (1215,9). In her Zeit vom L April bis 31. Dezember 1937 betrug bas Aufkommen im Vergleich zum entsprechenben Dorjahrszeitraum bei den Besitz- und Verkehrssteuern 7411,9 (5874,7) und bei ben Zöllen- unb Verbrauchssteuern 3066,4 (2709,9), zusammen also 10 478,3 (8584,6).

Im einzelnen überstieg das Auskommen an Lohnsteuer im Dezember 1937 dasjenige im gleichen Monat bes Vorjahres um 22,0 Millionen Mark. An veranlagter Einkommen­steuer finb im Dezember 1937 126,9 Millionen Mark mehr als im gleichen Monat des Vorjahres aufgekommen. Insgesamt ergab sich also im Dezem­ber 1937 bei her Einkommensteuer em Mehr von 149,4 Millionen Mark gegenüber bem Aufkommen tm Dezember 1936. Das Aufkommen an Körp e r» fchaftsfteuer im Dezember 1937 roar um 79,9 Millionen Mark höher als hn Dezember 1936. An Umsatzsteuer sind im Dezember 1937 28 Mil­lionen Mark mehr aufgekommen als im Dezember 1936. Die Zölle und Verbrauchssteuern ergaben im Dezember 1937 zusammen 37,6 Mill. Mark mehr als im Dezember 1936.

Kleine politische Nachrichten.

Der Jugend sichrer des Deutschen Reiches hat die Führerin Des Obergaues Franken, Obergaufuhrerin Clementine zu Castell, in die Reichsjugend. führung berufen unb sie zur Beauftragten

Nationen in ehrenvoller Weise ausgeübt mürbe, hat Ihnen jene Ruhe bes Urteils und jenes freundliche Entgegenkommen verliehen, bas wir im Laufe dieser Jahre immer unb immer wieher erfahren bürsten, so baß unsere Tätigkeit bei Ihnen stets im Zeichen Wohlwollen» der Verständigung erfolgen konnte. Dieser unserer Dankbarkeit unb unserer Wertschätzung wollten wir, bie Häupter her biplomatischen Missio­nen in dieser Hauptstadt, mit einem bescheidenen Andenken Ausdruck geben. Eure Exzellenz möge dasselbe mit Ihrer gewohnten Freundlichkeit an­nehmen und aus demselben zugleich unseren heißen Wunsch hevauslesen, daß es Ihnen vergönnt fein möge, noch viele Jahre zum Besten Ihres Volkes und zur Aufrechterhaltung friedlicher Beziehungen unter ben Nationen zu wirken."

Hierauf überreichte her Nuntius Orfenigo brei prachtvolle Silberfchalen, gefüllt mit kostbaren O r ch i d e e n d l ü t e n , als Geschenk des Diplomatischen Korps. Der Reichsminister des Aeußeren gedachte in feiner Dankesrede mit warmen Worten her guten Zusammenarbeit, bie seit vielen Jahren zwischen hem Diplomatischen Korps unb ihm besteht. Er drückte seine besondere Genugtuung aus, daß bas Diplomatische Korps durch seinen Doyen ihm in so herzlichen Worten ben Dank für feine stete Bereitschaft ausgesvrochen habe, dem Diplomatischen Korps bie Erfüllung seiner Auf­gaben zu erleichtern.

Doppelzüngige Politik in Prag

Die sudetendeutschen Tageszeitungen berichten über eine Tagung des Tfchechisierungsver- eins für No ro mähren, Narodni Jednota, in der in schärfster Weise das weitere Vordringen her Tschechisierung in Nordmähren gefordert wurde. Entgegen den zahlreichen Versicherungen der tsche­chischen Staatsmänner berichtete der Leiter des ge­nannten Tschechisierungsvereins, daß insbesondere durch die Bodenreform zahlreiche Grund­besitze in die Hände her Tschechen gelangt finb. Aber diese Arbeit müsse fortgesetzt merben. Jnsbe- fonbere müsse der Hauptftutzpunkt in Nordmähren, bie deutsche Stadt Ste.rnberg, endlich voll­kommen in bie Hänhe her Tschechen fallen. Alle dortigen Staatsämter, bie Tabatfabrik, ferner bie Ansiedlung tschechischer Handwerker unb Kaufleute unb bie systematische Ueberführung deutschen Haus- unb Grundbesitzes in tschechische Hände, werden unter Ausnützung der jetzigen schwie­rigen Wirtschaftslage dieses Ziel erreich­bar machen. Die sudetendeutschen Blätter ver­weisen darauf, daß gerade solche Kundgebungen eindeutig zeigen, wie doppelzüngig bie tsche­chische Politik sei. Während die Staatsmänner von Zusammenarbeit und Schutz der Min­derheiten sprechen, wird planmäßig mit Hilfe der staatlichen Organisationen und Aemter die Tschechisierung des subetenbeutschen Gebietes durchgeführt.

P r i n z Bernhard derNiLderlande hat, ! leichzeitig auch im Namen seiner Gemahlin, her Kronprinzessin Juliana, bem Führer seinen aufrichtigsten Dank für die Glückwünsche anläßlich der Geburt der Prinzessin Beatrix ausgesprochen.

Häuser hatten. Aus den Zahlen ift ferner ersichtlich, . , . , . ,

baß sich jeder Berliner schätzungsweise mindestens I Korporativ schlossen sich ihm her Marine-Offizier-