Infanterie Beyer. 2. Gebirgsdivision Innsbruck: 3. Gebirgsdivision Graz.
So besteht das deutsche Heer in seiner heutigen Gliederung aus 18 Armeekorps mit 39 Divisionen. 4 motorisierten leichten Divisionen. 3 Gebirgsdivisionen, 5 Panzerdivisionen und einer Reiterbrigade. Die Kommandierenden Generale der Armeekorps I bis XIII und XVII bis XVIII sind gleichzeitig Befehlshaber in den entsprechenden Wehrkreisen.
Die Luftwaffe
Das Reichsluftfahrtmini st erium ist die oberste Verwaltungsbehörde der Lustfahrt und oberste Kommandobehörde der Luftwaffe. An seiner Spitze steht der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring. Chef des Ministeramtes ist der letzte Adjutant des Feldmarschalls aus der Kriegszeit beim „Jagdgeschwader Freiherr v. Richthofen", Generalmajor Bodenschatz. Vertreter des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe ist der Staatssekretär der Luftfahrt, Generaloberst Milch.
An der Spitze des General st abs der Luftwaffe steht der Chef des Generalstabs, General der Flieger Stump ff, Chef der Luftwehr ist General der Flakartillerie Rüdel, Generalinspekteur der Luftwaffe ist Generalleutnant Kühl.
Dem Generalinspekteur sind zehn Luftwaffeninspektionen unterstellt, und zwar die Inspektion der Aufklärungsflieger und des Luftbildwesens, der Kampfflieger, der Jagdflieger, der Flakartillerie, für Flugsicherheit und Gerät, des Kraftfahrwesens, des Nachrichtenverbindungswesens, der । Seeflieger, der Flugzeugführerschulen und des Er-1 ziehungs- und Bildungswesens. Die Inspektion 10 ( (Erziehungs- und Bildungswesen) ist gleichzeitig Kommando der Luftkriegsschulen.
Im Reich ist die Luftwaffe in drei Luftwaffengruppen und drei Luftwaffenkommandos gegliedert. An der Spitze der Luft
waffengruppe steht der Kommandierende General und Befehlshaber der Luftwaffengruppe, so in Berlin, Luflwaffengruppe I (Ost): General der Flieger Kesselring: in Braunschweig, Luft- wasfengruppe II (West): General der Flieger Felmy: in München, Luftwaffengruppe III (Süd): General der Flieger Sperrle.
An der Spitze der drei Luftwaffenkom- m andos stehen Kommandierende Generale: in Königsberg der Kommandierende General der Luftwaffe in Ostpreußen, Generalleutnant Keller: in Kiel der Kommandierende General der Luftwaffe See, General der Flieger Zander: in W i e n der Kommandierende General der Luftwaffe in Oesterreich, Generalleutnant Löhr.
Luftgaukommandos bestehen entsprechend den Wehrkreisen des Heeres als territoriale Dienststellen der Luftwaffe im Reichsgebiet. Die Stand- orte der Luftgaukommandos sind Königsberg, Berlin-Dahlem, Dresden, Münster, München, Breslau, Hannover, Wiesbaden, Nürnberg und Wien.
Die Kriegsmarine.
Oberkommando der Kriegsmarine (Berlin); Oberbefehlshaber: Generaladmiral Raed er.
1. Marinegruppenbefehlshaber Ost: Admiral Albrecht.
2. Flottenchef, Flottenkommando (Kiel): Admiral Boehm.
3. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee (Kiel): Admiral Carls.
4. Der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee (Wilhelmshaven): Admiral Saalwächter.
5. Sonstige Dienststellen: Marinewerft Wilhelmshaven, Marinearsenal Kiel, Erprobungskommando für Kriegsschiffneubauten Kiel, Admiral der Kriegsmarine-Dienststelle Hamburg. Kriegsmarine-Dienststellen Bremen, Stettin. Königsberg, Seezeichen- und Lotsenamt der Jade. Marine-Intendantur Kiel, Marine-Intendantur Wilhelmshaven.
Gauleiter in seinem Schlußwort darauf hinwies, daß das Sudetendeutschtum am kommenden Sonntag nicht zu einer Wahl schreite, sondern sich zu dem Führer und der großdeutschen Volksgemeinschaft bekennen werde.
Entlassunge-Appell auf dem Trieb.
Die. Mannschaften des E.-Batls. Inf.-Regts. 116, die am 6. September zu ihrem Ausbildungskursus einrückten, werden am kommenden Montag unter Führung ihres Bataillonskommandeurs, Major Freiherr von Kittlitz, auf dem Trieb zu einem Entlassungs-Appell vor dem Regimentskommandeur, Oberst H e r r l e i n , antreten. Dieser letzte Appell der Männer des E.-Batls. wird um 11 Uhr beginnen.
Für unsere Gudetendeutschen.
Der Appell an die Opferbereitschaft für unsere Sudetendeutschen hat auch in der Gefolgschaft des Modehauses Carl N o w a ck starken Widerhall gefunden. In wochenlanger stiller Arbeit entstanden aus Stoffen, die die Geschäftsleitung zur Verfügung gestellt ljatte, alle möglichen Kleidungsstücke. Abends nach Geschäftsschluß opferten die Mädels gerne ein paar Stunden, um die große Not unserer sudetendeutschen Brüder und Schwestern lindern zu helfen. In diesen Tagen nun können sie die Kleidchen, Schlafanzüge, Höschen, Schürzen usw. der NSV. zur Verfügung stellen Auch der männliche Teil der Gefolgschaft beteiligte sich durch geldliche Beiträge an der Hilfsaktion. So bringt eine Gießener Firma in manches sudetendeutsche Haus Glück und Freude, entstanden aus dem Werke der Volksgemeinschaft' Schotten erhält ein Arbeitsdienstlager.
LPD. Schotten, 1. Dez. Der Errichtung eines Arbeitsdienstlagers in Schotten galt der Besuch des Gauarbeitsführers Neuerburg in Schotten am Mittwoch. Die Arbeiten zur Errichtung
des Lagers sind mittlerweile so gefördert worden, daß der Zuschlag auf die eingereichten Angebote in den nächsten Tagen erfolgen und dann in Kürze mit dem Bau des Lagers begonnen wird. — Ein Feldbereinigungsamt wird in nächster Zeit ebenfalls seine Arbeit in Schotten aufnehmen. Dieses Amt wird seinen Sitz im bisherigen Kreisamtsgebäude erhalten.
Landkreis Gießen.
Gfs. Hattenrod, 1. Dez. Bei dem Gemeinschaftsabend der NS.-Frauenschaft sprach die Ortsfrauenschaftsleiterin Frau D r a u t mit packenden Worten über die letzten polittschen Ereignisse und nahm Bezug auf die große Rede des Führers vom 8. November mit der Ermahnung, nun doppelt freudig an die neugestellten Ausgaben zu gehen. Es wurden auch noch die schönen Arbeiten für den Gießener Weihnachtsmarkt der NS- Frauenschaft gezeigt. Die Referentin für Volkswirtschaft-Hauswirtschaft probierte noch einige Backrezepte aus.
<£ Holzheim, 2. Dez. Der langjährige Polizei- biener und Landwirt Georg Konrad Reitz kann am heutigen Freitag in körperlicher und geistiger Frische seinen 7 1. Geburtstag feiern Bis zu seinem 63. Lebensjahr war der hochbetagte Mann als Polizeidiener tätig. Unseren herzlichen Glückwunsch.
* Ober-Hörgern, 2. Dez. Bei bester Gesundheit kann am heutigen Freitag der hiesige Landwirt Wilhelm L o tz I. seinen 8 3. Geburtstag feiern. Vor 60 Jahren diente er in Gießen bei den 116ern. Der hochbetagte Mann erfreut sich noch aller Rüstigkeit und ist noch täglich in der Landwirtschaft tätig. Wir gratulieren dem alten Herrn herzlich zum Geburtstag.
Der
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen.
Flaschenpost in aller und neuer Zeil.
Einst llnglücksbolen, heule Forkchungsmittel -Weile Reisen durch alle Meere.
Jahraus, jahrein tanzen auf den Wogen | der Weltmeere zahlreiche Flaschen, die in | ihrem Innern Nachrichten verschiedenster Art bergen. Viele davon sind Zeugen gedankenloser und unangebrachter Scherze, die meisten jedoch geben Kunde von einem Unglück, enthalten die letzten Worte eines dem Untergang geweihten Seemannes an die Familie, oder sie. rufen um Hilfe.
Der Funk hat heute die Flaschenposten entbehrlich gemacht. Dor hundert Jahren waren sie oft die, einzigen Künder tragischer Geschehnisse auf See. Am 1. März 1825 brannte der Jndienfahrer „Kent" im Golf von Biscaya. An Bord befand sich Major D. W. W. Mac Gregor vom 31. Regiment, der folgende Botschaft schrieb und sie in einer Flasche barg: „Unser Schiff, die „Kent", Ostindienfahrer, steht in Flammen. Elisabeth, Johanna und ich empfehlen unseren Geist dem barmherzigen Erlöser, dessen Gnade uns standhaft macht angesichts des Todes und Eintritts in die Ewigkeit." Sie wurden jedoch im letzten Augenblick gerettet, und als sie bereits anderthalb Jahre die Katastrophe hinter sich hatten, fand man die Flasche mit obiger Botschaft an der Küste von Barbados.
Diese einfache Botschaftsübermittlung hielt sich durch lange Jahre. Im August 1933 sank der Schoner „Augustus G. Hilton" nach einer Feuersbrunst in der Nähe der Azoren. John Perry, ein zwanzigjähriger Portugiese von den Bermudas, der angesichts des Unglücks fürchtete, nie wieder feine Heimat sehen zu können, schrieb letzte Grüße an seine Eltern, verschloß sie in einer Flasche und warf diese ins Meer. Die Ueberlebenben wurden gerettet, darunter auch John Perry, der am Ende des Jahres nach Bermuda zurückkehrte. Seine Flaschenpost wurde am 5. Januar 1937 in Bermuda aufgefischt!
In einem Bericht aus London vom April 1936 heißt es, daß ein Fischer an der Südküste von Wales eine Blechbüchse auffischte, in der die Nachricht enthalten war: „Damvfer Sarilby irgendwo an der irischen Küste im Sinken begriffen. Innige Grüße an Brüder, Schwestern und Dinah. Joe Okane." Dieser Joe Okane gehörte zur Besatzung des britischen Dampfers Saxilby, der im November 1933, etwa vierhundert Seemeilen von der irischen Küste entfernt, gesunken war.
3m Dienste der Forschung.
Abgesehen von diesen, meist Dramen auf hoher See kündenden Flaschenposten, hat man diese Flaschen auch dazu benutzt/ sich ein Bild von den Meeres st römungen zu machen. Leutnant Seecfter, ein englischer Seeoffizier, soll als erster mit Hilfe von Flaschenposten die Meeresströmungen genauer festgestellt und in Karten eingezeichnet haben. Im Jahre 1843 zeichnete er eine Karte der Flaschenreisen im Atlantik. Diese Karte wurde im „Nautical Magazine“ veröffentlicht und von Zeit zu Zeit überprüft. Seit dieser Zeit benutzte man mehr und mehr Flaschen, um sich ein Bild von den Meeresströmungen zu verschaffen. Damals fpietten sie eine große Rolle bei den verschiedensten Seeämtern der Welt.
Im Hydrographischen Institut des amerikanischen Sceamtes, wo wö-bentlich ungefähr dreißig Flaschenposten aus aller Welt einlaufen, wird alles genauestens registriert, und dies Amt versieht Schiffer aller Gattungen mit Vordrucken sogenannter „bottle pa- pers“, Flaschenpapiere, auf denen in acht verschiedenen Sprachen zu lesen ist, wie man eine Flaschenpost aufgibt und was man beim Finden einer solchen zu tun hat.
Eine solche Flaschenpost, die Kapitän R. A. Bar-
lett vom Schoner „Effie M. Morrissey" am 24. August 1937 an der Ostküste Labradors den Wogen übergab, wurde am 15. Mai 1938 auf der Insel Copinshay, einer der schottischen Orkney-Inseln, aufgefischt und dem Hydrographischen Institut der USA.Marine zurückgebracht. Ebenso fand man vom nämlichen Schoner noch andere Flaschenposten auf.
Die Flaschen legen zuweilen sehr große Rei- s e n zurück. So wurde einmal eine von Kap Horn bis Neuseeland, ungefähr 10 000 Seemeilen weit, durch die Wogen getragen, eine andere, die man südöstlich von Kap Horn den Wellen übergab, wurde in Chile, 8000 Seemeilen entfernt, aufgefunden, wiederum eine andere machte die Reise von der Westküste Mexikos bis nach Leyte, auf den Philippinen, und brauchte dazu ein Jahr und fünf Monate.
Auch gab es Leute, die mit Hilfe der Flaschenposten ihre Wünsche äußerten. Als bei einem Orkan auf Turks Island dem dortigen Prediger fast alles vernichtet wurde, bat er in einer Flaschenpost um Zusendung von Bibeln — und sein Wunsch wurde erfüllt.
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Als im Juli 1936 einige amerikanische Naturforscher auf der Funkinsel bei Neufundland nach Skeletten und sonstigen Ueberbleibseln früherer Zeiten suchten, kamen sie auch auf den Gedanken, den Verlauf der Meeressttömung durch Flaschenposten festzustellen. Etwa hundert Flaschen warfen sie ins Meer. Die Flaschen enthielten jede eine Karte, und die Finder wurden darauf gebeten, Zeit und Ort des Auffindens anzugeben und dann die Karte dem Naturgeschichtlichen Museum zu Baltimore zuzusenden.
Die erste Antwort kam von der Küste Irlands, wo man am 14. Februar 1937, sieben Monate nach der Absendung, eine dieser Flaschen auffand. Andere Karten kamen dann von Irland, England und schließlich von Spanien und Frankreich. Im ganzen fand man dreizehn Flaschen an europäischen Küsten innerhalb weniger als einem Jahre nach ihrer Aufgabe.
Allein sechs Flaschen fand man an der Küste Irlands, und man nahm an, daß sie von hier längs der englischen Küste nach Frankreich und Spanien weitergetrieben wurden. Die gerade (Entfernung von Neufundland zur irischen Küste beträgt etwa 1800 Seemeilen; die Flaschen mußten südwärts abgetrieben worden fein in die Labradorströmung, von Bier wiederum in die Nordost-Drift, wobei sie einen Weg von rund 2500 Seemeilen bewältigten. O. S
Gauleiter Sprenger im Sudetenland.
NSG. Am Mittwochabend sprach Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger im Städtchen E l - bogen im Egerland. Rund 4000 sudetendeutsche Männer und Frauen füllten die Halle. In einem stillstehenden Sägewerk drängten sich die Volksgenossen vor dem Lautsprecher. Heller Jubel der Egerländer schlug dem Gauleiter entgegen, der durch das Spalier der neugegründeten Kampfformationen der Rednertribüne zuschritt. In eineinhalbstündigen Ausführungen, die immer durch Beifallsstürme unterbrochen waren, gab der Gauleiter ein Bild vom Kampf der nationalsozialistischen Bewegung im Alt- reich um die Macht, dem darauf folgenden wirtschaftlichen Aufbauwerk und der außenpolitischen Arbeit des Führers, die im Schicksalsjahr 1938 zur Befreiung der Ostmark und des Sudetenlandes führte. Wie ein Mann erhoben sich die Taufenden, als der
Benus wird wieder Morgenstern.
Oer gestirnte Himmel im Dezember.
Don Or. Erwin Koffinna
Jrn letzten Monat des Jahres erfolgt der Sonnenaufgang io spät, daß wohl die meisten Berufstätigen ihre Wohnung noch während der Dunkelheit verlassen müssen, um rechtzeitig an ihrer Arbeitsstätte zu sein. Dem Sternfreund bietet im Dezember aber gerade der Morgenhimmel einen besonders schönen Anblick. Venus, der Schwesterplanet der Erde, den wir im Oktober noch als Abendstern am Weft- himmel sahen, ist inzwischen Morgenstern geworden und erscheint Anfang Dezember gegen 6.30, Ende des Monats bereits gegen 4.30 Uhr am Osthimmel. Der unwahrscheinlich hell leuchtende Planet erreicht am 26. Dezember den Gipfel seines Glanzes. Venus übertrifft bann den gleichzeitig sichtbaren Arktur im Bootes um das 45fache an Lichtfülle, die rechts oberhalb von ihr stehende Spika sogar um das 170fache.
Zwischen Venus und der blauweiß funkelnden Spika sehen wir den Planeten Mars als rötlichen Stern zweiter Größe. Mars ist« im Durchmesser nur halb so groß wie Venus, dazu sechsmal so weit entfernt, er muß also viel schwächer erscheinen als der Morgenstern. Am 17. und 18. Dezember wandert die schmale Sichel des abnehmenden Mondes an den drei genannten Sternen vorbei. Diese reizvolle Konstellation läßt sich am besten zwischen 6 und 7 Uhr beobachten. Interessant ist dabei das Entfernungsverhältnis der scheinbar benachbarten vier Himmelskörper, das wir in Lichtzeit angeben. Vom Mond ist der Lichtstrahl etwas über eine Sekunde unterwegs, von der Venus (Abstand 54 Millionen Kilometer) 3 Minuten, vom Mars 17 Minuten, dagegen von der Spika drei Jahrhunderte! So wird es auch verständlich, daß Spika 2000fache Sonnenhelligkeit besitzen muß, um aus der enormen (Entfernung von 300 Lichtjahren noch als Stern erster Größe zu strahlen.
Ende Dezember erscheint auch der meist schwer zu beobachtende Merkur am Morgenhimmel. Dieser sonnennahe Planet, der immer nur in der Dämmerung dem freien Auge sichtbar wird, geht in der letzten Dezemberwoche eindreiviertel Stunden vor der Sonne auf. Bei klarer Luft wird man ihn etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang über dem südöstlichen Horizont entdecken. Beim Aufsuchen leistet ein Fernglas gute Dienste. Merkur ist sogar heller als Arkturus und wäre am dunklen Nachthimmel ein sehr auffallendes Gestirn; aber vom hellen Dämmerungsbogen hebt er sich nur wenig
Die übrigen Planeten können wir am Abendhimmel beobachten. Der strahlende Jupiter bewegt sich langsam im Sternbild des Wassermanns im Südwesten: er geht Anfang Dezember um 22 Uhr, Ende des Monats um 20.30 Uhr unter. Saturn in den Fischen bleibt bis 1 Uhr über dem Horizont. Wer über ein kleines Fernrohr verfügt, kann den Planeten Uranus am Ostrand des Sternbildes Widder aufsuchen: er steht zu Beginn der Dunkelheit sehr günstig hoch im Süd- often und geht erst um 5 Uhr unter, fyat man Uranus gefunden, erkennt man den Planeten als -Stern 6. Größe auch mit freiem Auge.
Am abendlichen Fixsternhimmel sind gegen 22 Uhr im Osten die glanzvollen Winter st ern- bilder heraufgekommen. Während der ganzen Nacht beherrscht das großartige Sternbild des Orion, in dem die Griechen des Altertums einen wilden Jäger sahen, den Südhimmel. Der Orion besitzt zwei Sterne 1. Größe, die sich auf Grund ber neueren Forschungen als Riesensterne erwiesen haben. Beteigeuze, in der oberen linken Ecke
des Vierecks, ift eine rote Riesensonne von der 200- bis ZOOfachen Größe unserer Sonne und de- findet sich mit einer Außentemperatur von 3200 Grad noch im aufsteigenden Ast ihrer Entwicklung. Dagegen hat der bläulich weiße Rigel (rechts unten) vielleicht schon den Höhepunkt überschritten; er gehört, wie auch die drei Gürtelsterne des Orion, zu den weißen Lichtriesen und besitzt bet einer Oberflächentemperatur von 15 000 Grad die 18 000- fache Sonnenhelligkeit: sein Abstand beträgt 540 Lichtjahre. Unter den drei in einer Lime stehenden Gürtelsternen erkennen wir in klaren mondlosen Nächten einen milchigen Lichtfleck, den Orion- nebel. Es handelt sich dabei um eine leuchtende Gaswolke von enormer Ausdehnung, in die zahlreiche Sterne eingebettet sind.
Gegen 22 Uhr erscheint im Südosten Sirius, der hellste aller Fixsterne, der durch sein stark unkelndes blauweißes Licht auffällt. Als Haupt- tern des Großen Hundes auch Hundstern genannt, olgt er dem Jäger Orion auf seiner Himmelsbahn, leber ihm erblicken wir Prokyon im Kleinen Hund und das langgestreckte Sternbild der Zwillinge mit den beiden hellen Sternen Kastor und Pollux. Zwischen Sirius und Prokyon steigt steil die Milchstraße empor. Wir verfolgen das schimmernde Lichtband durch die Sternbilder Stier, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia und Kepheus bis zum Schwan und der schon tief am Nordwesthorizont funkelnden Wega. Um den rötlichen Aldebaran im Stier scharen sich die weißen H y a d e n , ein lockerer Sternhaufen in 130 Lichtjahren Abstand. Wenigstens viermal so weit entfernt stehen die Plejaden oder das Sie beuge ft irn, im Volksmund auch „Henne mit Küchlein^ genannt, weil um den Hauptstern Alkyone sich zahlreiche schwächere Sterne gruppieren. Es ist von hohem Reiz, diese beiden Sternhaufen durch ein Feldglas zu betrachten, des- gleichen den Doppelhaufen im Perseus. Die ganze Umgebung des Perseus, Fuhrmanns und Stiers ist durch einen großen Reichtum nicht nur an hellen, sondern auch art schwächeren Sternen ausgezeichnet, wie schon ein lichtstarkes Fernglas erkennen läßt. Der bedeckungsveränderliche Doppelstern Algol im Perseus, dessen Licht alle 69 Stunden durch den umlaufenden Begleiter teilweise abgebfenbet wird, zeigt Lichtminima an folgenden Abenden: 7. Dezember 23.30 Uhr, 10. Dezember 20.15 Uhr, 13. Dezember 17 Uhr, 31. Dezember 22 Uhr.
An den Perseus schließt sich nach rechts die Sternreihe der Andromeda und die Pegasusfigur an. Im Süden und Südwesten sehen wir die vorwiegend aus schwächeren Sternen bestehenden Bilder Eridanus, Walfisch und Fische; in letzteren leuchtet der Saturn als Stern 1. Größe nahe dem Frühlingspunkt, d. h. dem Vunkt, der Ekliptik, an dem sich die Sonne am 21. März (Frühlingsanfang) befindet.
Wenden wir unfern Blick nach Norden, so sehen wir den Himmelswagen im Großen Bären mit nach unten gerichteter Deichsel wieder aufwärts fahren. Zwischen ihm und dem vom Polarstern gleichsam herabhängenden Kleinen Wagen zieht die gewundene Sternlinie des Drachen hindurch.
Am 22. Dezember, 13 Uhr 14 Minuten, erreicht die Sonne den südlichsten Punkt ihrer scheinbaren Bahn und wendet sich dann wieder nach Norden: Wintersonnenwende. Der Mond zeigt folgende Lichtgestalten: Vollmond am 7. Dezember, letztes Viertel am 14., Vollmond am 21., erstes Viertel am 29. Dezember.
Dicker Pfefferkuchen (ohne e.« unt> mit wenig Fett)
500 g LDeijenmehl,
3-4 tropfen Dl Oetker'« Bachöl Bitterm anbei, 1/2 fläfdichen Dl Oetker'» Backöl Zitrone,
375 g Kunsthonig, 100-125 g Zucker.
2 efll Schmal),
2 TeeL gemahlener Zimt,
1 TecL gemahlene [leihen
1 niefferfp. Kardamom.
1 ITIeßerfp. Ingwer,
1 Itlefferfp. weister Pfeffer,
Honig» Zucker unb Schmalz werden zerlassen. Ist die Masse fast erhallet rührt man die Bewürze und danack bas mit „Bathtn" gemischte und gesiebte Mehl abmechfelnb mit der Milch hinzu: das in kleine Würfel ge- -- - - ----- -- Orangeat kommt zuletzt in den Teig. Man streicht ihn mit dem in Milch getauchten Teigschaber
1 Päckchen Dl Oethef» .Bachln*', (kfiloffel) 1cm deck auf ein gefettetes Bachblech und teilt ihn durch tinritzen mit dem Messer in gleichmäßige 6 Eßl Milch. Rechtecke ein. die man mit halbierten abgezogenen Mandeln ober Zitronat verziert.
60 g Orangeat ober 3itronat Nack dem Bachen zerschneidet man den Pfefferhuchen in die vorgezeichneten Stücke, sie können mit einem
iDanbeln ob. Zitronat z. verzieren. Zuckerguß überzogen werden Backzeit: 20-25 Minuten bei guter Mittelhitze. Bitte aussckneiden!
Prospekt 1938 mit vielen gutenkezepter^von Dftduugust Oztkßs-, Ifi&lefeld,


