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lich uni) seelisch tüchtigen Müttern herangebildet, sie erhalten Anleitung in der Haushaltsführung, und zwar im Kochen, Näharbeiten und Waschen. Sie werden unterrichtet in der Säuglingspflege, in der ersten Hilfe, allgemeinen Gesundheits- und häus- liehen Krankenpflege. Dabei sollen insbesondere die Pflege der Schwangeren, die Unterleibserkrankun- gen, Krebs, Wechseljahre usw. besprochen werden. Kerner wird die so wichtige Frage:Wie sage ich es meinem Kinde", der Aberglaube in der Schway- gerschaft und Aufziehung des Kindes behandelt. In der Erziehungslehre und Heimgestaltung erhält sie Anleitung zum Basteln, zur Pflege des Familien­lebens, zur Gestaltung des Heimes usw. Alle diese Fragen können die Frauen am besten unter sich besprechen, deshalb erfolgt die Unterrichtung auch nur durch Frauen. Mütterschulung ist für alle Frauen notwendig."

Pa. Prof. Kliewe dankte Schwester Emmely Gobbers für die lehrreichen Worte, die sie an die Kinderreichen gerichtet hatte. Auf welch' frucht­baren Boden ihre Ausführungen gefallen waren, bewiesen die zahlreichen Anmeldungen für den ersten Kurs, der bereits in den nächsten Tagen be­ginnt Nach Bekanntgabe einiger wichtiger Mittei­lungen an die Mitglieder wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

Sportausbildung

im Deutschen Roten Kreuz.

DNB. Die wehrpolitische Bedeutung und die Be­sonderheit des sanitären Rettungsdienstes des Deut­schen Roten Kreuzes erfordern neben fachlicher Aus­bildung der männlichen und weiblichen Bereitschafts­kräfte sowie der DRK.-Schwestern deren körperliche Ertüchtigung durch regelmäßig betriebene Leibes­übungen. Gemäß der DRK.-Dienstvorschrift, die die Ausübung des Sportes für die aktiven DRK.-An- gehörigen bestimmt, wird nunmehr in enger Zu­sammenarbeit mit der Reichssportführung der erste Kursus in der Reichsakademie für Leibesübungen

durchgeführt. Der Referent in der Reichssportfüh­rung, Dr. Hayn, ist als Sportberater im Präsi­dium des Deutschen Roten Kreuzes tätig. Unter seiner Leitung standen die vom 24. bis 29. Oktober für die Sportreferenten und -referentinnen der DRK.-Lan- desstellen und deren Stellvertreter und Stellvertrete­rinnen durchgeführten Lehrgänge, die die Grundlage bilden für die weitere Organisation des Sportes im Deutschen Roten Kreuz. Die Lehrgänge umfassen theoretische Unterweisungen und praktische Uebungen wie Boden- und Geräteturnen, Schwimmen, Leicht­athletik, Gymnastik und Spiele. Ebenso ist eine sportliche Ausbildung der DRK.-Schwestern beab­sichtigt.

*

** Silberne Hochzeit. Am gestrigen Diens­tag konnten Postsekretär Gustav Bindingshaus und Frau Elise, geb. Stelz, Riegelpfad 74, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. Herzlichen Glück­wunsch.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 3. November.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrich­ten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werk­pause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und Haus. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.45: Rufe ins Land. 12: Aus der Firma Collet & Engelhardt, Offenbach am Main: Werkskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mit­tagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Immer lustig immer froh! 15: Für unsere Kinder: Dom Taunus­berggeist Riebe und dem redenden Wald. 16: Kaffee verkehrt. 18: Aus Arbeit und Beruf: Die Arbeits­papiere und ihre Bedeutung. 18.30: Meister der deut­schen Unterhaltungsmusik: Marc Roland. 19.15: Tagesspiegel. 19.30:. Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nachrichten. 22.15: Unsere Kolonien: Wie sieht der Farbige aus? 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert:Der Wildschütz".

Nebel stand 42 Jahre im SanÜätsdienst und entfal­tete als Vorsitzender des Roten Kreuzes in langen Jahren eine segensreiche Tätigkeit. Dr. Nebel ist weiten Kreisen als Freund und Förderer der Mu­sik -bekannt.

(Sin Derfehrsschädlinp.

* Klein-Linden, 1. Nov. Am vergangenen Sonntag kam es in unserem Orte zu einem Vorfall, der einesteils von einem gesteigerten Derantwor- tungsbewußtsein der Bevölketung zeugt, anderseits aber bewies, daß es in Dingen der Verkehrsdiszi­plin immer noch und immer wieder Unbelehrbare gibt. Ein Motorradfahrer, der in einer Wirtschaft gezecht hatte, wollte sich in betrunkenem Zustande auf sein Motorrad setzen und nach Hause fahren. Sein Vorhaben wurde aber bemerkt, und er wurde von einigen Einwoh­nern daran gehindert, do zu befürchten stand, daß er ohne weiteres entweder selbst das Opfer eines Unfalles, oder aber andere Verkehrs­teilnehmer erheblich gefährden würde. Der Motor­radfahrer zeigte sich dem anfänglichen Zureden nicht zugänglich, so daß man sich gezwungen sah, die Gendarmerie herbeizurufen, die das Motorrad beschlagnahmte und den Fahrer zur Ent­nahme einer Blutprobe festnahm, Es ist damit zu rechnen, daß der leichtfertige Motorrad- fabrer für sein Verhalten und sein verantwortungs­loses Vorhaben zur Rechenschaft gezogen werden wird.

Landkreis Gießen.

ch Mainzlar, 1. Nov. Die Bucheckern- sammlung der Schulkinder unseres Ortes hatte ein erfreuliches Ergebnis. Es wurden 84 Kilogramm der Oelfrüchte gesammelt.

# Daubringen, 1. Nov. Die hiesige Krie­gerkameradschaft beendete ein Wanderpokal- und Ehrenplakettenschießen. Den Wanderpreis er­rang mit 9 Schuß und 84 Ringen Ludwig Mohr II. Der seitherige Inhaber war Heinrich B i e r a u. Karl Klös errang die Ehrenplakette. Ludwig Reif wurde Vereinsmeister. z

00 Beuern, 1. Nov. Der Landwirt Philipp Sommerlad konnte dieser Tage in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Von 1897 bis 1901 diente er beim Jnf.-Rgt. 116 in Gießen. In den Beuerner und in den Ra- benauschen Wäldern war er als Rottenführer bei den Holzhauerarbeiten allgemein geschätzt. Der hoch­betagte Mann kann sich heute noch an mancher Ar­beit in Haus und Feld beteiligen. Die hiesige H I. veranstaltete im Saale von Sommerlad einen Kameraüschaftsabend, bei dem herzliche Worte des Abschieds dem scheidenden Scharführer Bello ff gewidmet wurden. Gefolgschaftsführer N e e b dankte ihm für die aufopfernde Tätigkeit beim Aufbau der HI. in Beuern. Der Verlauf des Abends brachte Gedichtsvorträge, Lieder der Bewegung, Aufführun­gen von kurzen Spielen und Reigenvorführungen des BDM.

lD Allendorf (Lahn), 1. Nov. Der hiesige Turnverein hielt in seinem Vereinslokal ein Schauturnen ab. Vereinsführer Albert Luh hieß die zahlreichen Mitglieder und Gäste willkommen, insbesondere die aus beim Militärdienst zurückgekehr­ten Kameraden. Herzliche Worte des Geleits wid­mete er jenen, die jetzt den Zivilrock mit dem Waf­fenrock vertauschen. In eindringlichen Worten warb er dann für die edle Turnsache. Der weitere Ver­lauf des Abends brachte Uebungen der Frauen- und Männerriege an Barren und Pferd, Keulenübun­gen der Turnerinnen: Ballspiele und andere Uebun- qen gefielen außerordentlich und fanden reichen Bei­fall.'Gute Musik verschönte den Abend.

Gießener Schlachiviehmarkt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt (Schlachtviehoerteilungsmarkt) in der Viehoersteige- rungshalle Rhein-Main in Gießen wurden 2 Ochsen, 2 Dullen, 49 Kühe, 30 Färsen, 122 Kälber, 89 Schweine, 50 Schafe aufgetrieben.

Preise: Ochsen 42 bis 45, Bullen 43,5, Kühe 16 bis 43,5, Färsen 29 bis 44,5. Kälber 38 bis 65, Schafe 25 bis 45 Pf. je lh Kilogramm Lebendge­wicht. Für Schweine wurden je Kilogramm Lebend­gewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16, bl (135 bis 149,5 kg) 1,14, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12, c (100 bis 119,5 kg) 1,04, df (unter 100 kg) 0,98. gl (fette Soecksauen) und i (Altschneider) 1,14, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,02 Mark.

Marktverlaui: Großvieh und Schweine ,xn geteilt, Kälber und Schafe ausverkauft.

Mein-Mamische Z^Srse.

Mttagebörse: uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 1. Nov. Das Kundschafts­interesse richtete sich auch heute im wesentlichen auf einzelne Spezialpayiere des Aktienmarktes, an dem die freundliche und zuversichtliche Tendenz fortbestapd, so daß im allaemeinen bei nicht einheit­licher Entwicklung leichte Kurssteiaerunaen von meist unter 1 v. H. überwogen. Die Umsätze erreichten ober keinen größeren Umfang. Der katholische Feier­tag in weiten Teilen des Reiches wirkte sich in ge­ringeren Aufträgen aus. ebenso fehlten zum heuti­gen Monatsbeginn ßimitemeiierungen. In den be­vorzugten Papieren, wie AEG. mit 124 bis 124 50 (124), Westdeutsche Kaufhof mit 105 90 bis 106,50 (105,40). Hoesch mit 120 (119,75) und Verein. Stahl mit 112.90 (112,40), war das Geschäft zeitweise be- le''ter, wobei Abschlnßerwartunqen mitsvielen. Die gestern im Mittelpunkt' stehenden Motorenwerte la­gen schwacher, wobei Daimler 1,50 v. H. nachqoben auf 140 und Adlerwerke 0,40 v. H. auf 114.13. Die übrigen Maschinenwerte blieben gut geholten,- linger 1,13 v. H. fester mit 11? 65. IG -Farben waren nach 0.40 o. H. höherem Beginn später wie­der auf den Vorabendstand von 154 und schließlich bis auf 153,50 ermäßigt ferner bröckelten Mannes­mann nach 114 50 auf 114.25 (114) ob. V-^wienend 0.50 bis 1 v. H. höher notierten noch Elektrizitäts- naniere, jedoch RWE. 0,65 v. H. niedriger mit 124.40.

Am Rentenmarkt war es weiterhin still und die .Marktlage ziemlich ausoeolichen. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. fester mit 130.75. Rei^bahn-VA. 0.25 v. H. höher mit 125 90. In Goldpfandbriefen herrschte zu unveränderten Kursen eher etwas Nachfrage, und in Kommnnal-Obligationen laa im Geaensatz zum Berliner Platz so gut wie kein Angebot vor, so daß die vor wenigen Tagen herabgesetzten Kurse a"s- rechterhalten blieben. Liquidation-Pfandbriefe meist unverändert, Franks. Hpp.0.25 n. SS auf 101.25. Don Stadtanleihen 1928er Darm0->tck 98 (97,50), 1928er Mainz 97,75 (97,50). ^"^'-e-Anleihen bröckelten teilweise 0,25 v. H. ob. Kamm"nol-Um- schuldung halbamtlich unv. 93,80. Reichsaltbesitz im

D Lich, 1. Nov. In Steins Saalbau fand ein unterhaltsamer Abend statt, der, von einer ober- bayerischen Theatergruppe ausgestaltet war und für drei Stunden die zahlreichen Besucher in Atem hielt. Der Abend brachte so ungefähr alles, was man von einer oberbayerischen Unterhaltungstruppe erwarten durste: Schrammelmusik, heitere Szenen, Jodler, Volkslieder, Schuhplattler, Duette, Zither­vorträge usw. Die Zuhörer dankten mit lebhaftem Beifall. Am kommenden Samstag und Sonntag werden Sänger des GesangvereinsCäci- l i a" aus Anlaß der 75-Iahrfeier des Männerge­sangvereinsLiedertafel"-Marburg in Marburg zu Gast fein, um dort eine schon über 40 Jahre be­stehende Freundschaft erneut zu bekräftigen.

)( Ruppertsburg, 1. Nov. Nach der Personen st andsaufnahme vom 10 Okto­ber d. I. zählt unser Dorf 678 Einwohner. Davon sind 334 männlich und 344 veiblich. Nach Altersklas­sen geordnet ergibt sich folgendes Bild: im Alter von 1 bis 20 Jahren = 229, von 20 bis 40 Jahren = 193, von 40 bis 60 Jahren = 154, von 60 bis 80 Jahren = 93, über 80 Jahre = 9 Personen. Der älteste männliche Einwohner, Förster Reeg, ist 88, die älteste Frau, Luise Scheel, ist 85 Jahre alt. Der hiesige Invalide Johannes Dietz wurde am Samstag 77 Jahre alt. Da er langjähriges, treues Mitglied unserer Krieger­kameradschaft ist, brachte ihm Kameradschafts­führer W. Seipp II. die Glückwünsche des Ver­eins dar und überreichte ihm ein ansehnliches Ge­schenk vom Kreisverband Schotten des Reichskrieger- dundes.

Kreis Büdingen.

k. Schotten, 31. Oft. Das Gesundheits­amt Schotten bleibt auch weiterhin der Stadt erhalten. Es sind ihm eine Reihe weiterer Ge­meinden aus dem Niddatal und der Wetterau zu- geteilt worden. Das Haus des Juden Sally Kahn in der Gederner Straße wurde von Gerichts­vollzieher Wagner käuflich erworben. Hinsichtlich der übrigen hier noch vorhandenen Wohnhäu­ser in jüdischem Besitz schweben ebenfalls Verkaufsverhandlungen.

Z Steinberg, 30. Oft. Die hiesige Hand­arbeitslehrerin, Frau Karoline Jost, kann auf eine 3 0jährige Dienstzeit an unserer Volksschule zurückblicken. Wegen der Herbst­ferien mußte die Schulfeier aus diesem Anlaß auf den jüngsten Sonntag verlegt werden. Die Jubi­larin wurde für ihre treuen Dienste durch Schule und Gemeinde geehrt. Ihre jetzigen und früheren Schülerinnen erfreuten sie mit einem Stegreifspiel, mit Gedichten, Gesängen und Geschenken

Z Gedern. 31. Oft. In das neu hergerichtete [©eherner Schloß ist kürzlich ein neuer Jahr- gan-g Arbeitsmaiden eingerückt. Um gleich mit der Einwohnerschaft in Verdiiidung zu treten, ver­anstalteten die Maiden am Samstagabend in ihrem schmucken Heim eine Volksgemeinschafts­feier. In frischen, frohen Szenen wurde das La­gerleben mit seinen Werten der Kameradschaft und des Volksdienstes geschildert. Nach solch gutem Auftakt geht es um so eifriger an die Arbeiten der nächsten Wochen. Denn da sollen die Maiden in den bäuerlichen und kinderreichen Familien Gederns und der Umgegend eingesetzt werden.

Z Ober-Seemen, 31. Okt. Schon lange Zeit herrscht in unserem Dorfe starke Wohnungsnot. Sie soll durch den Bau von zehn Siedl ungs- Häusern beseitigt werden. Das erste Haus ist nun fertiggestellt und eröffnet die Baureihe. Einfach und doch schmuck und geräumig entsteht hier eine «Siedlung, die unser ganzes Dorf verschönt.

Verlaufe bei lebhaften Umsätzen 131 nach 130,75 und so weiter gefraaf.

In der zweiten Börsenstunde war die Kursentwick­lung weiter etwas schwankend, Spezialwerte waren weiter f e st. Im Vordergrund blieben Verein. Stahl mit 113,25 nach 112.90 und vorübergehend 112.65 sowie Westdeutsche Kaufhof mit 107,50 und so Geld nach 106,50. Auch auf den anderen Märkten mar überwiegend eine leichte Befestigung zu ver­zeichnen, ohne daß sondersiche Umsätze vorlagen. Bei"' den später notierten Werten betrugen die Abwei­chungen 0,50 bis 1 v. H., Schiffahrtsaktien weiter rückläufig, und zwar bis zu 1,50 v. H., Hapag 76,50 (78). Am Einheitsmarkt war die Haltung ebenfalls vorwiegend fester, insbesondere Bank- und Hypo­thekenbankaktien blieben gesucht.

Der Freiverkehr hatte ruhiges Geschäft, wei­ter fest Ufa-Aktien mit 85,50 (84,-50). Sonst nannte man: Dingler 101.50 bis 103,50, Katz & Klumvp 101 bis 104. Eliäss. Bad. Wolle 93,50 bis 95,50, Verein. Fränk. Schuh 78,50 bis 80,50. Tagesgeld wieder leichter mit 2,50 (2,75) v. H.

Abendbörse zuversichtlich.

Bei ruhigem Geschäft war auch die Abendbörfe zuversichtlich und auf vielen Gebieten des Aktien­marktes zogen die Kurse durchschnittlich 0,2-5 v. H. an. Die Beteiligung der Kundschaft war freilich klein, auch der Berufshandel betätigte sich nur we­nig. Auf Käufe aus diesen Kreisen blieben ober Westdeutsche Kaufhof fest mit 108 (107,50) bei ver­hältnismäßig lebhaftem Umsatz. Ebenso hotten Ver­ein. Stahl mit unv. 113,25 einiges Geschäft. Bude­rus zogen 0,50 v. H. an auf 114,75, Hoesch Eisen 0,25 v. H. auf 120, dagegen Ilse Genuß 138 (138,-50). JG.-Farben lagen zwar 0.25 v. H. gebessert auf 153,75, fedoch sehr ruhig. Auch an den übrigen Märkten war das Geschäft klein und die Kurse vor­wiegend nominell. Von Bankaktien Effektenbank weiter fest mit 91,75 (91,25), ebenso erhöhten sich die mittags nicht gefolgten Dresdner Bonk um 0,13 v. H. auf 114,13. Don Schiffahrtsaktien erfuhren Hapag einen weiteren leichten Abstrich auf 76 (76,50). Im Freiverkehr wurden Katz 9- Klumpp zu 103 (101) gesucht. Am Anleihemarkt gingen Reichsaltbesitz Mit unv. 131- verhältnismäßig leb­haft aus dem Verkehr, 5proz. AEG. von 1936 ge­wannen gegenüber der Notiz vom 31.10. 0.25 n. H. auf 102.25. Kornmunal-Umschuldung lagen 2V8 Pf. besser mit 93,825.

Aranksurke- Schlachtviehmarkt.

Fränkfurt a. M., 1. Nov. Auftrieb: Kälber 332 (gegen 349 am 25. Okt.), Hämmel und Schafe 624 (591), Schweine 1800 (2088). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in Mark: Kälber, andere, a) 62 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59),

c) 45 bis 50 (48 bis 50), d) 35 bis 40 (35 bis 40).

Hämmel b2) 46 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45

(40 bis 45), d) 34 bis 38 (32 bis 38). Schafe!

a) 38 bis 42 (39 bis 42), b) 33 bis 37 (33 bis 38),

c) 20 bis 32 (20 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53). d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58), g2) 52 (-). Mrn-k'rcrtauf: Kali her und Schweine gnigriciit, Hümmel und Schafg lebhaft.

Aus -en Gießener Gerichtssälev.

Amtsgericht Gießen.

Gestern hatten sich vor dem Amtsgericht die Ehe­leute R. aus Gießen, und zwar die Ehefrau wegen Diebstahls in mehreren Fällen und Verleumdung, der Ehemann wegen Verleumdung, zu verantwor­ten. Der Angeklagten wurde zur Last gelegt, jahre­lang bei verschiedenen hiesigen Geschäftsinhabern, wo'sie als Aufwartefrau tätig war, Gegenstände, in der Hauptsache Wäschestücke, im Werte von meh­reren hundert Reichsmark nach und nach entwendet zu haben. Sie konnte dieses Treiben eine Reihe von Jahren hindurch unbemerkt fortsetzen, weil man ihr überall das größte Vertrauen schenkte und ihr kein Mensch etwas derartiges zutraute. Im Laufe der Ermittlungen verleumdeten beidtz Angeklagten den Beamten der -Polizei, der die Ermittlungen leitete, indem sie behaupteten, dieser stehe mit der Haupt- belastungszeugin in einem vertraulichen Verhältnis und sei auch auf einem Geburtstag in deren Familie eingeladen gewesen, obwohl nachweislich hieran kein wahres Wort war. Beide Angeklagten beftritten die ihnen zur Last gelegten Verfehlungen. Besonders die angeklagte Ehefrau verwickelte sich in groteske Wi­derspruche, indem sie im gleichen Atemzuge einen Teil der Wäschestücke, die sich auf dem Verhand­lungstisch auftürmten, als ihr Eigentum anerkannte, dies aber sofort widerrief. Im übrigen behauptete sie, die Gegenstände rechtmäßig erworben zu haben. Sie konnte jedoch des Diebstahls in sechs Fällen eindeutig üb erführt werden. Das Gericht erkannte gegen sie wegen Diebstahls in sechs Fällen, sowie Verleumdung auf eine Gesamtstrafe von zehn Monaten Gefängnis, während der Ehe- mann wegen Verleumdung mit drei Monaten davonkam.

Große- Strafkammer Gießen.

Der Fr. Pf. aus Bad Vilbel war noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Das änderte sich aber bald, als er die Bekanntschaft der Frau St. machte und in ein Abhänaigkeitsverhältnis zu ihr geriet. Da feine Mittel nicht ausreichten, um seiner Freun­din Geschenke zu machen und um mit ihr auszu­gehen, reifte in dem Angeklagten ein verhängnis­voller Plan. Er fertigte sich eine Sammelliste an, versah sie mit einem Stempel und machte sich nun ans Sammeln. Da er oorgab, für die Ostmark zu sammeln, gaben viele Volksgenossen nach besten Kräften ihre Spenden. Um möglichst viel Geld zu ergattern, erhöhte der Angeklagte noch verschiedene eingezeichnete Beträge. Er glaubte, daß er auf diese Weise die späteren Spender veranlassen könnte, mehr zu geben. Der Angeklagte erbeutete auf diese Art mehrere hundert Mark, die er für und teilweise auch mit seiner Freundin ausgab. Der seither noch nicht vorbestrafte Angeklagte erhielt wegen schwerer Urkundenfälschung, Betrugs und Vergehen gegen das Saxnmelgefetz eine © e fäng= nisftrafe von 1 Jahre. Die Untersuchungs­haft wurde dem Pf., der geständig war und den Schaden ersetzt hatte, angerechnet.

Die Ehefrau H. Sch. aus Gießen hatte wegen Gebrauchmachens einer verfälschten Urkunde und Betrugsversuchs durch das Bezirksschöffengericht eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten erhalten. Gegen dieses Urteil hatte die Angeklagte Berufung eingelegt. Die gestrige Hauptverhandlung vor der Großen Strafkammer ergab im wesentlichen das gleiche Bild, wie in der ersten Instanz. Das Gericht verwarf ihre Berufung und verurteilte sie, unter Zubilligung mildernder Umstände im allgemeinen, zu einer ©efängnisftrafe von drei Mo­naten.

Ein Mann aus Wieseck erhielt wegen Abtreibung eine Gefängnisstrafe von-7 Monaten. Ein Monat und 27 Tage Untersuchungshaft werden dem bisher nicht vorbestraften Angeklagten auf feine Strafe angerechnet.

Schöffengericht Gießen.

Gestern hatte sich vor dem Schöffengericht die K. W. aus Frankfurt wegen schwerer Urkunden­fälschung und Bettugs zu verantworten. Die An­geklagte war bei einer auswärtigen Firma als Propagandistin und Werbeleiterin für den Verkauf von Bohnerwachs tätig und bezog neben einem Fixum von 7 Mark täglich Provision. Sie hatte ihrer Firma über die Anzahl der von ihr befuchten Drogerien und Einzelhändler sowie über die Höhe der erteilten Aufträge Rechenschaft abzulegen. In diesen Berichten fingierte die Angeklagte in zwei Fällen Besuche und Bestellungen, obwohl sie diese nicht vorgenommen hatte, bzw. sie übersetzte einen ihr erteilten kleineren Auftrag ganz enorm, um sich die entsprechende Provision auszahlen zu lassen. Die Angeklagte war restlos geständig und be­hauptete, in Not gehandelt zu haben. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf eine Gefängnisstrafe von drei Mo­naten.

Sodann wurde unter Ausschluß der Öffentlich­keit gegen die M. Sch. und die A. H., beide aus Groß-Karben, wegen Abtreibung verhandelt. Die Angeklagten, von denen die letztere bereits wegen gewerbsmäßiger Abtreibung mit Zuchthaus vor­bestraft ist, hatten im Vorverfahren ein umfaffen- des Geständnis abgelegt, so daß das Gericht für die Hauptverhandlung von der Ladung der Zeugen 'abgesehen hatte. Überraschenderweise widerriefen beide Angeklagten in der gestrigen Hauptoerhand­lung ihr Geständnis und stellten die Tat aufs ent­schiedenste in Abrede. Da das Gericht nunmehr ohne die Zeugen nicht weiterkommen konnte, mußte die Verhandlung vertagt werden. Gegen beide An­geklagte erging jedoch wegen Devdunklungsgefahr Haftbefehl.

Eine weitere Sache gegen zwei Einwohner aus Nieder-Florstadt wegen widernatürlicher Unzucht konnte ebenfalls nicht zum Abschluß gebracht wer­den, da der eine Angeklagte zum Termin nicht er­schienen war. Gegen ihn erging gleichfalls Haft­befehl.

Aus -er engeren Heimat.

Oirigentenjubiläum in Wieseck.

25 Jahre sind es am vergangenen donntag ge­wesen, daß Ndusiklehrer Philipp Groß (Wieseck) seinen ersten Gesangverein übernahm. Er ist ge­borener Anneröder. Als junger Mensch schloß. sich schon vor dem großen Kriege dem durch ferne Leistungen bekannten GesangvereinHeiterkeit seines Heimatortes an. Hier lernte er dasChor- letterhandwerk" zuerst kennen. Viele hielten es jur ein großes Wagnis, daß sich 1913 der üßieferfer GesangvereinEintracht" den noch nicht bewahrten jungen Mann zum Dirigenten erwählte. Bald jeigte es sich, daß man einen guten Griff getan hatte. Weitere Vereine folgten dem Wiefecker Beispiel. Nach dem Kriege nahm Groß seine Tätigkeit wie­der auf, und seiner gewissenhaften und sachkun­digen Arbeit ist es mit zu verdanken, daß die Män- nerchorsache in unserem Kreis in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder auf eine beachtliche Höhe kam. Bei Wettstreiten und Wertungssingen wurde dann auch feine Arbeit stets von Fachleuten als hervor­ragend anerkannt.

Am Sonntag hatten sich die sieben von ihm ge­leiteten Vereine in Wieseck zu einer schlichten und doch eindringlichen Feier zusammengefunden, um am Ehrentag ihres Chormeifters ihre Dankbarkeit und Verbundenheit öffentlich zu zeigen. Jeder der Vereine aus Wieseck Gießen, Rodheim (Bieber). Niedergirmes, Waldgirmes, Krofdorf und Annerod zeigte in feinen Vorträgen die gediegene Schule

eines Mannes, der seinHandwerk" aus dem Fun­dament versteht. Reicher Beifall der Zuhörer war wohlverdienter Lohn.

Führende Persönlichkeiten der Sänger aus der Provinz und dem Kreis ehrten den Jubilar durch ihr Erscheinen. Seine großen Verdienste und Fähigkeiten wurden hervorgehoben durch Ansprachen von Provinzführer Wendler (Bad-Nauheim), Sängerkreisführer Müller (Gießen), Kreischor­leiter Blaß (Gießen). Der -Vorsitzende der Wie- secker Sängervereinigung sprach in herzlichen Wor­ten für all die Sänger und überreichte ein Geschenk. Durch den Gau wurde Dirigent ©roß zum Ehren­chormeister ernannt. In volksgemeinschaftlicher Ver­bundenheit trug die ©efangsabteihing des Turnver­eins Wieseck im Verein mit Lollar, unter Chorleiter Meier, durch Darbietungen zur Hebung der Ver­anstaltung bei. Der Jubilar dankte in bewegten Worten für alle Anerkennung zu seinem Ehrentag und versprach, auch weiterhin gern seinen Dienst am deutschen Lied weiter zu tun. Zum Schluß dankte Bürgermeister Euler allen Erschienenen und schloß seine Ausführungen mit dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. Frohe Geselligkeit hielt die Feiernden dann noch lange beisammen.

Goldenes Dokioriuöiläum.

! Lpd. Friedberg, 31. Okt. An diesen Tagen feierte der frühere Kreisarzt, Obermedizinalrat Dr. Nebel, fein Goldenes Doktorjubilä u m. i Der Jubilar promovierte 1888 in Würzburg. Dr.

Wirtschaff.