Aus der Stadt Gießen
fest.
rente i und Sachbearbeiter des Kreisamts Gießen Sta vor. Anschließend wurde von den Referenten kurz! Tod".
(Nachdruck verboten!/
22. Fortsetzung.
boi
Reportage, die sich gewcrichen hat'." seufzt Schorsch.
Hitler-Jugend Bann 116.
Stamm 1/116 Gießen.
Wenn Karajan erfährt, daß das Geld von der Frau koiyrnt, die damals hinter Meßdorf stand, rückt er , ab. Du kennst ihn doch genügend. Er ist viel zu stolz, um das anzunehmen."
„Hm." Wernicke überlegt. „Wir spielen ein ge-
Stadttheater: 19.30 bis 22.30 Uhr „Dantens . — Gloria-Palast (Seltersweg): „Fracht von
voller Motorenkraft, so daß es lange und gut beobachtet werden konnte. „Graf Zeppelin" befand sich, wie aus einer gestrigen Notiz im „Gießener Anzeiger" hervorging, von Friedrichshafen her aus der Fahrt nach Frankfurt a. M., wo es gegen 15 Uhr im Welt-Luftschiffhafen Rhein-Main erwartet wurde.
Hubertus-Zagd des Standorts Gießen
Hierauf stellte Kreisdirektor Dr. Lotz den Bürgermeistern der neuen Kreisgemeinden die Refe-
jetzt zu wissen, daß die von uns (, den als vollberechtigte Mitglieder in die Kreis- die Regierungsrate
„Gut! Fangen wir an!" ... Na, und wenn der beginnt zu arbeiten, wenn er so richtig warm dabei wird, dann vergißt er sein Geburtsdatum und lebt auf einem andern Stern."
„Gebe Gott, daß alles so geht, wie Sie sich's denken, Fräulein Westner!" Hägebarth ist aus seiner Ecke hervorgekommen und drückt ihr die Hand. „Ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen. Aber ... was Sie da vorhaben, ist eine Sache, die junge Kraft erfordert. Dafür bin ich zu alt. Sind Sie mtr sehr böse, wenn ich nach dem Verkauf der „Vereinigten" zu meiner Tochter nach München ziehe?"
Karola sieht ihn lange an. „Hägebarth, guter, alter Hägebarth! Sie haben sich die Ruhe ihres hohen Alters reichlich verdient!"
„Und Sie halten mich nicht für fahnenflüchtig?" „Aber alter Freund! Wie kann ich so undankbar sein! Nein, im Gegenteil! Nur eine Bedingung stelle ich, ehe ich Sie gehen lasse: Ich darf einmal bei Ihnen da unten zu Gast sein. Ich werde mich sehr bescheiden und still verholten!"
„Sie werden immer bei Ihrem alten Freund Hägebarth eine Stätte finden, wo man Sie versteht und ... liebt, Fräulein Karola! Es kann ja einmal der Tag kommen, wo Sie so etwas brauchen. Denn ich habe Sorge, ob das mit Karajan gut geht. Wollen Sie nicht doch gleich die volle Wahrheit sagen?"
„Nein. Er hat seine Arbeit und sein Lebensziel durch mich verloren. Und er brauchte ein Ziel, nicht in den Wolken, sondern auf der Erde. Das will ich ihm geben in doppeltem Sinn: seine Arbeit ... und dann ... er arbeitet für unser Heim, für unser neues gemeinsames Leben. Das wird ihm den stärksten Austrieb geben. Erfährt er, daß ich ... mm, daß ich an seinem Unglück und an seinem Glück schuld bin, ist das alles sinnlos ... für ihn. Er wird sich eher die Hand abhacken, als von mir auch nur die geringste Unterstützung dulden. Oder sind seine beiden Freunde, die ihn am genauesten kennen, anderer Meinung?"
Günther schüttelt den Kopf. „Nein, das stimmt. Sie sind klüger, als ich es bei einer Frau für mög- lieh gehalten habe."
„Darum laß ich ihn schaffen, darum soll er das Gefühl haben, daß er allein aus seiner Kraft den Grund legen muß, auf dem unsere Ehe stehen wird."
Die beiden Freunde nicken schweigend. Sie begreifen, daß dieses Mädchen in ahnendem Gefühl den Urgrund männlichen Strebens erkannt hat: das Leben aus eigener Kraft zu zwingen. Dieses Mädchen hat es mit liebendem Sinn erspürt, es bnt nicht gegrübelt, sondern sein Herz geftaqt und gebandelt. Das konnten sie mit all ihrer Freundschaft nicht
Am kommenden Sonntag, 6. November, findet die erste Wochenendschulung des Stammes 1/116 in Gießen statt. Es nehmen daran teil: Die Führer der Gefolgschaften, Scharen, sowie Kameradschaften. Außerdem die Mitarbeiter der Gefolgschaften. Dienstanzug: Winteruniform ohne Mantel.
Am Mittwochabend, 2.11., um 20.15 Uhr, ist eine Besprechung der Gefolgschaftsführer und Sonder- einheitsführer des Stammes 1/116 (Gießen) auf der Dienststelle des Stammes (Seltersweg).
Theaterring der Hitler-Jugend.
Die Mitglieder des Theaterringes, deren Mitgliedskarte den Vermerk „Mjttwoch-Miete" trägt, besuchen die heutige Vorstellung von„ „Danton5 Tod", Revolutionsdrama von Georg Büchner. Beginn der Vorstellung um 19.30, Ende 22.30 Uhr.
£3.130 „Graf Zeppelin"' über Gießen
Gestern gegen 11.30 Uhr erhielt unsere Stadt unvermutet den schon langerwünschten Besuch des neuen Luftschiffes LZ 130 „Graf Zeppelin". Nachdem das Luftschiff auf seiner großen Deutschlandfahrt vor etwas über Monatsfrist einmal zu nächtlicher Stunde über unserer Stadt erschienen und damals nur von wenigen beobachtet worden war, hatten gestern viele Volksgenossen die Möglichkeit, das stolze Luftschiff zu bewundern. Nichtsdesto- weniger mag vielen der Anblick entgangen sein, denn es war kaum ein Motorengeräusch zu hören, das die Aufmerksamkeit hätte herausfordern können. Biele Volksgenossen sind sicherlich erst auf den Ruf von der Straße her: „Der Zeppelin!" an die Fenster geeilt, um dann noch am trüben November- Himmel zu suchen, wo. sich das Luftschiff wohl befinden mochte. Schließlich war es aber, trotz des geringen Motorengeräusches und trotzdem es wie eingehüllt in Wolkenschleiern erschien, doch nicht zu übersehen, und so freute sich jedermann darüber, nun auch dieses Luftschiff gesehen zu haben. Das Luftschiff flog sehr langsam und sichtlich nicht mit
aufwiegen, bas vermochte alle Kameradschaft nicht. Das konnte nur eine Fran, die liebt.
„Ich danke Ihnen! Und Sie, Herr Hausmann?"
„Bin ganz Ihr Sklave!"
Die Augen, denkt Schorsch, was hat das Mädchen für helle Augen! Sie können einem beinahe wehe tun. Hat dieser Karajan ein Schwein!
„Ich will den Kaufpreis, den ich von der „Union'* erhalte, zum Aufbau eines neuen Werkes benutzen. Das Gelände dazu ist im Besitz meiner Tante. Es liegt hier bei Dresden, drüben auf der Blasewitzer Seite. Tante Therese hat es geerbt. Sie wird es mir ohne weiteres zur Verfügung stellen. Wir spa- ren also schon die Summe für das Grundstück. Die Leitung des Aufbaus soll mit einem Architekten zusammen Doktor Karajan übernehmen. Er soll vollkommen freie Hand haben. Ich habe außerdem einen tüchtigen Ingenieur, von dem ich allerlei erhoffe ... jener kluge junge Mann, Herr Hägebarth, der neulich den Einwurf machte, man müßte auf Karajans Arbeiten zurückgreifen. Der Mann hat nicht nur technisches Können, er ist auch Künstler. Er wird die ersten Entwürfe liefern."
„Weiß denn Karajan schon Bescheid?" fragt Gün« ther nun dazwischen. Karola schüttelt den Kopf.
„Natürlich nicht. Deshalb habe ick Sie ja rufen lassen. Sie sollen ihm mitteilen, daß Sie eine Firma ausfindig gemacht haben, die an seiner Erfindung sehr interessiert ist. Den Neuaufbau soll er vollständig leiten, wenn er den Mut hat, seine Pläne in die Praxis umzusetzen. Es stehen ihm fast eine Million Mark zur Verfügung."
„Donnerwetter!"
Schorsch reibt sich das Kinn. „Das ist doch allerhand! Und das wollen Sie so ohne weiteres in eine Sache hineinstecken, die auch schief gehen kann?"
„Ich würde das Geld lächelnd irgendeiner Stiftung schenken und mit Karajan mein Leben lang trockenes Brot essen, Herr Hausmann", lächelte Karola. „Sollte ich da nicht soviel Zuversicht haben, es für die Erfindung eines Mannes zur Verfügung zu stellen ... an den ich glaube, an den ich auch als Erfinder glaube? Oder soll ich ibn der Gefahr aus» setzen ... wieder irgendwo Schiffbruch zu leiden?"
„Fräulein Karola?" Schorsch meldet sich. „Darf ich Ihnen etwas ... etwas Abschließendes fagtzn?"
„Bitte!"
„Entschuldigen Sie ... aber Sie sind das, was man unter Mannsleuten einen anständigen, feinen Kerl nennt. Sie können immer auf mich zählen. Entschuldigen Sie die etwas ulkige Form ... ober es ist ehrlich gemeint."
(Fortsetzung folgt!)
„Lieber, alter Freund", sagt sie und legt ihm die Hand auf die seine, „Sie meinen es ja gut, aber lassen Sie nur — Trost brauche ich nicht. Nein, die Karola Westner ist noch aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihr Großvater. Sie kann entschlossen sein. Und das ist sie jetzt. Also flipp und klar: Ich habe mich entschlossen, das Angebot der ,Union AG? anzunehmen. Ich verkaufe."
„Mein Gott", flüstert Hägebarth, „und was soll aus den Leuten werden? Die ,Union' legt doch still. Das ift so gut wie sicher."
„Darüber zu beraten, habe ich Sie und die beiden Herren hergebeten. Wir alle haben bisher nicht weiterfinden können, wußten nichts was wir tun sollten. Ich glaube ich habe eine Lösung gefunden. Ich werde einen neuen Werkstoff Herstellen."
„Um Himmels willen!" Hägebarth ist vor Entsetzen aufgesprungen. „Dann werfen Sie Ähr Geld ich lieber gleich zum Fenster hinaus!" Ganz leise weist ihn Karola zurecht. „Abwarten!" lächelt sie. „Ich war nämlich noch nicht ganz fertig. Äch werde Preßsioff Herstellen nach dem Verfahren
gemeinlchast Ausnahme smoen uno uns oie gieiajt Betreuung zuteil wird, wie den disheriaen Gemeinden des Kreises Gießen. Diesem Kreise schließen wir uns nun freudigen Herzens an und sehen hoffnungsvoll in die Zukunft; dies um so mehr, als wir durch die zielbewußte Staatsführung unseres genialen Führers immer wieder von neuem die nötige Kraft und Stärkung erhalten. Anläßlich ies heutigen, für die Laubacher Ecke so bedeutungsvollen Ereignisses spreche ich gleichzeitig irn Namen der übrigen Berufskameraden der umliegenden Orte, daß wir jederzett von dem guten Willen der gedechlichen Zusammenarbeit beseett sind und in dieser Stunde erneut geloben, uns bei unserer weiteren verantwortungsvollen Amtsführung wie seither stets unermüdlich einzusetzen zum Wohle der
Einen schönen reitsportlichen Höhepunkt im Ablauf des Jahres bedeutet nun schon seit Jahren die traditionelle Hubertus-Jagd. In diesem Jahre wird ie wieder von der III. Abt. Art.-Regt. 9 angelegt, und sie findet am kommenden Freitag, 4; November, tatt Unter Voranritt des Trompeterkorps des Art.-Regts. 9 reiten sämtliche Teilnehmer um 13 Uhr von der Artilleriekaserne ab durch die Stadt zum Platz des Stelldicheins. Die Kavalkade nimmt )abci folgenden Weg: Artilleriekaserne, Kaiserallee, üudwigsplatz Neue Bäue, Neuenweg, Seltersweg, Frankfurter Straße, Klein-Linden. Um 14 Uhr ist Stelldichein am Lahnknie, einen Kilometer südlich von Heuchelheim. Das „Halali" wird im Wiesengrund, in der Nähe eines einzeln stehenden Baumes, etwa 500 Meter südwestlich von Heuchelheim, geblasen. Nach dem Abschluß der Jagd findet dort auch das Fuchsschwanzreiten statt. Für die Zuschauer ist der Erdwall, 300 Meter nördlich der Lahnbrücke und etwa 400 Meter südlich von Heuchelheim, günstig. Um 15.30 Uhr wird zum gemeinsamen Rückmarsch aller Jagdteilnehmer zur Artilleriekaserne aufgebrochen.
Kinderreiche und Reichsmütterdienst.
Der Reichbund der Kinderreichen hatte vor einigen Tagen seine Mitglieder im „Burghof" versammelt. Es waren nicht nur viele aus Gießen, sondern auch aus den umliegenden Orffchaften erschienen.
Abschnittswart Pg. Prof. K l i e w e wies zunächst auf die Ereignisse der letzten Monate und Wochen hin und ermahnte die Mitglieder, dem Führer dadurch den schuldigen Dank abzustatten, daß sie sich in Zukunft mit noch größerer Begeisterung und Kraft an der friedlichen Aufbauarbeit des Dritten Reiches beteiligen. Der RDK. beginne seine Arbeiten, die er in den kommenden Wintermonaten durchführen wolle, mit der Schulung der Mütter.
Schwester Emmely G o b b e r 5 , Kreisabteilungsleiterin vom Reichsmütterdienst, hatte die Gelegenheit wahrgenommen, in längeren Ausführungen zu den Kinderreichen zu sprechen. Sie sagte u. a.: „Es ist eine große Ehre für die Kinderreichen, dem Reichsbund angehören zu dürfen. Da sie d i e deut« schen Mütter und Väter sind, tragen sie die größte Verantwortung für den Aufbau des Volkes in sich. Es war nicht leicht für unsere Mütter, immer deutsche Mütter zu bleiben. Früher galt vielfach die Frau - nur dann etwas, wenn sie im öffentlichen Leben stand. Kinder wollte man nicht mehr haben. Die Liebe zum Kind wurde erstickt. Mann und Frau wollte man auseinanderreißen. Fremdes Gift und • artfremde Blutoermischung führten zur inneren Zersetzung und Entartung des Volkes. Zu der Zeit aber, als die Parteikämpfe tobten, als Neid, Haß und Mißgunst herrschten, als die Achtung vor der Familie immer mehr schwand, waren es die deut-, scheu Mütter, die dem Führer die Treue hielten. Der Führer wußte das, er hatte immer an den Bestand unseres Volkes aus seinen gesunden Kräften geglaubt Deshalb hat er für die deutsche Mutter das Wort geprägt: ,^n meinem Staat ist d i e Mutter d i e wichtig st e Staatsbürge- rin!" Mit Recht! Denn die Mutter ist der Quell unseres Lebens und einer nie endenden Liede, sie ist der Mittel- und Lichtpunkt des Heimes, sie hält die Familie zusammen. Sie sorgt von früh bis spät für ihren Mann und ihre Kinder. Das Leben der Frau bedeutet Opfer und Entbehrung, Mut und Entschlossenheit. Um die gewaltigen Aufgaben als Frau und Mutter aufs beste erfüllen zu können, hat sich der Reichsmütterdienst helfend eingeschaltet. Er ; will den erbgesunden Frauen und Müttern nicht nur fachliche Kenntnisse vermitteln, sondern darüber hin» aus die Maßnahmen des Staates verstehen und bejahen lernen. Ihr Wissen soll gefördert, ihre Liebe i vermehrt und ihr Kameradschaftsgeist gestärkt wer- , den, damit sie in allen Lebenslagen und allen Le- i benstagen ihren Aufgaben gerecht werden können, t In Schulungskursen werden die Frauen zu körper
kleine IM mil großem Ml
Roman von Kurt Riemann
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa
Gesamthett.
In diesem Sinne begrüße ich Sie alle nochmals herzlichst im altehrwürdigen Städtchen Laubach.
/ Bürgermeister Euler, Wieseck,
/ als Vorsitzender der Kreisabteilung Gießen des Deut
* schen Gemeindetages überbrachte den neuen Kreisgemeinden die herzlichen Grüße dieser Körperlchast und ihres Landesdienststellenleiters. Er betonte dann, daß die Arbeit der Kreisabteilung Gießen keinem Selbstzweck diene, sondern in engster Zusammenarbeit mit der Aufsichtsbehörde nur dem Wohle der Gemeinden und damit dem Wohle des gesamten Vaterlandes gewidmet sei. In unserem Kreisdirektor / Dr. Lotz habe der Kreis Gießen einen Mann an / der Spitze, der den Aufgaben und der Arbeit der Bürgermeiste vollstes Verständnis entgegenbringe, und dem dafür herzlicher Dank gebühre. Diese Feier sei nur einem kleinen Abschnitt des großen Geschehens in der Neuordnung unseres deutschen Vaterlandes gewidmet, aber dieser Abschnitt habe für unsere Heimat doch besondere Bedeutung. Wir alle könnten und wollten froh sein, daß wir mitarbeiten dürften an dem großen Aufbauwerk unseres Führers. Kein anderer Zeitabschnitt der deutschen Geschichte sei mit unserer großen Zeit vergleichbar. Jeder von-uns habe die Verpflichtung, an diesem großen Werke so mitzuarbetten, daß jeder vor sich selbst und vor seinem Volke bestehen könne. „Wir werden weiter- marschieren" für Führer, Volk und Vaterland.
Direktor Dr. Hopfenmüller
als Vertreter des Kreisleiters, entbot den neuen Kreisgemeinden den herzlichen Gruß des Kreisleiters, der Politischen Führung des Kreises Wetterau und damit den Gruß der gesamten Partei schlechthin. Er betonte, es sei ihm eine besondere Freude, auf dieser Tagung in Laubach zu den Bürgermeistern sprechen zu können,'da von jeher zwischen der Kreisleitung und der Laubacher Ecke die engsten Bindungen bestünden. Diese Bindungen erstreckten sich über die verwaltungsmäßigen Vorgänge hinaus auch auf die rein persönlichen Beziehungen. Der Redner erinnerte in diesem Zusammenhang an den früheren Kreislester und Standartenführer Graf Bernhard zu Solms-Laubach, der mittlerweile verstorben und zur letzten Ruhe in Laubach gebettet ist. Diese Zusammengehörigkeit zwischen der Kreisleitung und der Laubacher Ecke sei organisch gewachsen, sie sei für beide Teile eine Selbstverständlichkeit, die auch vom Volke erstrebt werde. Die Kreisleitung habe daher diesen Anschluß der Laubacher Ecke an den Kreis Gießen warm begrüßt. Ihre besondere Fürsorge und ihre Aufmerksamkeit werde sich immer auch auf diese Gemeinden erstrecken, denn sie habe dabei das schöne Bewußtsein, daß sie dadurch nicht allzu viel i Mehrarbeit erfahren. Jedoch brauche die Kreisleitung die Mitarbeit dieser Gemeinden, damit das Zusammenwirken immer fruchtbar sei zum Wohle des Ganzen, getragen von dem alten nationalsozialistischen Kameradschaftsgeist für alle Zukunft.
Die Tagungsarbeit.
wagtes Spiel. Ob es nicht doch besser wäre, ihm | „Uebrigens ... wie ich Karajan kenne, macht sich einfach reinen Wein einzuschenken? Mir ist bei all der einen Dreck daraus, wer ihm das Kapital gibt, diesem Versteckspielen unbehaglich. Schließlich kann Wenn mir kommen und erklären: „Die Sache ist er ja das Kapital an jeder andern Stelle erhalten!"! sauber und in Ordnung", dann nickt er und sagt:
geleiteten Gemein- T über ihre Aufgabengebiete berichtet. Dabei gaben ien ais vouverecyngre lutugueuer in die Kreis- die Regierungsräte Weber, Dr. Krüger und Gemeinschaft Aufnahme finden und uns die gleiche ’ Dr. Fuhr wichtigen Aufschluß über die Gebiete, - ■ v . :— m. die sie als Referenten zu betreuen haben, und sie
stellten sich den Bürgermeistern als Helfer, Ratgeber und Mitarbeiter jederzeit gerne zur Verfügung.
Baltimore." — Lichtspielhaus (Bahnhofftrahe): „Steputat & Co." — Goethe-Bund und Kaufmännischer Verein: 20 Uhr in der Neuen Aula der Landesuniversität: Großkundgebung zur Woche des Deutschen Buches 1938; Agnes Miegel lieft aus eignen Werken. — Gesellschaft Liebig-Museum: 19.45 Uhr im Physiologischen Institut, Friedrich- traße 24, geschäftlicher Teil außerordentliche Jahresversammlung; 20.15 Uhr Vortrag Professor Dr. Bürker „Zur Kenntnis der Galle seit Liebigs Zeiten". Gäste willkommen. — Oberhessischer Kunstverein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Turmhaus am Brand.
Erste Wiederholung „Danlons Tod".
Heute abend erste Wiederholung von „Dantons Tod", Drama von Georg Büchner. Spielleitung: Dr. Hannes Razurn, Bühnenbilder: Karl Löffler. Mittwoch-Miete, 6. Vorstellung. Anfang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr.
fiolonialabenb des Reichskolonialbnndes.
Arn kommenden Samstag, 5. November, veranstaltet der Reichskolonialbund in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsvereins (Club) ein Kolonial-
des Doktor Karajan."
Das schlägt ein wie ein Bombe. Die beiden Freunde springen auf.
„Hat Ihnen der Doktor die Sache übergeben?"
„Bis jetzt hat er noch keine Ahnung, wer ich bin; er darf es aych nicht eher wissen, bevor das neue Werk steht."
„Also gewissermaßen .. hinter seinem Rücken sollen wir arbeiten?" fragt Wernicke. „Das ist eigentlich reichlich sonderbar."
Doch Schorsch, der fixe, wendige, hat bereits begriffen.
„Gar nicht sonderbar!" zerstreut er seines Freundes Mißtrauen. „Verstehe ich sogar vollkommen.
Der Schnupfen.
Es ist ein Kreuz mit dem Schnupfen. Kaum, daß es auf den Winter zugeht, stellt er sich ein. Nicht etwa nach entsprechender Anmeldung! Bewahre! Plötzlich ist er einfach da und fällt mit List und Tücke den Menschen an. Und der Ahnungslose, der eben noch frisch und kregel seine Straße wanderte, wird sofort von einem heftigen Prickeln in der Nase gepeinigt, das sich unter gewaltigen Erschütterungen löst, um kurz darauf aufs neue wieder zu be-- ginnen. Ein reizendes Spiel!
Gestern saß ich in einem Omnibus, in dem der Schnupfen wahre Orgien feierte. Ein dicker Herr war bereits unter vernehmlichem Niesen eingestiegen, als ihm eine Dame folgte, die chr Taschentüch- lein fest an die gerötete Nase- preßte. Während der dicke Herr mein Nachbar wurde, nahm die Dame gegenüber Platz. Und als bann der Omnibus seinen Weg durch die Straßen nahm, konnte ich einen regelrechten Schnupfenwettstreit erleben. „Hatschi!" trompetete der dicke Herr mit dumpfem Schall, und ,^Hatschi" antwortete regelmäßig die Dame um eine Oktave höher. Dazu kam aus dem Hintergrund des Wagens in längeren Abständen ein „Hatschi", das etwa die Mittellage hielt. Es war geradezu ein ideal abgestimmtes Nieskonzert, das sogar einen gewisien Rhythmus einhielt.
Wer den Schaden hat, braucht bekannllich für den Spott nicht zu sorgen, und so machten die nicht vom Schnupfen befallenen Fahrgäste durchaus fröhliche Gesichter. Hätten sie angesichts dieser der Komik nicht entbehrenden geräuschvollen Darbietung etwa Leichenbittermienen aufsetzen sollen? Vielleicht wäre das dem dicken Herrn mit dem dumpfen „Hatschi" passender erschienen, so aber fand er Grund, sich aufzuregen. Ob es den Leuten etwa Spaß mache — Hatschi! — wenn er — Hatschi! — vom Schnupfen geplagt sei, brummte er zwischen seinen prustenden Erschütterungen. Dazu blitzte er mich drohend von der Seite an, während die Dame gegenüber gewissermaßen beipflichtend ihr höher gestimmtes hatschi" ertönen ließ.
Hinter mir ließ sich ein unterdrücktes Kichern vernehmen, und ich war gerade dabei, dem dicken Herrn ein sorglos freundliches Gesicht zuzuwenden, als meine Nase plötzlich meine ganze Aufmerksamkeit beanspruchte. Ich spürte ein Jucken und Kribbeln, ein merkwürdiges Ziehen — und schon bornierte meine Nase ihr herausforderndes „Hatschi" in den Omnibus. Jetzt wurde aus dem Kichern hinter mir ein lautes Lachen, was mir keineswegs mehr wohl in den Ohren klang. Aber der dicke Herr schien dieses Lachen gar nicht so unpassend zu finden. Offenbar sagte ihm meine Stimmlage zu, die sich ganz gut in das Nieskonzert einfügte und es au diese Weise zu einer vollendeten Quartettbarirtetung erweiterte. So bin ich mitgefahren, so habe ich mit» geniest. Wohl oder übel.
Doch heute sitze ich nicht mehr im Omnibus. Und wo der dicke Herr geblieben ist, weiß ich wahrhaftig nicht. Aber daß ich einen erstklassigen Schnupfen habe, bas weiß ich. H. W. Sch.
Bornotizen.
Tageskalender für IMttrvoch.
Kreisdirektor Dr. Lotz sprach sodann ein kurzes Schlußwort, bas mit dem freudig aufgenommenen Gruß an den Führer ausklang.
Oer weitere Verlauf des Tages.
Nach dem gemeinsamen Mittagesien vereinigten noch mancherlei Besichtigungen der Stadt Laubach und ihre Sehenswürdigkeiten, sowie reger Gedankenaustausch die Bürgermeister und die Vertreter des Kreisamtes, sowie die Ghste. Im Laufe dieses
„Meinst du? Aber da täuscht du dich leider", entgegnet Schorsch. „Ich habe schon an viele Türen geklopft und bisher ..." er zuckt die Achseln, „na, sie haben mich fast alle mit schönen Redensarten abgespeist. Man ist mißtrauisch, w-nn man den Namen Karajan hört."
Hägebarth blickt Karola bedeutungsvoll an.
„Ob es nicht auch^ für Sie besser wäre, zunächst einmal den Erfolg des Herrn Karajan abzuwarten? Wir haben ja schon einmal ..."
„Ueberflüffig, mich daran zu erinnern", winkt Karola ab „Ich bin fest entschlossen."
,Za, kennen Sie denn Karajans Erfindung überhaupt?"
„Ich weiß nur, daß es sich um einen Preßftoff handelt. Weiter nichts. Es genügt mir, baß Karajan sagt: Die Sache ist fertig."
„So, das genügt Ihnen?" sagt Hägebarth. „Na, mir würde das Doppelte nicht genügen."
Kopfschüttelnd zieht er sich in den Hintergrund zurück. Er versteht Karola nicht. Begreift einfach nicht, was in sie gefahren ist. Wie kann man einen Menschen so blindlihgs vertrauen? Und als hatte sie seine Gedanken erraten, wendet sich Karola jetzt lächelnd zu ihm
„Ich habe Doktor Karajan etwas viel Wichtigeres anvertraut, lieber alter Freund", begütigte sie. „Mein ganzes Leben nämlich. Was bedeutet da schon Geld? Es ist gering im Vergleich dazu."
Wernicke, der sich bisher sehr zurückgehalten hat, steht langsam auf. Er hat dieses sonderbare Mädchen scharf beobachtet und weiß nun, woran er ist. In ihrem Gesicht ist fein falscher Zug, in ihren Worten klingt kein falscher Ton auf. Er ist entschlossen, zu handeln.
„Sie haben mein Wart, Fräulein Westner", sagt er in seiner bedächtigen Art. „Ich werde schweigen und Ihnen helfen. Es ist tatsächlich das beste, wenn man chm gar nichts sagt, woher das Geld kommt. Es würde ihn doch tüchtig burcheinanber- bringen, und er braucht alle Kraft für seine Arbeit"
Er drückt Karola kräftig die Hand und blickt ihr frei ins Gesicht. Ihr fester Gegendruck verrät, daß sie sich verstanden haben.
„Na, denn ... in Dreibeibelsnamen auf zur großen Komöbie! Tolle Sache! Großherzige Frau finanziert Erfinbung ihres Todfeindes! Schabe, baß ich nur bei der Reklameabteilung bin, das gäbe eine
Beisammenseins konnte noch mancher wertvolle Gewinn des Tages verzeichnet werden.
Die historische Tagung wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben. B.
Richtiqstellung.
In dem Artikel „13 Gemeinden zum Kreise Alsfeld" von Kreisdirektor Dr. Schönhals (Alsfeld) in der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" ist in der vorletzten Zeile des vorletzten Absatzes ein sinnentstellender Setzfehler enthalten. Es muß an dieser Stelle selbstverständlich richtig wie folgt heißen: ... „Ideen gewöhnlich nicht über den Ausschuß" usw. Unsere Leser wollen an dieser Stelle des Artikels das entscheidende Wort „nicht" einfügen.


