Zur Woche des deutschen Buches
Ser Hal mir bloß denMnen Heinrich'geliehen?
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Nachdenkliche Stunde am Bücherschrank.
- G.
Die Nollen im Weltkrieg.
Natursreude in Büchern!
Die Parole der 1. Großdeutschen Buchwoche:
Jeder Leinenband mit mehrkarb. Schuhumschlag RM. 3.-.
Zu beziehen durch jede Buchhandlung
Hugo Bermühler Verlag - Berlin-Lichterfelde
Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde
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In jedes Dehn eine Bibliothek
Oft baten eure Abonnenten, Ob sie nicht mal erhalten könnten Von mir einen Sammelband, In dem bißchen mehr noch stand, Als ich schon in Kurzgeschichten In euerm Blatte tat berichten.
„Zwischen allen ernsten Sachen Will der Mensch auch einmal lachen, Das macht immer Freude — und Ist auch nebenbei gesund.
Für die Schriftleitung nichts böser Ist, als wenn ein Zeitungsleser Für sein Abonnentengeld Wünsche nicht erfüllt erhält. Weshalb mir gar nichts übrig blieb, Als -aß ich dieses Buch schnell schrieb.
Buchhandlung Keissner &, Co. • Seltersweg 21
Buchhandlung der Pilgermission, Plockstraße 4
Ferber’sche Univ.-Buchhandlung, Seltersweg 83
Goethe-Buchhandlung, Neuen Bäue 3
Kurt Holderer, Univ-Buchhandl., Seltersweg 75
Pfeiffer'sche Univ.-Buchhandlung.Walltorstr.21
Ricker'sche Univ - Buchhandlung, Selters Weg 58
Erseh ich, daß „Der Seemann lacht" Euch ein bißchen Spaß gemacht Aus der Kritik in dem Belege, Dann steht weiter nichts im Wege, Daß ich biete dann und wann Euch wieder etwas Heitres an.
Leider steht der Seemann ja Oft in ganz falschem Lichte da, Weil man glaubt, mit „Seemanns-Garn" Hält das Landvolk er zum Narrn. Das würd' ich mir nie erlauben, Was i ch schreibe, könnt ihr glauben!"
Fr. W. Lange.
„Humboldts Briefe — ach, die wollte ich ja schon immer einmal lesen!" Mit dieser Feststellung wird
Iranische Reise
Eine Forschungsfahrt durch das heutige Persien von Walther Hinz.
Insgesamt 223 Seiten mit zwei Plänen und 93 eigenen Ausnahmen des Verfassers.
Welthandelsbilanz und unseres nationalen Stolzes! Haben doch gerade deutsche Wirtschaftslehrer die Bedeutung des deutschen Ueberseehandels immer wieder besonders beweiskräftig herausgestellt. Das Vorgenannte, als Standardwerk über den Seekrieg 1914 bis 1918 bezeichnete Buch, das ein amerikanischer Fachmann ersten Ranges in 18jähriger Arbeit schuf und das jetzt eine neue Auflage erlebt, gibt vollkommene Gelegenheit, sich mit all den vorgenannten Fragen eingehend vertraut zu machen. Der Verfasser packt sie alle mutig an: die kleinen, die großen und die ganz großen Fragen. Er hält bei keiner mit seiner persönlichen fachmännischen Kritik zurück. Und darin liegt ein besonderer Wert des Buches. Wer mit seinem Urteil nicht übereinstimmt, wird dadurch unwillkürlich zu eigener Urteilsbildung angeregt. Die Schilderung der einzelnen Unternehmungen ist äußerst lebendig, oft geradezu spannend. Dabei ist der schon nach seiner Nationalität unbedingt unparteiische Verfasser bestrebt, beiden Parteien objektiv gerecht zu werden. Der Wert seiner Darstellung gewinnt in hohem Maße dadurch, daß er — ganz abgesehen von sorgfältigstem Studium aller erreichbaren amtlichen und sonstigen Quellen — mit vielen Führern und Unterführern auf beiden Seiten persönlich in Verbindung trat, um von ihren Eindrücken und Entschlüssen ein anschauliches überzeugendes Bild zu erhalten. Den Höhepunkt des Buches bildet die bis ins einzelne kritisch durchgearbeitete Geschichte der Skagerrakschlacht. Die Frostsche Schilderung dieser größten Seeschlacht der Weltgeschichte bezeugt in sinnfälliger Weise die Wahrheit des bekannten Satzes unseres großen
und er schreibt in einer schönen, einfachen und bildstarken Sprache. Da ist die unendlich traurige Geschichte „Schottische Weihnacht" von dem armen Jungen, der niemanden auf der Welt hat, da ist die unheimlich spukhafte Erzählung vom „Uhrenmännchen", die heitere und liebenswürdiae von dem kleinen „Pagen Manuel" und die Legende vom „Dicken Tönnes", die mit einfacher Frömmigkeit erzählt ist. Die „Gelben Schuhe" machen weite Reisen wie Andersens „Fliegender Koffer", und die „Gilde vom blauen Boot" schildert den elenden Untergang der hochmütigen Tuchmachergilde einer Stadt vom Niederrhein. Der Text erfährt eine glückliche Ergänzung durch die Illustrationen von Fritz Fischer, die auch den echten Märchenstil haben. Das Buch ist ein prächtiges Geschenk für große und kleine Märchenfreunde.
Zur Wildnis ferner Wälder
Eine Ferienfahrt nach Kanada von Gerd Düesberg. Insgesamt 180 Seiten mit einer Karte und 59 eigenen Aufnahmen des Verfassers.
Seemann lacht. Lustiges aus Häfen und Meeren' mit Zeichnungen von Gerhard Brinkmann. Verlag Gustav Weife, Berlin SW 68. Preis 2,40 RM. — (332) — Wer von unseren Lesern hätte nicht immer seinen hellen Spaß gehabt an den lustigen Seemannsgeschichten, die ihnen der alte U-Bootskommandant Korvettenkapitän Freiherr von Forstner dann und wann aufgetischt hat, und wer wird sich nicht freuen, die schönsten von ihnen nuji in einem hübsch, ausgestatteten und mit viel Humor illustrierten Bändchen vereinigt zu finden? Für die, die Forst- ners Geschichten nicht kennen sollten: es sind nicht die altbekannten Schifferwitze, mehr oder weniger abgedroschene Läuschen und Rimels von der Waterkant, sondern Selbsterlebtes aus dem Alltagsleben an Bord unserer Kriegsschiffe, das beste Zeugnis dafür, daß auch bei unseren blauen Jungens in Kriegs- und Friedenszeiten neben dem Ernst des strammen Dienstes auch der Humor seine Stätte hat. Die beste Empfehlung, die wir dem liebenswürdig heiteren Büchlein mit auf den Weg geben können, sind die lustigen Reime, mit denen unser Freund Forstner seine Neuerscheinung uns ankündigt, sie sollen hier folgen:
Jeder Leinenband mit mehrfarbigem Schutzumschlag NM. 4.80.
Durch jede Buchhandlung zu beziehen.
Deutsche sehen die Welt!
Unter diesem Leitgedanken gellen wir eineReihe von Werken über fremde Länder und fremde Völker heraus. In vielseitiger Darstellung und mit lebensvollen Bildern werden Eigenart, Landschaft, Volksleben und Kulturdenkmäler fremder Länder anschaulichwon Deutschen geschildert, die diese Länderund Völker erst in den letzten Jahren unmittelbar erlebten und unsere auslanddeutschen Volksgenossen mitbesuchten. Keine gewöhnlichen Reisebeschreibungen, sondern neuzeitliche, lebensnahe Wort- und Bildberichte.
Drei reizende Tiergeschichten, die den Vorzug haben, daß sie nicht nur unterhaltsam und angenehm zu lesen sind, sondern sie sind auch wirklich wahr! Nicht Märchengestalten, sondern natürliche Geschöpfe sind dargestellt, wie sie unsere Heimat in bunter Vielfalt beleben. Und das Schöne ist dabei: Sie stammen aus der Feder deutscher, wissenschaftlich geschulter, dichterisch begabter Schriftsteller und sind mit künstlerischem Buchschmuck ausgestattet.
Eine Nuchbesprechung.
— Holloway H. Frost, Korvettenkapitän, der amerikanischen Kriegsmarine: Grand Fleet und Hochseeflotte im Weltkrieg. 568 S. mit 70 ganzseitigen Plänen. Preis kart. 8,50, Lein. 10,50 RM. Vorhut-Verlag, Otto Schlegel, Berlin SW. 68. Wesen und Bedeutung, ja selbst der Verlauf des Seekriegs 1914 bis 1918 find bis heute, 20 Jahre nach Kriegsende, noch immer weiteren Kreisen des deutschen Volkes fremd geblieben. Man stimmt wohl ftimmungsgemüß mit ein in das hohe Lied auf die vielen unvergleichlichen Heldentaten der eigenen und gegnerischen Seeleute, man kennt wohl auch oberflächlich einige besonders markante Seekriögshandlungen. Die Beschäftigung mit den großen Zusammenhängen, mit der einschneidenden Einwirkung des Seekriegs auf den gesamten Kriegsverlauf, mit den grundsätzlichen Lehren, die aus richtigen und unrichtigen Entschlüssen der Seekriegsführung auf beiden Seiten abzuleiten sind, und mit ihrer Auswertung für unser gesamtes militärisches, politisches und wirtschaftliches Denken blieb indes bisher wohl auf einige wenige Fachleute beschränkt. Man sollte andererseits meinen, die Geschichte des Seekriegs müßte gerade den deutschen Menschen besonders reizen. Galt doch die Tirpitzsche Flottenschöpfung weiten Kreisen unseres Volkes als besonderes Lieblingskind, als der an einer Stelle kraftvoll zufammengefaßte Ausdruck der Reichseinheit! War doch unsere unvergleichliche Handelsflotte eines der wertvollsten Aktiven unserer
Verständnis der Geschichte des großen Krieges und nicht nur in militärischen Kreisen, sondern
großen Publikum weite Verbreitung. W. Wilke, Kontre-Admiral.
Der Seemann lacht.
G. Freiherr von Forstner: Der
— Numme Numsen: Hermann Claudius. 97 Seiten. Kart. 2 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. 1938. — (297) — Der Lyriker Hermann Claudius kann zu seinem 60. Geburtstag nicht würdiger geehrt werden als durch die wirklichkeitsgetreue Darstellung seines Lebens und Wirkens, die Numme Numsen, einem der besten Kenner seines Werkes, zu danken ist. Mit liebevollem Verständnis zeichnet er ein lebendiges Bild des Menschen und Künstlers Claudius, dessen Herkunft und Lebensgang an Hand zahlreicher Anekdoten mit treffender Anschaulichkeit geschildert wird. Rumsens Darstellung bringt uns auf gewinnende Weise Leben und Werk eines Dichters nahe, in dem ein gut Teil deutschen Wesens lebendig ist, wie es ihm, dem Urenkel des Wandsbecker Boten, Heimat und Ahnen bestimmt haben.
lleue Sucher.
— Dr. Ruth Altmann: Landgraf Wilhelm V. von Hessen-Kassel im Kampf gegen Kaiser und Katholizismus 1 6 33 b i s 16 3 7. Ein Beitrag zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. 203 Seiten. 7,50 RM. N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung, G. Braun, Marburg 1938. — (339) — Die Arbeit ist aus dem historischen Seminar der Universität Marburg unter Leitung von Professor Dr. Wilhelm Mommsen hervorgegangen und stützt sich außer einer umfänglichen gedruckten Literatur vornehmlich auf Aktenmaterial des Preußischen Staatsarchivs in Marburg; sie will einen Beitrag zur Geschichte einiger bedeutungsvoller Jahre des Dreißigjährigen Krieges liefern und geht von der Frage aus, welche Rolle die Landgrafschaft Hessen-Kassel während dieser Zeit gespielt hat. Die sehr fleißige, überaus gründlich belegte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß Landgraf Wilhelm V., „eine der interessantesten Fürstengestalten seiner Zeit", im Dreißigjährigen Kriege eine verhältnismäßig bedeutende Rolle gespielt hat: Er erscheint neben dem Herzog Bernhard von Weimar, dessen Verdienste von der Nachwelt früher und eingehender gewürdigt worden sind, als Verteidiger des Protestantismus und Vorkämpfer für Recht und Glauben. Er verdient es. der Vergessenheit entrückt zu werden. „Er kann", so schließt die Arbeit, „dis Protestant und Deutscher vor dem Urteil der Nachwelt bestehen". hth.
— Sturm 1918. Sieben Tage deutsches Schicksal. Von P. C. E t t i g h o f f e r. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. Gebd. 4,40 Mark.) — (245) — Der Autor läßt vor den Lesern dieses Buches in außerordentlich packender Schilderung die Größe und die Tragik der deutschen Angriffsschlachten an der Westfront 1918 erstehen. Es ist ein erhabenes Bild von der unerschütterlichen Treue und der selbstlosen Hingabe an die soldatische Pflicht bis zum Letzten, das Ettighoffer hier dem deutschen Volke und der Welt zur Ehre des ungebrochenen Kampfgeistes des deutschen Frontsoldaten in eindrucksvoller Erzählung vermittelt. Die Tatsache, daß der Verfasser selbst Frontkämpfer war, macht seine Sprache namentlich für den alten Frontsoldaten noch packender. Wer bei diesen Kampfhandlungen oder auch nur bei einem Teil von ihnen selbst dabei war, wer es selbst miterlebt hat, was i«m Jahre 1918 das Wort „Vormarsch" an der Westfront für „die ganz vorne" bedeutete, dem wird beim Lesen dieses prächtigen Buches warm ums Herz. Hier werden im Geiste wieder sehr schwere, aber auch große Wochen und Monate lebendig, hier gewinnt wieder die herrliche Größe des deutschen Soldatentums in Freud und Leid, im Glück und im Unglück vor den gronen Augen des „Frontschweins" von 1918 plastische Gestalt und unvergänglichen 'Wert. Es ist eine wertvolle und dankenswerte Gabe, die der Verfasser und der Verlag mit diesem trefflichen Buche dem deutschen Volke darbringen. Möchte es bei jung und alt viele Leser, insbesondere bei unseren jungen Soldaten und der Heranwachsenden Jugend mit größter Bereitschaft zum geistigen Miterleben und seelischem Richtungnehmen die verdiente herzliche Aufnabme finden. Ernst Blumschein.
— Vater Gottfried und die Seinen. Roman von Florentine Gebhardt. (Verlag Otto Janke, Leipzig. Kart. 3,-25, Gebd. 4,50 RM.) — (228) — Ein lebendig und fcsselüd geschriebener Sivpen-Roman, dessen Schauplatz die Mark Brandenburg, genauer gesagt, die Gegend von Frankfurt a. d. Oder um die Zeit von 1800 und folgende Jahre ist. Im Mittelpunkt stehen Vater Gottfried Gebhardt, der Landwirt, der sich aus kleinen Anfängen zum wohlhabenden und angesehenen Manne emporarbeitet, und seine Frau, die gute und schlichte Mutter Finken; um sie herum scharen sich die Kinder und Enkelkinder, stehen und vergehen Generationen: spielen sich weltbewegende Ereignisse ab, deren Auswirkungen auch bis in den Lebenskreis von Vater Gottfried und den Seinen verspürbar werden. Prächtige Gestalten ziehen an dem geistigen Auge des Lesers vorüber; die starke Kraft der Familiengemeinschaft, der ganzen Sippe als Grundlage für Volk und Staat tritt hier eindrucksvoll und überzeugend in den Vordergrund. Es ist eine vortreffliche Erzählung, die dem Leser gute Unterhaltungsstunden bereitet.
Ernst Blumschein.
— Armin Renker: Das Uhrenmännchen und andere Märchen. Mit 35 Zeichnungen von Fritz Fischer. Im Propyläen-Verlag, Berlin. Preis in Pappe 4 Mark. — (294) — Der Doktor Hoffmann aus Frankfurt beschloß eines Tages, seinen Kindern gewisse Unarten abzugewöhnen. Er setzte sich hin, schrieb ein paar Verse, machte bunte Bildchen dazu und es entstand der unsterbliche „Struwelpeter". Achnlich verhält es sich mit dem Märchenbuch von Renker. Auch er hat seine Märchen zuerst nur für seine beiden Söhne geschrieben. Er hat die Phantasie des wirklichen Dichters, die reiche Empfindungswelt, die Luft und Trauer, Besinnlichkeit und Fröhlichkeit umschließt,
räumen in die Tat umsetzen? Darum ein mutiger Entschluß! Bei dieser Gelegenheit stellen wir auch ruhig Andersens Märchen, wenn wir sie besonders lieben, griffbereit nach vorn. Es ist nämlich durchaus nicht lächerlich, auch nicht für Erwachsene, sich zu diesen herrlichen Lebensweisheiten zu bekennen. Und auch unser guter Wilhelm Busch bekommt endlich den ihm gebührenden Ehrenplatz in der ersten Reihe, dem billigen Pappeinband zum Trotz.
Und dann die geliehenen Bücher! Sie sind ein besonders leidvolles Kapitel in der Geschichte „Liebe zu schönen Büchern". Wer hat nicht schon einmal verzweifelt vor einem Buch gestanden und sich den Kops zermartet, wem es nur gehören mag. Und wer hat nicht beim Aufräumen ein Buch gesunden, das er eigentlich längst hätte zurückgeben müssen. Es soll Menschen geben, die lieber das geliehene Buch ganz unterschlagen, bevor sie eingestehen, daß sie den Termin der Rückgabe verbummelt haben. Mögen sie dabei immer eingedenk bleiben, daß sie damit den schönen Brauch unter Freunden, sich ein wertvolles Buch zu leihen, unmöglich machen.
Nicht weniger quälend und verärgernd ist der Zustand, ein Buch zu suchen, das man irgendwem irgendwann einmal geliehen hat. Es ist erstaunlich, daß noch niemand eine Statistik gemacht hat, wieviel Bücher ein Bücherfreund auf diese Weise jährlich einbüßt. Es ist gewiß keine Pedanterie, seine Bücher mit einem Namen zu versehe^ oder eine Liste über Ein- und Ausgänge von Büchern anzulegen. Eine Arbeit, die alljährlich einmal mit besonderer Sorgfalt durchgeführt werden sollte. Ordnungsliebe im Bücherschrank erspart viel Kummer.
Uebrigens ist das Großreinemachen auch eine gute Gelegenheit, alle verbeulten, eingerissenen und auseinander gegangenen Bücher wieder in Ordnung zu bringen. Aber bitte: herausnehmen und gleich erledigen, und nicht nach hinten schieben mit dem üblichen „später".
Nach solcher Arbeit hat man es sich auch verdient, die langersehnten Briese Humboldts zu lesen.
Lisa Peck.
bestimmte Zeit verschoben wird, so vergißt man auch, geliehene Bücher zurückzugeben und schiebt den Weg zum Buchbinder immer aufs neue hinaus, der das Lieblingsbuch, Fontanes Esst Briest", vor der vollständigen Auflösung bewahren soll.
Lange schon hatten wir uns alle diese Dinge für eine ruhige Stunde vorgenommen, aber bisher hatten wir wirklich keine Zeit, einen Nachmittag unseren Büchern zu widmen. Gibt es eine bessere Gelegenheit, die Woche des deutschen B u - ch e s zu feiern als mit solchen stillen besinnlichen Stunden? Schließlich haben doch gerade unsere Bücher einen Anspruch auf Zeit und Pflege — sie, die besten Freunde der Einsamkeit und Leere.
Wer erst einmal den Großreinmachetag im Bücherschrank eingeführt hat, wird ihn ganz von selbst wie eine liebgewonnene und zugleich notwendige Gewohnheit alljährlich wiederholen. Ja, es bürgert sich dann ein, daß man diesen Tag schon mit Freude und Spannung erwartet.
Als sehr notwendig erweist sich in großen Abständen ein gründliches Umräumen des Bücherschrankes. Vielleicht ist die Zahl der hinzugekommenen Bücyer derart .angewachsen, daß ein Anbau notwendig geworden ist, der immer eine Umstellung der Bücher zur Folge hat. Vielleicht aber ist auch die Absicht, den Bücherschrank so zu ordnen, wie man sich das erträumt, immer wieder unterblieben. So müssen wir uns stets ärgern, daß gerade die Bücher, die wir oft benutzen, und die wir wirklich lieben, hinten stehen und jedesmal neuen Anlaß zum Aerger geben. Wie wäre es, wenn wir am Tag des deutschen Buches dies gründliche Um-
Kriegsphilosophen Clausewitz: ... „Im Kriege ist nur sicher, was der Feldherr an Mut und Tatkraft in sich trägt" ... In all den blitzschnell wechselnden, hochdramatischen Situationen der Schlacht wurden die Führer auf beiden Seiten fast von Minute zu Minute vor neue schwerwiegende Entschlüsse, die Besatzungen vor neue gewaltige seelische und körperliche Anforderungen gestellt. Es eröffnete sich ein weites Feld für die Entschlußkraft, Geistesgegenwart, Kaltblütigkeit, Kühnheit und Energie sowohl der obersten Flottenführung wie derjenigen der Unterverbände und für die Betätigung wahrhaft kriegerischen Geistes bei den Schiffsbesatzungen durch unübertroffene Mannzucht, Tapferkeit und vaterländischen Enthusiasmus. Diesen unablässigen Szenenwechsel verstand der Verfasser meisterhaft und mit unvergleichlicher Lebendigkeit zu schildern. Man legt das Buch nicht aus der Hand ohne die Erkenntnis, daß bei diesem gewaltigen Zusammenstoß der beiden stärksten Flotten der Vorkriegszeit — bei aller gerechter Anerkennung der militärischen und seemännischen Qualität der britischen Grand Fleet und ihrer klugen bedachten Rührung — die deutsche Hochseeflotte ihre erste große Kraftprobe personell und materiell rühmlich bestanden und daß sie zudem Führer hervorgebracht hat, die mit dem Weltkrieg 1914 bis 1918 ein für allemal in die Geschichte eingegangen sind und die uns durch das Frostsche Buch auch persönlich nähergebracht werden. Die Uebertragung ins Deutsche durch einen deutschen Seeoffizier von anerkannter Friedens- und Kriegserfahrung, der zugleich über eine gründliche Kenntnis der englischen Kriegsmarine verfügt, wird gllen an eine Ueberfetzung zu stellende Anforderung voll gerecht. Zahlreiche Pläne und Skizzen ermöglichen es auch dem Laien, der Darstellung mühelos zu folgen. Das Buch ist alles in allem ein äußerst wertvoller Beittag für das
das schöne ledergebundene Buch vom Schreibtisch auf das untere Fach im Lesetischchen gepackt, um halbjährigen Dauerschlaf des Vergessenseins in einer anderen Zimmerecke ebenso ungestört
geruhsam wie bisher fortzusetzen.
Und so wie der gute Vorsatz, diesmal aber bestimmt Humboldts Briefe zu lesen, wieder auf un-
Erp
Agrion
Ti-it
Die Geschichte
Die Geschichte
Die Geschichte
einer Wildente
einer Libelle
eines Eisvogels
von
von
von
Werner Hagen
Werner Heinen
Kurt Knaak
158 Seiten
154 Seiten
157 Seiten


