Ausgabe 
2.9.1938
 
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Hat Prag noch Entschlußfreiheit?

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der markantesten politischen Persönlichkeiten

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Deutsch-japanische Freundschaft.

Japanische preffemänner lernen das neue Deutschland kennen.

Bevölkerungspolitische Maßnahmen.

Rom, 1. Sept. (DRB.) Der italienische Ministerrat hat am Donnerstag außer den einschneidenden Bestimmungen über die Ausweisung sämtlicher ausländischer Juden auch neue Maßnah- men auf dem Gebiet der Bevölkerungspoli­tik und der Rasse getroffen.

Im Innenministerium wird danach ein beraten­des Organ für Bevölkerungspolitik und Raffe ins Leben gerufen, um Gutachten über allgemeine Fra­gen auf diesen Gebieten abzugeben. Weiterhin wird das Innenministerium dem HilfswerkMutter und Kind" erhöhte Unterstützung und Förderung zuteil werden lassen.

Aehnlichen Zielen dient die auf Vorschlag Musso­linis getroffene Maßnahme, wonach in Zukunft bei Beförderungen von Staatsbeamten der Familien­stand berücksichtigt wird. Danach werden zu höheren Stellen in Zukunft nur noch verheiratete Anwärter zugelassen. Ledige Staatsbeamte über 30 Jahre, oder ledige Staatsangestellte über 26 Jahre werden nicht mehr befördert.

Schließlich gab der Ministerrat auf Vorschlag des Außenministers einigen Handelsverträgen seine Zu­stimmung, sowie dem zwischen Italien und Deutsch­land am 9. Juni abgeschlossenen Abkommen über eine gegenseitige verwaltungstechnische und rechtliche Unterstützung in Steuerfragen.

die notwendigen Abwehrmaßnahmen gegen die Juden zusammenfassen soll. Ferner ist der Landwirtschaftsminister beauftragt worden, fünf­hundert jüdischen Einwandererfamilien, die Land zu kaufen beabsichtigten, einen a b Ich l äg i g e n Bescheid zu erteilen. Gleichzeitig wurde den jüdischen Antragsstellern die Einreiseerlaubnis ver- weigert.

Kein Raum für zugewanderte Juden

Italienischer Ministerrat bestimmt: Nach dem 1. Januar 1919 eingewanderte Juden müssen das Imperium verlassen.

Ehrung des Reichslustschuhbundes

Anordnung des Generalfeldmarschalls Göring.

ihrer Spitze der Präsident des Reichsoerbandes der deutschen Presse, SA.-Obergruppenführer Wil­helm Weiß.

Im Namen des Reichsministers für Dolksaui- klärung und Propaganda und des Reichspressechefs Dr. Dietrich begrüßte

Ministerialrat Professor Or. Dömer

in herzlichen Worten die japanischen Gäste. Er hob hervor, daß die Reise der japanischen Berufskame­raden ihren ganz besonderen Charakter dadurch er­halte, daß die Repräsentanten des Zeitungswesens eines befreundeten Landes den Weg über zwei Ozeane nicht gescheut haben, um jenes neue Deutschland mit eigenen Augen ken­nenzulernen, von dem sie bis dahin nur eine geistige Vorstellung haben konnten. Sie würden auf ihrer vierwöchigen Reise durch Deutschland das deutsche Volt in seinem Kampf um die politische, wirtschaftliche, kulturelle und soziale Wieder- aeburt an den Plätzen seiner Arbeit tennen- lernen; vor allem aber auf dem Reichspartei, tag werde chnen offenbar werden, wie ein einst seelisch und moralisch niedergedrücktes Volk durch eines Führers starke Hand zu sich selbst und seinen edelsten Werten zurückgefunden habe.

Berlin, 1. Sept. (DNB.) Seit über fünf Iah- ren sind mehr als 600 000 Amtsträger des Reichs- luftschutzbundes uneigennützig bemüht, den Selbst­schutz der Bevölkerung für den Fall von Luftangrif­fen sicherzustellen. Mit ihrer durchweg ehrenamt- lichen Tätigkeit, die gewaltige Erfolge erbracht hat, haben sie einen wesentlichen Beitrag zur Lustschutz­bereitschaft und damit zur Widerstandskraft des deutschen Volkes geleistet. Damit haben sie aber auch ihre nationalsozialistische Gesinnung und Einsatz­bereitschaft vor aller Welt belegt.

Um die enge Verbundenheit der Arbeit des RLB. mit der nationalsozialistischen Weltanschauung auch äußerlich zmn Ausdruck zu bringen, hat der Reichs­minister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalfeldmarschall Göring, in An­erkennung der Arbeit der Amtsträgerschaft verfügt, daß zur Dienstkleidung des RLB. die nationalsozialistische Kampfbinde zu tragen ist. Diejenigen RLB.-Amtsträger, die Par­teigenossen sind, tragen in Zukunft auf dem Binder ^as Parteiabzeichen. Weiterhin führt der RLB. in

Ihm erwiderte der Delegationsführer der Nischen Pressevertreter,

Reichstagsabgeordneter

Takeshi Azuma,

Ausländer und vor allem keine Juden wollten, er» klärt das Blatt schließlich, daß man jetzt mit der Revision und der Ausweisung der in den letzten Jahren zugeströmten Juden anfange. Vor allem trete dabei die Tendenz einer Befreiung und Säuberung der Rasse und der Nation in Erscheinung. Die italienische Norm entspreche der Gerechtigkeit und einem nationalen Bedürfnis. Es handele sich um eine konstruktive Bestimmung, weil sie darauf abzielt, den Willen und die Arbeit der Italiener von allen Kräften zu befreien, die sie zer­setzen, erniedrigen und ihren Aufstieg verzögern könnten.

England fürchtet für sich Rückwirkungen

London, 1. Sept. (Europapreß.) Die Maßnah­men der italienischen Regierung gegen die Juden werden von den englischen Abendblättern ausführ- lich und unter großen Ueberschriften wiedergegeben. Mehrere Zeitungen geben dabei der Befürch­tung Ausdruck, daß die aus Italien und den ita- lienischen Besitzungen ausgewiesentn Juden ver­suchen werden, England zu erreichen und damit die unerwünschte jüdische Ein­wanderung zu verstärken.

Uruguay will sie auch nicht haben.

Montevideo, 2. Sept. (DNB. Funkspruch.) Jetzt beginnen auch die südamerikanischen Staaten Maßnahmen gegen die Gefahr wach­sender Überfremdung durch die Zuwanderung jüdischer Elemente zu treffen. So wurde im letzten Kabinettsrat der Regierung von Uru­guay vom Staatspräsidenten, General B a l d o - mir, die Frage der Einschränkung der ®a n d e r u n g, zum Schutze der einheimischen Wirtschaft aufgeworfen. Es wurde ein oesonderer Ausschuß, dem verschiedene Minister angehören, mit der Ausarbeitung eines Gesetzes beauftragt, das

Obersalzberg, sowie alle Bilder, die irgendwie mit dem Führer in Zusammenhang stehen.

Der Erlaß sieht Strafen von 10 bis zu 5000 Tschechenkronen, oder Arreststrafen von zwei Stun­den bis zu 14 Tagen vor. Begründet wird die An­ordnung damit, daß dieRuhe und Ordnung ge­stört werden könnte". Es ist in diesem Zusammen­hang recht bezeichnend, daß in tschechischen und marxistischen Buchhandlungen häufig Bil­der von Stalin zu sehen sind.

Gegen irreführende Gerüchte.

Offener Brief an dieTimes".

Prag, Sept. (DNB.) Die Abgeordneten Karl Hermann Frank und Ernst K u n d t sandten heute einen offenen Brief an das englische Blatt The Time s", dn dem sie gegen Gerüchte, jDie durch den Nachrichtendienst dieses Blattes verbrei­tet werden, Stellung nehmen. In dem Schreiben heißt es:Unter der BezeichnungThe Times-Nach- richtendienst" bringt dasPrager Tagblatt" vam 1. September unter der ÜberschriftGewisse Ent­spannung" einen Bericht Über den Stand der inner- politischen Verhandlungen in der Tschecho-Slowakei, in dem sich unter anderem auch folgender Absatz befindet:

Kundt gehört, wie hier gesagt wird, ebenso wie Henlein zu der vorsichtigen Gruppe der Partei. Diese wünscht Autonomie und volle Gleichberechtigung im Staate für alle Deutschen, ift aber geneigt, auch ein Kompromiß zu über­prüfen. Auf der anderen Seite stehen die Ex­tremisten, deren Tätigkeit in dem von Dr. Frank und Dr. Köllner unterzeichneten Aufruf vom letzten Freitag zum Ausdruck kommt. Diese be- stehen auf der Erfüllung jeglicher Forderungen einschließlich jener, die von der tschecho-slowa- kischen Regierung als staatszerstörend abgelehnt worden sind."

Wir halten uns verpflichtet", so heißt es in dem offenen Brief weiter, darauf hinzuweifen, daß der- >artige Gerüchte und Nachrichten in Prag von ge­wissen deutschfeindlichen politischen Kreisen systematisch kolportiert und in die Presse lanciert werden, offenbar mit der doppelten Absicht, teils Verwirrung und Unsicherheit in die geschlossene Front des geeinten Sudetend^utschtums zu tragen, teils hohe politische Kreise des In- und Auslandes dahingehend i r r e z u f ü h r e n , als ob es inner­halb der Führung der Partei zwei Gruppen gebe, tue eine grundsätzlich gegensätzliche Politik ver- folgen.

Sitzung

des politischen Ausschusses der SDP.

Prag i. Sept. (DNB., Wie di- Pr-ffeahtei. lang der Sudetendeutschen Partei mitteilt, sand am Donners agnachmitlag in Prag unter dem Vorsitz des St-lloer^eters Konrad Henleins, des Adaeord- neten K.H. Frank, eine zweistündige Sitzung des politischen Ausschusses der Haupt- SDP. statt. Es wurde die poli- ÄS enc?cn£ erobert und die notwendigen 2lL?aItun9 und die Arbeits- m x? "ilt der Führung der Gespräche und mit .Regierungsstellen und der Smi JeXUrha8,en Sele9ati0n proteft gegen tschechischen Willkürakt.

Ir n n n n b e n *rafcn am Donnerstag in n*PnP9r ? ' um bei den zuständigen staat-

flreflrf)en' daß die vom mährisch- chlestschen Landesschulrat verweigerte Umschu- tun g der Kinder in deutsche Schulen dieser Stadt erfolgen kann. Sie zogen nicht nur °7^l'ch non Amt zu Amt, um zu^Ä-n, dog die Maßnahmen des Landesschulrats zurückgezogen bi? .^bereits vo^enoQe'ne EiH?e7 bung m die deutschen Schulen nicht anerkannt hat)? den^ Eintritt ben Kindern auch

Ö Schulgebäude, in denen die Ein- vorgenommen worden waren. Nur stere r? der Bevölkerung konnten ern-

n x6 vermieden werden. Abgeordneter

C i ch h o l z und der neugewählte Bürgermeister von Troppau, Dr. K u d l i ch , haben bei den zustän- de^Rebördon ^ntralftetten gegen dieses Vorgehen Der Behörden Einspruch erhoben.

Lord iRuttfimon bei Benesch.

. Pr a g , 1. Sept. (DNB.) Lord R u n c i m a n stat- n^f?hPUnLDOr-^lt QsS bem tschecho-slowakischen Staats- prafihenten Dr. Benesch einen Besuch ab. Die Unterhaftmrg dauexLk über üüderHM .Stugbevs

Die Juden sind bestürzt.

Mailand, 1. Sept. (Europapreß.) Die vom Mi­nisterrat beschlossene Ausweisung aller ausländischen Juden hat unter der jüdischen Vereinigung große Bestürzung hervorgerufen, die die Ein­wanderung fremder Juden, besonders aus Deutsch­land, Oesterreich und Polen in den letzten Jahren mit reichlichen Mitteln unterstützt hatte.

Gefährliche Fremdkörper müssen verschwinden.

Gesundung für die nationale Wirtschaft.

Rom, 1. Sept. (DNB.) Der Ministerratsbeschluß der Ausweisung aller nach dem 1. Ia- nun r 1919 nach Italien gekommenen ausländischen Juden, selbst wenn sie in­zwischen die italienische Staatsangehörigkeit erlangt Haden, wird von der gesamten römischen Presse als die einschneidenste innerpolitische Maßnahme in rie­sigen Schlagzeilen verkündet. In den ersten kurzen Kommentaren wird dabei vor allem auf die Not­wendigkeit hingewiesen, Italien von dem jü­dischen Einfluß und besonders von dem der ausländischen Juden in wirtschaftlicher, wie in geisti­ger Hinsicht frei zu machen.

Der Direktor desGiornale d'Jtalia" schreibt, die Beschlüsse des Ministerrats entsprächen der Notwendigkeit, die Rasse sowohl durch das Rassenbewußtsein, als auch durch eine anerkannte richtige Staatskontrolle zu schützen. Die ausländi­schen Juden, bei denen es sich um politische oder rassische Emigranten fremder Lander handelt, stellten, wie das halbamtliche Blatt betont, einen gefährlichen Fremdkör­per i n der italienischen Nation und eine durch die großzügige italienische Gesetzgebung be­günstigte unlautere Konkurrenz für die italienische Bevölkerung dar. Die italienische Rasse werde nun von doppelt fremden Elementen befreit und der na­tionalen Wirtschaft jene Freiheit und gesunde Ent­wicklung gewährleistet, die nicht auf Spekulation und unsauberer Geschäftemacherei, sondern auf der $ arten täglichen Arbeit beruhe. Nach einem Hinweis Darauf, daß das entschlossene faschistische Vorgehen, Italien von ausländischen Juden zu befreien, num me^ em a llg emeines Prinzip eines großen teils der europäischen Kul­tur st a a t e n zu werden beginne, ba sie keine

Berlin, 2. Sept. (DNB.) Die als Gäste der Reichsregierung für vier Wochen nach Deutschland geladenen fünfzehn japanischen Presse­vertreter sind am Donnerstagnachmittag Mit demFliegenden Hamburger" in Berlin ein- getroffen. Auf dem Lehrter Bahnhof wurden sie von Regierungsrat Dr. Hesse von der Abteilung Ausland der Presseabteilung der Reichsregierung herzlich begrüßt. Auch der japanische Botschafter in Berkin, Exzellenz Togo, hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Landsleute beim Betreten des Bodens der Reichshauptstadt willkommen zu heißen. Unter der IStöpfigen Abordnung, der sich noch einige japa­nische Pressevertreter in Deutschland, unter ihnen auch der Vertreter des japanischen Nachrichten- Büros Domei in Berkin, Abachi, angeschlossen haben, befinden sich namhafte Vertreter aller grö­ßeren japanischen Zeitungen. Leiter der Abordnung ist das Ehrenmitglied des japanischen Zeitungs­vereins Herr Takeshi Azuma, dessen Sohn als Professor an der juristischen Fakultät der Univer­sität Tokio seinen Landsleuten Mit allen Erläute­rungen zur Seite steht.

Der Sohn des Leiters der Abordnung, Professor Azuma, und der Dolmetscher bei der deutschen Botschaft in Tokio, Tfunashima, erzählten als­bald nach Der Ankunft ihren deutschen Pressekollegen von den bisherigen Eindrücken auf deutschem Baden. Sie versicherten namens ihrer sämtlichen Kameraden, daß schon die herzliche und freundliche Aufnahme, in Bremen und in Hamburg sie tief bewegt hat und daß sie mit Spannung den mannigfaltigen Erlebnissen entgegensetzen, die ihnen die Reise kreuz und quer durch das neue Deutschland zu bieten verspricht.

Der Leiter Der Abteilung Ausland der Presse- Abteilung Der Reichsregierung im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Ministerial­rat Professor Dr. Börner, hatte zu einem Abend- empfang imKarserhos" geloben. Unter den An­wesenden sah man u. a. den japanischen Botschafter Exzellenz Togo Mit den Herren der Botschaft. Vom Auswärttgen Amt waren u. a. erschienen der stellv. Leiter der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes, Geheimrat Wolf, Generalkonsul Wal­ter und Legationsrat Graf Strachwitz. Ferner waren anwesend Ministerialrat Stephan und Oberregierungsrat Brauweiler vom Reichs- minifterium für Volksaufklärung und PropagaMia sowie namhafte Vertreter der deutschen Presse, an

Japans. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß der j a p a n i sch e Geist viele Berührungs­punkte mit dem Des nationalsozia­listischen Deutschlands habe und daß diese ich harmonisch vereinigten in der Freundschaft ) e r beiden Völker, Die u. a. in dem deutsch- apanischen Antikominternabkommen zum Ausdruck gelange. Nach einem Hinweis auf die Ursachen des gegenwärtigen japanisch - chinesischen Konfliktes und die Mission Japans im Fernen Osten sprach er den lebhaften Wunsch aus, daß das deutsche Volk Die Beweggründe Japans in diesem Konflikt richtig verstehen lerne. In herzlichen Worten übermittelte er zum Schluß seiner Aus­führungen dem befreundeten deutschen Volk Grüße der japanischen Presse.

Eine Tatsache und eine Frage ergeben sich aus per gegenwärtigen Lage im Fall Tschechei. Es ist festzustellen, daß der außergewöhnliche Aufwand an britischer Betriebssamkeit einschließlich der Kabi­nettssitzung in Prag ohne bemerkenswerten Eindruck und ohne praktische Wirkung geblieben ist. An die­ser Tatsache ändert weder die neue anderthalbstün- Dige Unterredung Lord Runcimans mit Dr. Renesch etwas, noch die Fortsetzung jener Ge­rüchte, nach Denen am heutigen Freitag etwas Näheres über Den angeblichen neuen Vorschlag Der tschechischen Regierung bekannt werden soll.

Die Frage, die sich gerade nach Den Vorfällen Der letzten 48 Stunden geradezu aufDrängt, lautet: ob und wieweit die tschechische Regierung noch als verhandlungsfähig im staatsrecht­lich bindenden Sinne zu betrachten ist. Wir haben diese Frage hier bereits nach den serienweisen Grenzverletzungen aufgeworfen, als die Versiche­rungen und Beteuerungen Der Prager Regierung sich als genau so wertlos herausstellten, wie ihre Dementis. Jetzt stellt sich die Frage aber schlechthin zwingend, nachdem bekannt geworden ist, daß im Aufsichtsbereich der tschechischen Regierung von Nachgeordneten Organen geschossen, geschlagen, ge­stochen, mißhandelt und schikaniert wird, als wenn es nicht eine Prager Regierung, sondern Hunderte von völlig selbständigen kleinen Regierungen in Ge­stalt der tschechischen Behörden und öffentlichen Or­gane gibt. Es ist dabei gleichgültig, ob man Den planmäßigen I e r r or im Innern des Landes, oder solche ernsten Vorfälle, wie die wiederholten schweren Beschimpfungen des deutschen Heeres durch ein tschechisches Winkelblatt, oder die neue Schie- ßerei über Die Grenze ins Auge faßt. Wiederholt haben ja auch uniformierte tschechische Rowdies bei ihren Ausschreitungen bezeichnende Aeußerungen des Inhalts getan, die Staatspolizei hätte dem Mi­litär überhaupt nichts zu sagen und umgekehrt.

Jedenfalls gibt es nur zwei Möglichkei - t e n: entweder hat die tschechische Regierung gar nicht die Absicht und den Willen, gegen das poli­tische Banditentum in den Reihen ihrer Anhänger vorzugehen, ober sie hat die Möglichkeit dazu be­reits verloren. 3% Monate haben genug Belastungs­material aufgehäuft, um diese beiden Möglichkeiten, sowie die Frage nach der Verhandlungs­fähigkeit Der Prager Regierung zu schmälern.

Zu diesem Belastungsmaterial wären Dann frei­lich auch Tatsachen zu rechnen wie die, daß das untschechische tschechische Staatswesen unter entschei­dender Mitwirkung seines früheren Außenministers und heutigen Staatspräsidenten in völlige Ab­hängigkeit von Sowjetrußland bzw. Dem Moskauer Paktsystem geraten ift, daß die Wahl des gleichen Staatspräsidenten durch die von Moskau befohlene Beteiligung der tschechischen Kommunisten zugunsten Dr. B e n e s ch s entschieden wurde und daß dieses un­natürliche Staatsgebilde heute von bolschewi- stischen Funktionären in geradezu er­schreckender Weife durchsetzt ist, wie die unlängst erschienene Broschüre von Karl VietzVerrat an Europa" mit erdrückendem Beweismaterial darlegt.

Gras Welczek bei Sonnet

Vertrauensvolle Aussprache."

Paris, 1. Sept. (DNB.) Der deutsche Botschafter Graf Welczek wurde am Donnerstagvormittag von Dem französischen Außen­minister Georges Bonnet empfangen.

Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat es sich bei Der Besprechung zwischen Außenminister Bonnet und dem deutschen Bot­schafter in Paris, Graf Welczek, um eine ver­trauensvolle Aussprache gehandelt, in Deren Verlauf Der Außenminister Bonnet Den deutschen Botschafter bat, dem Führer und Reichskanzler seinen Dank für Den herzlichen Empfang Des Generalstabschefs Der französischen Luftwaffe, General Vuillemin, in Deutschland zum Ausdruck zu bringen und Der Hoffnung Aus­druck gab, daß die Probleme in Mittel­europa bald einer gütlichen Regelung entgegengehen möchten.

Blinder Haß der Tschechen.

Hitler-Bilder verboten. Stalin-Bilder frei.

n ®l.°?3. 1. Sept. (DNB.) Di- Staats- f e t m Gablonz hat mit sofortiger Wirksam- k-it für das gesamte Gebiet der Gablonzer Polizei, n'n'n A 5 b°'°n. Bild er und Kar le n von Adolf Hitler und Den führenden Män- 1 nern Deutschlands a u s 3 u ft c 11 e n , ebenso Bild- werte mit Dem Bilde. Des Fuhxexs und Karten vom

Zukunft ein eigenes Hoheitsabzeichen, das auf Dem linken Unterarm Der Dienstkleidung und an Der Mütze getragen wird.

Aus Den gleichen Beweggründen hat Generalfeld­marschall Göring für Den RLB. Die Einführung einer neuen Fahne verfügt, Die an Stelle der bisherigen blauen Grundfarbe auf rotem Tuch das Abzeichen des RLB. trägt, das in Zukunft nicht mehr die Buchstaben RLB., vielmehr lediglich Das quergeftellte Hakenkreuz auf Dem silbernen Garde­stern zeigt. . .

Die Uebernafyme- Der neuen und Die Einziehung Der alten Fahne wirk» in feierlicher Form erfolgen.

Mit Der Einführung Der neuen Zeichen roirD nach Den Worten von Generalfeldmarschall Goring gleichsam Der Abschluß Der ersten erfolgreichen Aufbauarbeit Des Reichsluftschutzbundes gekennzeich­net. Unter Den neuen Symbolen, Die sich Der Reichs­luftschutzbund durch mühevolle Tätigkeit verdient hat, wird er die ihm gestellte Aufgabe, Das deutsche Volk luftschutzbereit zu machen, mit erhöhter Kraft werter fort führen.

Rom, 1. Sept. (DNB.) Unter Vorsitz Des Duce fanD am Donnerstag die erste ordentliche Herbst- taguna des italienischen Ministerrates statt, die sich eingehend mit der Rassen- und Iudenfrage beschäftigte und grundlegende Be­schlüsse faßte. Danach sind auf Vorschlag Mussolinis in seiner Eigenschaft als Innenminister folgende Maßnahmen beschlossen worden:

Die Stellung Der Ausländer jüdischer SRaffe, die sich nach dem Weltkrieg, und zwar v 0 m 1. Januar 1919 a b, in Italien, Libyen «und Den Besitzungen im Aegäischen Meer nieder­gelassen haben einschließlich Der wenigen, die in Jer Zwischenzeit die italienische Staatsangehörig- kett erlangt haben wird wie folgt geregelt:

Artikel I.

Vom Tage Der Veröffentlichung dieses Gesehes- vekretes an ist es jüdischen Ausländern verboten, in Italien, Libyen und in Den Be- sttzungen im Aegäischen Meer je st en Wohnsitz zunehmen. 1 0

Artikel II.

Ws Juden gelten im Rahmen dieses Gesetzes, wer von jüdischen Eltern, die beide der jüdischen Rasse angehören, abstammt, auch wenn er sich zu einer von der jüdischen verschiedenen Religion be- Tennt.

Artikel III.

Die Zuerkennung der i ta l i e n i sch e n St a a t s- rißt eit, Die nach dem 1. Januar 1919 an jüdische Ausländer erteilt wurde, gilt in jeder Hw sicht als aufgehoben.

Artikel IV.

»ie ausläitbcr jüdischer Rosse, die am Tage der Veröffentlichung dieses Gesetzes sich in Italien, r-idy-n oder den Besitzungen im Aegäischen Meer oufhalten und erst nach dem 1. Januar 1919 sich dort niedergelassen haben, müssen das Gebiet A/-!" ns Libyens oder der Besitzungen im ^»°'1ch°n M-er innerhalb von sechs Monaten nach der Veröffentlichung diefes Gesetzes ver off em -Wiesbaden,d'? mcht^dieser Verordnung innerhalb Preise: für

57 bis 58, 62) x150 Polizeiverordnuna, auch

gl. u. i) 56, g2 u^enb£r vorgesehenen Gesetzesstrafen, lieget Otzie^r°eise^ ^'^errM der sich ,m übrigen jeweiligen Schlach^^ngstechnischen Maßnahmen a) 57 bis 58, bl?.ad) zweieinhalbstundiger Sitzung 53 bis 54, d-f) 5"ag vertagt.