Ausgabe 
2.8.1938
 
Einzelbild herunterladen

Wirtschaft

Georg Philipp (Soit AG./ Gießen.

Aus -er engeren Heimat

Er-

der

(Nachdruck verboten!)

14. Fortsetzung.

zu schluchzen.

16.

Am von

Mein-Mainische Börse.

INitlagsbörse abbröckelnd.

hörten. r

Auf dem Bahnsteig, kurz nach dem verspäteten Eintreffen des Zuges um 10.40 Uhr, herrschte im Nu ein quicklebendiges Treiben. Jedermann holte seine

Tröffe Maui, erobstopf tere ÄerM- nen ®od/en ingshain iw bs vvr btw fort, der K zieht srch als eis um ba« zu) und nb verschieden- ch Ziersträucher zwechslungsreich eilt werden, da? t diesen Stein' i'umgeben, W ibstopfs I- * chten, den M' berauben. W ten gelegt M' [ GesamteinM

tun!"

Gisela hob den Kopf, den sie während seiner Worte betroffen gesenkt hatte.Sie haben nur nuyl weh getan, Herr Radegast! Im Gegenteil, Sre be­schenken mich so reich. Sie machen mich so glücklich, ich ich werde immer in Ihrer Schuld stehen.

Reden Sie doch nicht solchen Unsinn, liebes Fräu­lein Mertens. Niemals dürfen Sie sich in meiner Schuld fühlen. Ich selber habe doch meine Freude, wenn ich Sie glücklich und froh sehe! Aber da kommt unser Essen! Wir wollen es uns schmecken lassen."

Spater, als die Teller und Schüsseln geleert waren,

nach 107 und Verein. Stahl auf 101,13, nach 101,90, ferner bröckelten IG.-Farben auf 150,13 nach 150,50 ab, während Westdeutsche Kaufhof 0,25 v. $). an­zogen auf 94. Die später festgestellten Kurse lagen zumeist 0,50 bis 0,75 v. 5). schwächer, Bemberg ver. loren 2 o. ch. auf 126,50, hingegen Rheinstahl 141 (140,25), AG. für Verkehr 121 (120,50).

Abendbörse weiter schwächer.

An der Abendbörse setzten sich am Aktienmarkt die Abschwächungen fort, und zwar ergaben sich zu­meist in Anpassung an den Berliner Schluß Rück­gänge von 0,50 bis 1 v. ch. Während Kaufaufträge kaum vorlagen, bestand weiterhin Neigung zu Ab­gaben, die auf nur schwache Aufnahme stießen. Die Umsätze waren überaus klein. Am stärksten ermä­ßigt waren Demag mit 138 (139,50) und am Mon­tanmarkt Mannesmann mit 104,75 (106,13). Von letzteren gingen noch choesch auf 108 (108,25), Rheinstahl auf 139,50 (140), Deutsche Erdöl auf 123 (123,40) zurück, während Verein. Stahl mit 101 (101,13) fast behauptet blieben. Je 1 v. ch. schwächer notierten Adlerwerke mit 105, Daimler mit 131, Gesfürel mit 130,50, Rheinmetall mit 126,50 und AG. für Verkehr mit 120. IG.-Farben konnten sich mit 150 (150,13) behaupten, Scheideanstalt bröckel­ten auf 216 (216,50) ab, ferner gingen MAN. auf 124 (124,50), Bemberg auf 126 (126,50), Iunghans auf 110 (110,50), Reichsbank auf 184,50 (184,75) und Metallgesellschaft auf 125 (125,25) zuruck. Großbankaktien notierten unverändert. Renten la­gen geschäftslos, Farben-Bonds waren zum M t- tagskurs von 120,25 gefragt.

Autozusammenstoßes erlitt die 43jährige Frau che- lene Vollmann aus Lollar schwere Prellungen an der linken Seite und an einem Oberarm. Die Verunglückte, die mit ihrem Kraftwagen nach Bad- Nauheim fahren wollte, stieß in Klein-Linden mit einem Wagen aus der Schweiz zusammen. Mit schweren Schulter- und chandgelenk-Verletzungen mußte der Motorradfahrer Hugo ©ernannt aus Königstein im Taunus in ärztliche Behandlung ge­bracht werden. Der Verunglückte war in einer Kurve in Nieder-Ohrnen schwer zu Fall gekommen. Sämtliche Verunglückte mußten nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

Landkreis Gießen.

und habe zu meiner Freude feststellen dürfen, daß Sie keineswegs darauf aus find, meine Neigung zu Ihrem Vorteil auszunutzen. Ich mochte fast meine Hand dafür ins Feuer legen, daß wir sehr glücklich miteinander werden würden. Glauben Sie nicht auch?" . ., .

Gisela blickte ihn an, mit großen, forschenden Augen. Es war etwas in diesem Blick, das Rade­gast betroffen und unsicher machte.

3d? weiß es nicht", sagte sie leise.Glück­lich werden! Sehr glücklich werden!

.Wären Sie denn nicht froh", fuhr er beinahe heftig fort,von diesem Büro fortzukommen? Gleich am Montag müssen Sie kündigen. Auch Ihr Zimmer' Wir werden eine entzückende Woh­nung suchen, ein kleines Himmelreich, wo Sie ganz allein das Zepter führen, während ich meine jetzige Unterkunft beibehalte, bis wir verheiratet sind. Sie werden frei und unabhängig sein, Sie werden |id) ganz Ihren Neigungen widmen können. Freuen Sie sich denn nicht?"

Da senkte Gisela Mertens ihren Kopf und begann

em quiaieoenmuey ....... Heber den Verlauf dieser kurzen Feier, die bei

Gepäckstücke aus den Netzen, suchte seine Siebensachen Redaktionsschluß noch nicht begonnen hatte, werden zusammen, trug mit besonderer Liebe die Erinne-1 wir morgen berichten.

Nachdem er noch ein Glas mit Wasser bereit- gestellt, einen Fensterflügel geöffnet und die Vor­hänge zugezogen hatte, schaltete er -bas Licht aus und verließ das Zimmer.

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als von außen abzuschließen.

Gisela Mertens erwachte vom Läuten der sonn­täglichen Kirchenglocken, deren vielstimmiger Klang durch das offene Fenster ins Zimmer drang und es mit einem festlichen Zauber erfüllte.

Mit großer Bestürzung stellte Gisela fest, daß sie noch in den Kleidern war, und nun tauchten die Bilder der Nacht spukhaft aus der Tiefe des Der- gessenseins empor.

Von brennender Scham gefoltert, sprang sie aus dem Bett und trat an das Waschbecken. Ein dumpfer Schmerz bohrte in ihrem Schädel.

Sie tauchte den Schwamm in das kalte Wasser und führte ihn ein ums andere Mal um ihr bren­nendes Gesicht.

Das tat gut.

Nun streifte Gisela ihr Kleid ab, das sie tm Schlaf ganz verknittert hatte. Sie schüttelte den Kopf. Wie hatte man sich nur so gehen lassen ton­nen? . , ,,

Plötzlich fiel ihr ein, daß sie ja jetzt verlobt war. Richtig verlobt? Stimmte denn das auch wirklich! Mit Herrn Radegast verlobt? .

Jo. sie erinnerte sich ganz deutlich seines feier­lichen und etwas komischen Gesichtes, mit der er die vollzogene Tatsache festgestellt hatte.

Aber nein, das hatte sie nicht gewollt. Wie schamlos er sie übertölpelt hatte? Sie würde es ihm sagen, sobald sie ihn traf. Man mußte es ruck- gängig machen.

Gisela zog sich aus, betrat das Badezimmer und drehte die Brause auf.

Mit tiefen Atemzügen genoß sie die Er­quickung des eiskalten Wasserstrahles, der ihren brennenden, glühenden Körper kühlte und alles wegspülte, was sie bedrückte.

Als sie sich gerade trocken schrubbte, hörte sie, wie draußen ein Schlüssel ins Schloß gesteckt und umgedreht wurde. £

Sie preßte in jähem Schreck das Frottierhandtuch an sich, aber ihre Angst war unbegründet. Herr Radegast klopfte ganz sittsam und wartete, bis sie eine Antwort gab.

..Sie können jetzt nicht herein? rief sie verstört.

Oh, ich wollte nur sehen, ob du schon munter

: bist. Wie ist das Befinden? Ist es ein sehr böser Kater?"

'Nein!" sagte sie, ohne ihr Handtuch loszulassen.^ (Fortsetzung folgt!)

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 1. Aug. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 9 196 (am 27. 7. 193), W 11 198 (195) W 12 199 (196), W 13 200 (197), W 16 203

(200), W 18 205 (202), W 19 207 (204), W 20 209

(206), Roggen R 11 181 (179), R 12 182 (180 , R 14 184 (182), R 15 185 (183), R 16 187 (185),

R 17 188 (186), R 18 189 (187), R 19 191 (189),

Weizenmehl Type 812 W 13 29,10, W 16 29,20, W 19 29,20, W 20 29,55, Roggenmehl Type 997 R 12 22,45, R 15 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 0,50 Mark Frachtausgleich, Wei­zenfuttermehl 13,60, Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10 90 W 18 11,00, W19 11,10, W 20 11,20, Roggen- fiele R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10.40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, Wie- senheu (bis % Besatz) 5,40. Wiesenheu (bis/m Be­satz) 6,40, Wiesenheu drahtgepreßt 0,40 Mark mehr, Erzeugerhöchstpreis ab Erzeuger-Verladestation.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Fr a nkfur t a. M., 2. Aug. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 713 Kälber, 61 Hümmel, 48 Schafe, 4100 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mark, Hämmel. 35 bis 45, Schafe 25 bis 42, Schweine 53 bis 60 Mark . Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Häm­mel und Schafe mittelmäßig.

Nieder-Walgern (Kr. Marburg), 1. Aug. Samstagnachmittag ereignete sich in der Nähe Nieder-Weimar an einer schwierigen Stelle der Landstraße ein schwerer Derkehrsunfall, bei dem leider ein Einwohner von hier tödlich Ver­

mittlungen sind im Gange.

Unfälle auf dem Lande.

Zwei hinter Gisela.

Vornan von Hans Hirchammer.

Urheberrechtschutz Verlag Oskar Meister, Werdau/Sa.

Mit schweren inneren Verletzungen mußte 44 Jahre alte Händler Otto Wehn aus Großen- Linden in ärztliche Behandlung gebracht werden. Der bedauernswerte Mann war mit seinem Motor­rad gegen ein Auto gerannt. Infolge eines

letzt wurde und ein anderer schwere Verletzungen davontrug. Auf der Kreuzung der Herborner Straße bet Nieder-Weimar durch den auf dem Motorrad von Marburg kommenden Schreinermeister Nickel von hier, dessen Geselle auf dem Soziussitz des Motorrades mitfuhr, wurden die beiden Motorrad­ler von einem plötzlich im scharfen Tempo vor ihnen auftauchenden Lastauto erfaßt und überfahren. Schreinermeister Nickel wurde dabei so schwer verletzt, daß er einige Stunden nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus verstarb. Der Geselle liegt mit einem Bein-, einem Arm- und einem Schlüsselbeinbri'ch in ernstem Zustand im Krankenhaus darnieder. Die behördlichen Cr-

Fwd. Diese Tabakfabrik beziffert ihren Iahres- ertrag für 1937 mit 818 000 Mark, zu dem 24 564 Mark außerordentliche Erträge kommen. Personal­aufwendungen erforderten 464 000 Mark, Zinsen 22 000 Mark, Steuern 26 000 Mark und alle übri­gen Aufwendungen 261000 Mark. Nach 26 444 Mark Abschreibungen wird der Gewinn mit 41 542 Mark angegeben, um den sich der Verlustvortrag von 194165 Mark auf 152 623 Mark vermindert. Bei 700 000 Mark Grundkapital und 70 000 Mark aef. Rücklage erscheinen andere Rücklagen mit 117 000 Mark und Wertberichtigungen mit 14 000 Mark Die Verbindlichkeiten betragen 537 000 Mark, hierunter Warenschulden 62 000 Mark, Konzern­schulden 37 000, Wechsel 253 000, Bankschulden 82 000 Mark und sonstige 94 000 Mark. Auf der anderen Seite beträgt das Anlagevermögen 496 000 Mark und das Umlaufsvermögen 805 000 Mark. Unter letzterem stellen sich Vorräte auf 472 000 Mark, Außenstände auf 275 000 Mark, Wertpapiere auf 23 000 Mark und flüssige Mittel auf 33 000 Mark. Der AR. besteht aus Irene Gail (Vor­sitzer), Raimund Wag en sch ein, sowie RA. I. Friedrich Zimmer, sämtlich in Gießen.

Von einem Personenauto angefahren

Der Fahrer ergriff die Flucht.

* Grünberg, 1. Aug. In der letzten Nacht führ ein Personenauto in der Nähe der sog. Alsfelder Brücke, das von Grünberg her in Rich­tung Mücke passierte, einen Fußgänger an, der von dem Kraftwagen die an dieser Stelle hohe Straßenböschung herabgeschleudert wurde und allerlei Verletzungen davontrug. Der Autofahrer schaltete sofort nach dem Vorfall alle Lichter seines Wagens aus und raste etwa 200 Meter weit ohne jegliche Beleuchtung davon. Dann schaltete er die Lampen wieder ein und setzte seine Flucht In scharfem Tempo^ort. Die Ermittelungen sind im Gange, und es dürfte zu hoffen sein, daß der verantwortungslose Fahrer zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Auf der Motorradfahrt tödlich verunglückt.

Lin Schwerverletzter.

Gießener Breslau-Jahrer wieder zurück!

Festabglanz noch auf allen Gesichtern! - Schöne Schlußfeier.

Frankfurt a. M., l.Aug. Die Börse entbehrte weiterhin jeglicher Anregung, insbesondere blieb der Auftragseingang überaus gering, lediglich einige Li­mite wurden erneuert. Anderseits erfolgten über, wiegend wieder kleine Abgaben, so daß an den A k- tienmär tten zumeist Abbröckelungen von 0a0 bis 1 v. H. im Durchschnitt eintraten. Darüber hinaus ermäßigten sich Scheideanstalt: aus, 216,50 (218), Aschaffenburger Zellstoff auf 115,50 (116,75), Adlerwerke Kleyer auf 106 (107,50) und Deutsche Erdöl auf 123,40 (125). Von Montanwerken bröckel­ten Klöckner 0,40, Mannesmann und.Laurahütte je 0,50 und Verein. Stahl 0,65 v. H. ab, hingegen lagen Hoesch 0,25 v. H. höher und Buderus unver­ändert. Maschinenaktien gingen bis 0,75 v. H. zu­rück, auch Elektropapiere schwächten sich um eben­soviel ab. Don Einzelwerten verloren Reichsbank und Westdeutsche Kaufhof je 0,75 v. H. IG.-Farben ermäßigten sich auf 150,50 (15075).

Am Rentenmarkt ergaben sich gleichfalls leichte Rückgänge, wobei sich die Umsätze in engsten Grenzen hatten. Reichsaltbesitz 0,13 v. H. gebessert auf 130,40, dagegen Reichsbahn-DA. 0,25 v. H. nied­riger mit 123. Kommunal-Umschuldung blieben mit 94 70 behauptet. Liquidationspfandbriefe schwank­ten bis 0,20 v. H., Goldpfandbriefe und Stadtan­leihen notierten unverändert. Industrie-Obligationen lagen sehr ruhig bei kaum veränderten Kursen.

Im Verlaufe bröckelten die Aktienkurse vor­wiegend weiter etwas ab, die Umsätze blieben eng begrenzt. Von Montanwerten ermäßigten sich Hoesch auf 108,25 nach 109,40, Mannesmann auf 106,13

rungszeichen aus Breslau und die Geschenke, die er den Angehörigen als Entschädigung für das Nicht-dabei-sein-können mitgebracht hatte.

Am Bahnhof hatte sich eine große Menschenmenge zum Empfang eingefunden. Eine Musikkapelle, zu­sammengestellt aus Angehörigen des Musikkorps der SA.-Standarte 116 und der Kreiskapelle des Kreises Wetterau, stand am Bahnhof bereit, um sich den Turnern und Sportlern mit flotter Marschmusik beim

Ach, Unsinn! Der Montag war noch so fern. Herr Rodegast hatte recht. Man durfte sich die jchone Gegenwart nicht mit unnützen Gedanken verderben

Radegast stellte mit Behagen festz daß Gyelas Stimmung sich zusehends lockerte. 2hr Tempera­ment, ihre Jugend, eine angeborene Fröhlichkeit, ihr wirkliches Wesen kam zum Durchbruch.

Bei der zweiten Flasche war sie so wett, bafc fie ihm ihr Herz ausschüttete Ein junges LebM oss - barte sich ihm, das nach Gluck hungerte,, aber auch nach Arbeit, nach jener Arbeit, von der es erfüllt

Radegast wußte, daß er es nun wagen durste ihre Hände in die feinen zu nehmen und von fernen

m-ch-n, Sräulein sela, ich mochte, daß Sie meine Frau merben habe bisher mit Absicht nicht davon gesprochen, denn ich wollte Ihnen Zeit lassen, mich kennenzu- Icrnen. Aber jetzt scheint mir ber Augenblick ge­kommen. baß mir wie zwei Kameraden uns u diese Dinge unterhalten, bcnn auch ich babS ja nun genügend beobachten und studieren können

Ben.

Gillingen vor! 3®ei Fällen wl Breits einschljj. niZer Zeit bei '-Steinberg ein t gekauft. Er an und ven 5- RM. ob. isür das Eigen, llung des Kauf, ib sich der An. Großen-Luseck eine Dynamo. bei versprach er )on 10 M m, daß der An- auch nur einen ch die Dreist^ ff gleichen Taor n, wobei er sich ieß. In der ge> Angeklagte in, schuldigung gs ge befunden zi Beziehung einer richt erkannten auf eine Ge« 2 Monaten

Auch Gisela Mertens befand sich in einer be­schwingten Stimmung. Sie hatte der Versuchung nicht widerstehen können, ein Bad zu nehmen uno hatte sich der weisen Erkenntnis nicht verschließen können, daß es immerhin eine sehr angenehme Sache sein mußte, die Frau eines wohlhabenden Mannes ^Radegast fühlte sofort, daß die kühle Zurück­haltung, mit ber sich Gisela bisher umgeben hatte, von ihr gewichen war. Sie erwiderte weniger ge­zwungen sein Lachen, sie duldete bereitwilliger den Druck seiner Hände. . .

Als sie im Speiseraum Platz genommen und m gemeinsamer Beratung ihre Wahl getroffen hatten, blickte ihn Gisela an.Sie sind heute anders als am Mittwoch, nicht mehr so steif."

Radegast lachte über das ganze Gesicht,toor Finden Sie? Und wissen Sie auch, wer daran schuld ist, Fräulein Mertens?" Sie hatte ihm way- rend der Fahrt doch ihren Namen genannt, ahnungs­los darüber, daß er ihn schon wußte.Ach, ich kenne mich ja selbst nicht mehr. Ordentlich jung haben Sie mich gemacht, ein ganz anderer Mensch bin ich gern - den. Sie sollten mich vorher gekannt haben! Miß­mutig, verärgert, ein richtiger alter Junggeselle. Glauben Sie, es wäre mir jemals im Traum ein­gefallen, eine solche Reise zu unternehmen, blotz zum Vergnügen? Um Gotteswillen, fragen Sie meinen Chauffeur. Aber jetzt glaube ich wieder an das Leben, an die Jugend, jetzt hat meine Arbeit einen Inhalt, mein Vermögen einen Sinn bekommen. Oh, verzeihen Sie mir, ich wollte Ihnen nicht weh

machte Radegast den Vorschlag, den festlichen Tag in einer Weinstube würdig zu beschließen.Morgen abend sind wir schon wieder auf der Heimreise und wir können doch nicht Frankfurt verlassen, ohne einen Wein probiert zu haben!"

Nein, das können wir nicht! stimmte Gisela übermütig zu. .

Der Kellner gab ihm eine Adresse, und sie fanden in einer engen Seitengasse einen romantischen alten Weinkeller, dessen Gewölbe von Tabakrauch ge­schwärzt und vom Widerhall unzähligerrmklieder geheiligt war. ,r , , .

Auf einet mit bunten Lederpolstern belegten Eck­bank ließen sie sich nieder und bestellten eine Flasche des edlen Saftes, den die fränkische Sonne hatte ^Nach dem ersten Zutrunk wurde Gisela plötzlich schweigsam. r, , . ,

Was ist Ihnen?" fragte Radegast besorgt.

Ach, nichts!" ... . ...

Hören Sie, Fräulein Mertens, Sie dürfen sich diese schöne Stunde nicht verderben lassen. H?ben Sie Angst vor einem bösen Kater? Doch wohl nicht. So toll wollen wir es nicht treiben."

Daran hatte Gisela nicht gedacht, sondern es war ihr eingefallen, wie es sein wurde wenn sie am Montag wieder an der Schreibmaschine saß und wieder Herrn Hasselschwerts Wutanfallenl ausge­liefert war. Doppelt schwer, doppelt trostlos wurde sich die Pflicht des Alltags wieder auf ihre Schultern

Äff, Qb? Anill |

ft Li;!

*« s

nun berti|)m. w an bet notb, gebilbct mirb n H m bem

Uns qu«

30 LichtjW 9* Lchtz. nonb am n 25. August

Ö£r aus dem M um ben oUmonb etmas

wachsen und der Kochraum in der alten Schule zu eng geworden ist, werden zur Zeit verschiedene Aenderungen vorgenommen. Auch ein elektrischer Herd wurde angeschafft. Nach den Sommerferien kann der Unterricht im neuhergerichteten Saal statt­finden. . ,r _

- Lich, 1.Aug. Der gestrige heiße Sommertag brachte unserem Waldschwimmbad Rekord- zisfern des Besuchs, wie sie wohl seit der Ein­weihung des Bades noch nicht erreicht wurden. Be­reits in den frühen Morgenstunden setzte reges Badeleben ein; die Zahl der ankommenden und parkenden Wagen, Kraft- und Fahrräder wurde immer größer, von allen Seiten strömten die Gäjte dem erfrischenden Wasser des Sees zu. Die Bür­germeisterei hat die Landwirte erneut angewiesen, ihr Augenmerk auf das etwaige Auftreten des K a r - toffelkäfers zu richten. In jeder Woche sollen die mit Kartoffeln bepflanzten Aecker genau nach­gesehen werden. Die Bautätigkeit war auch in diesem Sommer sehr rege. In der Ringstraße wird ein Wohnhaus fertig und eins neu erstellt, ebenso in der Langgasse, auch in der Mengesstraße

ttnd<

'S«;

L di! Kerl tfl) u

;ico « $!* cht $$ iW-m im* fid)

oav y i W W 1 Ml #

to- J unö/.fl, 5 sy H-H ohne. Ä $

Nach den überreichen Tagen des Erlebnisses in ber schlesischen Hauptstadt Breslau, nach vielen Kämpfen, nach festlichen Höhepunkten, nach dem Vorbeimarsch am Führer, der sie alle stark beein­druckt hat, kehrten heute vormittag, etwas müde zwar, aber noch mit einem Schimmer und Abglanz der Festfreude von Breslau auf den Gesichtern, unsere heimischen Turnerinnen und Turner, Sport­lerinnen und Sportler in ihre Heimat zurück. So wie sich diejenigen, die zum Abschied am Bahnhof waren, einiger Gefühle des Neides nicht erwehren konnten, so war es heute auch zum Empfang der Heimkehrer. Sonnverbrannt von den heißen Tagen in der Feststadt, von dem stundenlangen Sitzen auf den Zuschauertribünen auf den verschiedenen Kamps­stätten, von der eigenen aktiven Beteiligung noch ganz erfüllt, kamen sie zurück, und auch die im Eisenbahnzug verbrachte Nacht konnte nicht die nachhallende Festfreude unserer Breslaufahrer dämpfen. Lange werden sie von den Erlebnissen zehren und ihren Angehörigen in vielen Einzel­heiten zu erzählen wissen, was sie olles sahen und

Einzug in die Stadt voranzustellen.

Die (Sieger und Siegerinnen trugen ihre schlichten und doch so ehrenvollen Eichenkränze als äußeres 'Zeichen ihres Sieges in dem großen Wettkampf auf dem Kopfe. Die neuen Fahnen wurden entrollt und bereicherten das interessante Bild des Empfangs und der Aufstellung des Zuges der Turner und Sportler in schöner Weise.

Endlich gegen 11 Uhr war es soweit, daß der Einmarsch in die Stadt erfolgen konnte. Der Marsch ging durch die obere Bahnhofstraße bis zum Hotel Schütz, weiter über den Horst-Wessel-Wall zum Selterstor, den Seltersweg herunter, über den Kreuzplatz, durch die Sonnenstraße und den Brand­platz zum Langraf-Philipp-Platz, wo die kurze Schlußfeier stattfand.

< Daubringen, 1. Aug. Der Gesang­verein Dau bringen veranstaltete am Sonn­tag ein Waldfest, zu dem sich die Mitglieder zahl­reich einfanden. Einige Sänger hatten 100 Liter Apfelwein bereitet, die zur allgemeinen Freude kostenlos zum Ausschank tarnen. Veremsfuhrer Fuchs hielt eine Begrüßungsansprache. Der Ver­lauf des Festes brachte Darbietungen des Männer-, des Frauen- und des gemischten Chores, die dank­bar ausgenommen wurden.

< Beuern, 1. Aug. Kreisfeuerwehrführer Bouffier, Gießen, nahm eine Inspektion der hiesigen Pflichtfeuerwehr vor. Die Wehr trat hierzu vollzählig an. Der Kreisfeuerwehrfuhrer umriß in kurzen Worten die Aufgaben, die der Wehr gestellt sind. Die Pflichtfeuerwehr zeigte so­dann Fußexerzieren und Uebungen an den Geräten, die zur vollen Zufriedenheit ausfielen. Nachdem die Wehr beim jüngsten Brand in Beuern ihre Schlag­fertigkeit bewiesen hatte, konnte auf einen Brand­angriff verzichtet werden. Kreisfeuerwehrfubrcr Bouffier dankte den Kameraden für ihre Lei­stungen und' dem Bürgermeister für die gute Vor- orqe zur Unterbringung der Geräte.

# Allendorf (Lahn), 1. Aug. Der hiesige Schäfer Rinkert rettete einen 12jährigen Jun­gen, der sich, ohne des Schwimmens kundig zu sein, in tiefes. Wasser begeben hatte. Durch das energische Zugreifen des Schäfers kam der Knabe ohne jeg­lichen Schaden davon. Unser Einwohner Ludwig Wolf VIII., der sich in den vergangenen Jahren um die Baumbestände in unserer Gemeinde verdient gemacht hat, kon-ite gestern seinen 7 3. Geburts- t0s9 ßanV® öns, 1. Aug. Da die Zahl der ; Fortbildung sschülerinnen hier stark ge-

Schoon ist die Iuhugend, sie kommt nicht mehr! Ja ja, sie kommt nicht mehr

Dussingsa gans falsch!" schrie Gijela und machte mit der freien Hand schleudernde Armbewegungen. Ich singe gar nicht falsch! Ganz richtig singe ich. Dagegen du, du singst wie so ein Uhm weißt du. 5)ast du mal einen Uhu'fingen hören?

Ubu9" stammelte Gisela verblüfft. Dann kam ihr' die Erleuchtung.Du bist ein Uhu?" lachte sie.

Nach dieser scharfsinnigen Auseinandersetzung wurde der gemeinsame Gesang von der schonen Jugend fortgesetzt und fo oft wiederholt, bis man vor dem Hotel angelangt roar.

Sinn Sie sinn Sie auch ein Uhu? fragte Gisela mit ernsthafter Wißbegier den Pförtner, der sie ins Haus ließ. . , , r < -

Der Mann lächelte diskret, konnte aber anschei­nend dieses schwierige Problem nicht entscheiden. Er fiihrte das Paar zum Lift.

Oben wurde Gisela von einer jähen Sch lästig- feit befallen. Radegast nahm ihre Handtasche, holte den Zimmerschlüssel heraus und brachte sie m ihr 3l@0ria wankte zur Couch, sank hin und weg

Ein/ Weile blickte Radegast uncuttschlofsen auf die Schlafende. Dann streifte er ihr die Schuhe ab, hob sie mit beiden Armen hoch und schleppte sie ins Bett.

unbrin der Butzbacher Straße gehen zwei Häuser ihrer Vollendung entgegen.

)( Bellersheim, 1. Aug. Gestern fand hier eine Bezirksverfammlung des Kreisverban- des Gießen der eDan.gel. Frauen­hilfen statt. Etwa 700 Mitglieder auswärtiger Vereine hatten der Einladung Folge geleistet. Im Feftgottesdienst predigte Pfarrer Köhler (Darm­stadt). Nach einer Kaffeepause, in der die Gäste in den Häusern unserer Gemeinde verpflegt wurden, begann die Nachversammlung. Der Ortsgeistliche be­grüßte die Teilnehmerinnen, Frau Becker, Gie­ßen, überbrachte Grüße der Gießener Gesamt­gemeinde. Dann hielt Frau Stork, Birkenau, einen Vortrag über das Thema:Ewigkeit, in die Zeit leucht« hell hinein". Mit Lied und Dankeswort von Pfarrer G e r i ch , Bellersheim, wurde die Ta­gung geschloffen.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 dis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschloffen.