Turnvereins-Jubiläen im Kreise Gießen
** Zehn-Tage-Wettervoraussage. In unserer heutigen Ausgabe beginnen wir, wie in den Vorjahren, wieder mit der Veröffentlichung der Wettervoraussagen für jeweils zehn Tage, die bis Ende September einschließlich von der Forschungsstelle für langfristige Witterungsoorhersagen des Rerchswetter- dienstes in Bad Homburg herausgegeben werden. Unsere Leser seien auf die heutige und auf die folgenden Veröffentlichungen besonders hingewiesen.
**AnmeldungzuPrüfungen. Die Industrie- und Handelskammer Gießen teilt mit, daß die Anmeldungen zu den Kaufmannsgehilfenprüfungen und zu den industriellen Facharbeiter- und Lehr- abschlußprüfungen Herbst 1938 in der Zeit vom 13. bis spätestens zum 30. Juni zu erfolgen haben. Für die Anmeldung sind vorgeschriebene Vordrucks zu
50 Lahre in Heuchelheim.
A Heuchelheim, 31. Mai. Der Turnverein Heuchelheim, der im Jahre 1888 gegründet wurde, feiert dieses Jahr sein 5 0. Stiftung s f e st. Die Feiet: soll, der Größe und Bedeutung des Vereins entsprechend, im würdigen Rahmen abgehalten werden. Die Vorbereitungen ür die am 2. und 3. Juli stattfindende Jubelfeier ind schon vor einiger Zeit begonnen worden. Die Feier wird mit einem großen Festkommers eröffnet werden. Am Sonnlagmorgen werden alle Abteilungen des Vereins zu einem Jubiläums-Wettkampf antreten. Rach dem Festzuge werden die allgemeinen Vorführungen des diesjährigen Turn- und Sport- eftes in Breslau, allgemeine Freiübungen, Keulen- gymnaftik und Ballübungen der Turnerinnen sowie Kugelgymnastik der Turner gezeigt. Der Ablauf des Festes wird von abwechslungsreichen Vorführungen der verschiedenen Abteilungen des Turnvereins belebt sein. Auch die drei hiesigen Gesangvereine werden zur Verschönerung der Jubelfeier mitwirken. Da in Heuchelheim schon fünf Jahre kein größeres Fest stattgefunden hat, werden die Heuchelheimer, ihrer alten Tradition entsprechend, das Fest in echter Dorfgemeinschaft würdig feiern.
40 Jahre in Lang-Göns.
* Lang-Göns, 1. Juni. Am 1. Juni 1898, also vor vierzig Jahre n, wurde der Turnverein Lang-Göns von 26 jungen Männern gegründet. Die Feier des vierzigjährigen Be- stehens soll an Pfingsten festlich begangen werden. Am ersten Feiertag findet ein Kommers statt, am zweiten Feiertag soll ein Festzug durch unser Dorf gehen, ein Volksfest wird die Feier beschließen.
Von den 26 Gründern, die während der vierzig Jahre dem Turnverein die Treue gehalten haben, leben noch sieben in Lang-Göns, sechs sind nach auswärts verzogen und sechs sind gestorben. Die hiesigen Gründer sind: Wilhelm Brück, Wilhelm Dern I., K. August Faber, Adolf Heller, Hermann Voß, Heinrich Z e i ß und Heinrich Zimmer. Die auswärtigen: Wilhelm Brücke! (Darmstadt), Heinrich D a tz (Gießen), Wilhelm Faber (Leihgestern), Ernst Heller (Schotten), Heinrich Höhn (Gießen) und Adolf Wieczorek (Gambach).
In der ersten Zeit wurden die Turnstunden in dem Gasthaus „Zur Post", später im „Schwanen" und zuletzt bei Gastwirt Hüsch abgehalten. Die Satzungen waren ziemlich streng. Wer beim Turnen fehlte, wurde bestraft. So sorgte man für Disziplin und Ordnung. Nach und nach wurden die ersten Geräte aus eigenen Mitteln angeschafft. Nach zehnjährigem Bestehen wurde die Fahne des Vereins geweiht (4./6. Juli 1908). Das Ziel aber blieb immer: eine eigene Turnhalle. Schon 1907 wurde ein kleiner Betrag, der bei einem Feste eingegangen war, einem Turnhallenbaufonds überwiesen. Die Summe wuchs mit den Jahren, wurde aber leider ein Opfer der Inflation. Kurz nach dem Kriege (1921) beschloß man dann, eine Baracke in Gießen, die als Gefangenenlager gedient hatte, zu kaufen, um daraus eine Turnhalle zu bauen. In uneigennütziger Weise stellten sich alle Mitglieder bei den
Berenbeckehof vor den Toren von Hattingen (nachweislich feit 1451) sitzt. In Gießen scheint der erste im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts eingervcm- dert zu sein. Die Bernbecke besaßen eine Hofraite auf dem reichen Sand, und ihre Mitgliedschaft im XlVer Rat der Stadt Gießen zeigt, daß sie in hohem Ansehen standen.
Das „Correspondenzblatt der Familie Bernbeck", das seit 1876 in monatlicher Ausgabe erscheint, ist wohl eines der ältesten Familienblätter einer bürgerlichen Familie. Es ist eine reiche Fundgrube für die Familiengeschichte und auch kulturgeschichtlich nicht ohne Wert.
Geheime Mächte und ihreGnträtselung ?
Die Neigung der Menschen zu der Annahme, daß irgendwelche geheimen oder okkulten Mächte das Schicksal beeinflussen können, ist so stark verbreitet, daß jede Gelegenheit, darüber einmal eingehend und von berufener Seite einen Einblick in dieses Wissensgebiet zu erhalten, begrüßt wird. So fand auch der Experimentalvortrag am gestrigen Mittwochabend im Caf6 Leib mit dem hier schon aus seinem Vortrag im Goethe-Bund bekannten Experimentator Wilhelm Gubisch aus Dresden, eine große Zuhörerschaft. Kubisch gab aus der Fülle seiner praktischen Erfahrungen eine gründliche und anschauliche Einführung in dieses umfangreiche Wissensgebiet und ließ seinen Theorien die praktische Durchführung folgen. In kritischer Weise ging er auf die Probleme ein und hob auf Grund zweier Forschungsergebnisse die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit diesen Dingen hervor.
Seine Experimente, die den größten Teil des Abends füllten, wandten sich in erster Linie der Lösung der ihm aus der Zuhörerschaft gestellten Aufgaben auf den Gebieten der Telepathie, oder des Gedankenlesens zu, wobei er seine Aufgaben mit und ohne Berührung mit erstaunlicher Geschicklichkeit und Schnelligkeit ausführte. Er verblüffte dann mit einigen Aufgaben aus dem Gebiete des Hellsehens und erwies sich auch auf dem Gebiete der Psychometrie, der Bestimmung von Charakter und Schicksal, als ausgezeichneter Experimentator.
Das Wertvolle d-es Abends bestand aber in der Verbindung von Theorie und praktischer Veranschaulichung, wodurch der Abend bis zum letzten Augenblick spannend und interessant gestaltet wurde.
Abschließend befaßte er sich mit einer kritischen Betrachtung dieser Dinge und ging namentlich auf die Gebiete der Suggestion, der Erdstrahlung und der Wünschelrute ein, wobei er alle Besucher in seinen Bann zu ziehen verstand und für seine belehrenden Ausführungen starken Beifall erntete.
Kolonialvortrag in Gießen.
Vom Amt Presse und Propaganda der Studentenführung der Universität Gießen wird uns ge- schrieben:
Am Donnerstag, 9. Juni, veranstaltet der Kreisverband Gießen des Reichstolonialbundes in Verbindung mit der Kolonialabteilung im Außenamt der Studentenführung in der Aula der Universität einen Kolonialvortrag mit Lichtbildern, bei dem die Gießener Bevölkerung mit dem Dorstandsmit- olied der Deutschen Kolonialgesellschaft, Pg. Pfeiffer (Berlin), als Vortragendem bekannt werden wird.
Pg. Pfeiffer ist eine kolonialpolitische Persönlichkeit ersten Ranges. Bis August 1906 war er für Woermann in Portugiesisch-Westaftika und im Kongoftaat. Am 4. März 1907 ging Pg. Pfeiffer
nach Deutsch-Ostafrika, wo er als Sisal- und Baumwollpflanzer auf der Musterpflanzung der Kolonie tätig war. Ab Mitte des Jahres 1909 war er Fachbearbeiter für die Arbeiter-Anwerbeangelegenheiten, das Lohnwesen der 46 000 Abbeiter beim Bau der Deutsch-Ostafrikanischen Zentralbahn. Der Krieg sah ihn 1916 als Leutnant im Kaiser-Franz- Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2. Im Stabe des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nahm er an einer Sonderkommission in Persien teil. 1925 unternahm Pg. Pfeiffer auf eigene Kosten eine tropenlandwirtschaftliche Studienreise nach Mexiko, Mittelamerika und Kuba. 1926 ging er als erster nach der Wiederzulassung Deutscher in das Mandatsgebiet von Deutsch-Ostafrika in die südwestlichen Hochländer der Jrvinga-Prvvinz, war Kaffee- und Teepflanzer auf eigene Rechnung, gründete die erfolgreiche Mbozi-Siedlung (Kaffee) im Mbeya-Be- zirk, wurde zum Pionier bei der Erschließung der Goldfelder am Lupa. Ab 1933 war Pg. Pfeiffer als Hauptstellenleiter im Propagandaamt des Gaues Berlin der NSDAP., Gauredner für koloniale Belange, daneben anerkannter Redner der Deutschen Kolonialgesellschaft, der er schon vor dem Kriege angehörte und zu deren Vorstandsmitglied er 1933 wurde. Seit Ende 1936 hat Pg. Pfeiffer schon Hunderte von Vorträgen als Redner des Reichs- kolonialbundes gehalten. Als Kolonialschriftsteller ist er seit Bestehen der Reichsschrifttumskammer deren Mitglied als Kolonialschriftstellenleiter.
Siebener Wochenmarktpreife.
* G i e ß e n, 2. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Deutsche feine Molkereibutter, % kg 1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 13, Klasse A 12^, Klasse B 12, Klasse C 11)4, Klasse D 10)4, Enteneier 11)4 bis 12)4, Wirsing, Vi kg 10 bis 14, gelbe Rüben, neue, das Bündel 15 bis 20, Karotten, Vt kg 10 bis 12, rote Rüben 10, Spinat 8 bis 15, Römischkohl 8 bis 12,.Bohnen, grün, 45 bis 60, Spargel, 1. Sorte 60, 2. Sorte 55, 3. Sorte 50, 4. Sorte 35, Unterkohlrabi 10, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 40 bis 60, Meerrettich 40 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte, kg 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, neue, Vi kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 35, ausländische Aepfel 50 bis 55, Kirschen 60 Pf., Hähne 1,10 bis 1,20 Mark, Suppenhühner 1,05 Mark, Blumenkohl, das Stück 50 Pf. bis 1 Mark, Salat 5 bis 15 Pf., Salatgurken 20 bis 65, Oberkohlrabi 18 bis 22, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 10 bis 15, neue, das Bündel 15 bis 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.
Arbeiten zur Verfügung, ebenso wurden die Fuhren unentgelllich besorgt. Die Kaufsumme (18 000 Mark) wurde durch Anteilscheine der Mitglieder aufgebracht. Am 8. bis 10. Juli 1922 wurde die neue Turnhalle eingeweiht. Damit war das große Ziel, das sich der Verein schon vor dem Kriege gesteckt hatte, erreicht. Wenn die Turnhalle auch den heutigen Ansprüchen nicht mehr voll und ganz genügt, so hat sie doch in den vergangenen Jahren den vielfältigsten Zwecken gedient und ist vor allem den Turnern zur Heimstätte geworden.
Die turnerischen Leistungen des jungen Vereins wurden bald bekannt. Auf dem großen Deutschen Turnfest in Frankfurt a. M. (1908) stellte Lang- Göns eine Musterriege, die mit „Sehr gut" als die gaubeste anerkannt wurde. (Leitung: Albert Schmidt.) I
Oberturnwart Wilhelm Lang vom Lang-Gonser Turnverein wurde Bezirksturnwart des fünften Bezirkes. Er ist in Turnerkreisen sehr bekannt und hat sich um das Turnwesen große Verdienste erworben. Seme besondere Liebe gilt natürlich dem hiesigen Verein, und er hat mit allen Kräften und aufopfernder Liebe für ihn gesorgt.
Auf den Turnfesten in München (1923), Köln (1928) und Stuttgart (1933) war der Lang-Gönser Verein vertreten, und auch in diesem Jahre werden Lang-Gönser Turner in Breslau aktiv mitwirken.
Erwähnt seien auch noch die Kreisfeste in Aschaffenburg, Gießen, Hanau und Trier, bei denen die Mitglieder Willi Keßler, Richard Kaiser, Wilhelm Dreier und Wilhelm Dern Kreisfestsieger wurden.
Den Höhepunkt der turnerischen Leistungen des Lang-Gönser Vereins bildete wohl der Mannschaftskampf im Geräteturnen (Februar 1932). Im Bericht des „Gießener Anzeigers" hieß es damals: „Nahezu 600 Zuschauer füllten die Turnhalle und nahmen begeisterten Anteil an dem Ablauf der turnerischen Geschehnisse. Der Nachmittag trug über den reinen Wettkampf hinaus den Charakter einer Werbeveranstaltung für deutsches Turnen und Volkstum." An den Wettkämpfen beteiligten sich die Mann- schäften aus Butzbach, Friedberg und Lang-Göns. „Mit 457,5 Punkten wurde Lang-Göns, das unstreitig über die ausgeglichendste Mannschaft verfügte, verdient Sieger ... Dem Bezirksturnwart Wilhelm Lang als Führer der Lang-Gönser Mannschaft wurde der Siegerpreis und die von der Gemeinde gestiftete Plakette vom Gauoberturn- wart Will überreicht."
Am 12.November 1928 wurde die Frauenabteilung gegründet. Ihre Vorführungen fanden immer besonderen Beifall. Die Frauengruppe trat auch später bei Volksfesten und nationalen Feiern mit prächtigen Leistungen hervor. Dor einigen Jahren wurden zwei Handballmannschaften aufgestellt. Die Jugendmannschaft war 1936 Kreismeister.
Der erste Vorsitzende war lange Jahre Wilhelm Heller, dann Wilhelm Dern I., der heute den Ehrenvorsitz hat. Seit 1929 leitet Karl MüllerIV. den Verein. Die beiden ersten Vorsitzenden sowie Albert Schmidt und Bezirksturnwart Wilhelm Lana erhielten besondere Ehrenbriefe vom Gau (des alten Verbandes) bzw. Kreis.
Don der Universität Gießen.
Von der Pressestelle der Ludwigs-Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Durch Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 10. Mai 1938 ist Professor Dr. Eduard W i l l e k e in Gießen zum Mitdirektor des Jnstt- 1 tute für Wirtschaftswissenschaft an der Universität ■ Gießen ernannt worden.
Neuer Gebietsreferent für Oberheffen im Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main. Der bisherige Gebietsreferent für Oberhessen im Landesfremdenverkehrsverband Rhein-Main, Bür- : germeister Professor Dr. Hamm (Gießen), hat 1 wegen Arbeitsüberlastung den Vorsitzenden des । Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main, Ober- , bürgermeister Ritter (Gießen) gebeten, ihn von dieser Tätigkeit zu entbinden. Mit dem Ausdruck < des aufrichtigen Dankes für die unermüdliche und , erfolgreiche Arbeit im Dienste des Landesfremden- ; verkehrsverbandes Rhein-Main hat Oberbürger, i meister Ritter dieser Bitte mit Wirkung vom : 31. Mai 1938 stattgegeben.
An Stelle des Professors Dr. Hamm hat der Vorsitzende des LFV. Rhein-Main mit Wirkung vom 1.Juni 1938 Herrn Hans Fritz Schuster in Gießen, Frankfurter Straße 31, mit der Führung der Geschäfte beauftragt und ihn zum Ge- bietsreferenten des LFV. Rhein-Main für Ob ex- Hessen berufen. Herr Schuster ist bereits durch seine bisherige Tätigkeit mit den Verhältnissen in ;
• der Provinz Oberhessen verttaut.
Oberreallehrer Appel +.
Am Dienstagmorgen ist der Oberreallehrer Richard Appel in Gießen im 56. Lebensjahre plötzlich verstorben. Mit ihm ist ein Mann ab- berufen worden, der durch sein langjähriges und vielseitiges Wirken in Gießen weithin bekannt ge- , worden ist.
Oberreallehrer Appel war Oberhesse. Er war . am 27. März 1883 in Wölfersheim (Wetterau) geboren. Dort besuchte er bis Ostern 1897 die Volksschule, dann von Ostern 1898 bis Ostern 1900 die Präparandenanstalt in Lich, weiter bis Ostern 1903 das Lehrerseminar in Friedberg. Dann war er bis Ostern 1907 als Schulverwalter an der Volksschule in Altenstadt tätig. Hierauf kam er nach Gießen, wo er von Ostern 1907 bis Ostern 1909 als Schul- verwalter an der Höheren und Erweiterten Mädchenschule wirkte. Don dort wurde er als Reallehrer an die Studienanstalt in Gießen versetzt, der er, später zum Oberreallehrer ernannt, als hochgeschätzter Erzieher der Jugend und guter Kamerad seiner Amtsgenossen ununterbrochen bis zu seinem Tode angehörte. Im Schuldienst versah er auch die Geschäfte eines Bibliothekars für die Lehrer- und Schülerinnenbüchsrei, ferner wirkte er jahrelang bei der Erledigung der Verwaltungsgeschäfte der Direktion mit. Bei seinem beruflichen Wirken hat er sich als Schulmann der besten Art erwiesen, so daß die Schulleitung und seine jetzigen und früheren Schülerinnen mit herzlicher Anteilnahme und in dankbarer Gesinnung des Entschlafenen gedenken.
Im öffentlichen Leben unserer Stadt ist Oberreallehrer Appel während einer Reihe von Jahren als Mitglied der früheren Deutschen Volkspartei im Gießener Stadtrat hervorgetreten, wo er in einer Reihe von Ausschüssen nntarbeitete und auch hier sein Wissen und seine Arbeitskraft vor allem in den Ausschüssen und Kuratorien für das Schulwesen in selbstlosem ehrenamtlichem Dienst zur Verfügung stellte. Ferner galt seine Mitarbeit den ideellen und volksoerbundenen Bestrebungen der Fünfziger-Vereinigungen in Gießen, für deren Pflege der Kameradschaft und der Hilfsbereitschaft über alle Stände hinweg er fick stets einsetzte.
So wird das Andenken an diesen Schulmann und guten Oberhessen bei allen, die ihn kannten, in guter Erinnerung bleiben.
BOM.-!lntergau 416.
Sporlabend der Mädelgruppe 2/116 Gletzen-Rord verbunden mit Siegerehrung.
Heute, Donnerstag, 2. Juni, pünktlich um 20.15 Uhr, findet in der Schillerschule der Sportabend der MLdelgruppe 2/116 Gießen-Rord statt. Da wir heute abend Siegerehrung der Siegerinnen des Reichssportwettkampfes 1938 haben, müssen alle Mädels spätestens um 20.20 Uhr im Sportzeug stehen.
Die Sportwartin der Mädelgruppe 2/116 Gießen-Nord. ZM.-Untergau 116, Gießen.
Diensibefehl!
Achtung, Jungmädel der Hessen- Nassaufahrt!
Alle Jungmädel der Hessen-Nassaufahrt treten Donnerstag, 12.45 Uhr, am Liebigmuseum. Ecke Liebigstraße-Bahnhofsttaße, fahrtengruppenweise an.
(Sippentag der Bernbecke.
Im zweijährigen Wechsel feiern die Glieder der Familie Bernbeck ihre Familientage, die im Unterschied von anderen Familientagen Sippentage sind, weil alle diejenigen, die von dem Pfarrer Johann Daniel Bernbeck auf dem Mrberg ab- stammen, ohne Rücksicht auf ihre Namen dabei zusammenkommen. Johann Daniel B. war geboren zu Gießen am 12. November 1757 und starb als Pfarrer zu Heuchelheim bei Gießen am 1. Juli 1825. Ausgangsort der Familie ist also Gießen, und die größte Zahl der Sippentage ist deshalb auch seit dem Jahre 1876 in Gießen gehalten worden. Das starke Sippengefühl zeigt sich schon darin, daß bereits vor 92 Jahren in Bad Salzhausen ein Fa- milientag stattfand, ehe die Organisation der Familie bestand. Diese hat der kgl. Provinzialschulrat. zuletzt in Hannover, Lic. Dr. Karl Leimbach im Jahre 1876 geschaffen, dessen Nachkommen auf diesem Sippentag am 8. Juni in größerer Zahl erwartet werden. Die Familie, die bis auf den heutigen Tag noch die Theologenttadition fortgeführt hat, weist zahlreiche hessische Pfarrer innerhalb der fast 200 Jahre auf. Auch sonst ist der Theologenstand stark in ihr vertreten. Daß daneben auch zahlreiche andere Berufsarten sich finden, ist bei der großen Ausdehnung der Familie nicht verwunder- lich. — Dor wenigen Wochen ist der seitherige Senior der Familie Geh. Justizrat Franz Wohl (Schlitz) im Alter von 88V3 Jahren gestorben, der sich große Verdienste um die Familie durch die Schaffung eines Stammbaumes, wie überhaupt um den Ausbau der Familienorganisation erworben hat.
Die Bernbecke waren in Gießen nicht einheimisch. Sie sind von Hattingen an der Ruhr eingewandert, wo der Name heute noch in der Form Berenbeck vor kommt und ein Träger dieses. Ramens auf dem
verwenden, die bet der Kammer anzufordern sind. An den Prüfungen nehmen sämtliche Lehrlinge der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach teil, die bis zum 31.12.1938 ihre Lehre beenden. Die industrielle Facharbeiterprüfung erfaßt alle die Lehrlinge, die einen anerkannten Lehrberuf erlernen, während für Lehrlinge zur Zeit nicht anerkannter Lehrberufe die Lehrabschlußprüfungen abgehallen werden.
** Di e Gießener Geldinstitute geben heute bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Pfingst- amstag bis zum Mittag geöffnet sind, während sie am Pfingstdienstag geschloffen bleiben.
Große (Straffammer Gießen.
Gestern hattensich der 68jährige Ehr. Ehrle, owie vier jüngere Männer aus Lich vor der Gro- ;en Strafkammer wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 175 zu verantworten. Die Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattsand, bot ein recht trübes Bild. Der schon einschlägig vorbestrafte Hauptangeklagte ist fein Lebtag einer geregelten Arbeit aus dem Weg gegangen und hat sich in fast allen Gegenden Deutschlands herum- ^trieben. Schließlich kam er vor einer Reihe von Jahren nach Lich, wo er Beschäftigung fand. Hier lernte er die vier Angeklagten kennen und verstand es bald, sie durch kleine Geld- und Zigaretten- geschenke in feine Wohnung zu locken, wo er sich cm ihnen verging. In der Hauptverhandlung war der Angeklagte restlos geständig. Allerdings ist er nach Ansicht des ärztlichen Sachverständigen vermindert zurechnungsfähig. Mit Rücksicht auf die Schwere der Tat erkannte die Kammer auf die exemplarische Strafe von drei Jahren Zuchthaus uni) ordnete gleichzeitig Sicherungsverwahrung an. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von neun, sechs und zwei Monaten, während einer, der die Tat bestritt, mangels Beweises frei gesprochen werden mußte.
Aus der engeren Heimat.
Kreistag
des Kreises Büdingen-Gchotten.
NSG. Der Kreistag des Kreises Büdingen-Schotten der NSDAP, findet am 18. und 19. Juni in Nidda statt. Im Rahmen eines großen Volksfestes der NS.°Gemeinschaft „Kraft durch Freude" finden dabei Konzerte der SA. und der Werkscharkapellen, Sportwettkämpfe der SA., ff, des Reichsarbeitsdienstes und der Werkscharen und Tänze und Reigen der Arbeitemaiden und der BDM.-Mädel statt. Außerdem wird durch KdF. ein Rummelplatz errichtet.
Wechsel in hessischen Kreisämtern.
Lpd. Darmstadt, 1. Juni. Kreisdirektor Meifel in Bensheim wurde in gleicher Dienst- eigenfchaft mit Wirkung vom 1. Juni an das Kreisamt Dieburg und Kreisdirektor Stammler in Dieburg in der gleichen Diensteigenschaft mit TKir- kung vom l.Juni an das Kreisamt Erbach versetzt. Uebertragen wurden dem Kreisdirektor Nanz in Heppenheim neben seinem Amte als Kreisdirektor des Kreises Heppenheim die Dienstgeschäfte des Kreisdirektors des Kreises Bensheim mit Wirkung vorn 1. Juni an.
Neuer Nektar
an der Volksschule Grünberg.
r+ Grünberg, 2. Juni. Am Mittwoch wurde durch Kreisschulrat N e b e I i n g der Lehrer Friedrich Häusel, seither in Friedberg, als Rektor an der hiesigen Volks- und Berufsschule eingeführt. Der seitherige Rektor Adolf Weisel, der fünf Jahre dieses Amt innehatte, übernahm eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gießen.
Noch einige Veränderungen im Lehrkörper sind seit Beginn des Schuljahres eingetreten. Neu traten ein Lehrer Reibert aus Bergheim, Kreis Büdingen und Schulamtsanwärterin Schneider aus Offenbach, welche mit der Vertretung des we- gen Krankheit beurlaubten Lehrers Wenzel beauftragt wurde. Auch bei den technischen Lehre- rinnen an der Berufsschule trat ein Wechsel ein. Hier kam an die Stelle von Fräulein Köhler, die jetzt an den Berufsschulen in Watzenborn-Steinberg, Garbenteich und Steinbach tätig ist, Fräulein Olt, früher in Londorf.
Znternationales Tanzturnier in Bad-Nauheim.
* Bad-Nauheim, 2. Juni. Am nächsten Samstag, 4. Juni, findet im Kurhaus das Inter- nationaleTanzturnierumdie Meisterschaft von Europa 1938 und um die Deutsche Senioren- Meisterschaft 1938 statt. Die Bad-Nauheimer Turniere haben bekanntlich seit langem eine Tradition und einen hervorragenden Ruf.
Hundertjahrfeier der Gänger-Vereinigung „Gäntio', Lich * Li ch, 2. Ium. Während alle Vorarbeiten als abgeschlossen gelten dürfen, geht man nunmehr ^an die letzten Arbeiten he^an, und amar Aufstellung der 2000 Personen fassenden geschlossenen Festhalle; Ausgestaltung des Festgeländes, Ausschmückung der Stadt usw. Die große, mit bunten elektrischen Birnen versehene Ehrenpforte ist auch schon errichtet und wartet nur noch auf den Anstrich. £He neu hergerichtete Bahnhofstraße wird sich durch die Aufstellung von 60 Fahnenmasten in einem Fahnenmeer zeigen, wie es in einer Großstadt nicht besser gestaltet werden könnte, während die Innenstadt ein ganz besonderes Gepräge durch Grünfchmuck, Girlanden usw. erfährt. Lich wird sich also auch diesesmal in einem Festkleids zeigen, das allen Gästen noch Jahrzehnte in Erinnerung bleiben wird.
Während die am ersten Pfingftseiertag stattfindende Enthüllung des Neeb-Gedenksteines schon viele Fremde anziehen wird, dürfte besonders das nachmittags angesetzte Jubiläumskonzert in der großen Fefthalle seine Anziehungskraft nicht verfehlen, wirken doch hier folgende Vereine mit: Neebscher Männerchor Frankfurt (130 Sänger), „Frohsinn" Nachrodt-Obstfeld (Westfalen), „Liedertafel" Marburg, „Sängerkranz" Nidda, „Heiterkeit" Gießen, Bauerscher Gesangverein Gießen und „Cäcilia" Lich. Abends folgt schließlich der offizielle Kommers (Festhalle).
Der Höhepunkt des zwellen Pfingstfeiertages dürfte der historische Festzug mit zehn Festwagen werden, dem sich auf dem Festplatz die Kundgebung» das Singen der Gastvereine und das Volksfest an« schließen. Der dritte Feiertag bringt dann nm Kinderfest und Volksbelustigung den Abschluß der Festtage. Die Musik wird von dem Mustktorxs Il/JR, 36 Butzbach ausgeführt.


