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Ein Blitz aus heiterem Himmel.
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Gloria- spielhaus,
Oie Narrenkappe
Das haar in der Suppe.
Die ersteigerten Mengen werden sofort auf dem kürzesten Wege ihrer Bestimmung zugeführt. Em Versandbahnhof mit 18 Anschlußgleisen steht zur Verfügung, von dem die lange Kette der Kühlwagen mit den Fängen ins Land hinausrollt. 1937sgingen 4,3 Millionen Zentner per Achse von Wesermünde fort. Der höchste Tagesversand betrug 41000 Zentner. Ader nicht alle Fische geh^----
Dampfer in den Kühlwagen. 40 Prozent aller Anladungen dieses Hafens werden zu Räucherwaren, Feinkonfernen und Marinaden verarbeitet. Sie kommen von der- Halle in die sich anschließenden Industriebetriebe. Wieder ein Beispiel: Fischfilets vom Kabeljau sind eine begehrte Konsumware. Aber wie entstehen sie? Hier kreischt eine Kreissäge, die einem Kabeljau nach dem anderen den Kopf abschneidet. Dort arbeiten Männer, die mit geschickten und raschen Schnitten die Flossen beseitigen, den Fisch gänzlich ausnehmen, die Haut abzichen (alle Fischhäute werden wieder industriell verwertet), die großen Fleischscheiben herunterschneiden, in Pergamentpapier verpacken, verschnüren und versand fertig machen. In dieser Form geht das Met in den Kühlwagen hinein und wandert zum
Hering, aus dem die schönsten Leckerbissen gemacht werden. Bevor er sich aber in einen Roll, mops verwandelt, kommt er auf eine Maschine, die ihm den Kopf abhackt, den Bauch aufschneidet- die Eingeweide herausnimmt, den Schwanz weg- schneidet, die Gräten herausholt, so daß dann nur das reine, schon vorher durch eine andere Maschine von den Schuppen befreite Fleisch übrigbleibt. Es folgt ein besonderes Säuberungsverfahren, dann das Füllen mit Gurken und Zwiebeln, das Zusammenrollen. Fertig ist der Rollmops. Jetzt die Büchsen her, Frauen packen eine dieser Delikatessen an die andere, eine Maschine drückt den Deckel auf, und etwas später steht diese Büchse beim Kaufmann auf dem Ladentisch. Nicht anders ist die Herstellung sonstiger Konserven. Das Konservieren ermöglicht übrigens Vorratswirtschaft in den Monaten des reichen Fischanfalls. In einer Räucherei ist es wieder anders. Da werden die Heringe oder andere Mche auf die Spieße gezogen. Zu Tausenden hängen sie, mit dem Schwanz nach unten, nebeneinander in den Räucherkammern, um dann goldgelb und saftig wieder ans Tügeslicht zu kommen.
Hier ist es die schwarze Majestät, die unglücklich postiert ist. Wie kann Weiß diesen Umstand aus-
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Schach-Ccke.
Gearbeitet von K. Helling.
Verbraucher.
Oder eine andere Fischverwertung, wie sie ein Großbetrieb in Hamburg zeigte. Hier ist es der
nicht das Geringste versteht. Da sitzt der Auktionator auf einer fahrbaren Kanzel. Er läßt sich in die zwischen den Fischkästen offengelassenen Gassen schieben, während die Kauflustigen auf den Rändern der Kisten stehen. Er gibt den Grundpreis an, dann wird geboten. Das alles geschieht unter entsetzlichem Krach, denn rechts und links geht es genau so zu, außerdem rasen Autos durch die Hallen, Kisten werden verladen, Menschen schreien durcheinander. Aber der Auktionator auf seinem Thron läßt sich nicht aus der Ruhe bringen und seine kleine Gemeinde auch nicht. Er kennt jeden Käufer beim Namen, er schlägt mit, dem Hammer zu, wenn ihm der gebotene Preis gerecht erscheint und niemand mehr überbietet. Ein Zettel wird auf die Fische gelegt, die Kanzel wird um mehrere Meter verschoben, das Spiel beginnt von neuem. Rund 50 000 Zentner Fisch können an einem Vormittag in den Hallen von Wesermünde umgesetzt werden.
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Und so die Kinder lassen, dai halten.
Der bekannte schwedische Studienkomponist Holm hat ein kleines Büchlein mit 55 seiner oesten Arbeiten erscheinen lassen, dem wir nebenstehende Aufgabe entnehmen. Die kleine Komposition zeigt in sehr lehrreicher Weise, daß gleiches Material selbst in Turmendspielen durchaus nicht sicher das Unentschieden verbürgt, wenn bet eine König schlecht steht.
An Bord des Fangschiffes „Nürnberg" im Mai.
Wie ein Spiegel liegt die Deutsche Bucht vor uns. Kaum daß sich die Oberfläche des Wassers unter dem Druck des leichten Westwindes, der am liebsten einschlafen möchte, kräuselt. Dazu etwas Sonne. Mehr kann sich also der Pressemann mcht wünschen, der hier an Bord eines der neuesten deutschen Fangschiffe sitzt und bte letzte Probefahrt in die Nordsee mitmacht.
Alles auf dieser schmucken „Nürnberg" ist noch so schrecklich neu. Die Planken sehen aus, als ob sie eben erst aus der Tischlerwerstatt gekommen wären. In den Kajüten blitzt und blinkt es. Die Mannschaft ist ganz ausgezeichnet untergebracht. Sie genießt alle nur möglichen Bequemlichkeiten bis zum Unterhaltungsrundfunk. Wände, Aufbauten und Gerät- des Schiffes riechen noch nach frischer Farbe. Aber das wird bald anders werden. Die erste große Fahrt wird in die Regionen des nördlichen Eismeeres gehen, dort wo die reichen und unerschöpflichen Fischgründe sind, die immer wieder die Fangflotten aller Staaten der nördlichen Hälfte unseres Erdballs anziehen. Wind und Wetter werden die Farbe schon herunterschlagen ckund Rost auf die Außenhaut des Schiffes setzen. Und dann wird es von den gerade aus dem Südatlantik zurückgekehrten, ebenfalls nagelneuen, aber rostrot gewordenen Schiffen der Walfangflotte Nau nicht mehr zu unterscheiden sein, die in der Pause bis zur nächsten Reise einen neuen Schutzanstrich erhalten.
„Wir wollen in der Nähe von Helgoland", erklärt der Kapitän, „das Grundnetz auswerfen und es eine halbe Stunde schleppen. Es muß einmal gründlich durchgefeuchtet werden. Versprechen Sre sich aber keinen reichen Fang. Die Nordsee ist in der Deutschen Bucht, ziemlich ausgefischt." Ein mächtiges Maschengeflecht mit riesigen Buchenholzrollen ist auf der Steuerbordseite von einem Schiffsende bis zum anderen verstaut. Es dauert einige Zeit,' bis es klar gemacht und soweit hochgewunden ist, daß es nun von zehn kräftigen Männern über Bord geworfen werden kann. Einen Augenblick schwimmen die Holzrollen, dann versinken sie. Und mit ihnen das Netz. Die Stahltrossen straffen sich, das inzwischen zum Stillstand gekommene Fangschiff setzt sich langsam wieder in Bewegung. Auf dem Meeresgrund hat sich das Netz entfaltet, das hinter der „Nürnberg" hergezogen wird und etwa einem gewaltigen, oben aufgebogenen Schlauch gleicht. Auch dis beiden Fischereischutzschiffe der Kriegsmarine, die „Wese r" und die „E l b e", die uns begleiten und das Manöver der „Nürnberg" genau verfolgen, durchfurchen wieder mit ihrem scharfen Bug die Fluten der Nordsee. Sie spielten so etwas wie eine Polizei, die „Schaulustige" in angemessener Entfernung zu halten hat. Aber wo wir standen, da ist nicht allzu oft ein Frachtdanipfer ober ein anderes Schiff zu sehen. Infolgedessen ist auch hier der Meeresboden von Wracks, die es auf dem Grunde der Nordsee zu Tausenden gibt, völlig frei. Man brauchte keine Angst zu haben, mit dem Netz hängenzubleiben.
Die halbe Stunde ist herum, die „Nürnberg schlägt einen großen Bogen. Und nun holt die Motorwinde das Netz heran. Es ttaucht auf und wird über die Brüstung gezogen. Kräftige Fäuste greifen in die Maschen und ziehen-herein, was leer ist. Doch dann kommt das Ende, d e r S a ck mit d e m F a n g. Ein Tau mit Ring wird herum-
der Schachaufgabe „Unerwarteter Königszug".
Paul Farago. Weiß zieht und hält unentschieden. Weiß: Kg8, Bc5, f5, g3 (4). Schwarz^Kgö, Bd7, e6, g4, H6 (5).
1. f5Xe6, Kg5—s6. 2. e6Xd7, 8f6—e7. 3. c5—c6, H6—H5. (Die ersten Züge sind ganz naheliegend. Jetzt aber steht Weiß vor der schwierigen Frage, was gegen das Vorgehen der schwarzen Bauern zu tun ist.) 4. Kg8—H8! H5—H4. (Nach 4.....Ke7—d8.
5. Kg8—g7 muß der schwarze König schnell wieder nach e7 zurückkehren, sonst gewinnt Weiß sogar noch durch Kg7 — f6 — e6 — b6.) 5. g3 X H4, g4 — g3. 6. H4—H5, g3—g2. 7. H5—H6, g2—glD. 8. d7—d8D-s-. (Auf 8. H6—H7? gewinnt 8.....Ke7—f7.) 8. ...,
Ke7 Xd8. 9. c6—c7+, Kd8Xc7. (Auch Kd8—c8 nützt nichts.) 10. H6—H7, ..., und Weiß kann nicht gewinnen.
Lösung
der Schachaufgabe „Eigenartiger Figurengewinn".
Weiß: Kg2, Tf7, Sd6, Bf2, g4, H2 (6). — Schwarz: Kg6, Td3, Sb4, Be6, g5, H7 (6).
1. (Ts7—b7.) Sb4—d5! Ein Zug von erstaunlicher Kraft. Es droht Sf4-s- nebst Tdl matt, so daß Weiß keine Zeit findet, den Sd6 zu retten.-Wie er auch spielt: die Figur geht verloren. Z. B. 2. Kg2—fl, Sd5—f4. .3. Tb7—bl (um das Matt zu decken), Td3Xd6 oder 2. f2—f3, Sd5—f4-s- nebst Td3Xd6. Eine merkwürdige Stellung!
„Ich kann mir nichts Schlimmeres denken ein Haar in der Suppe!" „Na, ich finde, Suppe im
Auf Fischfang in her Nordsee.
50000 Zentner in den Auktionshallen.— Kabeljaus unter der Kreissäge. Vom Hering bis zum Rollmops.
Don unterem W. S.-Sonderberichterstatier.
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75 Zähre im Dienste der Allgemeinheit.
Die Jubelfeier
des Spar- und Vorschußvereins Wieseck.
* Wieseck, 31. Mai. 75 Jahre sind im Ge- nossenschaftsleben eine lange Ze st, umfaßt sie doch fast die ganze Entwicklungsgeschichte dieses Zweiges unseres Wirtschaftslebens. Deshalb ist ein solches. Jubiläum auch ein besonderer Anlaß zu besinnlicher Rückschau und zukunftsfrohem Ausblick. Die Wellersburg konnte die festlich gestimmten Besucher kaum fassen, die van dem Vorsitzenden August Lotz herzlich begrüßt wurden. Besondere Grüße entbot er dem Direktor Eid mann von der Landes- bauernkasse in Frankfurt, dem Oberrevisor Hartmann als Vertreter der ländlichen Kreditgenossen- chaften, Bürgermeister und Ortsgruppenleiter Euler, Rektor Petri. In seiner Festansprache ging er iii interessanten Ausführungen auf die Geschichte der Kasse ein. Sie wurde am 1. April 1863 in der Gastwirtschaft „Zum Schwanen" an der Pforte gegründet. Die Gründer waren Werkmeister Heinrich B i e r a u (Ecke), Landwirt Balthasar Becker, gen. Siers (Pforte), Zigarrenfabrikant Philipp Hildebrand (Rabenauer Straße), Gast- und Landwirt Johannes Schneider (Pforte), Wagner und Landwirt Johannes Jung (Rabenauer Straße) . und Landwirt Heinrich Erb (in der Fahrt). Der Gründung lagen hohe sittliche und vor allem soziale' Gesichtspunkte zugrunde, denn in dem noch vorhandenen Gründungsstatut wurde als wesentlichster Zweck des Vereins angegeben, „seinen Mitgliedern bare Darlehen zu verschaffen, damit sie in Notfällen gewissenlosen (jüdischen) Wucherern nicht preisgegeben sind". Diese, einige Jahre vorher zugereisten Juden hatten es verstanden, die damalige Notlage auf dem Geldmärkte in gewissenloser Weise auszunutzen, und selbst vor Betrug und Fälschungen schreckten sie nicht zurück. Einzelfälle in dieser Art gaben die Veranlassung zur Gründung der Kasse, die neben der Kasse in Heuchelheim als die älteste in Hessen anzusprechen ist. Das Eintrittsgeld betrug damals 36 Kreuzer, der Geschäfts- anteil 20 Gulden, die Höchstgrenze der Darlehen 300 Gulden. Leider fehlen über die ersten Jahre bis 1876 die schriftlichen Unterlagen. 1881 erfolgte der Eintritt in den Genossenfchaftsverband, drei Jahre später der Austritt, die Gründe lassen sich nicht mehr feststellen. Um diese Zeit betrug die Kaution des Rechners bereits 9000 Mark, die Einzahlungen erfolgten so reichlich, daß Staatspapiere angekauft wurden. Auch konnte der Kreis der Darlehensnehmer auf Auswärtige ausgedehnt werden.
Die Kaffe nahm in der Folge einen sehr starken Aufschwung, sie durchlebte drei Kriege und eine Inflation unseligen Angedenkens, die die Spargelder restlos vernichtete. Daß die Kasse auch diese schweren Jahre überstand, ist ein Verdienst der heute noch im Vorstand und Aufsichtsrat tätigen Mitglieder Werkmeister Philipp V ö l z e l, Rentner Phil. Heinr. Keller, Weißbindermeister Hch. Vogel- Höfer, Schlosfermeister Aug. Schmitt und Hch. Euler, ferner von Wagner und Landwirt Wily. Schäfer und V Polizeidiener Friedrich Vogel. Unter schwierigen Umständen erfolgte der Neuaufbau der Kasse, um dann sofort wieder beispielgebend voranzugehen. So wurde die Brechung der Zinsknechtschaft seit mehreren Jahren durch Senkung der Zinsen auf 5 v. H. verwirklicht, die Umschreibung der Aufwertungsguthaben ist restlos durchgeführt. Feftgestellt wurde, daß die fast reine Arbeiterbevölkerung Wiefecks einen ausgeprägten Sparsinn hat, der es der Kasse ermöglichte, in den 75 Jahren ihres Bestehens der heimischen Wirtschaft viele Tausende Mark zuzuführen. Ausgezeichnete Erfahrungen hat man mit der Schulsparkasse gemacht, die im letzten Jahre ansehnliche Beträge aufbrachte. Durch verschiedene Stiftungen stellte sich die Kasse auch in den Dienst der sozialen Fürsorge, heute ist sie aus dem heimischen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken.
In ihren Glückwunschansprachen gingen Direktor gib mann, Revisor Hartmann, Bürgermeister Euler und Rektor Petri auf den Sinn des Sparens im Interesse der gesamten Wirtschaft und das heutige neuartige Verhältnis der Geldwirt- schäft zu den Staatsnotwendigkeiten ein.
Für die Unterhaltung der Gäste sorgten die bekannte Solistenkapelle Karl Zerbe mit ihren ausgezeichneten Musikdarbietungen und ein Ansager mit .ein^eßtfuten heiteren Prosaerzählungen. We im
Es ist interessant, das Schicksal eines Fisches rückwärts zu verfolgen, ehe er auf dem Tisch des Haushalts erscheint. Mel Arbeit und 1 Mühe macht es, diesen Segen des Meeres zu bergen und ihn ■für den Verzehr herzurichten. Mühe und Arbeit werden nicht gescheut. Unsere Fangflotten werden stets leistungsfähiger, die Verarbeitungsindustrien ebenfalls. Denn Fisch ist ein Nahrungsmittel, das immer begehrter wird, aber doch noch nicht überall die Zahl von Freunden gefunden hat, die er schon wegen feiner unersetzlichen Nährstoffe haben müßte. Zwar ist der Verbrauch pro Kopf gegenüber 1928 im Jahre 1937 um 3,6 Kilogramm gestiegen, wenn man aber hört, daß in England das Dop« pelte dieser Menge verzehrt wird, dann sollte es wohl möglich sein, durch eine leichte Steigerung die schwere Arbeit des Hochseestschers zu belohnen. Denn wenn auch ein Teil des Fanges iji die Fisch« mehlfgbriken wandert und hier wieder in ein hock- wertiges Futtermittel um gewandelt wird, so ist es natürlich wichtiger, daß der menschliche Kon« sum ebenfalls diese überschüssigen Mchmengen aufnimmt. .
geschlungen, hier hat nun wieder der Kran seine Schuldigkeit zu tun. Einen Augenblick später schwebt der Rest des Netzes mit einer zappelnden Masse über dem Deck. Die Schlaufe wird geöffnet, und heraus purzeln viele hundert Schollen, Hechte und sonstige Meeresbewohner, darunter alles mögliche Getier bis zu den träge sich bewegenden Seesternen. Rasch wird dieser Fang auseinandersortiert und in den mit Eismassen reich ausgestatteten unteren Räumen des Schiffes verstaut, während zur gleichen Zeit von der übrigen Mannschaft das gewaltige Netz zusammen gelegt und festgemacht wird. Es dauert nicht lange und an Deck herrscht' wieder die alte Ordnung. ,
Zurück geht es nach Cuxhaven. Hinter uns schnurgerade ausgerichtet die „Weser" und die „Elbe . Rasch nähert sich das erste Feuerschiff, wir passieren die nächsten. Immer reger wird der Verkehr im Mündungsgebiet des Eldstromes. Ausrerfende Schiffe grüßen mit der Flagge zu uns herüber. Die Sirenen heulen aber auf beiden Schiffen auf, wenn ein Fischfänger vorbeieilt, um sich für die nächsten drei Wochen irgendwo in der Barent-See, in den Lofoten ober an der isländischen Küste herumzutreiben und Jagd auf Fische zu machen. Mit der untergehenden Sonne legen wir in Cuxhaven wieder an. *
Cuxhaven, Wesermünde und Hamburg sind die größten Fischereihäfen unseres V a - terlandes, Wesermünde sogar der größte des europäischen Festlandes. Hier laufen Tag und Nacht Fifchfangdampfer in großer Zahl ein. Sie. bringen die Beute härtester Arbeit für Mensch und Schiff. Und hart ist es für den Fischer, von der Umwelt abgeschlossen wochenlang am Rande des nördlichen Eismeeres seinem Gewerbe nachzugehen, bei dem es nicht immer Sonne und glatte Wasserflächen gibt. Zumeist müssen die Netze bei grober See aus- geroorfen und wieder eingeholt werden. Doch damit nicht genug. Die Fische des einen Fangs müssen an Bord geschlachtet und in den Speicherräumen gut in Eis verpackt werden, während bereits der nächste Fang vom Netz umklammert wird. Männer, die sich aus der Einsamkeit nichts machen, die aber dann in den zwei Tagen zwischen den Reifen dafür um so luftiger sein können, sind diese Fischer. Wer im Binnenland zu Mittag seinen Fisch auf dem Teller hat, der möge auch einmal daran denken, in welchen Gefahren der Fischer täglich schwebt und wieviel Entbehrung und Entsagung mit dem Einbringen dieses wichtigen und wertvollen Volksnahrunasmittels verbunden ist.
Meist laufen die Fischdampfer in die Nordsee- Häfen so ein, daß in der der täglichen Auktton voraufgehenden Nacht die Ladung innerhalb von Stunden gelöscht werden kann. Wesermünde — um nur ein Beispiel zu nennen — verfügt über Auktionshallen von. ungeheurem Ausmaß. Auf der einen Seite der Hallen liegen die Dampfer, aus denen ein Korb nach dem anderen mit Kabeljau, Heringen, Rotbarsch, Rotzungen, Kattfischen und wie sie alle heißen, heraufgewunden wird. Mit raschem und sicheren Griff wird der Fang auf Kisten verteilt, die immer einen Zentner Mche fassen. Die Kisten werden abgerollt und aneinandergereiht, so daß sich schließlich eine weite Fläche dieser fischgefüllten Kisten bildet. Morgens finden ^sich dcknn die Händler ein, die die Ware besichtigen. Etwas später beginnt die Auktion, ein Geschäft, von dem der Laie
Fluge vergingen die Stunden — als die ersten agf- brachen, kündigte sich schon der anbrechende Sonntagmorgen an —; die in größter Harmonie verlaufene Jubiläumsfeier kann sich die unter tüchtiger Leitung stehende Kasse als einen Gewinn buchen.
Rhein-Mainische Börse.
x Mllagsdörse: Wenig veränderlich.
Frankfurt a. M., 1. Juni. Im Hinblick auf die am heutigen Monatsersten vielfach noch fehlende Limiterneuerung setzte die Börse nach der gestrigen Belebung in sehr ruhiger Haltung ein. Kaufaufträge lagen ebenso wie Abgaben kaum vor, so daß bei freundlicher Grundstimmung die Aktienkurse nur ganz geringe Veränderungen aufwiesen. Am Montanmarkt lagen die wenigen Erstnotierungen 0,13 v. H. niedriger. Buderus waren zu unv. 113 gefragt. JG.-Faroen eröffneten mit 160,90 um 0,40 d. H. leichter, hingegen erholten sich Metallgesell- chaft im gleichen Ausmaß auf 134,50. Von Müschl- nenaktien erhöhten sich Demag auf 147,25 (146,25), Moenus auf 136,50 (135,75), Adlerwerke auf 116,25 (116), dagegen bröckelten Daimler 0,25 v. H. ab auf 148, ebenso Eßlinger Maschinen abzüglich 4,5 v. H.
Haar ist noch schlimmer!"
Die Katze.
Bühnenleute sind oft abergläubisch; sie glauben, es bringe Glück, eine Katze zu berühren. Eine Ausnahme war her verstorbene englische Schauspieler Sir Herbert Beerbom T r e e. Er saß einmal im letzten Akt eines Stückes in.einem Armstuhl, gerade im Begriff, einen Monolog zu beginnen. Plötzlich störte ihn ein klägliches Miauen. „Wo ist sie", flüsterte der erschreckte Schauspieler dem in der Kulisse stehenden Inspizienten zu, „wo ist die verdammte Katze?" Als der Inspizient nur hilflose Zeichen des Entsetzens machte, raunte er: „Zum Teufel, so suchen Sie sie doch, können Sie sie denn nicht finden?"
„Ich habe sie schon gefunden", flüsterte der Inspizient, „Sie sitzen draus."
Die abgebildete Stellung ereignete sich in einer Partie zwischen Jaxtheimer (Weiß) und Stöber (Schwarz) bei den Mannschaftskämpfen Ravensberg — Lippe. Schwarz hatte zuletzt unbesorgt Le7—f6 gezogen und hielt feine Stellung für gesichert. Weiß koynte jedoch auf überraschende Weise einen entscheidenden Vorteil erringen. Auf welche Weise?
Unglückliche Königsstellung.
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Dividende auf 108,75 (113,50). Sonst kamen zunächst noch Zellstoff Waldhof mit 147,50 (147), Reichsbank mit 193 (192,50) und Schuckert mit 181,90 (181,75) zur Notiz.
Am Rentenmarkt stellten sich Reichsaltbesitz ex Ziehung auf 132 (132,75). Kommunal-Umschul- dung hatten bei unv. 96,30 einiges Geschäft, ferner 4,50 v. H. Landeskultur-Pfandbriefe Ausgabe II mit 94,50. Angeboten waren Reichsbahn-VA., die auf 125,25* (125,65) zurückfielen. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinsten Umsätzen völlig unverändert. Stcrdt- anlerhen wichen nur unwesentlich ab, auch Industrie-Obligationen lagen zumeist unverändert, Far« ben-Bonds 0,13 v. H. niedriger mit 129,90.
Im Freiverkehr lagen Ufa fest mit 73,50 (71,50), sonst nannte man Dingler mit 95,50, Rastatter Waggon mit 52 (51) und Verein. Fränk. Schuh mit 82 (81,50). Tagesgeld wieder leichter mit 2,75 (3) v. H. ,
Abendbörse sehr still.
Die Abendbörse war nahezu geschäftslos, da Aufträge nur ganz vereinzelt eingelaufen waren, während die Kulisse keine Unternehmungslust zeigte. Die Nähe der Feiertage macht schon weitgehend ihren Einfluß geltend. Die wenigen notierten Papiere lagen wenig verändert, IG.-Färben zogen gegen Schluß des Verkehrs um 0,50 v. H. auf 161,25 (160,75) an. Etwas hoher lagen ferner Moenus Maschinen bei weiterer Nachfrage mit 137 (136,50), außerdem gewannen Rheinstahl 0,50 v. H. auf 143>50 und Junghans 0,75 v. H. auf 117 sowie Gssssürel 0,25 v. H. auf 144,75. Nicht ganz behauptet waren Mannesmann mit 112,75 (112,90).
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 1. Juni. Es notierten (Ge- treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 13 210, W 16 213, W 19 217, W 20 219; Roggen R12 187, R15 190, R18 194, R19 196 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer nicht no° tiert. Weizenmehl, Type 812, W13 29,50, W16 29,60, W 19 29,60, W 20 29,95; Roggenmehl, Type 1150, R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizenfutter« mehl 13,60. Weizenkleie W13 10,75, W16 10,90. W19 11,10, W20 11,20; Raggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot, Palmkuchen, Erdnußkuchen nicht notiert, Treber getr., 14 Höchstpreis ab Erzeugerstation, Trockenschnitzel nicht notiert, Heu, lose 5,50, drahtgepreßt nicht notiert; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,30, gebündelt 3, Er- zeUgerhöchstpreis frei Erzeugerverladestation. Tendenz: ruhig. * .
Frankfurter Schtachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 2. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 774 Rinder (213 Ochsen, 147 Bullen, 260 Kühe, 154 : Färsen), 531 ^Kälber, 15 Hämmel, 29 Schafe, 306 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 30 bis 45 Mark, Bullen 30 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 28 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hümmel 36-bis 48, Schafe 30 bis 42, Schweine 50 bis 57. ■ Mark. — Marktoerlauf: Rinder, Kälber und ; Schweine zugeteilt. Hümmel und Schafe mittelmäßig«
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