„Jugend."
Im Gretzener Gloria-Palast.
Das Liebesdrama „Jugend" hat den Dichter Max Halbe vor langen Jahren berühmt gemacht, und es ist bis heute nicht allein fern bekanntestes, sondern auch wohl sein bestes und menschlichstes Werk aebliebem Was künstlerisch d°gegen emzuwe^en ist bat man früh erkannt und getadelt, aber dre>e Einwände haben doch nie das ^' Lebendige und Nsturbafte auszulo chen oder zu ersticken ver- w°cht da- di° °m Stück seine Ursprünglichkeit bewahrt hat über Jahrzehnt- D,° M liche Atmosphäre der ehemals westxreuß>jchen Grenzproolnz ist noch heute ebenso Aurbar wider Hauch und Glanz einer großen.^ ersten Le^en- jchast. die zwei blutjunge, unerfahren- Mensch n kinder in den Himmel der Seligkeit hebt und als, bald in Tod und Verzweigung stürzt, gnd unn-r wischt bleibt auch im Hintergründe d - »S-E An Liebes-Dramas die Auselnanderletzung starrem kirchlichem Doamati-mus,-tf°rnd°m Z° °t«^ tum und einer im Leben gereisten n°rM°n°°n Menschlichkeit. Betrachtet man neben dem Mbild^ bas' Drehbuch schrieb und den Veit Ha Hm»
Gewehr aus den Studenten S
Annchen, di- sich schützend o°r d°n Geliebten w rft, niederschießt. Man wird auch . Aktions- Film dem Psarrer Hopp- -m-n . äußere
radius gegeben hat, beL6 rfie» unö erwärmt. Bild dieses Mannes noch vert'°st un
Und endlich ist unverkennbar daß ^m anschauliche Auseinandersetzung Z gnöe hin
rerund dem Kaplan sich
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Oie Stadt der perlen.
Von Heinrich Hauser.
Die merkwürdigste, ganz sicher aber die internationalste Stadt Australiens ist Broome — an der Küste des Nordwestens. Broomes viertausend Einwohner sprechen zwanzig verschiedene Sprachen: Japaner, Chinesen, Philippiner, Griechen, Franzosen, Spanier, Inder, Malaien leben dort. Sogar zwei Eskimos — und einige Australier. Broome hat den übelsten Geruch uyd das schönste und kostbarste Pflaster auf der ganzen Welt. Der Geruch stammt vom Fleisch der Perlaustern, die zu Millionen dort am Strand verwesen. Das Pflaster stammt ebenfalls von den Austern und ist Perlmutt.
Das Meer an dieser Küste hat ein besonder- schönes Farbenspiel; bei ruhigem Wetter ein fahles Grünblau, bei Wind ein lichtes Jadegrün oder die Farbe des Türkis. Man behauptet, die starkleuchtenden Farben dieses Wassers hätten einen Einfluß auf den seltenen Glanz der Perlen und des Perlmutts, die hier gewonnen werden.
Der Hafen von Broome beherbergt etwa neunzig Perlfischerboote, stark gebaute Schiffe, die Tropenstürme abwettern können. Die Besatzung besteht hauptsächlich aus Indern und Malaien, die Taucher sind fast durchweg Japaner. Das Tauchen war früher überaus anstrengend, weil der Taucher auf dem Meeresgrund laufen oder kriechen mußte (in größeren Wassertiefen erfordert jede Körperbewegung enorme Anstrengung). Heute hängt der Taucher an Seilen in einer Art Stuhl und wird vom Schiff langsam über den felsigen Grund geschleppt. Findet er Austernbänke, so gibt er Haltesignal. Trotz dieser technischen Verbesserungen ist der Beruf gefährlich genug, denn die Gewässer von Broome sind berüchtigt wegen ihrer Wasserwirbel und grade solche Wirbelstellen bevorzugen die Austern für ihre Ansiedlungen. Jede Austernbank ist zugleich ein Tauchergr'ab. Broome besitzt seinen eigenen japanischen Taucherfriedhof, dessen Gräber aber selten Leichen enthalten, sondern meist nur irgendwelche Besitzstücke des Ertrunkenen, den die Strömung weggespült hat. Alljährlich läßt die japanische Kolonie zur Totenfeier ein kleines Boot mit Nahrungsmitteln auf die See hinaustreiben.
Perlfischerei unterliegt der Regierungslizenz, ebenso wi? der Verkauf, und sie wird eigentlich nur als Kleingewerbe ausgeübt. Denn nur, wenn der Fischereibesitzer selbst die Austern öffnet, kann er sicher, sein, nicht bestohlen zu werden. Trotzdem bleiben große Ptzrlenmengen unbekannt; man schätzt, daß ungefähr die Hälfte von allen den rechtmäßigen
Besitzer nicht erreichen. Aber auch der rechtmäßige Besitzer bewahrt oft Stillschweigen über seine Funde, um der Steuer zu entgehen. Perlhändler aus Paris, aus Holland, aus Belgien kommen nach Broome mit Tausenden von Pfunden Bargeld in der Tasche; sie stellen keine neugierigen Fragen nach der Herkunft der Ware; der Schleichhandel blüht.
Es sind auch gar, nicht so sehr die Perlen, die Broome reich machen, sondern das Perlmutt, mit dem man dort zu Land selbst Autokarosserien ein- lcgt. An Perlen hat Broome bisher für fünfzig Millionen Mark gefischt, an Perlmutt für hundertfünfzig Millionen. In neuerer Zeit leidet das Perlfischereigeschäft sehr unter der japanischen Zucht- perlen-Konkurrenz. Japanische Perlenzüchter führen, wie man weiß, kleine Fremdkörper in die lebende Auster ein, die dann von dem Tier mit der Perlschicht überzogen werden. So ärgerlich ist Broome gegen diese Konkurrenz, daß nicht nur die Einfuhr von Zuchtperlen nach Westaustralien verboten ist, — es ist sogar untersagt, eine Zuchtperle zu besitze^.
Die berühmteste australische Perle ist das „Kreuz des Südens", eine genau in Kreuzform verwachsene Perlenreihe. Ein Eingeborener fand sie 1888 und verkaufte sie für eine Stange Tabak. Heute wird ihr Wert auf eine Million Mark geschätzt. Mißbildungen, wenn auch nicht von schöner Form, sind häufig, es kommt zum Beispiel oft vor, daß die Perle mit ihrer Schale verwächst. Ein Einwohner von Broome benutzte jahrelang eine Austernschale zum Festklemmen seiner Haustür. Eines Tages schlug er die Tür etwas heftig zu, die Schale zerbrach — eine große Perle rollte ihm vor die Füße.
Zeitschriften.
— Eine Streitfrage von weltpolitischer Bedeutung bildet den Gegenstand des Leitartikels in der neuesten Ausgabe der „I l l u ft r i r t e n Zeitung Leipzi g".. Dr. Dr. Heinz Schmalz schildert hier in fesselnder Weise die Auseinandersetzungen um die Korallen-Jnseln im Stillen Ozean. Volkskundlich interessant ist der Beitrag „Volkstypen aus dem Norden", in der eine hervorragende Zusammenstellung nordischer Köpfe geböten wird. „Das Schwimmbad im Garten" betitelt sich ein reich illustrierter Aufsatz, der beachtenswerte Anregungen für die Ausgestaltung des Gartens enthält. Ein Bildbericht von einer Tonfilm-Expedition an den Meeresstrand wird ergänzt durch das farbige Kunstblatt „Strandflora". Das Geheimnis des Kupferstichs erklärt eine Bilderfolge, die durch geschickte Auswahl und Zusammenstellung den Vorgang der Herstellung eines Kupferstichs verdeutlicht,
Nr.l27 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 2. Zum 1938
Deutschland auf der 21. Biennale.
©ie 21. Internationale Kunstausstellung in Venedig eröffnet.
Venedig 1. Juni. (Europapreß.) Die 21. Internationale Kunstausstellung Biennale ist am Mitt- wochvormittag im Park von Venedig von Unterrichtsminister B o t t a i in Gegenwart des Herzogs von Genua eröffnet worden. Bottai bezeichnete die Biennale als ein Fest der Kunst, an dem sich die Kulturnationen in edelstem Wettstreit beteiligen Sem besonderer Gruß galt dem nationalen Spanien, das auf dem Boden feiner Heimat noch einen blutigen Kampf gegen die Kräfte der Zerstörung führen müsse. Sodann skizzierte der Minister die engen Wechselbeziehungen zwischen Politik
Die Gründung des italienischen Imperiums.
Im Hof desSenatsgebäudesinRom wurde in diesen Tagen in Gegenwart des Duce dieses Relief enthüllt, das die Gründung des Zweiten Imperiums durch Mussolini versinnbildlicht. Die Plastik zeigt den Duce selbst, wie er nach dem erfolgreichen abessinischen Kriege dem König Viktor Emanuel die Kaiserkrone überreicht. — (Scherl-M.)
und Kunst. Der Staat habe die Aufgabe, das Volk zum Bewußtsein seiner künstlerischen Fähigkeiten zu erziehen und die künstlerischen Kräfte zur Verteidigung der Zivilisation zu fördern. Die Kunst sei kein Luxusprodukt, sondern ein wichtiges au f - bauendes Element im Leben der Völker. Der Präsident der Ausstellung,- Senator V o l p i, hob den Erfolg der Bestrebungen der Ausstellungsleitung hervor, aus vielen Ländern eine möglichst reichhaltige Sammlung repräsentativer Kun st werke zu zeigen. Die Ausstellung dieses Jahres ist von achtzehn Staaten^beschickt,'die bei der Eröffnungsfeier durch ihre. Botschafter und Gesandten vertreten waren. U. a. bemerkte man den deutschen Botschafter v. Macken-
s e n und den britischen Botschafter Lord Perth.
Mit eigenen Pavillons sind an der Ausstellung Italien, Deutschland, England, Frankreich, Belgien, die Tschechoslowakei, Dänemark, Griechenland, Holland, Polen, Nationalspanien, die Vereinigten Staaten, Ungarn, Rumänien und die Schweiz, sowie in diesem Jahre neu Jugoslawien vertreten. In zwei Sälen des Hauptgebäudes haben auch Aegypten und Schweden ausgestellt. Dagegen blieb der Pavillon Sowjetrußlands, wie vor zwei Jahren, geschlossen. Nationalspanien ist trotz des Bürgerkrieges stark vertreten. Den Eingang des spanischen Pavillons schmückt ein lebensgroßes Gemälde General Francos von Jof6 Aquiar. In einem Säal des nationalspanischen Pavillons sind auch Werke aus Uruguay ausgestellt. Die Biennale umfaßt außerdem im Hauptgebäude eine internationale Ausstellung von Land-' schaftsmalereien des 19. Jahrhunderts mit 300 berühmten Werken aus fünfzehn verschiedenen Ländern.
Der deutsche Pavillon ist gänzlich umgebaut worden, wie es Reichsminister Dr. Goebbels nach seinem Besuch der 20. Biennale im Geiste der engen deutsch-italienischen Zusammenarbeit gewünscht hatte. Dieser Umbau wurde in äußerst zweckmäßiger Weise vom Architekten Prof. Ernst Haiger durchgeführt, der die Außenfront mit einer Säulenhalle ausftattete, die dem Pavillon ein eindrucksvolles Gepräge gibt. Der Eingang ist mit einem goldenen Hoheitszeichen geschmückt. Vorteilhaft unterscheidet sich der deutsche Ausstellungs- bau auch in Der inneren Anordnung von anderen, da er in streng einfachem Stil nach raumkünslleri- fchen Gesichtspunkten gestaltet wurde. Im Auftrage des Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste und des Ausstellungskömmissars Prof. Adolf Ziegler ist die umsichtige Ordnung des Pavillons durch Prof. Georg L e b r e ch t durchgeführt worden. Der deutsche Pavillon enthält insgesamt 68 Gemälde, 21 Plastiken, 18 Graphiken und 77 Medaillen. Die österreichischen Künstler sind gemeinsam mit den anderen reichsdeutschen Künstlern auf allen Gebieten gut vertreten. In einem halbrunden Dorraum ist die von Josef Thorak fchaffene Büste des. Führers in Urgestein zusammen mit den Büsten von Mussolini, Hindenburg, Atatürk und Pilsudski aufgestellt. Die deutsche Ausstellung zeigt, daß mit der politischen und wirtschaftlichen Erstarkung Deutschlands sich auch das Gesicht der deutschen Kunst geklärt hat, und die nationalsozialistische Bewegung die- deutsche Kunst wieder zur Selbstbesinnung brachte. Von der entarteten Kunst der Zeit des Liberalismus und des Bolschewismus ist, in vorteilhaftem Unterschied zu anderen Ausstellungen, im deutschen Pavillon nichts mehr zu spüren.
„Wiedergeburt der Klassiker."
Staatsrat Gründgens
bereitet Gastspiele in Dänemark vor.
Kopenhagen, 1. Juni. (DNB.) Zur Vorbereitung des „Hamlet"- Gastspiels des Berliner Staatlichen Schauspielhauses in Schloß Kronborg bei K o p e n h a g e n , das zwischen dem 30. Juni und dem 11. Juli stattfinden soll, weilte am 31. Mai Generalintendant Gustas Gründgens in Kopenhagen, wo er in Begleitung des technischen und des szenischen Leiters der Staatstheater Schloß Kronborg besichtigte. Bei dieser Gelegenheit sprach Staatsrat Gründgens bei einem Empfang, den ihm der Bürgermeister von Helsinoer gab, über seine Auffassung des Sha- kespeareschen „Hamlet". Er wies besonders auf die Wiedergeburt der Klassiker im heutigen deutschen Theater hin und betonte
Dings mit Betonung des alten Begriffes der Erb- Sünde) wurde naturgemäß stärker betont, als es im Stück zutage tritt. Ein großer Gewinn war die Entdeckung der jungen Kristina Söderba u m für Die Rolle Des Annchens: man kann sich, auch wenn man diese Rolle des öfteren und überzeugend auf Dem Theater sah, kaum eine glücklichere Verkörperung Denken; ein süßes Mädchengeschöpf, aber ohne Sentimentalität, heiter von Natur, weich, zärtlich, bedingungslos hingegeben an das große Erlebnis einer überwältigenden frühen Leidenschaft, dabei in aller Anast und verzweifelten Hilflosigkeit mit einer ganz leisen Ahnung von Mütterlichkeit und fraulichem Wissen begabt. Wundervoll stark und füllig-gesund gibt Staatsschauspieler Eugen Klöp - f e r mit einer warmen, sonoren Stimme den Pfarrer Hoppe, voller Güte und Reife und einem in Lebenserfahrung bewährten Verständnis für die verirrte und gequälte Jugend. Werner Hinz spielt den Kaplan mit einer geradezu penetranten Starrheit des Gefühls, ßinem erkältenden Fanatismus und einer eifernden'und eifersüchtigen Selbstgerechtigkeit, Die auch Durch die Schilderung seiner sreud- losen unD entsagungsreichen Jugend menschlich kaum gemildert erscheint. Der polnische Tanz mit seinem jäh ausbrechenden Temperament war übrigens mitreißend rhythmisiert, während die zarte Volksliedweise des „Lang, lang ist's her" den stilleren Szenen zwischen Hans und Annchen eine lyrisch-schwermütige Begleitung gab. Den Studenten spielte Hermann Braun, den wir kürzlich neben Der Negri zum erstenmal sahen, folgerichtig und überzeugend in seinem jungen Ueberschwang, seinem Trotz, seiner Ratlosigkeit und seiner Angst. Elisabeth Flickenschildt machte aus Der polnischen Magd Maruschka eine sehr belebte Chargenfigur. — (Tobis.)
Ein Kulturfilm und Die Wochenschau runden das Programm ab. Hans Thyriot.
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. med. Gerhard Buhtz, Ordinarius der gerichtlichen Medizin und naturwissenschaftlichen Kriminalistik an der Unversität Jena, wurde als Nachfolger des em. Professors Dr. Karl Reuter an die Universität Breslau berufen.'
Dem Dozenten Dr. Karl Dietzel ist der Lehrstuhl für Kolonialgeographie und Kolonialpolitik in Der philosophischen Fakultät der Universität Leip- z i g übertragen worden. Dr. Dietzel wurde aleich- zeitig zum ao. Professor erno^
besonders Den Zustrom, Den Das klassische Schauspiel aus allen Schichten der deutschen Bevölkerung erfahre, ein Zustrom, der weit über Das Fassungsvermögen Der deutschen Theater hin- ausgehe. Auf Dänischer Seite wurde mit besonderer Freude die Ankündigung von Staatsrat Gründens aufgenommen, daß das Preußische Staatstheater in Der tommenDen Spielzeit Oelenschlägers Schauspiel „Aladin" aufführen werde.
Kunst und Wissenschast.
Lauge-Koch-Expedition bestätigt Pearys Forschungsergebnisse.
Der Leiter Der jetzt nach Kopenhagen zurückgekehrten dänischen Grönland-Expedition, Dr. Lauge- Koch hat in einer Unterredung gewisse Forschungsergebnisse des nordamerikanischen Polarforschers P e a r y , die dieser um Die Jahrhundertwende ausgestellt hatte, bestätigt. „Das wichtigste Ergebnis unserer Expedition war", so erklärte Dr. Lauge- Koch, „daß Peary nicht ganz Unrecht gehabt hat, als er sein Kanalsystem in Die Polarkarte einzeich
nete. Nicht weniger als drei dänische Expeditionen haben die Behauptung gestützt, daß der Peary- Kanal nicht existiere. Daraufhin hat der amerikanische Senat Die Polarkarte Pearys abgelehnt. Jedoch schon 1921 sand ich Anzeichen dafür, daß Peary doch auf der richtigen Spur gewesen ist, und bei unserem jetzigen Flug haben wir festgestellt, daß Peary im großen und ganzen Recht gehabt hat. Ich freue mich, daß ich seiner Tochter und seinen vielen Freunden' in Amerika diese Richtigstellung übermitteln kann. — Unsere Expedition ist voll und ganz programmäßig verlausen." Das 9ßetter war ausgezeichnet, und der Dornier-Wal „Persuak" hat alle Erwartungen übertroffen. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Den Deutschen Fliegern fei seiner Forschungsarbeit sehr zugute gekommen. '
Furtwänglers Konzert in Salzburg.
In Dem am 28. August in Salzburg stattfindenden Konzert wird Wilhelm, Furtwängler picht Die IX. Sinfonie, sondern Die UnvollenDete von Schubert unD Die VII. Sinfonie von Bruckner zur Aufführung bringen.
Neues für den Büchertisch.
— Richard Wilhelm: Die Günder - rode. .Dichtung und Schicksal- 168 Seiten mit 8 Bildseiten. Preis 3,80 RM. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main. — (137) — In Winkel am Rhein ist in die Kirchhofsmauer eine Grabplatte eingelassen. Sie ist dem Andenken an das unglückliche Stiftsfräulein Karoline von Günderrode gewidmet, das sich hier an den Ufern des Rheins 1806 aus verschmähter Liebe den Tod gab. Die Günderrode war eine Dichterin, die an der Antike geschulte Verse schrieb, eine Freundin der Bettina, von Clemens Brentano vergeblich umworben, mit Goethes Dichtung, Schellings Philosophie und der Heidelberger romantischen Wissenschaft durchsättigt, hochgebildet, stark und sicher. Und doch ist dieses Mädchen mit 25 Jahren in den Tod gegangen, als der Mann, den sie liebte, versagte. Behutsam hat' Rich. Wilhelm in seinem hübsch ausgestatteten Buche das Bild der Günderrode vom Staube gereinigt und ihm seine eigentümliche Leuchtkraft und organische Wärme wiedergegeben. —
— Gerhard Schumann: Sie heilige Stunde. Kantate. Kart. 50 Pf. Verlag Albert Langen/Geora Müller, München, 1938. — (71) — Zu den bisher erschienenen Kantaten, die Gerhard Schumann aus dem Erlebnis des Nationalsozialistischen Kampfes heraus geschaffen hat, tritt mit dieser chorischen Dichtung eine weitere; in einer neuen und würdigen Form gibt sie Der standesamtlichen Trauung eine sittliche und weltanschauliche Vertiefung, wie sie einer Feier dieser Art, die zugleich eine Feier der Bewegung ist, entsprechen soll. Der Bund zweier Menschen, den sie, umschart von ihren Kameraden, einander fürs Leben schworen, wird unter das verpflichtende Gesetz der Zukunft gestellt, dessen Ziel die Entfaltung und Erneuerung des Lebens ist.
— Professor D r. Ern st Schultze: Das Meer in Geschichte und Wirtschaft. In Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (62) — Zauber und Gewalt des Meeres, feine Wunder und Schrecken haben den Menschen schon immer zu kühnen Unternehmungen gelockt. Ein großer Teil seiner unvorstellbaren Reichtümer an Tieren, Pflanzen und Mineralien, an organischen und anorganischen Stoffen harrt noch der Enträtselung und Nutzbarmachung. Die Bedeutung der Weltmeere liegt vor allem in dem durch sie gegebenen Verkehrsraum, dessen Beherrschung die großen Seevölker zu den ersten Handelsvölkern werden ließ. Des Meeres natürliche und wirtschaftliche Möglichkeiten hat der Autor in dieser von weiter, weltpolitischer Sicht getragenen und dennoch von dem Reiz des Romantischen erfüllten Darstellung ausgezeichnet behandell.. Ausgehend von der Größe und Verbreitung der Meere, erörtert er das Weltmeer als Nahrungsquelle
der Menschheit, als Rohstoffquelle, als Energiequelle, gibt uns einen interessanten Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt der „Meeresftockwerke", belehrt uns über die vielfachen Wasser- und Windstrckmungen des Meeres und feinen Kampf mit der Küste: Sturmfluten, Versandung, Landgewinnung, Küstenverschiebung. An den Augen des Lesers zieht dann die Kette der geschichtlich berühmten Seevölker vorüber. Lebendig wird die Entwicklung des Seehändels, der Seeschiffahrt und der Erschließung und Besiedlung fremder Küsten aufgerollt.
— Karl Haushofer: Alt-Japan. Werdegang von der Urzeit bis zur Großmacht Schwelle (1868 — Meist). Mit 8 Karten. 1938. Sammlung Goschen Band 1120. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin. Geb. 1,62 RM. — (102) — Japans Werdegang von den Urzeiten bis an Die Großmachtschwelle blieb von außen her im wesentlichen ungetrübt; die Rassenoerschmelzung und Angleichung von Blut und Boden in einem wesensverwandten Lebensraum hat sich ungestört abgespielt, bis das Jneinander» Teben beider so stark war, daß es im Wesen durch fremde Gewalt nicht mehr verändert werden konnte. In der Form vergleichender, zugleich erdkundlicher wie geschichtlicher, echt geopolitischer Darstellung schildert der Verfasser, Professor Dr. Haushofer, General a. D. — einer Der besten Kenner des Fernen Ostens —, diesen Werdegang.
— Edgar Kirsch: Hans Grimm und der nordische Mensch. 116 Seiten. Gebunden 1,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, *1938. — (100) — Kirsch entwickelt Die in Hans Grimms Werke zutage tretenden Grundsätze und Erkenntnisse, auf Denen sich feine Lehren aufbauen. Ob es sich Däbei um Die Frage Der deutschen Raumnot, das Verhältnis von Herrentum und Masse, Die Sendung des nordischen Menschentums oder um Die Zusammenarbeit Der großen nordischen Volker handelt: aus allen Diesen lieber» legungen spricht der von heißer Liebe und ernster Verantwortung geleitete Wille eines Mannes, der sich dem Schicksal unseres Volkes zutiefit verpflichtet weiß. Wer den Weg zu Den Werken Dieses leidenschaftlichen Deutschen sucht und sich mit ihnen aus» einandersetzen will. Dem wird diese Schrift gute Dienste leisten.
— Carl Ostar Iatho: Melodische U f e r. Mit vier Federzeichnungen. (Die kleine Bücherei.) Albert Langen / Georg Müller, München- 1938. —(109.)— Wie in seinen beiden früher erschienenen Bändchen „Wanderer Gottes Strom" und „Sterne über kleinen Flüssen" erzählt Jatho auch in diesem neuen Büchlein wieder von sommerlichen Flußfahrten. Mit feinem Boot ist er Diesmal auf Fulda, Werra und Weser zuhcmse, deren Landschaft er in'allen Stimmungen,-in ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Volksart ausgeschlossenen Herzens erlebt.


