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wie seht bekannt wird, In 839 sudekendeuk- schen Gemeinden die Dahlen entfal­len, nachdem dort nur eine Kandidaten- tlste, die der Sudetendeutschen Par­tei. eingebracht wurde. Dabei flehen noch aus 32 sudetendeutschen Bezirken, in denen 442 Ge­meinden wählen, Berichte aus.

Skandalöse Behandlung einer Engländerin.

Das Studium des Nationalitätenproblems ein Staatsverbrechen.

London, 1. Juni. (DNB.) Wie derDaily Expreß" aus Karlsbad berichtet, ist die Engländerin Miß Mitford auf einer Autofahrt von Prag nach Karlsbad in Begleitung von zwei Journalisten bei einer militärischen Straßensperrung a n ge­halten worden. Ein Gendarm befahl nach kurzer Untersuchung, daß sich der Kraftwagen nach der nächsten Polizeistation zu begeben habe. Dort wur­den die Insassen 5 Stunden lang durch­sucht. Miß Mitford wurde gezwungen, sich in Anwesenheit eines weiblichen Polizisten vollstän­dig auszuziehen. Briefe und Tagebuch wur­den beschlagnahmt. Ferner wurden die Autoreifen abgenommen und die Polster des Wagens aufge» schnitten. Miß Mitford hat gegen die skandalöse Behandlung beim nächsten englischen Konsulat Pro­test eingelegt.

Das Tschechoslowakische Preßbüro gibt die Durch­suchung des Kraftwagens zu, in dem Wagen feien ein mit einer Inschrift versehenes Messer offen­bar ein Geschenk ferner Photoapparate sowie politische Schriften und Bilder, die sich vor allem mit den Nationalitätenverhältnissen in der Tschechoslowakei befassen, gefunden worden. Dieser Fund wird dabei» so dargestellt, als ob es ein Verbrechen ist, wenn ein Ausländer, der sich über die Verhältnisse in der Tschechoslowakei unter­richten will, derartiges Schriftenmaterial mit sich führt. Es ist in letzter Zeit viel von der Entsen­dung englischer Beobachter nach der Tschechoslowakei gesprochen worden. Sollte es dazu kommen, so wird man sich in London darüber klar sein müssen, daß diese Beobachter bei den augen­blicklich in der Tschechoslowakei herrschenden Zu­ständen jederzeit mit ähnlichen Belästigungen wer­den .rechnen müssen.

Der englische Geheimdienst im Hintergrund.

Berlin, 1. Juni. (DNB.) Das große Rätsel­raten über die Urheber jenes irrsinnigen Gerüchtes, das von deutschen Truppenbewegungen an der tschechischen Grenze wissen wollte und damit Eu­ropa in eine regelrechte Kriegspsychose versetzte, ist noch nicht beendet. War man zuerst der nahelie­genden Ansicht, daß Prag der Erfinder jenes Ge­rüchtes fei und daß diese dann von dort nach Lon­don gelangten, so zeigt es sich jetzt, daß die Ge­rüchte genau d en umgekehrt en Weg nah­men. Dem Hamburger Fremdenblatt gingen aus der tschechischen Hauptstadt Informationen zu, die sich auf das Zeugnis des französischen Journalisten Jules Sauer wein berufen dürfen. Wie diesem von maßgebender tschechischer Stelle erklärt wurde, ist die tschechoslowakische Regierung am Abend des 20. Mas aus London angerufen worden. Es wurde ihr mitgeteilt, der englische Geheim­dien st (Intelligence Secret Service) besitze b e - stimmte Informationen darüber, daß reichsdeutsche Truppen sich aus die tschechische Grenze zu bewegten. Daraufhin wurde die tsche­chische Teilmobilisierung angeordnet. Es habe sich um Minuten gehandelt, und es sei keine Zeit mehr verfügbar gewesen, sich in Berlin über den Charakter der Truppenbewegungen zu erkun­digen.

Der Sandschak Alexandrette.

Türkische Vorstellungen in Paris.

Paris, 1. Juni. (Europapreß.) Die türkische Regierung hat die französische Regierung wissen lassen,, daß sie eine schnelle Regelung der Streitfrage über den Sandschak Alexan­dre t t e dringend wünsche. In französischen Kreisen bemerkt man, dieser neue Schritt stelle in keiner Weise ein Ultimatum dar. Der Türkei wird im Journal" vorgeworfen, sie wolle Frankreich im Sandschak von Alexandrette vor vollendete Tatsachen stellen. Die Vorbereitungen zu den Wahlen, die in diesem Gebiet am 15. Juli abge­halten werden sollten, sind infolge von blutigen Zwischenfällen eingestellt worden. Die ^Tür­kei wirft Frankreich vor, es sabotiere die Befragung der Bevölkerung des Sandschaks von Alexandrette.

Oie Kämpfe an der Lunghai-Bahn.

Schanghai, 2. Juni. (Europapreß.) Der Ober­befehlshaber der chinesischen Streitkräfte, Marschall T s ch ia n g k a i s ch e k, hat sich an die Lunghai- Front begeben. Wie von chinesischer Seite behaup­tet wird, soll die japattische Division unter dem Be» ehl des Generals Dvihara fast vollkommen auf- je rieb en worden fein; für die Reste der Divi-> ivn, so behaupten die chinesischen Meldungen, be- tehe keine Aussicht zur Flucht. Einem japanischen Heeresbericht ist zu entnehmen, daß die hinzugezo- aenen Verstärkungen sich noch nicht der abge- schnittenen Division nähern konnten, da die Chine­sen in diesem Kampfabschnitt überlegen zu sein scheinen. Weiter wurde von japanischer Seite be­kanntgegeben, eine japanische Heeressäule bereits sich zur Zeit, von Kweiteh kommend, auf die Ein­nahme von Suehsien vor, nachdem am Mitt­woch die Stadt Ringling habe eingenommen werden können. Auch fei Kaifeng von einer im Südosten stehenden Heressäule stark bedroht.

Die schon in Genf auf den Spuren

von Konovalez.

Genf, 1. Juni. (DNB.) Der in Rotterdam von einem GPU.-Agenten ermordete ukrainische Natianalistenführer Konovalez wohnte mehrere Jahre in Genf und wurde schon damals v o-n GPU.-Agenten verfolgt, so daß die kan- tonale Sicherheitspolizei ihn unter besondere Be­wachung stellen mußte. Es wurde auch ein junger Waadtländer verhaftet, der den Auftrag hatte, das Kommen und Gehen des Ukrainers zu überwachen. Seine Auftraggeber waren zwei Sowjetagenten. Sie waren im Besitz falscher Pässe. Sie wurden gegen eine Kaution von je 10 000 F^ran - f e n auf freien Fuß gesetzt. Diese Summe wurde von dem Rechtsbeistand der Verhafteten beim Bol- jcheMeMuMug Dicke; jpjtzLt diöteclegt.

England als Fn'edensvermittter im spanischen Krieg.

Angeblichepläne des britischen Kabinetts zur Entspannung der europäischen Lage

Cönbon, 1. Juni. (DNB.) Das britische Sabi­nen beschloß, während der Pfingstferien des Parla­ments bis zum 14. Juni keine Vorkehrungen für Sonderkabinettssihungen zu treffen, weil der inter­nationale Horizont gegenwärtig nicht unmittelbar mit drohenden Dolken verhangen ist. Weiter wird von unterrichteter Seite erklärt, daß die Lage in Spanien noch immer ein ernstliches Hindernis für eine allgemeine Be­friedung fei. Der spanische Stieg verhindere eine Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Ita­lien und zögere die Inkraftsetzung des englisch­italienischen Abkommens hinaus. Falls Groß­britannien dazu helfen könnte, daß der Friede wieder hergeflellt werde, so würde es keine Anstrengungen scheuen, wenn auch nur ein Waffen st illsk and herbeigeführt werden könnte, werde Großbritannien sofort bereit sein, einzu­greifen. Offensichtlich sei es jedoch besser, wenn jeder« Vermittlungsversuch zusammen mit anderen Brächten gemacht werde, da ohne eine solche Mithilfe es unwahrscheinlich sei, daß die Feindseligkeiten eingestellt würden.

Auch aus der Morgenpresse geht hervor, daß sich die Hoffnungen auf das Inkrafttreten des eng­lischen Plans zum Abtransport der Frei­willigen verstärken, zumal man in London den Entschluß gefaßt haben soll, die Verwirklichung des Plans durch weitere Obstruktion So­wjetruhlands nicht aufhalten zu lassen, sondern ihn unbekümmert von der Moskauer Sabotage in Sraft zu sehem

Dos Echo in Paris.

Paris, 2. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auch in der französischen Presse finden sich Meldungen über englische Absichten, im spanischen Konflikt zu ver­mitteln. Der antibolschewistischeMatin" meldet, Chamberlain scheine entschlossen zu sein, in Spanien Versuche zum Friedenstiften zu unternehmen. Auch im Falle einer Regelung der sudetendeutschen Frage in der Tschechoslowakei halte Chamberlain eine W'i ederaufnahme direkter Bespre­chungen mit Berlin für möglich.Oeuvre" behauptet, daß^die britische Regierung zusammen mit der französischen Regierung ei ne Demarche in Burgos und Barcelona vorhabe, um die Beendigung des Bürgerkrieges zu erreichen. Der Abschluß eines Waffenstillstandes würde es London gestatten, seinen Plan zur Zurückziehung der -Freiwilligen in Angriff zu nehmen.

Bolschewistische Greuel.

91 Leichen Ermordeter in asturischen Minenschächten gefunden.

Oviedo, 1. Juni. (DNB.) Bei der Wieder­inbetriebnahme der von 'ben Nationalen eroberten Bergwerke in Asturien fand' man auf dem Grund der Minen zahlreiche zerschmet­

terte Leichen. Bolschewistische Verbrecher hatten die Unglücklichen Kinder und Frauen, Männer und Greise in die Tiefe der Minenschächte hinuntergeschleudert, nachdem sie den meisten vorher die Hände auf dem Rücken zusam­mengebunden, in nie der trächti aste r und grausamster Weise gequält und gemartert hatten. So wies einer der Hingemordeten eine Unzahl von 'Stichen und Schnitten auf. Der Militärgouverneur von Asturien teilt mit, daß bisher 91 Leichen von Hinab­geschleuderten gesunden wurden. Es sei zu befürchten, daß noch weit mehr Opfer auf dem Grund der Minen lägen.

nationale Fortschritte.

Salamanca, 2. Juni. (Europapreß.) Das nationalspanifche Hauptquartier teilt mit, daß i m Kampfabschnitt von Sort an der Ost­front neue feindliche Angriffe unter blutigen, Ver­lusten für den Feind abgeschlagen worden sind. Auch an der Castellon-Front sind svwietspanische Angriffe abgewiesen worden.,Die nationalen Trup-

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Auf der wichtigen Straße von Teruel nach Valencia drangen die Nationalspanier bis nach Puebla be Valverde vor. (Scherl-Bilderdienst-M.)

pen sind auf einer Frontbreite von 16 Kilometer um 3 Kilometer vorgedrungen. An der Front von Teruel haben die nationalen Truppen ebenfalls feindliche Angriffe zurückgewiesen und bedeutende Stellungen eingenommen, u^ a. den Cerro Eris al, und sind bis zum Cerro Montero und dem Berg- massiv von Cillarejo vorgedrungen. Die nationalen Truppen haben' Mittwoch die Befestigungsanlagen von Linares (rund 70 Kilometer von Sagunto entfernt), die sich auf einer Länge von 15 Kilo­metern hinziehen und durch Blockhäuser und Ma­schinengewehrnester befestigt waren, eingenommen. Damit ist eines der größten Hindernisse für den Vormarsch nach Sagunto und Valencia genommen worden.

Oie Wehrpflicht-Debatte in England.

Genaue Pläne werden erst nach der Mobilmachung ^ekanntgegeben. Umfassende Lustschuhvorbereitungen eingeleitet.

London, 1. Juni. (Europapreß.) Zu den Plänen der englischen Regierung für die Einstig rung der allgemeinen Wehrpflicht im Falle einer Mobilmachung äußerte sich Ministerpräsident Chamberlain am Mittwoch erneut im Unter­haus. Er ging dabei nicht wesentlich über das hinaus, was bisher allgemein bekannt war. Der Ministerpräsident machte einen Unterschied zwischen der militärischen Wehrpflicht und der n i ch t m i l i t ä r i s ch e n D i e n st p f l i ch t. Für die Wehrpflicht seien Pläne schon seit 1922 von verschiedenen Regierungen erwogen worden. Die Arbeiten an dem Gesetzentwurf seien nunmehr nahe­zu abgeschlossen. Dieser Gesetzentwurf werde dem Parlament unmittelbar nach einem et­waigen Kriegsausbruch zugehen. Da­gegen entspreche es nicht den Tatsachen, daß die Regierung bereits auch bestimmte Pläne für die zwangsweise Erfassung aller nicht für den Heeresdienst benötigten E n g .° l ä n d e r für nichtmilitärische Zwecke habe. Natur­gemäß Habe die Regierung schon wiederholt die Frage erörtert, in .welcher Weise in einem Kriegs­fall der gesamte mäkmliche Teil der Bevölkerung am zweckmäßigsten eingesetzt werden könne. Es sei jedoch nicht möglich, schon jetzt genau festzulegen, welche Anforderungen die Regierung im Kriegs­fälle an jeden einzelnen stellen werde. Auf jeden Fall unterlägen auch alle solche Maßnahmen der Zustimmung des Parlaments. Heber die vorgesehene Altersgrenze für die allgemeine, Wehrpflicht könne er sich im Augenblick nicht äußern. Abgeordnete der Linken, die die Ausführungen Chamberlains als unzureichend bezeichneten, kündigten an, sie seien entschlossen, eine Aussprache über den gesamten Fragenkreis zu erzwingen und dabei die Frage der Militarisierung der Jndustr i e i m Kriegsfälle in den Vordergrund zu stellen.

Bei der Beratung des Haushalts für das Innen­ministerium berichtete der Innenminister, Sir Samuel Hoare, über die in den letzten Monaten gemachten Fortschritte bei der Durchführung der Luftschutzmaßnahmen. Seit seinem Auf­ruf vor etwa zwei Monaten zur Meldung von einer Million Freiwilligen für den Luftschutz hätten sich rund eine halbe Million Freiwilliger gemeldet, darunter 11 000 Aerzte und 22 000 Kran­kenpflegerinnen. Als Reserve für die Freiwilligen sei die Zusammenfassung sämtlicher Frauenorganisationen auf unparteiischer und nicht konfessioneller Grundlage geplant, um sie für die Zwecke des Luftschutzes zu gewinnen, Im Falle eines Luftangriffs seien alle Menschenansamm­lungen zu vermeiden. Am besten wäre es, wenn jeder Einwohner in seiner Wohnung bleiben würde. Für die unterwegs Befindlichen würden besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Dabei denke man vor allem an die Auswertung von Parks und öffentlichen Plätzen. Diese Pläne seien in rascher Durchführung begriffen. In der nächsten Zeit sei auch mit Anweisungen für den Wau von Luft­schutzkellern und für die zweckmäßigste Aus­gestaltung von Gebäuden zu rechnen. Es sei eine

enge Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern geplant Auch für die persön­liche Sicherheit der Abaeordneten werde durch Anlage von Luftschutzkellern unter dem Par­lamentsgebäude, verbunden mit einer eigenen Löschanlage, Sorge getragen. Unterstaatssekretär Geoffrey Lloyd erklärte, da^ W a r n s y st e m sei genügend ausgebaut. England sei in 100 Bezirke aufgeteilt, die bei einem Luftangriff sofort telepho­nisch verständigt würden. Die Lokalbehörden seien zur Anlage von Sirenen aufgefordert worden. Die Regierung habe einen Räumungs- Slan für London ausgearbeitet, der den

btransport von 3,5 Millionen Men­schen aus London in weit entfernte Gegenden innerhalb von 72 Stunden vorsehe. Auch die Lebensmittelbeschaffung in diesem Falle sei bereits geregelt. Man beginne jetzt mit der Herstellung von Gasmasken» Kin­der. Die Regierung beschäftige sich weiter mit der Frage der Verwendung der Londoner Unter­grundbahn als Luftschutzkeller. So­weit Wohnhäuser keinen Schutz bieten könnten, würden die Lokalbehörden die erforderlichen Luft­schutzkeller aus öffentlichen Mitteln bauen.

Die Seeriistung.

Bor dem Abschluß der englisch­amerikanischen Flottenverhandlungen.

London, 1. Juni. (Europapreß.) Die englisch- amerikanischen Verhandlungen über die Festlegung neuer Tonnage- und Kaliberbeschrän­kungen im Rahmen des Flottenvertrages vom Jahre 1936 nähern sich ihrem Ende. Anscheinend ist es den Engländern gelungen, die amerikanischen Wünsche nach völliger Handlungsfreiheit für ihre neuen Großkampfschiffbauten abzubiegen und die Vereinigten Staaten für neue Beschränkungen zu gewinnen. Dab.ei nennt man als künftige Kaliber- Höchstgrenze 18 Zoll (45,7 cm) und als Höchst- tonnage 45 0 0 0 Tonnen, wobei voraussicht­lich die Möglichkeit besteht, daß sich diese Zahl um einige Tausend Tonnen verringert. Frankreich wird als dritter Unterzeichner des Flottenvertrages über den Gang der Verhandlungen auf dem Lau­fenden gehalten und hat sich bereits mit dem Er­gebnis einverstanden erklärt. Frankreich hat die beteiligten Mächte davon in Kenntnis gesetzt, daß es nicht die Absicht habe, über die durch Einführung der Gleitklausel aufgehobene Höchst­grenze h in a u s z ug^e h e n , solange nicht an- d e r e europäische Mächte bei ihren Kriegsschiff- bauten diese Grenze überschreiten. Nach dem Ab­schluß der Verhandlungen wird England auch Deutschland, Italien und Sowjetruß­land von dem Ergebnis unterrichten und die mit den drei Mächten abgeschlossenen Parallelverträge (bzw. im Falle Italiens die entsprechende Klausel! in dem englisch-italienischen Vertrag) durch gleich-! laufende Verhandlungen dem neuen Status quo o M u p a U e a lucheru 1

Nordische Zusammenarbeit?

In Deutschland ist man immer wieder geneigt, den Norden (also Dänemark, Norwegen, Schwede^ und Finnland) als eine Einheit zu betrach, ten, wobei man vielfach von ideologischen Vor,. Stellungen oder gar von Wunschbildern ausgeht^ die jedoch der rauhen Wirklichkeit kaum entsprechen. Tatsächlich bemühen sich zwar schon seit.etma hun. bert Jahren manche -Kreise in diesen Ländern, auf gesellschaftlichem, wirtschaftlichem, kulturellem -oder auch politischem Gebiet eine solche Einheit herzu, stellen, die es aber vorläufig jedenfalls noch nicht' gibt. Gerade neuerdings erlebt diese Bewegung, dis sich heute nicht Skandinavismus, sondernnordische Zusammenarbeit" nennt, eine Hochkonjunktur. Sie findet ihren Ausdruck in Vereinheitlichungsbestre. bungen auf allen Lebensgebieten. Besonders bekannt geworden sind in den letzten Jahren die Bemühun- gen um ein gesamtnordlsches Verteidigungs« b ü n d n i s, das vor allem seit dem Versagen Genfs mit großem Eifer und unter Aufwendung erheb, kicher Geldmittel propagiert wird, wobei der Hin­weis auf die angeblich von Süden her drohende Gefahr eine nicht unbedeutende Rolle, und zwar nicht nur in grundsätzlich deutschfeindlichen Kreisen,' spielt.

Da ist es nun ganz besonders bemerkenswert, daß sich jetzt in Norwegen Stimmen, erheben, die auf das Gefährliche einer solchen Block­bildung aufmerksam machen. In der Besprechung eines vor kurzem in Norwegen erschienenen Buches von Dr. Smedal,Die nordische Zusammenarbeit und Dänemarks Südgrenze", weist die Zeitung des norwegischen Bauernbundes,Nationen", bar« auf> hin, daß die Bewegung gerade durch die Un­klarheit, mit der man ihr Ziel mehr oder weniger bewußt umgebe, für alle Völker des Nordens sehr gefährlich werden könne. Das eine Mal handele es sich bloß um die Revision von Schul­büchern im skandinavischen Gemeinschaftsgeist, ein andermal dagegen schon um die wirtschaftliche Zu< fammenarbeit aller nordischen Länder, ein drittes Mal vollends um einen militärischen 23 er«. teidigungspakt. Das Blatt verweist in die­sem Zusammenhang u. a. auf die Rede des auch in Deutschland bekannten isländischen Dichters Gunnar Gunnarson, der schon vor zehn Jah­ren denVolksstaat Norden" als das Ziel erklärte^ und der in logischer Fortsetzung dieser Ideen im Jahre 1934 die Schaffung einernordischen Grenz­wacht" an derSüdgrenze des Nordens", nämlich in Nordschleswig, forderte.

Angesichts derartiger Entwicklungen verlangt *basf norwegische Blatt eine Begrenzung und klarS Definition der sog.nordischen Zusammenarbeit". Es stellt vor allem die Frage, ob eine solche Zu­sammenarbeit überhaupt die Sicherheit Norwegens erhöhen würde oder nicht eine Chance für das Land bedeute, eines Tages in eine Katastrophe hineinaezogen zu werden, und zwar auf Grund von Interessen, die Norwegen überhaupt nicht berühr­ten. So habe' gerade Dänemark es schon immer verstanden, den Skandinavismus für eigene Zwecke, für feine eigenen außenpolitischen Interessen nutz­bar zu machen imb die anderen Völkckr des Nordens vor feinen Wagen zu spannen. Norwegen habe aber keinerlei Interesse daran, beispielsweise die Süd« grenze Dänemarks zu garantieren, zumal diese Grenze durch Unrecht zustande gekommen sei. Im übrigen fordert das Blatt des norwegischen Bauern­bundes vor dem Eintritt in irgendeine Diskussion über einenordische Zusammenarbeit", daß Däne­mark vorher seine eigenen Konflikte mit den ande­ren nordischen Völkern aus der Welt schaffe. Hier­bei verweist es ausdrücklich auf den Streit zwischen Norwegen.und Dänemark, um Grönland, der zwar seinerzeit formell durch den Haager Schieds- gerichtshof zugunsten Dänemarks entschieden wor­den ist, eine Entscheidung, die aber von den natio­nalen Kreisen Norwegens nicht anerkannt wird. Solange dienordische Zusammenarbeit" darauf hinauslaufe, daß Dänemark nur bekomme und dis anderen nur gäben, werde keinerlei Vertrauen ent­stehen. Ohne ein solches Vertrauen werde die Zu­sammenarbeit nur Enttäuschungen bringen und im entscheidenden Augenblick zusammenbrechen. In Norwegen sei jedenfalls das Mißtrauen zu Däne­mark und zumdänischen Spiel unter nordischer Maske" sehr verbreitet, so daß viele.Norweger überhaupt einen nordischen Verteidigungspakt mit Dänemark als Teilnehmer ab lehn en müßten.

Diese norwegische Stimme, die durchaus nicht etwa aus einem nationalistisch gefärbten Lager stammt, ist deswegen so besonders bemerkenswert, weil hipr eine Absage an diejenigen Kreise erteilt wird, die aus irgendwelchen egoistischen Gründen immer wieder versuchen, den Norden als Einheit gegen den südlichen Nachbarn zu mobilisieren. Daß die Gefahren einer solchen Blockbildung aber nicht nur in norwegischen Rechtskreisen erkannt werden, zeigt eine kürzlich in be<n liberalen BlattTidens Tegn" veröffentlichte Stellungnahme, in der eben« falls auf die großen Gefahren hingewiesen wurde, in die Norwegen durch eine solche einseitige Fest« legung hineingezogen werden könne. D. S. Schweden und die Genfer Liga.

Stockholm, 2. Juni. (DNB.) Im schwedischen Reichstag erklärte Außenminister Sandler, der Austritt Schwedens aus der Genfer Liga hätte ge­genwärtig keinen Sinn. Schweden wolle die Frei­heit besitzen, im Falle eines Krieges die Neutra­lität zu erklären. Der Vorsitzende der Rechtspar­tei, Professor B a g g o , erwärmte sich für die Rück­kehr Schwedens zur klassischen Neutralität und sah die Gefahr der Genfer Mitgliedschaft vor allem darin, daß das Land Gefahr laufe, in einen Krieg hineingezogen zu werden, zumal nach den bisherigen Erfahrungen eine wirksame Anwendung der Sanktionen zum Kriege führen müsse. Eine wirklich lebensfähige Genfer Einrichtung müsse sich von der Heuchelei, d. h. von den Sanktionsbestimmungen befreien und im eige­nen Interesse eine Reform durchführen. Doch die größte Gefahr liege darin, daß die Genfer Liga sich zum Bündnis gewisserGroßmächlk mit der Spitze gegen eine andere Großmachtsgruppe entwickele. Schon dies allein mache eine neue schwedische Aktion gegen den Artikel 16 unbedingt notwendig. Aufrichtigkeit f61 in diesem Falle Pflicht.

Norwegen

wünscht unbedingte Neutralität.

O s t o, 1. Juni. (DNB.) In der Sitzung des 6tot* ting vom 31. Mai gab Außenminister Koht bekannr, daß die Regierung die von dem Auswärtigen schuß vorgeschlagene N e u t r a l i t ä t s e rkla' rung angenommen habe. Unter Hinweis auf oie Schweiz, deren Neutralitätsforderung non De Genfer Liga anerkannt worden fei, betonte daß sich auch Norwegen freie Hand Vorbehalt

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