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2.2.1938
 
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Nr.27 Zweites Blatt

Mittwoch 2. $6bruarlQ58

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Aus dem Reiche der Krau

reichlicher Wassermenge, daß die Wäschestücke, schwimmen können. Das letzte Spülwasser muß!

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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Vom Schatz im Wäscheschrank

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fen. Dann in lauem und zuletzt in kaltem Wasser spülen: immer in so großem Gesäß und mit so

klar bleiben, dann hat man die Gewißheit, daß keine Rückstände geblieben sind, die dem Stoff schaden. So behandelte Weißwäsche erfreut durch ihre Frische und Sauberkekt.

Buntwäsche soll niemals heiß und auch nicht lange eingeweicht werden. Daß sie nicht gekocht wer­den darf, müßte eigentlich jede Hausfrau wissen, ebenso baß sie ganz für sich behandelt, nicht mit weißer Wäsche zusammengetan werben darf. Im übrigen gilt für sie das gleiche: kein starkes Reiben, Bürsten und Wringen, bis es knirscht, viel gute Waschlauge, enthärtetes Wasch- und Spülwasser, spülen, bis das Wasser klar bleibt. Buntwäsche darf nie in nassem Zustand liegen bleiben, sondern muß sofort nach dem Spülen aufgehängt werden!

Die Hausfrau, die ihr Wäschegut in der ange­gebenen Weise behandelt, hat nicht nur die Freude, daß es gut gepflegt aussieht und eine lange Le­bensdauer verbürgt, sie hilft mit, einen sehr wert­vollen Rohstoff der deutschen Wirtschaft schonen und mindert die zu Anfang erwähnte Verlust­summe durch falsche Behandlung der Wäsche. E. S-H.

Nacht eingeweichten Wäsche entferne man das Ein- weichwasser so gründlich als möglich, es ist mit dem gelösten Schmutz durchsetzt, den wir ja ent­fernen, nicht aber bei der weiteren Behandlung hineinkochen wollen. So vorbereitete Wäsche wird nun mit heißer Lauge übergossen, die reichlich sein soll und etwa 15 Minuten lang gekocht. Längeres Kochen ist nicht nötig, eher der Faser schädlich. Man spare weder beim Einweichen noch beim Kochen an Waschmitteln, die kleine Mehrausgabe lohnt sich durch Schonung der Wäsche, die sich so mit leichter Hand durchwaschen läßt, Bürsten, Rumpeln, Klop­fer sind schädliche Geräte, die in der Waschküche keine Anwendung finden dürfen. Das Kapitel Spülen ist nicht minder wichtig. Dreimal min­destens ist Wäsche zu spülen. Das erstemal in ziem­lich warmem Wasser enthärten nicht vergessen, damit die Laugereste sich lösen können: in kaltem Wasser würden sie erstarren und die Faser angrei-

Während blonde Frauen vor allem in lichten zart­farbenen Kostümen erschienen, z. B. als Frühling in hellblauem Taft mit grünen Bändern und Blu­men aus bunter Schnur benäht oder als Wasser in grüner und blauer Seide, boten sich die schwar­zen als Sommer, Herbst und Feuer dar. Der reife Sommer trägt gelbe 'Seide und gelben Tüll mit be­malten Schmetterlingen, der Herbst Silberbrokat und eine Krone aus Holzdraht, in der Glaskugeln als Früchte liegen.

Auch der Tango ist natürlich dunkel: schwarze Spitze oder Tüll mit roten Bändern. Dieses Kostüm eignet sich nur für große Frauen, während kleine lieber verspielte Kostüme wählen, wie em japa­nisches Kostüm aus schwarz- und goldgestreiftem Stoff, gemalten Ornamenten und Lackperücke, oder das Chinesische Märchen aus roter und grüner Seide. Originell sind auch dieBäume" und Vögel": kurze Röckchen aus grünem Atlas, benäht mit Filzblättern und Tüll und grünem Cellophan, dazu ein grünes Tüllcape mit Vögeln bemalt. Ein großer grüner Hut stellt die Baumkrone dar. Zierlich muß der Vogel aus blauer Seide sein: die langen Schwanzfedern aus blauem Filz müssen über schlanken Beinen wippen. Strahlende Frauen tragen Kleider als Sonne, Aurora, Sonnenunter­gang oder Glück. Leuchtende Stoffe, gold und rot, auch blau und grün passen zu diesen Kostümen.

Es gibt auch einfachere und darum nicht weniger reizvolle Kostüme. Da wird an Stelle von Seiden­bändern buntes Kreppapier genommen [zwei Meter 5 Pfennig), Krausen und Rüschen lassen sich aus Wasserkreppapier" anfertigen.

Das Roko-ko-Karnevalskostüm

Dame ist aus silbergrauem Taft, der in Rauten­feldern abwechselnd mit Gold- .und Silberbrokat be­setzt ist. Die Rüschengarnituren sind aus Gold- und Silberspitze, der Dreispitz mit den grau-schwarzen Federpompons ist aus schwarzem Seidensamt. Schwarz ist auch der Spitzenfächer und der Spitzen­schleier.

Das K o st ü m d e s H e r r n hat zu einer schwarz­seidenen Kniehose und silbergrauen Seidenstrümpfen eine Jacke aus silbergrauer Seide, die mit schwar­zen Seidenbändern benäht ist. Die Krausen sind aus weißem Glasbatist, de Pompons aus schwar­zer und weißer Seide. Zu dem Anzug wird eine weiße Perücke, eine schwarze Samtmaske und ein schwarzseidener, hellgrau gefütterter Scidenmantel getragen.

Was ziehe ich zum Fasching an?

bon Enka Schulemann.

Eine Nacht in Venedig" ist das Motto für Küpreß 1 938, für das wir heute em paar Kostüme vorschlagen, und zwarVenezianische Fischer" (links oben) undVenezianisches Rokoko" (rechts).

Das F i s ch e r k o st ü m besteht aus einer schwar­zen Tuchhose mit roter Verschnürung, blau-weiß gestreiftem Hemd und rotem Kopf- und Hüfttuch.

Das Kostüm der F i s ch e r i n hat zu einer Bluse aus weißem Organdy und dem roten Samtmieder einen sehr weiten Nock aus weißem Taft, der am Saum mit breiten Streifen und ^Bändern aus blauer, roter, schwarzer und gelber Seide besetzt ist. Das Hüfttuch ist blaue Seide, es hängt hinten m -wei Enden, die mit blauen, langen Seidenfransen besetzt sind, bis 3um Nocksaum. Große Ohrringe, Ketten und der typische Kopfputz mit Goldnadel und schwarzem Netz ergänzen das Kostüm.

Unsere Ernährung im Februar.

Von Dr. Wolfgang Clauß

Die Art der im Februar zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel wird., ebenso wie in den Vor­monaten in erster Linie durch die Tatsache be­stimmt, daß wir noch immer im Winter sind. Die Auswahl an frischem Obst und Gemüse kann deshalb naturnotwendig im Februar nicht so groß sein wie mir sie uns vielleicht wünschen möchten. Man soll aber nicht glauben, daß es nicht möglich wäre, auch im Februar den Bedarf an frischem Gemüse mit Erzeugnissen aus deutscher Scholle zu befriedigen. Es gibt sogar eine ganze Reihe von Gemüsen, die im Februar für den Ver­brauch besonders empfohlen werden können, weil sie reichlich zur Verfügung stehen. Es sind dies Weißkohl, Grünkohl (Braunkohl) und Kohlrüben. Neben diesen Gemüsearten, bei denen ein verstärk­ter Verbrauch sogar volkswirtschaftlich erwünscht ist, stehen selbstverständlich auch die anderen Winter­gemüse zur Verfügung. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt ist hier jedoch weder eine besondere Bevorzugung noch eine Verminderung des Ver­brauchs notwendig. Beim Obst sind wir allerdings im Februar schon zu einem erheblichen Teil auf ausländische Ware angewiesen. Aus deutscher Scholle kann nur auf das Obstfsrodukt, die ver­billigte M arme ha de, hingewiesen werden. Hier ist eine Verstärkung des Verbrauchs nach wie vor erwünscht, um dadurch einen verminderten Fettverbrauch zu ermöglichen. Sparsamkeit im Fettverbrauch ist und bleibt nun einmal die dringendste volkswirtschaftliche Forderung, die an die Verbraucher gerichtet werden muß. Die Fett- versorgung wird wohl noch auf lange Zeit der schwächste Punkt unserer Versorgung mit Nahrungs­mitteln bleiben. Dies gilt insbesondere für das Jahr 1938, in dem in den Sommer- und Herbstmonaten _ der deutsche Schweinebestand infolge vor­ausgegangener Futtermittelknappheit nicht in der Lage sein wird, die Mengen an Fett und Schweine­fleisch zu liefern, die wir zur vollständigen Deckung des Bedarfs aus unserer Erzeugung benötigten. Das Ergebnis der Schweinezählung von Anfang Dezember 1937 hat dies noch einmal bestätigt. Er­freulicherweise hat diese Zählung auch erkennen lassen, daß die Landwirtschaft bereits wieder mit der Verstärkung des Schweinebestandes begonnen hat. Die Voraussetzung hierfür hat vor .allem die Rekordernte an Hackfrüchten geschaffen, die vor allem eine Folge der von Ministerpräsident Göring angeordneten Düngemittelverbilligung war und die Versorgungslage mit Futtermitteln wesentlich entspannte. Die Grundlage unseres Schweinebestandes und damit unserer Fleisch- und Fettversorgung, die K a r t o f f e l, ist in Deutsch­land in diesem Jahre reichlich vorhanden. Es dürfte damit schon heute feststehen, daß die Spannungen, die wir in der Versorgung mit Schweinefleisch im Laufe des Jahres 1938 zu erwarten haben, in Deutschland keine Dauererscheinung sein werden. Im übrigen werden diese Spannungen im Sommer und Herbst 1938 um so geringer sein, je mehr mir schon jetzt freiwillig unseren Verbrauch an Schweine­fleisch vermindern und dadurch den zuständigen Stellen die Möglichkeit geben, Kühlhausvorräte von Schweinesleisch anzulegen, die dann m der Zeit der Verknappung eingesetzt werden können. Die Möglichkeit, den Verbrauch von Schweinefleisch zu vermindern, ist im Februar insbesondere dadurch gegeben, daß Hammel-und Kalbfleisch für einen stärkeren Verbrauch empfohlen wird.

Nicht nur an Rhein und Isar, auch in anderen deuten Gauen gerät man Mr Faschingszeitaus dem Häuschen". 3n langen schleppenden Abend­kleidern ist das schlecht möglich, öa müllen Mas­kenkostüme helfen. Frauen nut der paslenden Figur kleiden sich in kurze Hosen, gehen als,Z°re- monienmeifter und Saoalier. Sternchen und Si ber- wölkchen in Marabu und Gold- und Silberstoss. Merkur und Komet, als Stepptanz oder befrackter fierr der Biedermeierzeit. ....

Allerhand Material wird zu den Maskenkostümen verarbeitet. Meist wird irgend em glanzender Stoss aenornrnen wie Satin, Taft oder Cellophan der bei Ader Bewegung so gehcmmisvoll knistert. Vornehm­lich alatte Stoffe werden benutzt, weil ,ic sich be­malen besticken oder mit Pailletten oder Gold- und Silberfolie besetzen lassen. So vielfältig roie das Material der Faschingskostüme ist .hr Preis. Die fertigen Kostüme, z. B- stilisierte Bauerntrach­ten Matrosen-, Apachen-, Russenkittel, ungariiche und orientalische Trachten, sind schon sehr billig, VdS W Md'WschuL'Är Stadt Ber­lin bat in üiestm Sabre wieder Anregungen sur die Herstellung non Faschingskostümen gegeben. Eme qrofte K o st ü m I ch a u iM Zoo zeigte sehr origi­nelle Sachen Die Elemente zogen vorbei, dw Äiresfetten Sterne, ja sogar die Erde drehte sich (iu grstiiem Moire nut Kupsersolie besetzt) vorüber.

Geblüht im Sommerwinde, gebleicht auf grüner Au, liegt es nun still im Spinde, als Stolz der deutschen Frau" so stand es in Kreuzstickerei auf den Bändern, die an den Borten des Wäsche­schranks unserer Großmütter entlang liefen. Der Stolz der deutschen Frau das war und ist er ja wohl auch noch, ihr Vorrat an Wäsche, der treu­lich gepflegt und immer wieder einmal um gute Stücke an Laken, Bezügen, Kopfkissen, Handtüchern und Tischwäsche ergänzt wurde. Alle Liebe zu der weißschimmernden Pracht und alle Pflege die die Hausfrau ihrem Wäscheschatz angedeihen laßt, hat es aber doch nicht verhindert, daß nicht nur Oie Hausfrau selbst, sondern barüber- hinaus die deut­sche Volkswirtschaft alljährlich großen Schaden durch unsachgemäßes laschen erleidet auf nicht weniger als 400 bis 500 Millionen Mark jährlichen Verlust an wertvollen Textilstoffen in- olae zu schnellen Verschleißes schätzt ihn die alles wissende Statistik. Wenn mir nun bedenken, daß 90 v H. aller Wäsche im Haushalt und nur 10 v H in gewerblichen Betrieben gewafchen werden, so wird sofort die große Verantwortung der Hausfrau für die Erhaltung wertvollen deut­schen Volksgutes der Wert des m den Schranken ruhenden Wäscheoorrats in Deutschland wnd auf 5 Milliarden Mark geschätzt ersichttlch. Jeder, auch der kleinste aus Unkenntnis oder Gleichgültig­keit begangene Fehler in der Waschebehandlung wird mit einem Substanzoerlust bezahlt.

Den Fehler unserer Großmütter, mit dem sie ihrer so s hr geliebten Wäsche von vornherein Schaden zufügten: langes Liegenlassen gebrauchter Wäsche um viertel- oder halbjährlich er,t em gro­ßes Waschfest" zu feiern, machen wir heute im allgemeinen nid) mehr, schon 6=r begrenztere Raum, mit dem wir auskommen mu,fen nervtet das. Dennoch wird schon oft durch u n s a ch g e m a - ß e s Lagern gebrauchter Wäsche cm ihr gesün­digt Sie $ arf nur in völlig trockenem Zust°ud im Wäschebeutel oder der Truhe verwahrt werdem

Oft wird Der Fehler gemacht, die ^0^6 in Z heißem Wasser einzuweichen. Das E i n ro c i dj - wasser soll warm, aber niemals fjeßfein, bamit der Schmutz gelöst wird, nicht aber siche^rt und in die Faser eindringt. Da m bcr©tabt in der Regel kein Regenwasser für das Wa'chewasck en zur Verfügung steht, muß das Wasser chemilch '.«-ich-qemacht werden. Die Industrie b.ete eme Reihe guter Mittel dazu, dach ist au, genaue Li- achtung der Anwendungsoorschristen zu achtes Die Angabe der Mengenverhältnisse, der Temperatu ujw. sind nicht einer Laune entsprungen, sondern beeinflussen die chemischen Reaktionen .zum W u- ten, wenn wir e_» richtig, zum Schlimmen, weim wir es falsch machen. Nicht an Wasser sparen, die Wäsche saugt viel aus! A^s der am besten über

Allerlei Knusperchen zu Wein, Vier, Tee und Vrühe.

Von Frida Aisch, Äad-Nauheim.

G r u n ö t e i g : Drei ganze Eier zerrühre gut In die Mitte von 500 Gramm gesiebtem Mehl, Type 812, mache ein Loch, schütte die Eier hinein, gib 125 Gramm zerlassenes Pflanzenfett und 50 Gramm Butter dazu, lieber alles siebe ein halbes Backpulver. Knete schnell zusammen und forme eine faustdicke Rolle. Von dieser nimm den vierten Teil ab und lege ihn, nachdem du eine dünne Rolle vom Durchmesser einer Walnuß geformt hast, kalt. Den übrigen Teil der großen Rolle teile in sechs gleichgroße Stücke. Jedes dieser Teile wird eine besondere Sorte Gebäck, jede erhält ihren eigenen Zusatz.

1. Mainzer Beißerchen. Ein halber Teelöffel Kümmelkörner werden grob gestoßen. 50 Gramm Mainzer Handkäse, der gut reif ist, wird in kleine Stückchen geschnitten und beides in den ersten Xeigteil geknetet. Während des Knetens gibt man einen reichlichen Teelöffel Tomaten-Catchup (selbst gemacht) hinein. Hat der Teig eine gleich­mäßige Farbe, kann er ebenfalls zur dünnen Rolle geformt und kaltgelegt, werden.

2. Sardellenknusperchen. Gib in den zweiten Teigteil einen guten Teelöffel Sardellen­paste.

3. Anchovisschnittchen. In den dritten Teil kommt ein Eßlöffel Anchovispaste. Sie wird nicht so sehr stark eingeknetet. Dann erhält der Teig beim Backen rosa Streifen, was sehr hübsch aussieht.

4. Kräuterbissen. Zum vierten Teil geben wir einen Teelöffel gepulverten Majoran, einen halben Teelöffel Thymianblättchen, die auch frisch sein können. Dann stoßen wir eine Prise Fenchel und einen halben Teelöffel Kümmel, rühren zwei Eßlöffel Traubenmost und drei Eßlöffel geriebenen deutschen Hartkäse zusammen und kneten dies zu den anderen Zutaten. Dann wird wieder eine Rolle geformt und kaltgelegt.

5. Paprikahappen. Dem fünften Teil setzen wir einen Eßlöffel Rosenpaprika, eine Prise Salz und einen halben Teelöffel Maggitropfen zu

6. Oberländer. Zum sechsten Teil kommt ein Teelöffel Zwiebelmark, ein Eßlöffel selber ge­machte Kapern aus Holunderbeeren, wie sie im Sommer beschrieben wurden, ein Eßlöffel ge­riebener deutscher Hartkäse und ein Eßlöffel Trau­benmost. Dies, ebenfalls als Rolle, lagert, bis es kalt und hart ist.

Jetzt soll auch der süße Lecker zu seinem Recht kommen. Der zuerst abgenommene größere Teil erhält noch zwei Eßlöffel Zucker. Während des Knetens wird er wieder geschmeidig. Wir können ihn als Rolle wieder kaltstellen oder wir rollen ihn gleich dünn aus, stechen kleine Formen aus, die wir mit saurer Milch bestreichen, auf ein vor­bereitetes Blech legen und wenn sie ganz kalt sind, hellgelb backen. Schneller fertig ist man aber, wenn wir die Rolle formen, erkalten lassen und dünne Scheiben mit scharfem Messer davon abschneiden und sie als Plätzchen backen. Wir bringen zuerst die süßen Plätzchen in den Ofen, dann die pikanten. Immer muß das Backgut kalt sein, wenn es ge­schoben wird, sonst zerlaufen die Knusperchen.

Alle Plätzchen werden in dünne Scheibchen ge­schnitten, alle erhalten einen dünnen Aufstrich aus saurer Milch, die Sardellenknusperchen außerdem noch einen Hauch Sardellenpaste. Wem dieses Ab­schmecken noch zu mild ist, kann nach Wunsch da­durch schärfer abkosten, daß er wenig Salz daran gibt.

Die süßen Knusperchen sind nun warm aus dem Ofen gekommen. Wir teilen sie in zwei Teile. Den einen bestreichen wir ganz dünn mit festem Apri­kosengelee oder ebensolcher Marmelade, den zweiten Teil mit dunklem Brombeer- oder Johannisbeer- oder Himbeergelee. Nur muß der Gelee fest sein. Aus einem Eßlöffel Apfelmost rühren wir mit Puderzucker einen dicken falbenartigen Guß, den wir auf die Aprikosenplätzchen dick aufstreichen, daß der Gelee damit bedeckt ist. Für die roten Kuchen machen wir genau so roten Guß aus rotem Sauer» kirsch-Süßmost. Er wird ebenso auf den dunklen Aufstrich gebracht. Macht man eine größere Menge als die angegebene, so muß man den Guß über Wasser warmhalten. Wir erhalten nach obiger For­schrift 146 salzige und 60 süße Plätzchen. Wenn wir alles in Rollen formen und in Scheiben backen, dauert für eine Person ohne jede Hilfe die Arbeit eineinhalb Stunden. Dann haben wir acht verschie­dene Sorten Gebäck, das sich auch einige Zeit hält. Die pikanten Knusperchen lassen sich auch warm reichen.

Mts unaemcht lassen!

Es verschwindet nichts auf der Welt, es wandelt nur chemisch oder physikalisch seine Gestalt", das wurde uns schon in der Schule bewiesen. Diese Wandlungen treten heute augenfälliger denn je in Erscheinung an Dingen, die uns umgeben und die wir täglich in die Hand nehmen. Es wundert uns nicht mehr, Magermilch als einen Bestandteil von Preßstoffen zu wissen, aus denen formschöne Gegen­stände, elektrische Armaturen usw. gefertigt werden. Niemand hat mehr an der Kunstseide oder Zellwolle aus Holz etwas auszusetzen ober lehnt den Zucker aus dem aufbereiteten Holz für die Tierfütterung ab. Neben der durch Jahrtausende geübten Art der Herstellung von Webarten aus dem tierischen Haar­kleid ist die Herstellung von Stoffen aus Hol^ und Mineralien getreten, die dem WortErsatz" durch­aus den herabmindernden Beiklang nehmen. Den BegriffErsatz" in seiner schlechten Bedeutung an­zuwenden, sind wir überhaupt sehr vorsichtig ge­worden.

Von überall her nimmt sich der Mensch die Dinge, die sich unter seinen Händen zu dem formen, was er notwendig haben muß. Dazu gehört vor allem Essen und Trinken, und gerade auf diesem Gebiete können keine Erfindunge-i helfen, Noch-nie- Dagewesenes an Stelle' des Bekannten und Alt­bewährten zu setzen, wenn einmal Mangel an Nahrungsgütern herrschen sollte. Da kann nur kluge Vermehrung des Benötigten und weise Einteilung des Dorhandeneii die Not abwenden. Zu diesem Problem mußte das deutsche Volk im Weltkriegs