Ausgabe 
2.2.1938
 
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biöatcn ihrer Partei zu bestimmen. Sie rechnen felsenfest mit der notwendigen Mehrheit. Ihre Lo­sungen werden zugkräftig genug sein, arffumentie- ren sie, um das nationale Gewissen des rumäni­schen Volkes zu einer Tot aufzurufen. Dann sollen die Gesetze beschlossen werden, die die Judenfrage »ndgültig lösen und die das nationalchristliche Pro­gramm verwirklichen. Man hat in Rumänien in den letzten Monaten in Zahlen orakelt; die 40 v. $)., die eine Regierung braucht und die die Regierung Tatarescu nicht bekam, wuchsen zu wahrhafthei­ligen 40 d. $).'* heran, wie ein anderes Wort von Sorga sehr hübsch besagte. Run, mit dieser Art Demokratie ist es vorbei, der Gedanke der A u - t o r i t ä t, die vom König abgeleitet ist, verlangt nach einer letzten, formalen Bestätigung, und dann wird es andere Probleme geben, mit denen sich die Herrschaftsgewalt auseinanderzusetzen hat. Eins dieser Probleme ist das der inneren Rein­heit der Bewegung, und das ist deshalb so entscheidend, weil von rechts her eine andere Bewegung heranrückt, die Legionärsbewe- gun^ unter Codreanu, die große Unbekannte der Zukunft, deren eherne Leitsätze Opfersinn, Treue, Idealismus, ein neues rumänisches Men­schentum sind. Unendlich vieles haben die beiden Rechtsbewegungen gemeinsam. Die eine ist zur politischen Macht gelangt, die andere hat ihre Zu­stimmung kundgetan, wenn Goga - Cuza tatsächlich ihr Programm verwirklichen. Es ist die Frage nach der Bewährung gestellt und deshalb ist das StichwortFripturisten" heute in Rumänien so wichtig geworden, weil jedes Verlassen von dem geraden Weg der radikalen Rechten Aussichten gibt, die sie nicht hat, wenn lauter Cuzas in den Aem- tern sitzen, die die nationalchristliche Partei heute zu vergeben hat. Darum betrachten wir die nächste Entwicklung in Rumänien mit soviel innerer An­teilnahme, weil wir um die Größe der gestellten Aufgabe wissen.

Wahlabkommen zwischen den Deutschen Rumäniens und der Regierung Soga.

Bukarest, 1. Febr. (DNB.) Die Vechand- hingen Zwischen der Regierung und der Volks­gemeinschaft der Deutschen in Rumämen als der anerkannten Partei der deutschen Volksgruppe wur­den abgeschlossen. Die deutsche Partei wird auf der Regierungsliste zwölf Sitze in der Kammer, zwei im' Senat erhalten. Ein königliches Dekret ist in Vorbereitung, durch das die Vorschrift, nur Blutsrumänen dürfen rumänische Sprache, Litera­tur und Geschichte unterrichten, eine ausdrück­liche Ausnahme für die deutsche Volksgruppe erfährt. Die deutschen Lehrer werden vor einem besonderen Ausschuß ihre Be­fähigungsprüfung für deutsche Prioatschulen wiegen können. Diese Verfügung soll gedacht sein als dank­bare Anerkennung für die völlige Loyalität der deutschen Volksgruppe und für die Fortschritte, die sie in der Kenntnis der rumänischen Sprache ge­macht habe.

Deutsche Schule in polen geschlossen.

Neubau geschlossen und weitere Baupläne nicht genehmigt.

Bromberg, 1. Febr. (DNB.) In dem an der deutsch-polnischen Grenze in der Wojewodschaft Posen gelegenen Städtchen Neutomischel haben die polnischen Schulbehörden die einzige dort bestehende deutsche Schule ge­schlossen. Die polnischen Behörden begründeten diese harte Maßnahme damit, daß das von der deutschen Volksgruppe in Polen errichtete neue private Schulgebäude den baulichen Bestimmungen nicht entspreche. Ge- wohntermaßen war auf der anderen Seite eine Aenderung der baulichen Bestimmungen nicht zu erreichen. Mehrere Umbaupläne, die vom Deutschen Schuloerein in Bromberg einge­reicht worden waren, fanden keine Bestü- t i g u n g. Bis zum Beginn des laufenden Schul­jahres am 1. September 1937 waren die 93 Kin­der der deutschen Schule im polnischen Sch ul­gebäude in Neutomischel untergebracht. Dieser Pachtvertrag wurde jedoch von polnischer Seite aufgehoben. Obwohl es dort ein neues deut­sches Schulgebäude gibt, dürfen b i e Kinder nicht hinein. Die deutschen Eltern wurden aufgefordert, ihre Kind,er in die p o l - nische Schule zu schicken. Sie folgten nur zu einem ganz geringen Teil dieser Aufforderung und 70 Kinder blieben der polnischen Schule fern. Ihre Eltern wurden zu Schul­st r a f e n verurteilt. In dieser Angelegenheit soll demnächst das Posener Bezirksgericht über die Be­rufungsklage der Eltern verhandeln.

Im Zusammenhang mit dieser Tatsache sei dar­auf hingewiesen, daß auf reichsdeutscher Seite die polnische Kleinkinderschule in Posebrück in der sicheren Erwartung eröffnet wurde, daß gleichzeitig die deutsche Schule in Neutomischel eröffne t werden sollte, zumal sich der Deutsche Schulverein in Bromberg bereit* erklärt hatte, die von polnischer Seite beanstandeten Mängel im neuen Schulgebäude zu beseitigen. Trotz der Eröffnung der polnischen Schule in Posebrück blieb der erwartete Gegenzug von polnischer Seite aus. Jetzt wurde die deutsche Schule in Neutomischel sogar endgültig geschlossen.

Die GM. in Paris.

Einer unterMordverdachtstehendeuAgeutiu zur Flucht verhalfen.

Die GPU., die bolschewistische Geheimpolizei, herrscht nicht nur auf sowjetrussischem Boden mit unumschränkten Vollmachten, sie hat sich auch überall im Ausland beachtliche Filialen ein­gerichtet, deren stärkste unzweifelhaft in Paris ist. Allerdings wird hier die Arbeit der GPU. durch die innerpolitischen Verhältnisse Frankreichs wesent­lich begünstigt. Die verschiedenen Mordtaten und Ent­führungen aus den Kreisen russischer Emigranten sind von den GPU.-Agenten inszeniert worden, die ihren Sitz offenbar in der Handelsdelega­tion der Sowjetunion haben. Die neueste Leistung ist die Begünstigung der Flucht der Frau G r o s o w s k y , die an der Ermordung eines frühe­ren Sowjetagenten Reiß in Lausanne beteiligt war. Mindestens wußte sie als die Ehefrau eines der drei Mörder sehr genau Bescheid. Die Mörder sind entkommen, sie wurde verhaftet, aber gegen eine mäßige Kaution in Freiheit gesetzt Ihre Frei» laffung hat sie nun benutzt, um sich mit Hilfe der sow- jetrussischen Handelsdelegation außer Landes zu be­

geben. Die Sowjetrussen hatten ihr einen starken Wagen zur Verfügung gestellt, so daß es ihr gelang, nach einem Besuch der «owjetbotschaft die sie stän­dig verfolgenden französischen Aufsichtsbeamten ab­zuschütteln.

Damit ist die lange Liste der ungesühnten GPU- Verbrechen in Frankreich um ein weiteres verlän­gert worden. Soweit die französische Polizei nicht elbst marxistischen Einflüssen zugänglich ist, muß ie eine ganze Organisation diplomatisch und be­hördlich geschützter fremdländischer Schwerverbrecher im eigenen Lande nicht nur dulden, sondern auch

NSG. Bereits im vorigen Jahre hatte Gauleiter Sprenger damit begonnen, auch dem gesell- chaftlichen Leben, das in der Gemeinschaft und in der Kameradschaft des nationalsozialistischen Volkes eine neue Grundlage gefunden hat, eine neue Form zu geben. Am Dienstagabend hatte er zum zweiten Male die Vertreter der Kriegsopfer, der Opfer der Arbeit und der Alten Garde zu einem geselligen Abend mit den Führern der Partei, des Staates und den Offizieren der Wehrmacht einge­laden. Im Palmengarten in Frankfurt am Main konnte der Gauleiter außer den zahlreichen Kriegs­opfern, Opfern der Arbeit und Männer der Alten Garde die führenden Männer im Gau Hessen-Nassau begrüßen. Es waren anwe- end: der Stellvertretende Gauleiter Linder, Staatssekretär Reiner, SA.-Obergruppenführer Beck er le, ^-Obergruppenführer Hilde­brandt, SA.-Gruppenführer F u ft, Oberstarbeits- ührer Faatz, Gebietsführer Brandt, Obergau- ührerin Riefe, die Generale Leeb, Oswald, Millich und Regierungspräsident v. Pfeffer.

Zu Beginn des Gemeinschaftsabends führte der Gauleiter folgendes aus:Wenn wir einen Quer- chnitt durch das Geschehen der Gegenwart ziehen, ällt im gesellschaftlichen 'Leben ein gewisser Rück- tanb auf. Die Baten des Führers, die plastisch den Nationalsozialismus verwirklichen: die Auto­bahnen, die Neugestaltung Berlins, die Bauten in München, die Ordensburgen und HJ.-Heime ind Denkmäler für die Jahrhunderte. Das Staats­eben ist neugeordnet und der Nationalsozialismus gestaltet eine neue Wirtschaft. Neben diesen schon heute sichtbaren Zeichen des Nationalsozialismus müssen wir auch das gesellschaftliche Le­ben anpacken. Im Vorjahre haben wir im Gau Hessen-Nassau den Anfang gemacht. Wir wollen dem Volk als Repräsentanten die Männer in Er-

Berlin, 1. Febr. (DNB.) Die Hi tfe r-I u^ gend beginnt in Zusammenarbeit mit dem Reichs- minifteriu'm für Volksaufklärung und Propaganda und dem Reichsnährstand eine Werbeaktion ü r d i e N a ch w u ch s s ch u l u n g in den ländlichen Berufen. Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung, Dr. S y r u p , schreibt zu diesem brennenden Problem: Eine der wichtigsten Auf­gaben des Vierjahresplanes ist die Sicherung derNahrungsfreiheit unseres Volkes. Abge­schnitten von wichtigen Rohstoffquellen der Welt, auf verkleinertem Raume und damit mit unge­wöhnlich hoher Bevölkerungsdichte muß Deutsch­land alle Kräfte regen, um sich aus eigener Scholle zu ernähren. Umfassende Pläne, wie die Trocken­legung von Mooren und Sümpfen, die Urbar­machung von Einöden und Bruchland, die Ein­deichung an der Meeresküste wurden in Angriff genommen und zum Teil schon vollendet.

Ls fehlt ab er an Händen, d i e den Boden bearbeiten, die pflügen, säen und ernten, die die Tiere pflegen und hüten und die Arbeiten des bäuerlichen Haushaltes verrichten. 3 n der deutschen Landwirt­schaft find wenigstens 100 000 männliche und weibliche Arbeitskräfte zu wenig vorhanden. Es ist daher dringendstes Gebot der Stunde, ihr Arbeitskräfte und jugendlichen Nachwuchs zuzuführen.

Landarbeit ist. Arbeit für Deutschland! Die deutsche Jugend muß wieder hinausgehen und Bauern- und Landarbeit erlernen. Dies ist möglich, denn im Dritten Reich ist die Bauernarbeit wieder gelernte Arbeit geworden, genau so wie die des Handwerkers, des Industrie-Fach­arbeiters und des Kaufmannes. Der Reichsnähr-

In Kairo und Alexandrien ist b e r 18. inter- nationale Baumwoll-Kongreß zusam­mengetreten. Zum drittenmal wird diese wirtschaft­liche Veranstaltung von internationalem Rang i n Aegypten, dem Ursprungsland der Baumwolle, abgehalten. Wenn irgendwo in der Welt von Baumwolle gesprochen wird, dann denkt man an Aegypten, das in seiner Baumwollkultur über die Tradition von vielen Geschlechtern verfügt. Aegyp- tische Baumwolle bedeutet auch heute noch höchste Qualität. Schon vor 400 Jahren, als die Handels­kontore der Fugger und Welser von Venedig aus den Orienthandel beherrschten, war die Baumwoll­faser ein in seiner Güte bekanntes und wegen sei­ner vielfachen Verwendungsfähigkeit begehrtes Handelsgut. Das heute gebrauchte WortK a t - t u n" ist die arabische Bezeichnung für Baumwolle. Später sind um die Beherrschung der Baumwoll- Rohstoff-Gebiete heftige internationale Fehden aus- aefochten worden und alle Lander haben ihre An- strengunaen darauf gerichtet, den Baumwollmarkt zu beeinflussen. Seit einer ganzen Reihe von Jah­ren besteht auf diesem Gebiet eine internationale Zusammenarbeit, di^ sich allmählich nach der Grün­dung des Internationalen Baumwoll-SpinNer-Ver- bandes herausgebildet hat. Die periodisch abgehal­tenen Kongresse geben einer großen Anzahl von Wirtschaftsführern aus allen Industrieländern der Erde Gelegenheit zu Aussprache und praktischer Arbeit.

Der letzte Kongreß hat 1935 in Rom stattge­funden. Damals konnte über die wichtige Frage der Verpackung amerikanischer Baum­wolle eyie Uebereinfunft erzielt werden, die schon ihre Früchte getragen hat. Die Beauftragten des internationalen Verbandes bereifen die Baumwoll­bezirke und sorgen in Zusammenarbeit mit den Er-

Verbrechen auf Verbrechen begehen lassen. Erfah­rungsgemäß werden die Erhebungen im entschei­denden Augenblick von oben her abgestoppt; davor ist man ja nicht einmal nach dem Königsmord von Marseille zurückgeschreckt, auf dessen Sühnung Ju­goslawien heute noch vergeblich wartet. Aus diesem Tatbestand geht also eindeutig hervor, daß die bol­schewistische Korruption und der bolschewistische Ein­fluß in Frankreich bis in die maßgeblichen Regie­rungsstellen hinein noch viel größer ist, als im all­gemeinen angenommen wird. L. B. R.

innerung bringen, die Opfer für i h r Volk gebracht haben. Wir wollen vermeiden, daß uns aus vergangenen Zeiten Ueberfommenes auf einen falschen Weg bringt. Das ganze Gesellschafts­leben hat einen neuen Boden erhalten! Alle Deutschen sind Kameraden ohne Unter­schied. Allgemein gesehen haben wir schon die be­sten Möglichkeiten. Im Theater und im Konzert ist Raum für alle und sie können nod^ vielerlei Dinge finden. Die Veranstaltungen in diesem Sinne müssen eine Selbstverständlichkeit für das Volk werden. Wir müssen uns mehr an den Veranstal­tungen der NS.-GemeinschaftKraft durch.Freude" beteiligen, bann qrirdKdF." das gesellschaftliche Leben immer mehr an sich saugen. Die Partei hat daneben die Verpflichtung, dem Volk seine wah - ren Repräsentanten vorzustellen. Alljährlich sollen deshalb die Männer, die ihr Opfer durch die Tat bewiesen haben, dem ganzen' Volke in Erinne­rung gebracht werden: die Kriegsopfer, die mit dem Blut ihr Vaterland verteidigten, die A r - beits Opfer, die still in der täglichen Arbeit einen Schaden erlitten und die 21'1 te Garde, die um Deutschlands Erneuerung gekämpft hat. Im nächsten Jahre werden diese Abende auch in den Kreisen stattfinden. Sie werden zum Ehrentag für jeden deutschen Mann und jede deutsche Frau, die etwas für ihr Vaterland geleistet haben. Sie sollen nicht nur als Vertreter hier fein, sondern eng mit den führenden Männern in Berührung kom­men, Beziehungen anknüpfen und pflegen.

Der Gauleiter^schloß mit dem Wunsch, daß diese Gemeinschaft sich" dann auf die breite Masse des gesamten Volkes üb ertragen solle. Der Abend, den ein buntes Programm bereicherte, war in seiner vorbildlichen Vereinigung der ein­fachen Männer des Volkes mit den Führern ein lebendiger Ausdruck der neuen Gemeinschaft.

stand hat zu diesem Zweck eine geordnete und plan­mäßige Grund lehre mit anschließender G e - hilfenze.it geschaffen. Dieser bäuerlichen beruf­lichen Ausbildung sollten sich immer mehr Jugend­liche zuwenden, damit künftig dem deutschen Volke für die Bestellung der Felder und die Einbringung der Ernte dauernd ein beruflich gut ausgebildeter Stamm an landwirtschaftlichen Facharbeitern zur Verfügung steht und es nicht mehr notwendig ist, zur Saat- und Erntezeit fremde Arbeitskräfte hereinzuholen.

Die Führerauslese der HI.

Garmisch-Partenkirchen, 2. Febr. (DNB.) In Hammersbach sprach der Jugendführer des Deutschen Reiches zu den Personalabteilungsleitern und -leiterinnen der Gebiete und Obergaue über die Führerauslese. Die natürliche Auslese der Kampfzeit müsse heute durch systematische Erziehung eines instinktsicheren Führerkorps, das von dem Ordnungsgesetz der Revolution durchdrungen sei, er­setzt werden, dieses Werk beginne in der Jugend, in den entscheidenden charakterbildenden Jahren seien zur Führung Berufene und Befähigte richtig einzufetzen. Fern vom Alten wachse ein Geschlecht heran, ganz erfüllt von den tragenden Ideen der neuen Zeit. Völlig befreit von den Belastungen einer alten Welt wachse der nationalsozialistische Staat heran, deren letzter und idealster Erfüllung zu dienen das Glück und die Sendung des Jugend- führers fei. Als Führerin des neuen B D M. -- Werkes Glaube und Schönheit fei das sporttrainierte, geschulte Mädel, insbesondere die bewährte Sportwartin des BDM berufen. Glaube und Schönheit seien zwei Mächte, die, im Menschen miteinander verbunden, eine gesunde Nation, ein glückliches und die Welt bejahendes Geschlecht heranbilden würden.

zeugern für ständige Qualitätsverbesserungen. Sv hat sich herausgestellt, daß die berieselten Baumwollzonen verglichen mit denen vor der Berieselung eine fast doppelte Ernte erbringen. Heute sind rund drei Viertel der Erdoberfläche für den Baumwollanbau mehr ober weniger geeignet. Führend in der Baumwollproduktion waren schon vor dem Weltkrieg die USA. Im Jahre 1913/14 hat die gesamte Weltproduktion 22,9 Millionen Ballen ausgemacht, wovon 14,6 Millionen Ballen oder 64 v. H. auf die Vereinigten Staaten entfielen. Den höchsten prozentualen Anteil erreichten die USA. 1921/22, die höchste absolute Produktion im letzten Jahre 1937/38. Bei einer Gesamtproduktion von 38,4 Millionen Ballen stammen 18,7 Millionen Ballen oder 49 v. H. aus USA. Die weltwirtschaft­liche Krise 1929/1933 hat auch den Baumwollmarkt stark beeinflußt. Die außeramerikanischen Baum­wollproduzenten haben nach der Verbrauchsbelebung stark aufgeholt, aber der Rückgang der Preise, der bereits 1927 einsetzte, ist nur verlangsamt worden. 1925 hat der amerikanische Baumwollpreis 30 Cent betragen, während er heute nur noch 4,50 Cent ausmacht oder 15 v. H. des Standes vor 12 Jahren. Bei Berücksichtigung der Abwertung des Dollars und der Produktionssteigerung in den letzten Jahren bedeutet das im ganzen einen Rückgang der Roh­einnahmen der amerikanischen Baumwollproduzen- ten auf ein Drittel.

In Deutschland dürfte es besonders interessieren, daß der 18. Kongreß in Aegypten unter der Prä­sidentschaft des Leiters des Deutschen Baum- wollspinner-Verbandes, Dr. Hendrik van Del- d e n , abrollt, der zur Zeit auch Präsident des In­ternationalen Baumwoll-Spinner-Verbandes ist. Außerdem hält der Direktor der JG.-Farben-Jn- dustrie-AG., Heinz van Beek, zum ersten Male

auf einem Baumwollkongreß ein Referat über öie Zellwolle:Vistra und Baumwolle zwei Freunde". Durch diesen Vortrag wird inter­national unterstrichen, daß die Zellwolle als ein Rohstoff von völlig eigener Prägnanz in einem Siegeszug ohne Gleichen die ganze Welt erobert hat. 1934 hat die Weltproduktion an Zellwolle etwa 23 200 Tonnen betragen, 1937 aber fast 200 000 Tonnen. Bemerkenswert ist dabei, daß ge­rade auch die Länder, denen die Produktion an Baumwolle und Wolle ohne Einschränkung zur Verfügung steht, an der Erzeugung und an dem Verbrauch der Zellwolle wesentlich beteiligt sind. Es hat sich eben herausgestellt, daß durch die Zellwolle die Umsatzmöglichkeiten im gesamten Textilbetrieb gesteigert werden, besonders im Hinblick auf die modische Entwicklung. Die Zellwolle hat einige Eigenschaften, die der Baumwolle fehlen, darunter die unbedingte Gleichmäßigkeit der Faserlänge, die vollkommene Reinheit der Flocke, den bleibenden Seidenglanz und die sehr hohe Festigkeit. Deshalb ergänzen sich Baumwolle und Zellwolle und werden wahrscheinlich einen gemeinsamen wirtschaft­lichen Weg zurückzulegen haben.

Im kontinental - europäischen Baumwollgeschaft nimmt die Bremer Baumwollbörse die erste Stelle ein. Um die Mitte des vorigen Jahr­hunderts begann Bremen die niederländischen Ein- uhrhäfen allmählich abzulösen. Schon im Jahre 1860 konnten über Bremen rund 130 000 Ballen noramerikanische, 25 000 Ballen ostindische, 2400 Ballen westindische und etwa 300 Ballen südame­rikanische Baumwolle eingefAhrt werden. In der 60er Jahren wurde die Baumwoll-Lagerhaltung ausgebaut und die Anzahl der Firmen wuchs, die sich mit dem Baumwollhandel befaßten. Der nord­amerikanische Bürgerkrieg brachte zwar eine Stockung, aber bann ging es wieder aufwärts. 1872 wurde dis Brem^ Baumwollbörse gegründet, deren Geschäftsgebräuche auf dem ganzen Kontinent unter der BezeichnungBedingungey der Bremer Baumwollbörse" Anerkennung gefunden haben. Das, Arbeitsfeld der Bremer hat sich dann bis zum Ausbruch des Weltkrieges immer mehr erweitert. 1913 wurde auch die Bremer Termin-Börse errich­tet. Im Durchschnitt der letzten 5 Vorkriegsjahre sind von USA. über Bremen 2 282 000 Ballen ge­leitet worden gegen 2370 Millionen Ballen nach dem ganzen übrigen kontinentalen Europa. Die großen Baumwollhäuser Bremens haben nach dem Weltkrieg eine schwierige Aufbauarbeit durchfüh- ren müssen. 1926/27 konnten bereits wieder 2 854 000 Ballen im Bremer Hafen gelöscht wer­den. Der alte hanseatische HandelsgeistButen und Binnen Wagen und Winnen" hat sich durch­gesetzt. Er wird auch in kommenden Zeiten eine ent­scheidende Rolle im Wirtschafts- und Handelsleben spielen. H. D.

Hessens Finanzen 1936.

LPD. Darmstadt, 1. Febr. Nach dem Jahres­ausweis betrugen die Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen im Rechnungsjahr 19 3 6 (Beträge in 1000 Mark): A. Ordentlicher Haushalt: I. Einnahmen: Steuern a) Reichs- ftouern (in Klammern Jahressoll) 43 300 (42 501), b) Landessteuern 31 487 (29 420) (bei den Reichs­steuern nach Abzug der Einbehaltungen für den Uebergang der Rechtspflege auf das Reich). Davon ab Ueberroeifungen an die Gemeinden (Gemeinde- verbände) 18 729 (18 118), so daß verbleiben 56 058 (53 803). Überschüsse der Betriebe 11 730 (10 532), davon ab Zuschüsse an Betriebe 6907 (6747); es ver­bleiben 4823 (3785). Sonstige Einnahmen: a) Rechtspflege (einschl. Strafvollzug) nichts, b) Schul­wesen, Wissenschaft, Kunst und Kirche 8270 (8326), c) übrige Landesverwaltung 25 010 (33 193). Ein­nahmen insgesamt 94161 (99 107) abzüglich der Steuerüberweisungen an Gemeinden usw. und der Zuschüsse an Betriebe. II. Ausgaben: 1- Allge­meine (innere) Verwaltung (einschl. Polizei) 8100 (8974), 2. Rechtspflege (einschl. Strafvollzug) nichts, 3. Verkehrswesen (Straßen, Wege, Wasserstraßen usw.) 5 (3587), 4. Schulwesen, Kunst und Wissen­schaft, Kirche 31 652 (32 599), 5. Soziale Maßnah­men und Gesundheitswesen 9617 (9544), 6. Woh­nungswesen 2426 (£808), 7. Schuldendienst 10 461 (7664), 8. Ruhegehäjter (soweit im Haushalt zentral nachgewiesen) 16 199 (16 205), 9. sonstige Ausgaben 14 050 (17 726); Ausgaben insgesamt 92 510 (99 107).

B. Außerordentlicher Haushalt: I. Einnahmen insgesamt 1900 (darunter Anleihen nichts). II. Ausgaben: 1. Landeskultur und land­wirtschaftliches Siedlungswesen 1021, sonstige Aus­gaben der Hoheitsoerwaltung 124, Zuschüsse und Neuinvestierungen für Betriebe und beim Vermögen 755 (darunter Domänen und Forsten 8, Verkehrs­betriebe 710, Elektrizitätsversorgung 37); Ausgaben insgesamt 1900.

Ostasien und die Mächte.

Japan erkennt nachAusbruch desKonftittes zwischen Tschiangkaischek und dritten

Ländern eingegangene Vereinbarungen nicht an.

Tokio, 2. Febr. (DNB. Funkspruch.) Im Unter­haus war folgende Frage eingegangen: Die Zen­tralregierung Chinas hat England, Amerika und Frankreich ersucht, sie in Form von Kriegsmateriallieferungen, Anleihen und mit Geheimabkommen z u unterstützen. Wie stellt sich die japanische Regierung zu den besonderen Interessen und Rechten der genannten Mächte, die sie für diese Hilfeleistung wahrscheinlich erhalten würde? Außenminister H i r o t a antwortete: Selbst­verständlich kann Japan keinerlei Vereinba­rungen zwischen der früheren chinesischen Zentral­regierung und dritten Mächten anerkennen. Um so weniger als der Widerstand der Zentralregierung gegen Japan durch Anleihen oder Kriegsmaterial- lieferungen dritter Staaten verlängert wird. Die Frage, ob noch Beziehungen Japans zu Tschiang-' kaischek beständen oder ob mittelbare Friedensver­handlungen weitergingen, wurde verneint und er­klärt, man müsse die Lage im Fernen Osten mehr vom politischen als vom rechtlichen Standpunkt aus betrachten.

Kommandeur-Konferenz der englischen Wehrmacht.

London, 2. Febr. (DNB.) Im Zuge der Neu­organisation der britischen Streitkräfte hat Kriegs­minister Hore-Belisha einen neuen Rat der Kommandeure des britischen Heeres geschaffen. An den Kommandeur-Konferenzen, die unter dem Vor­sitz des neuernannten Chefs des Generalstabes, Lord C o r t, im Kriegsministerium stattfinden, neh- men hohe Offiziere und Mtarbeiter des Kriegs­ministeriums und des Generalstabes teil. Im Mit­telpunkt der Konferenzen steht die Verbesserung und

Eine neue Form des Gesellschastslebens

Landarbeit ist Arbeit für Deutschland."

Präsident Syrup über den Nachwuchs in der Landwirtschaft.

Kattun und Zellwolle ergänzen sich.

Zum 18. internationalen Baumwoll-Kongreß.