Ausgabe 
1.10.1938
 
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Sehersweg Nr. 67

Telephon Nr. 3170

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behaupten die Solinger. Da mögen sie recht haben, denn es gibt heute noch industrielle Werke hier, an die die Eisenbahn nicht herankommt. Erst der Motor hat sie an die neueste Zeit unmittelbar an­geschlossen. Das kann auch die älteste Papiermühle Sagen berg bei Solingen -von sich behaupten. Sie liegt am Zusammenfluß der Wupver mit dem Elauberger Bach, in einem Tale. Früher besorgten Esel den Transport der fertigen Papiere und Kar­tons zur nächsten Bahnstation und brachten auch von dort die notwendigen Grundstaffe für die Pa­pierbearbeitung: Altpapier und Lumpen, aber auch alte Manilataue, aus denen dann die sogenannten Manilapapiere entstanden. Heute ist der Transport auch noch ein wenig abenteuerlich; man staunt im­mer wieder'über, die mächtig wirkenden Züge, die auf Lastwagen-Chassis Eisenbahnschienen tragen, auf denen wieder die Waggons der Reichsbahn von den Laderampen der Güterbahnhöfe aus unmittel­bar an die Laderampe des Fabrikhofs gefahren werden.

Legende und Sage haben sich dieser alten Mühle bemächtigt, in der die Gefolgschaft zum Arbeitsbeginn,

Aus einer alten Papiermühle.

.Wenn der liebe Gott bei der Erschaffung

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zum Mittag und zum Feierabend mit einer alten Glocke gerufen wird, die die Inschrift trägt: .^Jo­hannes Soter Papiermacher 1585." Aber die Mühle ist Ater, denn hier ließ genannter Johannes Soter schon 1537 bis 1542 wissenschaftliche Werke drucken. Er war auch der Drucker seiner eigenen wissenschaft­lichen Arbeiten. Entstanden sein soll die Mühle in der Zeit Luthers, als Mönche, die seiner Lehre an­hingen, hier Zuflucht suchten und heimlich Bibeln druckten. Man hat auch eines Tages im Altpapier einen-Homer gefunden, der 1540 in dieser Mühle gedruckt worden war. Wer mag diesen kostbaren Besitzentrümpelt" haben?

Heute ist die Papiermühle des nachmaligen Herzoglich-Jülich-Bergischen Erbpapiermeisters und Kaufhändlers" eine mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestattete Fabrik und trägt doch den NamenMühle" mit Recht, denn derStoff" wird, wie in alten Zeiten,gemahlen", wepn auch nicht mchr allein aus Altpapier und Lumpen, sondern aus Holzschliff. Aber der Werdegang des Papiers ist im Prinzip noch der gleiche, nur mit dem Un­terschied, daß die Tätigkeit der Hand von der Ma­schine übernommen wurde. Das Handwerk der Pa­piermacher dieweiße Kunst" die erst mit dem Aufschwung derschwarzen Kunst", der Buch­druckerei, in Schwung kam, .verlangt neben aus­gezeichnetem Können auch echte Liebe zum Beruf, und so zog sich die alte Mühle einen Stamm von Handwerkern heran, die schon seit vielen Gene­rationen mit dem-Werk verbunden sind. Wenn auch viele Gefolgschaftsmitglieder heute auf Motorrädern kommen, weil das enge Tal nicht Raum hat für älle, so ist doch immer noch ein großer Teil der Belegschaft beim Werke ansäffig, und dieselbe alte Glocke ruft heute wie vor dreihundert Jahren zum Schaffen und zum Feierabend.

ten, waren die ersten schon vor unseren Gräben und gröhlten uns zu. Damals im Morgengrauen da war Martin Butz neben mir. Als mein Trom­peter.

Martin", sagte ich.Du mußt jetzt höllisch acht- geben, denn es geht um mehr als unser Leben. Und wenn ich dir sage: Blase dann bläst du und dann werden wir schön über den Rufiji gehen, und diese Braunen können sich von mir aus in Delhi beschweren. Verstanden?"

Martin grinste. Er grinste immer, und er wird in seiner letzten Stunde auch grinsen.Verstanden", meinte er und putzte gerade sein Gewehr.Aber die andern sind noch nicht drüben, und wenn wir zurückgehen, werden sie in einen Topf fallen, in dem es verdammt heiß sein wird, während wir hier bleiben"

Martin", sag ich> streng,das war ein Befehl! und was das andere anbelangt, so ist das Ge- sckwätz. Und wenn du-meinen Befehl nicht befolgst, schieß ich dir eine Kugel vor den Kopf, denn wir sind, wie du ja wissen wirst, im Krieg" und in dem Augenblick begann ein indisches Maschinenge­wehr zu bellen, und wir hatten alle Hände voll 3U tun, um die braunen Teufel zu Schiwa zu schicken. Ich sage Ihnen, Wiesner, es war eine schwere Sache, denn vor uns tauchten immer neue Feinde auf und ich mußte doch zurück, und gerade als wieder eine Afrikander-Gesellschaft einhertrabt und sich entwickelt, schrie ich:Martin, jetzt ist's Zeit. Jetzt blase Feuer einstellen und zurück."

Eine Minute vergeht und eine Zweite ich springe hinüber, wo mein guter Martin gerade sorg­fältig zielt; die Pistole war in meiner Hand; da wendet sich der Kerl seelenruhig um, grinst und sagt: ,/Jch kann nicht blasen" und schiebt mir seine Trompete unter die Nase; da saßen drei Schuß darin, schön tief, die hatten das Zeugs zerfetzt.

Verdammt! Und was jetzt?"

Na ja", meinte Martin und streichelte liebevoll fein Gewehr,jetzt sollen wir eben kämpfen denn ohne Signal kriegen wir die Leute nicht zurück und das Ganze ablaufen geht doch auch nicht aber blasen kann ich nicht."

Diesner hob interessiert den Kopf.Mit einem Wort Sie mußten kämpfen?"

Und Hasse nickte.Es.blieb nichts anderes übrig, und es war ein scheußlicher Kampf. Einer gegen vierzig, aber wir haben ihn bestanden, fern bestan­den, denn als wir um neun Uhr abends zurück- gingen, fiel nicht ein Schuß mehr. Am andern Mor­gen waren wir bereits tief im Süden, nenn kleine Armeen marschieren schnell und wir waren eine winzig kleine Armee.

40 Jahre in der Firma 3. D. Noll.

Heute kann der Prokurist Karl Heinrich Kuhl bei der Firma Joh. Balth. Noll, Zigarrenfabriken in Gießen, sein 40jähriges Arbeitsjubiläum begehen. Im Rahmen eines Betriebsappells sand die Ehrung des Jubilars statt, wobei ihm neben Geschenken der Betriebsführung, der Angestellten- und Arbeiter­schaft, die Ehrenurkunde der Deutschen Arbeitsfront überreicht wurde. Besonders hervorgehoben wurden sein Fleiß, seine hervorragenden Leistungen und die stete, tatkräftige Einsatzbereitschaft für Firma und Gefolgschaft.

Herr Kuhl, der im Jahre 1898 zu der Firma Noll kam, wurde im Jahre 1911 zum Prokuristen bestellt. Nicht nur in Fachkreisen, sondern auch sonst ist Herr Kuhl eine bekannte Persönlichkeit, da er sich auf vielen ©ebieten betätigt. So ist er seit 42 Jahren Mitglied und seit 29 Jahren Schriftführer

der

Welt schon die Eisenbahn gekannt hätte, dann wäre unser Land nicht so bucklig ausgefallen",

Von Alexander von Keller.

Wir saßen unter dem breiten Sonnensegel und sahen auf die langsam vorbeiziehende afrikanische Küste; undeutlich tauchten die Umrisse der Insel Pemba auf hinter der Tanga lag, die kleine Stadt mit dem großen Namen. Wiesner seufzte. Er war damals dabei gewesen an jenem denk­würdigen Tag des Jahres 1914, als hundert Deutsche zehntausend braune Inder vor sich hertrieben, und wilde Erinnerungen an eine große Zeit waren in seiner Seele.

Der Stewakd ein kleiner, untersetzter Mann mit einem verschmitzten Lächeln auf dem breiten Gesicht trabte über Deck, und Wiesner beobachtete ihn ärgerlich.

Olaf Hasse lachte.Sie mögen den Mann an­scheinend mcht", sagte er,aber Sie sind ungerecht, Wiesner. Er war auch dabei."

Wiesner schüttelte sich ärgerlich.Dabei dabei", sagte er,Etappe oder sonst wo an der sicheren Küste. Sehen Sie sich ihn nur an, wie er geht, der Kerl hat kein Mark in den Knochen und immer dieses Lachen!"

3a." Olaf Hasse nickte ernst.Er lacht immer, das ist so seine Eigenheit, aber vergessen Sie nicht, er hat apch bei Tanga gelacht, als er mit zwei Bier­flaschen gegen die verdammten Inder losging, als das Maschinengewehr gehemmt war und am Rufiji; waren Sie am Rufiji? Ah, ja, Sie haben sich damals mit den Australiern im Norden herum­gerauft, aber wir hatten am Rufiji auch nichts zu lachen und wenn dieser kleine, ewig grinsende Mar­tin Butz, damals nicht bei uns gewesen wäre Mann, ich weiß nicht, ob ich nicht heute irgendwo hinter den Wolken säße und aus dem Nebelheim auf diese Erde herabsähe."

Der Steward huschte wieder vorbei, und Wiesner schloß die Augen aber Hasse nickte ihm zu.

.Miesner", sagte er nach einer Weile,Sie wissen ja, wie alles war und ich brauche Ihnen nicht viel zu erzählen. Wir sind damals über den Rufiji gegangen in sieben Kolonnen, und der gute Lettow, der der Ansicht war, daß alles bereits drüben war, ließ uns sagen, wir sollten uns nicht mehr herumraufen und ihm folgen."

Genau dasselbe wie später am Rowurna", warf Wiesner ein und nickte.

Halle betrachtete angelegentlich die fernere Küste. .Na ja", sagte er endlich bedächtig,es war das­selbe und doch wieder nicht dasselbe, aber wer . konnte sich in dem verdammten Busch auskennen? Und als uns der.alte Lettow den Befehl gab, waren noch sechs Kolonnen nördlich des Flusses und die

mußte kämpfen, denn es gab keinen anderen "Aus- roeg, und daß die Trompete zerschossen wurde, Herr, dafür kann ich nichts."

Der andere lachte, daß er fast vom Pferde fiel. Von einer Trompete weiß ich nichts, aber sie haben sechs unserer Kolonnen gerettet, denn wenn Sie nicht den Feind auf sich gezogen und hingeh alten hätten, wäre es mit der Armee aus gewesen. Das wollte ich sagen."

So was. Ich nahm meinen schmutzigen Tropen­hut und wollte ihn eben vor lauter Freude auf den Boden hauen, da kommt mein kleiner Mützke ein­her, mein Unteroffizier, den ich seit Rufiji nicht mehr gesehen hatte,, und stellt sich vor mich hin und schnarrt:Herr Oberleutnant! Ich hab es nicht früher bereinigen können, aber es muß bereinigt werden, und der Martin Butz muß auf dreißig Tage ins Loch fliegen, wenn wir mal Ruhe haben."

Warum denn?" frage ich neugierig.

Weil er", meint Mützke wütend,am Rufiji seine schöne neue Trompete zerschossen hat; jawohl selbst zerschossen. Vor drei Zeugen, und dann hat er sie auf den Boden gehauen und gesagt:Und jetzt soll mal einer Rückzug blasen, wenn er kann!"

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Zeitschriften.

Im Jahre 1854 konstruierte ein englischer Chemiker den ersten Atemschützer, der gegen Gelbes Fieber, Cholera unb ähnliche luftverseuchende Krankheiten schützen sollte. DieserRespirator" kann als Vorläufer der heutigen Gasmasken ange­sehen werden. Trotzdem mußten im Weltkrieg un­sere Gasschutz-Chemiker ganz von vorn anfangen, denn die englische Erfindung war in Vergessenheit geraten. Wie der erste deutscheMundschützer Etappe Gent" aussah, der nur aus einem Putz­wollebausch im Mullbeutel bestand, mie er ent­wickelt wurde, wie sich unsere Gegner schützten und wie die heutigen Gasmasken arbeiten, das erzählt ein fesselnder Bildbericht im neuen Heft derSi - r e n e", der Luftschutz-Illustrierten. Das Heft bringt' außerdem eine ganze Reihe aufschlußreicher Bilder­artikel und die Mitteilungen des Reichsluftschutz-

des Kaufmännischen Vereins und seit vielen Jahren Kreisverbandsführer der deutschen Stenoaraphen- schaft., Als staatlich geprüfter Kurzschriftlehrer be­tätigt er sich noch heute beim Gießener Ortsverein, dessen Ehrenmitglied er ist. Außerdem arbeitet Herr Kuhl in verschiedenen Prüfungsausschüssen der Han- Msfammer mit.

Möge es dem Jubilar vergönnt sein, bei bester | Gesundheit, sein reiches Wissen und Können noch viele Jahre in den Dienst seiner Firma und des r Volksganzen zu stellen und seinen Mitarbeitern weiterhin ein vorbildlicher Berater und Kamerad zu sein. Dem geschätzten Jubilar gelten auch unsere herzlichen Glückwünsche.

25 Jahre im Gießener polizeidienff.

Am heutigen 1. Oktober 1938 kann der Kriminal- fefretär Karl Hofmann. in Gießen auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Polizei in unserer Stadt zurückblicken. Herr Hofmann diente von 1908 bis 1913 in der Leibkompanie des Jnf.-Rgts. 168 in Butzbach. Dann trat er am 1. Oktober 1913 in Gießen in den Polizeidienst ein. Bei Ausbruch des Weltkrieges eilte 'er sofort zu den Fahnen. Von 1914 bis 1918 stand er im Felde, zuletzt als Offi­zier-Stellvertreter. Seine Verdienst um Volk und Vaterland fanden durch die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, der Hessischen Tapferkeits­medaille, des Hessischen Kriegsehrenzeichens in Eisen und des Ehrenkreuzes für Frontkämpfer wohlver­diente Anerkennung; ferner trägt er als äußeres Zeichen feines Blutopfers für das Vaterland das i Verwundeten-Abzeichen. Nach dem Kriege kehrte ' er in den Polizeidienst in Gießen zurück, wo er am 1. Oktober 1921 zur Kriminalpolizei verletzt und am gleichen Tage zum Kriminal-Hauptwachtmeister ernannt wurde. Am 1. April 1927 erfolgte feine Ernennung zum Kriminal-Sekretär. Im Jahre 1930 bestand er die Prüfung als Polizeikommiffar. Seit April 1935 ist er an der Spitze einer Abteilung bei der Bearbeitung wichtiger Pollizeiaufgäben tätig.

Der Jubilar kann sich an feinem heutigen Ehren­tage mit besonderer Freude der Tatsache erinnern, ' daß er in weiten Bevölkerungskreisen große Wert­schätzung genießt. Seinen Polizeikameraden bekun-- dete er allezeit vorbildlichen Gemeinschaftssinn i^id zuverlässige Kameradschaft, den in feiner Abteilung tätigen Kameraden war er stets ein gerechter, so- | wohl im Dienste, als auch außerhalb der Amts- i stuben vorbildlicher Vorgesetzter. Für die vielerlei Anliegen der Bevölkerung zeigte er jederzeit Ver- . ständnis und Entgegenkorymen, soweit seine Amts­pflichten es nur irgendwie zuließen. Er verstand es, mit Strenge vorzugehen, wenn andere Mittel und Wege zur Erfüllung feiner Pflichten nicht mög­lich waren, lieber war es ihm jedoch, wenn er mit menschlichem Entgegenkommen und mit physiolo­gischem Einfühlungsvermögen in die Lage des an­deren, gegebenenfalls mit Nachsicht zum Ziel feiner Pflicht gelangen konnte. So hat er es allezeit ver­standen, feine Aufgabe als Polizeibeamter in d e m Sinne zu erfüllen, wie es unter dem Gesichtswinkel

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