Ausgabe 
1.10.1938
 
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eine en!

Ganz London umjubett Chamberlain

ten 1. Oktober geblieben mit der Maßgabe, daß die Besetzung von fünf im einzelnen bezeichneten Ge-

Begeisterter Empfang Oaladiers in Paris

!durchgemacht haben. Die beiden Völker müsse n ' sich herzlich verständigen, und ich bin

tz

zu leben wünsche.

So schlägt heute dem Sudetendeutschtum die Stunde der Freiheit. Ein Volkstumskampf, der weit zurückreicht in die Geschichte Bödmens, der bereits in der österreichisch-ungarischen Monarchie zu wach- sender Erbitterung, bedrohlichsten Spannungen und schwersten Erschütterungen des ganzen Staatsge­füges geführt hatte, der schließlich in den zwanzig Jahren des Bestehens der tschecho-slowakiichen Re­publik trotz aller ernsten und aufrichtigen Be­mühungen der Sudetendeutschen um einen gerech­ten, ihre Lebensnotwendigkeiten sichernden Aus­gleich dmsch den fanatischen Haß und die verblen­dete Überheblichkeit der andern Seite in ein Re­gime beispielloser Unterdrückung und Verelendung mündete, dieser Kampf, in dem viele Hunderte deut­scher Volksgenossen Freiheit und Leben, $)ab und Gut ihrer Treue zum angestammten Volkstum ge­opfert haben, ist beendet durch den Sieg des Selbst­bestimmungsrechts der Völker. Der gleiche Grund­satz. der im Munde derGroßen Vier" von Ver­sailles einst zur heuchlerischen Phrase geworden war, um nach ihren selbstsüchtigen Interessen Eu­ropa ein neues Gesicht zu geben, das sich gegen Deutschland wenden sollte, der gleiche Grundsatz ist zwanzig Jahre später von den anderenGroßen Vier" in München von allen Verfälschungen ge­reinigt Leitgedanke für den Aufbau eines neuen Europa geworden. Daß Versailles auch in diesem Punkt überwunden ist und die Revision auf fried­lichem Wege durchgesetzt werden konnte, ist das überragende Verdienst unseres Führers, dessen zähe

Ich will nur zwei Dinge sagen. Während die­ser angstvollen Zeilen haben meine Fran und ich unzählige Briefe erhallen, Briefe voll von Unterstützung, Zustimmung und Dank­barkeit, und ich kann Ihnen nicht sagen, welche Ermutigung sie für mich gewesen sind. Ich möchte dem englischen Volk danken für alles, was es getan Hal. Ferner möchte ich sagen, daß die Regelung der tschechoslowakischen Frage, die seht erreicht worden ist, nach meiner Ansicht nur ein Vorspiel ist für eine größere Regelung, durch die ganz Europa den Frieden finden möge." Bei diesen Worten des Ministerpräsidenten steigerte sich

Entschlossenheit, dessen unerschütterliches Selbstver­trauen und eindringliche Überzeugungskraft den ferneren Kamvf um die gute Sache T)'

siegreich zu^Ende geführt hat und inwiefern Kampf sich zu dem alten bewährten Verbündeten neue Freunde gewinnen konnte, mit denen zusammen er das Friedenswerk schaffen konnte, das so ver- heißungsvoll eine neue Epoche der Gemeinschaft der großen europäischen Nationen heraufführt.

Dr. Fr. W. Lange.

das allerdings mit einigen höchst angebrachten Vorbehalten, über die er sich im einzelnen aber nicht ausließ: Roosevelt tritt zum Wochenende sei­nen immer wieder hinausgeschobenen Erholungs­urlaub an.

der Beifall der Menge zu anhallenden stürmi­schen Zurufen. Chamberlain fuhr bann fort: Ich Halle heule morgen eine weitere Un­terredung mit Adolf Hiller und hier ist das Schriftstück, das seinen Namen neben dem meinigen trägt."

Das Scho in USA.

Präsident Roosevelt vom Münchener Abkommen sehr befriedigt.

heute. Franzosen! Laßt uns einig, ar­beitsam und stark bleiben, das liegt im Interesse aller Völker und des Friedens in der Welt!"

Dann bestieg Daladier den Kraftwagen, und wie­der brausten aus Zehntausenden von Kehlen Hoch­rufe ihm entgegen. Stehend dankte er der Menge

Gefühlen und der Friedensliebe der deutschen Be­völkerung vermittelt habe.

r u n g ab: .. _ , .

Ich komme ans München, wo die Verhand­lungen gewiß schwierig waren, in der festen Ueberzengmzg zurück, daß die dort abgeschlos­senen Abkommen für die Aufrechter- Haltung des Friedens in Europa unerläßlich gewesen sind. Ich habe die Ge­wißheit, daß dank den Bemühungen für gegen­seitige Zugeständnisse und dank dem Geiste der Zusammenarbeit, der nicht aufgehöd bat, die Regierungschefs der vier Großmächte in ihrer Aufgabe zu beseelen, derFriede gerettet ist. Ich hoffe, daß, wenn wir einmal über diese gefährliche Klippe hinweg sind, wir die all- gemeine Regelung der großen europä- ischen Probleme ins Auge fassen können. Ich erinnere daran, daß, wenn dieses Ergebnis er­zielt werden konnte, dies dank der Disziplin, der Ruhe und der Entschlossenheit des franzö­sischen Volkes möglich war, das nicht aufgehöd hat, größte Kaltblütigkeit zu zeigen. Vas fran- zösische Volk ist niemals so sehr von den Groß­mächten geachtet und roedgeschätzt Morden rote

tums ihre Freiheit erhalten.

Besondere Schwierigkeiten hatte schon in den Vor­verhandlungen die Frage der Garantie der Un­versehrtheit des seiner sudetendeutschen Gebiete ent­ledigten tschecho-slowakischen Staates gemacht. Frankreich hatte bereits in dem englisch-französischen Vorschlag vorn 19. September seine Bündnispflicht auf den Fall eines unprovozierten Angriffs auf die nach Durchführung der Vorschläge neu festgesetzten Grenzen der Tschecho-Slowakei beschränkt. Und Eng­land war, um Prag die Annahme der Vorschläge verlockender zu machen, von seinem Grundsatz, keine weiteren Verpflichtungen auf dem Kontinent zu übernehmen, abgewichen durch das Anerbieten, ebenfalls die Garantie der neuen tschecho-slowaki­schen Grenzen zu übernehmen. Beide Mächte haben in der Münchener Uebereinkunft dies Anerbieten erneuert. Deutschland und Italien, die im Zeichen des Selbstbestimmungsrechts der Völker den Kampf um die Befreiung der Sudetendeutschen von tsche­chischem Joch geführt haben, waren natürlich nicht in der Lage, die gleiche Garantie zu übernehmen, bevor nicht das Problem der polnischen und ungari­schen Minderheiten in der Tschecho-Slowakei gelöst ist. Polen und Ungarn sind -ja bereits mit Prag in Unterhandlungen darüber eingetreten, um die Ab­tretung der polnischen und madjgrischen Volkstums- gebiste zu erreichen, freilich ohne daß die tschecho­slowakische Regierung bisher darauf eingeganaen wäre. Die vier Großmächte, denen an einer radi­kalen Ausräumung aller Konfliktsmöglichkeiten liegen muß, find deshalb übereingekommen, nach drei Monaten zur Besprechung dieses Problems erneut zusammenzutreten, wenn bis dabin noch keine Vereinbarung zwischen der Tschecho-Slowakei einerseits, Polen und Ungarn andererseits .zustande- gekommen sein sollte. Sobald auch diese Frage ge­regelt sein wird, werden auch Deutschland und Ita­lien bereit sein, die gleiche Garantie für die neuen Grenzen des tschecho-slowakischen Staates zu über­nehmen wie heute schon England und Frankreich. Es entspricht dies dem vom Führer wiederholt aus­gesprochenen Grundsatz, daß Deutschland nach der Rückkehr des Sudetendeutschtums zum Reich m Europa keinerlei territoriale Forderungen mehr habe, speziell auch nicht gegenüber dem tschechischen Volke, mit dem es für alle Zukunft in guter Nachbarschaft

glücklich, meine Kräfte dieser notwendigen und fruchtbaren Verständigung zu widmen.

Zwei Völker feiern den Frieden.

Saarbrücken, 30. Sept. (DNB.) Im deutsch- französischen Sr-nzg-b'-t ist das in München geschlossene Abkommen mit ganz beson­derer Herzlichkeit begrüßt worden. Da die Bevölkerung beiderseits der Grenze stets in gutem Einvernehmen miteinander gelebt hat, ist von ihr ein großer Druck genommen worden. Zahlreich sind die Kundgebungen herzlicher Freude. Besonders ein­drucksvoll war eine solche Kundgebung aus der Brücke zwischen dem auf dem deutschen Gebiet lie- genden Groß-Rösseln und dem französischen Klein-Rossel n. Die deutschen und französi­schen Grenzbeamten gaben ihrer Freude über das Ergebnis Ausdruck. Eine französische Firma 'stiftete eine Kiste Wein und Sekt, die gemeinsam mit der von beiden Seiten zusammengestromten Bevölkerung unter Hochrufen geleert wurde. Auf deutscher Seite wurde die Hakenkreuzfahne aufgezo­gen, während die Franzosen die Trikolore hißten. Auf französischer Seite ertönten immer wieder Hoch­rufe auf den Führer, während gleichzeitigNieder mit dem Kommunismus" gerufen wurds.

Der Äffend billigt einffimmig den Bericht Daladiers.

ter zu vergiften, sondern auch die Anbahnung bes­serer Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu erschweren.

Prag nimmt die

Münchener Beschlüsse an.

Prag, 30. SepL (DNB.) Die Prager Re­gierung hielt am Freitag um 12 Uhr unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten Benesch auf der Prager Burg eine Sitzung ab. In dem amtlichen Bericht darüber heißt es:

Nach allseitiger Erwägung und Prü­fung aller dringlichen Empfehlungen, die der Re­gierung durch die französische und britische Regie- ung übermittelt wurden, und im vollen Bewußtsein der historischen Verantwortung hat sich die tschecho­slowakische Regierung unter voller Zustimmung der verantwortlichen Faktoren der politischen Parteien dazu entschlossen, die Münchener Veschlüsse der vier Großmächte anzunehmen. Sie hat dies im Bewußtsein getan, daß die Nation erhalten werden muß und daß eine andere Ent­scheidung heute nicht möglich ist. Die Prager Regie­rung richtet, so heißt es in dem amtlichen Bericht am Schluß, gleichzeitig an die Welt ihren Pro­test gegen diese Entscheidung, die einseitig und o h n e ihre Teilnahme erfolgte.

bahnen. , ... . .

Die Begeisterungsszenen wiederholten sich in der Downingstreet. So groß war der Ansturm der Menge, daß sich der Ministerpräsident schließ- lich gezwungen sah, von einem Fenster des ersten Stockwerks eine kurze Rede zu halten.Es ist das zweite Mal in Englands Geschichte , sagte der Ministerpräsident,daß ein Ministerpräsident aus Deutschland mit einem ehre n v o II e n Frieden in die Downingstreet zuruckgekehrt ist. Ich bin davon überzeugt, daß diese r F r i e d e unsere Zeit überdauern wird! Ich danke Ihnen von Herzen für diesen Empfang »r danken Ihnen", rief die Menge. Erst nach einer halben Stunde, während der der Mimsterpra- sident trotz neuer Zurufe sich nicht wieder zeigte, hatte sich die Menge zerstreut.

von Rohstofflagern, rollendem Material und Ernte- Vorräten, über die Vernichtung, von Akten, die als Unterlagen für die Volksabstimmung wichtig sind, über die Plünderung der Bankdepots gezeigt. Hier ist also schnelles Handeln geboten, soll das Schlimmste verhindert werden und es nicht dazu kommen, daß die in ihre Heimat zurückkehrenden sudeten­deutschen Flüchtlinge eine Wüste oorfinden. Aus

gend^ulfchen G-b7et^du^euüch-°T^upp-n b-i stürmische Beaelsierungsfzen en vor dem Buckinqham-Patast und in der Downinallreet. dem schon im Godesberger Memorandum feftgefe^ | VVIUI IIIHW*'

Kaum hatte dieser ungefähr hundert Meter zurück- > gelegt, als die Menfchenmassen die polizeiliche A b» sperrung durchbrachen und ihn zum Stehen brachten. Minutenlang drängten sich begeisterte Männer und Frauen um den Wagen, klopften an die Fenster und brachten jubelnde Hoch­rufe auf Chamberlain aus. Spontan sang die Menge das alte englische Lied mit dem Kehr­reim:... denn er ist ein feiner, netter Kerl!" Schließlich gelang es der Polizei, für den Wagen des Ministerpräsidenten eine Gasse durch das Men­schenmeer zu bahnen, und Chamberlain konnte seine Triumphfahd durch die von froh bewegten Men- schenmasien erfüllten Straßen von London begin­nen. Auf der ganzen Fahrt war Chamberlain von Hunderttausenden von Londonern, die sich auch durch plötzlich einsetzende schwere Regen­schauer nicht hatten verscheuchen lassen, mit stürmi­schen Hochrufen aufUnseren guten alten Cham-

für die für französische Begriffe einzigartige ®brung. Die Straßen nach Paris, die der Wagen des Mi- nisterpräsidenten durchfuhr, waren von einer un­gezählten Menschenmenge umsäumt, die immer wieder in Hochrufe auf den Minister­präsidenten ausbrach, der im Kraftwagen stehend, dankte.

König und die Königin in Begleitung von Chamberlain und seiner Gattin bewegen, auf dem Balkon des Palastes zu erscheinen. Die Menge, die sich mit Zeitungen gegen den Regen dürftig schützte, brach immer wieder in stürmischen Jubel aus. Immer wieder wurden Hochrufe auf den König und auf den Premierminister ausgebracht. Immer und immer wieder erschollen die Rufe Friedensmacher Chamberlain!" usw. Schließlich sang die Menge spontan die Naüonal-

Dem Vertreter des DNB. in München hatte Da- lädier folgende Erklärung abgegeben:Ich hatte die Freude, selbst sestzustellen. daß in D - u tsch - land keinerlei Gefühle des Hasses ober der Feindseligkeit gegen Frank- reich herrschten. Seien Sie sicher, daß die Fran­zosen ihrerseits keinerlei Gefühle der Feindseligkeit gegen Deutschland empfinden. Das trifft auch für die Zeit der diplomatischen Spannungen und der militärischen Vorbereitungen zu, die wir Joeben

berlain" begrüßt worden.

Dor dem Buckingham-Palast warteten Tausende und aber Tausende von Menschen in strömendem Regen auf Chamberlain. Der Minister- Präsident wurde von dem Kammerherrn sofort in die Privatgemächer der königlichen Familie geführt. Schon eine halbe Stunde vorher war Frau Chamberlain auf eine Einladung des Königs von der Downingstreet nach dem Buckinaham-Palast gefahren, um dort ihren Gatten begrüßen zu kön­nen. Durch die anhaltenden Hochrufe ließen sich der

gung der Wirtscyaslsprovieme peyi.

Obschon nicht nur die amerikanischen Regierungs- kreise, sondern praktisch das gesamte ameri­kanische Volk angesichts der glücklichen Der- Hinderung eines drohenden Krieges in Europa be­freit aufatmet, muß leider festgestellt werden, daß gewisse Cliquen auf dem Wege über Presse und Rundfunk auch jetzt noch mit ihrer Hetze fort- fahren. Man brauchte sich mit diesen Berufshetzern hauptsächlich jüdischeer, kommunistischer und pazi- fistischer Prägung kaum zu beschäftigen, wenn sie hier in den Vereinigten Staaten nicht über einen wesentlichen Teil der Presie verfügten und so Mog- >lichkeiten hätten, nicht nur die Volksmeinung wer-

Bei diesen Worten erhob sich erneut ohrenbetäuben- der Beifall. Chamberlain erklärte, er werde, obgleich viele der Anwesenden den Inhalt schon kannten, das -------- t------ _.. .

Dokument Wort für Wort do riefen. Unter im- Hymne. Fast fünf Minuten lang mußten der König, mer erneutem Jubel der Massen bestieg der Mini- die Königin, Chamberlain und seine Frau im sterpräsident bann kurz vor 18 Uhr seinen Wagen. Scheinwerferlicht auf bem Balkon stehen, um Der Kaum hatte biefer ungefähr hundert Meter zurück- i Masse für bie Kunbgebungen der Freude und Ver- gelegt, als die Menfchenmassen die polizeiliche Ad- ehrung zu danken. Nach einem Aufenthalt von sperrung durch brachen und ihn zum Stehen 20 Minuten verließ Ministerpräsident Chamberlain in Begleitung seiner Gattin wieder den Bücking- Harn-Palast, vor dessen Toren die begeisterte Menge trotz strömenden Regens geduldig gewartet hatte. Obwohl in der Zwischenzeit berittene Pdizer ein- gesetzt worden war, gelang es doch nicht sofort, den Weg für den Wagen des Ministerpräsidenten frei zu machen. Immer wieder durchbrach die Menge die- Absperrkette, ehe es schließlich dem star- ken Polizeiaufgebot gelang, dem Wagen einen Weg durch bie~ jubelnde und Choräle singende Menge zu

Paris, 30. Sept. (Europapreß.) Unmittelbar.l nach der Ankunft des Ministerpräsidenten trat tm i Elys6e-Palast ein TO i n i ft errat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik, Albert Le- j b r u n, zusammen. Daladier erstattete einen aus- . führlichen Bericht über die Beschlüsse von München, , der eineinhalb Stunden in Anspruch nahm und ( einstimmige Billigung fand. Am Diens­tag wird nunmehr auch das Parlament zu dem Münchener Abkommen Stellung nehmen. Am Schluß des Ministerrats wurde folgendes (Kommunique ausgegeben:

Präsident Lebrun hat die Gefühle des Landes ausgedrückt, indem er dem Ministerpräsidenten Da­ladier für seinen hervorragenden und wachsamen Patriotismus bei der Wahrnehmung der schwierigen und delikaten Aufgabe Dank sagte, die er über­nommen und zum guten Ende geführt hat. Mini­sterpräsident Daladier hat über die Münchener Be­sprechung Bericht erstattet sowie über die Bedingun­gen, unter denen die Einigung zustande gekommen ist, die Europa die Aufrechterhaltung des Friedens gewährleistet. Der Ministerrat hat sich einstimmig dem Staatspräsidenten ange­schlossen, um Daladier seine Glückwünsche und den herzlichen Dank für seine entscheidenden Be­mühungen auszusprechen, die er im Interesse des Landes und des Friedens unternommen hat. Staats­minister Chautemps hat diese Gefühle des Mi­nisterrats im Namen seiner Kollegen ausgedruckt. Ministerpräsident Daladier hat dafür gedankt und gleichzeitig gefordert, daß dieser Dank auch auf Außenminister Bonnet ausgedehnt werde. Die Regierung hat beschlossen, das Parlament für nächsten Dienstag einzuberufen."

Aus den Kreisen des Quai d'Orsay verlautet, daß auf den Ministerpräsidenten besonders die herzliche Begrüßung der Münchener Bevölkerung einen tiefen und nachhalUnen Eindruck gemacht und ihm ein wesentlich anderes Bild als das bisher vorherrschende vov den wahren

Die gemeinsame Verlautbarung des Führers und Chamberlains hat an zu» tänbifler amerikanischer Stelle einen ganz b e s o n- ) c r s ft arten Eindruck hervorgerufen. Man ieht in ihr den Beginn einer neuen A er a in den Beziehungen Berlin und London. Natur­gemäß wird auch schon die Frage erörtert, inwie­weit diese Neugestaltung des deutsch-englischen Ver­hältnisses die Politik Washingtons berührt, vorerst geht aus einer Erklärung des Staatssekretärs H u l l lediglich hervor, daß die Regierung der Vereinigten Staaten einstweilen den einzigen Angelpunkt für idgültiae Befriedigung in einer Vereint- der Wirtschaftsprobleme sieht.

Washington, 1. Okt. (DNB. Funtspruch.) Präsident Roosevelt nahm am Freitag auf einer Pressebesprechung zu dem Abkommen von München, das auch in der amerikanischen Bundes­hauptstadt mit dem Gefühl größter Erleichterung ausgenommen worden ist, Stellung. Er betonte, daß es sich im Gegensatz zu mancher anderenKrise diesmal um eine wirkliche Krise gehandelt

M * Wfen^Äng^ über -bereitete ober 1 gar bereits vollzogene Sprengungen von Verkehrs trefern Vereinigten Staaten seinen Dank für anlagen und Kraftwerken, ubtt die Forsichaffung ^t d.^V ^nungsreichen Wochen geleistete Arbeit aus. Mit sehr anerkennenden Worten äußerte sich Roosevelt über das Verhalten der Presse und des Rundfunks in den Vereinigten Staaten. Er tat

Paris, 30. Sept. (Europapreß.) Ministerprasi- bent Dalabier landete, von München kommend, am Freitag um 15.57 Uhr auf dem Flugplatz Le Bourget bei Paris. Zehntausende von Zu­schauern hatten sich rings um den Flugplatz und auf den Terrassen aufgestellt. Als Daladier dem Flugzeug entstieg, wurde ihm eine begeisterte Be­grüßung, wie sie bisher kaum einem französischen Staatsmann zuteil geworden ist, bargebracht. Auf bem Flugplatz hatten sich fast sämtliche Mitglieder der französischen Regierung eingefunden, darunter der stellvertretende Ministerpräsident Chau­temps und Außenminister Bonnet, der beson­ders lebhaft gefeiert wurde, als er auf dem Flug- platz erschien. Auch der deutsche Geschäftsträger Dr. Breuer sowie der deutsche Militärattache General Kühlenthal, und die meisten fremdländischen Diplomaten waren anwesend, ebenso der franzö­sische Generalissimus General G a m e l i n. Daladier konnte sich nur schwer einen Weg bis zu seinem Kraftwagen bahnen. Immer wieder brach die Men­schenmenge in Hochrufe aus. Ein Mädchen über­reichte ihm einen Blumenstrauß. Daladier nahm ihn lächelnd in Empfang und hatte Tränen der Rüh­rung in den Augen. Auf dem Flugplatz hatten sich auch Abordnungen ehemaliger Frontkämpfer mit ihren Fahnen eingefunden. Es war Daladier kaum möglich, die Front der Ehrenkompanie abzuschrei- ten, da er von der Menae dauernd umdrängt wurde. Kurz bevor Daladier den Flugplatz verließ, gab er im französischen Rundfunk eine Erklä­

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Besetzung von fünf im einzelnen bezeichneten Ge- London, 30. Sept. (Europapreß.) Das Flug- bietsabschnitten nacheinander in fünf Etappen er- zeug, das den englischen Ministerpräsidenten folgen wird und am 10. Oktober beendet fein soll. Chamberlain von München nach England Das Gebiet, in dem nach dem Muster der Saar- zurückbrachte, traf um 17.40 Uhr auf bem Fl u g - abstimmung spätestens bis Ende November eine platz in Hefton ein, wo sich eine begeisterte Volksabstimmung stattfinden wird, soll durch inter- Menschenmenge versammelt hatte, um bem heun- nationale Formationen besetzt werden, die Britische kehrenden Staatsmann einen herzlichen Empfang zu Legion, die Organisation der englischen Frontkämp- bereiten. Als Chamberlain dem Flugzeug entstieg, fer, hat dem Führer bereits in dankenswerter Weise begrüßte ihn als erster der Oberhofmarschall Lord ihre Dienste angeboten. Einem Ausschuß, bestehend Clarendon, der ihm ein Handschreiben aus dem deutschen Staatssekretär des Auswärtigen des Känias überreichte. Als nächster trat Außen- Amtes, den Berliner Botschaftern der drei anderen Minister Lord Halifax vor, schüttelte Chamber- Mächte und einem Vertreter der tschecho-slowakischen lain herzlich die Hand und führte ihn dann zu den Regierung wird die verantwortungsvolle Aufgabe Ehrengästen, unter denen sich eine Reihe Mitglie- zufallen, die Modalitäten der Räumung sowohl wie der des englischen Kabinetts, ferner der deut- der Volksabstimmung und schließlich auch die end- sche Geschäftsträger Dr. Kordt und Gesandt- gültige Grenzziehung festzulegen. Die Entlassung der schaftsrat von Selz am, der italienische Bot- , Sudetendeutschen aus dem Militär- und Polizei- schafter Gras Gr an di in Begleitung seiner Ge- dienst der Tschecho-Slowakei beendet einen Zustand, mahlin, der französische Botschafter Cor b in sowie dessen ganze Unnatur der Führer in seiner großen die O b e r k o mm i ss a r e der britischen Dominions Reoe treffend gekennzeichnet hat, als er sagte, daß befanden. Unter der nach vielen Tausenden zahlen- Herr Benesch diese Sudetendeutschen in tschechischer den Menge befanden sich auch 200 Schüler von Eng- Uniform vor die Wahl gestellt habe, entweder Volks- lands angesehenster Schule Eton. Immer wieder Verräter oder Landesverräter zu werden. Ebenso ist brauste stürmischer Beifall auf. Chamberlain winkte es ein Akt selbstverständlicher Gerechtigkeit, wenn der Menge freundlich zu und richtete dann einige die pvNtischen Gefangenen sudetendeutschen Volks- Worte an sie. Er sagte:

rupas mit aller gebotenen Beschleunigung eine ra» Da al Reuo bnunq zu schaffen, die keine Seite bes i nuucu.....

|. m.engen Problems unberücksichtigt läßt. Ein Dor- schweren Kampf um die gute Sache Deutschlanbs fcjag Mussolinis, der sich in München erneut als fipareuh m_Enbe aefubrt hat und inwiefern Kamps verständnisvoller Freund Deutschlands und weit-1 blickender Staatsmann von wahrhaft europäischem V.-iamworlungsbewußtsein erwiesen hat, hat die von Prag bereits angenommene englisch-franzö- suche Uebereinkunft über die grundsätzliche Abtren­nung des sudetendeutschen Gebiets vorn tschecho­slowakischen Staat mit bem beutschen Memorandum, das die Durchführung dieser Uebereinkunft verwirk-1 liehen sollte, zu einem neuen Vertragswert ver- knüpft, bas der Ausgangspunkt der Münchener Be­ratungen gebildet hat. Die "gefundene Lösung, die in dem Viermächte-Abkommen vom 29. September fest­gelegt worden ist, setzt den Beginn der Räumuntz des an Deutschland abzutretenden Gebiets für den 1. Oktober fest. Frankreich, England und Italien wer­den für die Durchführung der Räumung bis zum 10. Oktober sorgen, die tschechische Regieruna wird dafür verantwortlich gemacht, daß keine bestehenden Einrichtungen zerstört und beschädigt werden. Wie notwendig diese Auflage ist, die man Prag macht, haben die in den letzten Tagen in erschreckender Zahl