Ausgabe 
1.10.1938
 
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Rom feiert den Duce.

Dir haben für den Frieden der Gerechtigkeit gearbeitet.^

R o m, 30. Sept. (DNB.) Anläßlich der Rückkehr des italienischen Regierungschefs nach Rom hatte sich schon am frühen Nachmittag das Stadtbild rasch auf Feststimmung umgestellt. Die Straßen Roms prangten im bunten Fahnenschmuck der italienischen Trikolore, der römischen Farben und der Partei» fcchnen, zwischen denen vielfach auch die Hakenkreuz- flagae wehte. Die Läden und Betriebe wurden ge- schlossen, Truppen, Miliz und die Jugendverbande zogen auf, während Hunderttausende sich auf der Piazza Venezia und in den Straßenzügen bis zum Hauptbahnhof sammelten und in freudiger Stim­mung bereits um 17 Uhr spalierbildend der Rück­kehr des Duce harrten.

Zur gleichen Zeit hatten sich Zehntausende vor dem festlich geschmückten Bahnhof und dem Vor­platz mit Fahnen und Kapellen aufgestellt. Die bunt beflaggte Bahnhofshalle war langst überfüllt. Hier waren die Minister und die anderen hohen Beam­ten von Partei und Staat, zahlreiche hohe Offiziere und Mitglieder des Großen Faschistischen Rates ver­sammelt. Auch die Angehörigen der deutschen Botschaft hatten sich unter Führung Mackensens zum Empfang eingefunden. Ferner sah man die Botschafter Englands und Polens, den ungarischen Gesandten, den französischen Geschäftsträger und andere Vertreter des diploma­tischen Korps. Eine Abordnung der AO. der NSDAP, war ebenfalls mit ihren Fahnen und Landesgrup­penleiter Ettel an der Spitze angetreten.

Als der Sonderzug um 18 Uhr anrollt, braust Mussolini in der Bahnhofshalle unter den Klängen der italienischen Nationallieder großer Jubel ent­gegen. Nach Begrüßung der Vertreter von Partei und Staat sowie des deutschen Botschafters und der Herren des diplomatischen Korps schreitet der Duce in Begleitung von Außenminister Graf Ciano die

Front der Ehrenkompanie ab und begibt sich sofort auf den Bahnhofsplatz, wo der Duce mit Freuden- fturmen gefeiert wird. Im offenen Wagen begibt sich dann Mussolini sofort zum Palazzo Ve- JJe3jQ- Auf dem Wege dorthin nimmt der tosende Jubel kein Ende, während von den dicht besetzten Fenstern der Straßenfront Fahnen geschwenkt und Blumen gestreut werden. Unter unaufhörlichen Duce-Duce"-Rufen trifft Mussolini im Wagen stehend und nach allen Seiten grüßend neben Hm Außenminister Graf Ciano auf der Piazza Venezia ein. Die Klänge der Giovinezza erklingen und Mussolini erscheint auf dem Balkon des Palazzo Venezia, umtost von den Ovationen der Menge. Bald muß Mussolini sich ein zweites und ein drit­tes Mal zeigen. Dabei erklärt er:

Kameraden! Ihr habt denkwürdige stunden erlebt. In München haben wir für den Frieden der Gerechtigkeit gearbeitet. Ist das nicht das Ideal des italienischen Volkes?" (Stürmische

Ja-Rufe.)

Dann zieht sich Mussolini wiederum vom Balkon zurück. Doch das Aufbrausen immer neuer Duce- Duce-Rufe, die oft durchsetzt sind mit Heil-Hitler- Rufen bewegt ihn, noch wiederholt auf den Balkon zu treten. Unter dem Balkon, vor dem ein wahres Fahnenmeer wogte, hatten auch eine deutsche und eine englische Touristengruppe mit ihren National­fahnen Aufstellung genommen.

Der König und Kaiser hatte sich von seinem Landsitz San Rossore nach Florenz begeben, um Mussolini auf der Rückkehr von München per­sönlich zu begrüßen und zu beglückwünschen.

Die Londoner presse begrüßt das Münchener Ergebnis.

London, 1. Okt. Ohne Rücksichtnahme auf parteimäßige Einstellung begrüßt die englische Presse die deutsch-englische Erklärung. DieTimes" sagt, daß kein Eroberer bei dem Sieg von dem Schlachtfelde mit schönerem Lorbeer hätte zurückkehren können als Chamberlain von München. König und Volk hätten ihm durch die Art des Empfanges gezeigt, wie sie seinen Er­folg werteten. Die Einigung über die sudetendeutsche Frage und der große Dienst, der damit der Mensch­heit erwiesen worden sei, erschienen schon jetzt als weniger wesentlich als die Grundhaltung des in München vollbrachten Werks.Die gemeinsame Erklärung des Reichskanzlers und des Minister­präsidenten ist kein frommer Wunsch, der schnell wieder in Vergessenheit gerät, ehe die Zeit kommt, ihn auf die Probe zu stellen. Die beiden Staats­männer begreifen, daß zwischen England und Deutschland noch Zwistigkeiten bestehen und diese um des europäischen Friedens willen so schnell wie möglich beigelegt werden müssen. Gerade in bezug auf diese Meinungsverschiedenhei­ten verpflichten sie sich zu Methoden fried­licher Erörterung und zeigen damit den Wunsch, beim Wort genommen zu werden. Unsere Nation kann am besten dadurch ihre Dank­barkeit beweisen, daß sie zeigt, daß sie aus den großen Gefahren, durch die sie Chamberlain mit sicherer Hand hindurchgeführt hat, etwas ge­lernt hat: daß nur ein Volk, das zu allem bereit ist, in einer Krise durch seinen Führer für den Frieden wirken kann, und weiter, daß die Be­drohung der zivilisierten Welt wiederkehren muß, solange alle Ungerechtigkeit nicht in ruhi­gen Zeiten erkannt und beseitigt wird, an­statt solange Giftstoffe zu bilden, bis es für eine Heilung zu spät ist. Sofern diese oft erkannten, aber selten angewandten Wahrheiten die sympto­matischen Bemühungen der nächsten Monate ent­scheidend beeinflussen, können wir die tödliche Theo­rie eines Präventivkrieges ausmerzen und für einen Präventivfrieden arbeiten."

Der konservative Daily Telegraph zollt dem Premierminister zunächst Dank und Anerkennung für seine Arbeit für den Frieden. Was allerdings Kritik zulasse, sei nicht so sehr der Inhalt als die Art, in der man ihn über den Kopf der Tschechen hinweg ausgehandelt habe. Aber die Tschechen müß­ten auf lange Sicht selbst zu der Einsicht kommen, daß dieser Operationsschnitt, der'sie selbst zu sehr schnörkte, doch kein reiner Nachteil für sie sei. Zu der deutsch-englischen Erklärung sagt der Daily Te­legraph, daß Chamberlain immer als sein außen­politisches Hauptziel eine auf breiter Grundlage zu führende Befriedung im Auge gehabt habe. Das noch nicht ratifizierte englisch-italienische Abkommen fei ein Schritt in dieser Richtung gewesen und die gemeinsame englisch-deutsche Erklä­rung sei zweifellos als der zweite beabsichtigt. Aber Vorsicht zwinge, dieser Erklärung keinen über­triebenen Wert beizumessen.

Der marxistische Daily H e r a l d glaubt, eine Reihe wichtiger Punkte des Münchener Abkommens kritisieren zu müssen und meint in seiner kommu­nistischen Ideologie, daß eine wirkliche europäische Befriedung auf einem zweiseitigen Wege nicht er-

reicht werden könnte, sondern nur auf einer Kon­ferenz aller Mächte. Das liberale News Chro- nicle stellt fest, daß die Münchener Bedingungen deutlich zeigten, daß Chamberlain und Daladier ge­wisse wichtige Aenderungen des ursprünglichen eng­lisch-französischen Planes zugelassen hätten.

Die konservative Daily Mail sagt, die deutsch- englische Erklärung gebe die Grundlage für eine dauernde deutsch-englische Verständigung und den Schlüssel zur europäischen Versöhnung, für die Chamberlain immer gearbeitet habe. Ein anderer wichtiger Grundsatz seiner Politik sei ein englisch­italienisches Abkommen. Auch in dieser Richtung bestehe neue Hoffnung aufErfolg. Der Weg zum Frieden sei jetzt leicht. Das große Hemmnis der Tschecho-Slowakei sei beseitigt. Aller­dings blieben noch schwierige Fragen auszuhandeln, ehe Grenzen und Bevölkerung in der Tschecho-Slo­wakei endgültig festgelegt seien.

Der konservative Daily Expreß mißt der deutsch-englischen Erklärung eine große Bedeu­tung bei Sie erkläre ausdrücklich, daß irgend­welche Fragen, die England und Deutschland beträfen, auf dem Verhandlungswege g e l ö st werden sollten. Damit gäbe es Berechti­gung zu großen Hoffnungen. Ein für allemal werde damit auch der alte und schlechte Plan erledigt, Deutschland mit feindlichen Staaten einkreifen zu wollen. Dieser Plan fei im­mer gefährlich und verrückt geroe- s e n. Jetzt könne man hoffen, daß er erledigt sei. Jetzt werde sicherlich England sich nicht mehr an einem Projekt beteiligen, das moralischer Instinkt und gesunder Menschenverstand des Volkes immer abgelehnt hätten.

Polens letzte Warnung.

Warschau fordert unverzügliche Rückgabe des Olsa-Gebietes.

Warschau, 1. Okt. (DNB. Funkspruch.) Ganz Polen steht in der Erwartung einer unmittelbar bevorstehenden Entscheidung in der Frage der Rückkehr des Olsagebietes an Polen. Die Freitag abend in Prag überreichte polnische Note wird von der polnischen Presse alsletzte W a r n u n g" bezeichnet. Die Dringlichkeit und Un- aufschiebdarkeit der Entscheidung, vor die Prag ge­stellt ist, wird mit den ständigen blutigen Zwi­schenfällen im polnischen Volkstums- gebiet begründet.

Gazetta Polska schreibt, die Kämpfe, die dort seit längerer Zeit ununterbrochen andauern, hätten sich jetzt in einen offenen Aufstand verwandelt. Die unterdrückte polnische Bevölkerung an der Olsa habe zur Waffe gegriffen, um die Rückkehr in das Vaterland zu erkämpfen. Das Schicksal die­ses Gebietes sei entschieden. Entschieden habe es die polnische Nation, die einmütig bekundet habe, daß sie nicht länger tatenlos dem Kampf der polnischen Volksgenossen an der Olsa zuschauen will. Die

Prager Regierung wäre keine tschechische Regierung, wenn sie klare aufrichtige und rasche Schlüsse aus der grundsätzlich bereits anerkannten Grenzrevision ziehen würde. Man könne, wie sich jetzt erneut be* weise, Prager Zusicherungen nicht glauben. Man sehe nicht den aenngften Grund dafür, mit der Erledigung einer Frage noch länger zu warten, die im Grunde bereits entschie­den sei. Polen fordere daher die sofortige Rückgabe dessen, was es beanspruche. In stritti­gen Fragen sei es bereits zu Verhandlungen gekom­men. Solange aber im Olsagebiet der Kamps tobe, so lange die polnischen Volksgenossen dort von kom­munistischen Horden und tschechischen Gendarmen niedergemordet werden, so lange gebe es keine Verhandlungen. Die polnischen For­

derungen seien kurz, klar und entschieden. Das pok- nische Olsagebiet müsse entsprechend dem Willen der dortigen Bevölkerung und dem Willen der gesam­ten polnischen Nation an Polen zurück­kehren.

Der Kurjer Poranny hebt hervor, daß die Bedeu­tung Polens im vollen Umfange von den Re­gierungen Italiens und Deutschlands anerkannt worden sei, die eine Garantie für den neuen tschechischen Staat von der Befriedigung der polnischen und ungarischen Ansprüche abhängig machten. Die polnische öffentliche Meinung schätze diese Beweise der Loyalität und des Verständnisses für die wirklichen Krästeoer- hältnisse in Mitteleuropa hoch ein.

Paris, 1. Okt. (Europapreß.) Die Begeisterung der Pariser Morgenblätter kennt keine Grenzen. Der triumphale Einzug Daladiers wird eingehend geschildert. Dem Ministerpräsidenten sind nach sei­ner Rückkehr aus München von allen Seiten Glück­wünsche und Blumen zugegangen. Daladier hat be­stimmt, daß mit diesen Blumen das Grabmal des unbekannten Soldaten geschmückt werden soll. Der Ministerpräsident selbst wird sich auf den Etoile-Platz begeben, um auf dem Grabe des unbekannten Soldaten die ewige Flamme neu zu entzünden.

Die Pariser Morgenblätter versuchen eine allge­meine Bilanz der Münchener Zusammenkunft zu ziehen. Allenchalben wird die Frage gestellt, was nun kommen solle. Es tritt dabei die Ansicht zutage, daß es nicht nur mit einer Besserung der europäi­schen Atmosphäre fein Bewenden haben dürfe. Diese Besserung der Atmosphäre müßte bald auch praktisch und sachlich unterbaut wer- den. Zwei Sätze werden besonders hervorgeh'oben, einmal die Stelle in der gemeinsamen englisch-deut­schen Erklärung: Kein Krieg zwischen Deutschland und England, und zum an­dern die Stelle aus der Unterhaltung zwischen- ring und Daladier, in der her deutsche Generalfeld­marschall dem französischen Ministerpräsidenten ver­sicherte, daß zwischen Deutschland und Frankreich keine Gefühle des Hasses bestünden.

DerJour" ist der Ansicht, daß eine Dreier­konferenz zwischen England, Frankreich und Italien bald zusammentreten werde, um das Mit­telmeerproblem und die spanische Frage zu verhandeln, und damit auch die end­gültige Inkraftsetzung des englisch-italieni­schen Osterabkommens herbeizuführen. Das Blatt erklärt jedoch, daß die Vorbereitung einer solchen wichtigen Konferenz von französischer Seite nicht durch einensimplen Geschäftsträger" vorge­nommen werden könne, und daß es für die franzö­sische Regierung daher eine unbedingte Notwendig­keit sei, endlich einen Botschafter nach Rom zu entsenden.

Als eine der am nächsten liegenden praktischen Fragen wird die nach der Demobilisierung der französischen Truppen gestellt. Der englif*e Mi­nisterpräsident sei von Pressevertretern in München nach dem dafür festgesetzten Datum gefragt worden. Daraufhin habe Chamberlain erwidert, wir haben kein Datum erörtert, aber wir hoffen, daß diese Demobilisierungsmaßnahmen beinahe so­fort durchgeführt werden. Don französischer Seite, so melden die Blätter, sei in dieser Frage noch keine Entscheidung getroffen worden. Daladier habe, als er am Freitag hiernach gefragt worden sei entgeg­net, für den Augenblick habe sich nichts geändert.

Imxjournal" heißt es, die von Adolf Hitler und Chamberlain unterzeichnete Erklärung organisiere einKonsultationssystem der Regierungsoberhäup­ter", das dazu ausersehen sei, sich weiter zu ent­wickeln. Es fei dies ein wahrer Wendepunkt im internationalen Leben. Es handele sich ganz ein­fach darum, die Genfer Liga, die nicht einmal fähig gewesen sei, die Beschwichtigungsprozeduren des Artikels 19 zur Anwendung zu bringen, durch einen neuen Organismus z u ersetzen, der seine Feuerprobe in einem Fall bestanden habe, wo sich jede andere Methode als machtlos gezeigt habe. Freuen müsse man sich nicht allein über die Modalitäten des Münchener Abkommens, sondern auch über d i e Atmosphäre, in der sich diese Zusammenkunft abgespielt habe. Daladier und Chamberlain hätten die von ihnen vertretene Sache gut verteidigt. Aber man würde ungerecht sein, wenn man den von Adolf Hitler und Mussolini bezeugten D e r st ä n d i g u n g s g e i st mit Still­schweigen übergehen wollte. Der Führer und der Duce hätten mit der gleichen Begeisterung an der Errichtung eines Bauwerkes gearbeitet, wie der Premierminister und der Ministerpräsident. Der Führer habe kraftvoll für die Interessen seines Can­nes aekämpst. offen und loyal und mit dem Willen, ein für alle annehmbares Abkommen möglich zu machen.

E x c e l s i o r" erklärt, zwangsläufig müßten jetzt die Wertbegriffe der französischen und englischen Außenpoliti'k einer Revision unterzogen werden. Es sei offensichtlich, daß die beiden westlichen Demo­kratien sich nicht mehr länger an der Genfer Illusion einer kollektiven Sicherheit fest klammern könnten. Wenn das französisch-britische Bündnis heute notwendiger denn je für das europäische Gewicht erscheine, so genüge dieses Bündnis allein doch nicht mehr zur Erhaltung dieses Grundsatzes des sicheren Gleich­

gewichtes. Es fei unbedingt notwendig, daß d i e Achse Pari sL onbon eine kluge und fort­schreitende Zu sammenarbeitmitderAchse B e r l i nR o m anbahne. Auf diesen Wunsch sei zweifellos auch die gemeinsame Erklärung Cham­berlains und Adolf Hitlers in München zurückzu­führen. Alles berechtige zu der Hoffnung, daß e i n ähnliches Abkommen zwischen Paris und Berlin Zustandekommen werde. Denn der Reichskanzler habe feinen Wunsch auf Zusammen­arbeit zwischen Frankreich und Deutschland ver­sichert. Die vier Großmächte müßten zur Vorberei­tung der von allen Völkern gewünschten allgemeinen Entspannung von vornherein an die Stelle der bis­herigen Politik der Schlagworte, der idealen Gegen­sätze und der Pressepolemiken eine Politik der gegenseitigen Verständigung setzen.

Petit Journal" schreibt, ob man es wolle oder nicht, mit dem Münchner Abkommen sei man wieder zu einemwahren Führerpakt" zu­rückgekehrt. Diese Tatsache sei gewiß nicht dazu an­getan, den Bolschewisten und den Sowjetagenten der ganzen Welt zu gefallen, aber es fei bewiesen wor­den, daß die zivilisierte Welt ihre Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten selbst und ganz allein regeln könne. Der sozialdemokratische Populaire" spricht von einer internationalen Entspannung. L6on Blums Hauptsorge ist allerdings, daß Frankreich und England jetzt für die Sicherheit der Tschecho-Slowakei Sorge tragen müßten, und daß die Schädigungen des französisch-sowjetrussischen Paktes wieder gutgemacht werden sollten. (!)

Freudiges Echo in Holland.

Amsterdam, 30. Sept. (Europapreß.) Der er­folgreiche Abschluß der Münchener Vierer-Bespre­chung hat in ganz Holland ein tiefes Gefühl der Befriedigung ausgelöst. Nach den Tagen der fast unerträglichen Spannung hat allein schon das Bekanntwerden, der Tatsache, daß die vier Großen sich an einen Tisch setzen werden, eine ge­wisse Entspannung eingeleitet. Am Freitag sind in ehrlicher Freude über dengeretteten Frieden" über­all im Lande die Flaggen gehißt worden.

DerTelegraaf" schreibt:Der gesunde Verstand hat für die Menschheit eine Schlacht ge­wonnen. Sicher bezahlt die Tschechei die Zeche. Aber dieses Land hat sie auch zu bezah- I e n. Deutsche haben das Recht, mit Deutschen zu­sammen zu wohnen und die Ungarn und Polen haben das gleiche Recht. Es bestand fein einziger Grund, die Tschechen zu Vögten anderer Nationa­litäten zu machen. In München ist Moskau ausgeschaltet worden, dasselbe Moskau, das mittels seiner über die verschiedensten Länder ver­streuten Hilfstruppen am heftigsten zum Kriege gehetzt hatte. Die Masken sind gefal­len und jeder erkennt jetzt, wer bereit war, unsere Jugend auf die Schlachtfelder zu schicken." Das Ver­trauen, das durch die erfolgreiche Zusammenkunft der vier großen europäischen Staatsmänner e i n weites Feld fruchtbarer Zusammen­arbeit geöffnet hat, klingt auch aus den Kommen­taren der andern holländischen Blätter heraus.

Wetterbericht

Ueber Deutschland hat sich eine Tiefdruckstörur.g entwickelt, die von Südosten her warme, von Westen her aber kühlere Luftmassen einströmen läßt, so daß ihr Zusammentreffen vor allem in unserem Gebiet zu verbreiteten und meist auch ergiebigen Regenfällen Anlaß gibt. In Ost- und Mitteldeutschland hält da­gegen verhältnismäßig freundliches Wetter an. Mit der Ostwärtsverlagerung der Storung wird sich auch für unser Gebiet wieder Besserung, vorerst aber noch kein beständiges Wetter einstellen.

Vorhersage fürSonntag: Morgens viel­fach dunstig, meist bewölkt und nur gelegentlich auf­heiternd. Neigung zu einzelnen Regenfällen. Wieder etwas milder. Winde um Süd.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot (verreist), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theoder Kümmel. D.A.VIIl. 38: 8916. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM.> 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illu­strierten 15 Pf mehr Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr 4 vom 1 September 1937 gültig

eine Reihe von Paragraphen (so §§ 823, 833, 836), die jedem eine Haftpflicht für von ihm verursachte Schäden auferlegen. Ob Geschäftsmann oder Privatmann, Hausbesitzer oder Wohnungsinhaber, Tierhalter oder Autofahrer jeder über­nimmt im täglichen Leben immer wieder neue Verantwortungen. Für unzählige Schäden kann er haftbar gemacht werden, an denen er mittel- oder unmittelbar die Schuld trägt!

Wie beruhigend ist es, wenn man sich durch eine Versicherung vor Haftpflichtanspf üchen geschützt weiß wenn man sicher sein darf, daß im Ernstfall sofort Hilfe da ist.

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