Ausgabe 
1.9.1938
 
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Jahres von den hier genannten Formationen der Bewegung und des Staates eine zielbewußte und intensive Kleinarbeit geleistet worden, die bereits bei den in den letzten Wochen und Monaten zum Austrag gelangten Ausscheidungskämpfen ihre reichen Früchte getragen hat.

Die Bedeutung der diesjährigen NS -Kampfspiele, für deren reibungslose Abwicklung schon seit Monaten die Vorbereitungsarbeiten in vollem Gange find der Reichssportführer, Gruppen­führer von Tschammer und Osten, hat sich bei seinem kürzlichen Besuch in Nürnberg da­von überzeugen können erhellt nicht zuletzt auch daraus, daß sie sich über eine ganze Woche, nämlich vom 4. bis 10. September, hinziehen. Diese Tage werden eine umfassende Leistungsschau der gesam­ten wehrhaften Mannschaft unseres Volkes bieten; auf insgesamt zwölf Kampfplätzen werden die in den Ausscheidungskämpfen ermittelten Besten der einzelnen Gliederungen im Kampf stehen.

Das oberste Grundgesetz der gesamten NS- Kampfspiele stellt die Mannschaftsleistung dar. Damit wird zielbewußt die Richtung unserer gesamten Leibeserziehung betont, deren höchste Auf­gabe es ist, nicht irgendwelche Sportkanonen zu züchten, was man früher für besser angesehen hat, sondern einen möglichst großen Teil des Volkes körperlich so zu stählen, daß er allen Strapazen gewachsen ist. So fällt bei den Kampfspielen wenn auch natür­lich dem einzelnen Gelegenheit gegeben ist, sein Können unter Beweis zu stellen in erster Linie die Entscheidung zwischen den Mann­schaften.

Vielseitig und umfangreich ist das Programm, das bei diesen Wettkämpfen zur Durchführung ge­langt. Sie nehmen um nur einiges heraus­zugreifen ihren Anfang mit den Wettbewerben des modernen Fünfkampfes, dann folgen Fünf-Kilometer-Geländeritt und 7,5- Kilometer - Motorrad - Geländefahrt und schließlich die verschiedenen Schießwettbewerbe.

Der erste Großkampftag der sportlichen und wehr­sportlichen Einzelkämpfe ist der 7. September. An diesem Tage werden die ersten Einzelkämpfe der Leichtathletik zur Entscheidung gelangen; harte Kämpfe werden die ersten Wettkämpfe des Deutschen Wehrkampfes bringen, Fußball, Handball und Wasserball wechseln miteinander ab. Weiter ge­langen die Kämpfe im Säbel-Mannschaftssechten und im Gewichtheben zur Entscheidung. 20-Kilometer- Gepäckmarsch, 25 Kilometer Radfahren, Mann- schaftsorientierunaslauf, Kämpfe der Reiter und vieles andere mehr leiten über zum Höhepunkt der sportlichen Wettkämpfe, die am 10. September, dem letzten Tag, ausgetragen werden. Die leichtachle- tischen Wettbewerbe und die wehrsportlichen Einzel- Wettbewerbe werden ebenso großem Interesse be­

gegnen wie die Leichtathletik-Staffeln, die Hinder­nis-Staffel, die Turnvorführungen, die Schwimm­kämpfe und die Entscheidungen im Boxen.

Die vorstehende Uebersicht bringt nur einen kleinen Ueberblick über die zahlreichen Wettkämpfe, die auf dem Reichsparteitag zur Durchführung ge­langen. Tausende junger deutscher Männer aus allen Gauen unseres Vaterlandes fiebern diesen Tagen entgegen, da sie die Auszeichnung haben, ihren Gau und ihre Formation bei diesen Kämp­fen, denen auch zum Teil der Führer beiwohnen wird, zu vertreten. Auf Grund der Erfolge die auf dem letzten Reichsparteitag erzielt und in der Zwischenzeit ausgewertet worden sind, steht mit Bestimmtheit zu erwarten, daß wir mit außer­ordentlich spannenden Kämpfen und hervorragenden Ergebnissen rechnen können. Für die Unterbringung und Verpflegung der Wettkampfteilnehmer in Nürnberg ist bestens Sorge getragen; sie können die Gewißheit haben, daß alles für sie getan wor­den ist, um ihnen den Aufenthalt in-der Stadt der Reichsparteitage zu einem unvergeßlichen Erlebnis werden zu lassen.

Auch Cobb über 500 Klm.-Sid.

Nach dem Weltrekordfahrer Eapt. E y st o n ist es jetzt auch dem englischen Rennfahrer John Cobb gelungen, bei den Versuchsfahrten in der Salzwüste von Bonneville in USA. auf seinem 3000 PS Napier-Railton über 500 km/st hinaus­zukommen. Allerdings wurden keine offiziellen Zeiten, sondern nur private Messungen vorgenom­men. Danach erreichte Cobb auf der Hinfahrt 523 km/st und auf der Rückfahrt 480 km/st

Kurze Sportnotizen.

Vier Mercedes-Benz-Wagen, gesteuert von Caracciola, Lang, v, Brauchitsch und Seaman (Ersatzfahrer Bäumer), werden amGroßen Preis von Italien" am 11. September auf der Mailänder Monzabahn teilnehmen. *

D i e deutschen Meisterschaften im Rad-Saalsport werden am 15. Oktober in Stuttgart entschieden. Im Radball finden vorher Gruppen­turniere statt, so daß in Stuttgart nur vier Mann­schaften spielen werden.

Der Reichssieger im Rollhockey wird am 1. und 2. Oktober in Darmstadt ermittelt. Zum Wettbewerb sind alle Gausieger zugelassen.

DerGroße Preis von Deutschland", ein 100-Kilometer-Steherrennen, wird am kommen­den Samstag, 3. September, in Köln-Riehl entschie­den. Als Starter gelten Lohmann, Merkens, Schön und Heimann (Schweiz).

Im Rahmen des Aufbauprogramms in der Ostmark nimmt die Reichsautobahnstrecke München- Salzburg einen bedeutenden Platz ein. Die Arbeiten sind bereits sehr weit fortgeschritten. Die Straße, die in ihrer Linienführung das Salzkammergut streift, wird die schönsten Teile der Ostmark dem Reiseverkehr erschließen. Hier sieht man die neue Reichsautobahnbrücke über die Salzach, die von der Reichsautobahn überquert wird. (Atlantik-M.)

Wirtschaft.

Tabakwarenhandel kündigt Kartell­vertrag mit der Zigarettenindustrie. INarklbereinigung in anderer Form angestrebt.

Fwd. Der Reichsverband des deutschen Einzel­handels mit Tabakwaren hat den seinerzeit mit der Wirtschaftlichen Vereinigung der Zigarettenindustrie abgeschlossenen Kartelloertrag fristgemäß zum 31. Dezember 1938 gekündigt. Der Kartellvertrag des Reichsoerbandes der Tabakwaren-Großhändler mit der Zigarettenindustrie läuft damit gleichfalls zum 31. Dezember d. I. ab. Die Kündigung ist ausgesprochen worden, weil sich bei der mit dem Vertragswerk erstrebten Bereinigung des Zigaret­tenhandels Schwierigkeiten (besonders auf kartell­rechtlichem Gebiet) ergeben hatten. Von den betei­ligten Gruppen sind deshalb bereits seit einiger Zeit die Arbeiten ausgenommen worden, um die mit der Marktordnung verfolgten wirtschaftspoli- tiscken Ziele in anderer Form zu erreichen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, daß die bisher geleistete Arbeit für die Lenkung und Ordnung des Warenweges und der Marktverhältnisse zu einem erfolgreichen Abschluß gelangen kann. Es besteht daher kein Grund zu der Auffassung, daß etwa nach dem 31. Dezember 1938 ein vertr'agsloser Zustand eintreten könnte.

Acnderung der Gchweinepreise.

Fwd. Mit Wirkung vom Montag, 5. September 1938, treten im ganzen Reichsgebiet (ohne Oester­reich) neue Schweinepreise in Kraft. Der seit dem 18. Juli auf den Grundpreisen liegende jahreszeit­liche Höchstzuschlag ermäßigt sich ab 5. September um 1 Mark auf 2 Mark je 50 kg Lebendgewicht Danach gelten vom genannten Zeitpunkt bis ein­schließlich 2. Oktober 1938 im Rhein - Main- Gebiet auf den Märkten Frankfurt a. M.. Mainz, Wiesbaden, Darmstadt und Worms nachstehende Preise: für die Schlachtwertklasse a) 58 bis 59, bl) 57 bis 58, b2) 56 bis 57, c) 54 bis 55. df) 52, gl. u. i) 56, g2 u. h) 54 Mark. Auf den k u r h e s - fischen Märkten Kassel, Fulda und Marburg liegen die Preise in der gleichen Zeitspanne in der jeweiligen Schlachtwertklasse 1 Mark niedriger also a) 57 bis 58, bl) 56 bis 57, b2) 55 bis 56, c) 53 bis 54, df) 51, gl u. i) 55, g2 u. h) 53 Mark

je 50 kg Lebendgewicht. Der seit dem 1. August auf die Rinderpreise eingetretene jahreszeitliche Zu­schlag von 1 Mark auf den Märkten in Kurhessen bleibt bis zum 3. Dezember d. I. bestehen. Im übrigen erfahren die Höchstpreise für Kälber und Schafe keine Veränderung, ebenso bleiben die Grundpreise für Rinder auf den Märkten im Rhein- Main-Gebiet unverändert.

Rhein-Mainische Börse.

INiitagsbörse zuversichtlicher.

Frankfurt a. M., 31. Aug. Die Börse war auf kleine Käufe der Kundschaft am Aktien­markt überwiegend weiter fest. Da auch vielfach etwas Angebot herauskam, gestaltete sich das Ge­schäft unter leichten Kursschwankungen lebhafter, zu­mal sich auch der Berufshandel weiter betätigte. Hin­sichtlich der weltpolitischen Lage war man weiterhin etwas zuversichtlicher. Die ersten Kurse setzten auf fast allen Gebieten um durchschnittlich 1 bis 1,50 v. H ä.oher ein, und eine Reihe von Papieren erzielte Steigerungen von 2 v. H. und mehr, wobei vielfach die Marktleere bestimmend war. Nach Pause kräftig erhöht waren Siemens mit 182 (175,25), auch sonst sich nach Elektropapieren verstärkte Nachfrage. ^9®' 108 bis 108,50 (107,75), die übrigen Werte sich bis 1 v. H. Am Montanmarkt befestigten

Cnz?^c5rmann °uf 103,40 (102), Rhemstahl auf 128,50 (127,50), Hoesch auf 105,75 (104,75) und Ver- em. Stahl auf 99,75 bis 100 (99,25). Maschinenaktien gewannen zumeist 1,50 v. H , Rheinmetall 1,75 v. H ouf 123,25, Adlerwerke unverändert 100. Bon chemi- che" Werten waren Farbenindustrie mit 147,25 (146) ebhaft, Metallgesellschaft lagen 1,50 v. H. und Gold­schmidt 1 v. H. höher, dagegen Rütgerswerke 0,50 D- leichter. Von Einzelwerten stiegen Bemberq auf 124,25 (122,75), Conti Gummi bei kleinem Um- d*L\QU<L 193 (189,50), Deutsche Linoleum auf 150 (148), Berger Tiefbau auf 141 (139) und AG für Verkehrswesen auf 117 (116). Reichsbank knapp ?^o ^en lmt 177 (177,50), ebenso Lghirnyer mit 117,75 (118).

21m Rentenmarkt war die Haltung im ganzen behauptet, das Geschäft blieb ziemlich ruhig Von den variablen Werten gingen Reichsaltbesitz leicht zurück auf 129,30 (129,50). Reichsbahn-VA. 0,13 v. H. höher mit 122,65, Kommunal = Umschuldung unverändert

Mit Ver Sahnen-Karre durch die Steppe.

Erlebnisbericht aus dem ehemaligen Deutsch-Sübwest. Don Eva MacLean.

Eilpost her Steppe.

Wir tranken zum neunten Male Kaffee an die­sem Tag. Im Schatten eines Kameldornbaumes, vor einem weißen Farmhaus. Niemand ifg f freundlicher als die deutschen Farmer in Sudwest. Wo wir heute auch hingekommen waren auf unie- rer einsamen Fahrt durch den Busch o f große oder kleine Farmen war'immer hatte man uns erst mal etwas gegen den Durst gerelcht. Mor­gens, als wir Windhuk, die freundliche Landes­hauptstadt, verlassen hatten kehrten wir 'm Dorbe.- fahren bei alteingesessenen Farmern in d ren bl n- kendes Porzellan, bequeme Stuhle und ein starker buftenber Taffee behäbigen Wohlstand errieten. Ieht mar es Nachmittag, aus dem Gebirge waren wir in die Steppe gekommen, von den alten Far­mern zu den Neu-Siedlern, wir saßen nicht mehr auf Polsterstühlen, sondern auf Benzinkisten und der Kaffee der war sicher nicht an einem Kaffee­strauch gewachsen: aber er floß feucht durch die Kehle, und das war bei. dieser mörderischen Hitze Labsal genug. Junge Ehepaare wohnten hier drau­ßen, zumeist noch nicht lange von Deutschland ein­gewandert, wagemutige, unverbrauchte Menschen, die in unverwüstlicher Tatkraft sich und ihren Kin­dern eine neue Heimat im gesunden Steppenland

schufen.

Auf Frachtfahrt waren wir heut mit einem Ungetüm von Lastauto, das Menschen und Güter auf die einsamen Farmen im Busch beförderte, und die Eilpost be;r Steppe war. Bunt zusammengewür­felt wir. Fahrtgenossen: ein deutscher Farmer und seine beiden Jungen, eine dicke Burenfrau, ich und Herr Traut, unser prächtiger Frachtführer, der in sieben Sprachen fluchen konnte. Mit sorgenvollem Gesicht saß er, vertieft in seinen Besorgungszettel, auf dem derKrimskrams für die Wei- b e r" verzeichnet stand. Als Vertrauensmann für alle Farmen, die anseiner Pad" lagen, mußte er den Kopf Hinhalten, wenn er den Liebesroman, die Pantoffeln oder die falschen Zähne an verkehrten Stellen abgab und womöglich eine der siebzehn Be­stellungen vergaß, die er noch mündlich mitbekom­men hatte.

Während die anderen Männer über Rinder und Karakulzucht reden, hatte ich ein ernsthaftes Ge­spräch mit der Farmersfrau. Sie schien etwas auf dem Herzen zu haben mein Hosenrock hatte es ihr angetan. Diese Erfindung war ihr neu und unheimlich und doch verlockend. Im Nebenzimmer ließ ich sie ihn schnell anprobieren eine Frau hat auch in der Steppe ihre Kleidersorgen.

Draußen in der Sonne klapperte unser Petrus mit den Sahnekannen, ein gelbgesichtiger Bastard, in dessen Adern sich Blut von Buschmann, Hottentott und Kaffer begegnete. Wie ein Berg türmten sich Kisten, Säcke und Fässer auf der Tragfläche des Wagens; ein Verschlag stand auch noch droben: aus dem ein riesiges schwarzes Schwein heraus­grunzte. Petrus verstaute die Kannen, hing feuchte Lappen darum und ließ die Autohupe ertönen. Bei diesem Aufbruchszeichen erkletterten die Jungens den Schweinekasten; neben dem Fahrer breitete sich die Burenfrau aus, und der hagere Farmer und ich teilten uns in den Rest der Dank. Irgendwo klebte noch Petrus am Wagen. Dann ratterten wir davon auf gewundener Pad in die Einsamkeit der Steppe hinaus.

Derzweifiungskampf gegen Heuschrecken

Man soll nicht sagen, daß die Reiseromantik in Südwest gestorben ist, weil man nicht mehr mit 24 Ochsen, sondern mit 24 PS durchs Land fährt. Unser Wagen war eine Persönlichkeit und hafte seine Eigenart so gut wie jeder Mensch im vorgerückten Alter auch. Zum Beispiel wollte die Vierradbremse nicht mehr. Dafür ging die Handbremsemeistens". Doch durfte sie nicht überanstrengt werden, und wenn es einmal steil bergab ging, beratschlagten wir kurz, ob man sich die Bremse > leisten sollte oder nicht. Meistens entschieden wir uns fürnicht". In den sandigen Flußbetten, die man im SüdwestRi- viere" nennt, kam es oft zu unfreiwilligen Halten, wenn die Räder im lockeren Sande mahlten und der Wagen feststand. Leider hatte der Satan in einem Revier vom letzten Regen f^r eine große Wasserpfütze übriggelassen. Gemächlich rollte das schwere Auto hinein und gemächlich zogen es einige Stunden später vier Ochsen wieder heraus; wir waren in bodenlosen Morast geraten. Das war aber kein Grund zur Aufregung wer wollte bei

so einer Fahrt nervös werden! Wo man doch in­zwischen ein Feuerchen anzünden und Kaffee kochen kann!

Herr Traut hatte schon vor Stunden mit dem Pfeifenstiel in die Steppe gedeutet nach einer dunk­len Wolke, die wie eine Rauchfahne über dem Horizont stand.Dort kommen die Heu­schrecken", hatte er gesagt. Und jetzt waren sie da. Ein dünnes Brausen näherte sich, dann wurde ein merkwürdiger Lärm vernehmbar, dem wir schnell entgegenfuhren. Unweit der Pad lag ein ge­fülltes Staubecken, dessen überfließendes Wasser einen Maisacker berieselte. Rund um diese grüne Oase sprang wie eine Horde Deitstänzer ein Haufen Neger, der in die Hände klatschte und aus Leibes­kräften schrie, weiße Männer und Frauen trommel­ten auf Kochtöpfen, schnalzten mit langen Peitschen und winkten mit Tüchern. Der Farmer kämpfte einen Verzweiflungskampf um seinen Maisacker, den er so gegen die feindliche Uebermacht von Mil­lionen von Heuschrecken verteidigen wollte. In voller Heeresstärke kamen sie jetzt angebraust, fielen wie Regen aus der Luft herab, machten sich gierig über die saftigen Blätter her, bedeckten krabbelnd den Boden, sprangen mir auf Gesicht und Armen herum und krochen in die Bluse hinein. Nicht ein­mal mehr schreien mochte man, aus Angst, daß einem die Tiere in den Mund hüpften. Wild um sich schlagend trat man den rühmlosen Rückzua zum Wagen an, und einzig erfreut war nur das Schwein, das sich laut schmatzend an den Flügeltieren gütlich tat, die ihm der Wind in die Kiste trieb. Eine halbe Stunde später starrten die blattlosen Stümpfe der Maispflanzen in die Luft. Der Kampf war aus- gekämpft, die Tiere hatten gesiegt. Erschöpft ließen die Farmersleute die Blicke über das Schlachtfeld schweifen. Diese Ernte war vernichtet. Umständlich holte der Mann Pfeife und Tabak hervor ein paar tiefe Züge dann sagte er:Wenn ich mich dran halte und gleich morgen mit der Arbeit be­ginne, kann ich vor der kalten Zeit vielleicht doch noch eine Ernte hereinbringen."

Das Auto wird mit der Antilope repariert

Der Abend sank, und die Steppe lag übergossen von lilafarbenem Licht. Unbeschreiblich ist die Sü­ßigkeit der Landschaft Südwestafrikas, wenn sie ein« getaucht ist in diese letzten Strahlen des schwinden­den Tages. Wolkenschleier schwebten am westlichen Himmel, die von innen her zu erglühen begannen, und wie ein blauer Traum lagen die Gebirge des Morgens fern hinter uns am Rande des Himmels. Um uns her ein wogender Ozean von Gras, kein Busch mehr, kein Fels nur noch: Ihre Maje­stät, die Steppe!

Aufgereiht, einer hinter dem andern, zog ein Rudel Strauße vorbei, Elenantilopen und Harte- beefter warfen ihre Gehörne auf und äugten nach dem unheimlichen Tiere hin, das benzinduftend an ihnen oorüberschnaubte.

Das letzte Farmhaus war erreicht. Brüllend drängten sich die Milchkühe in den Kral. Wir füll­ten unser Wasserfaß auf und beschleunigten den Aufbruch, denn es war Zeit, einen Platz für die Nacht zu finden.Bleiben Sie bei uns", rief die Farmersfrau mir nach,wir machen Ihnen ein Bett zurecht". Ich schüttelte den Kops. Wer den Zauber einer afrikanischen. Nacht am glimmenden Lagerfeuer kennt, tauscht eine Schlafstätte dort nicht gegen das weichste Bett.

Eine Bodensenke versprach etwas Windschutz, Petrus zerrte den Holzvorrat vom Wagen und entfachte ein loderndesK a p i t ä n s f e u e r". Rasch verebbte jetzt die Farbenpracht am Himmel, und eine Stille ohnegleichen senkte sich über das abendliche Land.

Noch im letzten Schein der Dämmerung ging Traut an seinen Wagen, die Hände in den Hosen­taschen, und trat im Vorbeigehen einmal gegen den linken Hinterreifen. ..Die Feder ist total kaputt." Langt's noch bis Windhuk?" fragte der Farmer und trat auch noch mal dagegen.Nein."Haben Sie eine neue mit?" Verächtliches Schnauben. Lä­cherliche Zumutung.Na, und was machen wir da?" Ja was machen wir da?Nun, mir werden mor­gen ein Hartebeest schießen und mit den Fellstreifen die Feder umwickeln." Ah so, das mar ja die ein­fachste Sache von der Welt mir mürben am andern Tag das Auto mit einer Antilope reparie­ren. Am Himmel glitzerten schon die Sterne, und in den Kochtöpfen brodelte es. Zufrieden rückten mir am Aeuer zusammen.

94,35, Zinsvergütungsscheine 97,30 (97,25). Pfand­briefe lagen ruhig und unverändert, ebenso miesen Stadtanleihen kaum Abmeichungen auf, höher jedoch 4,50 v. H. Hanau mit 97,90 (97,50). Dekosama I bröckelten 0,13 v. H. ab auf 137,65, 1935er Reichs­bahn-Schatz I 100 (100,10). Industrie-Obligationen notierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Neu eingeführt mürben 4,50 v. H. Deutsche Eisen- rnerke, 4,50 v. H. Hüttenrnerk Siegerlanb, 4,50 v. H. Thyssen zu je 96,75 unb 5 v. H. Thyssen mit 100. 5 v. H. Eisenbahnbank nach Pause1 v. H. auf 79.

Nachdem im Verlaufe verschiedentlich am Aktienmarkt noch mäßige Erhöhungen um etma 0,25 bis 0,50 v. H. eingetreten roaren, lag der Aktienmarkt gegen Schluß des Verkehrs auf Glatt­stellungen der Kulisse eher etwas schwächer, doch war die Entwicklung unregelmäßig. Von den füh­renden Werten gingen Verein. Stahl auf 98,75 nach 99,75 und IG. Farben auf 145,50 nach 147,25 zurück. Das Geschäft wurde außerordentlich ruhig.

Abendbörse sehr still.

Die Abendbörse lag auf allen Gebieten sehr still. Kundschaftsaufträge kamen nur ganz vereinzelt zur Ausführung, im übrigen bekundete man Zurückhal­tung. Die wenigen notierten Papiere hatten meist nominellen Charakter und lagen in Anpassung an Berlin etwas niedriger; besonders die im Mittags- verkehr noch nicht zurückgesetzten Werte zeigten Min­derungen bis 1 v. H. Holzmann verloren 2 v. H. auf 144,50, Metallgesellschaft und Bemberg je 1,25 v. H. auf 120,75 bzw. 123. Von Montanwerten kamen nur Rheinstahl mit 127 (128), Deutsche Erdöl mit 119 (120) und Buderus mit 106 (106,50) zur Notiz. JG- Farben blieben auf dem fast 2 v. H. niedriger liegen­den Mittagsschlußkurs von 145,50 gehalten. Im übri­gen notierten u. a. Licht und Kraft mit 127 (128), Gesfürel mit 126 (126,50), AG. für Verkehr mit 116,50 (117), Deutsche Linoleum mit 149 (150), Adler­werke mit 100,75 (101), Reichsbank mit unv. 177, Demag mit unv. 138,50, Moenus mit unv. 120 und Rheinstahl 0,50 v. H. höher mit 122,50. Großbank­werte notierten wie mittags.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M, 31. Aug. Es notierten (Ge- treibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W 9 196, W 11 198, W 12 199 W 13 200, W 16 203, W 18 205, W 19 207,' W 20 209; Roggen R 11 181, R 12 182, R 14 184, R 15 185, R 16 187, R 17 188, R 18 189 R 19 191, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste, Futterhafer. Wei. zenmehl, Type 812, W 13 28,85, W 16 28 85, W 18 28,85, W 19 28,85, W 20 (Kreis. Alzey) 28,85, W 20 (Kreis Worms) 29,20; Roggenmehl, Type 997, R 12 22,45, R 15 22,80, N 16 22,95, R 18 23,30 R 19 23,50, plus 0,50 RM Fracht- Ausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Weizenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 1100 W19 11,10, W 20 11,20; Roggenkleie R 12 9,95 R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10 50 Müh- lenfestpreis ab Mühlenstation. Treber' getr Wiesenheu, handelsüblich gesund, trocken mit De- satz (bis etwa ein Drittel) an minderwertigen Grä-

Wesenheit, gut, gesund, trocken,' mit un­erheblichem Besatz (bis etwa ein Zehntel) an min­derwertigen Gräsern 5,80 bis 6,00, Erzeugerpreis ab Erzeugers Verladestation, drahtgepreßt bis 40 Pf. Aufschlag. Weizenstroh, bindfadengepreßt und* gebündelt, 2,80, Roggenstroh, bindfadengepreßt und gebündelt, 2,90 bis 3,00, Hafer- unb Gerstenstroh, bmbfabengepreßt unb gedünbelt, 2,40 bis 2 50 Klee. Heu, gut, gefunb, trocken, 7,00 bis 7,50 ab Erzeuger. Verlabestation. Tenbenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 1. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgenbe Marktlage: Vorauftrieb- 1062 Rinber (166 Ochsen, 124 Bullen, 575 Kühe 197 Färsen), 531 Kälber, 148 Hämmel, 74 Schafe und 344 Schweine. Es kosteten: Rinber: Ochsen 35 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 18 bis 43, Färsen 35 bis 44, Kälber 35 bis 65, Hämmel 35' bis 52, Schafe 18 bis 42, Schweine 53 bis 60 Mark Marktoerlauf: Großvieh, Kälber unb Schweine zu« geteilt; Hammel unb Schafe mittelmäßig. ,