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die Menschen zu Zehntausenden und schwingen ihre Fähnchen. Wie Trauben hängen sie an den Fen­stern der Giebelhäuser. Als von der Hauptwache und der Zeil her brausende Heil-Rufe das Nahen des Führers ankündigen, bemächtigt sich der unüberseh­baren Menschenmenge auf dem Römerberg eine un­beschreibliche Begeisterung. Der Führer grüßt mit erhobenem Arm die ihm zujubelnde Menge und betritt dann den ehrwürdigen Römer.

Am Eingang zur Römerhalle wird der Führer vom Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M., Staatsrat Dr. Krebs, mit kurzen Worten be­grüßt unö durch die herrlich geschmückte Römerhalle über die von prächtigem Blumenschmuck flankierte Kaisertreppe zum Kaisersaal geleitet. In die­sem von der Geschichte des ersten Deutschen Reiches durchwobenen Saal, dessen Wände die Bilder deut­scher Kaiser vergangener Jahrhunderte schmücken, hotten sich die Gauamtsleiter, die Generale, die Füh­rer der Gliederungen, Kreisleiter, Behörden und Stadträte und Ratsherren eingefunden. Der Füh­rer begrüßte jeden einzelnen mit Handschlag und dann richtete Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs eine Begrüßungsansprache an den Führer.

Der Wiükommengruß des Stadtoberhaupts.

Dr. Krebs gab der tiefen Empfindung der Bevöl­kerung der Stadt des Deutschen Handwerks Aus­druck, da der Führer, der Ehrenbürger dieser Stadt ist, zum ersten Male den historischen Kaisersaal be­trat. Er entwickelte dann ein Bild der Geschichte der Stadt. An Hand der den Kaisersaal schmücken­den Bilder könne man den glanzvollen Aufstieg des Reiches und aber auch seinen tiefen Niedergang durch die fürstliche Zersplitterung verfolgen. Der Oberbürgermeister fuhr dann fort:Ihnen, mein Führer, blieb es durch die Vorsehung vorbehalten und Ihrer genialen Schöpferkraft ist es gelungen, das wahre Reich der Deutschen zu schaf­fen, das sich nicht stützt auf Bundesverträge und nicht gründet auf die Souveränität von Staaten und Landern, sondern einzig und allein wurzelt in der Souveränität des Deutschen Vol­kes und in der Liebe des ganzen Volkes zu seinem als Retter aus dem Chaos erstandenen Führer, und dessen staatliches Leben sich vollzieht unter dem großen und ewigen Gedanken: Ein Reich, ein Volk, ein Führer... Dieses Werk haben Sie durch die Eingliederung der deutschen Ostmark in das großdeutsche Volksreich gekrönt. Als Sohn die­ses gequälten Landes haben Sie den Ruf nach Be­freiung vernommen, der zu uns ins Reich herüber- drang? und haben dieses Land wieder heimgeführt ins Reich, wie ein Vater den in die Irre gegan­genen Sohn ins Vaterhaus zurückführt: Nicht mit Gewalt, nicht mit Terror haben Sie den Anschluß erzwungen, sondern mit dem Zauberstab des Glau­bens und der Liebe haben Sie sich die Herzen un­serer Stammesbrüder geöffnet und haben sie fest an sich und an das Großdeutsche Reich geschmiedet. Sie rufen uns auf zu einer großen weltgeschicht­lichen Tat und zu einem Treuebekenntnis zu Ihnen und Ihrem unvergänglichen Werk. Der 10. April wird Ihnen beweisen, daß die Stadt des deutschen Handwerks ihres Ehrenbürgers würdig ist, zu ihm steht in unverbrüchlicher Treue und unauflöslicher Verbundenheit, solange die Herzen deutscher Män­ner und Frauen in ihr schlagen. Heil mein Führer!"

Des Führers Dank.

In tief bewegten Worten gibt daraus der Füh­rer der Bedeutung dieser denkwürdigen Stunde Ausdruck:

Ich bin glücklich, daß ich diese Stobt heute betreten kann als Vollender einer Sehnsucht, die einst hier ihren tiefsten Ausdruck fand, und ich bin vor allem glücklich, daß ich dabei zum ersten Male in meinem Leben in diesem herrlichen Saale weile. Das Werk, für das vor 90 Jahren unsere Vorfahren kämpften und bluteten, kann nunmehr als vollbracht angesehen werden. Ich bin dabei der lleberzeugung und der felsen­festen Zuversicht, daß dieses Werk, das neue Großdeutsche Reich, für alle Zu­kunft bestehen wird, und es ist getra­gen vom deutschen Volke selb st und gegründet auf die unvergängliche Sehnsucht des deutschen Volkes nach einem Reich."

Mit herzlichen Worten dankte der Führer ab­schließend der Bevölkerung der Stadt Frankfurt am Main für den Empfang, den sie ihm bereitet hat. Die Zehntausende auf dem Römerberg, die den feierlichen Begrüßungsakt, durch Lautsprecher übertragen, miterlebt hatten, verlangten nun stür­misch nach dem Führer. Ihr durch ununterbrochene Sprechchöre zum Ausdruck gebrachter Wunsch wurde erfüllt. Die Tür zum Balkon des Kaiser­saals öffnete sich, und als der Führer mit dem Gauleiter auf den Balkon hinaustrat, brauste der Jubel orkanartig über den Platz und brach sich in vielfältigem Echo an den Wänden der schmucken Fachwerkhäuser. Immer wieder grüßte der Führer die Menge, die nicht müde wurde in ihren be­geisterten Treuebezeugungen.

Nachdem dann der Führer sich im Kurfürsten­zimmer in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt eingetragen und unter Führung von Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Staats­rat Dr. Krebs noch den Bürgersaal mit seinen großen historischen Wandgemälden besichtigt hatte, verließ er den Römer. Die Fahrt des Führers zum HotelBaseler Hof" gestaltete sich zu einem neuen Triumphzug. Auf dem Wiesenhüttenplatz, vor dem Baseler Hof", warten dann Zehntausende auf die Abfahrt des Führers zu der Kundgebung in der Festhalle. In Sprechchören rufen sie ununterbrochen nach dem Führer, der denn auch wiederholt, um- brandet von leidenschaftlicher Begeisterung, sich auf dem Balkon des Hotels zeigt.

Oie Führer-Kundgebung in der Festhalte.

Jubelndes Bekenntnis Hessen-Nassaus zu Volk, Führer und Reich.

Eigener Äerichi des Gießener Anzeigers.

Nun sitzen wir in der Frankfurter Festhalle, der Stätte so vieler großer Massenkundgebungen der nationalsozialistischen Bewegung. Das weite Rund der mit festlichem Rot bespannten Ränge des in sei­ner kühnen Eisenkonstruktion immer noch imposan­ten Hallenbaues ist nun, schon fast zwei Stunden vor Beginn der Kundgebung, ein schwarzwoaendes Menschenmeer. Kopf an Kopf ziehen sich die Rechen bis auf die höchsten Galerien unter das Glasdach hinauf. Auch im Parterre füllt sich Block auf Block, ein Querschnitt des ganzen Volkes, das aus allen Teilen Hessen-Nassaus heute freudigbewegten Her­zens in die Gauhauptstadt geeilt ist, um dem Füh­rer zu huldigen. Wie die ganze Westmark , so ver­mag auch unser Gau ganz besonders die Größe und Kühnheit der Befreiungstat des Führers zu er­messen, die drüben im deutschen Südosten Mil­lionen deutscher Volksgenossen von dem brutalen Terror eines ebenso intriganten wie herrschsüchtigen und machtlüsternen Regimes erlöste und das herr­liche Kleinod, das Land Oesterreich, wieder in die Krone des Reiches einfügte.

Mit Fug und Recht hat der Führer in seiner Ansprache im Kölner Gürzenich daran erinnert, daß ja auch für die deutsche Westmark erst vor zwei Jahren die Befreiungsstunde geschlagen hatte, als das Reich nach Wiedererringung der Wehrfreiheit auch die bis dahin entmilitarisierte Zone der West­mark wieder in seinen starken Schutz nahm. So empfindet man hier in Frankfurt, wo erst vor so kurzer Zeit mag es uns auch im unerhört raschen Ablauf der großen Ereignisse dieser letzten fünf Jahre seit der nationalsozialistischen Machter­greifung fast eine Ewigkeit dünken die gänzlich überraschend einrückenden Truppen der deutschen Wehrmacht und die ersten Geschwader der jungen deutschen Luftwaffe jubelnd begrüßt worden sind, so empfindet man hier doppelt mit den österreichi­schen Brüdern, die in diesen Tagen dank Dem küh­nen Entschluß des Führers ähnlich überraschend reichsdeutsche Soldaten und reichsdeutsche Geschwa­der als Befreier und Boten einer neuen schöneren Zukunft in der Einheit des großen deutschen Volks­reiches umjubeln durften. Diese Analogität der Er­eignisse drängt sich besonders in dieser Halle auf, in der das Volk Hessen-Nassaus einst nach jener nicht minder kühnen, erst wahrhaft eine eindeutige Lage schaffenden Befteiung der Rheinlande dem Führer in einer großartigen Kundgebung der Treue und Dankbarheit huldigte.

Und nun bildet die Festhalle wieder das vertraute Bild der in erwartungsvoller Spannung harrenden Menge, die inzwischen auch den letzten Platz im weiten Rund gefüllt hat. Von der hohen Kuppel wallen die viele Meter lange Fahnen der Partei und ihrer Gliederungen in den Saal herab, die Symbole der SA. und ff, des Reichsarbeitsdienstes und der Deutschen Arbeitsfront, der Hitler-Jugend

und des Jungvolks. Mahnende Spruchbänder mit zündenden Parolen für die Volksabstimmung unter­brechen das Rot an der Brüstung der Ränge. Mit größter Anteilnahme folgt die Menge dem feier­lichen Einmarsch der Fahnen und Stan­darten, unter denen zum ersten Male auch die Ehrenzeichen der Wehrmacht aufmarschieren. Zwi­schen die Blöcke der Zuhörer im Parterre rücken breite Kolonnen Politischer Leiter und Soldaten der Wehrmacht im Stahlhelm, ein eindrucksvolles Symbol der Einheit von Partei und Wehrmacht im nationalsozialistischen Staat. Die hohe Redner­kanzel an der Stirnseite der Festhalle ist überhöht von einem großen silbernen Hoheitszeichen auf tief­rotem Hintergrund, vor dem die Standarten der SA. - Gruppe Hessen Aufstellung nehmen.

Gauleiter Sprenger eröffnet die Kundgebung.

Nun löst sich die Spannung, unter dem Jubel der Massen betritt Gauleiter Sprenger die Ehrentribüne und eröffnet die Kundgebung mit einem Gedenken aller derjenigen, die ihr Leben für Deutschland hingegeben haben, der Millionen Opfer des Weltkrieges in Deutschland und im ehe­maligen Deutsch-Oesterreich, der Nationalsozialisten, die in Treue zu Volk, Führer und Reich gefallen sind, und auch all derer, die an ihren Arbeits­stätten ihr Leben für ihr Volk ließen, insbesondere der Opfer, die eben erst das Bauunglück auf dem Luftschiffhafen Rhein-Main gefordert hat. In er­griffenem Schweigen ehrt die gewaltige Versamm­lung nach den ernsten Worten des Gauleiters die gefallenen Helden des deutschen Volkes.

Der Gauleiter hak feine Ansprache gerade beendet, als der Führer nach einer beispiel­losen Triumphfahrk durch die Straßen Frank­furts die Fe st Halle betritt. Sobald er auf der Ehrentribüne sichtbar wird, brechen die Massen in eine Begeisterung ohnegleichen aus, alles hat sich von seinen Plätzen erhoben und jubelt, ergriffen von der Größe des Augen­blicks, dem Befreier und Einiger des deutschen Volkes zu, als er die Treppe herabschreitet und nun unter dem leidenschaftlichen, sich minuten­lang wiederholenden Sieg-Heil der Massen an die Brüstung der Empore tritt und nach allen Seiten mit freundlicher Geste für den überwäl­tigenden Empfang dankt. Roch einmal erhebt fich der Beifallssturm der Massen, als der Gau­leiter den Führer begrüßt. Dann betritt der Führer selbst die Rednerkanzel.

3m Vanne der Rede des Führers.

Deine Stimme dem Führer

denn er allein hat deinen Wunsch nach Gründung einer Familie, den du früher aus Sorge um dos ungewisse Schicksal nicht verwirklichen konntest, zu erfüllen vermocht. Die Familie steht heute unter dem Schuh des Staates, ihre Gründung wird durch zahl­reiche Btoßnahmen, wie durch Ehestandsdarlehen und durch eine wahrhaft foziale Steuerpolitik, nachdrück­lichst unterstützt. Auf diesem Wege wird weiter ziel­bewußt fortgeschritten werden: der kommende Fami­lienlastenausgleich und anderes mehr werden dafür Sorge tragen, daß kein kinderreiches Ehepaar mehr sich in Sorge um das Schicksal der Kinder, die es dem Volke gMw« h-j, z« serzehre» tzr-sHt,__

Der Führer spricht.

Erst noch Minuten legt sich der Beifall, und der Führer kann beginnen. Die geschichtliche Atmosphäre der alten Krönungsstadt der römischen Kaiser deutscher Nation hat ihn umfangen, kaum eine Stadt hat in der Vergangenheit so zahlreiche Beziehungen zur Geschichte der Einheit des Reiches, und so beginnt auch der Führer mit dem vor neunzig Jahren hier in der Deutschen Nationalversammlung der Pa uls- kirche unternommenen Versuch, dem Volke der Deutschen ein Reich zu geben, und damit die Sehnsucht der deutschen Blutsgemeinschaft zu erfüllen. Mit atemloser Spannung folgt die Menge dem weitaus­holenden geschichtlichen Rückblick, 'Den der Führer gibt. Deutschland war damals noch zu sehr befan­gen in stammesmäßigen und dynastischen Vorstel­lungen, um für eine Einheit von Staat und Volk in einem großen starken Reich reif zu fein. Das schuf erst die kleindeutfche Lösung Bismarcks, der als einer der größten Staatsmänner der Ge­schichte das unter den damaligen Verhältnissen ein­zig Mögliche, nämlich den festen staatlichen Kern formte, den auch der Weltkrieg nicht zu zer­brechen vermocht hat. Ader erst die nationalsoziali­stische Idee, so stellt der Führer unter der jubelnden Zustimmung der Massen fest, konnte das Volk selbst an Stelle der einzelnen deutschen Stämme in den Mittelpunkt rücken. Nun schildert der Füh­rer als der tiefschauende und -schürfende wahrhafte Praeceptor Germaniae der gebannt seinen Worten lauschenden Menge, wie gerade im Augenblick der staatlichen Einigung der Klassenkampf es unternahm, das Volk in sich aufzuspalten und im Jahre 1918 an sein Ziel gelangte.

Ein Sfurm der Begeisterung pflichtete dem Führer bei, als er nun bas vor ihm stehenbe Problem ber Wiedervereinigung ber auselnan- berklaffenben Massen bes Volkes aufgriff. Sie­ger konnte babei, fo rief bet Führer unter sich immer wieberholenben Ausbrüchen ber Begei­sterung aus, nur bie deutsche Ration fein. Wenn bas nationale unb bas sozialistische Jbeal bis bahin als völlig unvereinbar mitein- dtiber angesehen würbe, so mußte nun beibes miteinander oerbunben werben, benn beibes ist nichts anberes, als bas Aufgehen im Dienst feines Volkes unb höchstes Verantwortungsge­fühl feinem Volke gegenüber. Die ganz im Bann ber Worte bes Führers ftehenben Massen zollen ihm hingerissen Beifall, als er davon spricht, bah er als Frontsoldat bes Weltkriege» für sich bas Recht in Anspruch nehmen burfte, bie Grunbsähe eines neuen Rationalismus unb eines neuen Sozialismus in ber Derbinbung zu einem neuen Jbeal zu proklamieren.

(Ergriffen folgen die Massen dem Rückblick, den der Führer nun auf das Werden der Bewe­gung wirft. Tosender Beifall kommt aus jugend­lichen Kehlen, als der Führer davon spricht, daß in Zukunft nun schon d i e Jugend in die große Schule der Bewegung eintreten wird, um zur Volksgemeinschaft erzogen zu werden, und daß man nur jeden armseligen Tropf bedauern könne, der sich von dem größten Glück der Gegen­wart, lebendiges Glied dieser Volksgemeinschaft zu sein, ausschlösse. Immer wieder brausen die Beifalls­stürme zur Rednerkanzel empor, als der Führer feststellt, daß heute die Sehnsucht des 75-Millionen- vslteL Ütt Deutschen nach eines Zahne unb

einem Reich erfüllt worben ist. Neuer Jubel der Menge rufen die Worte des Dankes hervor, die der Führer den Kämpfern der Bewegung zollt, die bescheiden in aller Stille, aber aus dem tiefen Drang des Herzens heraus als wahre Idealisten ihre Arbeit an der Volksgemeinschaft tun.

Minutenlang tosen her Beifall unterbricht den Führer, als er davon spricht, baß bie Werbe­kraft bes nationalsozialistischen Ideals alle Menschen deutschen Blutes erfaßt habe unb er bann fest stellt:Ich bin nicht Theoretiker geblie­ben, was ich jahrelang unserer Bewegung ver- künbet hatte, habe ich auch erreicht unb durch- geseht!" Fasziniert von ber Gewalt seiner Rebe folgen bie Massen in immer wachsenber Span­nung bcn Worten bes Führers, als er feststellt, baß Dentfchlanb aus bcn Fesseln bes schamlosen Friebensbiktats erlöst würbe unb mit erneuten Stürmen ber Begeiste­rung zollt bie große Versammlung bem Führer ihren Dank, als er erklärt, baß er seit fünf Jahren Blatt um Blatt bieses nichtswürdigen Vertrages aus feinem Einbanb herausgerissen habe, nicht als Rechtsbrecher, fonbern a l s Dieberhersteller bes Rechtes.

Jedes Wort des Führers bekräftigt die aufs Tiefste ergriffene Menge mit nicht endenwollendem Beifall, der sich zu orkanartigem Jubel steigert, als der Führer davon spricht, daß ihn das Schicksal gesegnet habe, als es ihm erlaubte, feine Heimat in das Reich zurückzuführen. Man spürt die innere Bewegung, die ihn überkommt in der (Erinnerung an die Erlebnisse der letzten Tage, als er von dem furchtbaren Elend spricht, das die gewaltsame Tren­nung Oesterreichs vom Reich verursacht hatte. Und neuer Jubel unterbricht ihn, als er mit stolzer Ge­nugtuung feststellt:In drei Tagen haben wir einen Staat Durch eine Idee erobert." Mit einem großen Blick umfaßt der Führer die Massen, die als die Repräsentanten der lebendigen deutschen Volksgemeinschaft vor ihm sitzen, wie er erklärt, daß wir nun ein neues Buch deutscher Geschichte angelegt hätten, das als ersten Ein­trag das millionenfache Ja des deut­schen Volkes am 10. April enthalten solle.

Die innere Bewegung, mit ber ber Führer bann von seiner Mission spricht, in bereu Dienst er von Laub zu Laub gepilgert sei, springt auf bie Massen Über, bie in kaum vorstellbarer Be­geisterung ihm immer wieber stürmische hul- bigungen barbringen, als er zum Schluß er­klärt, er habe so viel für bas deutsche Volk getan, batz jetzt bas beutsche Volk am 10. April auch für ihn an bie Wahlurne treten müsse. Die Begeisterung ber Massen kennt keine Gren­zen, sie entlädt sich in minutenlangem hände- klatschen unb Heil-Rufen auf ben Führer, in benen bas Gelöbnis unwanbelbarer Treue zu Führer, Volk unb Reich zum Ausbruck kommt. Das Eine ist gewiß: bas Volk Hessen - Rassaus wirb am 10. April einmü­tig seine Pflicht tun!

Festlicher Ausklang.

Die Nacht hatte sich über die ganz von festlicher Stimmung erfüllte Stadt gesenkt, als die Kund­gebung in der Festhalle zu Ende war» Viele Schein«

werfer gossen ihr strahlendes Licht über Straßen- züge, über Plätze und über Häuserfronten aus. An vielen Fenstern erglühten Lichterketten in Rot, Grün und Blau. Dor ber Festhalte sandte ein Springbrunnen, magisch von unten her beleuchtet, seine Wassermengen silberschimmernd empor. Die Front des Gebäudes der Oberpoftdirektion bot sich im Lichte vieler Scheinwerfer in einzigartiger Pracht und Schönheit dar.

Noch einmal umbrandete dann der Jubel den Führer, als er wieder in das Zentrum der Stadt zurückfuhr. Dann erst lösten sich die Menschen- mauern auf, dann erst wurde es hinter den Reihen der Absperrmannschaften lichter und schließlich konnten sich auch die Kameraden, die den ganzen Tag schweren Dienst hatten, zu Marschkolonnen formieren unb soweit sie von auswärts herangezogen waren zum Bahnhof marschieren. Dann kam auch Bewegung in die Wagenburgen der Parkplätze und in unablässigem Strom fuhren die Wagen den Stadtausgängen und den Auffahrten der Reichsautobahn zu.

Erst spät nach Mitternacht wurde es in den Straßen der Gauhauptstadt stiller, erst spät klang der ereignisreiche Tag aus, der so vielen Volks­genossen unseres Gaues das erneute Erlebnis der überragenden Persönlichkeit des Führers gebracht hatte.

Oie erste Abstimmung.

Ein einmütiges Ja an Bord des SchulkreuzersEmden".

Bilbao, 31.März. (DNB.) Die erste Abstirn« mung für bas wiedervereinigte Reich sand am Don­nerstag an Bord des SchulkreuzersEmden" im Hafen von Bilbao statt. An der Abstimmung nahmen die in Bilbao und der, näheren und weite­ren Umgebung wohnenden Deutschen und Deutschösterreicher sowie die Besatzun­gen der zur Zeit in Bilbao liegenden deutschen Handelsschiffe teil. Es wurden weit über 400 Stimmen abgegeben, die Hundert vom Hundert aufI a" lauteten. Die Wahlbe­teiligung betrug auf Grund der Abstimmungs­listen ebenfalls hundert vom Hundert. Auch die Kranken, darunter eine 76jährige Greisin aus Oesterreich, waren erschienen. Mehrere Volksgenos­sen hatten den 250 Kilometer weiten Weg von Burgos nach Bilbao zurückgelegt. Andere kamen aus Vitoria und noch entfernteren Orten.

Der SchulkreuzerEmden" lief um 17 Uhr unter ben Klängen ber Nationalhymnen und unter den brausenden Sieg-Heil-Rufen von mehreren hundert Deutschen wieder aus.

Oie österreichische Legion kehrt in die Heimat zurück.

Jubelnder Empfang in Salzburg.

Salzburg, 31. März. (DNB.) Schon in aller Frühe ist hier die halbe Stadt auf ben Beinen. Väter, Söhne und Brüder werden über bie alte Grenze in die befreite Heimat einrücken. In Frei- lassing, auf bayerischem Boden< empfängt die L e - g i o n ihre letzten Befehle. Die braunen Kämpfer mit dem Edelweiß an ber Mütze fiebern vor Un-- gebulb. Dann bie letzten Signale, bie letzten Korn- manbos! Die Männer ber Legion springen in bie Wagen. In schnurgeraber Linie reihen sie sich ein, Punkt 7 Uhr rollt bas erste Fahrzeug über bie alte Reichsgrenze mit dem Führer ber Legion, Obergruppenführer Reschny, unb bann rollt Lastwagen auf Lastwagen mit den Männern ber Legion über die Brücke, hinein in das jubelnde und ergriffene Salzburg. Um 8 Uhr marschiert ein Chrensturmbann ber Legion, der kurz vor bem Weichbild ber Stadt die Wagen verlassen hat, im Paradeschritt auf dem Domplatz auf. Der Gauleiter von Salzburg, Winter st eiger, heißt bie Le­gion in der befreiten Heimat willkommen unb gibt ber Freude Ausdruck, daß sie bie Fahnen wieder mitgebracht hat, bie bas Land so lange vermissen mußte. Obergruppenführer R e s ch n y erinnert an die Zeit vor 15 Jahren, als der damalige Oberste SA.-Führer Hermann Göring der Salzburger SA. die erste Sturmfahne übergeben hat. Unter ben Klängen bes Präsentiermarsches geben die Legionäre die alten Sturmfahnen, die sie drau­ßen im Reich so treu und sicher verwahrt hatten, zurück in die Hände ihrer Kameraden der Brigade Salzburg. Der erste Gruß der Legionäre gilt ben Toten der Bewegung. Die heimgekehrten Fahnen senken sich, die Hände recken sich zum stum­men Gruß, und die Kapelle spielt bas LiebIch halt' einen Kameraden". Aus der Domkirche klingt das Lied Horst Wessels. Ein Sprecher verliest bte Namen ber Männer, bie im Gau Salzburg ihr Leben für bie Bewegung geopfert haben.

In endloser Kolonne geht die Fahrt der Legion weiter nach Oberösterreich, von bem brau­senden Jubel der Volksgenossen begleitet. 60 Kilo­meter lang ist die Kolonne und zählt über 900 Fahrzeuge. Kraftwagen, Krafträder, Lastwagen, Personenwagen auf allen Sitzen Männer mit lachenden Augen unb offenen Herzen, beglückt durch bas Bewußtsein, baß sie jetzt wieder, endlich wieder, in ihrer Heimat sind, im deutschen Oesterreich, im großen deutschen Vaterland. Nur wenigen ist be­kannt, daß ber größte Teil ber Last bes Kampfes um die Befreiung der Heimat auf den Schultern dieser Männer ruhte. Gibt es doch nur wenige Legionäre, die nicht die Arreste und Konzentrations­lager in Oesterreich kennengelernt hätten, keinen, ber nicht seine Existenz verloren hätte Und seine Familie verlassen mußte. Es war eine fruchtbringende Arbeit, die die Legionäre im Reich geleistet haben. Ihre größte Arbeitsleistung stellt wohl ber Bau der Auto st raße auf dem Wallberg dar. Auch im Katastropheneinsatz stellten die Legionäre ihren Mann, bei Ueberschwemmungen durch Wol­kenbrüche und Wildwasserverheerungen und bei Bränden. Groß waren ihre Leistungen und Erfolge auf sportlichem Gebiet. Der Reichswett- fampf der SA. in Berlin 1937, die NS.-Kamps- spiele 1937 in Nürnberg gaben ihr Gelegenheit, ihr Können zu zeigen. Ausgezeichnet waren die Leistun­gen bei den Gepäckmärschen, wo man sie überall unter den Besten fand. Ueberaus groß und für die SA. ehrend waren die Erfolge der Legion, wo immer eine Schisport Veranstaltung durch­geführt wurde. Diese kurze Uebersicht zeigt, daß die Legion, wo immer sie vor eine Aufgabe gestellt wurde, diese unter Einsatz ihrer ganzen Kraft löfte