Ausgabe 
31.12.1937
 
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Oie Welt an der Zeitenwende.

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Erh blick»e <^enkunq der Preise für Kskao-Erzeugnisse.

lassen kann. Wir haben auch schmerzliche Opfer bringen müssen: die Vernichtung desLZ. Hinden­burg" in Lakehurst am 7. Mai, der Untergang des DersuchsbootsWelle" mit 25 braven Matrosen am 20. Januar westlich von Fehmarn in schwerem Schneesturm, das Lawinenunglück der deutschen Nanga-Parbat-Erpedition, und der feige Ueberiall roter Bombenflieger auf das im internationalen Kontrolldienst bei Ibiza liegende deutsche Panzer­schiffDeutschland" haben vielen braven deutschen Männern das Leben gekostet. Auch Arbeit und Ver­kehr haben manche Opfer gefordert. Dennoch erfüllt uns beim Abschied von diesem Jahr stolzes Selbst- bemußtsein ans die Kraft und Tüchtigkeit unseres Volkes, das sich aus Not und Zerrissenheit durch den Nationalsozialismus erhoben hat zu einer (Einheit

Rom, Ende Dezember 1937.

Nach Unterzeichnung der italienisch - englischen Gentlemen-Vereinbarung vom 2. Januar 1937 über das Mittelmeer hatten manche von einer Ver­längerung der Achse Rom Berlin ge­sprochen. Andere sahen eine zweite Achse Rom London entstehen, die dazu bestimmt gewesen wäre, in der europäischen Politik die Zusammen­arbeit zwischen Deutschland und Italien wieder lahm- zulegen. Keine dieser Vermutungen ist im Laufe des Jahres Wirklichkeit geworden. Wohl aber wurde die Achse Berlin Rom von Monat zu Mo­nat stärker und wirksamer, und seit der Zusammen­kunft des Duce mit dem Führer in der Reichshaupt­stadt können nur noch Mißgunst und blinde Vor­eingenommenheit an ihrer Aktionsfähigkeit zweifeln. Italien betrachtet das Werden des neuen Europa und die Befreiung der europäischen Welt von den Fehlern des Versailler Diktats als natürliche Funk­tion der Achse, die zur Seele seiner ganzen Außen­politik auf dem Kontinent und im Mittelmeer ge­worden ist und die mit ihrer antibolschewistischen Losung seit der Bildung des Dreiecks BerlinRom Tokio bis in den Fernen Osten hinüberreicht.

Wo aber steht London? Und wo Paris in dem großen geschichtlichen Prozeß, durch den Mos­kau mit seinen Expansionsbestrebungen endgültig aus Europa ausgeschieden werden muß? Mit dieser Frage trat Italien in das Jahr 1937 ein. Sie ist, was England betrifft, trotz guten Anfangs und des nicht weniger versprechenden Briefwechsels Chamber­lain-Mussolini nicht vorwärts gekommen. Ita­lien hat mit seinem Austritt aus der Genfer Entente keineswegs England oder Frankreich endgültig ab­geschrieben. Die nüchterne Realpolitik Roms läßt eine solche Annahme nicht zu. Wenn Italien vor dem Jahresschluß endlich mit dem Genfer Institut, mit dem es innerlich längst fertig war, abgerechnet hat, so wollte es damit vor allem gegenüber London und Paris darüber Klarheit schaffen, daß die Fiktio­nen der Genfer Liga bei den Auseinandersetzungen mit Rom künftig ebensowenig als Hindernis benutzt werden können wie gegenüber Berlin oder Tokio. Nach dieser Klarstellung muß, wenn Politik über­haupt einen lebendigen Sinn haben soll, im neuen Jahr für die europäische Zusammenarbeit und Frie­denspolitik ein neuer Boden betreten werden.

Das Rüstzeug Italiens dazu ist in Ordnung. Po­litisch baut es auf die Achse BerlinRom und ihre gute Wirkung im Donauraum, wo die Staaten an­gesichts der blinden Politik des französischen Volks­frontregimes sich umorientieren und, wie die Ge­schäftsreise von Delbos zeigte, die Entfremdung gegenüber Paris weitere Fortschritte macht. Italien darf weiter auf seine Freundschaft mit SÜdsla - wien vertrauen, dessen Ministerpräsident Stoja- dinowitsch gelegentlich seiner Italien-Reise vor aller Welt die Möglichkeit'neuer Zerwürfnisse zwischen Rom und Belgrad ausschloß und damit den Frieden an der Adria neu bekräftigte. Italien weiß ferner,

Morden des Jahres 1937 in Verbindung zu brin­gen, ohne daß dafür ein Beweis erbracht worden wäre.

Der äußere Erfolg der Weltausstellung ist leider beeinträchtigt' worden durch die Verspätung, mit der sie begann und durch die Unordnung, mit der sie ausklingt. Denn heute noch weiß niemand recht, ob sie im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll. In finanzpolitischer Hinsicht dagegen hat Frank­reich wieder gewisse Zeichen der Besserung aufzu­weisen. Immerhin dürften die Kassen des Staate? nicht sehr reichlich gefüllt sein, da vor der Rückzah­lung der englischen Anleihe in Höhe von sechs Mil­liarden Franken zwei weitere Anleihen in Holland und der Schweiz, und schließlich noch eine Inlandsanleihe über Schatzscheine notwendig war. Doch verfügt Frankreich trotz anhaltender Passivität seiner Handelsbilanz noch über bedeu­tende Reserven. Darin und im Beharrungsvermögen seiner Bevölkerung liegt das Geheimnis feiner Wi­derstandskraft, obwohl das Jahr 1937 keine Klä­rung gebracht hat.

Sammlung des Mittelstandes aufzu­rufen, so ist der kommunistische Traum schließlich auch von den Sozialdemokraten vereitelt worden, die unter dem Eindruck des Blutterrors in der Sowjetunion und in der Erkenntnis der Verbin­dung zwischen Sowjetregierung und Komintern die Einigpngsoerhandlungen abgebrochen haben. Innerhalb der Rechten ist die von D o r i o t ge­planteFront der Freiheit" in ihren Anfängen stecken geblieben, und über die Sozialpartei senken sich die Schatten der zahllosen Beleidigungsprozesse um d e l a Rocque, die ein unerfreuliches Bild von den Zuständen innerhalb der Gegner der Volksfront zeichnen.

Die zahlreichen Streiks und Zusammenstöße, die ein ernstes Ausmaß besonders in den nordafrika­nischen Besitzungen annahmen, runden das inner- politische Bild Frankreichs. Don der so oft geprie­senen inneren Ruhe zeugt ebenso wenig die in den letzten Wochen so viel besprochene Affäre der soge­nannten Kuttenträger, wobei es nicht an Versuchen gefehlt hat, diese geheimnisvolle Orga­nisation mit verschiedenen Bombenanschlägen und

Bogota, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) Drei Flugzeuge sind über Columbien abge- stürzt, sie befanden sich zusammen mit einem

Handels, die nachweisbar noch zu den höheren Prei­sen eingekauft waren, dürfen bis zum 10. Januar 1938, die alten Bestände des Einzelhandels bis zum 20. Januar 1938 zu den alten Preisen verkauft wer­den. Die neuen erheblichen Preisermäßigungen müssen also vom 21. Januar 1938 ab ohne alle Ausnahme eintreten.

Schweres Flugzeugunglück in Columbien.

Ein kommunistisches Attentat?

; ffrankreichs Weg von Vlum zu Chautemps.

en urnerui' v. (9.-ÖenchteriKiiiei

Paris, Ende Dezember 1937.

Für die Entwicklung der deutsch-französischen Be­ziehungen war die Weitaus st ellung von be­sonderer Bedeutung. Sie hat eine persönliche Füh­lungnahme zwischen leitenden Persönlichkeiten, ständischen Berufsgruppen, zwischen Vertretern der Frontkämpfer, der Jugend, der Kunst und Wissen­schaft beider Länder ermöglicht. Dieser Gedanken­austausch hat manche Ansätze geschaffen. Frank­reichs Außenminister Delbos sagte Anfang des Jahres in einer Rede, man brauche zu Beginn von Verhandlungen nicht unbedingt gleicher Ansicht zu sein und könne schließlich doch zu einer Einigung gelangen. Das deutsch-französische Vertragswert auf handelspolitischem Gebiet, das am 1. August in Kraft trat, bietet in dieser Hinsicht durch die weit­gehende Verknüpfung der Wirtschaft beider Länder einen Ausgangspunkt von großer Wirkungsmög­lichkeit. Die Außenpolitik Frankreichs aber war nach wie vor allzu sehr von dem Schlagwort einerG e- samtlösung" bestimmt, das sich zu den ähn­lichen Vorstellungen von einemunteilbaren Frieden" und von derkollektiven Sicher­heit" gesellt hat, als daß Paris sich bereit gefun­den hätte, eine unmittelbare politische Aussprache mit Berlin in die Wege zu leiten. Bewußt ober un­bewußt zieht Frankreich eine Einheitsfront der westlichen sogenannten Demokra­tien, möglichst einschließlich der Vereinigten Staa­ten, einer europäischen Lösung vor, die nun ein­mal nicht ohne Berlin und Rom gefunden werden kann. Damit setzt Frankreich sich über die geo­graphische Schicksalsgemeinschaft Europas zugun­sten einer Politik hinweg, deren Schwergewicht außerhalb unseres Kontinents liegt.

Es hat in Frankreich nicht an scharfer Kritik des Paktes zwischen Paris und Mos­kau gefehlt. Aber die amtliche Politik vermochte sich nicht von ihm zu lösen. Und man kann viel­leicht mit allerlei Vorbehalten Frankreich das Zeug­nis ausstellen, daß es trotz zahlreicher bolschewisti­scher Versuche, die von Moskau und Rotspanien ausgingen, an der Idee des Friedens festgehalten hat. Daß aber die Entwicklung der spanischen An­gelegenheit, besonders hinsichtlich der Umstellung Englands, für die französische Politik allerlei un­liebsame Ueberraschungen gebracht hat, steht auf einem anderen Blatt und sollte eigentlich den füh­renden politischen Persönlichkeiten eine Lehre ge­wesen sein. Heute scheinen die maßgebenden Fran­zosen nun doch allmählich in Franco den Sieger zu sehen und trösten sich mit der Hoffnung, daß er die Unterstützung seiner Gegner durch Frankreich vergessen und den Neuaufbau Spaniens nicht ohne Frankreichs Hilfe vornehmen werde. Die Ost reise von Delbos, die den Kreis der französischen Außenpolitik dieses Jahres schließt, sollte Frank­reich die Beruhigung wiedergeben, daß es in Europa nicht vereinsamt dasteht.

Der Wechsel von Blum zu Chautemps kennzeich­net die innerpolitische Entwicklung Frankreichs. Der Uebergang von der sozialdemokra­tischen zur radikalsozialen Führung der Volksfront hat sich unter zeitweise sehr ernsten Spannungen vollzogen. Trotzdem bildrt her Links­block nach wie vor die Grundlage der französischen Politik. Die berühmtePause", die Blum unter dem Druck finanzpolitischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten als vorübergehende Vertaaung der von seinen Hintermännern geforderten Reformen im Februar dieses Jahres einschaltete, ist bis auf weiteres zu einem Dauerzustand geworden. Von den blutigen Ereignissen ih Clichy bis zu der dramatischen Auseinandersetzung zwischen dem Se­nat und dem Kabinett Blum zeigt das Kräftespiel der Volksfront die Bestrebungen der radikalsozialen Partei, ihre Selbständigkeit und damit ihre Führer­rolle wiederzugewinnen. In der Politik Chautemps' und seines Finanzministers Bonnet finden sie : besonders nach dem Ergebnis der Kantonalwahlen ihren weiteren Ausdruck. Wenn zu Beginn des Jahres die bolschewistischen Bemühungen um Schaffung einer proletarischen Einheitsfront die Radikalsozialen veranlaßten, demgegenüber zur

Die Leichen der sieben verbrannten Flieger wer­den von dem kubanischen KreuzerPatria" von Buenaventura nach Havanna übergeführt werden.

Bl-ilbad unter den Führern des aeorg sehen Volkes.

Warschau, 30. Dez. (DNB.) Die Tifliser kom­munistische ZeitungSarja Wostoka" bringt die Wahlrede des kommunistischen Parteifunktionärs Beria, der als Henkersknecht Stalins in ganz Kaukasien bekannt ist. Aus dieser Rode er­fährt die Öffentlichkeit die grauenhafte Mitteilung,

| der Panamerican Columbus Society veranstaltet wurde. Die kubanische und die dominikanische Re­gierung hatten bereits vor dem Eintreffen der Flie- ger in Cali die columbianische Regierung um po­lizeiliche Maßnahmen gebeten, da durch domi­nikanische Kommunisten, die in den Ver­einigten Staaten und Portorico leben, ein Attentat gegen die glatte Durchführung des ' -Columbus-Fluges" geplant fei. Daraufhin wur­den die Flugzeuge von columbianischem M l.tär

daß es in Oesterreich und in Ungarn gute Freunde hat, deren Interessen im Rahmen der auf der Achse BerlinRom betriebenen Politik weiter gefördert werden können. Mit Albanien, dessen Grenzen nach der Verständigung RomBelgrad keinem bedrohlichen Druck mehr ausgesetzt sind, hat es seinen Freundschafts- und Bündnisvertrag um weitere zehn Jahre verlängert. Und so kann der Duce heute kraftvoll die antibolschewistische Losung im Mittelmeer vertreten, Italiens Stellungen in Nordafrika und Aethiopien ausbauen und die Be­ziehungen zur arabischen Welt fördern.

Wo Italien dabei in Gegensatz zur Politik des englischen Weltreichs geraten sollte, ist es jederzeit zu Verhandlungen bereit, die seiner An­sicht nach früher oder später werden kommen müs­sen. Im Hinblick darauf hat es auch bereits am Noten Meer mit dem fernen vor wenigen Mo­naten einen 25jährigen Freundschaftsvertrag ge­schlossen und ist im Fernen Osten dabei, über den Antitominternpqkt sich neue Möglichkeiten zu schaffen, die sich nach den Erwartungen Noms nur günstig auf die Mittelmeerfrage auswirken können. Das Mittelmeerproblem ist nach Lage der Dinge in erster Linie eine italienisch-englische Angelegenheit. Italiens Ziel ist dabei die Anerkennung des ostafri- kanischen Imperiums durch England. Der Instanzen­weg über die Genfer Entente ist nach der Austritts- erflärung Italiens für Rom gegenstandslos gewor­den, und nan ist hier sicher, daß die Macht der Tat­sachen schließlich die großen wie die kleineren Staa­ten zur Anerkennung zwingen wird. Vielleicht wer­den sich diese Dinge leichter lösen, wenn mit dem Siege des Generals Franco die spanische Frage endgüftig liquidiert ist, obwohl nicht zu übersehen ist, daß besonders der französisch-ita­lienische Gegensatz sich danach vorübergehend ver­schärfen kann.

Das faschistische Italien sieht aber den kommenden Entwicklungen mit Gelassenheit entgegen. Es ver­traut auf die innere Logik des gradlinigen Weaes seiner Außenpolitik, die Europa wertvolle Beiträge zur Sicherung des Friedens gebracht hat. Italien ist entschlossen, seine militärischen und wirtschaft­lichen Machtmittel auch weiterhin in den Dienst dieser klaren, beharrlichen und verständigungsberei­ten Friedenspolitik bei voller Einsatzbereitschaft zur Wahrung seiner Lebensrechte und Lebensnotwendig­keiten zu stellen. Das Italien des Duce weiß dabei, daß seine Grundstellung, die Achse BerlinRom, nicht etwa eine theoretische Konstruktion, sondern ein geschichtlich gewordenes Gebilde ist, das nicht nur der Lebenskraft von zwei jungen aufstrebenden Völkern entspricht, sondern auch in der Solidarität der faschistischen und der national­sozialistischen Revolution fest verankert ist, die die neue Zeit und das neue Europa schließlich doch gegen alle Verleumdungen siegreich formen und gestalten werden.

woch nach Panama starteten, stürzten sie schon 20 Meilen nach ihrem Start brennend über den Cordillcren ab.

Berlin, 30. Dez. (DNB.) Der Reichskom - missar für die Preisbildung teilt mit: - .... _____________

..Hausseartige Preisst eigerungen für Roh-, streng kfe w a ch t. Als die Flugzeuge am Mitt- kakao auf dem Weltmarkt machten Ende -*- - <** ~ ~ '1'

1936 und bis znm Sommer 1937 die Zulassung von Preiserhöhungen bei Kakaopulver, Tafel­schokoladen und anderen Kakaoerzeugnissen notwen­dig Die seither eingetretene Abschwächung der Weltmarktpreise für Rohkakao macht es möglich, vom 1. Januar 1938 die Preise für Kakaoerzeugnisse erheblich z u lenken. Vor dem Weihnachtsfest hätten die Dreise nur mit chweren Verlusten für Groß- und Kleinhandel ge­senkt werden können, deren Bestände noch zu höhe­ren Preisen eingekauft worden waren. Die neuen ßreife entsprechen ungefähr den Preisen des Mo­nats Oktober 1936 und führen damit die Laden­verkaufspreise für Tafelschokolade bis zu 5 Pf. je 4.afel zurück. Die alten B e st ä n d e des Groß-

Skaates im Jahre 1937 auf dem weifen Gebiet der Kulturpolitik sind hier schon in einem Son­deraufsatz dargestellt worden. An dieser Stelle soll nur noch einmal der Eröffnung des Hauses der deutschen Kunst am 18. Juli und der ersten großen deutschen Kunstausstellung durch den Führer gedacht werden, ferner der ersten Verleihung des am vierten Jahrestage der nationalsozialistischen Revolution gestifteten deutschen National­preises für Kun st und Wissenschaft an den Architekten Paul Ludwig T r o o st, an den Staatsphilosophen der nationalsozialistischen Bewe­gung Alfred Rosenberg, die bedeutenden Aerzte August Bier und Ferdinand S a u er­brach, sowie an den Forschungsreisenden Wilhelm Filchner, schließlich der von Reichsminister Dr. Goebbels angeordneten Abgabe von fünf Pfennigen für jede ausgegebene Theaterkarte zur Sicher­stellung der. Altersversorgung der Bühnenschaffen­den. Die Bemühungen der Reichsregierung um eine Befriedung der Evangelischen Kirche fanden ihren Niederschlag in einem Erlaß des Führers vom 15. Februar über die Einberufung einer verfassung­gebenden Generalsynode. Mehrere große Reden des Reichskirch'-nmiuisters Kerrl gegen Ende des Jahres dienten dem Zweck einer Klärung Jn dem Verhältnis von Staat und Kirche durch die ent­schiedene Feststellung, daß der Staat einzig und allein die Sicherung der religiösen Freiheit im Sinn habe. Am 11. Dezember wurde die Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche dem Leiter der Deutschen Evangelischen Kirchenkanzlei übertragen und die Leitung der Landeskirchen den im Amt befindlichen Kirchenregierungen, in Nassau-Hessen dem im Amt befindlichen Leiter der obersten kirch­lichen Verwaltungsbehörde. Eine kaum faßbare sittliche Verwilderung in einer Reihe katholi­scher Ordensniederlassungen wurde in zahlreichen Prozessen enthüllt, die in voller Öffentlichkeit durchgeführt werden mußten, um die im Ausland verbreiteten Behauptungen zu wider­legen, den Angeklagten seien die Geständnisse ab­gepreßt worden.

Aus dem Gebiet der Erziehung sind so­wohl von der Partei wie vom Staat Maßnahmen von grundsätzlicher und grundlegender Bedeutung angebahnt worden, um, wie es der Führer in feiner großen Reichstagsrede vom 30. Januar aus­gesprochen hat, auch auf dem Gebiete der politi­schen Führung der Nationeinen natürlichen und vernunstgemäßigen Ausleseprozeß" sicherzustellen, durch dendie wirklich fähigsten Köpfe unseres Volkes ohne Rücksicht auf Geburt, Herkunft, Na­men ober Vermögen nur gemäß der ihnen gegebe­nen höheren Berufung zur politischen Führung der Nation bestimmt werden". Auf der Ordensburg Sontho'en im Allgäu umriß der Reichsorgani­sationsleiter Dr. Ley Ende November vpr den Kreis- und Gauamtsleitern einen genauen Plan für die Erziehung des Führernach­wuchses der Partei, nachdem bereits im Januar eine Verfügung des Führers die von Dr. Ley und dem Reichsjugendführer von Schirach ausgearbei­teten Richtlinien für die als Vorschulen für die nationalsozialistischen Ordensburgen dienenden Adolf-Hitler-Schulen genehmigt hatte. Die Erfordernisse der Gegenwart, namentlich die zwei­jährige Wehrpflicht und die Arbeitsdienstpflicht, machten namentlich im Hinblick auf das bevölke­rungspolitisch erwünschte Ziel, Heiratsalter und Familiengründung nicht noch weiter hinauszuschie­ben, eine Verkürzung der Schulzeit not­wendig, was durch einen Erlaß des Reichserzie­hungsministers vom 22. Februar eingeleitet wurde. Ein weiterer Erlaß über die V e reinheit- lichung des höheren Schulwesens vom 20. März über die künftigen Arten der höheren Schulen brachte die organisatorische Schulreform zu einem gewissen Abschluß. Die Ausbildung i für das Lehramt an höheren Schulen wurde durch einen Erlaß vom 6. August für das i ganze Reichsgebiet einheitlich geregelt. Die Ein- i weihung der Bern Hard-Rust-Hochschule i für Lehrerbildung in Braunschweig gab ' am 23. Mai dem Reichserziehungsminister Gelegen- 1 beit, über die Aufgaben des Jugenderziehers im i völkischen Staat grundlegende Ausführungen zu i machen. '

Der Erziehung wie der Volksgesundheit in gleL 1 rfjem Maße bient das Deutsche Jugendherbergs- werk, das im vergangenen Jahr ebenso wie 1 die Heimbeschaffungsaktion der Hitler-Jugend ; einen starken Antrieb erfahren hat. Vom Anna- ' berg aus, der stolzen Gedenkstätte des oberschlesi- ; scheu Selbstschutzes, konnte der Reichsjugendführer ' am 17. Oktober 58 neuerbaute Jugend- , herbergen im ganzen Reich ihrer Bestimmung übergeben, für 19 wurde das Richtfest begangen, zu weiteren 19 der Grundstein gelegt. Bevölke­rungspolitisch von Bedeutung war die Uebergabe der ersten Ehrenbücher an kinderreiche Fa­milien am 2. Dezember. Die weitere Ausdehnung der Kinderbeihilfen, die eine gesetzlich fest­gelegte Abgabe der Arbeitslosenversicherung an das Reich künftighin ermöglichen wird, kündigte Staats­sekretär Reinhardt am 30. Dezember an. Auf dem ersten Relchstreffen der Deutschen Volksqe- sundheitsbeweguna in Düsseldorf stellte der Reichs- ärzteführer Dr. Wagner am 8. August die Ein­führung eines Stammbuches für Volks - g e s u y d h e i t in Aussicht. Die einheitliche Zu­sammenfassung des Deutschen Roten Kreu­zes wird die Leistungsfähigkeit dieser in Krieg und Frieden gleich verdienstvollen Organisation er­höhen und ihren wirkungsvollen Einsatz gewähr­leisten. Am 5. Oktober eröffnete der Führer und Reichskanzler das fünfte Winterhilsswerk des deutschen Volkes, dessen Ertrag mit dem Fort- ' schreiten der wirtschaftlichen Gesundung mehr und mehr auch der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge zugute kommen kann, für die in dem Hilfswerk M utter und Kind" und dem R e i ch s m ü t- terdie. nst die Nationalsozialistische Volkswohl- fahri großartige und in der Welt beisviellos da­stehende Organisationen geschaffen hat. Der ,.T a g der nationalen Solidarität" am 10. De­zember, Htzr mit einem Ertrag der Sammlungen in Höhe von 7,6 Millionen Mark gegenüber dem Dorsahr eine Steigerung um 35,2 v. H. erbrachte, zeigte, wie sehr das Winterhilfswerk Herzenssache de-r ganzen deutschen Volkes geworden ist.

Besonders augenfällige Sinnbilder des nun sich seinem Ende zu neigenden Jahres der Arbeit sind die großen Bauten und Baupläne des na­tionalsozialistischen Reiches. Durch Erlaß vom 30. Januar wurde zur planvollen Gestaltung des : Stadtbildes der Reichshaupt st adt der Archi­tekt Professor Dip.-Jng. Albert Speer zum Gene­ralbauinspektor ernannt, der zum erstenmal bei einem Wettbewerb für den Bau eines neuen Rat­hauses im Verwaltungsbezirk Kreuzberg Richtlinien für die bauliche Gestaltung Berlins bekannt gab. Am 27. November wurde in Anwesenheit des. Füh­rers und Reichskanzlers der Grundstein zu der neuen Wehrtechnischen Fakultät gelegt, mit der

Italien# Kamps um fein Lebensrechl

Von unterem Scb.-Berichtersiatier.

der Anfang gemacht werden soll für den Neubau einer zusammenhängenden Hochschulstadt, die am Westrand Berlins entstehen wird. Am 4. Dezember konnte auf dem Weltflughafen Tempelhof, einem Werk Professor Sagebiels, das Richtfest ge­feiert werden. Neben der Reichshauptstadt sollen nach dem Willen des Führers in erster Linie die Hauptstadt der Bewegung, die Stadt der Reichs­parteitage und die Stadt Hamburg in ihrer bau­lichen Ausgestaltung großzügig und planmäßig ge­ordert werden. Die Weihe des Hauses der Deut­schen Kunst an der Prinzregentenstraße in Mün - d) e n haben wir schon erwähnt, der Führerbau am Königlichen Platz wurde beim Besuch Mussolinis seiner Bestimmung übergeben, an der Lubwig- slroße entsteht das Haus des Deutschen Rechts, wei­tere repräsentative Bauten und großzügige Stra­ßenerweiterungen sind in Angriff genommen. In Nürnberg legte der Führer bei der Eröffnung der ersten Nationalsozialistischen Kampfspiele am 9. September den Grundstein zum Deutschen Sta­dion, an den Bauten auf dem Reichsparteitagsge­lände wurde mit Energie weitergearbeitet. In Hamburg wird eine Riesenhängebrücke entstehen ferner eine Fahrgastanlage an der Stadtseite des Hafens und eine zwei Kilometer länge Uferstraße mit einem Hochhaus von 250 Meter Höhe mit 60 Stockwerken, an das sich ein großer Saalbau an- schließen soll, schließlich einKraft-durch-Freude"- Hotel und weitere Hochhäuser mit 15 Stockwerken Einen besonderen Merkstein erreichte der mit aller Energie vorangetriebene Bau der Reichsauto­bahnen. Am 17. Dezember konnte der General­inspekteur für das deutsche Straßenbauwesen dem 2000. Kilometer der Neichsauwbahn dem Verkehr übergeben. Die am 16 November erlassene Stra­ßenverkehrsordnung soll der seit der na­tionalsozialistischen Revolution durch die persönliche Initiative des Führers gewaltig gestiegenen Moto­risierung Rechnung tragen.

Sv zeigt dieser Rückblick auf ein neues Jahr na­tionalsozialistischer Staatsführung, der nur ergän­zen sollte, was in den letzten Tagen schon in einer Reihe von Sonderaufsätzen behandelt worden ist, ein Bild neuer großer Erfolge, auf die wir stolz sein dürfen, denn geniale Führung und unermüd- l'.cher Arbeitswille haben nüammengemirft um eine Leistung zu schaffen, die sich in der Welt sehen

des Wittens, wie zwei Jahrtausende deutscher Ge- . . . , u. ,................. .....

schichte sie nicht kannten. Ein inniges Gefühl des vierten Flugzeug auf einem Rundflug über Dankes an den Führer, der uns auf dem Wege derlvmerikanische Hauptstädte, der als ,Co- Selbstbesinnung voranschritt, verbindet sich mit ver- lumbus-Flug" von den Regierungen Kubas und trauensoyller Zuversicht, daß auch das nun herauf- der Dominikanischen Republik gemeinschaftlich mit ziehende neue Jahr uns gewappnet findet zu na- A " ' '

tionalfozialistischer Tat für Deutschlands Größe und Freiheit. Dr. Fr. W. Lange.