Ausgabe 
31.3.1937
 
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zösischen Impressionisten aushalten könnte. Hinzu trat als weitere wichtige Erscheinung die Tatsache, daß jedenfalls in der Vorstellung der Engländer Frankreich dieromantische" Rolle Deutschlands einzunehmen begann. In dieser Zeit der Wandlung, die wir nur andeuten konnten, entfaltete sich Austen Chamberlains politische Karriere. Der Gegensatz der Generationen war in England niemals so stark entwickelt wie in Deutschland. Den­noch darf man vermuten, daß sich die Wandlung der Zeit und ihrer Vorstellungen auch im politischen Urteil Chamberlains niederschlug. Er wurde franko­phil, weil es Mode wurde, frankophil zu sein. Mode hier in einem umfassenden Sinn verstanden. Die Linie dieser Entwicklung bis zur Gegenwart weiter­zuziehen, wird unseren Lesern nicht schwer fallen.

Groh-Hamburg.

Inkrafttreten des neuen Gesetzes.

Berlin, 30. März (DNB.) Am 1.April tritt das Gesetz Groß-Hamburg in Kraft. Reichsminister des Innern Dr. Frick erklärte einem Vertreter der Berliner Morgenpost u. a.: Eine starke Zentralgewalt des Reiches allein hat auch die Neuordnung im Gebiet der Niederelbe ermög­licht. Bisher umfaßte der Hamburger Hafen- komplex vier verschiedene Hafenteile, den Hafen von Hamburg, den Hafen von Altona, den Hafen des preußischen Staates in Harburg-Wilhelmsburg und die hamburgisch-preußische Hafengemeinschaft, so daß vier verschiedene Stellen mit der Hafenver- waltung, der Instandhaltung und den Neubauten der Häfen usw. sich befassen mußten, was natürlich eine einheitliche Planung geradezu unmöglich machte. Aber auch die Verwaltung der im Strom­spaltungsgebiet der Elbe gelegenen Gemeinden entbehrte einer einheitlichen Spitze, was sich beson­ders sichtlich in städtebaulicher Hinsicht auswirkte. Mit dem Gesetz über Groß-Hamburg wird das hoheitliche, verwaltungsmäßige, verkehrspolitische, städtebauliche und wirtschaftliche Durcheinander in diesem staats- und volkspolitisch wichtigen Gebiet endgültig beseitigt. Die Bahn für die weitere wirt­schaftliche Entfaltung des Hamburger Hafens und der damit verbundenen Industrie ist endlich frei und die Schaffung ausreichender und gesunder Siedlun­gen für die Groß-Hamburger Bevölkerung ermög­licht. Zum 1. April 1937 wird der Wirtschafts­raum im Stromspaltungsgebiet der Elbe zu einem einheitlichen Land zusammengefaßt. Spä­testens zum 1. April 1938 werden die gesamten in diesem Raum gelegenen bisher hamburgischen und preußischen Gebiete auch ein einheitliches Gemeinwesen, eine einzige Stadtverwal­tung bilden. Damit wird auch die kulturelle Arbeit, ferner die parteipolitische und die wirtschafts­politische Gliederung, die bisher von verschiedenen Gauleitungen und Wirtschaftskammern betreut wurde, eine einheitliche Arbeitsgrundlage im Gau­gebiet Groß-Hamburg erhalten. Hamburg, dessen Einwohnerzahl von 1 218 000 auf 1 678 000 und des­sen Gebiet von 415 auf 746 Quadratkilometer steigt, wird ein Selbstverwaltungskörper mit starker Eigenart werden, insofern, als es neben den groß­städtischen Mittelpunkten weite Landgebiete in sich schließt. So sehr im Interesse von Groß- Hamburg die großen, das Gesamtgebiet berühren­den Fragen einheitlich ausgerichtet und zentral ent­schieden werden müssen, so sehr bedarf die Frage einer bezirklich gegliederten Verwal­tung, nach dem Muster von Groß-Berlin, sorg­fältiger Prüfung. Dadurch konnte vor allem eine kräftigere ehrenamtliche Mitwirkung der Bürger­schaft in den einzelnen Bezirken der Gemeindever­waltung erzielt, und von unten ambauenb, das Gemeinschaftsgefühl in der Bürgerschaft gestärkt werden, daß es ihre Stadt ist, an deren Geschick sie mitwirkt.

©er Weg zum Facharbeiter.

Es war ein Grund übel der Sozialpolitik im mar­xistischen Zwischenreich, daß die deutsche Jugend nicht dazu angehalten wurde, eine richtige B e - rufswahl vorzunehmen und etwas ordentliches zu lernen. An dieser Unterlassungssünde haben wir noch heute zu leiden, was sich 'besonders bei der Durchführung des Vierjahresplanes bemerkbar macht. Denn der Mangel anFacharbeitern ist eines der ernstesten Probleme, die die national­sozialistische Regierung zu lösen hat. Den unae- lernten Arbeiter, der wegen seiner unsicheren Le­bensstellung früher ein beliebtes Agitationsobjekt der II. und III. Internationale war, darf es künftig in Deutschland überhaupt nicht mehr geben. Seit '1933 ist demgemäß das Ausbildungssystem in den handarbeitenden Berufen völlig geändert worden. Durch den Ausbau der Berufsberatung hat sich denn auch eine sehr erfreuliche Entwicklung in der Lehrlingshaltung angebahnt, die, wie der Re­ferent der Reichsanstalt für die Berufsberatung Dr. Handrick mitteilt, heute bereits in einigen Bezirken dazu geführt hat, daß die einheimischen Jugendlichen zur Besetzung der Lehrstellen nicht einmal mehr ausreichen.

Es hat sich also eine völlige Umkehr vollzogen. Während es früher an Lehrstellen mangelte, fehlt es heute teilweise schon an jungen Menschen, die die (ingebotenen Lehrstellen besetzen sollen. Dafür tau­chen jetzt ganz neue Probleme auf, denn es hat sich gezeigt, daß die schulischen Lei st ungen und fertig Leiten der Jugendlichen oft nicht den Ansprüchen genügen, die an einen hochqualifizierten Facharbeiternachwuchs gestellt werden müssen. Das Prinzip der A u s l e s e und der richtigen Berufs­lenkung beginnt also auch hier, die rein zahlen­mäßige Arbeitsplatzfrage abzulösen. Dr. Handrick fordert dementsprechend, daß die beiden letz­ten Volksschuljahre möglichst uneinge­schränkt der Ausbildung der Jugend in Kulturtech- nifen und der Aneignung des elementaren Wissens gewidmet werden. Diese Forderung besagt im we­sentlichen nichts anderes, als was Dr. Ley bereits im vorigen Jahr mit der Ankündigung des soge- nannten Robinson-Jahres erzielen wollte. Die Ausrichtung der inneren Schularbeit nach den Bedürfnissen des Staates tritt also auch hier als sozialpolitische Aufgabe in Erscheinung, wie sie in der kürzlichen Reform der höheren Schulen als na- twnalpolitische Forderung im weiteren Sinne ihren Ausdruck gefunden hat. Ev

Ernennung zum Reserveoffizier.

Der R e i ch s k r i e g s m i n i st e r und Oberbefehls­haber der Wehrmacht weist in einem Erlaß darauf hin, daß keine Bedenken bestehen, Refe­rendare aller Verwaltungszweige, die Reserve­offiziersanwärter find, zum Reserveoffizier vorzu­schlagen, obwohl sie als Beamte noch kein festes Einkommen haben und deswegen wirtschaftlich noch nicht selbständig sind.

In welchem Alter wird geheiratet?

Don Berufen, Frühehen und Kmderfege».

Durch ihre zielbewußte Bevölkerungspolitik hat die nationalsozialistische Staatsführung dafür Sorge getragen, daß die Eheschließungen eine wesentliche Förderung erfahren. Dies ist umso not­wendiger, als in früheren Jahren die Eheschließun­gen und damit die Geburten in steigendem Maße zurückgegangen sind. Es gilt jetzt natürlich auch noch, alle Anstrengungen zu machen, um diese für das Volksganze bedrohliche Entwicklung aufzuhalten und dafür Sorge zu tragen, daß der Wille zur Ehe­schließung und der Wille zum Kind noch viel mehr als bisher Gemeingut aller schaffenden Deutschen wird.

Es liegt auf der Hand, daß die bevölkerungs­politische Entwicklung eines Volkes in untrenn­barem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Eheschließung steht. Wird eine Ehe in frühe­ren Jahren, beifpielsweise bei einem Alter der Ehe­partner von etwa 25 Jahren eingegangen, so ist es nur natürlich, daß aus dieser Ehe, selbstverständlich unter Voraussetzung der Kinder fr eudigkeit, mehr Kinder hervorgehen, als wenn die Ehepartner acht ober zehn Jahre älter sind. Daß dies keine theore­tischen Betrachtungen sind, wirb zur Genüge baburch erhellt, daß die Ehen der handarbeitenden Volks­genossen, in erster Linie also der Arbeiter und der Bauern, bedeutend kinderreicher sind als die anderer Berufe. Vier, fünf und noch mehr Kinder sind dort durchaus keine Seltenheit, während wir im Ver­hältnis dazu nur wenige Ehen akademisch gebildeter Kreise finden, in denen eine solche Kinderzahl er­reicht wird. So können wir also mit gutem Recht erklären, daß diejenigen Völker sich am kraftvollsten entwickeln, in denen das durchschnittliche Heirats­

alter nicht zu hoch liegt. Grund genug also für den Staat, möglichst frühzeitige Eheschließungen zu fördern.

Ein wie enger Zusammenhang zwischen Hei­ratsalter und Beruf besteht, das zeigt eine aufschlußreiche Veröffentlichung des Statistischen Reichsamtes, welche soeben erschienen ist. Aus dieser Zahlenzusammenstellung, die wir weiter unten ver­öffentlichen, lassen sich wichtige Schlüsse auf die Berufsausbildung ziehen, die von wesentlicher Be­deutung für das Heiratsalter ist. In starker Ueber- einftimmung werden die Voraussetzungen für eine Heirat erst dann als gegeben angesehen, wenn der Mann sich in einer wirtschaftlich sicheren Stellung befindet. Diese wirtschaftliche Siche­rung tritt nun aber bei fast allen Berufen, die eine akademische Vorbildung erfordern, erst nach einem Zeitabschnitt von fünf bis zehn Jahren ein, so daß gerade Angehörige dieser Berufe erst verhältnismäßig spät sich zur Eingehung einer Ehe entschließen können. Daß diese Umstände unserer Staatsführung schon seit langem ein Grund dafür sind, Erwägungen darüber anzustellen, in einer Reihe von Berufen die Ausbildungszeit nach Mög­lichkeit herabzufetzen, ist bekannt.

Die nachstehende Statistik, welche im Jahre 1934 für Berlin und die Provinz Brandenburg aufge­stellt ist, in einer Zeit also, in der die Ehestands­darlehen die Frühehen ganz besonders förderten (die Frühehe war im Jahre 1934 um zwei Drittel häufiger als 1932 und doppelt so häufig wie in der Vorkriegszeit), gewährt einen aufschlußreichen Ueber- blick über das Verhältnis zwischen Beruf und Heiratsalter.

Von 100 aus dem ledigen Stande heiratenden Männern untenstehender

Berufsgruppen waren unter Berufsgruppe

23

Jahre alt:

30

32

35

40

25

28

Arbeiter

18,0

41,2

70,4

82,8

90,3

95,7

98,5

Angestellte

7,9

22,5

52,5

68,8

80,1

90,2

963

Selbständige in Handwerk, Industrie, Handel usw.

7,1

21,0

48,3

65,7

76,6

87,2

94,3

Selbständige Landwirte

5,4

15,0

39,9

58,5

74,2

88,9

96,8

Mittlere und untere Beamte

3,6

12,8

46,7

63,1

74,2

85,7

94,0

Lehrer an Volks- und Mittelschulen

1,5

5,2

19,0

35,5

56,0

80,2

91,4

Akademische Berufe

1,6

4,9

26,3

45,7

61,3

78,5

89,3

darunter Geistliche

_

3,5

43,0

64,0

76,8

88,4

94,2

Studienräte

2,1

27,7

52,5

63,8

76,6

86,5

Aerzte

1,2

24,8

41,7

55,5

78,0

89,0

Apotheker

6,0

28,9

42,2

50,6

73,5

80,7

Rechtsanwälte

.

3,2

20,0

39,0

54,7

73,7

85,3

Höhere Beamte *

2,0

19,9

42,7

61,0

76,1

87,5

Mit eindringlicher Deutlichkeit geht aus der vor­stehenden Statistik hervor, daß die Frühehe bei den Arbeitern viel häufiger als bei den Volksschichten ist, bei denen eine langjährige Berufsausbildung vorausgeht. Schon bei den Angestellten ergibt sich ein völlig anderes Bild, hier heiraten nur 7,9 v. H. im Alter von unter 23 Jahren, während bei den Arbeitern der Hundertsatz 2,5mal so groß ist. Etwa die gleiche Lage wie bei den Angestellten zeigt sich bei den Selbständigen im Hand­werk, Industrie und Handel, während schon bei den mittleren Landwirten der Hundertsatz der Frühehen erheblich abfinkt. In wie starkem Umfang d i e Ausbildungszeit bei den mittleren und unteren Beamten so­wie bei den Lehrern an Volks- und Mittelschulen sich hemmend auf eine frühzeitige Eheschließung auswirkt, zeigen die entsprechenden Zahlen von 3,6 v. H. und 1,5 v. H., welche auch bei der nächst höheren Altersstufe von 25 Jahren noch erheblich hinter dem Stand der anderen Berufe Zurückbleiben. Gerade bei den letztgenannten Berufen, die einen außerordentlich starken Hundertsatz der Bevölkerung stellen, wäre die Frage einer Herabsetzung der Be­rufsausbildung besonders in Erwägung zu ziehen.

Besonders kraß jedoch tritt die Tatsache der Spät­ehe bei den akademischen Berufen in Er­scheinung. Nur 1,6 v. H. gegenüber 18 v. H. bei den Arbeitern ist es möglich gewesen, vor dem 23. Le­bensjahr eine Ehe zu schließen. Geistliche, Studien­räte, Aerzte, Apotheker, Rechtsanwälte und höhere Beamte, welche vor dem 23. Lebensjahr heirateten, gab es überhaupt nicht. Auch bei der nächsten Al­tersgruppe ändert sich das Bild nicht wesentlich, wenn man die anderen Berufe daneben hält. Mit am günstigsten schneiden noch die Apotheker ab, bei denen die Ausbildungszeit verhältnismäßig kurz ist, und bereits an zweiter Stelle sind die Geistlichen zu nennen, für die die Berufsaus­sichten sowie die Möglichkeiten einer festen Anstel­

lung in den letzten Jahren recht gut gewesen sind. Aufschlußreiche Rückschlüsse ergeben sich bei den übrigen akademischen Berufen. Der Rechtsan­wal t hat immerhin die Möglichkeit, nach dem zweiten Staatsexamen sich sogleich niederzulassen, während bei den Studienräten sowie bei den höheren Beamten nach Ablegung des zweiten Staatsexamens meist noch eine geraume Zeit bis zur festen Uebernahme in den öffentlichen Dienst vergeht. Am ungünstigsten schließlich ist das Bild bei den Aerzten, welche nach dem zweiten Staatsexamen besonders lange in Kliniken usw. praktizieren müssen, ehe sie an die Gründung einer eigenen Existenz denken können.

Mit Ausnahme der Arbeiterschaft ist also, wie die vorstehenden Ausführungen mit aller Deutlich­keit zeigen, die Frühehe eine seltene Erscheinung. Die Verhältnisse, die im Jahre 1934 in Berlin und der Mark Brandenburg bestanden, wird man mit geringen Schwankungen als für das ganze Reichs­gebiet gültig ansehen können. Die zahlreichen in den letzten Jahren nachgeholten Eheschließungen der über Dreißigjährigen haben naturgemäß eine Er­höhung des Durchschnittsalters zur Folge gehabt. In den kommenden Jahren wird man infolge der günstigeren wirtschaftlicheren Verhältnisse mit einer Senkung des Heiratsalters rechnen können, aller­dings wird, wie das Statistische Reichsamt feststellt, die Arbeitsdienst- und Wehrpflicht sich auch in einer beträchtlichen Abnahme der Frühehen auswirken. Aus diesen Darlegungen geht hervor, daß Mittel und Wege gefunden werden müssen, um bei den Berufen,bei denen das Heiratsalter be­sonders hoch liegt, durch Abkürzung der Berufsausbildung obcr, wenn das nicht geht, durch wirtfchaftlichcBcsserstellung schon währe nd der Ausbildungszeit die Möglichkeiten zu einer früheren Eheschließung zu schaffen. Wa.

Arriba Espana!"

Oie Volksbewegung der spanischen Falange.

Don unserem nd.-Korrespondenien.

Salamanca, im März 1937.

Unser Platz ist draußen unter freiem Himmel, in den klaren Nächten, Gewehr bei Fuß und über uns die Sterne. Laßt doch die anderen feiern und bei schmutzigen Banketten den Tag zerreden. Wir sind auf der Wacht, in froher Erwartung harren wir der Zukunft Morgenröte." Mit diesen Worten schloß am 29. Oktober 1933 im Teatro Comedia in Madrid der junge Jose Antonio P r i m o d e R i - v e r a eine Versammlung, die zur Geburtsstunde der spanischen Falange wurde. Drei Jahre später hat sich diese prophetische Botschaft erfüllt. Die'Geschichte der spanischen Falange in den ersten drei Jahren ihres Bestehens ist eine einzige Kette von Unterdrückungen. Immer wieder mußten die Führer, allen voran der junge Primo de Rivera, in die Gefängnisse, erduldeten die Anhänger der Bewegung vor allem aus Arbeiterkreisen, die unter schärfstem Terror der anarchistischen und kommu­nistischen Gewerkschaften standen, schwerste Miß­handlungen. Gegen denAnarcho-Syndika- l i 5 m u s", das sind die anarchistischen Gewerkschaf­ten, stellt die Falange ihren National-Syn- dikalismus, die nationalen Gewerkschaften. Auch ihre Farben Schwarz-Rot entlehnt die Falange von links, es find die Farben des An­archismus und des Kommunismus in einer Flagge, zu denen als Jnsignium spanischer ge­schichtlicher Größe das durch ein Joch zusammen­gehaltene Bündel der fünf Pfeile derReyes cato- licos, der alten Könige von Aragon, tritt. Der Kampfruf der Falange aber wird:Una Espana! Grande Espana! Libre Espana!Spanien, groß, einig und frei!"

Als der 18. Juli 1936 anbrach, befanden sich in allen Landesteilen Führer und Elite der Gefolg­schaft in den Gefqngnissen. Wo die Erhebung der

Offizierkorps durchschlug, wurden sie sofort befreit und konnten die politische Arbeit aufnehmen. Wo die Bolschewisten die Oberhand gewannen, hat man sie zu Tausenden erschossen. Es wird befürchtet, daß auch der Gründer und Führer im Kerker von Ali­cante dieses Ende fand. Die Bewegung erfaßt heute rund zwei Millionen Menschen. Von diesen gehört etwa eine halbe Million den Arbeitersyndikaten an, 200 000 bis 250 000 bilden diePrimera linea, der waffentragenden Freiwilligen, an den Fronten des Bürgerkrieges, die übrigen gehören der Miliz an, die alle diejenigen umfaßt, die aus irgendeinem Grunde nicht aktiven Waffendienst leisten können, der Bewegung aber an ihren Wohnorten zur Ver­fügung stehen. DieFalange femenina ist mit 80 000 jungen Mädchen und Frauen in der Mit­gliederzahl vertreten und weitere 100 000 heißen flechas, das heißtPfeile", die Mitglieder der Jugendorganisation. Neben diesen Hauptgruppen bestehen nach einige kleinere Organisationen wie z. B. derSEU, derSindicato espanol universi- tario, in dem die Studenten vertreten sind.

Die höchste Spitze der Partei ist nach wie vor Don Joss Antonio Primo de Rivera, der heute totgeglaubte Gründer, der immer mehr zu einer legendären Gestalt wird. Um nun in der Ab­wesenheit des Führers die Führung als solche nicht in Frage zu stellen, wurde am 2. September letzten Jahres in Valladolid eineJunta provisional de mando" gewählt, zu derenJefe" das ist hier Führer der einstige Werftarbeiter Don Manuel Hedilla Larrey, einer der ältesten Kämpfer und engsten Vertrauten Primo de Riveras, be­stimmt wurde. Er ist heute die allein verantwort­liche höchste Instanz der Falange Espanola.

Die M i 1 i c i a s, die Aznar unter sich bat, sind militärische Formationen der Bewegung. Sie sind

rein mi litärisch aufgebaut, Ihre unterste Ein, heit, dieEscuadra", umfaßt 11 Mann, 3 Escua, dras formen eineFalange", 3 eineCenturia", 3 Centurien eineBandera", und 3 Bandera; einenTercio". der mit etwa 900 bis 1000 Mann der Stärke eines Regiments entspricht. An bet Spitze einer jeden Einheit steht immer einJefe", der den littetJefe de bandera" usw. führt. Von derFalange" aufwärts hat jede Einheit eine Standarte mit den falangistischen Zeichen. Be, waffnet ist die Miliz im allgemeinen nur mit dem Gewehr: wo die Möglichkeit besteht, werden die Leute aber auch am Maschinengewehr und int Handgranatenwerfen ausgebildet. Neuerdings be, steht in Salamanca eine Schule für Milizoffiziere, wo Lehrer aus der Armee über Grundfragen der Taktik usw. unterrichten. Die Uniform der Falange- Miliz besteht im wesentlichen aus dem blauen Hemd und einem blauen Kävpi. Der Fronteinsatz der Miliz erfolgt ausschließlich nach den Anordnungen der Heeresleitung.

Die falangistische Presse Spaniens umfaßt heute 46 Blätter, von denen die größten, wie F. E." in Sevilla, Auflagen bis zu 60 000 Stück erreichen. Entsprechend ihrem Kampfcharakter lau« ten die Titel der Blätter. So gibt es in Pamvlona Arriba Espana" (Hoch Spanien!), in San Seba­stianUnidad" (Einigkeit), in ToledoJmperio* (Imperium), fernerLucha" (Kampf),Aguilas" (Adler),Azul" (Die Blauen).

©er Führer

und General Ludendorff.

München, 30. März. (DNB.) Zur Beseitigung von Schwierigkeiten und Mißständen hat im Inter­esse des Volkes zwischen dem Führer und Reichskanzler Adolf Hiller und dem Feldherrn Ludendorff eine eingehende Aus­sprache stattgefunden, die auch das gewünschte Ergebnis erzielt hat. Der Feldherr brachte darauf zum Ausdruck, wie er die rettende Tat des Führers und Reichskanzlers, den Versailler Schänd- Pakt Punkt für Punkt zerrissen zu haben, begrüßt hat, vor allem die Tatsache, daß Volk und Staat wieder wehrhaft und Herr am Rhein find. Er sprach von seinem Wirken für die seelische Geschlossenheit des Volkes, um es zu ernsten Aufgaben zu befähigen. Der Führer und Reichskanzler sprach von feinen Erfahrungen und begrüßte es, daß das Dritte Reich und feine Wehrmacht nun wieder in vertrauensvoller persönlicher Fühlungnahme mit dem Feldherrn des Weltkrieges stünden, wie es einst das alte Heer im Weltkriege und die Kämpfer des 9. November 1923 taten.

Oer Generalgouverneur von Kanada in Washington.

Washington, 31. März. (DNB. Funkspr.) Der Kanadaer Generalgouverneur Lord Tweedsmuir traf Mittwoch zu einem zweitägigen offiziellen Besuch des Präsidenten Roosevelt in Washington ein, wo er mit allen militärischen Ehren empfangen wurde. Der Generalgouverneur erwiderte damit den Besuch Roosevelts in Kanada im vorigen Sommer. Am Donnerstag findet ein Stadtsbankett statt. Es handelt sich um den ersten Besuch eines kanadischen Generalgouver- neurs im Weißen Hause. Die Stellung Lord Tweedsmuirs als Vertreter der Krone scheinen Ver­handlungen auszuschließen, doch hält dieNew York Times" die bevorstehende britische Reichs« konferenz für das mögliche Gesprächsthema.

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Ständige Preiserhöhung für Weizenmehl in London.

London, 31. März. (DNB. Funkspruch.) Am Dienstag ist in London der Preis für Weizenmehl wiederum erhöht worden. Dies ist die sechste Preiserhöhung i m Laufe von drei Wochen. Darum dürfte auch sehr bald eine Brot- Preiserhöhung folgen. Im Augenblick ist das Brot in England schon verhältnismäßig teuer und kostet ebensoviel wie in den Kriegs­jahren.

Züdisch-bolschewistischer Waffenschmuggel.

A m st e r b a m , 30. März. (DNB.) Wie der Tele- graaf meldet, wird von holländischen Behörden streng darüber gewacht, daß mit holländischen schiffen feine Waffen nach Spanien ge« bracht werden. Aus diesem Grunde sollen mit den Schiffen der Reederei van Driel, Rotterdam, dis bisher im großen Umfange den Waffenschmuggel nach Spanien durchführte, nur noch Lebens­mittel befördert werden. Die Waffenschmuggler sollen die Bestimmungen dadurch umgehen, daß die bisher unter niederländischer Flagge fahrenden Schiffe unter d i e Flagge der Republik Panama gestellt werden. Dies fei kürzlich mit dem DampferAnton" geschehen. Auch die Dampfer Andra",Tinga" undNorma", die mit Hollän­dern bemannt sind, befaßten sich nach wie vor mit Waffenschmuggel, ebenso der DampferNorden" zu dessen Bemannung 20 Holländer mit Flugzeugen nach Kopenhagen entsandt wurden, und der unter ber französischen Flagge fährt. Alle diese Schiffe gehören dem jüdischcholschewistischen Waf­fenschmuggelkonzern an, in dem die Gebrüder Wolff und der Sowjetangestellte unsicherer Her­kunft Petersen die führende Rolle spielen.

Meine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler ernannte den bisherigen stellvertretenden Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ministerialdirektor Dr. Dieck- hoff, zum Botschafter in Washington.

*

Der deutsche KreuzerEmde n" hat den Hasen von Alexandrien (Aegypten) wieder verlassen. Seit dem 10. Oktober befindet sich der Schulkreuzer unter dem Kommando von Kapitän zur See Loh­mann auf einer mehrmonatigen AuSbildungsreise.

*

Norman H. Davis, der die Vereinigten Staa­ten auf der Welkz uckerkonferenz in London vertreten wird, ist in England eingetroffen. Amerika, so sagte er, sei bereit, an einer Herab­setzung der Zölle mitzuarbeiten und sich an Versuchen zu einer Rüstungsbeschränkung zu beteiligen. Jedoch scheine in Europa im Augen­blick keine Neigung für eine Abrüstung zu bestehen.

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