Ausgabe 
30.12.1937
 
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bandel beizubehalten, obwohl im Zeitraum von Januar bis Oktober trotz der gesunkenen Weltmarkt­preise die Ausfuhr um rund 1 Milliarde auf 4,46 Milliarden stieg. Die erhöhte Mehreinfuhr an Roh­stoffen ist glatt durch eine verstärkte Ausfuhr ge­deckt worden. Wenn wir uns auch auf gewissen Gebieten etwas einschränken mußten, so sind unsere Ernährungsgrundlagen doch durch die Erfolge des dritten Jahres der Erzeugungsschlacht gesichert. Die Getreideernte 1937/38 liefert nach der amtlichen Schätzung 21,70 Millionen Ton­nen und ist damit nur, trotz der ungünstigen Witte­rung, um 0,08 Millionen Tonnen niedriger als im Vorjahre, wo wir eine gute Ernte hatten. Die Fleischoersorgung wurde zwar beeinträch­tigt durch den Rückgang des Schweinebestandes als Ausfluß des vorhergehenden dürren Sommers, aber eine gute Marktordnung hat dafür gesorgt, daß sie zureichend ist. Im Verlaufe der Erzeugungsschlacht machte sich der Mangel an landwirtschaft­lichen Arbeitern bemerkbar, aber es ist da­für gesorgt worden, daß auch auf dem Lande ein berufsfreüdiges Landarbeitergeschlecht heran- und in die sozialen und sonstigen Verhältnisse hinein- wächst, die der Industriear'beiterschaft eigen waren.

Der Kernpunkt unseres Wirtschaftsaufschwunges, die Wiederein st ellung des Millionen­heeres der Arbeitslosen, machte sich in der Verbrauchs st eigerung bemerkbar. Die Umsätze des Einzelhandels sind um 10 v. S). gegen­über dem Vorjahre gestiegen. Das ist etwa die Zu­nahme der Einkommen. Im Jahre 1933 betrug das Roheinkommen aus Lohn und Gehalt 26,3 Mil­liarden, im Vorjahre 35,9 Milliarden, in den ersten neun Monaten 1936 26,6 und in denen des Jahres 1937 29,2 Milliarden. Die Einzelhandelsumsätze be­trugen in den ersten neun Monaten 1936 19,2, in denen dieses Jahres 21,2 Milliarden Mark. Da­bei läßt sich beobachten, daß auch die Nachfrage nach Nahrungs- und Genußmitteln gestiegen ist, wobei auch gewisse Verschiebungen, z. B im ver­mehrten Fischverbrauch, eine Rolle spielen. Diese , Umlenkung des Verbrauches ist besonders wichtig. Im Jahre 1937 nahm z. B. der Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch um 16 v. S). zu, der von Schweinefleisch infolge der erwähnten Schwierig­keiten, nur um 1 v H, der Verbrauch von See­fischen um 4,4 und der von Milch um 4,9 v. 5).

Die Verstärkung unserer Wehr hatte sich im Jahre 1936 günstig ausgewirkt. Aber im Laufe des Jahres 1937 kamen auch andere Faktoren in Frage, so daß innerhalb des Vierjahresplanes in Industrie und . Landwirtschaft, Wohnungs- und Siedlungs­bau steigende Produktionen zu verzeich­nen waren. Insgesamt beträgt die Steigerung etwa 8 o S). gegenüber dem Vorjahre und geht um rund 17 v. 5). über den Stand des letzten Jahres der Scheinblüte, 1928, hinaus. Die.Statistik für den Eisenverbrauch zeigt ein weiseres Anwachsen trotz der Kontingentierung für Eisen, die gegen Jahres­schluß eine -Erleichterung erfuhr Im Jahre 1937 sind rund 16,5 Milliarden gegen 13,5 Milliarden Mark in der deutschen Volkswirtschaft investiert worden. Die Anreicherung des gesamten Wirtschafts­lebens zeigte sich auch in dem Erfolg der Reichs­anleihen, wir konnten dazu übergehen, eine neue Milliardenanleihe aufzunehmen, weil Schaffen und Sparen unter dem Zeichen des allgemeinen Ver­trauens in die Führung weiter fortschreitet. D. S.

Neuer Börsenkrach in Neuyork.

Unmittelbar nach Weihnachten sackte die Neu- Dorker Börse am 27. und 28. Dezember neuerdings iusammen und erreichte vielfach die niedrigsten urse dieses Jahres. Gleichzeitig wird bekannt, daß ie großen Automobilwerke, die General- Motors, ausgerechnet zum Jahresschluß 30 000 Arbeitern gekündigt haben. Diese Nach­richt fällt natürlich besonders auf wegen des Um­fangs der Maßnahme und ihres Zeitpunktes. Es

Der neue Kurs in Rumänien.

Bukarest, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Bei einem Presseempfang legte Ministerpräsident Goga die Ziele seiner Regierung dar, die er am Neujahrs­lag in einer Rundfunk-Ansprache allgemein bekannt- aeben will. Der nationale Glaube werde der Leitgedanke der neuen Staatsführung sein, und ihre ParoleRumänien den Rumäne n". Diese Parole sei gegründet auf die Dreiheit: Christen- tum, Königtum und Nation. Seme Re­gierung sei, so unterstrich Goga mit Nachdruck, unter Achtung der verfassungsmäßi­gen Formen gebildet worden, und sie werde auch den verfassungsmäßigen Rahmen wahren. Er erbitte sich die Mitarbeit aller ge­wissenhaften Rumänen und wende sich a u ch an die Minderheiten, an der Verwirklichung der geschichtlichen Mission Rumäniens loyal mitzu­arbeiten.

Die Regierung hat noch in der Nacht 4 1 neue Präfekten ernannt, denen die restlichen 30 folgen werden. Alle Verwaltungskörperschaften wer­den aufgelöst und neu ernannt werden. Ebenso rech­net man auch mit der baldigen Auflösung des soeben gewählten Parlaments und der Ausschreibung von Neuwahlen etwa für Anfang April. Die in rumänischer Sprache geschriebenen jüdischen ZeitungenAdeverul",Dimi- neatza" undLupta" sind von der Regierung ohne Angabe einer Zeitdauer verboten worden.

In der Presse geht der Eindruck dahin, daß die Männer der Regierung den Abwehr kampf gegen die Juden, die Demokratie und den Bolschewismus auf ihre Fahnen ge­schrieben haben. Die Bemühungen um ein gesun­des Bauerntum werden durch die Berufung führender Mitglieder der nationalen Bauernpartei, der Nationalzaranisten in die Regierung unterstri­chen. Die Bemühungen werden sich weiter auf eine Nationalisierung der Wirtschaft und der Presse, die in Rumänien stark in jüdischen Händen ist, richten. Auch die bodenständigen Volks­gruppen werden mit ihren Rechten und Wün­schen auf Verständnis bei der Regierung stoßen. Der neue Außenminister Jstrate Micescu erklärte bei der Uebernahme seines Amtes: Er wolle gewis­senhaft alle Bündnisse und Freundschaf­ten, die die Vergangenheit Rumäniens sicherten, bewahren und sich bemühen, freundschaftliche Beziehungen zu allen Ländern zu entwickeln. Die Umstände, unter denen die gegenwärtige Regierung zustande gekommen sei, dürften nicht zu ver­fehlten Auslegungen Anlaß geben. Die

Ereignisse hätten noch nicht ihre letzte Ausdeutung erfahren. Jenseits der Hrenzen müsse man wissen, daß Rumänien feine überlieferte Besonnenheit be­wahren werde.

jurücfboltenöeBeurfeiluna in Ungarn.

Budapest, 29 Dez. (DNB ) Das Regierurigs- blattFüggetlenseg" schreibt, mit der Ernennung Gogas habe sich das bisherige System des rumäni­schen Parlamentarismus geändert. Die Wechfelwirt- schast der beiden Großparteien habe aufgehört. Die Verschiebung nach rechts sei vollständig. Allen An­zeichen nach zu urteilen, wolle König Carol die politische Struktur des Landes vollkommen um­bauen. Das Blatt hält das Kabinett Goga für minderheltenfeindlichUj Magyarfag" und ein großer Teil der übrigen Blätter heben die schaff judengegnerische Tendenz des neuen Kabinetts hervor Die neue Regierung wolle auf Wunsch König Carols mit Uygarn ein freundschaftliches Verhältnis schaffen. Nemzety Ujsag" erklärt, Gogas Betrauung gelte auch für den Fall, haß er ohne Parlament autori­tär regieren wolle. Die Goga-Regierung stehe auf nationaler und christlicher Grundlage und plane wohl große Agrarreformen.Pesti Naplo" meint, obwohl Goga, der in Ungarn aufgewachsen jci, ausgezeichnet ungarisch spreche und Werke großer ungarischer Dichter ins Rumänische übersetzt habe, so sei doch anzunehmen, daß das Siebenbür­ger Ungartum nicht viel Gutes von ihm zu erwarten habe.

Das Regierungs-AbendblattP e ft i U j j a g" er­klärt ebenfalls, man sehe mit der größten Span­nung und Aufmerksamkeit der Minderheitcn- politik der Bukarester - Pegierung entgegen, die für das Schicksal des Siebenbürger Ungartums von lebenswichtiger Bedeutung sein werde. Das Regierungsblatt weist jedoch im Gegensatz zur Linkspresse auf die Möglichkeit einer Verständi­gung Ungarns mit Rumänien hin, und zwar ge­rade auf nationaler Grundlage. Es betont, daß eine Verständigung zwischen zwei ausgesprochen na­tional eingestellten Staaten weit leichter möglich sei als mit einer Regierung, die nicht in erster Linie von nationalen Ideen getragen werde. Der neue Ministerpräsident Goga habe seine Mittel- und Hochschulbildung in Ungarn genossen und sei em ausgezeichneter Kenner Ungarns und der ungari­schen Sprache.

ist durchaus möglich, daß die Direktion der General Motors auch diese etwas sensationelle Wirkung er­zielen wollte, weil sich das amerikanische Kapital, insbesondere das Börsenkapital mit dem Präsiden­ten Roosevelt in einem heftigen Kampf um die Steuer-, Wirtschafts- und Sozialgesetzgebung befindet; sollte diese Deutung der Massenkündigung im Sinne einer Demonstration zutreffen, so wäre ihr ein merkwürdig unsauberer Einschlag kaum abzusprechen. Tatsache aber ist, daß die ame­rikanische Erzeugung in den letzten Monaten sehr rasch gesunken ist. Wir führen nur eine Ziffer aus einer Schlüsselindustrie an: die Erzeu­gungsfähigkeit der amerikanischen Stahlindu­strie war vor dreiviertel Jahren noch zu 84 v. H. ausgenutzt; heute ist ihre Ausnutzung auf 19,2 v. H. gesunken! Die Kurzatmigkeit des Wirtschaftsauf­schwunges, der schon im März 1937 seinen Höhe­punkt erreicht hat, erklärt sich daraus, daß durch eine heftige Streikbewegung kräftige Lohnsteigerun­gen erzwungen wurden Und diese Lohnsteigerungen ließen wieder die Gestehungskosten derartig in die Höhe gehen, daß die Unternehmer zögerten, An­lagen zu errichten, deren Wirtschaftlichkeit nur in den Zeiten einer sehr guten Konjunktur gesichert

war. Diese geschäftlichen Ueberlegungen wurden noch durch die Erinnerung an die verheerende Wirt­schaftskrise am Anfang dieses Jahrzehnts hervor- gehoben Der Endeffekt ist jedenfalls: knapp ein halbes Jahr nach den Lohnerhöhungen steigt die Arbeitslosigkeit bereits wieder in größtem Maß­tab. Die Börse hatte diese Entwicklung durch einen charfen Kursrückgang vorweggenommen, worauf )ann im ^Dezember eine gewisse Erholung eintrat; die neuen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft haben diese Erholung binnen zweier Tage wieder völlig zunichte gemacht.

In arabischer Sprache. ,

London, 27. Dez. (DNB.) Die Britische Rundfunkgesellschaft wird mit der ersten Nachrichtenübertragung in arabi­scher Sprache, am 3. Januar 1938 von 18 bis 18.15 Uhr britischer Zeit auf der Wellenlänge von 31,32 Meter beginnen. An dieser werden sich ver­schiedene Vertreter arabisch sprechender Länder be­teiligen, so Prinz Seif Al-Islam Hussain, der Sohn des Imam von Perne n. Der Gesandte von Saudi-Arabien, der Gouverneur von

Aden sowie der ägyptische Geschäftstra» ger m London werden Begrüßungsansprachen halten. Nach dem 3 Januar wird täglich zu der. selben Zeit eine N-^richtendurchgabe in arabischer Sprache im britilujen Rundfunk stattfinden.

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Unter der UeberschriftLüge gegen Wahrheit- erklärt das römische BlattTeuere^ zu den Rundfunkübertragungen des Londoner ^Senders in arabischer Sprache, England wolle die Stimme der Wahrheit, die es nicht ersticken könne, offenbar durch Lügen übertönen Schon von seher habe sich Großbritannien, das die Verbreitung der Wahrheit fürchte, bemüht, sämtliche Uebermitt» lungswege- des Nachrichtendienstes unter feine un­mittelbare Kontrolle zu bringen Mit der Erfin­dung des Rundfunks sei diese Kontrolle nicht mehr möglich, und so habe die englische Regierung etwas übereilt und vorsichtig den Entschluß zu einem Rundfunkkrieg gefaßt. Die Wahrheit über Palästina, schreibt das Blatt weiter, könne allerdings weder durch kurze noch durch lange Wellen vor den Augen und dem Gewissen der'Welt verborgen bleiben. Jedermann könne fest- stellen, daß die'Lage dort ernst sei, die Eng. länber ihr Mandat durch Anwendung von Gewalt ausübten, das religiöse Oberhaupt jener heiligen Stätten die Flucht habe ergreifen müssen, in einem England anvertrauten Gebiet täglich Blut flösse, die' verbrieften Rechte der Araber vergewaltigt würden und daß schließlich täglich mit neuen un erbittlichen Gewaitmaßnahmen gedroht werde.

Nationale Gegenoffensive vor Ternel.

Die ersten feindlichen Linien erstürmt.

Salamanca, 30. Dez. (DNB Funkspruch.) Der nationale Heeresbericht vom Mittwoch lautet: Unsere Truppen setzten ihre glänzende Ope» r a t i o n im Abschnitt von Teruel fort, sie erstürmten d i e er st en feindlichen Li­nien in einer Tiefe von 2 Kilometer und brachten dem Gegner gewaltige Verluste bei. Mehrere geschlossene bolschewistische Verbände, die versuchten unsere Aktion im Gegenangriff zunichte zu machen, wurden auf gerieben, darunter eine Panzer- Abteilung, von der drei Tanks in unsere Hände fielen. Die nationale Garnison von Te- ruel weist weiterhin alle feindlichen Angriffe zurück und sendet begeisterte Funksprüche.

Der Frontberichterstatter des nationalen Haupt­quartiers nennt den Mittwoch den ersten Tag der großen nationalen Gegenoffensive an der Front von Teruel. Gewaltige Massen von In­fanterie, Artillerie und Fliegern hätten sich daran beteiligt. Vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein hätten die Geschütze keine Minute ge­schwiegen. Ununterbrochen warfen die Flug­zeuge Bomben und machten Tiefenangriffe. Bereits am Mittag habe man alle militärischen Ziele erreicht, doch sei der Kampf fortgesetzt worden. Der rechte Flügel der Nationalen besetzte P e d r i z a , eine wichtige, von den Bolschewisten stark befestigte Bergstellung. An verschiedenen Ab­schnitten der Front beginnen die Bolschewisten sich bereits zurückzuziehen, da ihre Stellungen infolge der Ueberlegenheit der nationalen Luftwaffe und Artillerie unhaltbar geworden sind. Mehrere Offiziere der bolschewistischen Lichter-Brigade fnü z u den Nationalen übergelaufen. Sie berichten, daß die Bolschewisten, um das Ueberlau« fen au verhindern, ihre eigenen Leute in Massen niedergeschossen hätten. In einem Funkspruch, den die Garnison von Teruel sandte, heißt es:Wir sind begeistert über das. was wir sehen und hören. Wir gratulieren besonders der Luftwaffe."

Deutsche Technik 1937.

(An Iahresrückblick von Joachim Boehmer.

Bei der ununterbrochenen Entwicklung der Tech­nik ist es nicht leicht, über ein Jahr einen Ueber- blick zu geben. Das Bild, das sich bei1 einer rück­blickenden Betrachtung vor dem Auge des Be­schauers bildet, gleicht nur zu leicht einem aus einem laufenden Film herausgegriffenen Stehbild, das schwerlich alle charakteristischen Merkmale des Fil­mes in sich tragen kann. So kann auch ein tech­nischer Rückblick auf das Jahr 1937 nur ein Teil­bild des großen Geschehens geben, an dem die deutsche Technik in hervorragender Weise beteiligt ist. Das vergangene Jahr war für die deutsche Technik insofern bemerkenswert, als im April der lang ersehnte und sorgfältig vorbereitete Zusam­menschluß aller technischen Verbände und damit aller in der Technik Schaffenden er­folgte. Hierdurch erhielt das schon durch die Tat unter Beweis gestellte Gelöbnis der deutschen Tech­nik, treu zum Führer stehen zu wollen, eine ein­deutige Bekräftigung. Welchen Anteil der deutsche Ingenieur an der Entwicklung der technischen Wissenschaft und Praxis gerade in den ersten Jahren des Aufbaues des Dritten Reiches gehabt hat, davon legte die große Jahresschau der Technik, die Ausstellung

<5e6f mir vier Jahre Seif"

Zeugnis ab. Sie war ein gewaltiger Rechenschafts­bericht über das Werk des Führers und eine ein­drucksvolle Kundgebung der Technik, die ebenso an dem Bau der Autobahnen wie-an der Ent­wicklung anderer Verkehrsmittel, in gleicher Weise an der Schaffung neuer Textilien wie an der Wiedergewinnung verlorenen Landgebiets in den Küstenstrichen Anteil hat. Während diese Ausstel­lung den Blick auf die Vergangenheit lenkte, galt die zweite große Reichsschau in Düsseldorf, die

AusstellungSchaffendes Volk", der Gegenwart und Zukunft. Es hat noch niemals eine Schau gegeben, die die Leistungen der deut­schen Ingenieure und Chemiker, der Technik und Wissenschaft, so in den Brennpunkt der allgemeinen Teilnahme gerückt hat wie diese Düsseldorfer Aus­stellung. Sie wurde zum Triumph der deutschen Technik und hat dazu beigetragen, das Ansehen deutscher Technik in der Welt zu stärken. Das kenn­zeichnende Merkmal der Düsseldorfer Schau war der Vierjahresplan, d. h. alle Bestrebungen des deutschen Volkes, seine Freiheit aus dem Gebiete der Ernährung und Kleidung, der Werkstoffe und Rohstoffe mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft zu verwirklichen. Millionen Besucher bewunderten hier das Geheimnis der Chemie, die aus Kalk und

Kohle n-cht nur einen wundervollen Autoreifen

schuf, sondern auch' Schläuche und Fußbodenbelag, Isolierstoffe und Gebrauchsgegenstände aus diesen Grundstoffen entstehen ließ. Neben den Kunststoffen waren auch die neuesten Erzeugnisse der deutschen Textilchemie und -technik ausgestellt, war ein Ein­blick in das werktätige Schaffen des Menschen in Industrie und Gewerbe gegeben, wurde gezeigt, mit welchen Mitteln dem arbeitenden Menschen ein be­hagliches Heim geschaffen und neue Kraft durch Er­holung im Gebirge oder an der See geboten wer­den kann. Wer sich von den Leistungen der deutschen Technik ein Bild machen wollte, brauchte nur diese großartige Schau zu besuchen, mußte sie allerdings auch sorgfältig studieren, wenn er die Leistungen verstehen und würdigen wollte. Erinnern wir an dieser Stelle noch an den gewaltigen Erfolg, den die Pariser Weltausstellung der deutschen Technik auf allen Gebieten brachte, so dürfen wir mit Genugtuung feststellen, daß das vergangene Jahr für den deutschen Ingenieur erfolgreich ge­wesen ist. Niemand ist in der Lage, weniger auf seinen Erfolgen auszuruhen als der Ingenieur. Die Technik schreitet so eilig weiter, daß auch kurze Rast Rückschritt bedeutet. Wie wenig die deutsche Technik trotz ihrer Erfolge rastet beweisen die zahl­reichen Fortschritte auf den verschiedensten Teil­gebieten. Denken wir beispielsweise an die Ver­kehrstechnik, so erblicken wir in der Schaffung eines Schiffes mit Frontantrieb ebenso einen Erfolg wie in dem Bau einer unmittelbar angetriebenen Diesel­lokomotive.

Neue Flugzeugtypen,

wie derGroße D e s s a u e r" oder derKau­tz o r", stellen gewaltige Fortschritte dar und sind ein sichtbarer Erfolg der fünsundzwanzigjährigen For- schungsardeit der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. Auf den Autobahnen haben sich die Mo­toren heiße Schlachten geliefert und sind wiederholt als die besten der Welt aus dem Wettstreit hervor- gegangen. In sichtbarem Maße hat sich auch die Um­stellung der deutschen K r a f t st o f f w i r t s ch a f t in der Einführung von Gasen als Treibmittel für Straßen- und Schienenfahrzeuge gezeigt. In Zu­sammenhang mit der Entwicklung der Verkehrstech­nik stand die Schaffung einer deutschen Walflotte, die in tiefem Jahre ihre Arbeiten- aufgenommen hat. Die Ausbildung großer schwimmender

Wastockereien und der Fangflotte

hat zum Ziel, die deutsche Fettversorgung selbständiger als bisher zu machen Nur wer jemals einen Blick in die mit allen erdenklichen Feinheiten ausgestatteten technischen Anlagen derartiger Be­

triebe getan hat, vermag zu ermessen, welche Tat­kraft sich in ihnen ausdrückt. Dem gleichen Ziele streben auch die von der Wissenschaft zur Praxis überführten Versuche zu, auf synthetischem Wege aus der Kohle Fette zu erhalten, die besonders für chemische Betriebe, für die Herstellung von Seife und technischen Fetten von grundlegender Be­deutung zu werden versprechen. Als eine besonders neuartige, dringliche Aufgabe der Technik kann überhaupt das Streben nach

Herstellung künstlicher Nahrungsmittel für Mensch und Tier bezeichnet werden. Erinnert sei nur an die Schaffung eines eiweißhaltigen Kraft­futters, welches auf der chemischen Ausschließung des Holzes, auf der Gewinnung von Hefe und Zucker aus Holz beruht. Die feit vielen Jahren auf diesem Gebiete erkennbaren Fortschritte haben'be­reits zu Großanlagen geführt, die an der Ent­lastung unseres Futtermarktes tatkräftig mitarbeiten.

Auf dem Gebiet der Roh- und Werkstoffe hat uns das vergangene Jahr ebenfalls merkliche Fort­schritte gebracht. Die Wissenschaft war bemüht, durch Anwendung modernster Forschungsmethoden die Schätze der Erdrinde zu erforschen und zu er­mitteln, welche Vorräte im deutschen Lebensraum nutzbar gemacht werden können.

Große Erzvorkommen, bei deren Auswertung früher wirtschaftliche Gesichtspunkte hinderlich im Wege standen, befinden sich im Abbau und ent­lasten unseren Eisenmarkt. In anderen Betrieben wurde eifrig die Vermehrung der Produktion an Lei'chtmetallen, an Aluminium- und Ma­gnesiumlegierungen, gefördert. Am stärksten aber befand sich die Chemie und Technik der Kunst­stoffe in der Entwicklung. Die deutsche Technik kann gerade auf diesem Gebiete für sich Erfolge verbuchen, die anderen Ländern die Grundlage für die Weiterentwicklung ähnlicher Arbeiten bietet. Da­bei ist es gleichgültig, ob es sich um die Gewin­nung neuer Werkstoffe handelt oder um die Verbesserung der Verarbeitungstechnik, durch die die Anwendungsmöglichkeiten der Kunststoffe vermehrt wurden. Was auf dem Gebiete der Textil­chemie und Textiltechnik im vergangenen Jahr er­reicht wurde, kommt am deutlichsten in der zu­nehmenden Nachfrage des Auslandes nach künst­lichen deutschen Spinn st offen zum Aus­druck. Es ist nicht möglich, die vielen kleinen tech­nischen Fortschritte, deren Summe erst einen er­kennbaren Fortschritt darstellt, an dieser Stelle auf­zuzählen. Ob es sich um die Schaffung eines neuen Farbenfilms, um die Entwicklung der F e r n- sehtechnik, um die Entwässerung der für land­wirtschaftliche Zwecke benötigten Bodenslächen oder um die Schaffung von Geräten zur Frischhaltung von Nahrungsmitteln handelt, immer hat die deutsche Technik Pate gestanden, wenn neue Auf­gaben aus den Lebensnotwendigkeiten des Volkes erwuchsen. So stehen deutsche Technik und Wissen­

schaft in eifriger Pflichten.

Arbeit um die Erfüllung ihrer

Oer französische Komponist Maurice Navel f.

Im Alter von 62 Jahren starb in Paris nach> längerer Krankheit an den Folgen einer Operation der bedeutende, auch in Deutschland sehr bekannte französische Komponist Maurice Ravel. Mit ihm verliert Frankreich einen seiner begabtesten, viel- feitigften und einflußreichsten Musiker, einen aus­geprägten Vertreter des musikalischen Jmpressionis«

(Scherl-Bilderdienst-M.)

mus, der die von Debussy begonnene Entwickluna weiterführte und in manchen seiner Werke auch nahe Beziehungen zur modernen russischen Mus», vor allem zu Mussorgsky und Rimski-Korssakow, be­kundete. Ravel, am 7. März 1875 in Ciboure (Niederpyrenäen) geboren, studierte in Paris unö erhielt bereits als Sechzehnjähriger den zweiten Prix de Rome. Die Zahl seiner Kompositionen ist bedeutend; er schrieb Klavierstücke, in denen et an die Tradition der altfranzösischen Meister an- knüpfte, Lieder, Kammermusik, Opern und Ballette; vieles davon ist auch in Deutschland gut bekannt geworden, teilweise sogar in das ständige Konzert­repertoire übergegangen, so beispielsweise sein« RhapsodienEspaniole" undBolero"; auch seine einaktige OperDie spanische Stunde" ist 1,1 Deutschland des öfteren gespielt worden. Es seien ferner genanntLa cloche engloutie (nach Haupt' mannsVersunkener Glocke"), das Oratorium Franz von Assisi", die Sonate für Violine utw Cello, zahlreiche Vertonungen nach Mallarms, Verlaine und Rsgnier und die sehr selbständige Orchesterbearbeitung von Mussorgskys Klavierwert Bilder einer Ausstellung".