Ausgabe 
30.12.1937
 
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lir. 504 Erstes Blatt

187. Jahrgang

Donnerstag, 30. Dezember 1937

ir)d)etni tägltd), aufeei Sonntags und Feiertags ktlagen Dre Illustrierte Vieyener Familienjrlätter Heimat im Bild Die Scholle

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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bei dem starken Markthallenoerkehr sammeln.

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Jah-

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Die irische Verfassung in Kraft

Gehr unterschiedliche Beurteilung in der Dubliner presse.

kaum benutzbar. Die Beerdigungen mußten am Mittwoch im allgemeinen unterbleiben. Zu einem Zwischenfall kam es auf dem Friedhof von Montparnasse, da der ^riedhofwärter sich weigerte, die Tore für einen Leichenwagen zu öffnen. Erst als die Leidtragenden das Ueberfallkom- m a n d o riefen, konnte die Beisetzung unter polizei­lichem Schutz stattfinhen. Den ganzen Mittwoch über trafen in Paris aus der Provinz starke Abtei­lungen von Mobilgarde ein. Aus Brest kamen etwa 100 Offiziere, Mechaniker und Heizer der Kriegsmarine an, die in den öffentlichen Be­trieben eingreifen sollten.

Ein Lahresrückblick Ehamberlams.

o n d o n, 29. Dez. (DNB.) Anläßlich des

Pari!? nnen Tag lang ohne Verkehrsmittel.

2Is sich die Pariser am Mittwochmorgen

reswechsels hat Ministerpräsident Chamberlain eine Botschaft an das Britische Reich gerichtet, in der es heißt, daß sich dienationale Erholung" in einsnn a t i o n a l e n "W o h l st a n d" verwandelt habe. In den letzten zwölf Monaten habe sich die Zahl der Arbeitslosen um 350 000 verringert. Der Außenhandel sei in den ersten elf Monaten des Jahres gegenüber der gleichen Periode des Vor­jahres um 77,7 Millionen Pfund Sterling gestie- gen. Auch auf landwirtschaftlichem Gebiet'sei eine bedeutende Besserung zu verzeichnen. Selbst wenn nach einiger Zeit ein vorübergehender Rückgang des Welthandels eintreten sollte, könne Großbritannien dem unvergleichlich besser Begegnen als im Jahre 1931.

Chamberlain wendet sich gegen den psychologischen Fehler, ständig von einet kommenden Wirtschafts­krise zu reden. Leute, die ständig eine Wirtschafts­krise voraussagten, täten am meisten dazu, 'eine Krise zu schaffen, die vielleicht sonst nicht aufkom­men würde.

In der Außenpolitik ist das letzte Jahr vol­ler ernster Schwierigkeiten und akuter.Besorgnisse gewesen. Es ist aber nicht zuviel gesagt, wenn man feststellt, daß es in einer hoffnungsvolle­ren Atmosphäre zu Ende gegangen ist als irgendeines, das wir seit einer beträchtlichen Zeit erlebt haben. Mit der Billigung des gesamten Landes hat die nationale Regierung'alle ihre Ener­gie dem Wiederaufbau der Verteidi­gungskräfte gewidmet, dessen Fortschritt mit jedem Monat bemerkenswerter wird. Aber seitdem mit der Aufrüstung begonnen wurde, hat die bri­tische Regierung unaufhörlich für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Völkern ge­arbeitet. Wir haben in dem Glauben, daß der Er­haltung des Friedens nur durch gegenseitige Bin­dung und Vertrauen gedient werden könne, bestän­dig vor jeder Tendenz gewarnt, welche die Demo­kratien und Diktaturen in feindliche Saget teilen sollte.

land oder irgendwelche anderen Bestimmungen die­ser Artikel einRecht auf Gebiete oder die Jurisdiktion über ein Gebiet in sich schließen» das T^is des Vereinigten Kö­nigsreichs von Großbritannien und Nordirland ist, oder das sie in irgendeiner Weise die Stellung Nordirlanbs als integrie­renden Teiles des Vereinigten Königsreiches von Großbritannien und Nordirland berühren."

Befriedigung in Wer.

B e l fast, 29. Dez. (DNB.) Der Premierminister von Nordirland, des überwiegend protestan­tischen Ulsters, Discount Lord Craigavon, hat auf die Stellungnahme der britischen Regierung zur neuen irischen Verfassung eine Erklärung ausge­geben, in der zum- Ausdruck gebracht wird, daß die Loyalisten von Ulster die Erklärung der englischen Regierung mit t i e fe r B e - fried igung willkommen heißen. Die Loyalisten benützten diese Gelegenheit dazu, ihre unerschütterliche Treue zur Krone Englands erneut zu bekunden. Zum Schluß sei­ner Erklärung gab Lord Craigavon der Meinung Ausdruck, daß das Inkrafttreten der neuen irischen Verfassung die Wirkung äußern werde, die Ent­schlossenheit Ulsters, allen Angriffen Süd­irlands Widerstand zu leisten, noch zu verstärken, und die .Bande zwischen dem Mutter­lande und Nordirland enger zu knüpfen.

Das WirtschaWhk 1937.

Daß nicht die Wirtschaft, sondern die Politik dis Geschicke der Völker bestimmt, ist eine deutsche Er­kenntnis, die in den außerdeutschen Staaten nur zu einem geringen Teile befolgt wird Die meisten Staaten, die das weltwirtschaftliche Geschehen mit- bestimmen, handeln noch nach der veralteten An­schauung der liberalistischen sogenannten klassischen Volkswirtschaftslehre, die von England ausging und gieren Brüchigkeit vergeblich durch Stützmaßnahmen verdeckt werden soll. So kam im Jayre 1937 die W4 ltwirtschaft nicht zur Ruhe. Die Auftriebs- tendenzen, die nach den Krisenjahren 1929 bis 1932 sich vor allem in den Rohstoffländern durchsetzten, wirkten weiter fort und die einzelnen wirtschaftlichen Maßnahmen der Mächte wurden unterstützt durch große und in der Durchführung begriffene R ü - stungsprogramme. Aber die dadurch bewirkte erhöhte Nachfrage nach Roh st offen hatte eine zügellose Spekulation zu künstlichen Preis­steigerungen angeregt, die vor allem in den USA. bis in den Sommer hinein maßgebend blieben. Um so schärfer war dann der Rückschlag. In den Ver­einigten Staaten wurde er bereits im Juli-August sichtbar und führte dann im Oktober zu Börsen­paniken,, die sich auf London fortpflanzten, wenn sie auch dort nicht so stark in die Erscheinung traten, weil im großen und ganzen die englische Volkswirt­schaft nicht unter dem Rückgang der Produktion zu leiden hatte, die jenseits des Großen Teiches durch zögernde und unzusammenhängende Mittel der Staatsführung nicht behöben werden tonnten.

In der anglo-amerikanischen Welt stehen sich Wirtschaftspessimisten und -Optimisten schroff gegen­über. Man rätselt dort darüber, ob der Jnvestitions- bedarf gedeckt, ob die Rohstofferzeugung die Nach­frage hinter sich gelassen habe, ob schließlich die Löhne auf den hohen Preisen des Frühjahrs ge­wissermaßen festgefroren seien-. Aber es scheint, als ob das Gerede von Deflation und Inflation und Schrumpfung im Produktionsprozeß doch übertrie­ben sei, da der Güterverbrauch der Welt ständig im Wachsen ist und selbst eine noch gesteigerte Rohstoffproduktion glatt ausgenommen werden könnte, wenn die Hindernisse, vor allem durch die selbstsüchtige Manipulation mit Währungs­und Einfuhrvorschr-iften fortfallen. Frankreich ist ein Schulbeispiel dafür. Die neue Abwertung, der Bonnet-Franken, hat naturgemäß keine Wirkung ge­habt, da die Preise schneller davonliefen als die Löhne in Frankreich trotz ihrer gewaltigen Steige­rung und des infolge der 40-Stundenwoche erfolgten Produktionsrückganges, nachfolgen konnten.

Dagegen haben *bie autoritär geleiteten Staaten ein Wirtschaftsprogramm in den Dienst des Allge­meinwohls gestellt, das jedem einzelnen Volksgenos­sen in Deutschland und in Italien* den Lohn für die Mehrleistung garantiert, da die Wirtschaftsmaß­nahmen von einer zentralen Stelle aus . angesetzt und bestimmt werden. Deutschland hat das Wunder verwirklicht, seine Volkswirtschaft und alle, die daran beteiligt sind und das ist jeder einzelne Deutsche einem einheitlichen Willen zu unterwer­fen und den Sand aus dem Getriebe des wirtschaft­lichen Räderwerks fernzuhalten, den liberaliftische Anschauungen in anderen Ländern statt des Schmier­öls in die Maschinerie hineinträufeln. Der neue Geist in der deutschen Volkswirtschaft hat Erfolge gezeitigt, die gerade das Ausland widerwillig hi'n- nehmen mußte. Wenn wir auch mit der Weltkon­junktur und ihren Hemmungen oder Beschleunigun­gen in Verbindung bleiben und das Autarkiegerede nur aus Stimmungsmache gegen uns in der Aus­landspresse noch nachgeplappert wird, so haben wir doch durch den Erfolg unseres Wirtschaftsprotzramms der Welt gezeigt, wie ein Volk, das durch Krieg, Inflation und Deflation ausgebrannt war, sich aus eigener Kraft zu helfen weiß. Gerade dieses psychologische Moment spielt in den Volkswirtschaf-' ten eine Rolle, denn es wird immer so bleiben, daß hinter den Zahlenreihen der Statistiken und der Ertraasberechnungen doch Menschen stehen, die eine lebendige Masse ausmachen. Diese lebendige Masse der Deutschen zusammengefaßt und auf ein Ziel hingelenkt zu haben, ist das Verdienst unserer nationalsozialistischen Weltanschauung, der sich die Wirtschaft glatt einfügt. Sie hat uns befähigt, in­mitten einer von Krisenahnungen geschüttelten Welt ruhig und gesichert vorwärts zu arbeiten. Wir haben nicht nur die über 7 Millionen betragende böse Erbschaft an Arbeitslosen überwunden, sondern wir haben im vergangenen Jahr das Gewonnene behauptet und weiter fortgeführt.

Dazu war vor allem nötig, daß ein Gerüst für die deutsche Volkswirtschaft gegeben wurde: der zweite V i e r'j a h r e s p 1 a n. Er zielt darauf, die produktiven Kräfte Deutschlands zu entwickeln und setzte auf allen Gebieten der Volkswirtschaft ein, damit dieses Ziel erreicht würde. Vom Pimpf, der Staniolpapier und Zinntuben sammelt, über die Hausfrau, die den wertvollen Küchenabfall für die Schweinemast aufhebt, über die vielfachen wirt­schaftlichen Maßnahmen hinweg wird das Ziel er­reicht, das die ganze Nation dem großen Gedanken des Dierjahresplanes dienstbar macht, um nach Möglichkeit von der Einfuhr ausländischer Rohstoffs frei zu werden und das zum Leben und zum Dasein Notwendige aus eigener Produktion zu schaffen. Dabei hilft die hochentwickelte wissenschaftliche Tech­nik mit, die Preise auf der Pariser Weltausstellung, die gerade für die neuen deutschen Werkstoffe ver­liehen wurden, haben aller Welt gezeigt, daß wir uns unabhängig machen von den Launen einer Spekulation in Rohstoffen, die leicht zu politischen Druckmitteln ausgenutzt werden können und in der deutschen Vergangenheit, auch im Weltkriege und nachher, gründlich ausgenutzt worden sind.

Unter diesem großen Gesichtspunkt ist es uns trotzdem gelungen,den Akckiv saldo im Außen-

Der pariser Verkehrsstreik abgeblasen

Verhandlungen erst nach Wiederaufnahme der Arbeit.

Eröffnung der BeickSwinierh'lfSlotterie

Berlin, 29. Dez. (DNB.) Die durch den Reichs­schatzmeister der NSDAP, für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1937/38 angeordnete Los­brieflotterie wird im ganzen Deutschen Reich am 30. Dezember d. I. eröffnet werden. Die jedem Volksgenossen bekanntenGrauen Glücks- männer" werden also wieder unser Straßenbild beleben. Jeder kann durch Kauf eines Loses das Werk unseres Führers fördern helfen.

die Stadt gelangt waren, konnten mittags nicht nach Hause zurückkehren, sondern stürmten die G a st st ä 11 e n der I n n e n st a d t, die gute Ge­schäfte machten, aber zumeist auf einen solchen An­sturm nicht eingestellt waren. In zahlreichen Gast­stätten gab es kein Weißbrot mehr. Einige Restau­rants waren buchstäblich ausverkauft.

Bereits am' Mittwoch waren zahlreiche Gasanstalten und Elektrizitätswerke polizeilich besetzt worden. Das Aus- fetzen der M ü l l a b f u h r machte sich besonders in dem Stadtviertel um die Markthalle be­merkbar. Die Straßen sind infolge der Abfälle, die

Paris, 30. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Ge- nicalffreif bei der Pariser Verkehrsgesellschaft und le den öffentlichen Betrieben wurde kurz nach 5 Uhr früh abgebtafen. Die Arbeit soll heute rwrgen in alten bestreikten Gebieten nieder ausgenommen werden. Die Betriebe dicften jedoch erst in den Vormittagsstunden wie- voll arbeiten, da erst alle Streikenden von der innen Lage unterrichtet werden müssen. Die Ver- ßrlter der verschiedenen Gewerkschaften faßten den Dischluß, den Streik abzubrechen, auf Grund eines oisführlichen Berichtes, der ihnen im Anschluß an di Besprechungen der Gewerkschaftsvertreter mit dm Innenminister erstattet wurde. Offensichtlich hcle die Erklärung der Regierung, daß sie fest e tschlossen sei, das ordnungsgemäße Funktio- tiiiren der wichtigen öffentlichen Betriebe sicher- Z! stellen, bei den verantwortlichen Gewerkschaf- tc starken Eindruck gemacht. Die eigentlichen Der- hmdlungen mit der Regierung werden e r st jetzt tqiinnen, da Ministerpräsident Ehautemps an feiern Entschluß jeden Empfang von Abordnungen bs zur Wiederaufnahme der Arbeit v!zulehnen, festgehalten hat.

Eyaukemvs blieb fest.

^ad) einem^außerordentlichen Kabinettsrat mllas Unterstaatssekretär Bertrand folgende Der- Iiifbarung: Die Regierung ist einmütig ent - sc lassen, den Stillstand der öffent- 1 ich en Betriebe nicht z u dulden. Die 3tigierung will hoffen, daß das Personal von ferner ilonöeren Pflicht gegenüber dem Lande und vom G'ühl der nationalen Solidarität durchdrungen ist im die erforderliche Kaltblütigkeit und die Der- rinft dadurch beweisen wird, daß es ohne Ver - Zug die Arbeit wieder aufnimmt. Der Äaünetfsrat hat einmütig beschlossen, auf alle Fälle litt Ordnung aufrecht z u erhalten und i unerläßliche Funktionieren der öffentlichen imste zu gewährleisten.

Cine Abordnung der Streikenden, die sich am Dtwochmittag zu Ministerpräsident Chautemps beheben hatte, ist von diesem nicht empfangen teeben. Chautemps hat den Streikenden mitteilen iii=n, sie sollten zuvor ihre Arbeit auf- ii8) men. Chautemps erklärte: Auf keinen Fall nri) die Regierung eine Unterbrechung der für )a Leben der Nation unerläßlichen Dienste zu- af*n. Der Streik ist unter Bedingungen vom Zaune Krochen worden, die keinen Zweifel über ii Absichten ih r*e r Urheber lassen. Die Belegung ist in einem Augenblick ausgelöst wor- lei. in dem der Innenminister den Interessierten jüjftige Versicherungen abgegeben und ich ihnen W eine Unterredung zugestanden hatte. Somit imet also eine schwere nationale Umordnung, die bssich11 ich provoziert worden ist und die n ungerechtfertigter Weise die gesamte Pariser Be- iherung belastet, keine Entschuldigung. :< Beamten der öffentlichen Dienste, die sich i n i r e schuldhafte Pflichtverletzung rein reife en ließen, müssen gewiß sein, daß Regierung trotz allen Widerstandes die Wie- - f aufnahme der öffentlichen Dienste ul die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung £ ssichern wissen wird.

Dublin, 29. Dez' (DNB.) Der Tag des In­krafttretens der neuen irischen Verfassung wurde programmäßig mit dem Abfeuern von 21 Salut­schüssen und Dankgottesdiensten in den Kirchen ganz Irlands eingeleitet. In Dublin nahmen d e Valero und die Kabinettsmitglieder an dem Dankgottesdienst teil. In - den Kasernen fanden Paraden statt. Die Regierungsgebäude hatten ge­flaggt. In einer Rundfunkansprache erklärte de Valero: Die Tradition und das Verlangen des irischen Volkes nach nationaler Unab­hängigkeit, nationaler Einheit und unbeschränkter Gewalt über seine inneren und äußeren Angelegenheiten bildeten die Grund­lage der neuen Verfassung. Durch diese könne auch die nationale gebietsmäßige Einheit wiederhergestellt werden. Die neue Verfassung sei auf dem irischen Staat als vollwertige internatio­nale Persönlichkeit aufgebaut und gebe so die Grundlage freundschaftlicher Zusammen­arbeit Irlands mit anderen Staaten ab, ungebunden - an irgendwelche Verpflichtungen auf dem Gebiete der auswärtigen Angelegenheiten. De Valero appellierte besonders an diejenigen, die in ihrer politischen Meinung von der der Mehrheit abwichen, alle Meinungsverschiedenheiten eingedenk dessen, daß sie alle Iren seien, aufzugeben. Ir­land sei allen gleich teuer. Irland wolle keiner anderen Nation und keinem anderen Volk Unrecht zufügen. Es wünsche nichts zu besitzen, was ihm nicht gehöre und wozu es nicht jeden Rechtstitel innehabe.

DieIrish P r e ß", dos Blatt der Regierungs­partei, stellt fest, daß Irland von nun ab Herr feines Schicksals fei. Es gebe keine fremde Herrschaft mehr, die seine Pläne vereiteln, seine Rechte beugen ober seine Souveränität bedrohen könnten. Die Verbindung mit.Britannien sei eine Angelegenheit der toten Vergangen­heit. Ihr dunkler und verhängnisvoller Schatten sei für immer aus dem Gesicht des Landes gelöscht worden. Das Rasseln ihrer Ketten und die Erinne­rung an ihre Missetaten dienten nur dazu, an den Kampf zu erinnern, der zum Sturz der britischen Herrschaft geführt habe. ,Zrish Jndepen- d e n t", bas Blatt ber Cosgrave-Opposition bemerkt, baß burch die neue Verfassung auch nicht ein Fünkchen zusätzlicher Freiheit für irgenbeinen Iren gesichert worden sei. Die Ver­fassung habe ber Öffentlichkeit lebiglich bas neue kostspielige Amt bes Präsidenten aufgezwun­gen. Das englischorientierte BlattIrish Times" erklärt, baß bie Beseitigung bes Namens bes Königs aus ber Verfassung nur Augenplun­der sei. Sie bebeute lebiglich, baß ber König an­erkannt werben würbe, wenn man ihn brauche, unb ignoriert, wenn er nicht benötigt werbe. Die Ver­fassung könne als eine Art leere Formel an­gesehen werden. Das wichtigste der ganzen Ange­legenheit sei, daß die Irländer weiterhin als Staatsbürger des britischen Welt­reiches behandelt werben würben, genau so als ob sie Kanabier, Australier ober Neuseelänber wären.

Eie buMe Erklärung.

ßonbon, 29. Dez. (DNB.) Das Inkrafttreten ber neuen Verfassung Jrlanbs Hot eine Reihe von verfassungsrechtlichen Fragen aufgeworfen, bie zu Besprechungen zwischen der britischen Regie­rung und den Regierungen der Dominions geführt haben. Auf Grund dieser Verhandlungen wurde am Mittwoch folgende amtliche Erklärung ausgegeben:

Die britische Regierung hat die Lage erwogen, die" durch die vom Parlament bes Irischen Freistaa­tes im Juli 1937 gebilligte unb am 29. Dezember in Kraft getretene neue Verfassung geschaffen wirb. Sie ist bereit, bie neue Verfassung so zu de- hanbeln, als ob sie nicht eine grunbsätzliche 2Ienberung in ber Stellung bes Irischen Frei­staates, ber in Zukunft gemäß ber neuen Verfassung alsJrlanb" bezeichnet wirb, als Mitglieb ber bri­tischen Staatsgemeinschaft herbeiführte. Die britische Regierung hat sich vergewissert, baß bie Regierun- qen Kanabas, Australiens unb Neuseelanbs unb der Südafrikanischen Union bereit sind, die neue Ver­fassung ebenso zu behandeln. Die britische Regie­rung nimmt von den Artikeln 2, 3 unb 4 ber neuen ^Verfassung Kenntnis. Sie kann n i ch t a n e r k e n- n e n, baß die Annahme des Namens Ire ober Jr-

Idii'ten zur Arbeit zu gehen, mußten sie zu ihrem Staunen feststellen, baß über Nacht bie Beleg- fünften fäm^lidjer Verkehrsmittel mt Ausnahme ber Kraftbrofchken in ben von 82: kau geschürten Streik getreten waren. Der Minus größte Teil ber arbeitenden Bevölkerung iai sich gezwungen, bis zu 10 Kilometer lange Di sche zu Fuß zu machen. Auch bie Straßen- i:enigung unb die Müllabfuhr liegen seit Mittwoch srft still, so baß bie Mülleimer unb Aschekübel noch I )i$ ijpät in ben Vormittag hinein an allen Stra- i Uniaten unb vor ben Häusern stauben. Der Streik 1 la ;b a s Stabtbild von Paris völlig Djtiä n b e r t. Niemals hat man in ben Straßen 1 Wer so starken Fußgängerverkehr gesehen. Selten wohl auch selbst in ber Hochsaison bes ^"ldenzustroms ber Verkehr der Privatkraft- : Dit?n derartig dicht. Auch bas Fahrrab unb bas .oitrab finb roieber zu Ehren gekommen. In ben Dingsstunden konnte man manchmal schier un- ni'sliche Derkehrsknäuel beobachten. Als mittel- I Opfer des Streiks der Untergrundbahn find i n Hinblick auf die für Paris verhältnismäßig iM? Kälte auch die Obdachlosen nicht zu vergessen, l >v nm nicht wie sonst vor den Unbilden der Wit- I eia:g in ben warmen Vorhallen ber U-Bahn- fUrnen Zuflucht finden können. Die Haus- fma e n, die vorsorglich Badewannen unb son­st»-- große Behälter mit Wasser angefüllt haben, im »ei längerem Anhalten bes Streiks gewappnet liU s in, haben beim Bereiten bes Essens Schwie- r:ic!cten, ba ber Gasbruck gegenüber ben sonstigen Wm merklich nachgelassen hat. Die meisten A n g e- ftil ten unb Kaufleute, bie in ben Morgen- ftinizn nur mühsam unter Zuhilfenahme behelfs- rnizzer Verkehrsmittel aus den Aufeenbezirken in