Ausgabe 
30.12.1937
 
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Erweiterung derKmderbeihilsen

Neuer Schritt

zum Ausgleich der Familicnlasten.

Berlin, 30. Dez. (DNB.) ÄmVölkischen Beobachter" macht Staatssekretär Reinhardt Ausführungen über die Erweiterung der Kinderbei­hilfen. Zur Gewährung von Ehestandsdarlehen und Kinderbeihilfen stehen gegenwärtig rund 250 Mil­lionen Mark zur Verfügung. Zu diesen 250 Mil­lionen jährlich werden ab 1. April 1938 wei- t e r e 270 Millionen jährlich kommen. Laufende Kinderbeihilfen werden an alle Lohn- und Gehaltsempfänger, Heren roher Lohn 7200 Mark jährlich nicht über- ifieigt, gewährt.. Die laufenden Kinderbeihilfen werden bereits je 10 Mark für das dritte und vierte Kind und je 20 Mark für das fünfte und jedes weitere Kind betragen. Auch die A r - Heiter und Angestellten im öffent­lichen D i e n st werden laufende Kinderbeihilfen erhalten. Durch die Neuregelung werden laufende Kinderbeihilfen für rund 2 Millionen Kin­der unter 16 Jahren gewährt werden. sUus den zur Verfügung stehenden Mitteln werden licht nur Kinderbeihilfen gewährt, sondern ab April 1938 auch Frei st eilen auf Nationalpoli- Nischen Erziehungsanstalten, anderen ! Zäheren Schulen und Mittelschulen für hervorragend begabte Kinder, deren besondere Förderung nach nationalsozialistischer Weltanschauung geboten er- cheint und die nicht aus bereits bestehenden Quellen Freistellen erhalten können.

©er Rrichsarbeitssührer zum Jahreswechsel.

Berlin, 30. Dez. (DNB.) Reichsarbeitsführer Lonftantin 5) i e r I hat an die Führer und Führe- linnen des Reichsarbeitsdienstes sowie an die Ar- teitsmänner und Arbeitsmaiden nachstehenden Neu- jshrsaufruf erlassen:

I Unser klares Ziel.

Am Ende eines arbeitsreichen und erfolgreichen Wahres danke ich allen Angehörigen des Reichs- -rrbeitsdienftes und auch den nach Ablauf ihrer Dienstzeit ausscheidenden Arbeitsmännern und Ar- iritsmaiden für ihre treue Pflichterfüllung. W i r i l l e d a n k en dem Führer für die Anerken­nung, die er unserer Arbeit und unserem Streben uteil werden ließ. Die Worte des Führers bei un- ' rem letzten Parteitagsaufmarsch werden weiter- inllen, solange es einen nationalsozialistischen eichsarbeitsdienft gibt. Und einen Reichsarbeits- fcenft wird es geben, solange es ein nationalsozia­listisches Reich gibt, dafür bieten uns die Worte des ührers die Gewäht. Wir wollen dem Führer da- Urch danken, daß wir für seine Ziele und Jiirt seinem G e i st unverdrossen und beharrlich infere Arbeit tun. Ueber den Anforderungen i trs Tages dürfen wir nie vergessen, daß es nach i"m Willen des Führers erste und vornehmste Auf- mbe des Reichsarbeitsdienstes ist, eine Hoch - schule nationalsozialistischer Erzie- iu n a für die deutsche Jugend zu sein. In Erfül- Lng dieser Aufgabe werden wir ebensowenig wie n unseren Arbeitsstellen vor Widerständen und Schwierigkeiten Haltmachen. So gehen wir in das | r*ue Arbeits- und Kampfjahk als eine durch Treue, . («ehorsam und Kameradschaft fest verbundene, auf b; n Führer verschworene Gemeinschaft mit unserem alten Kampfruf Heil Hitler!

©er Landesbauernführer zum neuen Jahre!

NSG. Am Ende des arbeitsreichen Jahres 1937 if es mir eine selbstverständliche Pflicht, allen Hauern s'ührern und Mitarbeitern der Llnndesbauernschaft Hessen - Nassau fir die treue Pflichterfüllung im Dienste des deut- foen Bauerntums und der Ernährung unseres Volkes herzlich zu danken. Ein Jahr schwersten Umsatzes liegt hinter uns und ein neues Jahr der 2-beit und Leistung steht bevor. Durchdrungen und bjfeelt von dem unbeugsamen Willen, dem deutschen IXnlfe neben der Wehrfreiheit auch die Nah- ringsfreiheit voll und ganz $u erkämpfen, aifceiten wir wie seither unter der 'Führung des ^ichsbauernführers an dem großen Werke weiter. L.e'Schwierigkeiten, mit denen wir alle zu rechnen hcven, werden uns erst recht bestärken, den Weg eil gehen, den der Führer von uns verlangt. Möge Tide des Jahres 1938 jeder so vor sich und seinen Biuern bestehen können wie bisher. Nichts für uns, alles für Deutschland und feinen Führer!

Dr. Wagner, Landesbauernführer Heffen-Naffau, MdR.

Im die OAF.-Walter und KdI.-Warte des Gaues Hessen-Nassau.

NSG. Der Gauobmann der Deutschen Iz b e i t s f r o n t Willi Becker erläßt 314m Jah­resbeginn folgenden Aufruf:Ein Jahr der Arbeit liot wieder hinter uns. Wie in jedem Jahr natio- uc.sozialistischerAufbauarbeit sind unaussprech- iiche Leistungen vollzogen worden. Das (eroaltige Werk des Führers umfaßt nicht Jahre cr!d Jahrzehnte, sondern wird immer sein. Was der ksthrer in diesem Monat wieder dem deutschen Lillke gegeben hat, ist in seinem Ausmaße so ge- vclltig, daß der einzelne es vorerst nicht verstehen hin. Für uns als Amtswalter und Warte der MF. besteht die heilige Verpflichtung, ein ge­fordertes Gebiet der sozialpolitischen Gestaltung des Ätschen Volkes durchzuführen. Tue jeder an He f e r Stelle seine Pflicht und wir wer­te-, durch die Betriebs - und Leistungs- t'meinschaft zur wahren Volksge- in schäft kommen. Ich wünsche jedem einzel- meiner Mitarbeiter zum neuen Jahre alles

Un^. Schöne. Wir grüßen im Geiste den Illyrer mit dem Treuegelöbnis ernster und tiefster J; ichterfüllung im neuen Jahre."

Kleine politische Nachrichten.

Qer Führer und Reichskanzler hat an Generalleutnant a. D. Karl H 0 e f e r in Würz­ig, den ehemaligen Führer des deutschen Grenzschutzes in Oberschlesien, folgen«

Telegramm gesandt:Zu Ihrem 7 5. G e - iuTtstage spreche ich Ihnen in dankbarer Er- trrerung an die dem deutschen Volke in Krieg und jT-ben geleisteten wertvollen Dienste meine herz- lijöcn Glückwünsche aus. Mit deutschem Gruß."

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Oie im fünften 3afj Don Pros. Or. G. Seffouö, Direktor

Nachdruck verboten.

Jahresrückschau und Ausblick in kommende Zei­ten, welche unsere Ernährungslage und die Be­mühungen um die Nahrungsfreiheit des deutschen Volkes beleuchten sollen, lassen immer stärker innige Verbundenheit der Arbeiten und Sorgen der ganzen Nation mit denen der Landwirtschaft erkennen. Geht doch die Parole: Mehrerzeugung und das Erzeugte sparsamer verwenden, nicht allein den Bauern, sondern ebensosehr jeden ein­zelnen Volksgenossen an. Es müssen, um das Ziel zu erreichen, Erzeugung, Verarbeitung und Ver­brauch unbedingt Hand in Hand gehen. Hier soll in erster Linie Rechenschaft abgelegt werden über das im abgelaufenen Jahr im SektorErzeugung" Geleistete.

An den Anfang dieser Betrachtungen sei des stärksten, leider nur wenig beeinflußbaren Faktors landwirtschaftlicher Erzeugung, der Witterung, gedacht, ist doch davon der Einsatz aller Mittel in seinem Erfolg letzten Endes abhängig. Wie das Jahr 1936 hätte auch das hinter uns liegende besser, und die Getreideernte nach den Aufwendun­gen höher fein dürfen. Die Witterung war dem Getreidebau nicht günstig, allerdings haben dafür die Hackfrüchte einen gewissen Ausgleich ge­bracht. Wenn man bedenkt, daß die Erntefläche von Getreide mit 11,6 bis 11,8 Millionen Hektar (von insgesamt 20,5 Millionen Hektar Ackerland) fast dreimal so groß ist wie für die Hackfrüchte, welche nur 4,2 bis 4,5 Millionen Hektar beträgt, ist die Schlüsselstellung zu verstehen, die Getreidebau und Ausfall feiner Ernte einnehmen. Trotz Beein­trächtigung der Kornerträge durch die Witterung und obwohl die Anbaufläche für das (Betreibe gegen das Vorjahr um 400 000 Hektar verringert worden ist, blieb die Höhe der Gesamterträge die gleiche wie im Vorjahr, mit anderen Worten, sind die Hektar ertrüge gestiegen. Damit ist die Voraussetzung erfüllt, Anbauflächenveränderungen vornehmen zu dürfen. Für die Schließung der Ei­weiß-, Fett- und Faserlücke benötigen wir Land, das im Tempo, wie es gebraucht wird, in erster Linie durch Ertragssteigerung derjenigen Kultur­pflanzen gewonnen werden muß, die unseren Be­darf bereits deckten. Einer Flächenverkleinerung beim (Betreibe mußte daher ihre Ertragssteigerung zur Sicherstellung des Brotgetreidebedarfes die Waage halten.

Ei w

Milch

Fette

Fleisch

Eier

Fische

21,23%

0,1%

23,56 %

2,26%

3,65%

21,15%

19,12%

40,98%

1,78%

Fe 1,38%

5,37%

0,02%

0,03%

0,03%

Kohlen 0,03%

Aus diesem Grunde ist auch der diesjährige Hackfruchtsegen, namentlich die reiche Kar­toffelernte ganz anders zu beurteilen, als man sie früher angesehen hätte fast als ein nationales Unglück. Wenn wir angesichts dieses Erfolges, trotz­dem unter den sieben Parolen, welche vor kurzem, der Reichsbauernführer für den erneuten Einsatz zur Erzeugungsschlacht in Goslar ausgab, die Auf­forderung vernahmen: Steigert die Hack­fruchternte, so bedarf dies für viele ebenfalls der Erklärung. Dieser Befehl erging nicht, um unsere Ernährung mit Zucker und Kartoffeln, womit unser Bedarf glücklicherweise schon immer gedeckt wird, zu sichern, sondern um die sogenannte wirtschaftseigene F u-f t e r b a f i s. Die alte Bauernregel: Viel Futter, viel Milch, viel Dünger, viel Getreide, viel Geld!, besteht heute mehr denn je zu reckt. Neben ausreichender Brotgetreideversorgung ist daher eine Steigerung der Hackfruchternten von überragender Bedeutung. Dies wird am besten beleuchtet durch Gegenüberstellung der Mengen an Stärkewerten einzelner Hauptfrüchte, dem Maßstab für die Be- wertung des Nährstoffgehalts einer Ernte je Hek­tar. So werden geliefert:

Stärkewerte

vom Getreide (28 dz/ha Körner) 20 dz von Kartoffeln (200 dz/ha Knollen) 40 dz von Zuckerrüben (240 dz/ha Rüben

und entsprechende Mengen Blätter) 60 dz Die Höhe der bisherigen Kartoffelernten lag im Mittel bei 44 Millionen Tonnen, ihr Verbrauch ver­teilt sich wie folgt:

13 Mill, t Speisekartoffeln

2 Kartoffeln zur Saat

5 Wirtschastskartoffeln

3,5 Zur Herstellung von Flocken und

Stärke,

2,5 Brennereikartoffeln

18,0 Rest zum Verfüttern

44,0

Das der Landwirtschaft gesteckte Ziel sind 50 Mil­lionen Tonnen Jahreserzeugung. Zum ersten Male ist dies bereits nicht nur erreicht, sondern übertrof­fen worden durch eine Rekordernte von 53,6 Mill. Tonnen. Wenn auch ein Mehrertrag infolge einer Vergrößerung der Anbaufläche zu erwarten war, so ist diese außergewöhnliche Erhöhung der Ernte vorwiegend einer Steigerung der Hektar- ertrüge zu danken:

1937 1936 1930*

Reichsdurchschnitt dz/ha 194,3 168,1 172,2

* bisher bestes Kartosseljahr Gewiß ist die Witterung der Entwicklung der Kartoffelknollen günstig gewesen, der Wirtschafter kann eben nur die Voraussetzung für eine gute Ernte schaffen, ohne des Himmels Segen geht es nicht, ist all unser Tun umsonst. Mit Befriedigung muß daher festgestellt werden, daß der deutsche Bauer seine Pflicht getan hat. Die Steigerung der Durchschnittserträge bei allen Früchten findet seine Deutung in der anempfohlenen verstärkten Anwendung von Handelsdünger und der Verwendung hochwertigen Saatgutes. Rechtzeitig war daher die Verbilligung der Mine- ralsalze veranlaßt worden, wobei erhöhter Umsatz der Industrie den Ausgleich brachte.

rrz...... _ f

ir der Regierung

des Instituts für Pflanzenbau und pflanzenzu:

Qtnfcr Getreide- Getreideernte je ha anbaufläche in Mill, t in t 1934 12,0 21,6 ' 1,80

1935 11,7 22,0 1,88

1936 11,6 21,8 1,88

1937 10,2 21,8 1,95

Es muß betont werden, daß das Ziel bei der

Getreideerzeugung nicht etwa die Erfüllung des Soll-, sondern trotz noch notwendig werdender An­bauflächenveränderung weitere Steigerung der Ge­samterträge bedeutet. Denn es fehlt uns noch die eiserne Ration! Hinsichtlich unserer Brotversorgung können wir erst wirklich frei werden, fobald es gelingt, dauernden Ueberschuh zu erzielen und zum Verzehr für das neue Versorgungsjahr überzulagern. Wir haben unter Adolf Hitler verlernt, einer lieber« erzeugung ängstlich aus dem Wege zu gehen, uns zu fürchten, daß dadurch die Preise verdorben wür­den. Welche Bedeutung einer solchen Krastreserve außen- und innenpolitisch zukommt, bedarf keines besonderen Hinweises.

Danach wird es auch verständlich, daß drakonisch jedweder Verfütterung von Brotge­treide ein Riegel vorgeschoben werden mußte und allein Hinterkorn dazu verwandt werden darf. Wenn auch hinsichtlich Ausmahlung und Streckung der Getreidemehle Maßnahmen getroffen werden mußten, die Bäcker und Hausfrauen manchmal murren lassen, so muß dies im Interesse der zu erstrebenden Sicher­heit eben hingenommen werden. Wir leiden ja keinen Mangel, bekommen auch durchaus zuträg­liches, vollwertiges Gebäck und können höchstens bezüglich seines Geschmackes etwas auszusetzen haben. Lieber jetzt freiwillig kleine Unbequemlich­keiten ertragen, als sich uon fremden Mächten den Brotkorb einnial höher hängen lassen. Auch wirt­schaftliches Vollgerüstetsein sichert uns den Frieden!

Daß Brotgetreide, wie überhaupt, daß das ge­samte (Betreibe nicht allein unser hauptsächlichster Kohlenhydratlieferant, sondern auch der größte Eiweißerzeuger ist, dürfte nur weni­gen bekannt sein. Der Vorrang, den ausreichende Brotgetreideversorgungs« und Vorratswirtschaft in unserer Ernährungslage einnehmen, gewinnt hier­durch noch mehr an Gewicht. Auf Grund einer sehr eingehenden und gewissenhaften Prüfung kommt der" Obmann der ReichsarbeitsgemeinschaftGe- werbeforfchung" Dr. S ch w e i g a r t zu folgenden höchst aufklärenden Zahlen. Sie geben Antwort auf die Frage: Welche Ernährungsmengen nach Art und Kapazität stehen auf den einzelnen Ernährungs­gebieten zur Verfügung?

eiß:

Obst Gemüse Südir. 5,98%

Alkohol. Getränke

0,75%

Getreide Kartoffeln

Zucker Honig

0,005 %

34,04 %

8,32%

te:

4,14%

6,60%

2,78%

ydrate 48,35%

' 20,46%

16,48%

7,60%

1,76%

Aengstkiche Gemüter brauchen sich keine Gedan­ken über die vermehrte Handelsdüngeranwendung zu machen. Es liegen auf Grund jahrelanger Ver­suche einwandfrei gewonnene Beweise dafür vor, daß weder auf Meysch noch Tier nachteilige Folgen dadurch zu befürchten sind und weder die Bekömm­lichkeit darunter leidet noch Krankheiten drohen. Es sei dagegen heroorgehoben, daß wir ohne zu­sätzliche Mineraldüngung in kürzester Frist bei den Ansprüchen, welche unsere hohe Bevölkerungszahl an den deutschen Boden stellen muß, Gefahr laufen, unsere Ernährungslage ernstlich in Frage zu stellen.

Auch > die Zucker- und Futterrüben­flächen haben reichen Segen gebracht, so daß die gewonnenen Ernten eine glänzende Rechtferti­gung der gemachten Aufwendungen darftellen: so sind z. B. für Zuckerrüben, wofür die Zahlen bereits vorliegen, folgende Angaben von Interesse:

1937 1936

Zuckerrübenernte: 14 Mill, t 12 Mill, t der "2,2Mitt.-!- 106,2mi.dz etjeugung 20,3 BH«, dz Will dz (Verbrauchszuckerwert)

Ein großer Teil der aus Kartoffeln und Zucker­rüben anfallenden Kohlenhydrate wird nun unmit­telbar ohne sie irgendwie vorher einer anderen Nutzung zu unterziehen und die restlichen in den Abfällen noch enthaltenen Nährstoffe bei der Vieh­fütterung zu verwerten (Rübenschnitzel, Melasse, Kartoffelschlempe) zu vollwertigen zucker- oder stärkehaltigen Futtermitteln verwandelt. Das ge­schieht entweder auf dem Wege der Trocknung (Rü­benzuckerschnitzel, Kartoffelflocken) oder der Ein­säuerung (Kartoffeln), wodurch eine fast unbegrenzte Haltbarkeit und Krastreserve geschaffen werden. Die hervorragende Bedeutung dieses steigerungs­fähigen Ueberschufses an Kohlenhydraten liegt in der Möglichkeit, über den Tiermagen einen großen Teil des uns noch fehlenden Eiweiß und Fett zu ergänzen.

Derjenige Hof wird in Zukunft an der Spitze marschieren, dem es gelingt, seinen Viehbestand von kleinster Fläche ausreichend und gleichmäßig zu er­nähren." Um dies zu ermöglichen ist verdoppelte Sorge um das Grünland (Wiesen und Weiden) notwendig, denndie Wiese ist die Mutter des Ackerlandes", versorgt sie doch durch den Dünger aus ihren Ernten das Feld. Wie schon mehrfach an dieser Stelle betont, ist die Steigerung der Erträge auf dem Dauergrünland weit hinter dem des Acker­landes zurückgeblieben.

Die Steigerung der Durchfchnittserträge für die Zeit von 1896/1901 1930/34 beträgt

bei Kartoffeln 36,9 v. H.

Winterroggen 19,2

Grünland 2,9

Deutschland verfügt über 8,5 Mill. Hektar Wiesen und Weiden, die mit 37,5 v. H. an der gesamten Eiweißerzeugung beteiligt sind. Es sind aber nur 2 Mill. = % fo bewirtschaftet, daß sie volle Erträge bringen. Wir könnten nach voller Ertragsfähigkeit wenigstens noch 325 000 bis 500 000 Tonnen Eiweiß vom Grünland erwarten. Die in großem Maßstab in Angriff genommenen Wiesen- und

Adolf Hillers.

k)tung der Landes Universität Gießen.

Weidenmeliorationen beginnen bereits hier und da Früchte zu tragen. Ein Beispiel aus Ostpreußen möge genügen:

1 ha Wiesenland brachte (nach Völz-Königsberg): Vor , Nach

Entwässerung Umbruch und Neusaat Heu 30 dz 60 dz

Milch 1120 1 3870 1

Butterfett 38 kg 120 kg

Setzt man gleiche Pflege voraus, finh hie Leistun­gen des Grünlandes neben die Des Ackers zu stellen. Es ist selbstverständlich, daß von der Möglichkeit, zusätzlich ohne Einschränkung des Anbaus der übri­gen Früchte durch den sog. Zwischenfruchtbau Fut­ter zu gewinnen, soweit es die wirtschaftlichen Ver­hältnisse erlaubten, Gebrauch gemacht wurde. Leider hat gegenüber dem Jahr 1936, in erster Linie wohl bedingt durchs Mangel an Arbeitskräften, eine Ein­schränkung stattgefunden. Die Aussichten, unseren Eiweißbedarf in Zukunft durch die Futtererzeugung zu decken sind also durchaus gesichert.

Auch von der Seite des Oelfruchtbaues kommt hier eine erfreuliche Hilfe. Denn die soge­nannten Oelkuchen das Fett ist aus den Früchten ja bereits gewonnen sind hochwertige Eiweiß- Kraftfuttermittel. Gegenüber dem völligen Dar- niederliegen des Del- und Gespinnstpflanzenanbaus ist eine um das zehnfache, erweiterte Anbaufläche zu melden. Es wurden angebaut in Hektar:

Jahr

Raps, Rübsen

Flachs

Hanf

im Reich

im Reich in Hessen im Reich

1933

5103

4889 16

211

1934

26738

8740

366

1935

47023

22275

3636

1936

54600

65600

5630

1937

50100

55600 1102

6800

Der Rückgang bei Raps und Rübsen im Jahr 1937 gegenüber 1936 ist eine Folge der Auswinterungs­schäden. Auch bei diesen Früchten kann eine Steigerung der Hektarerträge von 1933 an, dem Beginn des erweiterten Anbaus, festgestellt werden. Die Zunahmen bis 1936 (die Zahlen für 1937 sind noch nicht erhältlich) .betragen für:

Flachsstroh + 19,0 o. H. je Hektar

Leinsamen _+ 13,8 v. H.

Raps, Rübsen + 40,0 v. H.

Die Erträge dieses Jahres erreichten infolge des Frostschadens im Winter 1936/37 nicht die des Vor­jahres und bleiben im ganzen um 21000 Tonnen = 20,9 v. H. hinter 1936 zurück, eine Minderung, die zu beseitigen außerhalb unserer Macht stand. Die Zahl der Flachsrösten mußte infolge der ge­stiegenen Ernten von 35 auf 92 und die der Hanf­rösten um 4 vermehrt werden, ebenfalls ein Be­weis für die angewachsene Erzeugung.

Aüch auf dem Gebiete der Tierhaltung sind die Anstrengungen den Forderungen der Er­zeugungsschlacht gerecht zu werden, von Erfolg ge­krönt gewesen. Ein Beispiel aus unserem Hessen­lande soll dies beweisen. Es gilt, die nicht leistungs­fähigen Milchkühe und'daher unnützen Fresser ausfindig zu machen. Dies geschieht in sogenannter Kontrolltätigkeit durch regelmäßiges Probemelken. Von den 320000 Tieren Hessens werden zur Zeit, ver­teilt über das ganze Land, etwa 11 000 kontrolliert, also rund 3 v. H. Der Gesamtjahresertrag sämtlicher Kühe an Milch liegt etwa bei der 2000-Liter-Grenze, der kontrollierten Tiere dagegen bei 3000 Liter. Eine Steigerung der Gesamtleistung auf diese Höhe liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit. Das be­deutet allein für das Land Hessen bei 320 000 Kühen eine Erhöhung um 320 Millionen Liter Milch, bei einem Milchpreis von 0,10 RM. je Liter ein Mehr von 32 Millionen RM., ungeachtet des Butterfettgewinns. Neben einer durch Züchtung verbesserten Milchleistung ist auch durch rationelle Fütterung Steigerung des Fettgehaltes der Milch zu erzielen. Wie sich eine geringe Erhöhung des Butter­fettgehaltes auswirkt, zeige die nachstehende lieber« sicht. Es werden benötigt für ein Kilogramm Butter: b. einem Fettgehalt v. 3 3,2 3,4 3,6 3,8 v. H.

an Milch 28,2 26,6 25,0 23,5 21,7 Liter Auf Die außerordentliche Bedeutung durch Steige­rung der Milchmenge unsere Ernährung zu ver­bessern, so z. B. durch stärkere Verwendung der wertvollen Magermilch, soll an dieser Stelle be­sonders hingewiesen werden. Denn der Magermilch ist nur das Fett entzogen, während das gesamte Eiweiß darin enthalten ist, sie also für die Eiweiß­versorgung des Menschen (in 1 Liter Kuhmilch be­finden sich etwa 35 Gramm vollwertiges Eiweiß) weit mehr als bisher herangezogen zu werden verdient.

Wenn Eierverforgung und Eierpreis nicht immer befriedigen, fo fei folgendes bedacht: Nicht nur wir in Deutschland haben einen nicht unerheblichen bis 1936 bis 2 Milliarden Stück betragenden (Eier- import aus China gehabt, auch andere Völker Europas. Durch- die Lage im Fernen Osten hat von dort jeglicher Export aufgehört. Die bisher aus jenen Gegenden beziehenden Nationen sind daher gezwungen, andere Quellen zu erschließen und stehen jetzt auf dem europäischen Markt in lebhaftem Wett­bewerb miteinander. Darum gilt es auch für uns, sich zu bescheiden und das Gute anzuerkennen. Wir haben Festpreise und bemühen uns um eine gerechte Verteilung. Gewisse Unebenheiten für Erzeuger und Verbraucher werden mit der Zeit ausgeglichen. Durch die ergriffenen Maßnahmen auf dem Wege züchte­rischer Verbesserung der Hühnerrassen, fachgemäßer Fütterung und Wartung ist begründete Hoffnung vorhanden, daß die heimische Erzeugung in nicht zu ferner Zeit die noch fühlbaren Lücken ausfüllen wird. Eine große Sorge besteht zur Zeit, die allerdings ganz Europa betrifft, es ist die Bannung der furcht­baren Seuche, welche das Klauenvieh und nament­lich die Rinderb'eftände bedroht. Sie ersck)wert unse­ren Kampf nicht unbeträchtlich. Es ist nur zu hoffen, daß es bald gelingt, sie zum Erlöschen zu bringen. Was in unserer Macht steht, geschieht, die Durchfüh­rung der notwendigen Maßnahmen ist heute bei der straffen Organisation eher möglich als früher. Not­wendig aber ist für jeden, dessen Vieh davon be­troffen, ober der sonst den Verordnuugen unter­worfen ist, welche zur Abwehr der Krankheit erlassen werden mußten, daß er sich im Interesse der All­gemeinheit den Anordnungen unbedingt unterwirft.

Im Vorstehenden wurde versucht/ an einigen prak­tischen Beispielen die Einwirkungen der Reichsnähr­stand-Führung auf die verschiedenen Sektoren der Kampfesfront zu zeigen. Es sei noch mit wenigen Bemerkungen eines, sich wenn auch nicht sofort fo doch sehr nachhaltigen und stark auswirkenden