Einzelbild herunterladen

Herausstellung der Gesetzwidrigkeit des Vorfalles. Der bedauerliche Angriff auf den briti­schen Botschafter habe der Oeffentlichkeit die Augen über die gefährliche Entwicklung im Fernen Osten geöffnet. Es werde zugegeben, daß Japan Schwie­rigkeiten und Beschwerden habe, aber selbst heute blieben immer noch Mittel für die friedliche Regelung von Streitigkeiten vorhanden. Der Angriff auf Schanghai habe den letzten Schatten eines Zweifels über die Entschlossenheit Japans be­seitigt. Die englische Regierung werde ihre Be­mühungen fortfetzen, den Fernen Osten vor einem langen und kostspieligen Krieg zu retten und sie werde sich trotz des englisch-japanischen Zwischen­falles nicht von ihrer Dermittlertätig- keit abbringen lassen. Die konservative M o r n i n g Post" schreibt, Japan sei groß ge­nug, um sich eine starke und edle Geste der Ent­schuldigung zu leisten. Wenn diese Geste verweigert würde, müßten die Beziehungen zwischen den bei­den Mächten, die sich bei einer Zusammenarbeit soviel geben könnten, entfremdet und verbittert werden.

Bevorstehende Kämpfe um Tsingtau.

Tsingtau, 29. Aug. (DNB.) In und um Tsingtau, dem großen Hafenplatz auf der Schcm- tunghalbinsel, haben sich 25 000 Chinesen gesam­melt, reguläre Marinetruppen und Küstenschutz­polizei, aber auch Freischärler. Sie haben eine Befestigungsanlage rund um die Stadt errichtet. Mancherlei Anzeichen lassen auf baldigen Beginn des japanischen An­griffs schließen, zumal die Japaner aus den Kleinkämpfen südwestlich Peipings siegreich hervor­zugehen scheinen. Die Chinesen verlegten die bis­her gemeinsam betriebene chinesisch-japanische Eisen­bahndirektion von Tsingtau nach Tsinanfu. Tsingtau ist jetzt völlig von japanischen Zivilisten geräumt.

Ka'gan von japanischen Tmppen genommen.

P e i p i n g, 29. Aug. (DNB.) Das Hauptquar­tier der Kwantung-Armee bestätigt die Einnahme Kalgans durch japanische Truppen. Die Japaner hätten der chinesischen Garnison freien Abzug in nordöstlicher Richtung gewährt, um unnötige Straßenkämpfe zu vermeiden. Die japanischen Truppen sollen auch bereits K u a i l a i und T u - m u p u (16 Kilometer vor Hfinpaoan) erreicht haben. Das japanische Hauptquartier meldet ferner

wichtige Erfolge westlich von der Eisenbahnlinie PeipingHankau, wo die Höhenzüge nörd­lich von Fangschanhsien in den Besitz der Japaner gefallen seien. Auch die S u i y u a n - Eisen­bahnlinie zwischen Peiping und Kalgan wird bereits als in japanischen Händen befindlich be­trachtet.

Das Büro Domei meldet verstärkte Luftan­griffe japanischer Bomber auf chinesische Stellungen um den Schanghaier Vor­ort Tschapei und den Nordbahnhof von Schanghai. Nach heftigem Kampf drängten unter Artillerieeinsatz die japanischen Truppen die bei Lotten, 30 Kilometer nordwestlich Schanghais, zu­sammengezogenen chinesischen Truppen zurück. Ob­wohl chinesische Flieger mehrmals japanische Trup­penlandungen an der Jangtsemündung bombar­dierten, wurde die Ausschiffung durchgeführt.

Oer plan

eines großmongolischen Reiches.

Tokio, 29. Aug. (DNB.) Nach einer Meldung des Büros Domei soll der Mongolenführer Fürst Tewang ebenso wie auch der mongolische Gene­ral Li Japan erklärt haben, siebenhundert Jahre hätten die Mongolen in Untätigkeit verharrt. Nun aber hätten sie ihr Ziel, die Schaffung eines u n - abhängigen großmongolischen Rei­ches, erkannt. Sie wären entschlossen, mit Ja­pan zusammenzugehen, um das Werk Dschingiskhans fortzusetzen. Der Südteil der Mongolei, die innere Mongolei, wurde in der Vergangenheit zu China bzw. zur Mandschurei gerechnet, der nödliche Teil, die äußere Mongolei, gehört zur Sowjetunion.

Preissenkung für Zellwolle

Berlin, 29. Aug. (Fwd.) Der Reichskommisfar für die Preisbildung hat mit Wirkung vom 1. 9. 1937 den Preis für deutsche Zellwolle von 1,60 Mark je Kilogramm auf 1,45 Mark je Kilogramm g e - senkt. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Gebiete der Preisbildung getan, weil er sich auf einen Rohstoff bezieht, der in Deutschland h e r g e st e l l t wird und der sich in zunehmendem Maße in der Spinnstoffwirtschaft eingebürgert hat. Bei der Festsetzung des neuen Zellwollpreises ist auch berücksichtigt worden, daß die Erzeugung die­ses wichtigen Rohstoffes im Rahmen des Vierjahres- planes weiter ausgebaut wird.

Wie der Deutsche Handelsdienst hierzu erfährt, liegt die Bedeutung dieser Preissenkung in erster Linie auf politischem Gebiet, d h. auf dem Gebiet des Vierjahresplans schlechthin. Durch diesen Schritt wird gezeigt, daß die politische und wirtschaftliche Führung entschlossen ist, sich der gegebenen Lage Deutschlands anzupassen d. h. die Wirtschaft unab­hängig zu machen von solchen Rohstoffen, deren Bezug uns in dem Maße verschlossen ist, in dem wir an sich auf sie angewiesen sind. Mit der neuen Senkung des Zellwollpreises auf 1,45 Mark je Kilogramm ist nunmehr ein Stand erreicht, der sich etwa dem zur Zeit niedrigen Preise für Baumwolle nähert und nicht unerheblich unter dem Preis für Wolle liegt. Gleich­zeitig ist zu beachten, daß auch in dem neuen Preis noch immer die Reserven enthalten sind, deren die Zollwollindustrie für die notwendige Auswei­tung ihrer Produktion und die weitere Ausdeh­

nung des Exportes bedarf. Hierbei ist insbesondere zu beachten, daß diese Produktionsausweitung nach wie vor im Wege der Selbstfinanzierung, d. h. ohne staatliche S u b v e n ti on e n vor sich gehen muß. Der neue Preis berücksichtigt also in gleicher Weise die Belange der Zellwollerzeuger und ihre Zukunftsaufgaben wie auch die Interessen der verarbeitenden Industrie und des Verbrauchs. Dabei ist besonders darauf hinzuweisen, daß die Preissenkung bei den Zellwollfabriken volles Ver­ständnis gefunden hat und im engsten Benehmen mit diesen vorgenommen werden konnte.

Was die Auswirkung auf den Verbrauch an­belangt, so wird allerdings die vorgenommene Preissenkung nicht in jedem Falle überschätzt wer­den dürfen. Die Auswirkungsmöglichkeiten werden wesentlich durch das Beimischungsver­hältnis bestimmt werden, das ja zwischen 16 und 100 v. H. schwankt. Bei dem Ausmaß der Preissenkung muß weiter in Betracht gezogen wer­den, daß dieses naturgemäß in dem Verhältnis ge­ringer werden muß, in dem der absolute Zellwoll­preis sich dem möglichst niedrigsten absoluten Preis nähert. Es war naturgemäß leichter, eine verhält­nismäßig und absolute starke Preissenkung von dem ursprünglichen hohen Anlaufspreis (2,28 Mark 1935) vorzunehmen, als von dem gegenwärtig be­reits erreichten Preisstand aus. Jedenfalls ist die neue Preishöhe fo bemessen, daß die in dem Preise noch enthaltenen Reserven für die Industrie durch­aus das weitere Fortschreiten der Produktion in dem notwendigen Umfange gewährleisten.

Oie Stuttgarter Reichstagung der Auslands deutschen

Stuttgart, 29. Aug. (DNB.) Die V. Reichs­tagung der Ausländsdeutschen in Stuttgart wurde am Sonntagoormittag in festlicher Weise eröffnet. Schon in den frühen Morgenstunden zogen Tau­sende von Volksgenossen aus dem Reich und aus aller Welt zur Stadthalle. Die riesige Halle vermochte die gewaltige Zahl der Teilnehmer kaum zu fassen. Die Bedeutung der Tagung wurde be­sonders unterstrichen durch die Anwesenheit einer großen Zahl von Ehrengästen, an ihrer Spitze der Stellvertreter des Führers, der, als er mit Reichsaußenminister Freiherrn von Neu­rath, dem Leiter der Auslandsorganisation, Gau­leiter Bohle, und dem Gauleiter Reichsstatthalter Murr die Halle betrat, von den Massen durch Heilrufe begrüßt wurde. Unter den Ehrengästen fah man die Witwe des ermordeten Landesgruppen­leiters Schweiz, Wilhelm Gustloff, den größten Teil der deutschen Botschafter und Gesandten. Staatssekretär von Mackensen, den Komman­deur des V. Armeekorps, General der Infanterie Geyer, die württembergifche Staatsregierung. Vertreter der Partei und Amtsleiter der AO.

Nach dem Fahneneinmarsch und einem von HI. und BDM. unter Mitwirkung des Landessinfonie- orchefters wuchtig vorgetragenen ChorwerkLang war die Nacht, lang war die Not" gab Gauleiter und Reichsstatthalter Murr seiner Freude darüber Ausdruck, daß es gerade die Schwaben sein durf­ten, die die Ausländsdeutschen willkommen heißen können. Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n , der Präsident des Deutschen Auslandsinstitutes, be­grüßte Ehrengäste und Ausländsdeutsche aufs herz­lichste. Die Stuttgarter würden alles daransetzen, daß diese Stadt in Wahrheit für die Ausländsdeut­schen zum Sinnbild der Verbundenheit mit der hei­matlichen Erde und zum Inbegriff alles wahrhaft Deutschen werde.

Gauletter Sohle

führte darauf, immer wieder von lebhaftem Beifall unterbrochen, u. a. folgendes aus: Es ist für uns alle ein beglückendes und zugleich stärkendes Ge­fühl, zu sehen, daß wir heute mit unseren Sorgen, Nöten und Wünschen nicht mehr allein sind, sondern daß führende Männer aus Partei und Staat und aus der neuerstandenen Wehrmacht hier unter uns weilen, um mit uns zusammen zu sein und uns so zu zeigen, daß wir zu der großen Einheit gehören, die Deutschland heißt. Die von Adolf Hitler gepredigte deutsche Volksgemein­schaft war die einzige Basis, auf der eine Zusam­menfassung des Äuslandsdeutschtums überhaupt erfolgen konnte. Es ist notwendig, sich diese Tat­sache vor Augen zu halten, wenn wir rückblickend feststellen, wie anders es heute draußen gegenüber früher aussieht. Die Partei hat durch ihre Aus­landsorganisation vermocht, unzählige deutsche Menschen im Auslande an d i e Heimat her­anzubringen und diesen Menschen zu zeigen, daß sie zu dieser Heimat gehören, lhr ver­bunden und ihr verpflichtet sind. Heute braucht kein Deutscher im Auslande das Gefühl zu haben, daß er verlassen ist. In kameradschaftlicher Zusammen­arbeit mit den amtlichen Vertretungen sorgt sich die Auslandsorganisation nach besten Kräften um jeden einzelnen Volksgenossen und gibt somit der ganzen Welt den untrüglichen Beweis dafür, daß die Deutschen im Auslande die Idee nafionalsoziali- stischer Verbundenheit untereinander ebenso begrif­fen und in die Tat umgesetzt haben, wie dies im Reich der Fall ist. Die Arbeit der vielen Vereine und Verbände hat durch die alle umspannende Tätigkeit der Auslandsgruppen der Partei einen neuen Sinn erfahren und diese Arbeit fruchtbrin­gender für die Gemeinschaft gestaltet. Es kann heute praktisch kaum noch Vorkommen, daß die Mitglie­der des deutschen Vereins I mit den Angehörigen des deutschen Vereins P bis aufs Messer verfeindet sind, weil etwa die Mitglieder T in denjenigen des Vereins V ihre Klassen- oder Berussgegner

sehen. Unter diesen Voraussetzung bilden unsere Vereine im Auslande, die zum Teil jahrzehntelang bestehen und, wie nicht verkannt werden darf, in vielen Fällen hervorragende Deutjch t u m 5 ar b ei t g e I e ift e t haben, eine überaus wertvolle Unter st ützung der Gesamtardeit im Auslandsdeutschtum.

Der Führer hat durch feinen Erlaß am vierten Jahrestage der Wachtergreifung, mit dem er einen Chef der Auslandsorga- nifation im Auswärtigen Amt ein- fehte, dem ganzen Auslandsdeutschtum gezeigt, wie groß und umfassend sein Verständnis für ihre Belange und ihre Sorgen ist. Dieser Er­laß bedeutet aber auch eine Anerkennung für die Arbeit, die unsere parf eigenoffen in und am Auslandsdeutfchturn in den letzten Jahren geleistet haben.

Ich bin mir klar darüber, daß die Auslandsorgani­sation noch sehr große Aufgaben vor sich hat und daß es geraume Zeit dauern wird, bis unsere Reichsbürger im Auslande so nationalsozialistisch ausgerichtet sind, wie wir es wünschen und wie es fein muß. Wenn wir von unseren Auslandsdeut- jchen, d. h. von unseren Reichsdeutschen im Aus­lande, sprechen, so verstehen wir darunter aus-

Die Versuche, es so hinzustellen, als ob National­sozialisten im Auslande ausschließlich Spione oder politische Agenten wären, findet man als letzten Versuch einer Diskriminierung neuer­dings sogar in den Zeitungen, die selbst Wert dar­auf legen, ernst genommen zu werden. Es ist des­halb amüsant, zu lesen, daß Deutschland alle weiblichen Hausange st eilten im Aus­lands zu Spionen ausbildet und daß die Nazi­männer selbst den hauptsächlichen Auftrag hätten, das jeweilige fremde Land in eine Hitler- Kolonie zu verwandeln. Weil es aber doch noch Leute im Auslande gibt, die so etwas glauben, möchte ich hier ausdrücklich versichern, daß wir dis weiblichen Hausangestellten nicht zu Spionen aus­bilden und keine Nazis im Auslande beauftragt haben, fremde Länder zu erobern. Ich glaube, daß die Hausangestellten selbst und untere Männer draußen berechtigte Zweifel an unserer Zurech­nungsfähigkeit hegen würden, wenn derartiges ver­langt werden sollte. Man kann geradezu eine ge­wisse Besessenheit in einigen Redaktionen feststellen, ihren Lefern glaubhaft zu machen, daß alle Natio- nalsozialisten im Auslande Spitzel seien. Diese un­sinnigen Behauptungen brauchte man überhaupt nicht ernst zu nehmen, wenn sie nicht dazu beitrü­gen, die internationale Atmosphäre zu vergiften und die Beziehungen zwischen Deutschland und fremden Ländern zu trüben. Die Welt weiß heute nach vier Jahren nationalsozialistischer Herrschaft und gibt es widerwillig zu, daß Adolf Hitler und sein Land keinen sehnlicheren Wunsch haben, als in Frieden und in Eintracht mit allen Völkern zu leben. Die Ausländsdeutschen teilen diesen Wunsch aus tiefftem Herzen

Ich möchte daher eindeutig feststellen, daß die Aufgaben und die Tätigkeit der Auslands- Organisation vollkommen klar vor aller Augen liegen. Was für andere große Nationen selbstverständlich ist, machen wir auch. Wir kümmern uns um unsere Bürger lm Auslande und nur um diese, und wir sorgen für ihre Verbindung zum Reich und für die Erhaltung ihres Deutschtums. Daß diese Betreuung eine umfassende ist, liegt in den neuen Idealen begründet, die Adolf Hitler

schließlich die Nationalsozialisten im Aus­lande. Unter den Nationalsozialisten im Auslande verstehen wir aber keineswegs nur die Partei­genossen, sondern alle Deutschen, die dem Reiche treu sind. Es wäre auch nicht möglich, einen Unterschied zwischen Deutschen im Auslande und Nationalsozialisten zu machen, weil beide heute einen Begriff darstellen. Es gibt heute immer noch einige wenige Deutsche im Auslande, die keine Na­tionalsozialisten sein wollen und sich irrtümlich im­mer noch als Deutsche bezeichnen. Diese sogenann­ten Deutschen äußern sich sogar in deutschgeschrie­benen Zeitungen und in Zeitschriften in einer Weise gegen das Dritte Reich, die an tüe übelsten Blüten der Emigrantenliteratur erinnert. Wir haben für diese die nicht müde werden, ihr nationales deut­sches Herz zu bekunden und trotzdem bewußt den Gegnern des Reiches helfen, nur den Ausdruck Landesverräte r". Wir auslandsdeutschen Nationalsozialisten lehnen den Begriff des uni­versalen Deutschen ab, desfen vornehmstes Bestreben ist, sich überall anzupassen, weil dieser universale Deutsche sich nicht nur damit bei den Ausländern lächerlich macht, sondern bewußt oder unbewußt mit dieser Selbstaufgabe sein Deutschtum verleugnet. Wir kennen nur den Begriff des t o - taten Deutschen, der als Bürger seines Rei­ches immer und überall deutsch und nichts als deutsch ist, und damit Nafionalsozialist.

dem deutschen Volke gegeben hat. Das erste Gesetz für die auslandsdeutschen Nationalsozia­listen schreibt ihnen die genaue Respektierung der Gesetze ihrer Gastländer vor, und Partei und Reich wachen sorgfältig darüber, daß dieses Gesetz eingehalten wird. Ebensosehr aber müs­sen wir verlangen, daß auch der Deutsche im Auslande sein eigenes Leben nach den Grundsätzen einrichten darf, die in sei­ner Heimat gelten. Nationalgefühl ist eine internationale Erscheinung und nicht von ein­zelnen Nationen gepachtet. Wer hinsichtlich Deutschland hieran zweifelt, hat die letzten

Jahre verschlafen.

Die öffentliche Kundgebung.

Zu einem eindrucksvollen Erlebnis des Zusammen­gehörigkeitsgefühls aller Deutschen diesseits und jenseits der Reichsgrenzen wurde die Kundgebung am Sonntagnachmittag im riesigen Oval der Adolf- Hitler-Kampfbabn. 80 000 Volksgenossen, darunter Tausende von Ausländsdeutschen, nahmen teil. Vor der Haupttribüne stellten sich etwa 60 Fahnen unse­rer auslandsdeutschen Gruppen auf. Gauleiter Bohle eröffnete die Kundgebung mit dem Ge­denken an unsere im Auslande gefallenen auslands­deutschen Volksgenossen. Mit Freude wies er auf die Anwesenheit vieler führender Männer des neuen Deutschlands hin und dankte besonders dem Stell­vertreter des Führers für fein Kommen. In dem Reichsminister des Auswärtigen hieß Gauleiter Bohle dann einen Mann willkommen, der aus jahr­zehntelanger Erfahrung heraus die Sorgen und den Wert der Ausländsdeutschen kenne. Schließlich gab Gauleiter Bohle zwei Telegramme an den Führer und vom Reichskriegsminister General­feldmarschall von Blomberg bekannt. Das Tele­gramm an den Führer lautet:Mein Führer! Zu Beginn der 5. Reichstagung der Ausländsdeutschen entbieten Ihnen die in Stuttgart versammelten Deutschen aus aller Welt stolzen und freudigen Gruß. Dieser bisher größte Appell der Ausländs­deutschen steht im Zeichen der bedingungs­losen Treue zu Ihnen, mein Führer, und Ihrem Reich. Wir Ausländsdeutschen

Das Ausland und unsere Ausländsdeutschen.

flechten in unser Bekenntnis zum Nationalsozialis- mus, in der unbegrenzten Liebe zur neuerstandenen Heimat jene Achtung vor den fremden Nationen ein, die den unumstößlichen deutschen Friedenswillen unter Beweis stellt."

Reichsaußenniinifler Freiherr von Äeuralh

sprach dann. In seiner Rede sagte er: Es ist für mich ein erhebender Gedanke, daß ich bei dieser feierlichen Kundgebung als Außenminister des neuen Deutschlands einmal unmittelbar an Sie, meine lieben Volksgenossen und Volksgenossinnen aus dem Ausland, das Wort richten kann. Die Ausländsdeutschen sind überall, vor allem in über­seeischen Ländern, die stets sichtbaren Ver­treter deutscher 21 r t und beutfdher Kultur und tragen deshalb eine besondere Ver­antwortung für das Ansehen Deutschlands in der Welt. Darüber hinaus sind Sie in vielen Fällen unmittelbar als Förderer materieller deutscher Interessen tätig. Alles das macht sie zu einem un­entbehrlichen Faktor für die Gestaltung unserer Beziehungen zu den einzelnen fremden Völkern. Dem steht auf der anderen Seite die Notwendig­keit gegenüber, das persönliche Schicksal der Aus­ländsdeutschen und ihr Verhältnis zur Heimat von dieser aus so zu betreuen und zu sichern, daß sie ihr Wirken für Deutschland in natürlicher und ge­deihlicher Weise entfalten können.

Die vom Nationalsozialismus mit beispiellosem Elan geschaffene Einheit des Volks- und Staatswillens hat eine Außenpolitik ermög­licht, deren Erfolge Ihnen allen bekannt find. Die unerträglichen Fesseln des Versailler Diktates sind gesprengt. Wir haben unsere Wehrfreiheit wieder gewonnen. Wir haben die Souveränität im ganzen Staatsgebiet wieder hergeftellt. Wir sind überhaupt wieder Herr im eigenen Hause geworden und haben uns die Machtmittel geschaffen, das nun auch in aller Zukunft zu bleiben.

Alles dessen können wir uns vor der Welt offen und mit ruhigem Stolz rühmen. Denn wir haben ein gutes außenpolitisches Gewissen. Wir haben mit unseren außenpolitischen Aktionen niemanden etwas genommen, was ihm gehört; wir haben kein fremdes Land verletzt, kein fremdes Volk bedroht. Das werden wir auch in Zukunft nicht tun. Wir haben uns lediglich von den Ketten befreit, die kurzsichtige, von Haß geblendete Staats­männer glaubten einem 65-Millionen-Volk für alle Ewigkeit anlegen zu können. Die unnachgiebige Ver­ständnislosigkeit gegenüber unserem unverzichtbaren Anspruch auf Gleichberechtigung hat dazu beigetra­gen, uns zum schnelleren Erwachen zu verhelfen, und da, wo man uns ungerecht behandeln ober gar angreifen will, üben wir nicht mehr die schwäch­liche Geduld einer vergangenen Nachkriegsperiode. Aber diese Haltung des neuen Deutschland ist in Wahrheit das stärkste Bollwerk für die Sicherung des Friedens und wird sich in einer unruhig bewegten Umwelt immer mehr als ein solches erweisen.

Gerade weil wir die Gefahr bestimmter zer­setzender Tendenzen, wie sie sich in Europa geltend zu machen suchen, klar erkannt haben, suchen wir nicht nach dem Trennenden, sondern nach dem Verbindenden zwischen den Staaten und Völkern. Wir denken nicht an eine politische Isolierung. Wir erstreben eine poli­tische Zusammenarbeit der Regierungen, eine Zusammenarbeit, die, wenn sie Erfolge haben soll, allerdings nicht auf theoretischen Kollekti­vitätsideen, sondern auf der lebendigen Realität beruhen und sich den konkreten Aufgaben der Gegenwart zuwenden muß. Wit Genugtuung können wir feststellen, daß wir in der Verfolgung einer solchen legalen Frie­denspolitik Hand in Hand mit dem uns be­freundeten Italien gehen. Das rechtfertigt die Hoffnung, daß wir auch mit den anderen Regierungen zu einer freundschaftlichen Ver­ständigung über die wichtigen aktuellen Fragen der Außenpolitik gelangen.

Mit den Grundsätzen unserer inneren und äuße­ren Politik sind auch alle Fragen des Auland- d e u t s ch t u rn s ein für alle Male geklärt. Nun weiß jeder Auslanddeutsche, daß er auch im frem­den Lande ein lebendiges Mitglied der deutschen Volksgemeinschaft bleibt. Wenn es eine Selbstver­ständlichkeit war, daß das gewaltige Geschehen in Deutschland nicht ohne Rückwirkung auf die jen­seits unserer Grenzen lebenden Reichsdeutschen blei­ben konnte, ist es kaum begreiflich, wie man in gewissen Teilen des Auslandes Anstoß daran hat nehmen können, daß auch unter den Auslanddeut- schen der Wunsch lebendig wurde, an der Neugestal­tung der Dinge im Reich innerlich Anteil zu neh­men und dieser Anteilnahme durch einen Zusam­menschluß mit anderen gleichgesinnten Volksgenos­sen Ausdruck zu geben. Es ist, wenn auch nur in einzelnen Ländern, dazu gekommen, daß man den dort lebenden Reichsangehörigen jede Bekundung ihrer nationalsozialistischen Gesinnung hat verbieten und daß man sie daran hat verhindern wollen, sich auf der Grundlage ihrer gemeinsamen politischen Ueberzeugung als Vereinigungen zu konstituieren.

Ein solches Vorgehen läßt sich nur aus einer volligenVerkennung der Absichten und Ziele erklären, die von den örtlichen Organisa­tionen der Deutschen im Auslande selbst, wie auch von den für ihre Betreuung zuständigen heimischen Stellen verfolgt werden. Wir wissen selbstverständlich und sind die Letzten, daran deuteln zu wollen, daß das Gastrecht, das fremden Staatsangehörigen in einem Lande ge­währt wird, sie verpflichtet, sich jeder Ein­mischung in die inneren Verhältnisse des Gastlandes auf das strikteste zu ent­halten und die dort geltenden allgemeinen Gesetze zu beobachlen. Geschieht das aber, so kann ihnen nicht versagt werden, sich auf der Grundlage und zum Zwecke der Bekundung gemeinsamer nationaler Einstellung zu Ge­meinschaften zusammenzuschließen und mit den heimischen Organisationen in Verbindung zu treten. Die Einsetzung eines Ehefs der Aus- kandorganisation im Auswärtigen Amt ist eine Gewähr dafür, daß die von den verantwort­lichen innerdeutschen Stellen für die Pflege des Auslanddeutschtums ausgestellten Grundsätze und Richtlinien sich in dem von mir soeben an­gegebenen Grenzen halten und von den aus­landsdeutschen Organisationen selbst genau respektiert werden müssen.

Ich hoffe deshalb auf das bestimmteste, daß die <5d)roierigfeiten, die in jeder Beziehung hier und