zurückgeschlagen und hatte außerordentlich starke Verluste.
Front von Madrid: Durch einen Handstreich wurden zwölf Gefangene gemacht.
Südarmee: Im Abschnitt von Espiel sind unsere Truppen vorgestoßen und haben die ihnen gesteckten Ziele erreicht, ohne daß der gestern (Mittwoch) geschlagene Gegner Widerstand geleistet hätte. Im Abschnitt von Villa h a rta wurden die feindlichen Angriffe mit großen Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen.
Unsere Vorpostenlinie im Frontabschnitt von Granada wurde verschoben.
Die Nachrichten des bolschewistischen Rundfunksenders, daß angeblich von bolschewistischen Flugzeugen nationale Flugzeuge auf unseren Flugplätzen zerstört worden seien, sind falsch. Die b o l s ch e - wistischen Flieger haben Orte des Hinterlandes bombardiert und Bauern beschossen, die auf dem Felde arbeiteten, so wie es auch vor einigen Tagen schon geschehen ist.
„Moskau untergräbt den Frieden."
Pans fragt: Wollen die Sowjets Frankreich von England loslösen, um es in ein Abenteuer zu stürzen?
Paris, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Morgenpresse beschäftigt sich eingehend mit den Londoner Nichteinmischungsbesprechungen unter Berücksichtigung der inzwischen eingegangenen Antworten der interessierten Mächte auf die letzen englischen Vorschläge. Die Blätter stellen in diesem Zusammenhang fest, daß sowohl die deutsche, als auch die italienische Antwort trotz der Vorbehalte, die darin zum Ausdruck kämen, eine gewisse Hoffnung auf Einigung zuließen. Dagegen macht man den Sowjetrussen den Vorwurf, die Besprechungen torpedieren zu wollen.
Der J o u r" zeigt sich über diese Haltung Moskaus nicht überrascht. Das Blatt erklärt, man brauche sich nur daran zu erinnern, daß der sowjetrussische Botschafter in London schon auf der letzten Sitzung des Unterausschusses erklärt habe, daß seine Regierung in feinem Falle und unter keinen Umständen General Franco als kriegführende Partei anerkennen werde.
Wan dürfe auch deshalb schon jetzt mit großen Schwierigkeiten rechnen, die auf die Unnachgiebigkeit Moskaus zurückzuführen feien.
Der gleichen Ansicht ist auch das „I o u r n a l". Es sagt, die deutsche und die italienische Antwort stellten eine Annahme der englischen Vorschläge dar, die zwar von gewissen Vorbehalten begleitet sei, man wisse aber noch nicht, in welche Form diese Vorbehalte gekleidet seien. Die Antwort Sowjetrußlands sei aber beunruhigend.
Moskau sei auch diesmal wieder bemüht, den Frieden zu untergraben durch unannehmbare Forderungen.
Die Sowjetregierung, die die Valencia-Bolschewisten militärisch unterstützt und die ihnen so viele Techniker zur Verfügung gestellt habe, behaupte jetzt, daß die marokkanischen Soldaten des Generals Franco als Ausländer anzusehen seien und deshalb ebenfalls zurückgezogen werden müßten. Die Bolschewiken, die Die Machtübernahme ausschließlich dem Aufstand gegen den Zaren verdanken, trieben die Achtung vor der Legalit ät bis zum Unsinn.
Die sowjetrussische Obstruktionspolitik, so schreibt der „M a t i n", habe in gewissen Kreisen die Vermutung aufkommen lassen,
' Sowjelruhland versuche, Frankreich von England toszulösen, um es dann in ein Abenteuer zu stürzen.
Moskau verzeihe der Londoner Regierung vor allem nicht, daß sie General Franco als kriegführende Partei anerkennen wolle, um sich mit Italien zu verständigen. In amtlichen Kreisen in Paris erkläre man jedoch, daß die zwischen Sowjetrußland und Frankreich bestehenden Abkommen es der Moskauer Regierung nicht erlauben, sich in die Beziehungen Frankreichs zu irgend einer Macht und insbesondere zu England, einzumischen.
Kein anderer Weg znm Frieden!
Für deuisch-italienisch-englische Zusammenarbeit.
London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der „Daily Expreß" setzt sich in einem Leitartikel am Freitag stark für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen England und Italien ein.
Italien Hobe den britischen Plan für die Nichteinmischung grundsätzlich angenommen. Das sei ein großer Fortschritt. Jetzt solle man die Annahme der britischen Vorschläge durch Mussolini damit beantworten, daß man die italienische Oberhoheit über Abessinien, die ja praktisch doch schon bestehe, anerkenne.
Auch die „Daily Mai V* befaßt sich in ihrem Leitartikel noch einmal mit der Unterredung Chamberlain - Grandi vom vergangenen Dienstag. Durch sie sei mehr erreicht worden, als durch monatelangen offiziellen Gedankenaustausch. England schulde Chamberlain dafür Dank, daß er feine eigene Außenpolitik führe. Der auffallende Wandel in der Behandlung außenpolitischer Fragen seit der Amtsübernahme Chamberlains gebe zu der Hoffnung Anlaß, daß man jetzt etwas tun werde, was direkt zum Herzen des italienischen Volkes spreche, nämlich die Anerkennung
der Eroberung Abessiniens. Das englische Außenamt wolle sich anscheinend nicht mit längst bestehenden Tatsachen befassen. Staatsmänner, die, psychologisch gesehen, fähig feien, das englische Außenamt zu leiten, seien nicht zahlreich, und nach Ansicht vieler ihrer Freunde gehörten weder Lord Halifax, noch Außenminister Eden zu diesen wenigen.
Italiens Freundschaft sei heute für England wertvoller denn je. Der bemerkenswerte Erfolg Chamberlains, die Beziehungen zu Italien verbessert zu haben, mühte ihn auch dazu veranlassen, sich in Englands Unterhandlungen mit Deutschland einzuschatten, das stärker sei, als im Jahre 1914. Die Artverwandlheit zwischen den beiden grohen Völkern müsse zu einer Annäherung führen, möge es auch noch so schwierig sein.
Chamberlain scheine in der Außenpolitik eine glückliche Hand zu haben. Unter seiner Führung könne sich die britische Politik gegenüber Deutschland und Italien günstig entwickeln. Es gebe auch keinen anderen Weg zur Erhaltungdes Friedens.
Amerikanische presseverireier besuchen Deutschland.
Beim Reichsverband der Deutschen preffe zu Gast.
Berlin, 29.Juli. (DNB.) Der Reichsverband der Deutschen Presse gab am Donnerstag einer Gruppe von amerikanischen Professoren, Journalisten und Studenten der Zeitungswissenschaft an der Georgia- Universität, die sich auf einer Besichtigungs- reise durch Deutschland befinden, ein Frühstück, zu dem auch eine Reihe Berliner Haupt- schriftleiter erschienen war.
Der Hauptgeschäftsführer des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Hauptschriftleiter Dr. H e n - ningsen, begrüßte die Gäste und gab der Freude der deutschen Schriftleiter Ausdruck, mit der jede Gelegenheit begrüßt wird, die einen persönlichen Gedankenaustausch zwischen den Journalisten der beiden Länder ermöglicht, da auf diese Weise Gelegenheit zu eigenen Feststellungen gegeben sei. Er bat seine Gäste, das Erlebte im Herzen über das große Wasser zu nehmen und drüben auch in der Öffentlichkeit wirken zu lassen.
Im Namen der amerikanischen Delegation dankte
profeffor Wiilet Kempton
und gab dabei feiner beredten Bewunderung Ausdruck für die außerordentliche Dynamik auf allen Gebieten, die er in Deutschland, das er von früheren Besuchen kennt, vorgefunden habe. Er betonte dabei, daß diese Reise Gelegenheit geboten hätte, die Meinung über Deutschland, die nicht nur jetzt, sondern auch schon während des Weltkrieges in den Vereinigten Staaten vielfach vertreten worden fei, zu revidieren und den Weg für ein gegenseitiges Verstand- nis zwischen beiden Völkern zu ebnen.
Der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung
Ministerialrat Berndt
wünschte den amerikanischen Gästen im Namen des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels und im Namen des Pressechefs der Reichsregierung Staatssekretär Funk für ihren Aufenthalt in Deutschland das Beste. Er betonte in seiner Ansprache, daß es zwischen Deutsch- land und den Vereinigten Staaten von Amerika in ihrer langen Geschichte nur selten Streitpunkte gegeßen habe, daß dafür aber zu allen Zeiten in
Deutschland warme Sympathie für das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika und sein Schicksal geherrscht habe.
Für den Freiheitskampf der Vereinigten Staaten sei auch viel deutsches Blut geflossen, und dieses Blut sei immer ein festes Bindemittel zwischen den beiden Völkern gewesen. Auch heute gäbe es nichts, was das deutsche Volk von dem der Vereinigten Staaten trennen könne. Leider sei das Urteil über das neue Deutschland in den Vereinigten Staaten von Amerika durch viel falsche und tendenziöse Berichte stark getrübt worden. Deshalb könne man immer wieder nur sagen: „Kommt und seht!"
Das neue Deutschland habe nichts zu verbergen, könne aber mit Stolz auf die Leistungen Hinweisen, die es im Interesse des Friedens, der Freiheit und der Wohlfahrt vollbracht habe.
Er ging in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung der deutschen Nationalhymne ein, deren Anfangszeile gerade jetzt wieder in den Vereinigten Staaten von Amerika falsch ausgelegt und als imperialistischer Anspruch gedeutet worden sei. Wenn der Geutsche „Deutschland, Deutschland über alles" singe, so bringe er damit zum Ausdruck, daß es für jeden Deutschen nichts Heiligeres gebe als Deutschland, daß sein Vaterland für ihn zuerst komme, so wie es für jeden Amerikaner und jeden Angehörigen eines anderen Volkes selbstverständlich sei, daß sein Volk seinem Herzen am nächsten stehe.
Die harmonisch verlaufene Veranstaltung schloß mit ehrenden Worten für die beiden Staatsoberhäupter.
Der Londoner Flottenvertrag von1S36 in Kraft.
L o n d o n, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im englischen Auswärtigen Amt wurden am Donnerstag die Ratifikationsurkunden für den Londoner Flottenvertrag vom 25. März 1 93 6 von den Regierungen Englands, Kanadas, Australiens, Neuseelands und Indiens hinterlegt. Da die Vereinigten Staaten von Amerika bereits im vergangenen Jahr und Frankreich vor einigen Wochen die Ratifikationsurkunden hinterlegt haben, treten die Bestimmungen dieses Vertrages, der Rüstungsbeschränkungen zur See sowie Nachrichtenaustausch über die geplanten Kiellegungen vorsieht, in Kraft.
Forderungen des Deutschtums in polen an den Staat.
Oer deutsche Vertreter im polnischen Senat über ostoberschlesische Gesetzentwürfe
Warschau, 29. Juli. (DNB.) In der Donnerstagssitzung des polnischen Senates, der auch der Ministerpräsident und der Außenminister beiwohnten, legte der deutsche Senator Wiesner den Standpunkt der deutschen Volksgruppe zu den bekannten, bereits im Sejm angenommenen Gesetzentwürfen über Ostobersch l e si e n dar.
Senator Wiesner erklärte zu dem Gesetzentwurf über die Amtssprache in den Gerichten, der Staat habe ein ungeheures Interesse daran, daß in Oberschlesien endlich Ruhe und Frieden einziehen. Der Genfer Konvention trauere die deutsche Bevölkerung nicht nach: denn zur Zeit ihres Bestehens seien viele deutsche Existenzen wirtschaftlich zugrundegerichtet worden. Das Deutschtum in Oberschlesien sei heute eine hungernde, arbeitslose und verzweifelnde Volksgruppe. Sie sei entschlossen, ihre nationalen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechte nur auf innerpolitis ch e m Wege durchzusetzen. Voraussetzung hierfür fei, daß von feiten des Staates und feiner Organe darauf verzichtet werde, das Deutschtum zu vernichten. Die schönsten gesetzlichen Bestimmungen seien nutzlos, wenn beim Vertragspartner der ehrliche und gute Wille fehle, den Vertrag bis zur letzten Konsequenz durchzuführen. Dieser gute Wille sei auf Seiten des Deutschtums ebenso vorhanden, wie der unbeugsame Entschluß, die Verpflichtungen dem (Staat gegenüber auch unter den schwersten Voraussetzungen und in der größten Not zu erfüllen, weil die deutsche Volksgruppe von dem Glauben erfüllt fei, daß es zu einer
Verständigung und Befriedung zwischen dem Deutschtum und dem polnischen Volk kommen müsse. Wenn neue Verhältnisse in Ostober- schlesien geschaffen werden sollten, dann dürften sie keine erneute Benachteiligung und Zurückdrängung der deutschen Bevölkerung bedeuten. Der vorliegende Gesetzentwurf gebe jedem, der sich zum Deutschtum bekenne, das Recht, vor Gericht deutsch auszusagen und mit dem Richter und dem Staatsanwalt in deutscher Sprache zu verkehren. Dieses natürliche Recht stehe der deutschen Bevölkerung auf Grund der Verfassung zu, und es bedeute keineswegs einen Gnadenakt.
Auch zu dem Gesetzentwurf über die Ausdehnung der Bestimmungen der Agrarreform auf Ost- oberfchlesien nahm Senator Wiesner Stellung. Dieser Gesetzentwurf richte sich gegen den deutschen Besitzstand in Östoberschlesien. Er habe zum Ziel, den seit Jahrhunderten deutschen Grund und Boden zu enteignen und polnischen Siedlern zuzuteilen. Mit der Parzellierung der deutschen Güter würden außerdem Tausende von deutschen Landarbeitern, Handel- und Gewerbetreibenden brotlos gemacht, zumal nach den Bestimmungen in Ostoberschlesien nur 60 Hektar als Restgut anerkannt würden, im Gegensatz zu,den nichtparzellierten Teilen, wo die Fläche 180 Hektar betrage. Die Durchführung der Agrarreform habe bereits den deutschen Besitzstand in Posen und Pommerellen ungeheuer verringert. Die jetzt zur Erörterung stehende Erweiteruna der Bestimmungen über die Durchführung der Agrarreform auch für
Östoberschlesien sei gleichbedeutend milder Vernichtung weiterer deutscher Exi. st e n z e n. Unter diesem Gesichtspunkt nahm der Deutsche Senator auch gegen die Uebernahme des Fürstlich Pleßschen Fideikommiß-Besitzes durch den Staat Stellung. Die bisherige Erfahrung zeige, daß die Uebernahme von Besitzungen durch den Staat in Östoberschlesien stets zur Folge gehabt habe, daß deutsche Arbeiter und Beamte brotlos würden. In Ostoberschlesien seien heute 80 v. H. der gesamten deutschen Bevölkerung erwerbslos, und die deutsche Jugend wachse ohne die Möglichkeit einer Berufsausbildung heran. Auch der deutsche Kaufmann und Handwerker habe in Ostoberschlesien einen schweren Stand. Mit der Agrarreform solle das Deutschtum auch noch des Landbesitzes verlustig gehen.
Der Worte über die Gleichberechtigung und die gleichen Rechte auf Arbeit und Brot für alle seien genug gewechselt. Die Deutschen in Polen wollten endlich auch Taten sehen.
In der Abstimmung wurden die Gesetzentwürfe über die Erweiterung der Bestimmungen über die Amtssprache vor Gericht, die Anwendung der Agrarreform in Östoberschlesien, die Bezahlung von Verpflichtungen gegenüber dem Staat durch Grund und Boden und die Aufhebung der Fideikommisse angenommen.
3n acht Tagen viermal beschlagnahmt.
Posen, 29. Juli. (DNB.) Die deutsche Presse in Posen wurde im Juli besonders häufig vorn Zensor beschlagnahmt. Während u. a. das „Posener Tageblatt" innerhalb von acht Tagen viermal beschlagnahmt wurde, verfielen die „Deutschen Nachrichte n", das Organ der Jungdeutschen Partei für Polen, innerhalb von zwei Wochen einer dreimaligen Beschlagnahme.
In der Hand der Juden.
Warschau, 28. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit ber Behandlung oberschlesischer Fragen im Sejm stellt der rechts eingestellte „A B C" fest, daß K a 11 o w i tz eine der am meisten verjudeten Städte Polens, jedenfalls auf dem Gebiete des Handels, sei. Es gebe dort zwar nicht viele Juden und auch keine Ghetto. Aber dafür befänden sich fast alle größeren und reicheren G e f ch ä f t s u n t e r n e h m u n g e n in jüdischen Händen. Leider hätten nicht die Polen, sondern die Juden die Plätze der Deutschen in Kattowitz eingenommen. Besonders in Ostoberschlesien sei das gefährlich, denn es fei dort die Ansicht verbreitet, daß die polnischen Behörden der Ausbreitung des jüdischen Elements tatenlos zuschauen. Uebrigens sei der jüdische Einfluß auch in der ostoberschlesischen Industrie bedeutend. In vielen Berg - undHüt- tenunternebmungen treffe man zahlreiche jüdische Namen an. Beispielsweise regierten die I u - den den größten polnischen Kohlenkonzern Robur, an dessen Spitze ein Herr Fol- t e r stehe.
Thronbesteigung des Königs Faruk I.
Kairo, 29. Juli. (DNB.) König Faruk I. legte am Donnerstag vor beiden Häusern des Parlaments den Eid auf die Verfassung ab und d e - stieg damit den Königsthron.
Da er am 11. Februar 1920 geboren wurde, würde er nach europäischer Zeitrechnung erst am 11. Februar 1938 die Volljährigkeit erreicht haben. Das Datum der Thronbesteigung wird jedoch nach islamischen Mondjahren berechnet, die elf Tage kürzer find. Daher fällt die Volljährigkeit auf den heutigen Tag.
Um 8.30 Uhr verließ der Königszug den Abdine- Palast unter Salutschüssen. Die Staatskarosse des Königs, der die Feldmarschalluniform angelegt hatte, traf um 9 Uhr am Parlamentsgebäude ein. Hier erwarteten ihn alle Abgeordneten, Senatoren, die Mitglieder der königlichen Familie, der Regent- fchaftsrat, die Königinmutter, die Prinzessinnen, das Diplomatische Korps, die Spitzen der Behörden und die Generalität.
Im Parlament wies der Ministerpräsident in seiner Begrüßungsrede auf die Errungenschaften der letzten Jahre hin, insbesondere auf das Abkommen mit England, das Ergebnis von Montreux, die Abschaffung der Kapitulationen und den Beitritt zum Völkerbund. Nach einer kurzen Ansprache des Senatspräsidenten erhoben sich der König und alle Anwesenden, und der König legte den Eid ab, die Verfassung und die Gesetze des ägyptischen Volkes zu beachten, die nationale Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit des ägyptischen Landes aufrechtzuerhalten.
Die Rückfahrt in den Abdine-Palast vollzog sich unter ungeheuerer Begeisterung der riesigen, nach Hunderttausenden zählenden Dolksmassen, während zahlreiche Kapellen die Nationalhymne spielten. Mehrere Geschwader modernster Jagdflugzeuge der jungen ägyptischen Luftwaffe überflogen den Festzug. Als Zugeständnis an die moderne Entwicklung wurde allgemein beachtet, daß die Königinmutter zum ersten Male in ihrer offenen, unvergitterten Loge unverschleiert dem Staatsakt beiwohnte und die Prinzessinnen in moderner europäischer Kleidung erschienen.
Am Mittag fand im Palast ein großer Glückwunschempfang statt, wobei der Kriegsminister dem König den Marschallstab überreichte. Den Tag beschloß ein großes Bankett mit künstlerischen Darbietungen und ein Feuerwerk. Die Festveranstaltungen dauern bis zum Samstag, wo eine große Militärparade die Feierlichkeiten beschließt.
Glückwunsch des Führers.
B e r l i n , 29. Juli. (DNB.) Anläßlich der Thronbesteigung des Königs Faruk I. von Aegypten hat der Führer und Reichskanzler dem König seine und der Reichsregierung Glückwünsche telegraphisch übermittelt.
Genau nach deutschem Beispiel.
London, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der Grafschaft L a n c a s h i r e werden in Kürze die Arbeiten für den Bau der ersten modernen
Autostraße in England ausgenommen. Es handelt sich um eine Strecke von etwa 85 Kilometer, deren Bau rund 62 Millionen Mark kosten soll.
Die „News C h r o n i c l e" hebt in großer Überschrift hervor, daß diese Autostraße genau nach d em Muster der deutschen Reichs- autobahnen gebaut werden soll.
„Freiheit" im „Sowietparadies"
Wegen Photographierens verhaftet.
N e u y o r f, 29. Juli. (DNB.) Nachrichten aus Moskau über Schwierigkeiten amerikanischer Touri st en seitens sowjetrussischer Polizei erregen hier großes Aergernis. So wurde trotz vorschriftsmäßigen fowjetrussischen Visums 40 Passagieren eines Dampfers, darunter 12 Amerikanern, die Landungin Leningrad verweigert. Besondere Erwähnung findet der Fall eines amerikanischen Ehepaares Wilson, das wegen Photographierens von vorsintflutlichen Ba st rindenschuhen eines sowjetrussischen Bürgers verhaftet worden ist. Sogar das Photographieren der amerikanischen Botschaft in Moskau war ihnen verboten worden. Die krankhafte Spionagefurcht der Sowjetbehörden richtet sich, wie weitere Meldungen besagen, unterschiedslos gegen alle Nationalitäten.
Juden als kommunistische Kuriere.
Warschau, 29. Juli (DNB. Funkspruch.) Der Warschauer Polizei gelang es, das Absteigegart i e r für die kommunistischen Kuriere ausfindig zu machen, die aus der Sowjetunion und anderen Ländern nach Polen kommen. Als die Polizei in der Nacht zum Donnerstag überraschend dort eindrang, traf sie elf Kuriere an, die jum großen Teil zwischen Warschau und den größeren Provinzstadten den Kurierdienst versehen. Es handelt sich bei den Verhafteten ausschließlich um Jude n, wie aus den Namen hervorgeht.
Das Warschauer Appellationsgericht verurteilte einen jüdischen S t u d e n t e n,' bei dem ein Koffer mit kommunistischen Hetzschriften beschlagnahmt worden war, zu drei Jahren Gefängnis.
Kommunistische Hetze in englischer Kolonie.
London, 29. Juli. (DNB.) Das Oberhaus behandelte am Donnerstag die letzten Unruhen in Trinidad. Der Herzog von Montrose wies darauf hin, daß die Unruhen das Ergebnis kommunistischer Hetze seien/ Auf Trinidad gebe es etwa ein halbes Dutzend führender Kommunisten, die bisher wegen nicht weniger als insgesamt 169 Verbrechen abgeurteilt roörben seien. Die Kommuni st en hetzten die Schwarzen gegen die Weißen auf. Gegen diese aufwieglerische kommunistische Tätigkeit müsse etwas geschehen. Lord S t r i ck l a n d wies auf den üblen Einfluß der Presse bei den Unruhen in Trinidad hin. Bedauerlicherweise hätten unzuverlässige Elemente die Preffe miß' braucht.


