Nr.175 Erster Matt
187. Jahrgang
8reitag,Zft.Iust 1037
Gießener Anzeiger
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Gegen die Teilung Palästinas
Don unserem F ASch.-Lerichteistatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Bagdad, 25. Juli 1937.
Die Veröffentlichung der britischen Tei- lungsvorschläge für Palästina schlug wie eine Bombe im Irak ein und verletzte in kaum zu übertreffender Weise das Nationalbewußt- fe in b er Araber. Man sagt nicht zuviel, wenn man seststellt, daß die Veröffentlichung dieser Teilungsvorschläge der panarabischen Bewegung einen ungeheuren Auftrieb gegeben hat, den England künftig für den Nahen Osten wird in Rechnung stellen müssen. Täglich laufen bei König Gh azi I. und der irakischen Regierung Protesttelegramme ein, und zwar nicht nur von irakischen politischen Führern, Nationalisten und Kirchenhäuptern, sondern insbesondere auch von den verschiedenen arabischen Herrschern der umliegenden Länder. Ausnahmslos wird darin verlangt, daß die Regierung von Bagdad nicht nur auf diplomatischem Wege alles tun soll, was in ihrer Macht steht, um die Palästina-Teilung zu verhindern, sondern man geht vielfach sogar so weit, auch die Anwendung von drastischeren Mitteln zur Verhinderung der Teilung und zur Durchsetzung der panarabischen Parole: „Palästina den Arabern" zu verlangen. Die Regierung des Irak ist denn auch offenkundig gewillt, die Forderungen der arabischen Völker wirksam zu unterstützen. Der irakische Ministerpräsident hat gemeinsam mit dem General st abschef des Landes die Führung des politischen Kampfes für die Unteilbarkeit Palästinas übernommen und findet dabei die volle Unterstützung feiner Mitarbeiter und auch des Königs. Mit Betonung proklamierte er schon vor einiger Zeit, daß die Araber keine Handbreit Palästinas abgeben könnten. England werde auch keinen Araber finden, der zu den Teilungsplänen fein Einverständnis geben werde. Jeder Araber, der etwa aus taktischen Gründen oder aus einem politischen Opportunismus heraus den Teilungsplänen zustimme, werde in allen arabischen Ländern geächtet sein. Der rege Meinungsaustausch zwischen dem Irak und Saudi-Arabien hat bereits ergeben, daß beide Länder bereit sind, gemeinsam für die arabische Sache einzutreten. Nur über die Haltung des Emir Abdullah, des Herrschers von Trans- jordanien, bestand bis vor wenigen Tagen Unklarheit. Man hatte hier den Eindruck, daß die Regierung von Transjordanien mit dem englischen Vorschlag sympathisiere, zumal Emir Abdullah persönlich der einzige Gewinuende sein würde. Denn nach den Vorschlägen der englischen Palästina-Kommission sollen bekanntlich dem Herrscher Transjorda- niens, der nebenbei bemerkt der Onkel des Königs Ghazi von Irak ist, aus der Teilung Palästinas bedeutende Gebietsgewinne und eine ansehnliche Vergrößerung seiner Geltung erwachsen; ferner hat man ihm von England aus auch minder Königswürde gewinkt. Es scheint aber nun, daß die klare und eindeutige Haltung der anderen arabischen Länder, besonders des Irak, auf den Emir Abdullah einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Jedenfalls verlautete hier, daß er sowohl wie die transjordanische Regierung sich entschieden gegen die Teilungspläne ausgesprochen hätten. Dem- ' nach würde also die im Londoner Unterhaus auf- gestellte Behauptung, daß Emir Abdullah von Transjordanien den englischen Plan befürworte, un- ' zutreffend sein, und die arabische Welt wäre in einer immerhin außerordentlich wichtigen Frage
1 völlig geeint gegenüber den britischen Absichten.
Wie tief die Erregung in der arabischen Bevölkerung über das englische Projekt um sich gegriffen I hat, ist daraus ersichtlich, daß die irakischen Natio- | nalisten im ganzen Lande seit etwa einer Woche große Demonstrationen organisieren, wobei sie von der Regierung jede denkbare Unterstützung finden. Den Standpunkt der arabischen Völker erklärte uns dieser Tage der irakische I u st i z m i n i - st e r in einem längeren Gespräch. Er betonte, daß mit ihm alle Araber eine Teilung Paläst 1 - las als absoluten Fehlgriff ablehnten, der früher oder später zu den schwersten Erschütterungen im Nahen Osten führen müsse. Daß Palatina, wenn es auch fast zwei Jahrhunderte unter er Fremdherrschaft gelebt habe, stets ein a ratsch e s Land gewesen sei, daß seine Bevolke- rung zum weitaus überwiegenden Teil immer arabisch gefühlt hat und auch heute arabisch lenkt, könne von niemandem, der die Verhältnisse virklich kenne, bestritten werden. In der Tat: Palästina ist umgeben von arabischen Landern mit iner Einwohnerzahl von etwa 30 Millionen Nohammedanern, die zum Teil bereits ihre Un- lbhänaigkeit erkämpft haben, zum anderen Teile fc noch suchen. Alle stimmen auf ieden Fall bann ifcerein, daß Palästina unbedingt em rnte- irierenber Bestandteil des arabi- fch e n Mutterlandes ist, heilig 70 Millionen trabern, die weitere 400 Millionen Mohammedaner ii der ganzen Welt hinter sich haben. Selbst die feinste Hingabe und Übereignung von Gebietsteilen an die Juder zur Errichtung eines eigenen Staates ist für die mohammedanische Welt untrag. Bar. Im Hinblick auf die englische Weltpottttl und d-n Teilungsplan erklärte der irakische W^mim- fsr, daß England klüger handeln wurde, wenn es, f ei von jeder projüdischen Tendenz, $ feine volle Unabhängigkeit gewahren inb auf diese Weise sich die Freundschaft der ara- b schen Welt erhalten würde. Durch die Teilungsfee werde weder den Arabern, noch den I wirkliche Befriedigung gewährt ™an
Im Augenblick wartet man hier noch ab. Man fr aber geroife, daß auch andere mohammedanische
Moskau gegen den Friedenswillen Europas.
Die Sowjets bringen den englischen Nichteinmischungsplan zum Scheitern.
London, 29. Juli. (DNB.) Im Laufe des Donnerstagnachmittag gingen im Sekretariat des Nichteinmischungsausschusses die Antworten auf das letzte Ersuchen des Ausschusses, zum englischen Dermittlungsplan Stellung zu nehmen, ein. Sämtliche Antworten auf das englische Ersuchen, bis auf die sowjetrussische, stimmen in allen wesentlichen Punkten dem englischen Vermittlungsoorschlag zu.
Die fowjetrufsifche Antwort lehnt entgegen der ursprünglichen Annahme des englischen Planes durch Sowjetrußland diesen in einem wesentlichen Punkte ab, indem sie die Gewährung der Rechte kriegführender an General Franco grundsätzlich verweigert.
Die Svwjetregierung behauptet, daß die bolschewistischen Machthaber in Valencia von allen Teilnehmern am Nichteinmischungsabkommen als die einzige gesetzmäßige „Regierung" von Spanien anerkannt worden seien, und daß daher General Franco nur als „Rebell und Verbrecher" angesehen werden könne. (!) Eine Aenderung dieser Haltung gegenüber Franco und insbesondere die Gewährung der Rechte Kriegführender ändere daher die gesamte Grundlage ab, auf der die Nichteinmischung beruhe. Die Frage, zu welcher Zeit General Franco kriegführende Rechte gewährt werden können, erhebe sich daher überhaupt nicht, und eine Ermächtigung des Vorsitzenden des Nichteinmischungsausschusses zu Erörterungen über die Frage, unter welchen Bedingungen kriegführende Rechte an General Franco gewährt werden können, sei nach Ansicht der Sowjetregierung nicht möglich.
Die Sowjetregierung nimmt daher die schwere Verantwortung auf sich, den englischen Vorschlag als einzige Regierung zu Fall zu bringen, nachdem alle anderen Mächte sich entschlossen hatten, ihn in allen wesentlichen Punkten anzunehmen.
Besonders hervorzuheben ist, daß die deutsche Antwort dem englischen Plan in allen wesentlichen Punkten z u st i m m t und lediglich verlangt, daß die Organisation der Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger als im inneren Zusammenhang mit der Anerkennung der Rechte Kriegführender stehend betrachtet werden sollte, und daß daher beide gleichzeitig verwirklicht werden müßten.
Der Malt der Antwortnoten.
London, 30. Juli. (DNB.) Zur Sitzung des Nichteinmischungsausschusses am Freitag gibt der diplomatische Korrespondent Reuters einer' längere Meldung, in der er darauf hinweist, daß die britischen Vorschläge zum Teil mit außerordentlich wichtigen Vorbehalten angenommen worden seien.
Der wichtigste der Vorbehalte fei die s0 wjekrü s s i s ch e Weigerung, die Rechte kriegsführender an Franco zuzugestehen. Moskau wolle diese Frage nur von neuem erwägen, wenn alle Nichtspanier unter Einschluß der Marokkaner aus Spanien zurückgezogen worden seien.
Die deutsche Antwort laufe darauf hinaus, daß Deutschland die Inangriffnahme praktischer Schritte zur Zurückziehung der Freiwilligen gleichzeitig mit der Zuerkennung der Kriegfuhrenden- Rechte haben wolle. Darüber hinaus schlage die
Länder, insbesondere Aegypten, sich entschieden gegen den englischen Teilungsplan wenden werden. Im übrigen blickt man, wenn auch uicht mit gerade allzu großen Hoffnungen, auf den V 0 l k e r b u n d, der das Teilungsprojekt am 30. Juli behandeln soll. Man rechnet hier mit der Möglichkeit, daß der Teilungsvorschlag eventuell mit Unterstützung der (stimme Italiens abgelehnt wird. Die irakische Regierung hat sich ferner während des kürzlichen Besuchs des türkischen A u ß e n m 1 n 1 st e r s in Bagdad auch der türkischen Stimme versichert. Was aber geschehen würde, wenn der Völkerbund die Forderungen der arabischen Welt unberücksichtigt läßt und dem englischen Vorschlag zustimmt ist gar nicht vorauszusehen. Nach der Stimmung die hier herrscht, kann es sehr wohl dazu kommen, daß die Araber mit Waffengewalt versuchen werden Palästina ungeteilt zu erhalten. Auch der Irak wird dann an diesem Kampfe teilnehmen, m Scharen werden irakische Freiwillige zu ihren arabischen Brüdern nach Palästina eilen. Und auch die irakische Regierung wird dann wohl kaum als stummer Zuschauer danebenstehen.
Glückwunsch des Führers an Mussolini.
Berlin, 29. Juli. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat dem Kgl. italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini zum Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.
Der Führer
in der Stadt der HeichSparteitage.
Nürnberg, 29. Juli. (DNB.) Der Führer besuchte am Donnerstag von Bayreuth kommend, Nürnberg, um sich von den Fortschritten der
deutsche Regierung die Gewährung der Rechte Kriegführender auch in der Luft vor, was die Folge hätte, daß beide Seiten in Spanien dem Genfer Abkommen über den Bombenabwurf unterworfen würden.
Der einzige Vorbehalt der Italiener beziehe sich auf die Frage, wann die Rechte Kriegführender gewährt werden sollten. Nach italienischer Ansicht solle dies in Verhandlungen zwischen Großbritannien und den beiden Parteien in Spanien geklärt werden.
Frankreich nehme ohne Vorbehalte an, verlange aber, daß vor der Anerkennung der Rechte Kriegführender eine „substantielle Zurückziehung von Freiwilligen" festgestellt sein müsse. Außerdem erkläre die französische Regierung^ daß die Regeln für die Auslegung der Rechte Kriegführender zum Teil nicht angemessen seien, z. B. bei der Frage der Legung von Minen auf hoher See. Frankreich erkläre sich weiter bereit, die Beobachter an der Pyrenäengrenze wieder einzusetzen, sobald die Kontrolle der portugiesischen Grenze wiederhergestellt werde.
Abschließend schreibt Reuter folgendes: Aus der
Arbeit auf dem Reichsparteitaggelände zu überzeugen und sich über den Stand der Vorbereitungen für den Reichsparteitag 1937 zu unterrichten.
Aufruf an die Betriebs ührer.
Ermöglicht die Teilnahme an den Wettkämpfen und am Führerappell der SA.!
Berlin, 29. Juli. lDNB.) Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, richtet an die Betriebssichrer folgenden Aufruf:
Vorn 13. bis 15. August 1937 finden auf dem Reichssportfeld in Berlin die 9t e i d) s m e 11 = kämpfe der S A. statt. In Verbindung mit diesen Wettkämpfen hat der Stabschef der SA. das gesamte Führerkorps bis einschließlich Sturmführer zu einem Führerappell nach Berlin befohlen. Ich richte an die Betriebsführer die Bitte, den SA.-Führern und SA.-Männern, soweit aus betrieblichen Gründen möglich, die Teilnahme an den Wettkämpfen bzw. an dem Führerappell durch die Gewährung von Sonderurlaub zu ermöglichen.
Heil Hitler! Dr. Robert Ley.
HWwerk für Kinder aMehnt.
Ein unverständlicher Beschluß der tschechischen Regierung.
Berlin, 29. Juli. (DNB.) Vor einiger Zeit war unter Mitwirkung des Roten Kreuzes an den Bund der Deutschen in Teplitz und an die Landeskommission in Reichenberg ein Vorschlag ergangen, sudetendeutsche Kinder zur Erholung
obigen Inhaltsangabe der wichtigsten Antworten gehe hervor, daß
der hauplmeinungsunlerschied sich wahrscheinlich aus dem f 0 w j e t r u f s i f ch e n Vorbehalt ergeben werde. Da nach britischer Ansicht alle Vorschläge nicht zufammengin- gen und Einstimmigkeit erforderlich sei, um sie durchzuführen, bestehe wieder einmal die Gefahr eines toten Punktes, es sei denn, daß die Sowjetregierung noch nicht ihr letztes Wort gesagt habe. Es fei jedoch unwahrscheinlich. daß Sowjetruhland die Abficht habe, sich zu isolieren und sich für einen etwaigen Zusammenbruch verantwortlich machen zu lassen.
In französischen Kreisen werde auch in dem deutschen Vorbehalt ein Grund zu Meinungsverschiedenheiten gesehen. In der Freitagsitzung werde der Vorsitzende des Ausschusses eine schwere Aufgabe finden, die Ansichten auszusöhnen und die Fortsetzung der Nichteinmischung zu sichern.
nach dem Reich zu schicken. Es handelte sich hierbei um eine Erholungsmöglichkeit für etwa 5000 Kinder gerade aus den Gebieten, die in dem sudetendeutschen Teil der Tschechoslowakei besonders unter Arbeitslosigkeit und Hun - a e r zu leiden haben. Die in Frage kommenden sudetendeutschen Stellen, denen das im Jahre 1933 durchgeführte Ferienkinder-Derschickungswerk noch in bester Erinnerung war, setzten sich sofort mit den zuständigen tschechoslowakischen Regierungsstellen in Verbindung. Den oorgebrachten Bedenken, die Kinderverschickung könne zu einer unerwünschten Agitation ausarten, konnte mit dem Hinweis begegnet werden, daß die Kinder in geschlossenen Lagern untergebracht werden sollten, die unter der Obhut und der Aufsicht der tschechoslowakischen Gesandtschaft in Berlin stehen würden.
Nachdem anfangs Aussicht zu bestehen schien, daß die Angelegenheit sich günstig erledigen würde, ist nunmehr von tschechoslowakischer Seite das hitfswerk unvermittelt abgelehnt worden.
Die Vorbereitungen der reichsdeutschcn Stellen sind umsonst gewesen, und die sudetendeutschen Kinder gehen der ihnen gebotenen Erholungsmöglichkeit verlustig. Ganz abgesehen von der merkwürdigen Auffassung über den Begriff der demokratischen Freiheiten und der humanitären Fürsorge wirkt sich die neue tschechoslowakische Einstellung auch als Unfreundlichkeit gegenüber dem Reich aus, weil gegen Reisen sudetendeutschsr Kinder —• allerdings in sehr viel beschränkterem Ausmaß — nach Dänemark, Oesterreich und der Schwei- feine Einwendungen erhoben worden sind.
Streben die Sowjets nach Aktionssreiheit?
Pessimismus in der englischen presse.
London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Sämtliche Morgenblätter beschäftigen sich mit der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses. Die Lage wird von den Blättern p e s s i m i st i s ch beurteilt.
Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, 22 von 27 Antworten seien am Donnerstag eingetroffen, die übrigen würden im Laufe des Freitagmorgen eintreffen.
Die Antwort der Sowjetregierung scheine jetzt ein größeres Hindernis darzustellen, als irgend eine andere.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt, Sowjetrußland scheine sich alle Mühe zu geben, um die Bemühungen des Nichteinmischungsausschusses, einen praktischen Vorschlag zur Beibehaltung der Nichteinmischungspolitik auszuarbeiten, zum Scheitern zu bringen. Die meisten heute in London eingegangenen Antworten enthielten eine Annahme des britischen Planes.
Lediglich die Sowjetregierung habe jeden nur möglichen Einwand zu allen Punkten des britischen Planes erhoben. Sowjetrußland habe dies in einer Art und Weife getan, daß man sich des Gedankens nicht erwehren könne, daß Moskau die Nichteinmifchungspolttik zu zerschlagen wünsche.
In Londoner diplomatischen Kreisen zerbreche man sich den Kopf über die Beweggründe für diese Haltung. Bei vielen Anlässen habe der Sowsietver- treter im Nichteinmischungsausschuß bereits eine Dbftruftionstaftif durchgeführt, doch habe der svwjetrussische Vertreter immer Argumente vorgebracht, die man im Notfälle gelten lassen könnte. Heute aber werde man feststellen müssen, daß Moskau seine Taktik geändert habe.
Sei Moskau etwa überzeugt, daß die D 0 l - s ch e w i st e n in Spanien vor der Nie
derlage stünden und wollen die Sowjets deshalb ihre Aktlonsfreiheit wieder gewinnen?
Der diplomatische Korrespondent der „Daily Mail" hebt insbesondere hervor, daß Italien die britischen Vorschläge annehme. Auch die d e u t- sche Antwort sei zufriedenstellend, ebenso wie die Frankreichs. Nur Sowjet« ruß land werde bei der heutigen Sitzung des Hauptausschusses des Nichteinmischungsausschusses aufs neue den Versuch machen, ein Abkommen über Oie Nichteinmischung zu sabotieren. Da aber die übrigen Antworten zustimmend ausgefallen seien, so fei man in britischen Regierungskreisen noch hoffnungsvoll und denke, daß es möglich fein werde, die Unnachgiebigkeit Sowjetrußlands zu brechen. Diese Hoffnung, so schreibt der Korrespondent abschließend, sei nach den letzten Erfahrungen, die man mit der Taktik der Sowjetregierung gemacht habe, unberechtigt. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" schreibt, man könne angesichts der Halsstarrigkeit Moskaus mit Bestimmtheit mit einem neuen Stillstand der Verhandlungen rechnen.
Maisky bei C^^mberla'n.
London, 30. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der sowjetrussische Botschafter Maisky stattete am Donnerstagabend Ministerpräsident Chamberlain einen Besuch ab, mit dem er alsdann eine längere Unterredung hatte.
Frarcos Heeresbericht
vom Donnerstag.
Salamanca, 30. Juli. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Donnerstag meldet von der Front von Biskaya: Der Feind hat mit großen Truppenmassen unsere Stellungen von Castro Alen, Saburan und La Nevera sechsmal angegriffen. Er wurde


