nur in Frage komme, wenn er bereit sei, seinen „Titel" gegen Max Schmeling zu verteidigen. Ihr wahres Gesicht enthüllt aber die geschäftstüchtige Boxkommission mit der Folgerung, daß sich die Lage natürlich ändere, falls Schmeling nicht gegen Louis anzutreten beabsichtige.
Für Europa und die sportlich denkende Welt dürfte der amerikanische Weltmeisterschaftsrummel wohl endgültig überwunden sein. Die Begegnung Schmeling—Farr wird den richtigen Weltmeister ergeben und Amerika beweisen, daß Sport und Geschäft streng auseinanderzuhalten sind.
Beachtliche Erfolge
der ASKK.-Motorgruppe Hessen.
NSG. Von der neunten Dreitage-Mittelgebirgs- fahrt kehrte auch die NSKK.-Motorgruppe Hessen siegreich zurück. Gruppenführer Prinz Richard von Hessen mit dem Beifahrer Truppfuhrer Kißling errang die Silberne Medaille. Allerdings ging es dabei nicht ohne Zwischenfälle ab. So'hatte der Gruppenführer Reifen- und Getriebeschaden, der jedoch wieder behoben werden konnte. Von den drei als Motorgruppe gestarteten Fahrern Scheel, Bingemer und Weber mußte letz-
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terer wegen einem Unfall ausscheiden. Die beiden anderen fuhren als Einzelfahrer weiter und konnten sich ebenfalls' die „Silberne" holen, so daß die Motorgruppe Hessen insgesamt drei Silberne Medaillen als Erfolg buchen kann. Die diesjährige Dreitage-Mittelgebirgsfahrt wird allgemein als die schwerste bisher durchgeführte Geländeprüfung bezeichnet. Sie ist mit den Gauveranstaltungen der Motorgruppe Hessen dieser Art nicht zu vergleichen.
30-Stunden-Segelflug über Sylt.
Aus der Reichs-Segelflugschule Sylt des Korpsführers des NSFK. werden zwei neue bemerkenswerte Dauerflug-Leistungen gemeldet. Hauptmann Guttsche und der frühere bekannte Motor- und Sportflieger Major D i n o r t versuchten die kürzlich über Sylt aufgestellte Weltbestleistung von vierzig Stunden 55 Minuten des Segelfliegers Jachmann zu überbieten, landeten aber beide schon nach Flügen von 30^ Stunden. Dinort hatte wenige Tage zuvor bereits einen Dauerflug von 31 Stunden durchgeführt, der nur wegen Nachlassens des Windes zu diesem Zeitpunkt abgebrochen werden mußte. ‘
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Links: Deutschlands Spitzenspieler von Gramm konnte bei den Internationalen Tenniswettkämpfen um die englische Meisterschaft in Wimbledon durch den Sieg über den Australier C r a w f o r d unter die letzten Vier ausrücken. Unser Spielmoment zeigt einen meisterhaften Schlag von Gramms im Kampf gegen Grawford. — Rechts: Henkel wurde durch Amerikas jungen Davis-Pokal-Spieler Parker, den unser Bild zeigt, in fünf Sätzen geschlagen.
Fußball: Deutschland- Finnland 2:0.
Im ersten Ausscheidungskampf zur Fußball-Weltmeisterschaft hatte Deutschland am Dienstag in Helsinki Finnland zum Gegner Die starke deutsche Vertretung fand unerwartet großen Widerstand vor und siegte dank ihrer technischen Ueberlegenheit und der überragenden Leistung von Janes und der gesamten Läuferreihe schließlich doch mit 2:0 (1:0). Die siebte Begegnung mit den Finnen brachte uns also einen weiteren Erfolg, fünf Spiele wurden von Deutschland gewonnen, ein Kampf endete unentschieden, während das erste Spiel, 1921 in Helsinki, für uns verloren ging. Lehner (6. Minute vor der
Pause) und Urban (14. Minute nach dem Wechsel) waren unsere Torschützen am Dienstag im ersten Ausscheidungsspiel unserer Mannschaft zur Weltmeisterschaft.
Helsinki stand schon seit Tagen im Zeichen des Länderkampfes, und nahezu 10 000 Zuschauer erlebten einen großen Kampf, in dem vor allem die Finnen über sich selbst hinauswuchsen Im Hintergrund sah man das neue Stadion, das 1944 der Schauplatz der Olympischen Spiele fein soll. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich zu diesem Spiel eingefunden.
Deutschland' Jakob: Janes, Münzenberg; Kupfer, Goldbrunner, Kitzinger; Lehner, Gellesch, Sisfling, Szepan, Urban.
Finnland: Halme, Lindbaeck, Korjagin; Kilpi, Oksanen, Lathi; Lintamo, Grönland, Larva, Weck- ström, Taipalo.
Die Finnen körperlich überlegen.»
Deutschland hatte die gleiche Mannschaft aufgestellt, die im Mai in Breslau die Dänen mit 8:0 geschlagen hatte. Bei der großen und unerwarteten Kampfkraft der Finnen war auch die beste deutsche Elf erforderlich, um das erste *Ausscheidungsspiel zur Weltmeisterschaft zu einem für uns erfolgreichen Ende zu führen. Technisch war unsere Ueberlegenheit unverkennbar, abci* die gesamte Deckung der Finnen war hervorragend. Entscheidend für den deutschen Sieg war die erstklassige Arbeit von Janes in der Verteidigung sowie das gute Spiel der gesamten Läuferreihe.
Trotz Ueberlegenheit nur zwei Tore.
Deutschland eröffnete den Kampf gegen die Sonne und war sofort überlegen. Das Spiel verriet Linie, und in der 6. Minute fiel bereits der deutsche Führungstreffer. Eine Vorlage von Siffling nahm der Augsburger Lehner auf und sandte unhaltbar
ins Netz. Dieser schnelle deutsche Erfolg entmutigte die Finnen aber keineswegs. Der Rechtsaußen Taipalo schaffte immer wieder gefährliche Situationen vor dem deutschen Tor, doch brauchte Jakob nicht allzu oft einzugreifen, da die deutschen Abwehrspieler den langen Regensburger stark entlasteten. Beinahe wären die Finnen kurz vor der Pause noch zum Ausgleich gekommen, aber Janes konnte noch soeben den Ball auf der Torlinie stoppen. Die gute Abwehrarbetzt auf beiden Seiten ließ weitere Erfolge nicht zu.
Auch in der zweiten Halbzeit beherrschten die deutschen Spieler das Feld, zumal unser Spiel die Finnen sichtlich ermüdet hatte. In der 14. Minute erhöhte Deutschland auf 2:0. Wieder gab Siffling eine schöne Vorlage, diesmal nach links heraus zu Urda n, der aus 15 Meter Entfernung mit Bombenschuß einsandte. Wenig später fiel durch Siffling ein dritter Treffer, dem jedoch die Anerkennung wegen eines voraufgegangenen Regelverstoßes versagt blieb. Alle weiteren Bemühungen der deutschen Stürmer, die Trefferspanne zu erhöhen, scheiterten an der guten Abwehrarbeit der Finnen, die anderseits aber auch die deutsche Hintermannschaft nicht überwinden konnten.
Heimische Leichlachlelik-Zugend erfolgreich.
Beim Dier-Gauekampf der Jugend in Düsseldorf.
Der Gau Niederrhein hatte am vergangenen Sonntag die besten Jugendlichen aus den Gauen Hessen, Württemberg und Westfalen zu einem Gaujugendkampf in der Leichtathletik eingeladen. Leider konnte der Gau Westfalen zu diesem Kampf nicht antreten, so daß am Sonntagmittag nur die Mannschaften der Gaue Hessen, Württemberg und Niederrhein im Düsseldorfer Rheinstadion einmarschierten.
In der hessischen Mannschaft durften aus dem Kreis Gießen die Jugendlichen: Schleenbecker vom To. Ruttershausen, Rinn vom Tv. Heuchelheim, G e m m e r vom VfB.-R. Gießen, Goß, Deibel und Bender von der SpVgg. 1900 kämpfen.
Schleenbecker startete im Hochsprung der Jugendklasse A und konnte hier den zweiten Platz mit 1,70 Meter erringen. — Rinn war für den Weitsprung in Jugendklasse B ausgestellt und wurde mit der guten Leistung von 6,20 Meter ebenfalls zweiter Sieger. — Gemmer lief zusammen mit Deibel die 800 Meter in der Klasse B. Leider konnten sie einen Platz infolge der schweren Konkurrenz nicht belegen. Man darf aber trotzdem mit den gelaufenen Zeiten zufrieden sein; den 2:11,6 Min. (Gemmer) und 2:12 Min. (Deibel) bedeutet für Jugendliche in Klasse B eine sehr gute Leistung. Wenn berücksichtigt wird, daß beide diese Zeiten vorher noch nicht gelaufen sind, so gewinnt ihre Leistung um so höhere Bedeutung. — Bender, der in der Klasse A .die 400 Meter lief, zeigte das, was wir nach feinen seitherigen Leistungen von ihm erwarten durften. Er lief 56,1 Sek., konnte aber mit dieser Leistung einen Platz nicht belegen. — Goß war für 100 Meter und Kugelstoßen in Klasse A aufgestellt, lieber 100 Meter erzielte er die seither beste von ihm gelaufene Zeit von 11,4 Sek und wurde mit dieser guten Leistung dritter Sieger. Im Kugelstoßen konnte er sich leider nicht erfolgreich durchsetzen. Er wurde mit 14,08 Meter Vierter.
Bei der Beurteilung dieser Leistungen muß insbesondere berücksichtigt werden, daß diese Jugendlichen mit einer solch schweren Ausgabe zum ersten Male betraut wurden. Es ist em gewaltiger Unterschied, ob ein Kampf im Heimatgebiet oder in einem
ganz fremden Gau zum Austrag kommt Die Eindrücke der Großstadt, von der einzelne vorher kaum etwas gesehen hatten, die herrliche große Kampfbahn im Rheinstadion, die vielen Zuschauer und die großen Gegner wirkten nervenaufreibend und nahmen ihnen z. T. die Flüssigkeit im Lauf, im Sprung ober im Wurf. Alle werden sie aber aus diesem großen Kampf viel mit nach Hause gebracht haben und für zukünftige Kämpfe an Erfahrungen reicher geworden sein.
Die Ereignisse von Wimbledon.
Von Eramm/Henkel trafen im weiteren Verlauf der all-englischen Tennis-Meisterschaften in Wimbledon auf die Südafrikaner Farquharson/ Kirby, die nach spannendem und heißem Kampf mit 6:3, 0:6, 2:6, 7:5, 6:4 geschlagen wurden. In Frauendoppel bestreiten Alice Marble — Jadwiga Jedrze- jowska und Simone Mathieu — Dorothy Round die Vorschlußrunde, nachdem Hilde Sperling, Peggy Scriven, Anita Lizana und die Dorjahrssiegerin Helen Jacobs ausgeschaltet wurden.
Jtattbfunfproqramni.
Donnerstag, 1. Juli.
6 Uhr: Ehoral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert; in der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. 10.30: Hausfrau, hör zu! 11.45: Deutsche Schotte. 12: Mittaasmusik vom Deutschen Eck. 13: Nachrichten, anschließend auch aus dem Sendebezirk; Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert vom Deutschen Eck. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Für unsere Kinder. 15.30: Volk und Wirtschaft. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Ehorkonzert. Werbesingen zum Deutschen Sängerfest in Breslau. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Stimmen, die uns begeistern. 20: „Von klugen Schaffnern und ungeduldigen Fahrgästen", Heiteres zur Reisezeit. 21: Nachrichten. 21.15 Fröhlicher Mozart. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.30: Volks- und Unterhaltungsmusik. 24 bis 1: Nachtmusik
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Metallstickerei, bas Aufnähen von Gold- und Silberplättchen, auch Schnüren auf Stoffe, ebenso von Flitter. Man beachte aber, baß man nur gutes Material benutzt, da es sonst schwarz unb glanzlos wird.
Meteore, Sternschnuppen, Trümmer von Himmelskörpern, die sich burch Reibung ber irdischen Lust erhitzen, verbrennen und zei iplittern. Meteorschwärme treten regelmäßig etwa am 10.8. unb 14. 11. auf. Sog. „Sauren* liustränen".
Meter, einheitliches Längenmaß, emgeteilt in 100 Zentimeter und 1000 Millimeter. Metrisches System — Zahlensystem mit ber Grundzahl 10 bei Längen-, Fläch n- und Gewichtsmaßen.
Methode, griech., planmäßiges Vorgehen und Vorsühren im Unterricht und bei wissenschaftlichen Forschungen.
Methylalkohol, Holzalkohol, Fusel, ist sehr giftig, dient zum Vergällen des Alkohols. Ruit Sehstörungen hervor, sogar Erblindungen, dann Lähmungen, Erbrechen, Leibschmerzen. Bei Vergiftungen: Erbrechen erzeugen, Magenfpülen, Abführmittel, Kaffee. Arzt rufen.
Metronom, griech., Vorrichtung, die mit einem verstellbaren Pendel das Tempo eines Musik- stückes angibt.
Mettwurst, Wurst aus Mett, d. h. schierem Fleisch ohne Fett. Im Gegensatz zur Bedeutung des Wortes sind Mettwürste meist be'onders rett.
Meute, Rudel gleichraffiger, zur Jagd angefetzter Hunde.
MEZ., Abkürzung für Mitteleuropäische Zeit, die Einheitszeit, die in Deutschland gilt, so daß unabhängig vom örtlichen Sonnenstand überall gleichzeitig 12 Uhr (Mittag) ist.
Michel, männl. Vorname germ. Herkunft, bedeutet „der Große". Mieder, ärmelloses Frauenleib- chen, das bei Trachtenkleidern über dem Rock getragen wird, heute auch vielfach Bezeichnung für Korsett.
Miedergurtband, wird im Rock oben eingenäht, um ihm einen festeren Halt zu geben.
Miesmuschel, nahrhafte und wohlschmeckende Psahlmmchel mit schwarzer Schale. Miesmuscheln, deren Schalen geöffnet sind, dürfen nicht verwendet werden. Vor dem Kochen werden die Miesmuscheln gut abgewaschen und gebürstet, dann in kochendes Salzwasser gelegt, in dem eine ganze Zwiebel mit* kocht. Die Muscheln sind gar, o- bald sie sich öffnen. Wird -'m silberner Löffel, den man gleichfalls mittocht, schwarz, io sind die Miesmuscheln verdorben.
Miesmuschelvergiftung entsteht durch den Genuß von Miesmuscheln, die durch Bakterien zersetzt find. Vergleiche Haff- krankheit.
Mietvertrag, wird meist nach dem Dom Hausbesitzerverband herausgegebenen Formblatt geschlossen. (Formular in Schreibwarenhandlung ertiältl.) Schrift-
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Bekanntmachung.
Betr.: Polizeiverordnung über das öffentliche Krast- drofchkenwesen in der Stadt Gießen vom 24. April 1931; hier: Aenderung bzw. Ergänzung des Tarifs.
Der Tarif für die Kraftdroschken in der Stadt Gießen vom 24. April 1931 wird wie folgt geändert bzw. ergänzt:
Taxe III
bis 300 m 0,70 RM., je weitere 150 m 0,10 RM.
Diese Tarife sind nach folgender Tabelle zu benutzen:
Personen- TageS-
Bezirk: zahl: zeit:
a) Jnnenbezirk....... 1—2 I
3 II
d) Außenbezirk....... 1—2 3
c) Außerhalb hin und zurück............ 1—2
3
di Außerhalb nur hin.. 1—2 3
III lu.lZ
II u. 1 Z
III u. 1Z
I
lu. 1Z
lu. 2Z
III
III u. 1 Z
III u.2Z
Nachtzeit: lu. 1Z
II u. 1 Z
III u. 1 Z
1 u. 2 Z 11 u. 2 Z III u.2Z
lu. 1Z lu. 2Z lu. 3Z
III u. 1 Z
III u. 2 Z
III u. 3 Z
Ziffer 4 erhält folgende Fassung:
Maßgebend dafür, ob der Taris für den Jnnenbezirk, für den Außenbezirk oder für außerhalb angewendet wird, ist die Oertlichkeit, wo die Fahrt endet.
Ziffer 10: Der letzte Satz wird gestrichen. An dessen Stelle wird folgender Satz eingefügt:
Die Anfahrt darf auch zu einem billigeren Preise berechnet werden.
Gießen, den 23. Juni 1937.
Der Polizeidirektor
I. V.: Koch.
4407 D
37/36 Zwangsversteigerung.
Am Montag, dem 19. Juli 1937, vorm. 9.30 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Zimmer 204, das durch rechtskräftigen Zuschlagsbeschluß vom 11.5. 1936 dem
Josef Käst in Frankfurt a. M., Auf der Platte 4, zugeschlagene Grundstück versteigert:
Grundbuch für Gießen, Band 3, Blatt 149:
Flur I, Nr. 1291, Hofreite in der
Zozelsgasse (Dammstraße Nr. 29), 216 qm
Betrag der Schätzung........... 15300,- RM.
Einheitswert (1. 1. 1935)........ 16700,- RM.
In dem Anwesen wird eine Gastwirtschaft betrieben.
Gießen, den 14. Juni 1937. 4404V
Im Auftrag des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher.
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