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Faust sprachen. Die zu der 200-Johrfeier an­wesenden Mitglieder und Altstudenten der Univer­sitäten Großbritanniens und des Britischen Welt­reiches überreichten als Ausdruck ihrer Verbunden­heit mit der Universität eine Glückwunschadresse, in der sie dem Rektor Prof. Neumann ihre persön­liche Hochachtung und die Wertschätzung für die weltberühmte Universität Göttingen zum Ausdruck brachten. Die Adresse wurde von Prof. B e a z l e y (Universität Birmingham) verlesen.

Historische Kommission für Hessen und Waldeck.

Die Historische Kommission für Hes - s e n und Waldeck hielt in der Universität Mar­burg ihre Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende, Professor Dr. Stengel, gab einen Rückblick auf die nunmehr vierzigjährige frucht­bringende Tätigkeit der Kommission, welche seit die­ser Zeit Hand in Hand mit Staatsarchiv und Uni­versität arbeitet und in fast 30 Bänden der Heimat­geschichtsforschung wertvolle Dienste erwiesen hat. Als neue Mitglieder wurden Prof. D. Dr. Benz (Marburg), Professor Dr. Götze (Gießen), Pro­fessor Dr. Hepding (Gießen), Museumsdirek­tor Dr. Kutsch (Wiesbaden) und Professor Dr. R e i ck e (Marburg) gewählt. Don den wissenschaft­lichen Unternehmungen der Kommission während des vergangenen Jahres ist hervorzuheben, daß der erste Teil des Urkundenbuches der Reichsabtei Hersfeld, bearbeitet von H. Meirich, im Druck erschienen ist. Der zweite Band des Urkundenbuches der Stadt Wetzlar (Bearbeiter Staatsarchivrat Dr. Sponheimer, Wiesbaden), die Quellen zur Kurmainzischen Verwaltungsgeschichte in Hessen (Bearbeiter Studiendirektor Dr. Klibansky, Köln), die Quellen zur Rechts- und Verfassun-gs- geschichte der hessischen Städte (Bearbeiter Studien­rat R e c c i u s , Calbe a. S., und Dr. D e m a n d), die Fortsetzung des Hessischen Münzwerkes (Be­arbeiter Pfarrer Dr. Mertens, Dölau) sind so­weit gefördert, daß sie teilweise druckfertig sind. Die von Sturio verfaßten Jahrbücher der Neustadt Ha­nau werden von Studienrat a. D. Dr. Kolter- m a n n weiterbearbeitet und herausgegeben. Gute Fortschritte machten die Arbeiten am geschichtlichen Atlas für Hessen und Nassau. Monographien über die mittelalterliche Kirchenorganisation im darm­städtischen Oberhessen, die Territorialgeschichten der Reichsabtei Hersfeld, des Amtes Homberg und des Fürstentums Nassau-Siegen sind im Druck, weitere Arbeiten sind im Gange. Dr. W. Görich (Mar­burg) ist mit einer umfassenden Untersuchung des geschichtlichen Wegenetzes in Hessen beschäftigt und hat im Zusammenhang damit verschiedene Aus­grabungen durchgeführt. Für die geschichtliche Flur­aufnahme der Provinz Hessen-Nassau wurden unter Aufsicht von Obersekretär I u n k etwa 40 Gemar­kungen aus den Kreisen Wolfhagen, Eschwege, Wit­zenhausen und Wetzlar neu übertragen. Die Flur­namensammlung wuchs um etwa 10 000 Namen; sie umfaßt zur Zeit über 130 000 Zettel. Die Ver­öffentlichung eines Dorf- und Hofbuches (aus den hessischen Katastern) ist vorläufig zurückgestellt wor­den. In Arbeit genommen ist ein Wegweiser durch die Quellen zur Geschichte des Hessischen Bauern­tums. In Vorbereitung ist der erste Band der ReiheQuellen und Darstellungen zur Geschichte des Landgrafen Philipp des Großmütigen".

Westdeutscher Archivlag in Friedberg.

Unter außerordentlich starker Beteiligung fand in Friedberg der W e st d e u t s ch e A r ch i v t a g statt, der einen in jeder Hinsicht befriedigenden Verlauf nahm. Die Gäste besichtigten unter sachkundiger Führung Museum und Stadtarchiv, die Ausgrabun­gen in der Burg und die Stadtkirche. Grußworte sprach Stadtarchivar Professor Dreher, während Archivdirektor Dr. (Hemm den Dank der Ta­gungsteilnehmer zum Ausdruck brachte. Er beglück­wünschte zugleich das Stadtarchiv zum 30jährigen Bestehen und sprach Professor Dreher Dank und Anerkennung für die geleistete vorbildliche Arbeit aus.

Der Aegyplologe Adolf Ennan f.

Der hervorragende Aegyplologe Geh. Regierungs­rat Professor Dr. Adolf Ennan ist dieser Tage im Alter von 83 Jahren in Berlin g e st o r b e n. Ennan, der einer Genfer Familie entstammte und am 31. Oktober 1854 in Berlin geboren wurde, stu­dierte in Leipzig (bei Ebers) und Berlin, wo er sich 1880 habilitierte und fünf Jahre später zum Direktor des Aegyptischen Museums" und zum Extraordina­rius für Aegyptologie als Nachfolger von Lepsius ernannt wurde; feit 1892 hatte er das Berliner Or­dinariat inne. Erst nach Erreichung des 70. Lebens­jahres trat er, ohne seine wissenschaftliche Arbeit aufzugeben, in den Ruhestand. Ennans überragen­des Verdienst ist die methodische Erforschung der ägyptischen Sprache und Kultur, wovon eine Reihe grundlegender Werke Zeugnis geben, so vor allem seineAegyptische Grammatik",Die ägyptische Re­ligion",Aegypten und ägyptisches Leben im Alter­tum",Die Literatur der Aegypter" undDie Hiero­glyphen". Seit 1897 leitete Ennan die Herausgabe desAegyptischen Wörterbuches". Der Gelehrte, der 1918 mit dem Orden Pour le merite für Wissen­schaft und Künste ausgezeichnet wurde, war Mitglied der gelehrten Akademien in München, Wien und Göttingen.

24. Deutsches Vachfest in Magdeburg.

Mit einer Mitgliederversammlung der neuen Dachgesellschaft in Magdeburg wurde das 24. Deutsche Bachfest eröffnet. Man sah viele der bekanntesten deutschen Musikgelehrten und Kir­chenmusiker, so u. a. den Leipziger Thomaskantor Prof. Dr. Karl Straube, den Thomasorganisten Prof. Günther Ramin, Prof. Dr. Arnold Sche­ring, Prof. Dr. Max S e i f f e r t und den Ber­liner Domorganisten Prof. Heitmann. Reichs­gerichtspräsident Dr. Dr. Bumke, der Vorsitzende der Neuen Bachgesellschaft gab bekannt, daß die Neue Bachgesellschaft in nächster Zeit eine Studien­partitur nach dem Urtext der Matthäuspassion her­ausgeben werde, ferner eine Bearbeitung derKunst der Fuge" für Klavier zu vier Händen. Durch diese zweite Ausgabe soll das letzte Werk Johann Se­bastian Bachs seinen Weg in die d e u t s ch e H a u s - musik finden. Das deutsche Bachfest des nächsten Jahres wird wieder in Leipzig stattfinden. Nach der Mitgliederversammlung hielt Dr. Fritz Haufe (Leipzig) einen theologisch gerichteten Vortrag zu dem ThemaBachs christliche Deutschheit".

AusstellungDas Theater im Freien".

Dem Ehrenausschuß der AusstellungD a s Theater im Freien", die am 1. Juli in dem Karmeliterkloster in Frankfurt eröffnet wird, ge­hören an: Gauleiter und Reichsstatthalter Spren­ger, Landeskulturwalter und Gaupropaganda­

leiter Müller-Scheid, Reichskulturwalter Hinkel, Reichskulturwalter Moraller, Präsi­dent der Reichstheaterkammer Dr. Schlösser, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen, Regierungspräsident von Pfeffer, Oberbürger­meister Staatsrat Dr. Krebs, Reichskultursenator B e t h g e, Rektor Professor Dr. P l a tz h o f f, Poli­zeipräsident Beckerle, Intendant Frrcke, Lan­desleiter der Reichstheaterkammer Wartenberg, General-Intendant Meißner.

pflanzensoziologische Studienfahrt durch die Eifel.

Dom 25. bis 31. Juli veranstaltet die Reichsstelle für Naturschutz in Berlin unter der Leitung von Studienrat Dr. Schwickerath (Aachen) eine pflanzensoziologische Studienfahrt durch die Eifel. Die Studienreise berührt u. a. das Hohe Denn, die Urfttalsperre, die Schneifel, Gerolstein, Daun, Gillenfeld und die Mosel. Gegen­stände des Studiums sind Moore, Heiden, Buchen­wälder, Schluchtwälder, Eichenwälder, Trockenge­biete u. a. m. Aur Teilnahme an der Studienfahrt sind einige Pflanzenkenntnisse erforderlich. Jede weitere Auskunft bei Studienrat Dr. Schwickerath, Aachen, Maria - Theresia - Allee 68, Fernsprecher 33 204.

Aus aller Welt.

Freilegung eines Römergrabes.

Oberhalb des rheinischen Dorfes Kretz am Rande der Reichsverkehrsstraße nach Mayen (Eifel), wurde bei Erdarbeiten ein römisches Grab freige­legt, das interessante Funde enthielt. Der geschlossene Steinsarg bestand aus Tuff. Bei der Oeffnung des Grabes stieß man auf wertvolle Gläser und Gegen­stände aus gebranntem Ton. So fand man u. a. eine Tonurne, die Gebeinreste enthielt, weiter eine zinnerne Schale, eine Figur aus Ton von etwa 20 Zentimeter Größe, zwei prächtige Glasschalen in Kegelform, zwei Glasflaschen, noch mit Oel ge­füllt, und zwei Glaskrüge, die ebenfalls Gebein­reste enthielten.

Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Frankfurt a. Bl.

Für die diesjährige Generalversammlung des Evangelischen Bundes wird das Programm bekannt. Am Freitag,, den 3. September, findet im Dolks- bildungsheim ein Begrüßungsabend statt. Hier wird u. a. auch Prof. Gerber, der Präsident des G u st a v - A d o l f - V e r e i n s, die Grüße und Glückwünsche des Bruderverbandes überbringen. Auch auf jener ersten Generalversammlung, die vor 50 Jahren ebenfalls in Frankfurt a. M. statt- fand, hatte der damalige Präsident des Gustav- Adolf-Dereins dem neugegründeten Evangelischen Bund herzliche Grüße überbrachte. Am Sams­tagvormittag findet die Abgeordnetenver­sammlung statt und für den Abend ist ein K i r- chenkonzert in der Katharinenkirche vorgesehen. Für Sonntag, den 5. Sept., sind für alle Frank­furter Kirchen Festgottesdienste angesetzt, in denen bekannte Männer des kirchlichen Lebens predigen werden. Am Nachmittag werden im Hip­podrom, in der Katharinen- und Pauluskirche Volksversammlungen stattfinden. Der Prä­sident des Evangelischen Bundes, Prof. l). B o r n- kamm, wird am Sonntagabend im Volksbildungs­heim die Ziele der Bundesarbeit für das nächste Jahr umreißen. Am Montag ist als Abschluß ein gemeinsamer Ausflug vorgesehen.

Meineidsprozeß gegen einen berüchtigten jüdischen Schieber in Dien.

Wien, 29. Juni. (DNB.) In den nächsten Tagen beginnt in Wien ein Prozeß gegen den größten österreichischen Schieber der Nachkriegszeit, den Ju­den S. Basel. Seine langandauernde Geschäfts­verbindung mit der Oesterreichischen Postsparkasse hatte diesem amtlichen Institut den ungeheueren Verlust von 200 Millionen Schilling gebracht. Aller­dings ist Basel deshalb nicht angeklagt, da die ver­brecherische Schuld auf Seiten des damaligen öster­reichischen Finanzministers Dr. A h r e r lag, der später nach Amerika geflüchtet war. Vom Stand­punkt des formalen Rechts konnte Bosel daher für diese Schiebungen nicht verantwortlich gemacht wer­den. Er wird aber, wie eine amtliche Erklärung mit* teilt, jetzt wegen eines Meineides über seinen Dermögensstand im Zuge der finanziellenAus­gleichsoerhandlungen" mit dem Finanzministerium angeklagt. Dabei soll auch seine ungeheuere Ver­schwendungssucht zur Sprache kommen. Bosel hielt sich zwei Geliebte, denen er je 400 000 Schilling im Jahre bezahlte. Außerdem hatte er für sie zwei Landgüter gekauft, von denen jedes etwa 300 000 Schilling gekostet hatte.

Wetterbericht

des Reichsaretterdiensies. Ansqabeort Frankfurt.

Die auf breiter Front eingedrungene kältere Mee­resluft brachte auch unserem Gebiet am Dienstag­abend bzw. -Nacht verstärkte Niederschlagstätigkeit und erhebliche Abkühlung. Durch die Entwicklung einer neuen kräftigen Störung über England ist die weitere Zuführ kalter Luft bereits abgestoppt. Da die Störung in der Hauptsache nordostwärts wan­dert, kann daher mit neuer Witterungsbesserung, wenn auch nicht mit dem Aufkommen durchaus be­ständigen Schönwetters gerechnet werden.

Aussichten für Donnerstag: Vorüber­gehend stark bewölkt mit Regenneigung, doch im ganzen wieder freundlicher und tagsüber etwas wärmer, Winde um West.

Aussichten f ü r Freitag: Im ganzen freundlich, doch nicht störungsfrei.

Erdtemperaturen am 29. Juni: mittags 21,1 Grad, am 29. Juni: abends 14,1 Grad, am 30. Juni: mor­gens 14,1 Grad, Maximum 22,4 Grad, Minimum 11,7 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Juni: abends 21,6 Grad, am 30. Juni: morgens 18,5 Grad Celsius, Niederschläge 7,8 mm, Sonnenscheindauer 3,6 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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