Sommer-Kampffpielederhesffchen Schulen 1937
16 bis 20, Weißkraut 10, Rotkraut 10 bis 12. gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 23 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat, 50 g 10 bis 12 Pf., % kg 1 bis 1,10 Mk., Tomaten 70 bis 75 Pf., Zwiebeln 10 bis 14, Meerrettich 30 bis 70, Schwarz» wurzeln 25 bis 35, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln, % kcr 5 Pf., 5 kg 44 Pf., 50 kg 3,65 bis 3,80 Mk., Aepfel, % kg 20 bis 45 Pf., Birnen 20 bis 30, Zwetschenhonig 50, Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 15 bis 30, Endwien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf.
Landkreis Gießen.
CO Klein-Linden, 29. März. Am ersten Osterfeiertag veranstaltete die Kriegerkameradschaft Klein-Linden im Saale „Zur deutschen Eiche" ein M i l i t ä r k o n z e r t des Musikkorps des Jnf.-Regts. 116 in Gießen unter Leitung von Musikmeister Wohlfarth. Das Konzert' war sehr gut besucht. Sämtliche Darbietungen fanden stärksten Beifall, so daß sich die Kapelle öfters zu Zugaben entschließen mußte. Für die
bis zum 20. 4. 1937 bei den für sie in Frage kommenden Bezirksleitungen zu melden.
3. U n t e r st u f e A (Klassen IV bis Illb und 7. und 8. Schuljahr der vier- und mehrklassigen Volksschulen). Diese Stufe spielt Fuß-Schlagball um die Kreisbeslleistung.
4. Unterstufe B (ein- bis dreiklassige Schu- len). Diese Stufe spielt Grenzball-Spiel um die Kreisbestleistung. Die Spiele der Mittel- und Unterstufen sind bis 15. 9. 1937 abzuschließen.
Weibliche Jugend.
1. Oberstufe (Klassen Ila bis Ib). Mann- schafts-Dierkampf. Hebungen: 1. Schwimmen über 50 Meter (beliebig); 2. Weitwurf mit dem Handball aus dem Stand oder Anlauf: 3. Weitsprung mit Anlauf; 4. Lauf über 75 Meter. Als Kampfgemeinschaft haben 15 v. H. der Gesamtschülerinnenzahl der obengenannten Klassen, mindestens jedoch 4 Schülerinnen anzutreten.
2. Mittelstufe (Klassen Illa bis Ilb).
3. Unterstufe A (Klassen IV bis Illb und 7. und 8. Schuljahr).
4. U n t e r st u f e B (6. bis 8. Schuljahr der ein« bis dreiklafsigen Schulen).
In diesen Stufen wird das Grenzball-Spiel zum Leistungsvergleich gewählt. Die Mittelstufe fuhrt den Kampf über Bezirk, Provinz bis zur Landesbestleistung durch, während die Unterstufen nur innerhalb des Kreises kämpfen.
Für Oberhessen bestehen für die Oberstufe ein Bezirk (Leitung: Frl. Jäger-Gießen), für die Mittelstufe vier Bezirke. 1. Bezirk: Gießen (Leitung: Frl. Jäger-Gießen); 2. Bezirk: Friedberg (Leitung: Frl. Schwarz-Friedberg); 3. Bezirk: Lauterbach (Leitung: Studienassessor Kraus-Alsfeld); 4. Bezirk: Nidda (Leitung: Reallehrerin H. Walter- Nidda).
Für die Organisation der Grenzballspiele in den Unterstufen sind die Kreissachbearbeiterinnen für Körper-Erziehung im NSLB. zuständig. Die Spiele innerhalb der Kreise müssen bis 15. 9. 1937 abgeschlossen sein.
und ist daher etwas dunkler. Diese Mehl-Type ist nicht nur einwandfrei für alle Kochzwecke verwendbar, d.h. für alle Tunken und Mehlbindungen zu «und Gemüse, sondern auch für Kastenbrot astenkuchen. Das Mehl erfordert nur etwas stärkere Verwendung von Hefe und Flüssigkeit.
Rezept für Kastenbrot: V- kg Mehl, 3A Liter Milch oder Wasser, 40 g Hefe, etwas Salz. Das Brot wird bei normaler Hitze wie Hefeteig gebacken (Rezept der Versuchsküche der Gauabt. D.-H.).
Es ist Selbstverständlichkeit, daß die deutsche Hausfrau ihre volkswirtschaftliche Einstellung durch Kauf und Verwendung der Mehl-Type 1050 beweist, ihre Erfahrungen sammelt und diese weiter zu verbreiten sucht. Die Abt. Volkswirtschaft-Hauswirtschaft im Deutschen Frauenwerk wird ihr dabei gern behilflich sein. Schon jetzt wird in allen Kursen und Kochvorführungen der Abt. nur die neue Mehlsorte verwendet (insbesondere zu Tunken und Mehlbindungen bei Fleisch und Gemüse). Darüber hinaus werden einfache Hefebäckereien in die Kurse eingebaut, immer mit dem ausdrücklichen Hinweis der Verwendungsmöglichkeit dieses Mehles.
Sogenannte „Koppelgeschäfte", bei denen der Händler eine Ware nur abzugeben versucht wenn gleichzeitig eine andere Ware mitgekauft wird, sind unerwünscht. Dom Händler soll kein Zwang auf die Hausfrau ausgeübt werden beim Einkauf ihres Mehles. Mehl Type 502 kann also nicht nur abgegeben werden unter der Bedingung, daß gleichzeitig eine entsprechende Menge Mehl-Type 1050 gekauft wird. _______________________________________
** Freie Lehrer stellen. Erledigt sind: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Bürstadt, Kreis Bensheim. Dienst- wohnung ist nicht vorhanden; eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Weiskirchen, Kreis Offenbach. Eine geräumige Dienstwohnung für einen verheirateten Lehrer wird demnächst frei; eine Lehrerstelle für einen eoanaeli» schen Lehrer an der Volksschule in Nieder-Osleiden, Kreis Alsfeld; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Dannenrod, Kreis Alsfeld; eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ober-Seemen, Kreis Schotten. Dienstwohnung ist nicht vorhanden, Mietwohnung schwer zu beschaffen. Bewerber müssen seit yiindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienst von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben.
** Sonderzüge der Landesbauernschaft. Anläßlich der VI. Reichsnährstanüs-Aus- ftellung vom 30. Mai bis 6. Juni in München Der« anftaltet die Landesbauernschaft Hessen-Nassau eine Reihe von Gemeinschaftsfahrten nach München und nach bekannten Orten im Gebiet der bayerischen Alpen. Don Oberhessen aus werden im Rahmen dieses Sonderzug-Programms folgende Züge gefahren: am 29. Mai ab Gießen nach Kochel bzw. nach Berchtesgaden; am 27. Mai von Alsfeld nach Lindau; am 29. Mai von Stockheim nach Lindau; am 1. Juni von Friedberg nach Mittenwald; am 2. Juni von Friedberg nach Ko< chel. Anmeldungen find umgehend an die Orts- bauernführer einzureichen. Nur wer sich bis gurrt 31. März mit einer Anzahlung auf den mäßigen Fahrpreis in die Fahrtteilnehmerliste bei den Orts- bauernführern einzeichnet, hat die Gewähr dafür^ einen Platz in dem gewünschten Zug zu bekommen. Näheres ist bei den Ortsbauernführern zu erfahren.
Oberheffen.
Beim Ueberschreiten der Straße tödlich verunglückt.
* Lauterbach, 29. März. Der 57 Jahre alte Bierkutscher Hartmann Schell von hier wurde beim Ueberschreiten des Fahrdammes einer hiesigen Straße, während er sein Augenmerk auf ein herankommendes Auto gerichtet hatte, von einem aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Motorradfahrer angefahren und mit großer Wischt zu Boden gerissen. Dabei erlitt der bedauernswerte Mann so schwere Verletzungen, daß er einige Stunden später im Krankenhaus verstarb.
die die in der Parte! zuruckgelegten Jahre onge» rechnet erhalten wollen, besteht nur über die Härtebestimmungen. Wenn ein Angestellter diese Zeit berechnet haben will, dann soll er in einem Antrag darum bitten, daß man ihm als Härteausgleich diese Dienstzeiten bei der Berechnung des Dienstalters verrechnet. Hat er während seiner Zugehörigkeit zur Partei anderweitig Beschäftigung gehabt und sind ihm diese Jahre der Beschäftigung schon verrechnet worden, dann kann selbstverständlich eine nochmalige Anrechnung der Parteidienstjahre nicht erfolgen.
Eine andere Bestimmung über die Anrechnung der Parteidienstjahre für Angestellte gibt es nicht.
Regimentsappell der efiemoligenllZer
LPD. Mainz erwartet die Angehörigen des ehem. Infanterie-Regiments 117 zu dem am 5., 6. und 7. Juni stattfindenden Regimentsappell, der mit der Feier der 240jährigen Wiederkehr der Regirnents- gründung verbinden ist. Auch die Angehörigen der Feldfvrmationen des Regiments — Musketen-Ba- taillon 1 und 2, Jnf.-Regt. 186, 358, 390, 625, Res.- Rgt. 222, Landwehr-Jnf.-Rgt. 94, 118, Armierungs- Bataillone 54, 108, 116, 134, I. und II. Erfatz-Ba- taillon 117, Brigade-Ersatz-Bataillon 50, sowie des ehem. Bezirkskommandos Mainz — werden an dem Regimentsappell teilnehmen. Auskunft erteilt Kamerad Wilhelm Weber, Mainz, Gutenbergplatz 2.
T« selbst, was du andern predigst.
Wie oft paffiert es im Leben, daß man in feiner Wohnung oder an feiner Arbeitsstelle über einen Gegenstand stolpert, der fahrlässigerweise im Wege steht oder liegt. Mit größter Sicherheit erfolgt dann im nächsten Augenblick eine kräftige Schimpfkanonade, bis man seinem Herzen durch diese Tätigkeit wieder Lust gemacht hat. Es ist auch richtig, daß man derartige Achtlosigkeit und Rücksichtslosigkeiten seiner Familienangehörigen oder seiner Arbeitskameraden mit scharfen Worten rügt.
Diese Anlässe sollen aber auch Gegenstand einer Selbstprüfung sein. Wer von uns ist frei von Schuld auf diesem Gebiet?
Wie oft wird nur für einen Augenblick ein Stuhl oder Schemel, ein Werkzeugkasten, ein Arbeitsstück, ein Brett oder eine Kiste beiseitegestellt, die dann entgegen der ursprünglichen Absicht viertelstunden- oder gar stundenlang stehen bleiben und vielleicht ganz vergessen werden. Diese Unsitte ist besonders gefährlich, wenn man sie nachlässigerweise in dunklen Raumen und Gängen und engen unübersichtlichen Stellen eines Betriebes einreißen läßt.
Man unterschätze nicht die Gefahr eines einfachen Falles oder Sturzes auf ebener Erde. Diel Kummer und Leid sind aus diesen an sich so nichtigen Anlässen schon entstanden. Sind doch im letzten Berichtsjahr des Statistischen Reichsamtes 39 518 Unfälle, darunter 49 tödliche, allein in den Berufs« aenofsenschaften und versicherten Betrieben vorgekommen. Die wirkliche Zahl derartiger Unfälle ist noch erheblich größer, wahrscheinlich etwa dreimal so groß.
Jeder sei nicht nur Hüter seines Lebens und seiner Gesundheit, sondern fühle sich auch als Sachwalter des Volkes für jeden feiner Arbeitskameraden mit verpflichtet, und nur fo, wenn diese Einstellung und Anschauung in den Köpfen der einzelnen zu einem Begriff geworden sind, wird es möglich sein, die Zahl der Betriebsunfälle um ein beträchtliches Maß zu vermindern.
Was die Hausfrau wissen muß!
Was ist Mehl Type 502 und Mehl Type 1050? Beide Sorten sind aus Weizenmehl hergestellt, nur mit dem Unterschied, daß das Mehl der Type 502 weniger ausgemahlen wurde als die neue Mehl- Type 1050. Es sieht daher heller aus. Mehl Type 1050 enthält durch stärkere Ausmahlung mehr Kleie
Dersorgungs- und Fürsorgeabteilung beim Wehrbezirkstommando Frankfurt.
LPD. Arn 1. April 1937 wird beim Wehrbezirkskommando Frankfurt a. M. I eine neue Versor- gungs- und Fürsorgeabteilung für die Angehörigen der neuen Wehrmacht, soweit sie seit 1. Januar 1921 ausgeschieden sind, und deren Hinterbliebenen aufgestellt. Sie ist zuständig in Versorgungsangelegenheiten für Empfänger von Uebergangsbezügen oder Uebergangsgebührnisfen und für ehemalige Soldaten der Wehrmacht und Hinterbliebene, die nach dem Reichsversorgungsgesetz versorgt werden und in den Wehrbezirken Fulda, Friedberg, Gießen, Aschaffenburg, Frankfurt a. M. I, Frankfurt a. M. II und Offenbach wohnen. Für Ruhegehaltsempfänger und deren Hinterbliebene ist dagegen die Persor- gungs- und Fürsorgeabteilung beim Wehrbezirkskommando Kassel I, Kassel, Akazienweg 25, zuständig. Die Anschrift lautet: Wehrbezirkskommando (Dersor- gunas- und Fürsorgeabteilung) Frankfurt a. M. I in Frankfurt a. M., Kiesstraße Nr. 2 (Ehemalige Lehrschmiede, Wohngebäude).
(Siebener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 30. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: D. f. Molkereibutter, % kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, dos Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C 11%, Klasse D 10%, ungezeichnete 10, Wirsing, % kg (gelb) 12, (grün)
Die Abteilung II der Landesregierung hat in diesen Tagen die Anweisung zur Durchführung der Schulkampfspiele ergehen lassen. Zum drittenmal werden damit die hessischen Schulen zu Sommerkampfspielen aufgerufen. Die gesamte Erzieher- schaft wird ersucht, in voller Erkenntnis der Bedeutung und Verantwortung innerhalb der für den kommenden Sommer erneut zur Lösung gestellten Aufgabe sich einzusetzen und alle Maßnahmen so zu treffen, daß Führung und Gefolgschaft in einwandfreiem, stohem Taterleben stehen.
Mannschastskämpfe und -Spiele.
TNännliche Jugend.
1. Oberstuse (Klassen Ila bis Ib): Mannschafts- Vierkampf. Hebungen: 1. Schwimmen über 50 Meter (beliebig); 2. Weitwerfen mit der Keule (500 Gramm) aus Stand oder Anlauf; 3. Weitspringen mit Anlauf; 4. Laufen über 100 Meter. Als Mannschaft haben 15 v. H. der Gefamffchülerzahl der obengenannten Klassen, mindestens jedoch 5 Schüler anzutreten.
Die Provinz Oberhessen ist in drei Bezirke eingeteilt. 1. Bezirk: Gießen (Leitung: Turnlehrer Paul- Gießen); 2. Bezirk: Grünberg-Alsfeld (Leitung: Studienassesfor Kimmel-Alsfeld); 3. Bezirk: Friedberg - Butzbach - Bad-Nauheim-Büdingen: (Leitung: Turnlehrer Gröh-Friedberg). Die Provinzialkämpfe sind bis 15. 9. 1937 zu beenden. Später schließen sich die Landes-Endkämpfe an.
2. Mittelstufe (Klassen Illa bis Ilb). Diese Stufe spielt Fuß-Schlagball um die Landesmeisterschaft. Das Spiel wird nach den umgearbeiteten Regeln durchgeführt. Als Spielsystem wird das Ein- rundensystem gewählt. Die Provinz Oberhessen ist in vier Bezirke eingeteilt. 1. Bezirk: Gehen (Leitung: Studienassessor Fontius-Gießen); 2. Bezirk: Alsfeld (Leitung: Studienassessor Schweisgut-Alsfeld); 3. Bezirk: Friedberg (Leitung: Studienassessor Dr. Borig-Friedberg); 4. Bezirk: Schotten (Leitung: Turnlehrer Mori-Schotten). Die Schulen haben sich
Skandal um Or.Vandergmm
Roman von Hans Hirihammer.
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. S.
3. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Mr. Otsuki wendet sich mit weltmännischer Höflichkeit an den Gastgeber. „Ich muß Sie, Herr Direktor, zu meinem Bedauern bitten, mich zu entschuldigen. Die Zeit ist schon zu vorgefchritten!"
Direktor Kerstens lächelt.
„Oh, bitte, Mister Otsuki! Sie haben recht, Ihre Zeit wurde von uns lange genug in Anspruch genommen. — Im übrigen bin ich überzeugt, daß Ihre Firma mit dem Ergebnis unserer Verhandlungen zufrieden sein wird. Die in Aussicht genommene enge Zusammenarbeit unserer Konzerne wird sich bestimmt für beide Partner erfolgreich auswirken."
Der Japaner dankt mit einem undurchdringlichen Grinsen. Porstmann wird mit einer knappen, Abstand wahrenden Verbeugung bedacht. Dann dreht sich Otsuki nach Dr. Vandergruen um. „Meine Empfehlungen an Ihr Fräulein Schwester!"
„Wird bestellt werden. Uebrigens hoffe ich, daß wir Sie bald wieder bei uns sehen werden. Ich habe da letzter Tage einen merkwürdigen Text hereinbekommen, der mir einiges Kopfzerbrechen bereitet —"
„Gut, ich rufe Sie morgen an."
Der Direktor begleitet den Japaner bis in die Vorhalle. Dort wartet er, bis Mr. Otsuki Mantel, Hut und Stock vom Diener in Empfang genommen hat.
Gemessene Verbeugungen beiderseits, ein vorsichtiger Händedruck, der Diener reißt die Tür aus — und Mr. Otsuki gleitet in die Nacht hinaus, lautlos fast, mit gestrafftem, federndem Körper.
Als Direktor Kerstens sich umwendet, stößt er auf Herrn Porstmann. „Wie, auch Sie gehen schon?"
Der Angesprochene murmelt etwas von übergroßer Müdigkeit — „und außerdem--"
„Nun?"
Herrn Porstmanns Stimme wird vertraulich. „Hm, ich kann mich ja täuschen, Herr Direktor, aber — dieser Doktor Vandergruen — er ist mir etwas zu intim mit dem Japaner. Ich würde für seine unbedingte Verläßlichkeit nicht gerade die Hand ins Feuer legen. Jedoch — wie gesagt, man kennt sich nicht so recht aus mit dem Mann. Ich will ihn um Gottes willen nicht irgendwie verdächtigen."
„Aber Sie haben keine rechte Lust, mit Herrn Doktor Vandergruen zusammen eine Flasche Wein zu trinken. Nicht wahr, das wollten Sie doch Mit Ihren Worten andeuten?"
Porstmann windet sich. „Wenn ich offen fein darf — ja!"
„Nun schön, tun Sie Ihren Gefühlen keinen Zwang an!" In den Augen des Direktors blitzt der Schalk. „Hm, dann werden Sie allerdings die Pläne, die mir bezüglich unseres Doktors im Kopf umgehen, nicht vertreten können?"
Porstmann muß sich rasch die Lippen anfeuchten, bevor er die Frage herausbringt, um welche Pläne es sich handle.
„Tondern will in den Ruhestand treten, er ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Ich denke daran, Doktor Vandergruen als Nachfolger für den Direktorposten unserer Niederlassung in Tokio vorzu- schlagen. Er beherrscht das Japanische, hat die ausgezeichnetsten Beziehungen drüben, kennt Land und Leute wie fein anderer — ich wüßte nicht, wer sonst in Frage käme. Oder — können Sie mir vielleicht einen besseren Vorschlag machen?"
„Aeh — hem — tscha!" Herrn Porstmanns hoch- kantiger Kragen scheint sich unversehens etwas verengt zu haben, Herr Porstmann muß mit den Fingern daran herumhantieren. Schließlich gewinnt er seine Fassung wieder zurück. „Ja, ganz recht, aber — Doktor Vandergruen ist doch gar fein Kaufmann?"
„Das hat nichts zu sagen. Gerade als Wisien- schastler, der sich mit Sprachforschung beschäftigt, hat er drüben viel besser Gelegenheit, wertvolle Beziehungen anzufnüpfen, sich Geltung und Anerken- nung zu verschaffen und damit unserem >Hause zu nützen."
„Ich muß zuaeben, bestechend, bestechend! Immerhin — andererseits —" Porstmann fann ein triumphierendes Lächeln nicht ganz unterdrücken — „ich
fürchte, Herr Direftor, Sie wissen nicht, welchem Milieu dieser Herr entstammt!"
Kerstens hebt befremdet die Augenbrauen. „Aller- dings nicht, aber ich denke, das dürfte durchaus unwesentlich sein."
Porstmann überhört die Zurechtweisung, er kann nicht mehr an sich halten. „Auch dann, wenn dieses Milieu — zweifelhaft wäre?"
„Herr Porstmann--!"
„Mein Pflichtgefühl, Herr Direktor, zwingt mich, zu sprechen. Ein Mann, der auf solchem exponierten Posten unser Haus vertritt, muß in jeder, ich betone: in jeder Beziehung unantastbar sein. Herr Doktor Vandergruen ist der Sohn einer Bauern- magb — und wenn Sie ihn nach seinem Vater fragen, wird er Ihnen die Antwort schuldig bleiben."
„Desto bewundernswerter, daß er es bis zum Wissenschaftler von Ruf gebracht hat. — Aus welcher Quelle schöpfen Sie eigentlich diese auffallenden Kenntnisse?"
„Ein Bekannter von mir hat mit Vandergruen zusammen die Schule besucht. Was ich da zu hören bekam, das--"
Dem Direktor reißt die Geduld. Mit einer herrischen Handbewegung gebietet er Schweigen. „Ich will Ihnen etwas sagen, lieber Porstmann. So sehr ich Ihre Leistungen auf dem Gebiete der Organisation zu würdigen weiß, so sehr ich Ihre Verdienste um den Ausbau unserer Auslandsvertretungen anerkenne — aber wenn ich merken sollte, daß Sie als Mensch nicht einwandfrei sind, dann müßte ich daraus gewisse Folgen ziehen! Und nun lassen Sie sich nicht länger aufhalten! Ich wünsche Ihnen eine angenehme Ruhe. Schlafen Sie gut!"
Porstmann verabschiedet sich mit rotem Kopf.
Langsam, zögernden Schrittes geht Kerstens ins Konferenzzimmer zurück.
Dr. Vandergruen steht am Fenster.
Der Direktor langt umständlich eine Zigarre aus der Innentasche seines Rockes, setzt sie in Brand und tritt dann zu Dr. Vandergruen.
Eine Weile herrscht Schweigen zwischen den Männern. Man hört draußen die Bäume im Nachtwind rauschen. Eine Straßenbahn rattert vorüber, ihre Räder quietschen gräßlich auf, als sie um die Ecke biegt.
„Sagen Sie, Vandergruen, war das nun eigentlich heute ein Erfolg oder nicht? Diese Gelbhäute sind die gerissensten Krämer, die mir je begegnet sind."
„Unbedingt ein Erfolg! Ich glaubte zuerst selber nicht, daß es uns gelingen würde, die für uns ungünstigen Formulierungen über den Austausch von Fertigwaren aus dem Entwurf herauszubringen."
,Zhr Verdienst allein, Doktor! Hol's der und jener, Sie haben dem braven Otsuki ja ordentlich zugesetzt. Ich habe zwar kein Wort von diesem verrückten Japanisch verstanden, aber es mar deutlich zu merken, wie Ske den Mann mehr und mehr in die Enge trieben. Ja, ja, Ihre Meinung gilt viel bei dem Herrn!"
„Ich bitte Sie, Herr Direktor!"
„Na ja, ist doch so! Aber nun müssen Sie endlich meinen Wein versuchen, kommen Sie!"
Er nimmt den Gast am Arm. „Ein sanfter, freundlicher Männertrunk zu zweien!"
Die Bibliothek erweist sich als ein behaglich eingerichteter Raum, in dessen einer Ecke weiträumige Klubsessel um einen runden Tisch zum Platznehmen einladen.
Als das edle Getränk in den Gläsern funkelt, kristallen durchleuchtet vom Licht einer seidenbe- schirmten Stehlampe, und als der erste Trunk schweigend genossen ist, lehnt sich der Direktor zurück und blickt forschend in Dandergruens Gesicht.
„Man erzählt sich, daß Sie sich aus sehr kleinen Verhältnissen emporgearbeitet haben. Es sind ganz bestimmte Gründe, wenn ich Sie bitte, mir einiges aus Ihrem Leben und Kämpfen zu erzählen."
Dr. Vandergruen scheint zunächst peinlich berührt. Doch als er den Blick hebt, sieht er die Augen des Aelteren offen und ohne Neugierde auf sich ruhen.
„Es ist da nicht viel Auftegendes zu sagen. Ein Schicksal wie viele andere, das Schicksal eines Menschen, der schon als Kind von der Sehnsucht erfüllt gewesen ist, aus der engen Niederung seines Da» seins in die Hohe und in die Weite zu gelangen. Es war etwas in mir, eine Kraft, ein Wille, mir selber kaum bewußt, das trieb mich, meinen eigenen Weg zu gehen."
Kerstens nickt und schiebt dem Gast den Zigarettenbehälter zu.
(Fortsetzung folgt 1)
lOPfg.
So gibt's eine zweite IJlahl^eit aus ßi'atenresten vom Tage judoi' !
Den Änort Vratensotzwürsel fein zerdrücken, glattrühren, mit V4 Liter Wasser unter Umrühren 3 Minuten kochen. Diese Sohe mit der noch vorhandenen Soße mischen, beides kurz aufkochen lassen, und fertig ist eine Soße, die so gut wie frischgekochte schmeckt. Ein einfaches — aber gutes Rezept! Hauptsache dabei:
Bratensoße


